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70 Jahre UNHCR - Schutz für 80 Millionen Menschen auf der Flucht

SID Blog - 16. Dezember 2020 - 14:37
Die UNO-Flüchtlingshilfe dankt anlässlich des 70-jährigen Bestehens des UN-Flüchtlingshilfswerkes (UNHCR) den Kolleg*innen für ihren unermüdlichen Einsatz für Menschen auf der Flucht. Was nach dem Zweiten Weltkrieg in Europa begann, ist mittlerweile ein weltweites Mandat, um den mehr als 80 Millionen Flüchtlingen weltweit zu helfen.

 

„Seit 40 Jahren mobilisiert die UNO-Flüchtlingshilfe als deutscher Partner die Zivilgesellschaft für die lebensrettenden Einsätze des UNHCR ", betont Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe. „Die lebensnotwendige Hilfe für und der angemessene Umgang mit Geflüchteten gehören sicherlich zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Denn es ist nicht absehbar, dass der Massenexodus nachlässt", kommentiert Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe. Die UNO-Flüchtlingshilfe hat dank der Unterstützer*innen in Deutschland seit der Gründung 1980 mehr als 250 Millionen Euro für Projekte zum Flüchtlingsschutz bereitgestellt.

 

70 Jahre UNHCR

 

Am 14. Dezember 1950, wurde der UNHCR offiziell mit seinem Mandat betraut, als die UN-Generalversammlung seine Satzung verabschiedete. Millionen Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg sollten so unterstützt werden. Ursprünglich sollte es das UN-Flüchtlingshilfswerk nur einige Jahre geben. Heute arbeiten mehr als 17.000 Mitarbeiter*innen in 135 für die Organisation. „Wir gedenken heute auch den Kolleg*innen, die in den letzten 70 Jahren im Einsatz für Geflüchtete ihr Leben lassen mussten", so Ruhenstroth-Bauer.

 

Hauptursache für die hohen Flüchtlingszahlen ist die Kombination aus Langzeitkonflikten mit großen Fluchtbewegungen wie etwa in Syrien oder Südsudan und neueren Krisen wie in Venezuela, Myanmar oder jetzt Äthiopien. Auch die Folgen des Klimawandels treiben die Fluchtbewegungen auf Rekordkurs: Extremwetterereignisse verschärfen bestehende Krisen. Der Bezug auf die Gründung des UNHCR ist daher aus Sicht der UNO-Flüchtlingshilfe auch kein nostalgischer Rückblick, sondern vielmehr ein Ansporn, gemeinsam mit den Unterstützer*innen weiter an der Seite von Geflüchteten zu sein.

 

Unterstützungsmöglichkeiten sowie weitere Informationen unter:

www.uno-fluechtlingshilfe.de/


 


 

Zwei neue Kriege in diesem Jahr

SID Blog - 16. Dezember 2020 - 14:36
Hamburger Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung zieht Bilanz für 2020

Die Zahl der kriegerischen Auseinandersetzungen weltweit ist 2020 leicht gestiegen. Das geht aus Untersuchungen der Hamburger Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung (AKUF) hervor. Demnach wurden 2020 insgesamt 29 Kriege und bewaffnete Konflikte geführt. Gegenüber dem Vorjahr verzeichnete die AKUF damit einen Anstieg von 28 auf 29 kriegerische Konflikte.

Zunächst registrierte die AKUF im Jahr 2020 das Ende des bewaffneten Konfliktes in der sudanesischen Region Darfur, der sich bereits in den vergangenen Jahren abgeschwächt hatte. Dagegen waren in den letzten Monaten des Jahres zwei neue Kriege zu verzeichnen. Ende September eskalierte der ohnehin fragile Waffenstillstand zwischen Aserbaidschan und Armenien in der Region Bergkarabach. Die völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehörende Region stand seit einem Krieg im Zuge der Auflösung der Sowjetunion seit 1994 unter armenischer Kontrolle. Dieser Krieg konnte nach sechs Wochen im November unter Vermittlung Russlands durch einen Waffenstillstand wieder beendet werden.

Anfang November eskalierte in Äthiopien ein weiterer Konflikt in einen Krieg. Die Kämpfe fanden in der Region Tigray im Norden des Landes statt und folgten auf umstrittene Wahlen zur Regionalregierung. Angehörige der früheren tigrayischen Rebellengruppe TFLP hatten seit Anfang der 1990er-Jahre die Politik Äthiopiens bestimmt, waren aber seit dem Amtsantritt des aktuellen Premierministers Abiy Ahmed im Jahr 2018 aus einflussreichen Positionen des Zentralstaats entfernt worden.

Die von Kämpfen zahlenmäßig am stärksten betroffene Weltregion war 2020 Afrika mit zehn Kriegen und bewaffneten Konflikten. Es folgten Nordafrika, West- und Zentralasien (inkl. Kaukasus) sowie Asien mit neun bzw. acht kriegerischen Konflikten. In Lateinamerika und in Europa war jeweils ein Krieg zu verzeichnen.

Neben den beiden neuen Kriegen zwischen Armenien und Aserbaidschan und in Äthiopien erhielt vor allem der Krieg in Libyen eine größere Aufmerksamkeit. Im Fokus standen dabei einerseits der Vorstoß der Truppen unter General Chalifa Haftar auf die Hauptstadt, der nur mit türkischer Unterstützung für die anerkannte Regierung in Tripolis gestoppt wurde. Anderseits fanden auch die Bemühungen um einen Friedensprozess zwischen den beiden Hauptkriegsparteien Beachtung.

Die AKUF führt die jährliche Erhebung seit 1986 durch. Krieg definiert die AKUF als einen gewaltsamen Massenkonflikt, der alle folgenden Merkmale aufweist:

(a) an den Kämpfen sind zwei oder mehr bewaffnete Streitkräfte beteiligt, bei denen es sich mindestens auf einer Seite um reguläre Streitkräfte (Militär, paramilitärische Verbände, Polizeieinheiten) der Regierung handelt;

(b) auf beiden Seiten muss ein Mindestmaß an zentralgelenkter Organisation der Kriegführenden und des Kampfes gegeben sein, selbst wenn dies nicht mehr bedeutet als organisierte bewaffnete Verteidigung oder planmäßige Überfälle (Guerillaoperationen, Partisanenkrieg usw.);

(c) die bewaffneten Operationen ereignen sich mit einer gewissen Kontinuität und nicht nur als gelegentliche, spontane Zusammenstöße, d. h. beide Seiten operieren nach einer planmäßigen Strategie, gleichgültig ob die Kämpfe auf dem Gebiet einer oder mehrerer Gesellschaften stattfinden und wie lange sie dauern.

Bewaffnete Konflikte sind gewaltsame Auseinandersetzungen, bei denen die Kriterien der Kriegsdefinition nicht in vollem Umfang erfüllt sind. In der Regel handelt es sich dabei um Fälle, in denen eine hinreichende Kontinuität der Kampfhandlungen nicht gegeben ist.

Weitere Informationen auf der Webseite der Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung: www.akuf.de


Bremer NGOs warnen vor Verzögerung bei Klimaschutzmaßnahmen

BeN #Bremen - 16. Dezember 2020 - 11:40

Gemeinsam mit 16 weiteren Organisationen hat das BeN eine Pressemitteilung unterzeichnet, welche die Landesregierung und die Bremer Bürgerschaft dazu auffordert bereits jetzt erste Ergebnisse aus der Arbeit der Enquetekommission in Maßnahmen zum Klimaschutz umzusetzen.

Kategorien: Hamburg

Die nächste Grenze: die menschliche Entwicklung und das Anthropozän | #HDR2020

SID Hamburg - 15. Dezember 2020 - 16:47

Ein experimenteller globaler Index bietet eine neue Messung des menschlichen Fortschritts, die die Herausforderung der Bekämpfung von Armut und Ungleichheit bei gleichzeitiger Verringerung des planetarischen Drucks veranschaulicht.

Vor 30 Jahren hat UNDP eine neue Methode entwickelt, um Fortschritte zu erfassen und zu messen. Anstatt das BIP-Wachstum als einziges Maß für die Entwicklung zu verwenden, hat UNDP alle Länder der Welt nach ihrer menschlichen Entwicklung eingestuft: danach, ob die Menschen in jedem Land die Freiheit und die Möglichkeit haben, das Leben zu führen, das sie schätzen.

Der Bericht über die menschliche Entwicklung 2020 (HDR) verstärkt die Überzeugung, dass die Entscheidungsfreiheit und die Befähigung der Menschen die Maßnahmen bewirken können, die wir benötigen, um in einer gerechteren Welt im Gleichgewicht mit dem Planeten zu leben. Es zeigt, dass wir uns in einem beispiellosen Moment in der Geschichte befinden, in dem die menschliche Aktivität zu einer dominierenden Kraft geworden ist, die den Planeten prägt. Diese Auswirkungen wirken sich auf bestehende Ungleichheiten aus und bedrohen erhebliche Entwicklungsumkehrungen. Um den Weg, auf dem wir uns befinden, zu ändern, ist nichts weniger als eine große Veränderung erforderlich - wie wir leben, arbeiten und zusammenarbeiten. In dem Bericht wird erläutert, wie Sie diese Transformation beschleunigen können.

Die Klimakrise. Zusammenbruch der biologischen Vielfalt. Ozeanversauerung. Die Liste ist lang und wird länger. So sehr, dass viele Wissenschaftler glauben, dass Menschen zum ersten Mal wissentlich den Planeten formen, anstatt dass der Planet den Menschen formt. Dies ist das Anthropozän - das Zeitalter der Menschen - eine neue geologische Epoche.

Obwohl die Menschheit unglaubliche Fortschritte erzielt hat, haben wir die Erde als selbstverständlich angesehen und genau die Systeme destabilisiert, auf die wir uns verlassen, um zu überleben. Covid-19, das mit ziemlicher Sicherheit von Tieren auf Menschen entsprungen ist, bietet einen Einblick in unsere Zukunft, in der die Belastung unseres Planeten die Belastung widerspiegelt, mit der Gesellschaften konfrontiert sind. Covid-19 brauchte nur sehr wenig Zeit, um überlappende Ungleichheiten sowie Schwächen in sozialen, wirtschaftlichen und politischen Systemen aufzudecken und auszunutzen und Umkehrungen in der menschlichen Entwicklung zu drohen.

Während die verheerenden Auswirkungen von Covid-19 die Aufmerksamkeit der Welt auf sich gezogen haben, fordern andere vielschichtige Krisen, vom Klimawandel bis zu zunehmenden Ungleichheiten, weiterhin ihren Tribut. Die Herausforderungen des planetarischen und gesellschaftlichen Ungleichgewichts sind miteinander verflochten: Sie interagieren in einem Teufelskreis, der sich gegenseitig verschlimmert.

Wie sollen wir auf dieses neue Zeitalter reagieren? Entscheiden wir uns für mutige neue Wege, um die menschliche Entwicklung fortzusetzen und gleichzeitig den planetarischen Druck zu verringern? Oder versuchen wir - und scheitern letztendlich -, wieder wie gewohnt zu arbeiten und in ein gefährliches Unbekanntes hineingezogen zu werden?

Dieser Bericht über die menschliche Entwicklung steht fest hinter der ersten Wahl, und seine Argumente gehen über die Zusammenfassung bekannter Listen hinaus, was getan werden kann, um dies zu erreichen.

Online unter http://hdr. undp.org/en/2020-report

Pressemitteilung der Hamburger Initiative Lieferkettengesetz

AgrarKoordination - 15. Dezember 2020 - 10:07
Die Agrar Koordination protestierte am 14.12. zusammen mit anderen Akteuren in der HafenCity Hamburg vor der Konzernzentrale der Neumann Kaffee Gruppe. Wir machten damit auf Menschenrechtsverletzungen in der Lieferkette des Hamburger Weltmarktführers im Rohkaffeehandel aufmerksam.  „Vertriebene klagen ihre Rechte ein. Neumann-Kaffee-Gruppe verweigert Entschädigung“, so die Kritik eines Transparents. „Vertreibung in Uganda verhindern, Lieferkettengesetz jetzt!“  forderte die Hamburger Initiative für ein Lieferkettengesetz, ein breites Bündnis aus Kirchen, Umweltverbänden und Menschenrechts- und Entwicklungspolitischen Organisationen, dem auch die Agrar Koordination angehört. . Mitgebrachte Grabsteine und zerstörte Häuser machten auf die Menschenrechtsverletzungen des Konzerns aufmerksam. Der Hintergrund: Etwa 4000 Menschen wurden laut der Menschenrechtsorganisation FIAN im Jahr 2001 im Bezirk Mubende in Uganda von der Armee gewaltsam vertrieben, ihre Häuser, Felder, Tiere und Nahrungsmittelvorräte wurden zerstört, geplündert oder verbrannt. Zuvor wurde bereits ein Teil der Bevölkerung unter Androhung von Waffengewalt und auf der Grundlage falscher Versprechen dazu getrieben, Umsiedlungsvereinbarungen zu unterschreiben. Der Grund: Die ugandische Regierung hatte mit der Neumann Kaffee Gruppe einen Pachtvertrag abgeschlossen, damit der Konzern auf ca. 2500 Hektar Kaffee anbauen kann. Nach der Klage der Vertriebenen wurde das Gerichtsverfahren in Uganda über viele Jahre hinweg verschleppt. Obwohl die Vertriebenen in erster Instanz gewonnen hatten, ist der Rechtsstreit nach über 19 Jahren nicht geklärt. Bis heute wurden die Vertriebenen nicht entschädigt. Die Hamburger Initiative für ein Lieferkettengesetz fordert, dass Neumann endlich unkompliziert eine angemessene Entschädigung leistet und sich für das Lieferkettengesetz ausspricht. Mit einem Lieferkettengesetz würden Opfer von Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit Lieferketten deutscher Unternehmen einen wirksamen Zugang zu Beschwerdemechanismen und Entschädigung bekommen. Mit einem Lieferkettengesetz könnten zudem Unternehmen dazu verpflichtet werden, Risikoanalysen für ihre globalen Lieferketten durchzuführen und wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um Risiken für Menschenrechte und Umwelt zu minimieren. „Wir fordern von dem Geschäftsführer David M. Neumann, sich deutlich zu menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten von Unternehmen zu bekennen und sich öffentlich für ein Lieferkettengesetz auszusprechen. Mit einem Lieferkettengesetz hätten die Kleinbauern unter menschenwürdige Bedingungen ihr Land übertragen. Der Neumann-Gruppe wäre ein jahrelanger Rechtsstreit und ein erheblicher Imageschaden erspart geblieben“, so Dr. Thomas Dürmeier von Goliathwatch. „Die Neumann-Kaffee-Gruppe profitiert seit 19 Jahren davon, Landflächen in Uganda für den Kaffeeanbau nutzen zu können, während viele Menschen auf Grund der Vertreibung in bitterer Armut leben. Wir fordern die Neumann Kaffee Gruppe auf, die Vertriebenen angemessen zu entschädigen. Auch Unternehmen, die Kaffee von Neumann beziehen, sollten sich dringend dafür einsetzen“, so Julia Sievers von der Agrar Koordination. Weitere Informationen zum Fall Mubende finden Sie hier   Weitere Informationen zum Lieferkettengesetz finden Sie hier  
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Eine Welt-Arbeit auf einem Bierdeckel erklärt

VEN Niedersachsen - 14. Dezember 2020 - 16:06

Eine Welt-Fachpromotorin Juliane Jesse hat sich die Vermittlung von Eine Welt-Themen und die Ermutigung zum Engagement auf die Fahne geschrieben. Dafür sucht sie stets neue Wege abseits von Workshops, Pressemitteilungen oder Infoständen. Anlässlich der Aktionswochen weltwechsel Niedersachsen sind Bierdeckel entstanden, die im Land verteilt wurde.

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Mit einem Lieferkettengesetz wäre das nicht passiert Vertreibung für den Kaffeeanbau – Neumann Kaffee Gruppe verweigert Entschädigung

AgrarKoordination - 14. Dezember 2020 - 10:30
Die Hamburger Initiative Lieferkettengesetz macht am 14.12. mit einer Kundgebung vor der Konzernzentrale der Neumann Kaffee Gruppe auf Menschenrechtsverletzungen in der Lieferkette des Konzerns aufmerksam. Etwa 4000 Menschen wurden 2001 im Bezirk Mubende in Uganda, teiils von der Armee gewaltsam, vertrieben, ihre Häuser, Felder, Tiere und Nahrungsmittelvorräte wurden zerstört, geplündert oder verbrannt. Der Grund: Die ugandische Regierung hatte mit der Neumann Kaffee Gruppe einen Pachtvertrag abgeschlossen, damit der Konzern auf ca. 2500 Hektar Kaffee anbauen kann. Nach der Klage der Vertriebenen wurde das Gerichtsverfahren in Uganda über viele Jahre hinweg verschleppt. Obwohl die Vertriebenen in erster Instanz gewonnen hatten, ist der Rechtsstreit nach über 19 Jahren nicht geklärt. Bis heute wurden die Vertriebenen nicht entschädigt. Die Hamburger Initiative Lieferkettengesetz fordert, dass Neumann, eines der führenden Kaffee- Handelsunternehmen der Welt, endlich unkompliziert eine angemessene Entschädigung leistet und sich für das Lieferkettengesetz ausspricht. Mit einem Lieferkettengesetz würden Opfer von Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit Lieferketten deutscher Unternehmen einen wirksamen Zugang zu Beschwerdemechanismen und Entschädigung bekommen. Ort der Aktion: Vor der Firmenzentrale der Neumann Kaffeegruppe, Hafencity, Coffee Plaza, Am Sandtorpark 4, 20457 Hamburg Termin: Montag, 14. Dezember 2020, 10.30 Uhr
Kurze Rückmeldung über Kommen oder Foto-Interesse hilfreich Presse-Kontakt: Dr. Thomas Dürmeier, Tel.: 0177 / 4 28 29 25, duermeier@goliathwatch.de, Julia Sievers, Tel.: 0176/95275692, julia.sievers@agrarkoordination.de Presse-Foto: gute Möglichkeiten für Presse-Foto vorhanden mit Plakaten, Nachstellung der Vertreibung und Begräbnis der verletzten Menschenrechte. Wir können auch zeitnah nach der Aktion druckfähige Fotos zur Verfügung stellen. Initiatoren der Aktion: Die Hamburger Initiative Lieferkettengesetz ist das regionale Bündnis der bundesweiten Kampagne für ein Lieferkettengesetz unter dem Dach von hamburg.global. Das Netzwerk besteht aus Menschenrechts-, Umwelt-, Eine-Welt-, kirchlichen Gruppen uvm. Die Agrar Koordination engagiert sich mit umwelt- und entwicklungspolitischer Bildungs- und Kampagnenarbeit für eine zukunftsfähige Landwirtschaft, gerechte Agrarpolitik und nachhaltige Ernährung. Goliathwatch setzt sich mit Druckkampagnen und Aufklärungsarbeit gegen die Macht von Konzernriesen und für ein gerechtes und ökologisches Wirtschaftssystem ein. Stellungnahme der Hamburger Initiative Lieferkettengesetz: „Die Neumann Kaffee Gruppe profitiert seit 19 Jahren davon, Landflächen in Uganda für den Kaffeeanbau nutzen zu können, während viele Menschen auf Grund der Vertreibung in bitterer Armut leben. Wir fordern die Neumann Kaffee- Gruppe auf, die Vertriebenen angemessen zu entschädigen. Auch Unternehmen, die Kaffee von Neumann beziehen, sollten sich dringend dafür einsetzen“, so Julia Sievers von der Agrar Koordination. Der Fall zeigt: Wir brauchen ein Lieferkettengesetz, damit Unternehmen ihren Sorgfaltspflichten im Hinblick auf Menschenrechte und Umwelt in ihren globalen Lieferketten auch tatsächlich nachkommen. Mit einem Lieferkettengesetz könnten Unternehmen dazu verpflichtet werden, Risikoanalysen für ihre globalen Lieferketten durchzuführen und wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um Risiken für Menschenrechte und Umwelt zu minimieren. „Wir fordern von dem Geschäftsführer David M. Neumann, sich deutlich zu menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten von Unternehmen zu bekennen und sich öffentlich für ein Lieferkettengesetz auszusprechen. Mit einem Lieferkettengesetz wäre dem Konzern ein jahrelanger Rechtsstreit und erhebliche Imageschäden erspart geblieben“, so Dr. Thomas Dürmeier von Goliathwatch. Weitere Informationen zur Aktion finden Sie hier Weitere Informationen zum Fall Mubende finden Sie hier Weitere Informationen zum Lieferkettengesetz finden Sie hier 
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PIK STATEMENT zum neuen EU Klimaziel und fünften Jubiläum des Pariser Abkommens

SID Blog - 11. Dezember 2020 - 21:57
Heute hat der Europäische Rat das Ziel verabschiedet, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Am 12. Dezember jährt sich zum fünften Mal die Verabschiedung des historischen Pariser Klimaabkommens durch Vertreter von mehr als 196 Staaten und der EU auf dem UN-Klimagipfel COP21.

Dazu der Erdsystemwissenschaftler Johan Rockström, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung:

„Die Wissenschaft ist eindeutig, die Welt muss bis zum Jahr 2050 Netto-Null-Emissionen erreichen, um die in Paris vereinbarte Begrenzung der globalen Erwärmung auf deutlich unter 2°C schaffen zu können. Die EU ist weltweit führend in Sachen Klimaschutz. Dass sie sich im kommenden Klimagesetz dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen, ist positiv und wird sicherlich Länder und Akteure auf der ganzen Welt beeinflussen, die entweder bereits ähnliche Schritte unternommen haben – wie China, Japan und bald auch die USA – oder die dies noch tun müssen. Das Versprechen der EU, bis 2050 kohlenstoffneutral zu sein, erfordert große transformative Veränderungen, wobei die Gesamtemissionen um etwa sechs Prozent pro Jahr reduziert werden müssen. Dies wird große Innovationen, Verhaltensänderungen und die Umstrukturierung von Sektoren und Lieferketten erfordern. Angesichts zunehmender Belege dafür, dass eine kohlenstofffreie Entwicklung der Wirtschaft, Arbeitsplätzen, der Gesundheit und Widerstandsfähigkeit zugutekommt, besteht die Möglichkeit, dass die EU ihre eigenen Zusagen übertreffen wird. Dies wird sehr wahrscheinlich notwendig sein."

Dazu der Wirtschaftswissenschaftler Ottmar Edenhofer, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung:

„Die Europäische Union handelt nicht allein, sondern im Einklang mit dem, was kürzlich auch die USA und China angekündigt haben. Wenn sie alle ihren Zusagen treu bleiben, und wenn andere folgen, haben wir erstmals eine Chance, die Klimaziele des Pariser Abkommens tatsächlich zu erreichen. Aber das ist ein großes 'Wenn'. Das Pariser Abkommen hat ganz klar noch nicht ausreichend bedeutsame national festgelegte Beiträge zur Klimastabilisierung bewirkt. Aber die Wissenschaft hat eine Reihe von möglichen Pfaden aufgezeigt. Europa, China und die USA müssen nun ihre Kräfte bündeln, indem sie CO2-Bepreisungssysteme koordinieren und an Bedingungen geknüpfte Finanztransfers an ärmere Länder einleiten, um den globalen Übergang zur Nachhaltigkeit zu ermöglichen. Das wird zugegebenermaßen ein Marathon. Genau darum sollten wir aufhören, auf Zehenspitzen herumzutrippeln - und loslaufen."



Experteneinschätzung zum 55% Ziel bis 2030: Expertinnen und Experten des Kopernikus-Projekts Ariadne zur Energiewende haben jetzt zentrale Szenarien der EU-Kommission durchleuchtet.
CO2-Bepreisung und Finanztransfers: Kleine Änderungen können große Wirkung haben für mehr Klimagerechtigkeit


UNICEF: Der Jemen ist ein Albtraum für Kinder

SID Blog - 11. Dezember 2020 - 21:54
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UNICEF: Der Jemen ist ein Albtraum für Kinder

2,1 Millionen Kinder im Jemen sind akut mangelernährt

Hilfsaufruf von UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta H. Fore zur Situation im Jemen anlässlich einer Veranstaltung zur Abwendung einer unmittelbaren Hungersnot.

© UNICEF/UNI343834/Alghabri

Köln, den 11. Dezember 2020 // "Jemen steht kurz vor dem Zusammenbruch.

Acht von zehn Menschen brauchen dringend humanitäre Hilfe und Schutz, darunter 12 Millionen Kindern, deren Aufwachsen einem schrecklichen Albtraum gleicht. 

Das Land ist wohl der gefährlichste Ort der Welt für Kinder. Alle zehn Minuten stirbt dort ein Kind an einer vermeidbaren Krankheit. Zwei Millionen Kinder gehen nicht zur Schule. Tausende haben seit 2015 ihr Leben verloren, wurden verstümmelt oder zwangsrekrutiert. Allein letzte Woche wurden 11 Kinder getötet, darunter ein vier Wochen altes Baby. 

Das Land leidet unter mehreren Krisen gleichzeitig – jede von ihnen würde ein Land in die Knie zwingen.

An 49 Frontlinien wird derzeit gekämpft – vor einem Jahr waren es 36. Die Wirtschaft liegt in Trümmern und Familien kommen nicht mehr zurecht. Grundlegende Dienste und die zivile Infrastruktur, wie Krankenhäuser, Schulen sowie die Trinkwasser- und Sanitärversorgung – stehen vor dem Zusammenbruch.

Gleichzeitig erschüttert die Covid-19-Pandemie das Land. 

Und während all dessen werden diejenigen, die humanitäre Hilfe leisten, immer wieder durch Angriffe, Blockaden und bürokratische Hürden daran gehindert, Millionen Menschen zu erreichen, die dringend Hilfe benötigen. 

Und nun, trotz wiederholter Warnungen, ist das Land mit einer Ernährungskrise konfrontiert. 2,1 Millionen Kinder sind akut mangelernährt – rund 358.000 von ihnen sind schwer akut mangelernährt. Wir gehen davon aus, dass manche Kinder sich bereits in Situationen befinden, die einer Hungersnot gleichen.

Hier geht es nicht nur um Zahlen, sondern um Millionen von individuellen Schicksalen. Um Millionen von zerstörten Kindheiten. Um Millionen von Eltern, die vor der unmöglichen Wahl stehen, ihre Kinder mit lebenswichtiger Nahrung oder ärztlicher Hilfe zu versorgen.  

Letzten Freitag bat die achtjährige Zahra von ihrem Bett auf der Intensivstation in Hodeidah aus ihre Ärzte und UNICEF, nach Hause gehen zu dürfen. Sie erklärte, dass ihr Vater die Kosten für die Behandlung und für Nahrungsmittel nicht gleichzeitig decken könne. Keine Mutter und kein Vater sollten je solch eine Entscheidung treffen müssen. 

Vor unser aller Augen wird ein ganzes Land und seine Bewohnerinnen und Bewohner seiner Lebensgrundlagen beraubt. 

Die UNICEF-Mitarbeiterinnen und -mitarbeiter tun alles in ihrer Macht Stehende, um den Kindern zu helfen – dazu gehören Maßnahmen zur Bewältigung der Ernährungskrise, zur Ausweitung von Wasser und Gesundheitsprogrammen sowie Bildungsmaßnahmen, psychosoziale Hilfe und Geldtransfers für Familien. 

Aber der Hilfsbedarf steigt schneller, als wir Kapazitäten haben. Deshalb brauchen wir dringend Unterstützung. 

Es braucht eine politische Lösung für den Konflikt sowie weltweite Unterstützung für den Friedensprozess unter der Leitung von Martin Griffiths, dem UN -Sondergesandten für den Jemen. Nur eine politische Lösung kann diese schreckliche Situation beenden.

Wir benötigen ungehinderten humanitären Zugang, mit allen, was damit einhergeht. Die UNICEF-Teams arbeiten schon jetzt unter extrem schwierigen Bedingungen – verschlimmert durch Blockaden, Übergriffe und einen schrumpfenden humanitären Handlungsspielraum, besonders im Norden. All diejenigen mit Einfluss auf die Konfliktparteien müssen jetzt helfen dafür zu sorgen, dass wir humanitäre Hilfe leisten können. 

Zudem brauchen wir finanzielle Unterstützung. Die Bereitschaft von Spendern und Regierungen zu helfen hat nachgelassen. Zahlreiche Krisen, wirtschaftliche Not und Covid-19 erschöpfen die verfügbaren finanziellen Mittel. 

Aber wir müssen jetzt handeln, um eine Hungersnot zu verhindern. UNICEF will im nächsten Jahr im Jemen 289.000 schwer mangelernährte Kinder unter fünf Jahren behandeln und Familien Zugang zu Wasser, sanitären Einrichtungen, Hygienemaßnahmen und Gesundheitsversorgung ermöglichen. Dafür benötigen wir Unterstützung.

Darüber hinaus brauchen wir Hilfe, um den völligen Zusammenbruch der Versorgungssysteme zu verhindern, auf die die Kinder und Familien im Jemen jetzt und in Zukunft angewiesen sind. Dazu gehört es auch, unsere Bemühungen zu unterstützen, die Wasserversorgung und die Arbeit der Gesundheitszentren durch Solartechnik sicherzustellen. Um einer Generation von Kindern den Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Und die internationale Gemeinschaft dazu zu bewegen, ein umfassendes Hilfspaket zu verabschieden, einschließlich von Devisenspritzen und neuen Finanzierungsmodellen, um den vollständigen Zusammenbruch der Wirtschaft im Jemen zu vermeiden.

2020 wird uns nicht nur wegen Covid-19 in Erinnerung bleiben - sondern als ein Jahr, in dem wir die Kinder im Jemen erneut im Stich gelassen haben.

Diesen Fehler dürfen wir 2021 nicht wiederholen."


Weltweit 40 Millionen Sklaven - Anstieg der Zahlen als Folge der Covid-Pandemie befürchtet

SID Blog - 10. Dezember 2020 - 11:23

Zum Internationalen Tag der Menschenrechte fordert das Kinderhilfswerk terre des hommes von Politik und Wirtschaft ein deutlich stärkeres Engagement gegen Sklaverei. Weltweit werden nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation 40 Millionen Menschen als Sklaven ausgebeutet, darunter zehn Millionen Kinder. Sie werden verkauft, gegen ihren Willen festgehalten und gehandelt wie Gegenstände. "Das Verbot von Sklaverei ist mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte 1948 als internationale Norm völkerrechtlich verankert. Dass es dennoch im 21. Jahrhundert Sklaven gibt, ist ein Skandal und einer der gravierendsten Verstöße gegen die Menschenrechte", sagte Birte Kötter, Vorstandssprecherin von terre des hommes.

Vor allem Frauen und Mädchen werden ausgebeutet: Sie schuften in privaten Haushalten und Fabriken, werden in die Prostitution gezwungen oder zwangsverheiratet. Mit Sklaverei werden weltweit jedes Jahr mehr als 150 Milliarden Dollar verdient. Auch in Deutschland steckt in vielen Produkten wie Textilien, Smartphones oder Schokolade Sklavenarbeit.

In Folge der Corona-Pandemie sind Millionen Menschen gefährdet: Geldverleiher und Menschenhändler nutzen die Not der Menschen aus. So berichten terre des hommes-Partnerorganisationen aus Indien, dass Kinder die Schulden ihrer Eltern abarbeiten müssen, die oft zu Wucherzinsen einen Kredit aufgenommen haben, um ihre Familien ernähren zu können. Auf den Philippinen ist die Nachfrage nach Mädchen gestiegen, die sich vor der Webcam vor allem für Männer in aller Welt prostituieren.

terre des hommes fordert, dass nationale Regierungen in ihren Corona-Hilfsprogrammen besonders die ärmsten Familien mit direkten Geldzahlungen unterstützen. Auch das längst überfällige, von der Bundesregierung nach wie vor nicht beschlossene Lieferkettengesetz wäre ein wichtiges Instrument, um Sklaverei etwa im internationalen Handel mit Textilien zu unterbinden.

Hochwertige Bildung für alle Menschen weltweit – Auch an den Außengrenzen der EU – 70 Jahre Europäische Menschenrechtskonvention

SID Blog - 10. Dezember 2020 - 11:22
Die Allgemeine Erklärung für Menschenrechte von 1948 sieht ein Recht auf Bildung vor. Die UN-Agenda 2030 der Vereinten Nationen schließt daran an und fordert im vierten Entwicklungsziel hochwertige Bildung für alle Menschen weltweit. Wenn Europa derzeit seinen Platz in der Welt neu definiert, ist vielfach von ökonomischen und militärischen Erfordernissen die Rede. Bildung und Wissenschaft finden keine Erwähnung. Hier setzt die Kritik des World University Service an, der seit 1920 für ein Menschenrecht auf Bildung eintritt.

 

Zu den globalen Herausforderungen, mit denen sich die Europäische Union derzeit befassen muss, gehören neben der Covid-19-Pandemie weltumspannende Umweltprobleme, das Ende zahlreicher multilateraler Abkommen, schwelende militärische Konflikte sowie enorme soziale Ungleichheiten zwischen Nord und Süd. Die EU betont angesichts ihrer Neupositionierung als außenpolitischer Akteur jedoch ausschließlich die militärischen und ökonomischen Erfordernisse. „Die Notwendigkeit von Bildung, die es überhaupt erst ermöglicht, die Komplexität der gegenwärtigen Verhältnisse zu erfassen und zu bewältigen und die Zukunft zu gestalten, bleibt bei einer derartigen Argumentation außen vor", kritisiert Dr. Kambiz Ghawami, Vorsitzender des World University Service (WUS) anlässlich des Tags der Menschenrechte am 10. Dezember und 70 Jahre nach Verabschiedung der Europäischen Menschenrechtskonvention.

 

„Nur mit Bildung können sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltige Gesellschaften aufgebaut werden und Bestand haben", mahnt Dr. Ghawami. Bei allen internationalen Missionen müsse sich Europa fragen lassen, ob es nach den Vorgaben der UN-Agenda 2030 handele. Auch für das eigene Hoheitsgebiet müsse die EU prüfen, ob dort die Agenda mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen vollumfänglich umgesetzt würde. Bildung sei ein wesentlicher Indikator dafür.

 

Der WUS fordert, dass das vierte Nachhaltigkeitsziel der Agenda 2030 auch für jene Menschen gilt, die sich an den Außengrenzen der EU aufhalten und derzeit auf ihre Legalisierung warten. Neben der menschenwürdigen Versorgung der Menschen mit Unterkünften, Nahrungsmitteln und sanitären Anlagen, müsse die EU auch für die Bildung, vor allem der Kinder und Jugendlichen, sorgen. Für das kommende Jahr wünsche sich der WUS umsichtig eingerichtete Bildungsstätten, so Ghawami, die den Bedürfnissen der an den Rändern von Europa gestrandeten jungen Menschen Sorge trügen.

 

„Aber auch die Verteidigung der Wissenschaftsfreiheit, ob in Ägypten, Belarus, Brasilien, China, Hongkong, Indien, Nordkorea, Türkei oder in  Ungarn, ist ein Grundpfeiler einer demokratischen und rechtsstaatlichen Ordnung. Diese Werte und die Universalität der Menschenrechte sowie die Europäische Menschenrechtskonvention, gilt es zu bewahren", so Dr. Ghawami abschließend.

 


World University Service – Deutsches Komitee e. V.
Seit 1950 aktiv für das Menschenrecht auf Bildung
Dr. Ursula Grünenwald
Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd
Goebenstr. 35 - 65195 Wiesbaden
Tel.: +49 611 9446170 - Fax: +49 611 446489
www.informationsstelle-nord-sued.de
www.entwicklungspolitik-deutsche-laender.de - Eine-Welt-Veranstaltungskalender


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Gutes T-Shirt | Böses T-Shirt

BeN #Bremen - 10. Dezember 2020 - 11:15

 Am Donnerstag den 14.01,2021 findet die Onlineveranstaltung: "Gutes T-Shirt | Böses T-Shirt - Für menschenwürdige Arbeit weltweit" auf Zoom statt.

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Neuerscheinung: Agenda 2030: Wo steht die Welt? 5 Jahre SDGs - eine Zwischenbilanz

SID Blog - 9. Dezember 2020 - 19:41



Agenda 2030: Wo steht die Welt?                 5 Jahre SDGs - eine Zwischenbilanz



Der Anspruch war ehrgeizig, doch die Bilanz nach fünf Jahren ist bestenfalls gemischt: Zwar haben viele Länder die Agenda 2030 in nationale Nachhaltigkeitsstrategien übersetzt. Doch in weiten Teilen der Welt nimmt die soziale Ungleichheit zu, Umweltzerstörung und Klimawandel schreiten voran. Wo steht die Welt bei der Umsetzung der 17 globalen Nachhaltigkeitsziele, der SDGs, die die Vereinten Nationen 2015 beschlossen haben? Wie hat sich die die Nachhaltigkeitsagenda in Deutschland entwickelt? Was ist bislang aus diesem anspruchsvollen Vorhaben geworden, das der Weltöffentlichkeit vor fünf Jahren als „transformative Vision von beispielloser Reichweite und Bedeutung" präsentiert wurde? Diese Fragen untersucht der neuste Report des Global Policy Forums. Er bietet - als SDG-Handbuch - grundlegende Analysen zum Stand des Umsetzungsprozesses in Deutschland und der Welt sowie wesentliche Zahlen, Fakten und Fallbeispiele zu jedem der SDGs von 1 bis 17.

Ein paar Ergebnisse vorneweg: Positives gibt es auf kommunaler und zivilgesellschaftlicher Ebene zu vermelden. Eine wachsende Zahl von Städten und Gemeinden erarbeitet auf Grundlage der SDGs eigene kommunale Nachhaltigkeitsstrategien. Überall auf der Welt formieren sich soziale Bewegungen wie Fridays for Future, die Kernthemen der Agenda 2030 adressieren.

Andererseits weisen viele Trends weltweit in die falsche Richtung. So steigt die Zahl der Hungernden und der Menschen in extremer Armut, mindestens die Hälfte der Weltbevölkerung hat keinen ausreichenden Zugang zu grundlegenden Gesundheitsdiensten, die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen schreitet in alarmierendem Umfang voran, eine Million Pflanzen- und Tierarten sind vom Aussterben bedroht. Anhaltende Klimaerwärmung sowie wachsender Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit sind weitere gravierende Probleme. Viele der negativen Trends werden durch die verheerenden Auswirkungen der COVID-19-Pandemie noch verstärkt.

Fest steht: Ohne eine kohärentere und effektivere Politik und das große Engagement zivilgesellschaftlicher und kommunaler Akteure werden die Ziele in den kommenden zehn Jahren nicht erreicht. Eine Grundlage dafür sind ausreichende Informationen über die SDGs, über Fortschritte, aber auch Hindernisse und Zielkonflikte bei ihrer Umsetzung. Dieses Handbuch soll dazu einen Beitrag leisten.



Agenda 2030: Wo steht die Welt? 

5 Jahre SDGs - eine Zwischenbilanz

Herausgeber: Global Policy Forum Europe
Autoren: Jens Martens und Bodo Ellmers
Bonn, Dezember 2020
ISBN 978-3-943126-51-8

224 Seiten


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Experteneinschätzung zum EU-Klimaziel von 55% bis 2030: Der Weg des geringsten Widerstands verfehlt das Klimaziel

SID Blog - 9. Dezember 2020 - 19:39

Versteckte Risiken und Chancen zu den EU-Szenarien zum 55%-Ziel 2030

Wenn die Europäische Union ab Donnerstag über ein ehrgeizigeres EU-Klimaziel 2030 auf dem Weg zur Klimaneutralität 2050 entscheidet, geht es dabei um mehr als um eine bloße Willensbekundung zu größeren politischen Anstrengungen. Die Zielsetzung überformt auch die deutsche Klimapolitik. Expertinnen und Experten des Kopernikus-Projekts Ariadne zur Energiewende haben jetzt zentrale Szenarien der EU-Kommission durchleuchtet. Setzt die EU weiter auf einen bunten Mix von Instrumenten ohne klares Konzept für deren Zusammenspiel, läuft sie Gefahr, an ihren neuen Zielen zu scheitern, zeigt die Analyse.

Drei Politikpfade in Form unterschiedlicher Szenarien sieht die EU-Kommission als zielführend und hat sie zur Debatte gestellt: Die EU könnte entweder regulative Maßnahmen verstärken, insbesondere durch eine starke Intensivierung der Politiken im Erneuerbaren Energien- und Energieeffizienzbereich. Sie könnte auch die CO2-Bepreisung durch Einführung eines Emissionshandels in den Bereichen Transport und Gebäude sowie für kleinere Industrieanlagen zum zentralen Leitinstrument machen. Oder sie könnte mit dem bisherigen Politikmix voranschreiten, in dem regulative Maßnahmen verstärkt werden, während der bestehende Emissionshandel für große Energie- und Industrieanlagen um einzelne Sektoren erweitert wird oder ein zweiter, neuer Emissionshandel parallel aufgebaut wird. Jetzt haben Forschende aus dem BMBF-geförderten Kopernikus-Projekt Ariadne diese Politikpfade zum 55-Prozent-Ziel bis 2030 auf zwei entscheidende Faktoren untersucht: einerseits die kurzfristige Umsetzbarkeit und andererseits die langfristige Wahrscheinlichkeit der Zielerfüllung der Pfade. 

 „Alles auf Regulierung" oder „Alles auf CO2-Bepreisung"?

In dem Regulierungs-Szenario würde die EU ihre Maßnahmen bei Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien intensivieren. „Dieser Pfad kann tiefe Eingriffe in nationale Energiestrukturen bewirken. In einem solchen Fall hat die EU bei Vorbehalten der Mitgliedstaaten nicht die rechtliche Kompetenz, diese Maßnahmen zu erlassen", erklärt die Politikwissenschaftlerin und Professorin Michèle Knodt von der TU Darmstadt, Mitglied des Ariadne-Konsortiums und Direktorin des Jean Monnet Centre of Excellence „EU in Global Dialogue". Allerdings biete dieses Szenario eine hohe Wahrscheinlichkeit der langfristigen Zielerfüllung: „Das Regulierungs-Szenario kann als ein in sich schlüssiges Gesetzespaket durch das Leitinstrument der EU-weiten Ziel- und Maßnahmenverschärfungen im Bereich der Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz funktionieren. Voraussetzung ist aber, dass die bisherigen Durchsetzungsmechanismen der EU-Kommission gegenüber den Mitgliedstaaten, etwa durch Sanktionsmechanismen, verschärft werden."

In dem preisbasierten Szenario der EU-Kommission würde der CO2-Preis etwa durch einen stark ausgeweiteten Emissionshandel mit den neuen Sektoren Schifffahrt (intra-EU), Gebäude und Verkehr zum zentralen Leitinstrument. Dieser Pfad ist herausfordernd, weil die Politik und letztlich die Wirtschaft bereit sein müssen, gegebenenfalls sehr hohe CO2-Preise zu akzeptieren. „Diese Hürden ließen sich jedoch durch eine faire und sozial gerechte Ausgestaltung der CO2-Bepreisung überwinden. Gäbe es vor diesem Hintergrund in der EU die Bereitschaft für hohe CO2-Preise, überzeugt ein einheitlicher CO2-Preis über alle Mitgliedstaaten und Sektoren hinweg als schlüssiges kosteneffizientes Leitinstrument bei hoher Glaubwürdigkeit in der Zielerfüllung", sagt der Klimaökonom und Professor Ottmar Edenhofer, Leiter des Projekts Ariadne und Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung sowie des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change.  

Zügig weiter auf dem Mittelweg? Der gewohnte Politikmix läuft Gefahr, sein Ziel zu verfehlen

„Als Mittelweg erscheint eine Veränderung des vertrauten Instrumenten-Mix als der Pfad, der kurzfristig am leichtesten in der EU durchsetzbar sein dürfte. Doch der Weg des geringsten Widerstands könnte langfristig Risiken bergen", erläutert die Juristin und Professorin Sabine Schlacke von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Mitglied des Ariadne-Konsortiums. Ein Politikmix-Szenario funktioniere nur, wenn die sich teilweise überlappenden und unter Umständen auch gegenläufigen Instrumente und Durchsetzungsmechanismen für die Einhaltung der Ziele aufeinander abgestimmt werden. „Werden diese Inkohärenzen nicht adressiert und vorausschauend in das EU-Politikpaket eingearbeitet, bietet ein Mix am Ende nicht das Beste aus zwei Politikwelten, sondern führt im Gegenteil durch einander behindernde Maßnahmen am Klimaziel vorbei", fasst Schlacke zusammen.

Ein glaubwürdiger Politikmix sollte deshalb nach einem klaren Regulierungsprinzip an den Klimaschutzzielen und aufeinander abgestimmten Instrumenten ausgerichtet werden, so die Einschätzung der Expertinnen und Experten des Kopernikus-Projekts Ariadne. Etwa entlang eines Leitinstruments zur Emissionsreduktion wie der CO2-Bepreisung, an dem regulatorisch flankierende Instrumente gezielt nicht erfasste Hemmnisse wie etwa den beschleunigten Ausbau der Infrastruktur adressieren. Letztlich sollte ein Politikmix auch mit einem kontinuierlichen Anpassungsmechanismus ausgestattet werden, der die Zielerfüllung regelmäßig überprüft, fortentwickelt und sich an veränderte Rahmenbedingungen anpasst, etwa durch einen unabhängigen wissenschaftlichen Beirat. Für die Reform des regulatorischen Rahmens, für die die EU Kommission im nächsten Jahr erste Vorschläge vorlegen will, sollte dies dringend berücksichtigt werden, schließen die Fachleute. Sonst könnte der gerade erst mit dem Green Deal eingeschlagene Weg bereits auf den ersten Metern scheitern.

Weitere Informationen:

Michèle Knodt, Michael Pahle, Nils aus dem Moore, Ottmar Edenhofer, Ulrich Fahl, Benjamin Görlach, Mirjam Kosch, Fabian Pause, Grischa Perino, Sabine Schlacke, Matthias Duwe, Luke Haywood, Brigitte Knopf, Miriam Köster, Thorsten Müller, Robert Pietzcker, Eva-Maria Thierjung, Maximilian Wilner (2020): Wegmarken für das EU-Klimaziel. Versteckte Risiken und Chancen der Szenarien der EU-Kommission für den Pfad zur Klimaneutralität. Ariadne-Kurzdossier.

Weblink zum Kurzdossier: https://www.pik-potsdam.de/ariadne/kurzdossier_eu-klimaziel2030
 

Pressemitteilung des Kopernikus-Projekts Ariadne, 09.12.2020

Wer ist Ariadne? In der griechischen Mythologie gelang Theseus durch den Faden der Ariadne die sichere Navigation durch das Labyrinth des Minotaurus. Dies ist die Leitidee für das Kopernikus-Projekt Ariadne. Im Konsortium von mehr als 25 wissenschaftlichen Partnern führt Ariadne durch einen gemeinsamen Lernprozess mit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, erforscht Optionen zur Gestaltung der Energiewende und erarbeitet Orientierungswissen für Entscheider.

Wir sind Ariadne:
adelphi| Brandenburgische Technische Universität Cottbus – Senftenberg (BTU) | Deutsche Energie-Agentur (dena) | Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) | Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) | Ecologic Institute | Fraunhofer Cluster of Excellence Integrated Energy Systems (CINES) | Guidehouse Germany | Helmholtz-Zentrum Geesthacht | Hertie School | Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) | ifok | Institut der deutschen Wirtschaft Köln | Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität | Institute For Advanced Sustainability Studies (IASS) | Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) | Öko-Institut | Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung | Stiftung 2° - Deutsche Unternehmer für Klimaschutz | Stiftung Umweltenergierecht | Technische Universität Darmstadt | Technische Universität München | Universität Hamburg | Universität Münster | Universität Potsdam | Universität Stuttgart – Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) | ZEW - Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung

Über die Kopernikus-Projekte:
Die Kopernikus-Projekte bilden eine der größten deutschen Forschungsinitiativen zum Thema Energiewende. Ihr Ziel ist es, eine klimaneutrale Bundesrepublik mit einer sauberen, sicheren und bezahlbaren Stromversorgung im Jahr 2050 zu ermöglichen. Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) entwickeln sie ganzheitliche Lösungen zum Erreichen der Klimaziele: In allen Projekten arbeiten Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen. Über zehn Jahre erarbeiten sie klimafreundliche Lösungen bis zur Anwendbarkeit im industriellen Maßstab und zur Umsetzung im politischen System.

Mehr zu den Kopernikus-Projekten auf www.kopernikus-projekte.de



The proof of the pudding is in the eating… - CONCORD Newsletter December 2020

SID Blog - 9. Dezember 2020 - 19:36

Director's blog THE PROOF OF THE PUDDING IS IN THE EATING...

2020 has certainly been a peculiar year and a year of many first's. The first time we telework almost consistently, the first time we all cut down our travel massively; the first time that we get so tech-savvy with the various online 'meeting' tools. But the lack of physical meetings has also hampered our work, as CONCORD, to a certain extent. It has been harder to stay informed. It has been harder to keep a sense of the bigger picture and longer term amidst the urgencies. And it has been harder to influence. Civil society space narrowed in a very unexpected and almost unavoidable manner. Now, the proof of the pudding is certainly in the eating… but one important change which has been happening almost unnoticed, while we are all busy teleworking, is the reorganisation in the European Commission of DG DEVCO into DG INTPA.

Tanya Cox,
CONCORD Director


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CONCORD NEWS OF THE MONTH GENERAL ASSEMBLY 2020 Our 17th General Assembly was the first of its kind as our Confederation came together virtually from all corners of Europe. We were joined by the EU Commissioner for International Partnerships, Jutta Urpilainen, and three external panelists: Lorena Cortes Vazquez (Arlenica), Moira Faul (NORRAG) and Ezra Mbogori (Africans Rising). Our GA also elected a new CONCORD President, four board members and a new CONCORD Member. 

Our blogpost MIND OUR BUSINESS  On 1 December 2020, CONCORD Europe, in collaboration with FTAO and Cooperatives Europe released the joint report, "Mind our business: Amplify the transformative power of sustainable and inclusive business models through EU external action". The video and audio recordings of the report launch are available in the event folder together with the speakers presentations.

Full report GENDER ACTION PLAN III  On 25 November 2020, the European Commission launched the Gender Action Plan III. The GAP III demonstrates the EU's commitment to achieving gender equality, but can it really pave the way to a gender-equal world?

Our press release REACTION TO EP REPORT ON DEVELOPMENT EFFECTIVENESS  After a surprise move by the Chair of the Development Committee, Tomas Tobé, the European Parliament voted in favour of making EU aid to developing countries conditional on their compliance with EU migration control objectives. CONCORD calls on the European Parliament to stick to its mandate in the ongoing NDICI negotiations.

Our press release UPDATES FROM OUR NETWORK GLOBAL MARCH FOR SYSTEMIC CHANGE Join ActionAid for the Walk for Survival, a global march for change in system that has left so many people around the world without incomes, food, healthcare or basic safety. Together, we aim to complete a journey around the Earth (40,000km) and demand for fairer and equal world. 

Register WEWORLD INDEX 2020: WOMEN AND CHILDREN IN TIMES OF COVID-19
The sixth edition of the WeWorld Index, launched in mid-November, adds 3 new indicators measuring the impact of the pandemic on health, education and the economy. The report shows that 2 out of 3 countries do not guarantee a dignified life for the most vulnerable.

Watch the report launch EU AID VOLUNTEERS EVALUATION
From 2021, the EU Aid Volunteers scheme will be replaced by the humanitarian aid strand of the European Solidarity corps, which will then be the main vehicle for EU volunteering. DG ECHO recently launched the ex-post evaluation of the initiative and its results will also feed into the organisation of the Solidarity corps.
Provide feedback EVENTS Unless stated differently the following events are taking place online. FAITH, SCIENCE AND YOUTH: A CALL FOR AN AMBITIOUS CLIMATE SUMMIT

Ahead of the Climate ambition Summit, leading global voices from faith, science, and youth will come together to share the moral imperative to rebuild our economies for true resilience. 
When: 9 December 2020  2-3:30 PM (CET)
Registrations: via this link
Hosted by: Vatican Covid-19 Commission, CIDSE and others TOWARDS AN OPEN, FAIR AND SUSTAINABLE EUROPE IN THE WORLD - PRIORITIES OF THE PORTUGUESE EU PRESIDENCY
  The event organized by Portuguese NGDO Platform will present and discuss the priorities of the Portuguese Presidency of the Council of the European Union.
For more information about the event please contact: Catarina.farrajota@plataformaongd.pt .
When: 12 January 2021, 10:00-12:30 GMT
Hosted by: Portuguese NGDO Platform
Registration: via this link JOB OPPORTUNITIES Communications Intern
Organisation: CIDSE
Deadline: 9 December 2020 CALLS FOR PROPOSALS & OPPORTUNITIES The latest open calls for proposals from DEVCO

From 28 October to 8 December 2020 Add your news Want to change how you receive these emails?
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Newsletter Agrar-Koordination Dezember 2020

SID Blog - 8. Dezember 2020 - 21:26
Freitag, 4. Dezember, 2020 Agrar Koordination Neue Publikation der Agrar Koordination
In Zusammenarbeit mit verschiedenen Kooperationspartnern und Autor*innen haben wir ein neues Fachdossier zum Thema „Freier Zugang zu Saatgut - Vielfalt für nachhaltige Landwirtschafts- und Ernährungssysteme“ erarbeitet.

Saatgut ist die Grundlage unserer Ernährung. Und wer die Kontrolle darüber hat, beherrscht die Nahrungsmittelkette. Heute sind es wenige Konzerne, die den globalen Saatgutmarkt dominieren und die Sortenvielfalt der Nutzpflanzen stark begrenzen. Doch es ist die kleinbäuerliche Landwirtschaft, die unsere wachsende Weltbevölkerung auch künftig ernähren wird. In neun interessanten Beiträgen werden zentrale Probleme und divergierende Interessen im Saatgutbereich thematisiert und unterschiedliche Perspektiven und Handlungsansätze in den Blick genommen, die die Rechte von Bäuerinnen und Bauern weltweit anerkennen, stärken und langfristig sichern.

Mit der Herausgabe des entwicklungspolitischen Magazins „welt-sichten“ im Dezember 2020 ist das Dossier auf unserer Webseite zum Download verfügbar. Druckausgaben können bestellt werden unter: bestellung@agrarkoordination.de   Biopoli Neues Biopoli-Methodenheft erschienen
Auch unser Jugendbildungsprojekt hält Neues für Sie bereit. Nach unserem beliebten letzten Methodenheft „Wie Bildungsarbeit gelingen kann…“ gibt es jetzt ein komplett neues Methodenheft, dass dank der tollen Beiträge unserer Referent*innen sehr vielfältig und ideenreich geworden ist.

Das Heft kann für 5€ zzgl. Versandkosten ins unserem Shop bestellt oder hier kostenlos heruntergeladen werden. Biopoli BIOPOLI goes digital – spannende Quizze in unserem Jugendbildungsprojekt
Auf unserer Homepage gibt es neue digitale Lernangebote zu entwicklungspolitischen Themen wie Pestizideinsatz, Lebensmittellabels oder Klimawandel und Landwirtschaft. Die Angebote richten sich an Jugendliche ab 14 Jahren und können in Unterrichtseinheiten integriert werden. Weitere lehrreiche Denkspiele zu den Themen Agrogentechnik, Agrarökologie und Weltagrarhandel folgen in Kürze. Vorbeischauen lohnt sich!
Hier geht’s zur Übersicht. 

Weitere Informationen zum Projekt Biopoli finden Sie hier.   Gutes Essen macht Schule Wie sinnvoll und bezahlbar sind Bio-Lebensmittel in der Kita- und Schulverpflegung?
Einladung zum Info-Abend: 
Mittwoch, 9. Dezember 2020, 19:00-20:00 Uhr

In Zeiten des Klimawandels, der Verschwendung von Ressourcen und einer zunehmenden Belastung unserer Umwelt, spielt das Thema Nachhaltige Ernährung eine immer wichtigere Rolle für die Gesunderhaltung unseres Planeten und die langfristige Versorgung der Menschen mit Nahrung und sauberem Trinkwasser. 

Wenn es um nachhaltige und gesunde Ernährung geht, fällt häufig der Begriff Bio. Aber wodurch zeichnen sich Bio-Lebensmitteln eigentlich genau aus? Wie werden sie hergestellt? Und zu welchem Preis können Bio-Lebensmittel in der Kita- und Schulverpflegung angeboten werden? Diese und weitere Fragen werden in unserem Infoabend behandelt.

Der Infoabend bietet Einblicke und Informationen rund um das Thema Produktion von Bio-Lebensmitteln und deren Einsatz in der Kita- und Schulverpflegung. Anhand von Auswirkungen der industriellen Landwirtschaft auf Böden, Grundwasser und Klima, werden die Besonderheiten der ökologischen Wirtschaftsweise dargestellt und aufgezeigt, wie dadurch ein Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz sowie einer gesunden und nachhaltigen Ernährung geleistet werden kann. Es wird erörtert, wie sich verschiedene Bio-Verbände unterscheiden und was es bei einer Bio-Zertifizierung in der Kita- und Schulverpflegung zu beachten gilt. Der Vortrag widmet sich ebenfalls der Frage nach dem Preis von Bio-Lebensmitteln und zeigt Lösungsansätze, wie eine kostengünstige Verwendung von Bio-Lebensmitteln möglich ist.

Der Info-Abend wird in Form eines Zoom-Meetings durchgeführt. Die Zugangsdaten werden nach der Anmeldung versendet. Die Teilnahme ist kostenlos. 

Der Infoabend richtet sich an Leitungen, pädagogisches Personal und Küchenpersonal an Kitas und Schulen; Caterer, die Kitas und Schulen versorgen, Träger von Kitas und Schulen, engagierte Eltern und Schüler*innen sowie Kommunalpolitiker*innen mit Interesse an nachhaltiger Ernährung.
Der Hinweis auf den Infoabend kann gerne weitergegeben werden.

Anmeldung und weitere Infos bei Julia Sievers:
E-Mail: gutes-essen-macht-schule@agrarkoordination.de
Tel.: 040/39 25 26

Weitere Informationen zum Projekt Gutes Essen macht Schule finden Sie hier.   Land und Wirtschaft – wer erntet? Das Ausstellungs-Projekt „Land und Wirtschaft – wer erntet?“
Das Ausstellungs-Projekt wird noch bis Mitte nächsten Jahres durchgeführt. Bis dahin können trotz Corona-Maßnahmen Referent*innen an Schulen eingeladen werden, die zu folgenden Themen spannende Veranstaltungen durchführen:
  • Nachhaltige Landwirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit
  • EU Agrarpolitik auf dem Prüfstand
  • Ökologischer Fußabdruck und Ernährung in Nord und Süd
Außerdem werden in Kürze einige neue Bildungsmaterialien für Lehrer*innen und Schüler*innen ab Klasse 9 auf der Projekthomepage zu finden sein wie beispielsweise Stationenlernen zum Thema EU Agrarpolitik, Eine Sofa-Rallye mit Smartphone zu demselben Thema und andere interaktive Methoden.
Die Ausstellung kann noch über Projektende ausgeliehen werden. Für weitere Informationen schreiben Sie uns unter:
E-Mail: ausstellung@agrarkoordination.de

Weitere Informationen zum Ausstellungs-Projekt Land und Wirtschaft – wer erntet? 
finden Sie hier.   Fortbildung Einjährige Fortbildung zu Entwicklungspolitik, Umwelt- und Klimaschutz für Multiplikator*innen
„Umwelt & Entwicklung – Globale Zusammenhänge & lokales Engagement“ lautet der Titel einer einjährigen Fortbildung vom kirchlichen Entwicklungsdienst der Nordkirche für Multiplikator*innen, auf die wir Sie gerne aufmerksam machen möchten. Die Fortbildungsreihe beginnt im Februar 2021 und endet im Oktober 2021.

Die Agrar Koordination bietet gemeinsam mit dem kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt im September einen dreitägigen Workshop zu den Themen zukunftsfähige Landwirtschaft und Welternährung an.

Alle Daten & Themen:
  • 20. Februar Auftakt – Grundlagen des transformativen Lernens
  • 19.-21. März „Klimagerechtigkeit“ – Dimensionen der Klimagerechtigkeit, Auswirkungen von Klimapolitik, solidarische Lebensweise und kreative Protestformen
  • 23.-25. April „Am und im Meer“ – Lebensraum Ostsee, Ozean im Klimasystem, Meeresverschmutzung und Fischereipolitik
  • 4.-6. Juni „Wirtschaft und Menschenrechte“ – Welthandel und Fairer Handel, Lieferketten, Gemeinwohlökonomie, Beispiele: Kaffee und Elektromobilität
  • 7. August „Entwicklung – Definition und Diskurse“ - Der Human-Development-Ansatz und das Donut-Modell (online)
  • 23.-27. August „Studienwoche Exkursionen und Projektbesuche im Norden“ – Ökofaire Beschaffung, Energie, Mobilität und Tourismus, Biografisches Arbeiten und Schöpfungstheologie
  • 17.-19. September „Landwirtschaft und Ernährung“ – Agrarökologie, Europäische Klima- und Agrarpolitik, planetare Gesundheit und Solidarische Landwirtschaft
  • 30. Oktober Abschlusstag
 
Anmeldungen bitte bis zum 15. Januar bei Ines Behrends
E-Mail: ines.behrends@ked.nordkirche.de.

Weitere Informationen finden Sie hier.   Hamburger Initiative Lieferkettengesetz
Mit einem Lieferkettengesetz wäre das nicht passiert Vertreibung für den Kaffeeanbau – Neumann Kaffee Gruppe verweigert Entschädigung
Einladung zur Kundgebung: 
Montag, 14. Dezember 2020, 10:30 Uhr

Etwa 4000 Menschen wurden 1981 im Bezirk Mubende in Uganda von der Armee gewaltsam vertrieben und verloren infolgedessen ihre Besitztümer. Der Grund: Die Flächen wurden für die Nutzung als Kaffee-Plantage, von der ugandischen Regierung an die Neumann Kaffee Gruppe, verpachtet. Nach der Klage der Vertriebenen wurde das Gerichtsverfahren in Uganda über viele Jahre hinweg verschleppt. Obwohl die Vertriebenen in erster Instanz gewonnen hatten, ist der Rechtsstreit nach über 19 Jahren nicht geklärt. Bis heute wurden die Vertriebenen nicht entschädigt. Die Hamburger Initiative Lieferkettengesetz fordert, dass die Neumann Kaffee Gruppe endlich eine angemessene Entschädigung leistet und sich für das Lieferkettengesetz ausspricht.
Ein Lieferkettengesetz würde Opfern von Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit Lieferketten deutscher Unternehmen, einen wirksamen Zugang zu Beschwerdemechanismen und Entschädigungen ermöglichen.
 
Ort der Aktion: Vor der Firmenzentrale der Neumann Kaffeegruppe, Hafencity, Coffee Plaza, Am Sandtorpark 4, 20457 Hamburg
 
Termin: Montag, 14. Dezember 2020, 10:30 Uhr
 
Initiatoren der Aktion: Agrar Koordination und Goliathwatch im Namen der Hamburger Initiative Lieferkettengesetz.
 
Weitere Informationen zur Aktion finden Sie hier
Weitere Informationen zum Fall Mubende finden Sie hier 
Weitere Informationen zum Lieferkettengesetz finden Sie hier    Neues Projekt 2021/2022 Gesundheit von Mensch und Planet – anders essen und produzieren
In 2019 sind dem Welternährungsbericht zufolge insgesamt rund 690 Millionen Menschen chronisch unterernährt gewesen – das sind 60 Millionen mehr als vor fünf Jahren. Durch die Corona-Pandemie werden viele Millionen weitere Menschen an Hunger leiden.
Hinzu kommen 2 Milliarden Menschen, die mangelernährt sind, das heißt ihnen fehlen wichtige Nähr- und Mineralstoffe; und 2 Milliarden Menschen die übergewichtig sind.
Eine unausgewogene Ernährung ist weltweit eine der Hauptursachen für Krankheiten und Todesfälle. Um eine gesundheitsfördernde und umweltgerechte Ernährung für eine wachsende Weltbevölkerung zu sichern, ist eine grundlegende Veränderung unserer Ernährungsweise und der globalen Lebensmittelerzeugung nötig.

Wir freuen uns darauf, mit unserem neuen Projekt „Gesundheit von Mensch und Planet – anders essen und produzieren“ ab Januar 2021 globale Zusammenhänge zwischen der Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt aufzuzeigen, Forderungen an politische Entscheidungsträger*innen zu richten und uns weiterhin in Zusammenarbeit mit anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen zu engagieren, eine umweltverträgliche Landwirtschaft und klimagerechte Ernährung zu fördern.   Eine Auswahl unserer Aktionen in 2021   Podcast-Reihe: Wie können und müssen nachhaltige Ernährungssysteme gestaltet werden?

Publikation zur planetaren Gesundheitsdiät: Warum ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung innerhalb der planetaren Grenzen notwendig und wie kann diese aussehen und umgesetzt werden?

Infostand: Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt im Mai 2021.

Publikation in leichter Sprache: Wir schreiben in leichter Sprache, um mehr Menschen die Möglichkeit zu geben sich zu entwicklungs- und umweltpolitischen Themen zu informieren. Denn wir sind der Meinung, dass der notwendige Wandel innerhalb unserer Landwirtschaft und Nahrungsproduktion nur umgesetzt werden kann, wenn dies gesellschaftlich akzeptiert ist.

Kampagnenarbeit zum Welternährungsgipfel: Im Sep./Okt. 2021 findet der World Food System Summit der Vereinten Nationen statt. Der Gipfel soll eine Transformation unserer Ernährungssysteme anstoßen, um Fortschritte bei allen 17 Nachhaltigkeitszielen (SDGs) zu erreichen. Der Privatsektor ist hierbei stark involviert. Die Agrar Koordination wird innerhalb ihres zivilgesellschaftlichen Netzwerks politische Forderungen an ein nachhaltiges Ernährungssystem stellen und die Aufmerksamkeit auf wichtige Fragen wie beispielsweise Geschlechtergerechtigkeit, Zugang zu einer gesunden Ernährung, die Beteiligung von Produzent*innen und die Rolle von Agrarökologie lenken.   Unser Engagement   Die Agrar Koordination engagiert sich seit über 30 Jahren mit entwicklungspolitischer Bildungs-, Kampagnen- und Öffentlichkeitsarbeit für eine zukunftsfähige Landwirtschaft und klimafreundliche Ernährungsweise im Globalen Norden und Süden.
Unterstützen Sie uns durch eine Spende bei unserer Arbeit für eine gerechte und umweltverträgliche Agrar- und Entwicklungspolitik, um Armut und Hunger weltweit zu überwinden!
 
Spendenkonto:
Forum für internationale Agrarpolitik (FIA) e.V.
IBAN: DE 29 4306 0967 2029 5635 00
BIC: GENODEM1GLS
GLS Bank   Wir danken für Ihre/Eure Unterstützung
und
wünschen eine besinnliche Weihnachtszeit und ein gesundes neues Jahr 2021!



Das Team der Agrar Koordination       Agrar Koordination
Forum für internationale Agrarpolitik e.V.

Nernstweg 32, 22765 Hamburg, Vereinsregister Hamburg: VR 11633
Vertreten durch: Claudia Leibrock (Vorsitzende), Alfons Üllenberg, Irina Cachay
Telefon: 040-39 25 26, E-Mail: info@agrarkoordination.de

www.agrarkoordination.de

Corona-Soforthilfe Sondertopf

BeN #Bremen - 8. Dezember 2020 - 14:02

Die Auszahlung der vom Bremer Senat bewilligten Mittel für entwicklungspolitische Corona-Soforthilfe-Projekte im globalen Süden hat begonnen.

Nachdem die Anträge im November beim BeN eingegangen sind und eine extra eingesetzte Jury die zu unterstützenden Projekte ausgewählt hat, beginnt nun die Auszahlung der bewilligten Mittel.

Kategorien: Hamburg

Julia Selle: Wandlerin zwischen Welten

Sustainability Management - 8. Dezember 2020 - 10:35
Erst For-Profit, dann Non-Profit – auf der Suche nach Gestaltungsmöglichkeiten ist Julia Selle, Alumna des MBA Sustainability Management, während des Studiums aus dem Konzern in eine NGO gewechselt. Als Niederlassungsleiterin bei SOS-Kinderdörfer weltweit treibt sie eine nachhaltige Entwicklung voran und wandelt dabei zwischen den zwei Welten NGO und Unternehmen. Ein Auszug ihrer Masterarbeit im Themenfeld „Effektiver Altruismus“ erschien im Herbst in einem Handbuch zum Thema Fundraising. Was sich dahinter verbirgt und wie sich Unternehmenskooperationen gewinnbringend gestalten lassen, verrät sie im Interview. Sie sind in einer NGO tätig und haben einen MBA studiert – was war Ihre Motivation und haben sich Ihre Erwartungen erfüllt? Die Entscheidung, den MBA Sustainability Management zu studieren, erfolgte bereits während meiner Zeit im Konzern. Nach acht Jahren in der Unternehmenskommunikation der Metro AG begann ich mich zu fragen, ob mich das, was ich jeden Tag tue, noch glücklich macht. Ich entschied mich für eine viermonatige Auszeit, in der der Wunsch nach Veränderung entstand. Ich kehrte zurück, entschied mich für den MBA und wechselte kurze Zeit später von der Kommunikation in den …
Kategorien: Hamburg

Neues Quiz: Ökologischer Fußabdruck und Ernährung

AgrarKoordination - 8. Dezember 2020 - 8:51
Was ist der ökologische Fußabdruck und was genau misst er eigentlich? Welchen Einfluss hat mein Fleischkonsum? Und wie hängt unsere Ernährung mit der Rodung tropischer Regenwälder zusammen? Diese und weitere spannende Fragen laden dazu ein, zum Experten oder zur Expertin auf dem Gebiet zu werden. Ideal auch für den Schulunterricht. Hier geht es zum Quiz. Viel Erfolg!
Kategorien: Hamburg

Klimaschutz: Gering- und Durchschnittsverdienende reduzieren Emissionen, während Reiche den C02-Ausstoß steigern

SID Blog - 8. Dezember 2020 - 6:35

Oxfam: Der europäische Green Deal muss bei massiver Ungleichheit beim CO2-Ausstoß ansetzen und exzessive Emissionen der europäischen Gutverdiener*innen verringern

Berlin, 08.12.2020. Die gesamte CO2-Einsparleistung in der EU zwischen 1990 und 2015 ist Bürger*innen mit niedrigem oder mittlerem Einkommen zuzuordnen. Die reichsten zehn Prozent der Europäer*innen hingegen haben ihren C02-Ausstoß gesteigert. Rund ein Drittel (32 Prozent) dieser Emissionen der reichsten EU-Bürger*innen gehen auf das Konto von deutschen Gutverdiener*innen. Das geht aus dem Bericht „Confronting Carbon Inequality in the European Union" der Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam hervor. Mit Blick auf die anstehenden Verhandlungen zu den EU-Klimazielen und des Green Deal-Gesetzespakets zur Bewältigung der COVID-19-Krise fordert Oxfam, den Fokus auf Klimaschutz und die Bekämpfung der wachsenden Ungleichheit zu legen.

In Zusammenarbeit mit dem Stockholme Environment Institute (SEI) hat Oxfam die konsumbedingten Emissionen verschiedener Einkommensgruppen zwischen 1990 und 2015 untersucht. In diesem Zeitraum sind die klimaschädlichen Emissionen in der EU insgesamt um 12 Prozent gesunken, die ökonomische Ungleichheit in der EU ist jedoch gestiegen. Der Bericht zeigt:

  • Die ärmste Hälfte der EU-Bürger*innen reduzierte ihre Emissionen um fast ein Viertel (24 Prozent), die Bürger*innen mit mittlerem Einkommen um 13 Prozent. Im Gegensatz dazu stiegen die Emissionen der reichsten 10 Prozent der Europäer*innen um drei Prozent. Das reichste Prozent der Bürger*innen erhöhte seine Emissionen gar um fünf Prozent.
  • Insgesamt waren die reichsten 10 Prozent der EU-Bürger*innen für genauso viele Emissionen verantwortlich wie die ärmere Hälfte der EU-Bevölkerung – jeweils 27 Prozent der gesamten EU-Emissionen. Die Europäer*innen mit mittlerem Einkommen waren für 46 Prozent der Emissionen verantwortlich.
  • Auch die Ungleichheit zwischen Mitgliedstaaten ist groß: So sind die reichsten zehn Prozent der Menschen in Deutschland, Spanien, Italien und Frankreich für ebenso viele Emissionen verantwortlich wie die gesamte Bevölkerung von 16 EU-Staaten zusammen. Andererseits verursachten beispielsweise die reichsten zehn Prozent der Pol*innen (ca. 3,8 Millionen Menschen) mehr Emissionen als die gesamte Bevölkerung Schwedens (ca. 9,8 Millionen Menschen) oder Ungarns (ca. 9,9 Millionen Menschen). Dies ist der exzessiven Nutzung von Kohleenergie und der Ungleichheit in Polen geschuldet.
  • Die reichsten zehn Prozent (ca. 8.3 Millionen) der Deutschen allein waren im Jahr 2015 für sieben Prozent der EU-Emissionen verantwortlich. Das ist mehr als Staaten wie Luxemburg, Litauen, Kroatien, Slowenien, Estland, Lettland, Zypern oder Malta insgesamt emittieren.

„Es kann nicht sein, dass sich Gutverdiener*innen in Deutschland und Europa einen Lebensstil auf Kosten des Klimas leisten, während die Emissionsreduzierung der letzten Jahrzehnte auf das Konto der Gering- und Durchschnittsverdiener*innen in Europa geht. Diese Ungerechtigkeit hat schon heute schwerwiegende Folgen, vor allem in Ländern des Globalen Südens, wo die Klimakrise Menschen in Armut mit voller Wucht trifft und ihnen die Lebensgrundlagen raubt. Weit tiefere Einschnitte bei den Emissionen sind nötig, um die Klimaziele der nächsten Dekade zu erreichen. Dazu muss jede*r einen fairen Beitrag leisten", sagt Mira Alestig, Forschungsleiterin bei Oxfam und eine der Autor*innen des Berichts.

Um die Erderhitzung unter 1,5 Grad zu halten, so Oxfams Kalkulation, müssten die reichsten zehn Prozent der EU ihre durchschnittlichen Pro-Kopf-Emissionen bis 2030 auf ein Zehntel des bisherigen Werts senken. Ein ehrgeiziges Klimaziel für 2030 auf EU-Ebene in Verbindung mit einem fairen europäischen Green Deal würde Europa dabei helfen, aus der COVID-19-Krise mit stärkeren und nachhaltigeren Volkswirtschaften hervorzugehen, die für alle Europäer funktionieren.

Alestig weiter: „Die Ergebnisse des Berichts sprechen eine deutliche Sprache: Die Ungleichheit in Europa und der exzessive CO2-Verbrauch der Reichen müssen zusammen angegangen werden. Nur so können wir eine faire und nachhaltige Erholung der Wirtschaft nach der COVID-19-Pandemie sicherstellen, die Klimaziele erreichen und eine Gesellschaft aufbauen, die sich nicht in ökonomische Gewinner und Verlierer aufteilt."

Auf Ebene der Mitgliedstaaten wie Deutschland sollten Regierungen eine Reihe weiterer Maßnahmen ergreifen. Ein wichtiger Hebel ist der Verkehr, denn Flugreisen und Autofahrten sind für den Großteil der Emissionen durch Europäer*innen mit dem größten CO2-Fußabdruck verantwortlich. Sie machen rund 30 bis 40 Prozent aus und sind in fast allen europäischen Ländern – darunter auch Deutschland – seit 1990 drastisch gestiegen. Steuern auf klimaschädliche SUVs und auf häufiges Fliegen wären ein erster Schritt. Die Einnahmen müssen Regierungen in klimaeffiziente Mobilität, in öffentliche Infrastruktur und Dienste sowie in soziale Sicherung investieren.

Hinweise:

  • Der Bericht „Confronting Climate Inequality in the European Union" steht  zum Download bereit unter https://oxfam.box.com/v/confronting-carbon-inequality
  • Grundlage des Oxfam-Berichts sind Schätzungen über sogenannte Verbrauchsemissionen, das ist der Emissionsverbrauch eines Landes, einschließlich der importbezogenen und abzüglich der exportbezogenen Emissionen. Die Verbrauchsemissionen eines Landes wurden den einzelnen Haushalten zugeteilt, basierend auf aktuellen Daten zur Einkommensverteilung. Die durch vielfache Studien belegte Annahme dahinter ist, dass die Emissionen in Abhängigkeit zum Einkommen zunehmen – und zwar innerhalb eines (landesspezifisch definierten) minimalen und maximalen Verbrauchs. Das europäische Datenmaterial fasst die Daten für verschiedenen Einkommensgruppen aus 27 Mitgliedstaaten – ohne Großbritannien – zusammen. Ausführlichere Informationen zur Methodologie sind im Forschungsbericht enthalten.
  • Das einkommensstärkste Prozent der Europäer*innen – eine Untergruppe der reichsten zehn Prozent – hatte 2015 ein Jahreseinkommen von mehr als 89.000 Euro, die reichsten zehn Prozent ein Jahreseinkommen von mehr als 41.000 Euro. Die mittleren 40 Prozent der Europäer*innen lagen zwischen 20.000 und 40.999 Euro Jahreseinkommen, die ärmere Hälfte der Europäer*innen hatte ein Jahreseinkommen von weniger als 20.000 Euro.
  • Europäische Staats- und Regierungschefs werden beim Ratstreffen vom 10. bis 11. Dezember das Ziel einer Emissionsreduzierung bis 2030 um 55 Prozent gegenüber 1990 diskutieren. Oxfam schätzt, dass eine Reduzierung der europäischen Emissionen um mehr als 65 Prozent nötig wäre, damit Europa seinen fairen Beitrag auf dem Weg zur Umsetzung des Pariser Abkommens leistet, die Erderhitzung nicht über 1,5° C steigen zu lassen. In der Europäischen Union leben sieben Prozent der Weltbevölkerung. Sie sind für 15 Prozent der globalen Verbrauchsemissionen verantwortlich.

Weitere Zahlen für Deutschland

  • Im Jahr 2015 war Deutschland für ein Viertel (25 Prozent) der EU-Emissionen verantwortlich – weit mehr als Italien (13 Prozent), Frankreich (12 Prozent) und Polen (8 Prozent).
  • Zwischen 1990 und 2015 waren die reichsten 10 Prozent der deutschen Bürger*innen für mehr als ein Viertel (26 Prozent) der deutschen Emissionen verantwortlich – fast genau so viel wie die ärmste Hälfte der deutschen Bevölkerung zusammen (29 Prozent). Die 40 Prozent der Deutschen mit mittlerem Einkommen verursachten 45 Prozent der Emissionen.
  • Deutschlands totale Emissionen sind zwischen 1990 und 2015 um 25 Prozent gesunken – hauptsächlich eine Leistung der ärmeren 90 Prozent der Deutschen: Die ärmsten 50 Prozent der Deutschen reduzierten ihre Emissionen um fast ein Drittel (32 Prozent), die 40 Prozent der Bürger mit mittlerem Einkommen um 27 Prozent. Im Gegensatz reduzierten die reichsten zehn Prozent der Deutschen ihre Emissionen um nur 13 Prozent. Das reichste ein Prozent der Deutschen reduzierte seine Emissionen gar nicht.
  • Die Pro-Kopf-Emissionen in Deutschland sanken zwar, allerdings sind sie weiterhin in allen Einkommensgruppen viel zu hoch: Der CO2-Fussabdruck der reichsten zehn Prozent der deutschen Bevölkerung ist fast viermal so hoch wie der CO2-Fussabdruck einer*eines durchschnittlichen Europäer*in. Um das 1,5-Prozent-Ziel des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, muss der Fußabdruck der reichsten zehn Prozent der deutschen Bürger*innen bis 2030 fast 15-mal kleiner, des reichsten ein Prozents fast 44-al kleiner werden. Der Fußabdruck der ärmsten 50 Prozent muss nur knapp dreimal kleiner sein.
  • Das einkommensstärkste Prozent der deutschen Bevölkerung hatte 2015 ein Brutto-Jahreseinkommen von über 171.000 €, die einkommensstärksten zehn Prozent hatten ein Einkommen von über 67.000 €, die mittleren 40 Prozent hatten ein Einkommen zwischen 32.000 € und 66.999 € pro Jahr und die ärmste Hälfte der deutschen Bevölkerung hatte ein Einkommen von bis zu 31.999 Euro pro Jahr.

 

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