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Hamburg

CHILDREN Jugend hilft! Fonds für Projekte von Kindern und Jugendlichen (laufend)

#Nachhaltigkeit in #Hamburg - 31. Mai 2022 - 9:45

Über den CHILDREN Jugend hilft! Fonds könnt Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 21 Jahre jederzeit bis zu 2.500 Euro für ihr politisches, ökologisches oder soziales Projekt beantragen. CHILDREN Jugend hilft! fördert gesellschaftliche Projekte: bei denen sich Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 21 Jahren zum Ziel gesetzt haben, sich mit ihren eigenen …

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Ferienprogramm: Schokoladenwerkstatt

#hamburg mal fair - 30. Mai 2022 - 13:01
Schokoladenwerkstatt

Ferienprogramm vom 18. bis 20. Juli im Lernort KulturKapelle

Wer isst sie nicht gerne: Schokolade! Doch wie wird eigentlich Schokolade gemacht? Und woher kommt der Kakao, der in der Schokolade steckt? Mit Spielen, Geschichten und Bastelangeboten gehen wir der Sache auf den Grund. Dabei beschäftigen wir uns auch mit den Auswirkungen der Schokoherstellung auf die Umwelt und die Menschen. Wir stellen selber Schokopralinen her und testen uns natürlich durch verschiedene Schokoladentafeln.

Uhrzeit 10 – 15 Uhr
Altersgruppe von 8 bis 11 Jahren
Kosten 15 € ermäßigt, 30 € regulär, 40 € Soli-Preis
Anmeldung buchen@lernort-kulturkapelle.de
Info inkl. Mittagessen, Geschwister erhalten 50% Rabatt, Antrag auf Bildungsschein möglich

Kategorien: Hamburg

Ermittlungsverfahren gegen VW wegen Sklavenarbeit

SID Blog - 30. Mai 2022 - 2:17
Der Volkswagen-Konzern muss sich in Brasilien einem neuen Ermittlungsverfahren stellen: Nach Informationen von NDR, SWR und Süddeutscher Zeitung werden der VW-Tochter in Brasilien die Ausbeutung von Sklavenarbeit, Menschenhandel und systematische Menschenrechtverletzungen in Hunderten von Fällen vorgeworfen. Die Vorwürfe beziehen sich auf den Zeitraum von 1974 bis 1986. In dieser Zeit baute der Autobauer die Farm „Companhia Vale do Rio Cristalino" am Rande des Amazonasbeckens auf. Die mutmaßlichen Verbrechen sollen auf dem Farmgelände an Leiharbeitern verübt worden sein, die für Rodungsarbeiten eingesetzt wurden – wohl mit Wissen des VW-Vorstands in Wolfsburg.

Die brasilianischen Ermittlungsbehörden haben Volkswagen Brasilien in einer amtlichen Zustellung vom 19. Mai 2022, die den drei Medien vorliegt, offiziell über das Verfahren in Kenntnis gesetzt und zu einer Anhörung am 14. Juni vor dem Arbeitsgericht in der Hauptstadt Brasilia vorgeladen. Auf Anfrage wollte sich das Unternehmen mit Verweis auf das mögliche juristische Verfahren in Brasilien nicht äußern, versicherte aber, dass man die Vorwürfe sehr ernst nehme.


Ermittlungsakten beschreiben Gewaltausbrüche


Den Reporterinnen und Reportern von NDR, SWR und SZ liegen mehr als 2000 Seiten mit Zeugenaussagen, Polizeiberichten sowie Fotos und Videos aus den Ermittlungen vor. Demnach sollen die Verbrechen von Arbeitsvermittlern verübt worden sein, die von der VW-Farmleitung mit den Rodungen beauftragt wurden, sowie ihren bewaffneten Aufpassern. Bei missglückten Fluchtversuchen sollen Leiharbeiter angeschossen, verprügelt und gefesselt worden sein, andere selbst schwerkrank mit vorgehaltener Waffe zur Arbeit gezwungen und erniedrigt worden sein.


Zeugen beschreiben, wie Arbeiter die Waffe der Aufpasser in den Mund hätten nehmen müssen, wie die Frau eines Arbeiters als Strafe für einen Fluchtversuch vergewaltigt worden sei und wie auch Minderjährige auf der Farm gegen ihren Willen festgehalten worden sein sollen. Eine Mutter gab zu Protokoll, wie ihr Sohn den Verletzungen durch die Gewaltausbrüche erlegen sei, andere Arbeiter sollen verschwunden sein. „Das war eine Form moderner Sklaverei", so der zuständige Staatsanwalt Rafael Garcia in Rio de Janeiro. Garcia spricht von unmenschlichen Arbeitsbedingungen, „in denen die Arbeiter Malaria bekamen, zum Teil starben, auf der Farm begraben wurden, ohne dass ihre Familien informiert wurden." In mehreren Fällen soll Kranken oder Verletzten die Behandlung verweigert worden sein. „VW hat diese Form von Versklavung offensichtlich nicht nur akzeptiert, sondern auch befördert – es war schlichtweg billige Arbeitskraft", so der Staatsanwalt.


Rinderzucht vom Autobauer


Volkswagen in Brasilien hatte bei Arbeitsvermittlern die Rodung von insgesamt 70.000 Hektar Wald in Auftrag gegeben. Die VW-Farm im brasilianischen Bundesstaat Pará sollte der Einstieg des Autobauers in das Fleischgeschäft sein – auf Einladung der brasilianischen Militärdiktatur, die Steuererleichterungen anbot.


Der ehemalige Manager der Farm, der Schweizer Friedrich Brügger, weist jede Schuld von sich. Die Verantwortung habe bei den Arbeitsvermittlern gelegen, die mit den Rodungsarbeiten beauftragt wurden. Wenn 1000 Leute auf einem Haufen seien, gehe es nicht immer ganz zart zu, „das liegt ja auf der Hand. Und vor allem mitten im Urwald". Systematische Gewalt und Sklaverei streitet Brügger jedoch ab, spricht stattdessen von möglichen Einzelfällen „im Rahmen" des damals Üblichen.Brügger spreche nicht für die Volkswagen AG, heißt es von dem Wolfsburger Konzern, seine Aussagen würden im Widerspruch zu den Werten von VW stehen.


Schuldknechtschaft als System


NDR, SWR und SZ hatten bereits 2017 Dutzende Protokolle von Aussagen ehemaliger Leiharbeiter und historische Polizeiberichte ausgewertet sowie mit ehemaligen Arbeitern und Verantwortlichen gesprochen. Demnach sollen Leiharbeiter aus entlegenen Dörfern mit falschen Versprechungen auf die Farm gelockt worden sein. Dort angekommen, sollen die Arbeitsvermittler entgegen den Absprachen nachträglich unter anderem den Transport zur Farm und Verpflegung berechnet haben. Nach Darstellung der Arbeiter sollten sie diese „Schulden" abarbeiten, seien deshalb auf der Farm festgehalten und zur Arbeit gezwungen worden sein. Die damals befragten ehemaligen Arbeiter sind nun Hauptzeugen in dem Ermittlungsverfahren.

NDR, 29. Mai 2022/ IB

Für eine Ernährungswende in öffentlich finanzierten Einrichtungen!

AgrarKoordination - 28. Mai 2022 - 11:00
Zum Anlass der bevorstehenden Koalitionsverhandlungen wenden wir und 18 weitere zivilgesellschaftliche Organisationen uns gemeinsam an die zukünftige Landesregierung und fordern, dass sie Maßnahmen für eine nachhaltige Ernährung in öffentlich finanzierten Einrichtungen wie zum Beispiel Kitas und Schulen ergreift. Unsere Kernforderungen an die Landesregierung: 1. Bestandsaufnahme zur Verpflegung in öffentlich finanzierten Einrichtungen 2. Gesetzliche Verankerung von Mindeststandards für eine nachhaltige Verpflegung • Mehr Tier-, Klima- und Gesundheitsschutz • Faire Lieferketten • Novellierung des Vergabegesetzes 3. Entwicklung einer Ernährungsstrategie für öffentlich finanzierte Einrichtungen • 100% Bio-Lebensmittel bis 2030  • Halbierung der Abfälle bis 2030 • Faire Preise und Bezuschussung des Essens an Kitas und Schulen 4. Förderprogramm „Bildung und Beratung für nachhaltige Verpflegung“ starten 5. Erfolgskontrolle einplanen PDF-Download Positionspapier Zu den Forderungen
Kategorien: Hamburg

Wir sind auf dem Heldenmarkt (Kopie 1)

AgrarKoordination - 28. Mai 2022 - 11:00
Wir machen globale Zusammenhänge sichtbar und informieren darüber, was mit unserer täglichen Ernährung verbunden ist. In einem Quiz könnt Ihr Euer Wissen über globale Ernährung, Landwirtschaft und Klima testen und an einer Verlosung teilnehmen. Wir freuen uns auf Euren Besuch und spannende Gespräche mit Euch! Samstag, 28. Mai 10:00 – 19:00 Uhr
Sonntag, 29. Mai 10:00 – 18:00 Uhr Tickets und Infos: https://heldenmarkt.de/hamburg/
Kategorien: Hamburg

Mangos für die seelische Gesundheit – Kinderrechte mit Fairem Handel auf den Philippinen schützen

#hamburg mal fair - 25. Mai 2022 - 13:23
Mangos für die seelische Gesundheit – Kinderrechte mit Fairem Handel auf den Philippinen schützen

16. Juni 2022, von 19 bis 21 Uhr im Lernort KulturKapelle im Wilhelmsburger Inselpark

Bei den Philippinen denken viele an Traumstrände, tropische Vegetation oder Südfrüchte, wie den Mangos. Doch ein Großteil der Touristen kommt wegen Sex. Oft sind die Sexarbeitenden minderjährig. Die Kinderschutzorganisation Preda ist Anlaufstelle und Therapiezentrum für sexuell missbrauchte sowie ehemals inhaftierte Kinder. Durch den fairen Handel mit Mangos durchbricht die Organisation den Armutskreislauf von Familien und finanziert ihre sozialen Programme. Im Gespräch mit dem Preda Freundeskreis e.V. gehen wir den Fragen nach, wie die Arbeit des philippinischen Teams aussieht, welche Erfolge und Misserfolge es gibt und wie auch aktuelle Ereignisse, wie Klimafolgen oder Corona die Arbeit der Organisation beeinflussen.

Vor und nach der Veranstaltung werden wir uns natürlich mit euch durch die Mangoprodukte von Preda testen. Von getrockneten Mangos über Mangosaft bis hin zu Fruchtgummi hat Preda einiges zu bieten.

In Kooperation mit Preda Freundeskreis e.V.

Eintritt 5 € ermäßigt, 8 € regulär, 10 € Soli-Preis

Anmeldung buchen@lernort-kulturkapelle.de

Ort Lernort KulturKapelle im Wilhelmsburger Inselpark, Georg-Wilhelm-Straße 162, 21107 Hamburg, Germany

Veranstalter hamburg mal fair, Lernort Kulturkapelle und Globales Lernen Harbug

Kategorien: Hamburg

Rebound-Effekte in Unternehmen: MERU-Abschlusskonferenz am 13. Juni

Sustainability Management - 25. Mai 2022 - 12:52

Die ökologischen Belastungsgrenzen des Planeten stehen unter Druck. Dazu tragen die gegenwärtigen Konsum- und Produktionsmuster maßgeblich bei. Zwar konnte die Energie- und Ressourceneffizienz in den letzten Jahren durch Innovationen beachtlich gesteigert werden. Allerdings sank der absolute Energie- und Rohstoffverbrauch nicht im nötigen Umfang. Wie entstehen diese so genannten Rebound-Effekte in Unternehmen? Warum bleiben Materialeffizienz- oder Energiespar-Effekte hinter ihren berechneten Potenzialen zurück – oder sogar ganz aus? Und wie können Politik und Wirtschaft darauf reagieren? Im Rahmen des vom BMBF geförderten Verbundforschungsprojektes MERU haben wir am CSM mit unseren Partnerorganisationen (Öko-Institut e.V., B.A.U.M. e.V., Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), DATA CENTER GROUP) dazu geforscht und stellen die Ergebnisse bei der Abschlusskonferenz des Projekts vor. Interessierte aus Politik, Praxis und Wissenschaft sind herzlich eingeladen. Was? Online-Konferenz „Wirksame Effizienzpolitik und Rebound-Effekte in Unternehmen“ mit Vorträgen, Workshops und Podiums-Diskussion Wann? 13.-14. Juni 2022, online Anmeldung: Bitte melden Sie sich hier an. Die Veranstaltung ist kostenfrei. Mit dabei sind unter anderem Dr. Roland Kube (Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz), Yvonne Zwick (B.A.U.M.), Michael Golde (Umweltbundesamt), Dr. Tatjana Ruhl (DENEFF), Prof. …

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Kategorien: Hamburg

Online-Workshop: Fragerunde zur nun-Antragstellung

Event in #Hamburg - 24. Mai 2022 - 9:40
Termin:  Dienstag, 17.01.2023 Sprache Deutsch

Info/Anmeldung: S.O.F. Save Our Future – Umweltstiftung, Ansprechpartnerin: Ulrike Kusel, Tel. 040 226327764, nun-zertifizierung[at]save-our-future.de, www.nun-zertifizierung.de/veranstaltungen/details/online-workshop-fragerunde-zur-nun-antragstellung/

Online Deutschland Preview Text: 

Info/Anmeldung: S.O.F. Save Our Future – Umweltstiftung, Ansprechpartnerin: Ulrike Kusel, Tel. 040 226327764, nun-zertifizierung[at]save-our-future.de, www.nun-zertifizierung.de/veranstaltungen/details/online-workshop-fragerunde-zur-nun-antragstellung/

Kategorien: Hamburg

Online-Workshop: Ein pädagogisches Konzept – Bildungsarbeit mit Profil

Event in #Hamburg - 24. Mai 2022 - 9:37
Termin:  Donnerstag, 03.11.2022 Sprache Deutsch

Info/Anmeldung: S.O.F. Save Our Future – Umweltstiftung, Ansprechpartnerin: Ulrike Kusel, Tel. 040 226327764, nun-zertifizierung[at]save-our-future.de, www.nun-zertifizierung.de/veranstaltungen/details/online-workshop-ein-paedagogisches-konzept-bildungsarbeit-mit-profil-2/

Online Deutschland Preview Text: 

Info/Anmeldung: S.O.F. Save Our Future – Umweltstiftung, Ansprechpartnerin: Ulrike Kusel, Tel. 040 226327764, nun-zertifizierung[at]save-our-future.de, www.nun-zertifizierung.de/veranstaltungen/details/online-workshop-ein-paedagogisches-konzept-bildungsarbeit-mit-profil-2/

Kategorien: Hamburg

Online-Workshop: Leitbildentwicklung – für eine zielgerichtete Bildungsarbeit

Event in #Hamburg - 24. Mai 2022 - 9:33
Termin:  Mittwoch, 05.10.2022 Sprache Deutsch

Info/Anmeldung: S.O.F. Save Our Future – Umweltstiftung, Ansprechpartnerin: Ulrike Kusel, Tel. 040 226327764, nun-zertifizierung[at]save-our-future.de, www.nun-zertifizierung.de/veranstaltungen/details/online-workshop-leitbildentwicklung-fuer-eine-zielgerichtete-bildungsarbeit/

Online Deutschland Preview Text: 

Info/Anmeldung: S.O.F. Save Our Future – Umweltstiftung, Ansprechpartnerin: Ulrike Kusel, Tel. 040 226327764, nun-zertifizierung[at]save-our-future.de, www.nun-zertifizierung.de/veranstaltungen/details/online-workshop-leitbildentwicklung-fuer-eine-zielgerichtete-bildungsarbeit/

Kategorien: Hamburg

Online-Workshop: norddeutsch und nachhaltig - Die nun-Zertifizierung

Event in #Hamburg - 24. Mai 2022 - 9:30
Termin:  Dienstag, 13.09.2022 Sprache Deutsch

Info/Anmeldung: S.O.F. Save Our Future – Umweltstiftung, Ansprechpartnerin: Ulrike Kusel, Tel. 040 226327764, nun-zertifizierung[at]save-our-future.de, www.nun-zertifizierung.de/veranstaltungen/details/neu-online-workshop-norddeutsch-und-nachhaltig-die-nun-zertifizierung/

Online Deutschland Preview Text: 

Info/Anmeldung: S.O.F. Save Our Future – Umweltstiftung, Ansprechpartnerin: Ulrike Kusel, Tel. 040 226327764, nun-zertifizierung[at]save-our-future.de, www.nun-zertifizierung.de/veranstaltungen/details/neu-online-workshop-norddeutsch-und-nachhaltig-die-nun-zertifizierung/

Kategorien: Hamburg

BarCamp: Bildungsfunkeln für die Zukunft

Event in #Hamburg - 24. Mai 2022 - 9:25
Termin:  Donnerstag, 16.06.2022 Sprache Deutsch

Info/Anmeldung: S.O.F. Save Our Future – Umweltstiftung, Ansprechpartnerin: Ulrike Kusel, Tel. 040 226327764, nun-zertifizierung[at]save-our-future.de, www.nun-zertifizierung.de/veranstaltungen/details/default-397970f9d2/

Gut Karlshöhe Karlshöhe 60d 22175 Hamburg HH Deutschland Preview Text: 

Info/Anmeldung: S.O.F. Save Our Future – Umweltstiftung, Ansprechpartnerin: Ulrike Kusel, Tel. 040 226327764, nun-zertifizierung[at]save-our-future.de, www.nun-zertifizierung.de/veranstaltungen/details/default-397970f9d2/

Kategorien: Hamburg

UNICEF-Bericht zu Umweltrisiken von Kindern in OECD- und EU-Ländern

SID Blog - 24. Mai 2022 - 3:30
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Auf Kosten der Kinder

Aktueller UNICEF-Report zu den Auswirkungen von Umweltrisiken auf Kinder und der globalen Verantwortung von OECD- und EU-Ländern

© UNICEF/UN0267942/Latif

Florenz/ New York/ Köln, den 24. Mai 2022// In den reichsten Ländern der Welt – darunter Finnland, Island, die Niederlande und Norwegen – wachsen Kinder in einer vergleichsweise gesunden Umgebung auf. Gleichzeitig trägt die Mehrheit dieser Länder unverhältnismäßig zur weltweiten Umweltzerstörung bei und gefährdet damit die Gegenwart und Zukunft aller Kinder. Zu diesen Ergebnissen kommt die jüngste Report Card des UNICEF-Forschungszentrums Innocenti. 

Der Bericht „Umgebung und Umwelt von Kindern" („Places and Spaces. Environments and children's well-being") zeigt: Wenn alle Menschen so viele Ressourcen verbrauchen würden wie die Bevölkerung in den untersuchten OECD- und EU-Ländern, wären 3,3 Planeten wie die Erde notwendig. Würde jeder Mensch so viele Ressourcen wie die Menschen in Kanada, Luxemburg und den Vereinigten Staaten verbrauchen, wären mindestens fünf Erden erforderlich. Auch in Deutschland ist der Ressourcenverbrauch zu hoch: Für die Lebensweise der Deutschen würden im Weltmaßstab 2,9 Erden benötigt.

Der aktuelle UNICEF-Report dokumentiert, wie gut es Ländern gelingt, eine gesunde, kindgerechte Umgebung für alle Mädchen und Jungen zu schaffen sowie für eine intakte Umwelt zu sorgen – sowohl innerhalb der Landesgrenzen als auch darüber hinaus. Dazu wurden vergleichbare Daten zur näheren und weiteren Umgebung von Kindern aus 39 Ländern der OECD und der Europäischen Union sowie Daten zum Beitrag dieser Länder zu Klimaveränderungen, zum Ressourcenverbrauch und zur Produktion von Elektroschrott ausgewertet.

Die Analyse macht deutlich, dass keines der Länder in allen untersuchten Bereichen durchgängig gute Umweltbedingungen für Kinder bietet. Spanien, Irland und Portugal stehen an der Spitze des internationalen Länderrankings. Im Vergleich bieten die drei Länder den dort lebenden Kindern eine gute Umgebung und tragen weniger zu globalen Umweltproblemen bei. Deutschland liegt in der Rangliste zu Umweltrisiken und globaler Verantwortung im oberen Drittel auf Platz 9. 

Einige der reichsten Länder der Welt – darunter Australien, Belgien, Kanada und die Vereinigten Staaten – haben gemessen an den CO2-Emissionen, der Produktion von Elektroschrott und dem Gesamtressourcenverbrauch pro Kopf schwerwiegende und weitreichende Auswirkungen auf die globale Umwelt. Gleichzeitig liegen sie bei der Aufgabe, ihren Kindern im Land eine gesunde Umgebung zu schaffen, am Ende des internationalen Vergleichs. Im Gegensatz dazu tragen die am wenigsten wohlhabenden OECD- und EU-Länder in Lateinamerika und Europa weniger zu globalen Umweltproblemen bei.

„Die Mehrheit der reichen Länder schafft es nicht, innerhalb ihrer Grenzen eine gesunde Umgebung für alle Kinder zu schaffen und trägt darüber hinaus zur Zerstörung der Lebensräume von Kindern in anderen Teilen der Welt bei", sagt Gunilla Olsson, Direktorin des UNICEF-Forschungsinstitut Innocenti in Florenz. „In einigen Fällen stellen wir fest, dass Staaten, die im Land eine relativ gesunde Umgebung für Kinder bieten, gleichzeitig zu den größten Produzenten von Schadstoffen gehören, die die Umwelt von Kindern in anderen Ländern zerstört."

Fakten aus dem UNICEF-Report:

  • Mehr als 20 Millionen Kinder in den untersuchten OECD- und EU-Ländern haben eine erhöhte Bleikonzentration in ihrem Blut. Blei ist eines der gefährlichsten Umweltgifte.
  • Finnland, Island und Norwegen bieten ihren Kindern zwar eine gesunde Umgebung, haben aber sehr hohe Treibhausgas-Emissionen, einen hohen Ressourcenverbrauch und produzieren viel Elektroschrott.
  • In Island, Lettland, Portugal und England ergaben Haushaltsbefragungen, dass jedes fünfte Kind zu Hause Feuchtigkeit und Schimmel ausgesetzt ist; in Zypern, Ungarn und der Türkei ist es mehr als jedes vierte Kind.
  • Viele Kinder atmen sowohl innerhalb als auch außerhalb ihrer Wohnungen giftige Luft ein. In Mexiko ist die Zahl der durch Luftverschmutzung verlorenen gesunden Lebensjahre mit 3,7 Jahren pro tausend Kinder am höchsten, während sie in Finnland und Japan mit 0,2 Jahren am niedrigsten ist. Deutschland liegt im Vergleich der betrachteten Länder im Mittelfeld. Hier verlieren Kinder durch Luftverschmutzung statistisch gesehen durchschnittlich ein halbes gesundes Lebensjahr.
  • In Belgien, der Tschechischen Republik, Israel, den Niederlanden, Polen und der Schweiz ist mehr als eins von zwölf Kindern einer hohen Pestizidbelastung ausgesetzt. Es gibt Hinweise darauf, dass sich Pestizide auf vielfältige Weise schädlich auf die Gesundheit von Kindern auswirken.

„Wir leben in vielen Bereichen auf Kosten der heutigen Kinder und zukünftiger Generationen. Die Ergebnisse des Berichts zeigen, dass auch in wohlhabenden Ländern Kinder unter Bedingungen aufwachsen, die krank machen, ihre Entwicklung beeinträchtigen und ihre Lebenschancen einschränken", so Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Die Bundesregierung sollte hier aufholen und kann beispielsweise die aktuelle G7-Präsidentschaft nutzen, um entscheidende Fortschritte beim Schutz des Klimas und der Umwelt zu bewirken – für Kinder und Jugendliche in Deutschland und weltweit."

UNICEF fordert folgende Schritte zum Schutz und zur Verbesserung der Umwelt von Kindern:

1. Die Regierungen der untersuchten Länder müssen auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene Abfälle sowie Luft- und Wasserverschmutzung reduzieren und für Kinder qualitativ hochwertige Wohnungen und eine Umgebung schaffen, in denen sie sich gut entwickeln und ihr Potential entfalten können. Dies gilt besonders für benachteiligte Kinder, die oft höheren Umweltbelastungen ausgesetzt sind.

2. Die Regierungen und politische Entscheidungsträger*innen der untersuchten Länder müssen dafür sorgen, dass die Bedürfnisse von Kindern in ihre Entscheidungsfindung einbezogen werden. Auf allen Ebenen, von den Eltern bis zu den Politiker*innen, müssen Kinder gehört und bei der Gestaltung von Maßnahmen, die sich auf künftige Generationen auswirken werden, berücksichtigt werden.

3. Die Regierungen der untersuchten Länder und Wirtschaftsunternehmen sollten sofort wirksame Maßnahmen ergreifen, um die von ihnen eingegangenen Verpflichtungen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen bis 2050 einzuhalten. Die Anpassung an den Klimawandel sollte sowohl für Regierungen und die internationale Gemeinschaft hohe Priorität haben.


Der Bericht „Places and Spaces. Environments and children's well-being" baut auf vorangegangenen Untersuchungen zum Kindeswohl in den UNICEF-Report Cards auf. Das UNICEF-Forschungszentrum Innocenti gehört zu UNICEF, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. Es erforscht aktuelle und neu aufkommende Fragestellungen zum Aufwachsen von Kindern. Ziel ist es, Informationen für die strategische Ausrichtung von Programmen für Kinder bereitzustellen sowie weltweite Debatten zu Kinderrechten und ihrer Entwicklung anzustoßen. 

» Der englischsprachige Bericht steht nach Veröffentlichung hier zur Verfügung. 

» Eine deutschsprachige Zusammenfassung steht  hier bereit zum Download.


Update on First U.S. Long-Term Care Social Insurance Program in Washington State: Challenges, Policy Design, Learnings

SOCIUM Bremen - 23. Mai 2022 - 20:51
20.06.2022 - 20.06.2022, 10:15-11:45, UNICOM (Haus Turin), Seminar Room 3 (ground floor)
Kategorien: Hamburg

UNHCR: Ukraine und andere Konflikte lassen die Zahl der Vertriebenen erstmals auf über 100 Millionen steigen

SID Blog - 23. Mai 2022 - 16:34
Hoher Kommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge, Filippo Grandi, sieht die Zahl
als „Weckruf" für mehr Engagement für Frieden und zur Bekämpfung aller Ursachen von
Vertreibung.

GENF (23.05.2022) Die Zahl der Menschen, die gezwungen sind, vor Konflikten, Gewalt,
Menschenrechtsverletzungen und Verfolgung zu fliehen, hat zum ersten Mal in der
Geschichte die erschütternde Marke von 100 Millionen überschritten. Getrieben wird die
Entwicklung durch den Krieg in der Ukraine und andere tödliche Konflikte.

„Hundert Millionen sind eine nackte Zahl – ernüchternd und alarmierend gleichermaßen.
Es ist ein Rekord, der niemals hätte erreicht werden dürfen", sagte der Hohe Kommissar
der Vereinten Nationen für Flüchtlinge, Filippo Grandi am Montag in Genf. „Dies muss
ein Weckruf sein, um zerstörerische Konflikte zu lösen und zu verhindern, Verfolgung
zu beenden und die Ursachen zu bekämpfen, die unschuldige Menschen zur Flucht zwingen."

Neuen Daten des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR zufolge war die Zahl der weltweit
vertriebenen Menschen bis Ende 2021 auf 90 Millionen gestiegen, getrieben durch neue
Wellen der Gewalt oder langwierige Konflikte in Ländern wie Äthiopien, Burkina Faso,
Myanmar, Nigeria, Afghanistan und der Demokratischen Republik Kongo. Darüber hinaus
hat der Krieg in der Ukraine in diesem Jahr acht Millionen Menschen innerhalb des
Landes vertrieben, zudem wurden mehr als sechs Millionen Fluchtbewegungen aus der
Ukraine registriert.

Mit mehr als einem Prozent der Weltbevölkerung entspricht die Gesamtzahl der
Vertriebenen dem der Bevölkerung des 14.-größten Landes der Welt. Die Zahl umfasst
sowohl Flüchtlinge und Asylsuchende als auch die 53,2 Millionen Menschen, die durch
Konflikte innerhalb ihrer Grenzen vertrieben wurden, wie es der aktuelle Bericht des
Internal Displacement Monitoring Centre (IDMC) gerade dargelegt hatte.

„Die internationale Reaktion auf die Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine
fliehen, war überwältigend positiv", fügte Grandi hinzu. „Das Mitgefühl ist lebendig
und wir brauchen eine ähnliche Mobilisierung für alle Krisen auf der Welt. Aber
letztlich ist humanitäre Hilfe ein Linderungsmittel, kein Heilmittel. Um den Trend
umzukehren, gibt es nur eine Antwort: Frieden und Stabilität, damit unschuldige
Menschen nicht gezwungen sind, zwischen akuter Gefahr im eigenen Land oder
gefährlicher Flucht und Exil zu wählen."

UNHCR wird am 16. Juni seinen jährlichen Bericht „Global Trends" veröffentlichen, der
einen vollständigen Satz globaler, regionaler und nationaler Daten über
Zwangsvertreibung für 2021 sowie teilweise bereits Aktualisierungen bis April 2022 und
Einzelheiten über Rückkehr und langfristige Lösungen für Vertriebene enthält.


 
 Dazu erklärt Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze: „Erstmals, seit diese Zahl
erfasst wird, sind über 100 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht oder
vertrieben. Der rapide Anstieg um über 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ist
erschreckend. Er steht für unermessliches Leid. Dabei sind die meisten Menschen
weltweit auf der Flucht im eigenen Land. Diese Binnenvertriebenen sind oft weniger
sichtbar als internationale Flüchtlinge, aber auch sie brauchen Schutz und
Unterstützung. Allein innerhalb der Ukraine wurden infolge von Putins Krieg 8
Millionen Menschen vertrieben, mehr als 6 Millionen Menschen sind aus dem Land
geflohen. Und die Zahlen steigen weiter. Besonders betroffen sind in der Ukraine, wie
auch in anderen Krisen und Konflikten, Frauen und Kinder. Flucht und Vertreibung macht
viele Frauen über Nacht zu Haupternährerinnen ihrer Familie. Auf den Fluchtrouten sind
sie der Gefahr von sexualisierter Gewalt und Menschenhandel ausgesetzt.

Wir brauchen eine starke zivile Antwort auf diesen Krieg – wie auch auf andere
Konflikte weltweit. Gerade jetzt ist Entwicklungszusammenarbeit so wichtig wie nie.
Wir müssen vor allem die Ursachen von Gewalt, Hunger und Armut angehen, um künftige
Krisen und Kriege zu verhindern. Dabei ist jede Investition in Ernährungssicherung und
Klimaschutz auch ein Beitrag zu Frieden und Stabilität.

Unsere solidarische Unterstützung gilt weiterhin den Menschen auf der Flucht und den
Ländern und Regionen, die sie aufnehmen. So hat das BMZ angesichts der dramatischen
Entwicklungen in der Ukraine ein entwicklungspolitisches Sofortprogramm für die
Ukraine von rund 185 Mio. € aufgelegt. Im Vordergrund steht die Versorgung und
Unterbringung  von vertriebenen Ukrainerinnen und Ukrainern. Aber auch in anderen
Teilen der Welt bleiben wir engagiert und vergessen unsere Partner im Globalen Süden
nicht. "

Youth Fusion Webinar – Women, Peace & Disarmament: Perspectives and Actions from the Global South

World Future Council - 23. Mai 2022 - 15:36

24th of May, 2022 – International Women’s Day for Peace and Disarmament. Our partner Youth Fusion would like to celebrate by hosting a webinar. The theme is going to explore: ‘Women, Peace & Disarmament: Perspectives and Actions from the Global South’. The aim will be to hear from speakers from countries of the Nuclear Weapon […]

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Kategorien: Hamburg

Oxfam-Bericht: Pandemie-Folgen und steigende Preise befeuern Ungleichheit

SID Blog - 23. Mai 2022 - 7:00

Weltwirtschaftsforum in Davos 

Oxfam-Bericht: Pandemie-Folgen und steigende Preise befeuern Ungleichheit  

Rekordgewinne für Konzerne und Milliardär*innen // 263 Millionen Menschen armutsgefährdet // Oxfam fordert Übergewinnsteuer 

Berlin/Davos, 23. Mai 2022. Die wirtschaftlichen Folgen der anhaltenden Covid-19-Pandemie und steigende Preise für Energie und Lebensmittel befeuern Armut und soziale Ungleichheit. Während mehr als eine Viertelmilliarde Menschen gefährdet sind, im Jahr 2022 in extreme Armut abzurutschen, machen Konzerne und die dahinterstehenden Superreichen gigantische Gewinne. Das zeigt der Bericht „Profiting from Pain", den die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam anlässlich des Weltwirtschaftsforums in Davos veröffentlicht. Oxfam fordert von den Regierungen weltweit, Konzerne und Superreiche stärker zu besteuern und mit den Einnahmen Krisenfolgen abzufedern, Bildungs-, Gesundheits- und soziale Sicherungssysteme zu stärken und für globale Impfgerechtigkeit zu sorgen. 

Der Bericht "Profiting from Pain" illustriert anhand ausgewählter Beispiele, wie obszöne Krisengewinne und zunehmende soziale Ungleichheit Hand in Hand gehen.  

  • Beispiel Vermögensungleichheit: Zum Stichtag 11. März 2022 gab es 2.668 Milliardär*innen auf der Welt, 573 mehr als zu Beginn der Covid-19-Pandemie im Jahr 2020. Diese Milliardär*innen verfügten zusammen über ein Vermögen von 12,7 Billionen Dollar - ein realer Anstieg von 3,78 Billionen Dollar (42 Prozent) während der COVID-19-Pandemie. Das Gesamtvermögen der Milliardär*innen entspricht aktuell 13,9 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP), gegenüber 4,4 Prozent im Jahr 2000. Gleichzeitig sind nach Berechnungen der Weltbank und Oxfams rund 260 Millionen Menschen gefährdet, aufgrund zunehmender sozialer Ungleichheit und steigender Lebensmittelpreise in Armut abzurutschen.  
  • Beispiel Lebensmittelsektor: Die weltweiten Lebensmittelpreise sind im vergangenen Jahr um 33,6 Prozent gestiegen, und für 2022 wird ein Anstieg um weitere 23 Prozent erwartet. Im März 2022 gab es den größten Sprung der Lebensmittelpreise seit Beginn der Aufzeichnungen der Vereinten Nationen (UN) im Jahr 1990. Milliardäre*innen mit Vermögensschwerpunkt im Nahrungsmittel- und Agrarbereich haben ihr kumuliertes Vermögen in den letzten zwei Jahren um 383 Milliarden Dollar (45 Prozent) gesteigert.  
  • Beispiel Pharmasektor: Die Pharmakonzerne machen allein mit Impfstoffen einen Gewinn von über 1.000 Dollar pro Sekunde und verlangen von den Regierungen bis zum 24fachen des Preises, den die Herstellung kostet. Die Pandemie hat 40 neue Pharmamilliardär*innen hervorgebracht, die von den Monopolen ihrer Unternehmen auf Impfstoffe, Behandlungen und Tests profitieren. Insgesamt wurden weltweit 11,66 Milliarden Impfstoffdosen verabreicht, aber nur 13 Prozent der Menschen in Ländern mit niedrigem Einkommen sind bisher vollständig geimpft. Infolge der Pandemie sind in ärmeren Ländern viermal mehr Menschen gestorben als in reichen. 
  • Beispiel Transportsektor: Die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd hat ihre Preise während der Pandemie um bis zu 1000 Prozent erhöht und 2021 einen Rekordgewinn von 9,3 Milliarden Euro eingefahren. Der zweitreichste Deutsche, Klaus-Michael Kühne, besitzt rund 30 Prozent der Hapag-Lloyd Aktien. Alleine er erhält in diesem Jahr voraussichtlich rund 1,9 Milliarden Euro Dividendenzahlungen.
  • Beispiel Geschlechtergerechtigkeit: Im Jahr 2021 waren weltweit 13 Millionen Frauen weniger erwerbstätig als 2019, während die Beschäftigung von Männern wieder das Niveau von 2019 erreicht hat. Das Ziel der Geschlechterparität bei Einkommen, also dass Frauen genauso viel verdienen wie Männer, rückt in immer weitere Ferne. Die dafür benötigte Zeit hat sich um mehr als eine Generation verlängert: von ohnehin schon inakzeptablen 100 auf 136 Jahre.
  • Beispiel Ungleichheit zwischen den Ländern: Vor der Pandemie nahm die Ungleichheit zwischen den Ländern ab - derzeit nimmt sie wieder zu, wobei die enorme Auslandsverschuldung die Erholung vieler Länder behindert. 60 Prozent der einkommensschwachen Länder stehen am Rande der Zahlungsunfähigkeit ihrer Schulden. 

Manuel Schmitt, Referent für soziale Ungleichheit bei Oxfam Deutschland, kommentiert:  

„Es ist nicht hinnehmbar, dass Konzerne und die dahinter stehenden Milliardärinnen und Milliardäre Rekordgewinne einfahren, während Millionen Menschen Mahlzeiten ausfallen lassen müssen, die Heizung abdrehen, mit ihren Rechnungen im Rückstand sind und sich fragen, was sie als Nächstes tun können, um zu überleben. Derzeit ersticken einkommensschwache Länder unter ihrer Schuldenlast, und weltweit explodieren Ungleichheit und Armut. Regierungen müssen dringend gegensteuern und Konzerne und Superreiche in die gesellschaftliche Pflicht nehmen, um die fatalen Auswirkungen der sich gegenseitig verstärkenden Krisen abzufedern und die Weichen hin zu einem gerechten und am Gemeinwohl orientierten Wirtschaftssystem zu stellen." 

In diesem Sinne fordert Oxfam Deutschland von der Bundesregierung: 

  1. Konzerne und sehr Vermögende stärker in die Verantwortung nehmen: Die Vermögenssteuer muss wieder eingeführt werden und es braucht eine einmalige Abgabe auf sehr hohe Vermögen sowie eine Übergewinnsteuer für Konzerne. Die Einnahmen sind in den weltweiten Ausbau von Bildungs-, Gesundheits- und sozialen Sicherungssystemen zu investieren. 
  2. Patentschutz für Covid-19-Impfstoffe aussetzen und Marktmacht von Konzernen begrenzen: Die Bundesregierung muss den Antrag zur Aussetzung geistiger Eigentumsrechte auf Covid-19-Impfstoffe, Medikamente und Diagnostika bei der WTO unterstützen, um schnell eine flächendeckende Versorgung aller Menschen zu erreichen. Nur so kann die Pandemie weltweit eingedämmt und das Risiko neuer, impfresistenter Virusvarianten beschränkt werden.
  3. Unternehmen demokratisieren und gemeinwohlorientiert ausrichten: Unternehmen müssen verpflichtet werden, Ziele innerhalb der planetaren Grenzen und unter Beachtung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht festzulegen und umzusetzen. Zudem sollten Unternehmen Strategien veröffentlichen müssen, in denen sie den Investitionsbedarf zur Erfüllung ihrer menschenrechtlichen und ökologischen Verpflichtungen benennen. 

 

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Weltweite Hungerkatastrophe droht - G7-Entwicklungsminister*innen müssen handeln

SID Blog - 23. Mai 2022 - 6:57
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18.05.2022 | Pressemitteilung

G7-Treffen der Entwicklungsminister*innen in Berlin Welthungerhilfe warnt vor dramatischer Hungerkatastrophe weltweit

Bonn/Berlin, 18.05.2022. In Berlin kommen vom 18.-19. Mai die Entwicklungsminister*innen der G7-Staaten zusammen. Die Welthungerhilfe fordert Bundesministerin Svenja Schulze und ihre Kolleg*innen auf, eine Wiederholung der Hungerkrise von 2008 mit über einer Milliarde Hungernden unbedingt zu verhindern. „Wir begrüßen das kurzentschlossene Handeln der G7 und die Investitionen in die Nothilfe, mit denen Menschenleben gerettet werden. Gleichzeitig müssen jetzt die Weichen für ein gerechtes und nachhaltiges Ernährungssystem gestellt werden. Sieben Jahre nach der Verpflichtung von Elmau 2015, bis 2030 rund 500 Millionen Menschen aus dem Hunger zu befreien, müssen die G7-Staaten ihre finanziellen Zusagen für Ernährungssicherung für mindestens eine Dekade erhöhen und ihre Zusammenarbeit stärken“, sagt Mathias Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe.

Mit einem neuen Bündnis für globale Ernährungssicherheit (Global Alliance for Food Security, GAFS) will Deutschland gemeinsam mit den anderen G7-Staaten und der Weltbank kurzfristige Hilfe leisten. Das Bündnis setzt vor allem auf Austausch und Vernetzung der Akteure sowie auf neue Forschungsvorhaben – jedoch gibt es wenige konkrete Informationen zur Umsetzung und Finanzierung des Bündnisses. Es muss sichergestellt werden, dass die G7 die Fehler der gescheiterten Vorgängerinitiativen nicht wiederholen und nur auf kurzfristige Finanzspritzen setzen.

Die Ziele für Nachhaltige Entwicklung (SDGs) können nicht erreicht werden, wenn nicht endlich neben der akuten Hungerkrise auch die Transformation hin zu einem gerechten und nachhaltigen Ernährungssystem vorangetrieben wird. Dafür braucht es längerfristige Finanzierungsmechanismen, um Ernährungssicherung zu gewährleisten und Abhängigkeiten zu reduzieren. Hierfür müssen die G7-Staaten neben der Nothilfe jedes Jahr mindestens 14 Mrd. USD zusätzlich für Ernährungssicherung zur Verfügung stellen. Der Anteil Deutschlands sollte hier mindestens 1,4 Mrd. USD jährlich betragen.

Die G7 müssen außerdem den politischen Willen aufbringen, Schieflagen zu beseitigen, in dem sie faire Handelsbeziehungen schaffen, menschenrechtliche und ökologische Sorgfaltspflichten durchsetzen und das Menschenrecht auf Nahrung für alle verwirklichen. Die G7-Staaten tragen hierfür eine besondere Verantwortung und müssen zu einem zukunftsfähigen Ernährungssystem beitragen, das sich insbesondere an den Interessen von Hungernden und Armen orientiert. Im Rahmen ihrer Entwicklungszusammenarbeit müssen sie sich in langfristigen Partnerschaften mit betroffenen Ländern und durch enge Einbindung und Unterstützung der Zivilgesellschaft für die Stärkung kleinbäuerlicher Landwirtschaft und ländlicher Entwicklung einsetzen. Im Abschlusskommuniqué der Agrarministerkonferenz wurde bereits vorgelegt – jetzt muss eine gemeinsame Strategie formuliert werden, die das Menschenrecht auf Nahrung umsetzt“, betont Mogge. 

 Weitere Informationen unter www.welthungerhilfe.de/presse

 

Die Welthungerhilfe wird in diesem Jahr 60 Jahre alt. Sie ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie setzt sich mutig und entschlossen für eine Welt ohne Hunger ein. Seit ihrer Gründung am 14.12.1962 wurden 10.369 Auslandsprojekte in rund 70 Ländern mit 4,2 Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen.


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