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Erdbeben in Afghanistan: Aktuelle Infos zur Nothilfe

SID Blog - 23. Juni 2022 - 16:32
UNICEF ist vor Ort im Einsatz. Hier fassen wir die aktuelle Lage für Sie zusammen. Liebe*r UNICEF-Freund*in, 

nach dem schweren Erdbeben im Osten Afghanistans geht der Einsatz im Katastrophengebiet unermüdlich weiter. UNICEF-Teams sind vor Ort und leisten Nothilfe. Hier fassen wir die aktuelle Lage für Sie zusammen.

Das Beben hatte in der Nacht zu Mittwoch die Regionen Paktika und Chost erschüttert. Wohnhäuser liegen in Trümmern, es gibt Hunderte Tote und Verletzte. Die Bergungsarbeiten dauern zur Stunde an. Wir müssen davon ausgehen, dass sich die Zahlen noch erhöhen werden.

UNICEF hat gleich am Mittwoch Gesundheits- und Ernährungsteams in die betroffenen Regionen entsandt. Die Helfer*innen unterstützen die Versorgung der Verletzten. Zugleich verteilen wir dringend benötigte Hilfsgüter. Die Kinder und ihre Familien brauchen jetzt sauberes Wasser, Hygieneartikel, Kleidung, Decken und Zelte. Viele haben mit ihrem Zuhause auch ihr Hab und Gut verloren.
Katastrophe verschärft die Not In der Erdbeben-Region verschärft sich nun die ohnehin schon bestehende Not. Im ganzen Land sind rund 13 Millionen Kinder auf humanitäre Hilfe angewiesen. Armut und Hunger sind allgegenwärtig. Gemeinsam mit Partnern leistet UNICEF in Afghanistan u.a. medizinische Hilfe, behandelt mangelernährte Kinder und versorgt Familien mit Trinkwasser.

Zusammen mit anderen UN-Organisationen und lokalen Partnern bewerten unsere Expert*innen jetzt die Lage in der Katastrophenregion, damit wir unsere Hilfe zügig ausweiten können. So können Sie helfen Wenn Sie unsere Nothilfe für Kinder und Familien im Erdbeben-Gebiet unterstützen möchten, helfen Sie bitte mit einer Spende. Jeder Beitrag ist jetzt wichtig. Ein Erste-Hilfe-Paket mit Verbandszeug und Medikamenten kostet beispielsweise 37 Euro. 

Vielen Dank! Spenden & helfen Ihr
Klas Libuda
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Welternährungskonferenz: Bündnis fordert konsequentes Umsteuern

SID Blog - 23. Juni 2022 - 16:31
FIAN Pressemitteilung vom 23. Juni 2022 Welternährungskonferenz in Berlin: Zivilgesellschaft fordert politisches Handeln gegen die globale Ernährungskrise

Anlässlich der Welternährungskonferenz „Uniting for Global Food Security" am 24.6.2022 in Berlin, zu der die Bundesministerien des Auswärtigen, für wirtschaftliche Zusammenarbeit und für Landwirtschaft und Ernährung geladen haben, fordert ein breites Bündnis* von entwicklungspolitischen, bäuerlichen, Umwelt- und Menschenrechts-Organisationen die Beendigung der Spekulation mit Nahrungsmitteln.

Nötig sei ein konsequentes Umsteuern: Das Primat des Handelns müsse die Sicherung der Ernährung sein und nicht ökonomische Interessen. Darum müssten Agrarrohstoffmärkte effektiv überwacht und reguliert werden.

„Die Welt steckte schon vor dem Krieg in der Ukraine in einer globalen Ernährungskrise. Die Antworten zur Eindämmung von Freihandel und Importabhängigkeiten als einer der strukturellen Ursachen von Hunger sind seit Jahren unzureichend", sagt Fiona Faye von afrique-europe-interact. Konkret sollten Agrarfinanzgeschäfte in Krisenzeiten ausgesetzt sowie Handelslimits eingeführt werden, um negative Auswirkungen von Spekulation zügig entgegenwirken zu können. Das Bündnis erwartet von den Konferenzvertreter*innen daher ein klares Bekenntnis zum Menschenrecht auf Nahrung sowie Unterstützung bei der Erarbeitung von Lösungen für die Ernährungskrise im Welternährungsrat der Vereinten Nationen (CFS).

Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung wurde die Stärkung der UNO angekündigt. „Dem Sonderberichterstatter zum Recht auf Nahrung muss daher eine prominente Rolle zukommen. Maßstab für die Sicherung der Welternährung muss die Verwirklichung des Rechts auf Nahrung sein, daher müssen auch Handelsfragen beim CFS besprochen werden", sagt Roman Herre, Agrarreferent von FIAN Deutschland.  Die Einladung des UN-Sonderberichterstatters sowie des Vorsitzenden des Welternährungsrates sei ein erstes Signal in diese Richtung. Der CFS ist mit der globalen Koordinierung von Politiken zum Thema Welternährung mandatiert. „Dort müssen sich die G7-Staaten konstruktiv einbringen und ihre Partikularinteressen zugunsten globaler Lösungen unterordnen", fordert Anne Jung von medico international.

„Die aktuelle Ernährungskrise zeigt einmal mehr den Bedarf für eine rasche und konsequente Transformationen, hin zur Umsetzung der Rechte der Bäuer:innen und zur Verwirklichung von Ernährungssouveränität lokal und global", sagt Paula Gioia von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und Europäische Koordination Via Campesina.  Politikempfehlungen des Welternährungsrates müssen effektiv umgesetzt werden. Es sei jedoch zu befürchten, dass die neue G7-Initiative „Globale Allianz für Ernährungssicherung", initiiert von der deutschen G7-Präsidentschaft und der Weltbank, den Welternährungsrat schwächen und wichtige Themen der Hungerbekämpfung ausblendeten.

„Dringend gebraucht wird eine Aussetzung der Beimischungsquoten von Agrarkraftstoffen und eine Reduktion des Anbaus und Verbrauchs von Futtermitteln" sagt Mireille Remesch von der Agrar Koordination. Die aktuelle Krise werde durch Abhängigkeiten der Importe von Energie, Grundnahrungsmitteln und Kunstdünger ausgelöst. Das Bündnis warnt davor, dass diese Abhängigkeiten durch die G7-Initiative eher verstärkt werden könnten, wenn nicht umgehend umgesteuert werde. „Stattdessen müssen Abhängigkeiten dringend reduziert werden, um nachhaltig Hunger zu bekämpfen und der Klimakrise entgegenzuwirken, etwa durch eine vielfältige, agrarökologische Produktion in den Ländern des globalen Südens", sagt Lena Bassermann vom INKOTA-Netzwerk.

Angesichts der Welternährungskrisen müssten auch Sofortmaßnahmen ergriffen werden: „Finanzielle Mittel für soziale Sicherungssysteme müssen mit Hilfe von Deutschland und internationalen Gebern gestockt werden, um armen Menschen den Kauf von Grundnahrungsmitteln auch bei starken Preisanstiegen zu ermöglichen", sagt Josephine Koch vom Forum Umwelt und Entwicklung.
* afrique-europe-interact, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V., ADRA, AGRAR Koordination, FIAN, Forum Umwelt und Entwicklung, medico international, Weltfriedensdienst, World Vision Deutschland e.V.

Newsletter June 2022

World Future Council - 23. Juni 2022 - 15:01

Welcome to our Newsletter! Enjoy reading!

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Government Ideology and Public Spending under Fiscal Consolidation

SOCIUM Bremen - 23. Juni 2022 - 14:30
06.07.2022 - 06.07.2022, 2:15 pm, SOCIUM Unicom-Gebäude , 3.3380, Jour Fixe
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Welternährungskonferenz in Berlin: Zivilgesellschaft fordert politisches Handeln gegen die globale Ernährungskrise

AgrarKoordination - 23. Juni 2022 - 12:26
Anlässlich der Welternährungskonferenz „Uniting for Global Food Security“ am 24.6.2022 in Berlin, zu der die Bundesministerien des Auswärtigen, für wirtschaftliche Zusammenarbeit und für Landwirtschaft und Ernährung geladen haben, fordert ein breites Bündnis* von entwicklungspolitischen, bäuerlichen, Umwelt- und Menschenrechts-Organisationen die Beendigung der Spekulation mit Nahrungsmitteln.

Nötig sei ein konsequentes Umsteuern: Das Primat des Handelns müsse die Sicherung der Ernährung sein und nicht ökonomische Interessen. Darum müssten Agrarrohstoffmärkte effektiv überwacht und reguliert werden.

„Die Welt steckte schon vor dem Krieg in der Ukraine in einer globalen Ernährungskrise. Die Antworten zur Eindämmung von Freihandel und Importabhängigkeiten als einer der strukturellen Ursachen von Hunger sind seit Jahren unzureichend“, sagt Fiona Faye von afrique-europe-interact.

Konkret sollten Agrarfinanzgeschäfte in Krisenzeiten ausgesetzt sowie Handelslimits eingeführt werden, um negative Auswirkungen von Spekulation zügig entgegenwirken zu können.

Das Bündnis erwartet von den Konferenzvertreter*innen daher ein klares Bekenntnis zum Menschenrecht auf Nahrung sowie Unterstützung bei der Erarbeitung von Lösungen für die Ernährungskrise im Welternährungsrat der Vereinten Nationen (CFS).

Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung wurde die Stärkung der UNO angekündigt. „Dem Sonderberichterstatter zum Recht auf Nahrung muss daher eine prominente Rolle zukommen. Maßstab für die Sicherung der Welternährung muss die Verwirklichung des Rechts auf Nahrung sein, daher müssen auch Handelsfragen beim CFS besprochen werden“, sagt Roman Herre, Agrarreferent von FIAN Deutschland.

Die Einladung des UN-Sonderberichterstatters sowie des Vorsitzenden des Welternährungsrates sei ein erstes Signal in diese Richtung. Der CFS ist mit der globalen Koordinierung von Politiken zum Thema Welternährung mandatiert. „Dort müssen sich die G7-Staaten konstruktiv einbringen und ihre Partikularinteressen zugunsten globaler Lösungen unterordnen“, fordert Anne Jung von medico international.

„Die aktuelle Ernährungskrise zeigt einmal mehr den Bedarf für eine rasche und konsequente Transformationen, hin zur Umsetzung der Rechte der Bäuer:innen und zur Verwirklichung von Ernährungssouveränität lokal und global“, sagt Paula Gioia von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und Europäische Koordination Via Campesina,

Politikempfehlungen des Welternährungsrates müssen effektiv umgesetzt werden. Es sei jedoch zu befürchten, dass die neue G7-Initiative „Globale Allianz für Ernährungssicherung“, initiiert von der deutschen G7-Präsidentschaft und der Weltbank, den Welternährungsrat schwächen und wichtige Themen der Hungerbekämpfung ausblendeten.

„Dringend gebraucht wird eine Aussetzung der Beimischungsquoten von Agrarkraftstoffen und eine Reduktion des Anbaus und Verbrauchs von Futtermitteln“ sagt Mireille Remesch von der Agrar Koordination.

Die aktuelle Krise werde durch Abhängigkeiten der Importe von Energie, Grundnahrungsmitteln und Kunstdünger ausgelöst. Das Bündnis warnt davor, dass diese Abhängigkeiten durch die G7-Initiative eher verstärkt werden könnten, wenn nicht umgehend umgesteuert werde. „Stattdessen müssen Abhängigkeiten dringend reduziert werden, um nachhaltig Hunger zu bekämpfen und der Klimakrise entgegenzuwirken, etwa durch eine vielfältige, agrarökologische Produktion in den Ländern des globalen Südens“, sagt Lena Bassermann vom INKOTA-Netzwerk.

 Angesichts der Welternährungskrisen müssten auch Sofortmaßnahmen ergriffen werden:  „Finanzielle Mittel für soziale Sicherungssysteme müssen mit Hilfe von Deutschland und internationalen Gebern gestockt werden, um armen Menschen den Kauf von Grundnahrungsmitteln auch bei starken Preisanstiegen zu ermöglichen“, sagt Josephine Koch vom Forum Umwelt und Entwicklung.

Rückfragen bitte an:

Roman Herre, FIAN Deutschland, Tel. 01520-7067302

Lena Bassermann, INKOTA, Referentin für Welternährung und globale Landwirtschaft, 0177-4629622

Anne Jung, medico international, Mobil +49 (0)151 1716 5769

Bildaktion vor dem Auswärtigen Amt

Aus Anlass der internationalen Konferenz „Uniting for Global Food Security“, demonstrieren Umwelt-, Entwicklungs- und Landwirtschaftsorganisationen für die Umsetzung der an Bundeskanzler Olaf Scholz gerichteten Forderungen.

Freitag, 24. Juni 13:30 Uhr-15.00 Uhr, Auswärtiges Amt, Werderscher Markt 1, 10117 Berlin

Ansprechpartner: Matthias Lambrecht, Greenpeace, Tel. +49 151 4243 3135, Email: matthias.lambrecht@greenpeace.org

* afrique-europe-interact, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V., ADRA, AGRAR Koordination, FIAN, Forum Umwelt und Entwicklung, medico international, Weltfriedensdienst, World Vision Deutschland e.V.

 

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FPA Testpage EN

World Future Council - 23. Juni 2022 - 12:05

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World Future Council - 23. Juni 2022 - 12:05

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Press Testpage EN

World Future Council - 23. Juni 2022 - 12:04

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Niederlande: Umfrage zur neuen Politik für Außenhandel und Entwicklungszusammenarbeit

SID Blog - 23. Juni 2022 - 11:23
Auf dem Weg zu einer neuen niederländischen Politik für Außenhandel und Entwicklungszusammenarbeit

Anfang dieses Jahres initiierte die niederländische Ministerin für Außenhandel und Entwicklungszusammenarbeit, Liesje Schreinemacher, eine Online-Konsultation zu ihrer neuen Politik. Alle Interessierten konnten ihren Input liefern und über 230 Organisationen aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Privatwirtschaft und Politik stellten sich der Herausforderung. Nach Abschluss der Konsultation wurde The Broker beauftragt, all diese reichhaltigen Beiträge in einem zugänglichen Synthesebericht zusammenzuführen. Dieser Bericht steht jetzt auf TheBrokerOnline.eu zum Download bereit.

Kernaussagen der Beratung:

  • Der vergleichsweise stärkere Fokus auf Außenwirtschaft und Privatwirtschaft gegenüber der Entwicklungszusammenarbeit bereitet den Befragten Sorgen. Sie fordern den Minister auf, eine ausgewogene Politik zu formulieren und nach Synergien zwischen den beiden Elementen zu suchen.
  • Wissensaustausch, Co-Creation und Lernpfade, insbesondere unter globalen Akteuren aus Nord und Süd, sind unerlässlich, um sicherzustellen, dass Interventionen evidenzbasiert sind, erfolgreiche Ansätze ausgeweitet werden und Fehler nicht wiederholt werden.
  • Die Schaffung förderlicher Rahmenbedingungen – gekennzeichnet durch Rechtsstaatlichkeit, gute Regierungsführung und sozialen Zusammenhalt – wird als Voraussetzung für die Verwirklichung nachhaltiger Entwicklung insbesondere in fragilen, von Konflikten betroffenen Staaten identifiziert.
  • Die Gleichstellung der Geschlechter und SRGR werden als wichtige Querschnittsthemen hervorgehoben: Fortschritte in diesen Themenbereichen können dazu beitragen, alle SDGs zu erreichen und dringende soziale und ökologische Probleme anzugehen.
  • Der Handel gilt als vielversprechender Katalysator für inklusive und nachhaltige Entwicklung, wenn umfassende CSR- und Sorgfaltspflichtgesetze angewendet werden. Dann kann Handel (Vereinbarungen) eine „Kraft des Guten" sein.
  • Lokalisierung und „Machtverschiebung" werden als wesentlich angesehen, um systemischen Wandel und nachhaltige Wirkung zu erzielen. Die Operationalisierung dieser Konzepte hinkt jedoch hinterher und verdient große Aufmerksamkeit in der kommenden Politik.
  • Das Erreichen eines systemischen Wandels ist ein langfristiger Prozess, der folglich einen langfristigen Ansatz erfordert. Die neue Politik sollte einen integrierten Nachhaltigkeitsansatz und eine verantwortungsbewusste Ausstiegsstrategie haben, die sicherstellt, dass die Gewinne nicht so leicht untergraben werden.
  • Politikkohärenz ist der Schlüssel zur Verwirklichung einer nachhaltigen Entwicklung. Zu den Strategien zur Verwirklichung einer solchen Kohärenz gehören 1) die Anwendung von Nexus-Ansätzen; 2) die SDGs in den Mittelpunkt stellen und den SDG-Test konsequent anwenden; 3) der Rolle der Botschaften auf Länderebene bei der Stärkung der Kohärenz mehr Aufmerksamkeit schenken; 4) Umsetzung einer umfassenden Agenda für verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln.

The Broker
https://www.thebrokeronline.eu/

UNICEF-Appell vor dem G7-Gipfel: Jede Minute ein weiteres Kind schwer mangelernährt

SID Blog - 23. Juni 2022 - 11:15
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UNICEF-Appell vor dem G7-Gipfel

Jede Minute ein weiteres Kind schwer mangelernährt 

Laut UNICEF sind dringend zusätzliche finanzielle Mittel notwendig, um acht Millionen Kinder zu versorgen, deren Leben durch schwere akute Mangelernährung bedroht ist.

© UNICEF/UN0640824/Dejongh

Köln/ New York, den 23. Juni 2022// Fast acht Millionen Kinder unter fünf Jahren in 15 Krisenländern sind vom Tod durch schwere akute Mangelernährung bedroht, wenn sie nicht sofort therapeutische Nahrung und medizinische Hilfe erhalten. UNICEF warnt im Vorfeld des G7-Gipfels, dass die Zahl der gefährdeten Kinder von Minute zu Minute steigt.  

Seit Anfang des Jahres hat die sich weltweit zuspitzende Ernährungskrise dazu geführt, dass in 15 besonders gefährdeten Ländern zusätzlich 260.000 Kinder an schwerer akuter Mangelernährung leiden. Darunter sind unter anderem die Staaten am Horn von Afrika und der zentralen Sahelzone. Jede Minute kämpft damit ein weiteres Kind um sein Überleben. Bereits im vergangenen Monat hatte UNICEF davor gewarnt, dass weltweit der Anstieg schwerer Mangelernährung in den zurückliegenden Jahren zu einem unkontrollierbaren Risiko geworden ist.

„Die Voraussetzungen für die extremste Form der Mangelernährung bei Kindern sind da.  Wir erleben gerade, wie ein Pulverfass Feuer fängt", sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Catherine Russell, die am Freitag in Berlin an der internationalen Konferenz der Bundesregierung für globale Ernährungssicherheit in Berlin teilnimmt. „Nahrungsmittelhilfe ist wichtig, aber wir können hungernde Kinder nicht mit Säcken voller Weizen retten. Wir müssen diese Kinder jetzt therapeutisch behandeln, bevor es zu spät ist."

„Es bedarf jetzt einer globalen politischen und finanziellen Kraftanstrengung, um Leben zu retten", erklärte Georg Graf Waldersee, Vorsitzender von UNICEF Deutschland. „Um zukünftig derartige Krisen zu verhindern, reicht es nicht aus, allein deren Symptome zu behandeln. Die G7 müssen zugleich vorausschauend handeln und Ernährungssysteme sowie die gesundheitliche Versorgung von Kindern weltweit nachhaltig sichern und stärken."

Steigende Lebensmittelpreise aufgrund des Kriegs in der Ukraine, anhaltende Dürreperioden aufgrund des Klimawandels in einigen Ländern, zum Teil in Verbindung mit Konflikten, und die anhaltenden wirtschaftlichen Auswirkungen von Covid-19 verschärfen die Nahrungsmittel- und Ernährungsunsicherheit bei Kindern weltweit. Sie haben ein katastrophales Ausmaß schwerer Unterernährung bei Kindern unter fünf Jahren zur Folge.

Als Reaktion darauf weitet UNICEF seine Arbeit in den 15 am stärksten betroffenen Ländern aus. Afghanistan, Burkina Faso, Tschad, die Demokratische Republik Kongo, Äthiopien, Haiti, Kenia, Madagaskar, Mali, Niger, Nigeria, Somalia, Südsudan, Sudan und Jemen sind Teil eines Notfallplans, mit dem eine drastische Zunahme der Kindersterblichkeit verhindert und die langfristigen Schäden durch schwere akute Mangelernährung vermindert werden sollen.

Wenn ein Kind im Verhältnis zu seiner Größe zu dünn ist, spricht man von schwerer akuter Mangelernährung. Dies ist die unmittelbarste, sichtbarste und lebensbedrohlichste Form der Mangelernährung. Ein geschwächtes Immunsystem führt zudem dazu, dass das Risiko, dass ein schwer akut mangelernährtes Kind stirbt, elfmal so hoch ist wie bei einem gesunden Kind.

UNICEF schätzt, dass in den 15 Ländern mindestens 40 Millionen Kinder nicht das Mindestmaß an abwechslungsreicher Nahrung erhalten, welches sie für ihr Wachstum und ihre Entwicklung in der frühen Kindheit benötigen. Darüber hinaus sind 21 Millionen Kinder von schwerer Nahrungsmittelunsicherheit betroffen, d. h. sie haben keinen Zugang zu ausreichender Nahrung, um ihren Mindestbedarf zu decken, so dass für sie ein hohes Risiko für schwere akute Mangelernährung besteht. 

Zudem ist der Preis für gebrauchsfertige therapeutische Zusatznahrung zur Behandlung von schwerer akuter Mangelernährung in den vergangenen Wochen um 16 Prozent gestiegen, da die Kosten für die Rohstoffe stark zugenommen haben. Hierdurch wird weiteren 600.000 Kindern pro Jahr der Zugang zu einer lebensrettenden Behandlung verwehrt bleiben.

Im Vorfeld des G7-Gipfels weist UNICEF darauf hin, dass ein Maßnahmen- und Finanzpaket nötig ist, das Gesundheitssysteme in den betroffenen Ländern und UN- und zivilgesellschaftliche Organisationen über etablierte Mechanismen in die Lage versetzt, jetzt schnell und wirkungsvoll zu handeln. UNICEF benötigt beispielsweise 1,2 Milliarden US-Dollar, um 

  • ein Grundpaket von Ernährungsdiensten und zur Ernährungsversorgung bereitzustellen und damit den Tod von Millionen von Kindern in den 15 am stärksten belasteten Ländern zu verhindern. Dazu gehören präventive Programme zur Unterstützung der Ernährung bei Schwangeren und Kleinkindern, Früherkennungs- und Behandlungsprogramme für Kinder mit schwerer akuter Mangelernährung sowie die Beschaffung und Verteilung von gebrauchsfertiger therapeutischer Nahrung. 
  • die Prävention und Behandlung von schwerer akuter Mangelernährung in allen globalen Plänen zur Bewältigung der Ernährungskrise vorrangig zu berücksichtigen. Die Mittel müssen sowohl präventive Ernährungsmaßnahmen als auch therapeutische Nahrungsmittel zur Deckung des unmittelbaren Bedarfs von Kindern mit schwerer akuter Mangelernährung umfassen.

„Es ist schwer zu beschreiben, was es für ein Kind bedeutet, 'stark ausgezehrt' zu sein, aber wenn man ein Kind trifft, das an dieser tödlichsten Form der Mangelernährung leidet, versteht man es – und man vergisst es nie", sagte Russell. „Wir dürfen keine Zeit verlieren. Wer darauf wartet, dass eine Hungersnot ausgerufen wird, wartet darauf, dass Kinder sterben."

Service für Redaktionen

Die Steigerungsrate der Auszehrung bei Kindern basiert auf öffentlich zugänglichen Schätzungen für Januar und Juni 2022, wie den Schätzungen der nationalen Ernährungscluster (Burkina Faso, Tschad, Mali, Niger, Nigeria und Demokratische Republik Kongo), den Analysen zur integrierten Klassifizierung akuter Mangelernährung (Kenia, Somalia, Südsudan, Jemen, Madagaskar und Haiti), den humanitären Appellen für Kinder (Äthiopien, Afghanistan) und den Übersichten über den humanitären Bedarf (Sudan). Die Gesamtzahl der Kinder, die im Januar und Juni 2022 voraussichtlich an schwerer Auszehrung leiden werden, wurde auf 7.674.098 bzw. 7.934.357 geschätzt, was einem Anstieg von 260.259 zusätzlichen Kindern entspricht.

» Aktuelle Bild- und Videomaterialien können hier heruntergeladen werden.

» Die Forderungen von UNICEF zum G7-Gipfel finden Sie hier.

» Alle aktuellen Informationen zur globalen Ernährungskrise finden Sie hier.  


Wie das Besteuern der Reichen tatsächlich allen helfen kann

SID Blog - 23. Juni 2022 - 11:13
Pressemitteilung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK)
  • Die Besteuerung der Kapitalerträge reicher Menschen kann Ungleichheit verringern und gleichzeitig den allgemeinen Wohlstand erhalten.
  • Einnahmen aus Besteuerung müssen dabei aber in öffentliche Infrastruktur investiert werden.
  • In Zeiten vielfältiger Krisen, vom Klima bis zur Konfrontation mit Russland, mit schwankenden Energie- und Lebensmittelpreisen, kann Wohlstandsgefälle ein Risiko für gesellschaftlichen Zusammenhalt sein.

23.06.2022

Wie das Besteuern der Reichen tatsächlich allen helfen kann

Die Besteuerung der Kapitalerträge reicher Menschen kann Ungleichheit verringern und gleichzeitig den allgemeinen Wohlstand erhalten – allerdings nur unter zwei Bedingungen. Erstens müssen die Steuereinnahmen in die öffentliche Infrastruktur wie Schulen, öffentliche Verkehrsmittel oder nachhaltige Energieversorgung investiert werden. Zweitens muss es  möglich sein, Maschinen einigermaßen gut durch Arbeit zu ersetzen. Dies ist das Ergebnis einer mathematischen Modellierung eines Teams von Ökonomen, zu dem auch der US-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz gehört, und das vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung geleitet wurde.

"Es wird viel darüber geredet, große persönliche Vermögen zu besteuern, um Ungleichheit zu verringern. Viele politische Entscheiderinnen und Entscheider bleiben aber skeptisch, denn sie vermuten, dass dies der Wirtschaft schaden könnte", sagt der Hauptautor Linus Mattauch vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, dem Institute for New Economic Thinking der Universität Oxford und der Technischen Universität Berlin. "In der Tat dient in Maschinen investiertes Kapital der wirtschaftlichen Produktivität und damit dem allgemeinen Wohlstand. Außerdem könnten die Reichen die Steuerlast auf die Armen abwälzen, indem sie die Löhne senken. Daher könnte die Besteuerung von Kapital dem Wohlstand der Arbeitnehmer schaden. Wir haben daher eine Vielzahl von Annahmen getestet, aber unser theoretisches Ergebnis gilt für alle."

Einnahmen aus Besteuerung müssen in öffentliche Infrastruktur investiert werden

"Die ökonomische Theorie dahinter ist zugegebenermaßen kompliziert, aber die Ergebnisse unserer Studie sind ziemlich klar", so Mattauch. "Interessanterweise stellt sich heraus, dass die Besteuerung von Kapitalerträgen tatsächlich dem sozialen Wohlstand insgesamt dienen kann; aber nur, wenn sie richtig gemacht wird."

Am wichtigsten ist, dass die Einnahmen aus der Besteuerung von Kapital in die öffentliche Infrastruktur investiert werden müssen, was dem gesamtwirtschaftlichen Wohlstand zugute kommt. "Wenn die Einnahmen aus der Besteuerung der Reichen für bessere Bildung oder besseren Klimaschutz verwendet werden, profitiert die gesamte Wirtschaft", sagt Koautor und Nobelpreisträger Joseph Stiglitz von der Columbia University in New York. "Wenn die Regierungen die Einnahmen jedoch nicht für diese Art von Investitionen verwenden, kann die Besteuerung von Kapital der Wirtschaft auf lange Sicht sogar schaden und die Ungleichheit erhöhen."

„Keine Angst haben, sehr reiche Menschen stärker zu besteuern"

Die Höhe der Besteuerung muss an die Wirtschaft des jeweiligen Landes angepasst werden. "Ganz allgemein brauchen die Regierungen aber keine Angst haben, sehr reichen Menschen eine höhere Kapitalbesteuerung aufzuerlegen", sagt Hauptautor Mattauch. "Der Grund dafür ist, dass sich das Sparverhalten der Reichen stark von dem der Mittelschicht unterscheidet – wer viel Geld hat, spart für die Nachwelt, nicht für den eigenen Ruhestand. Das Sparverhalten der Reichen ist der eigentliche Grund für die Vermögensunterschiede."

Die Ökonomen testeten in ihren Modellen eine Reihe von realistischen Steuersätzen. "Zu hohe Steuern würden die Anreize für Kapitalinvestitionen, beispielsweise in Fabriken, zu stark verringern, wenn maschinelle Leistung nicht gut durch menschliche Arbeit ersetzt werden kann", erklärt Mattauch. "Populistische Vorschläge, privates Kapital extrem zu besteuern, würden der Wirtschaft und damit dem Gemeinwohl schaden. Es bleibt eine Gratwanderung." Die Untersuchung zeigt daher eine wichtige politische Folgerung für die Verringerung der Ungleichheit auf, die in Thomas Pikettys "Das Kapital im 21. Jahrhundert" zwar vorkommt – aber nicht belegt wird.

Menschen und Maschinen – und sozialer Zusammenhalt

Die Erkenntnisse sind nur in Gesellschaften gültig, in denen im Großen und Ganzen Menschen für Maschinen einspringen können. In entwickelten Volkswirtschaften kann eine Selbstbedienungskasse im Supermarkt einen Menschen ersetzen, oder ein Roboter im Gesundheitswesen kann eines Tages eine Pflegekraft teilweise ersetzen. Die Automatisierung ist wichtig, weil in diese Maschinen Kapital investiert wird. Wenn diese Investitionen aufgrund der Kapitalbesteuerung schrumpfen, muss die Produktivität durch Arbeit aufrechterhalten werden. Dies ist ein empirischer Unsicherheitsfaktor, zumal die künstliche Intelligenz wirtschaftlich immer wichtiger wird und nur schwer zu ersetzen ist.

"Die Kluft zwischen Arm und Reich hat sich in großen Volkswirtschaften wie den USA oder China deutlich vergrößert, zuletzt auch durch die Corona-Krise", sagt Ottmar Edenhofer, Mitautor der Studie und Direktor des Potsdam-Instituts sowie des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change. "Es sind vor allem die Reichen, die reicher werden, nicht die Armen, die ärmer werden. Doch in Zeiten vielfältiger Krisen, vom Klima bis zur Konfrontation mit Russland, mit stärker schwankenden Energie- und Lebensmittelpreisen, sind die Bindekräfte der Gesellschaft wichtig. Die Menschen müssen zusammenstehen, und in dieser Hinsicht ist das wachsende Wohlstandsgefälle ein Risiko, das es zu verringern gilt."


Link zum Artikel: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0954349X22000753

Artikel: Linus Mattauch, David Klenert, Joseph E.Stiglitz, Ottmar Edenhofer (2022): Overcoming wealth inequality by capital taxes that finance public investment. Structural Change and Economic Dynamics. (online first) [DOI:10.1016/j.strueco.2022.05.009]




Gemeinsame Erklärung vor der Zusammenkunft des Europäischen Rats

Europa-Union Hamburg - 22. Juni 2022 - 22:22

Gemeinsame Erklärung von Pulse of Europe, Europa-Union Deutschland, Jungen Europäischen Föderalisten Deutschland und Alliance4Europe vor der Zusammenkunft des Europäischen Rats am 23./24. Juni 2022

Wir beobachten mit Sorge, dass die deutsche Bundesregierung von ihren im Koalitionsvertrag festgeschriebenen europapolitischen Zielen abzurücken droht. Erklärtes Ziel der Bundesregierung war die Einberufung eines Europäischen Konvents mit dem Ziel, Vertragsreformen herbeizuführen, die geeignet sind, die Handlungsfähigkeit der Europäischen Union zu erhöhen und insbesondere die aus dem Einstimmigkeitsprinzip resultierenden Probleme anzugehen.

Bundeskanzler Olaf Scholz erklärte erst kürzlich, für EU-Vertragsreformen grundsätzlich offen zu sein. In dieser Woche hingegen äußerten sich Mitglieder der Bundesregierung, darunter Außenministerin Annalena Baerbock, dahingehend, dass ein verfassungsgebender Konvent nach Art. 48 EU-Vertrag nicht das richtige Mittel zur jetzigen Zeit sei und stattdessen die sogenannte Passerelle-Klausel genutzt werden könne, um Einstimmigkeitserfordernisse zu reduzieren.

Hierzu stellen wir fest:

  1. Für Regierungen ist es immer die „falsche Zeit für Vertragsreformen“. 2012 war es die „noch nicht bewältigte Eurokrise“, 2015 die „Flüchtlingskrise“ und nun offenbar der russische Angriffskrieg. Auch der ungarische Staatschef Viktor Orbán, der informell gerne als Hindernis für grundlegende EU-Reformen genannt wird, ist bereits seit 2010 an der Macht und hat gute Chancen, seine Herrschaft längerfristig zu konsolidieren. Die Wahrscheinlichkeit ist also groß, dass es immer irgendwo Akteure gibt und geben wird, die zu blockieren versuchen. In der Vergangenheit waren gerade Krisen der Motor für weitere Integrationsschritte.
     
  2. Die Anwendung der Passerelle-Klausel erfordert – ebenso wie Vertragsänderungen durch einen Konvent nach Art. 48 EU-Vertrag – Einstimmigkeit. Warum Widerstände einzelner Regierungschefs außerhalb des Konvents ein geringeres Problem sein sollen als innerhalb eines Konvents, ist schwer erklärlich. Vielmehr ist es doch so: Im Rahmen eines Konvents können „Pakete geschnürt“ werden, die es vielleicht eher ermöglichen, bestimmte Reformen durch- und umzusetzen, zumal das erhöhte Maß an öffentlicher Beobachtung auch den Diskurs selbst verändern würde.

Wir erwarten deshalb von der deutschen Bundesregierung, dass sie an ihren selbstgesetzten Zielen festhält und sich für notwendige Vertragsreformen einsetzt, die zum Wohle ihrer Bürgerinnen und Bürger die Handlungsfähigkeit der Europäischen Union erhöhen und auch die Aufnahmefähigkeit für weitere Mitgliedsstaaten sicherstellen.

Gemeinsame Erklärung als PDF-Download

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Wie Unternehmen Effizienzgewinne sichern und der Umwelt zurückgeben können – Leitfaden zur Vermeidung von Rebound-Effekten

Sustainability Management - 22. Juni 2022 - 13:53

Wenn Unternehmen den Verbrauch von Rohstoffen und Energie reduzieren, führt dies oft zu Kosteneinsparungen. Diese an sich willkommenen Kosteneinsparungen führen jedoch oft zu neuen Aktivitäten, die die Umwelt wieder belasten. Die Rückwirkung durch Folgeentscheidungen und -handlungen nach der ursprünglichen Umweltschutzmaßnahme kann insgesamt zur Verminderung oder gar Kompensation der erhofften Entlastung von Umwelt und Klima führen. Dieser – als Rebound-Effekt bezeichneten – Problematik können Unternehmen proaktiv mit fortschrittlichem Nachhaltigkeitsmanagement begegnen. Hierfür müssen Effizienzgewinne ermittelt, analysiert, mögliche Folgen ausgewertet und geeignete Managementmaßnahmen getätigt werden. Die durch Ressourceneffizienz eingesparten Mittel können dann in weitere, ambitionierte Umwelt- und Effizienzmaßnahmen investiert werden. In dem gemeinsamen Forschungsprojekt „Ganzheitliches Management von Energie- und Ressourceneffizienz in Unternehmen“ (MERU) vom Centre for Sustainability Management (CSM) der Leuphana Universität Lüneburg, dem Öko-Institut Freiburg, dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) Berlin, dem Unternehmensverband B.A.U.M. e.V. und DATEV wurden Empfehlungen und ein konkreter Leitfaden erarbeitet. Dieser Leitfaden kann Unternehmen dabei unterstützen, Rebound-Effekte zu verhindern oder gar weitere umweltverbessernde Wirkungen zu erzielen. Zwei Fragen dazu an Prof. Dr. Stefan Schaltegger vom Centre for Sustainability Management (CSM): Warum ist …

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Europa-Union fordert: Die Zukunftskonferenz ernst nehmen und Konvent einsetzen!

Europa-Union Hamburg - 21. Juni 2022 - 17:12

Prioritär sind für die Europa-Union unter anderem:

  • in relevanten Politikfeldern Entscheidungen mit qualifizierter Mehrheit zu treffen,
  • ein einheitliches europäisches Wahlrecht inklusive transnationaler Listen und
  • das volle Initiativrecht des Europäischen Parlaments.

Die Europa-Union appelliert an den Rat, die Kommission und an das Europäische Parlament, die Vorschläge der Zukunftskonferenz ernst zu nehmen und aufzugreifen. Sie begrüßt daher den Beschluss des Europäischen Parlaments vom 9. Juni, einen Konvent gemäß Artikel 48 EU-Vertrag einzuberufen und das Verfahren formal einzuleiten.

Jetzt sei der Rat gefordert. Hier gelte es noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Die Bundesregierung solle gemäß dem Koalitionsvertrag eine führende Rolle einnehmen und diesen Reformprozess aktiv vorantreiben und mitgestalten.

Die Europa-Union engagiert sich als Verband, um den gesamten Reformprozess zu unterstützen.

Lesen Sie hier den Beschluss des Präsidiums vom 19.06.2022

Kategorien: Hamburg

Aktionswoche: Faire Woche 2022

Event in #Hamburg - 21. Juni 2022 - 15:27
Termin:  Freitag, 16.09.2022 bis Freitag, 30.09.2022 Sprache Deutsch

Info/Anmeldung: Mobile Bildung e. V., Süd-Nord Kontor, Ansprechpartnerin: Christine Priessner, Tel. 040 88156689, info[at]fairtradestadt-hamburg.de, www.fairtradestadt-hamburg.de/faire-woche-2022/

Deutschland Preview Text: 

Info/Anmeldung: Mobile Bildung e. V., Süd-Nord Kontor, Ansprechpartnerin: Christine Priessner, Tel. 040 88156689, info[at]fairtradestadt-hamburg.de, www.fairtradestadt-hamburg.de/faire-woche-2022/

Kategorien: Hamburg

Weltflüchtlingstag - Entwicklungspolitische Bildung

SID Blog - 21. Juni 2022 - 11:45

Mehr als 100 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht vor Krieg und Gewalt. Darauf hat kurz vorm Weltflüchtlingstag am 20. Juni das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen hingewiesen. In der Entwicklungszusammenarbeit gibt es zahlreiche Maßnahmen, um Fluchtursachen zu bekämpfen und die Lebenssituation von Geflüchteten zu verbessern. In der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit werden Flucht und Vertreibung ebenfalls thematisiert, indem Wissen vermittelt wird über globale Zusammenhänge, die zu Konflikten und Kriegen führen können.



Bonn, 21. Juni 2021. Mehr als 100 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht vor Krieg und Gewalt. Darauf hat kurz vorm Weltflüchtlingstag am 20. Juni das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen hingewiesen. In der Entwicklungszusammenarbeit gibt es zahlreiche Maßnahmen, um Fluchtursachen zu bekämpfen und die Lebenssituation von Geflüchteten zu verbessern. In der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit werden Flucht und Vertreibung ebenfalls thematisiert, indem Wissen vermittelt wird über globale Zusammenhänge, die zu Konflikten und Kriegen führen können.
Verständnis und Empathie zu wecken für Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, ist ein Ansatz der Fellbacher Friedenskonferenz, die seit mehreren Jahren von dem Verein Ndwenga e.V. ausgerichtet wird. Die Konferenz lässt Betroffene zu Wort kommen und will Impulse setzen, wie Frieden geschaffen und bewahrt werden kann. Auf der 5. Friedenskonferenz im Oktober 2021 referierten Gäste aus Gambia, Guatemala, Indien und dem Kosovo. Zugehört haben ihnen auch Gemeinderatsmitglieder und das Eröffnungsgrußwort sprach der Erste Bürgermeister der baden-württembergischen Gemeinde. Die jetzt anstehende 6. Fellbacher Friedenskonferenz findet übrigens am 22. Juni 2022 statt.
Möglich ist diese entwicklungspolitische Bildungsarbeit an der Basis durch Förderinstrumente wie das Aktionsgruppenprogramm (AGP). Es bietet eine finanzielle Förderung, die gerade kleinere Vorhaben ohne großen bürokratischen Aufwand ermöglicht.


Ndwenga e.V. wurde 1996 von drei Frauen gegründet, Vorsitzende ist aktuell Cathy Nzimbu Mpanu-Mapanu-Plato. Mit seinen Projekten will der Verein beitragen zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, SDG). Insbesondere diese Ziele hat sich Ndwenga e.V. auf die Fahne geschrieben: Armut bekämpfen (SDG 1), Hunger beenden (SDG 2), Bildung gewährleisten (SDG 4), Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern (SDG 10), Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen schaffen (SDG 16 ) und Partnerschaften zur Erreichung der Ziele bilden (SDG 17). Denn neben der Bildungsarbeit in Deutschland, etwa mit der Friedenskonferenz, unterstützt der Verein auch Bildungsprojekte im Kongo, die den Menschen dabei helfen sollen, ihre Lebensumstände zu verbessern.  

Mehr zu Ndwenga e.V. http://www.ndwenga-kinshasa.de

Engagement Global fördert nicht nur entwicklungspolitische Bildungsarbeit: Engagement Global unterstützt geflüchtete Menschen beispielsweise seit 2018 mit einem Projekt, entstanden aus der Inititative Kommunales Know-how für Nahost, das Syrerinnen und Syrer in deutsche Kommunalverwaltungen vermittelt. Dort können sie während einer Hospitanz Kompetenzen erwerben, die beim Wiederaufbau in Syrien von Nutzen sind.
Das Sonderprogramm Fluchtursachen bekämpfen – Flüchtlinge reintegrieren, wird von bengo bei Engagement Global umgesetzt.

Mehr zu Programmen von Engagement Global: www.engagement-global.de

Engagement Global



ENGAGEMENT GLOBAL gGmbH – Service für Entwicklungsinitiativen informiert und berät Einzelpersonen, Zivilgesellschaft, Kommunen, Schulen, Wirtschaft und Stiftungen zu entwicklungspolitischen Vorhaben und fördert diese finanziell. Wir qualifizieren bedarfsgerecht, verbinden Menschen und Institutionen miteinander, unterstützen zivilgesellschaftliches und kommunales Engagement.


Ungleichheit, Klimakrise, Hunger: Mehrheit sieht G7 in der Pflicht

SID Blog - 21. Juni 2022 - 11:44
Umfrage ergibt klare Unterstützung für Entwicklungszusammenarbeit, mehr Klimafinanzierung und Übergewinnsteuer Berlin, 21. Juni 2022. Neun von zehn Menschen in Deutschland wünschen sich von den G7-Staaten konkrete Maßnahmen zur Eindämmung von Armut, Hunger und Ungleichheit. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, die das Meinungsforschungsinstitut Kantar im Auftrag der Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam erstellt hat. Kurz vor dem G7-Gipfel in Elmau und der Großdemonstration „Klimakrise, Artensterben, Ungleichheit gerecht geht anders!" in München gibt die Umfrage der deutschen G7-Präsidentschaft einen klaren Aufgabenzettel mit.

In der Umfrage wurde die Zustimmung zu Aussagen aus drei Themenblöcken abgefragt:

  • Beim Thema „Entwicklungszusammenarbeit und Unterstützung für einkommensschwache Länder" stimmten 84 Prozent der Befragten der Aussage zu, die G7-Staaten sollten sich zur Einhaltung ihres Versprechens bekennen, 0,7 Prozent ihres Nationaleinkommens für Entwicklungszusammenarbeit auszugeben. Die Aussage, die G7-Staaten sollten mehr dafür tun, Gesundheitssysteme in einkommensschwachen Ländern zu stärken, traf bei 85 Prozent der Befragten auf Zustimmung, die Aussage, die G7-Staaten sollten mehr für die soziale Absicherung von Menschen in einkommensschwachen Ländern tun, auf 72 Prozent. Und die Forderung nach Schuldenerleichterungen für besonders von den derzeitigen Krisen betroffene einkommensschwache Länder unterstützten mit 70 Prozent mehr als zwei Drittel der Befragten.
  • Auch steuerliche Maßnahmen gegen soziale Ungleichheit werden von einer breiten Mehrheit unterstützt: 85 Prozent der Befragten schlossen sich der Forderung an, Konzerne und sehr vermögende Einzelpersonen sollten stärker zum Allgemeinwohl beitragen. Drei Viertel der Befragten (76 Prozent) drückten Unterstützung für eine Übergewinnsteuer aus, indem sie der Aussage zustimmten, Unternehmen, die in der gegenwärtigen Krise übermäßige Gewinne machen, sollten zusätzlich besteuert werden.
  • Klare Mehrheiten gibt es auch beim Thema Bewältigung der Klimakrise: 85 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, alle Länder sollten in dem Maße zum Klimaschutz beitragen, wie sie zur Klimakrise beigetragen haben. Die Hauptlast liegt dann bei den G7-Staaten. Dass die G7-Staaten einkommensschwache Länder bei der Bewältigung der Klimakrise stärker als bisher finanziell unterstützen sollen, fordern 72 Prozent.

Tobias Hauschild, Leiter Soziale Gerechtigkeit bei Oxfam Deutschland, kommentiert: „Die Befragten erkennen die Dimension und die Dringlichkeit der aktuellen Probleme offenbar besser als die Regierungen der G7-Staaten. Für die Staats- und Regierungschefs sollten diese Ergebnisse ein Weckruf sein. Bei dem G7-Gipfel in Elmau muss mehr herauskommen als ein Kuhhandel und faule Kompromisse auf Kosten einkommensschwacher Länder und künftiger Generationen. Es ist Zeit für echten politischen Wandel. Die Umfrage zeigt, dass die notwendigen Maßnahmen auf breite Zustimmung stoßen."



Riesiger Wärmepool im Pazifik durch Klimawandel verursacht

SID Blog - 21. Juni 2022 - 11:43
Studie des Exzellenzclusters CLICCS

Ein langfristiger, sich weiter erwärmender Warmwasserkörper wurde jetzt von einem Team des Exzellenzclusters CLICCS der Universität Hamburg entdeckt. Er ist drei Millionen Quadratkilometer groß, auf den vom Menschen verursachten Anstieg von Treibhausgasen zurückzuführen und begünstigt extreme Hitzewellen im Nordost-Pazifik.

Dr. Armineh Barkhordarian weist im Fachjournal Nature Communications Earth and Environment jetzt nach, dass dieser Pool sich nicht durch natürliche Klimaschwankungen erklären lässt – er ist durch menschlichen Einfluss entstanden. „Dieser Wärmepool wird die Wassertemperatur auch in Zukunft ansteigen lassen und so zu häufigeren und stärkeren lokalen Hitzewellen im Ozean führen. Das bringt die Ökosysteme an ihre Grenzen", erklärt Barkhordarian, Expertin für Atmosphärische Wissenschaften. Barkhordarian ist Mitglied des Exzellenzclusters „Climate, Climatic Change, and Society" (CLICCS) der Universität Hamburg.

Das Team um Barkhordarian zeigt, dass der Pool in der Vergangenheit immer wieder lokale Hitzewellen im Ozean befördert hat. Eines dieser Phänomene ist als tödlicher „Pacific Ocean Blob" mit verheerenden Auswirkungen in den Jahren 2014 und 2015 bekannt geworden. Die Produktivität der Ozeane brach ein, giftige Algenblüten traten auf, eine hohe Zahl von Seevögeln und Meeressäugern starb. Zusätzlich beförderte das Ereignis schwere Dürren an der Westküste der USA.

Die jüngste Hitzewelle dauerte ganze drei Jahre an, von 2019 bis 2021, mit einer Wassertemperatur von sechs Grad Celsius über dem Normalwert. Das Team um Barkhordarian konnte jetzt belegen, dass dieses Extremereignis direkt auf den vom Menschen verursachten Anstieg der globalen Treibhausgase zurückgeht. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine solche Hitzewelle auch ohne den Einfluss des Menschen stattgefunden hätte, beträgt weniger als ein Prozent, mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit ist ein Treibhausgasantrieb erforderlich.

Die Studie zeigt, dass die Temperatur im Nordost-Pazifik in den letzten 25 Jahren durchschnittlich um 0,05 Grad Celsius pro Jahr gestiegen ist. Die Region kühlte im Winter insgesamt weniger ab und der Sommer dauerte in Schnitt 37 Tage länger. Dies führte dazu, dass dort allein in den letzten 20 Jahren 31 marine Hitzewellen auftraten, während von 1982 bis 1999 nur neun auftraten.

„Häufigere und extremere Hitzewellen im Ozean belasten die Ökosysteme dramatisch. Das birgt nicht nur enorme Gefahren für die Biodiversität. Es kann auch dazu führen, dass in marinen Ökosystemen eine Schwelle überschritten wird, nach der eine Erholung nicht mehr möglich ist", sagt Armineh Barkhordarian. „Durch die Entdeckung des Wärmepools bekommen wir jetzt entscheidende Informationen über die Wahrscheinlichkeit solcher Ereignisse in der Zukunft."

Inwieweit ist der Mensch verantwortlich? Mit der so genannten Attributionsforschung vergleichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wie sich die Welt mit und ohne den Einfluss des Menschen entwickelt hätte. So wurde in der vorliegenden Studie der Anteil an Hitzewellen im Meer berechnet, der auf die vom Menschen zusätzlich emittierten Treibhausgase nach 1982 zurückzuführen ist. Dadurch werden auch statistische Aussagen für die Zukunft möglich.

Originalpublikation:

Barkhordarian A, Nielsen DM, Baehr J (2022): Recent marine heatwaves in the North Pacific warming pool can be attributed to rising atmospheric levels of greenhouse gases; Nature Communications Earth and Environment, DOI: 10.1038/s43247-022-00461-2

Pressedienst der Universität Hamburg, 21. Juni 2022

PVA und Oxfam verurteilen Blockade der wohlhabenden Staaten beim WTO-Abkommen zu Impfstoffpatenten

SID Blog - 17. Juni 2022 - 22:56
Berlin, 16.06.2022 (Oxfam). Die Welthandelsorganisation (WTO) hat heute statt des von Südafrika und Indien eingebrachten Antrags auf Aussetzung der geistigen Eigentumsrechte für Mittel gegen COVID-19 einen Alternativvorschlag verabschiedet. Die People's Vaccine Alliance und Oxfam urteilen, dass dieser weitgehend wirkungslos sein und nicht die lokale Eigenversorgung einkommensschwacher Länder stärken wird, die zur Beendung der Pandemie notwendig ist.

Oxfam ist Teil der People's Vaccine Alliance, einem Bündnis von fast 100 Organisationen, das sich für die Aussetzung der Patentrechte auf COVID‑19-Impfstoffe einsetzt.

Nachstehend die vollständige Pressemitteilung auf Englisch:

Responding to news that governments at the World Trade Organization (WTO) have agreed a deal on patents for COVID-19 vaccines in developing countries, Max Lawson, Co-Chair of the People's Vaccine Alliance and Head of Inequality Policy at Oxfam, said:

"This is absolutely not the broad intellectual property waiver the world desperately needs to ensure access to vaccines and treatments for everyone, everywhere. The EU, UK, US, and Switzerland blocked that text. This so-called compromise largely reiterates developing countries' existing rights to override patents in certain circumstances. And it tries to restrict even that limited right to countries which do not already have capacity to produce COVID-19 vaccines. Put simply, it is a technocratic fudge aimed at saving reputations, not lives."

"The conduct of rich countries at the WTO has been utterly shameful. The EU has blocked anything that resembles a meaningful intellectual property waiver. The UK and Switzerland have used negotiations to twist the knife and make any text even worse. And the US has sat silently in negotiations with red lines designed to limit the impact of any agreement."

"South Africa and India have led a twenty month fight for the rights of developing countries to manufacture and access vaccines, tests, and treatments. It is disgraceful that rich countries have prevented the WTO from delivering a meaningful agreement on vaccines and have dodged their responsibility to take action on treatments while people die without them."

"There are some worrying new obligations in this text that could actually make it harder for countries to access vaccines in a pandemic. We hope that developing countries will now take bolder action to exercise their rights to override vaccine intellectual property rules and, if necessary, circumvent them to save lives."





 

Trauriger Rekord: Mehr Menschen auf der Flucht als jemals zuvor

SID Blog - 17. Juni 2022 - 10:51
Berlin - Heute stellt das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) den jährlichen Weltflüchtlingsberichts „Global Trends" vor. Demnach flüchten weltweit mehr Menschen vor Verfolgung, Konflikten, Gewalt und Menschenrechtsverletzungen als je zuvor. Damit hat sich die Zahl der Menschen auf der Flucht in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Entwicklungsministerin Svenja Schulze betont aus diesem Anlass die solidarische Verpflichtung der Weltgemeinschaft, gerade jetzt Menschen auf der Flucht und ihre Aufnahmeländer vor einer Hungerkatastrophe zu bewahren

 Laut UNHCR waren bereits Ende 2021 89,3 Millionen Menschen auf der Flucht. Seitdem hat vor allem der russische Krieg gegen die Ukraine ihre Zahl nochmals signifikant erhöht auf mehr als 100 Millionen Menschen - ein erschreckender Rekord.

Mehr als die Hälfte aller Flüchtenden fliehen innerhalb des eigenen Landes und zählt damit zur Gruppe der Binnenvertriebenen. Über 70 Prozent der Menschen auf der Flucht bleiben in den Nachbarländern. Somit nehmen Entwicklungsländer 83 Prozent der Flüchtlinge weltweit auf. Bereits Ende 2021 wurden 40 Prozent der Menschen auf der Flucht von Ländern aufgenommen, die selbst von Nahrungsmittelkrisen betroffen sind.

 

Entwicklungsministerin Svenja Schulze: „Neben dem Verlust ihrer Heimat sind viele Flüchtlinge und Binnenvertriebene nun zusätzlich vom Hunger bedroht. Die durch den russischen Angriffskrieg verursachten steigenden Nahrungsmittelpreise sind eine Katastrophe für Entwicklungsländer, die von Armut, Trockenheit und Hunger betroffen sind und zudem als Aufnahmeländer für Millionen geflüchteter Menschen zu sorgen haben. Wir sind als Weltgemeinschaft gefragt, in gemeinsamer Verantwortung und Solidarität diese Länder zu unterstützen".

 

Das Entwicklungsministerium unterstützt Geflüchtete und Binnenvertriebene, sowie Aufnahmeländer und –gemeinden in Entwicklungsländern weltweit. Die Maßnahmen zur Unterstützung von Flüchtlingen und aufnehmenden Gemeinden umfassen alle Lebensbereiche: Bildung, Energie, Gesundheitsversorgung, psychosoziale Unterstützung, Wasser- und Sanitärversorgung, Beschäftigung und einkommensschaffende Maßnahmen. Dabei spielt die Sonderinitiative Flucht eine zentrale Rolle. Sie konnte zwischen 2014 und 2021 in 299 Projekten rund 17,5 Mio. Menschen erreichen.

 

Darüber hinaus unterstützt das Entwicklungsministerium Länder des Globalen Südens bei der Bewältigung der Folgen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine. Der Angriff Russlands auf die Ukraine hat die Weltmarktpreise für Getreide um ein Drittel steigen lassen, die ohnehin hohen Preise für Düngemittel noch stärker. Besonders groß ist die Not in Ländern, die selbst kein Getreide anbauen und daher auf den Import von Weizen und Mais angewiesen sind.


Entwicklungsministerin Svenja Schulze: „Durch Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine hat sich die weltweite Ernährungslage dramatisch verschärft. Es droht die schwerste Hungersnot seit dem Zweiten Weltkrieg. Wir müssen entschlossen und gemeinsam handeln. Deshalb setze ich mich für eine starke internationale Antwort im Rahmen des Bündnisses für globale Ernährungssicherheit ein."

Beispiel Südsudan: In den ohnehin strukturschwachen Regionen Yambio, Maridi und Ibba nahe der Grenze zum Kongo leben besonders viele Binnenvertriebene und Rückkehrende. Ihre wirtschaftliche und soziale Integration ist herausfordernd, da die Ressourcen sehr knapp sind. Auch die ansässige Bevölkerung leidet unter dem Mangel an Lebensmitteln. Um die Versorgung aller dort lebenden Menschen zu verbessern, fördert das Projekt die landwirtschaftliche Produktion und lokale Wertschöpfungsketten durch Infrastrukturmaßnahmen wie den Bau von Märkten, Lagerhäusern sowie Obst- und Honigverarbeitungsanlagen. Die Unterstützung kleinbäuerlicher Nahrungsmittelproduktion und lokaler Anbaumethoden wie Baumschulen oder Regenwassersammlung ergänzen Schritt für Schritt die Selbstversorgungsmöglichkeiten der Menschen in der Region.

Beispiel Sudan: Im Sudan, einem der ärmsten Länder Afrikas, ist rund die Hälfte der Bevölkerung akut von Ernährungsunsicherheit bedroht. Unter den mehr als 3 Millionen Binnenvertriebenen, Migranten und Flüchtlingen ist dieser Anteil noch höher. Das BMZ stellt gemeinsam mit der EU und weiteren Gebern dringend benötigte Gelder für Ernährungssicherung bereit. So wurden 100 Millionen Euro aus einem Weltbank-Fonds kurzfristig für Nahrungsmittel und Sozialtransfers umgewidmet, durch die auch Binnenvertriebene, Migranten und Flüchtlinge erreicht werden. Durch die Aufstockung laufender Maßnahmen erhalten besonders betroffene Bevölkerungsgruppen zusätzliche Unterstützung: In Ostsudan etwa werden Flüchtlinge und Migranten beim Anbau von Obst und Gemüse für den eigenen Gebrauch und für den Verkauf auf lokalen Märkten unterstützt. Auch im Darfur, wo die meisten Binnenvertriebenen leben, bauen wir unser Engagement zur Unterstützung der lokalen Bevölkerung aus. 




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