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Hamburg

Neue Projektausschreibung: „Der Planet in deinen Händen“

Globales Lernen in Hamburg - 2. November 2020 - 22:47

Das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) will junge Menschen auch 2021 mit einer Projektausschreibung in ihrem umweltpolitischen Engagement unterstützen. Das DFJW ist überzeugt, dass von der Zivilgesellschaft ausgehende Aktionen entscheidend für den Kampf gegen den Klimawandel sind. Zugleich stärkt die politische und gesellschaftliche Teilhabe der jungen Generation den sozialen und generationsübergreifenden Zusammenhalt.

Es sollen vor allem junge Menschen mit besonderem Förderbedarf angesprochen werden, die wenig Zugang zu deutsch-französischer, europäischer und internationaler Mobilität haben. Ihre Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der Nachhaltigen Entwicklung, dem Klimawandel und der Zukunft des Planeten liegen dem DFJW besonders am Herzen.

Projekte können durchgeführt werden von: Einrichtungen, Jugendverbände, Organisationen und Vereine in den Bereichen Jugend- und Erwachsenenbildung, Kultur, Sport, Wissenschaft, Medien, Schul-, Hochschul- und Berufsbildung, Schulklassen, Partnerschaftskomitees und Gebietskörperschaften

Die maximale Fördersumme des DFJW beträgt 14.000 € pro Projekt.

Mehr Infos zur Förderung stehen hier.

Kategorien: Hamburg

Wie weiter mit der Gemeinnützigkeit?

VEN Niedersachsen - 2. November 2020 - 20:00

In dieser Woche fallen wichtige Entscheidungen zur Zukunft gemeinnütziger Organisationen und Vereine. Aus diesem Anlass hat ein Bündnis aus 13 zivilgesellschaftlichen Akteuren von Amnesty International über Campact und Attac bis zum Deutschen Tierschutzbund heute einen aktuellen Forderungskatalog zur Reform des Gemeinnützigkeitsrechts vorgestellt. Die Kernforderungen sollten demnach dringend in das Jahressteuergesetz einfließen, das der Finanzausschuss des Bundestages am 4. November berät und das am 6. November im Plenum des Bundestages verabschiedet werden soll. Das Gemeinnützigkeitsrecht ist mit der dazu gehören Abgabenordnung Teil der Finanzgesetzgebung.

Kategorien: Hamburg

Schuldspruch: Journalist*in

SID Blog - 2. November 2020 - 13:28
Keine Straflosigkeit für Verbrechen gegen Journalisten



Viele Journalist*innen auf der ganzen Welt sind noch immer Opfer von Verfolgung,
beklagt die UNO-Flüchtlingshilfe in Bonn. Anlässlich des „Internationalen Tags zur Beendigung der Straflosigkeit für Verbrechen gegen Journalisten" (2.11.) stellt die UNO-Flüchtlingshilfe zwei Biografien im Blog „blauPause" vor: Die Eritreerin Yirgalem Fisseha Mebrahtu musste für ihre Arbeit psychische und körperliche Folter durchleben. Sie und Fatuma Nurye Yimam, eine ebenfalls geflüchtete Journalistin aus Äthiopien, sprechen über ihre Geschichte, ihre Arbeit und ihre Motivation weiterzumachen.

„Die Biografien dieser starken Frauen müssen uns motivieren und verpflichten, überall auf der Welt und auch in Deutschland weiter für das hohe Gut der Presse- und Meinungsfreiheit einzutreten. Jeden Eingriff in oder Angriff auf diese Freiheit müssen wir mit Haltung und klarer Kante entgegenwirken", fordert Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe, dem nationalen Partner des
UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR).


Wie wichtig der Kampf für Presse- und Meinungsfreiheit ist, verdeutlichen prominente Fälle wie Jamal Kashoggi, Daphne Galicia und Ján Kuciak. Das Ranking der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen dokumentiert jährlich, wie viele Länder die Arbeit von Journalist*innen massiv und systematisch behindern. Oft werden Medienschaffende entführt, gefoltert oder ermordet. Die Schuldigen werden dort meist nicht zur Rechenschaft gezogen. Eritrea liegt im Ranking auf dem drittletzten Platz.


„Ich glaube, der Kampf für Meinungsfreiheit ist keine Option, sondern ein Mandat."

Yirgalem Fisseha Mebrahtu ist eine eritreische Lyrikerin, Journalistin und
Schriftstellerin. Bis zu ihrer Freilassung im Januar 2015 musste sie sechs Jahre lang
unter schlimmsten Bedingungen im „Mai Swra" Gefängnis ausharren.


„Die Meinungsfreiheit in Deutschland ist erstaunlich."

Die äthiopische Journalistin und Aktivistin Fatuma Nurye Yimam recherchierte über illegale Migrationsrouten nach Dschibuti und andere Nachbarländer Äthiopiens. Ihre Geschichte zeigt, wie gut Deutschland vergleichsweise in Sachen Meinungs-und Pressefreiheit aufgestellt ist – auch wenn laute Minderheiten im Corona-Kontext von einer „Meinungsdiktatur sprechen".



Beide Frauen leben nach ihrer Flucht mittlerweile in Deutschland, im Interview
erzählen sie ihre Biografie, geben Einblicke in ihren Werdegang und ihre Arbeit. Und
schildern, was es bedeutet, wenn der Schuldspruch lautet: Journalist*in.


Die vollständigen Interviews im Blog blauPause unter:

https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/informieren/aktuelles/news/uebersicht/detail/artikel/schuldspruch-journalist/


PRESSEMELDUNG DER UNO-FLÜCHTLINGSHILFE 45/2020

Bonn, 1. November 2020

DFJW Projektausschreibung „Der Planet in deinen Händen“ (bis 1.12.2020)

#Nachhaltigkeit in #Hamburg - 2. November 2020 - 9:45
Mit der Projektausschreibung „Der Planet in deinen Händen“ werden deutsch-französische, trilaterale und multilaterale Projekte gefördert, die die kreative Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der Nachhaltigen Entwicklung, dem Klimawandel und der Zukunft des Planeten in den Fokus nehmen. Es werden 2021 bis zu 20 Projekte von einer deutsch-französischen Jury ausgewählt. Das DFJW gewährt eine Pauschalförderung von bis …

DFJW Projektausschreibung „Der Planet in deinen Händen“ (bis 1.12.2020) Weiterlesen »

Deutschlands Antrag zum Schutz des Wedellmeeres im Südpolarmeer gescheitert

SID Blog - 31. Oktober 2020 - 7:21

Hamburg, 30. Oktober 2020 (World Future Council) Die Antarktis erwärmt sich in einem noch nie dagewesenen Tempo – Dies ist ein weiterer Weckruf dafür, wie bedroht der fragile Planet Erde ist und, dass wir nicht nur seine aussergewöhnliche Tierwelt gefährden, sondern auch uns selbst in Gefahr bringen.
 
Heute wurde bei der internationalen CCAMLR Sitzung zum Schutz der Meereslebewesen der Antarktis ein Antrag Deutschlands, Norwegens und der EU zum Schutz des Wedellmeeres im Südpolarmeer vorgebracht und diskutiert. Dies wäre das größte Meeresschutzgebiet der Welt. Es gab eine breite Mehrheit der 25 Mitgliedsländer für diesen und einen weiteren Antrag Frankreichs weitere zusätzliche Gebiete unter Schutz zu stellen. Allerdings wurde die Annahme beider Anträge von Russland und China blockiert und sie konnten daher nicht verabschiedet werden.
 
Der Schutz des Südpolarmeeres spielt eine außerordentliche Rolle sowohl bei der Bewahrung der globalen Artenvielfalt als auch bei der Bewältigung des Klimawandels. Die beiden Schutzvorschläge sollen Teil eines Netzwerkes von Schutzgebieten um die Antarktis sein. Der Beschluss, ein solches Netzwerk zu schaffen, wurde bereits 2011 von CCAMLR* einstimmig verabschiedet. 2016 wurde das Schutzgebiet im  Ross Meer der Antarktis verabschiedet, allerdings erst nach einem vertraulichen Gespräch zwischen dem russischen und dem amerikanischen Außenminister. Dies deutet darauf hin, dass die Entscheidung für ein solches Schutzgebiet in Russland und auch in China aus geopolitischen Gründen auf allerhöchster Ebene getroffen wurde.
 
Der Tagung vorangegangen ist ein Beschluss des Deutschen Bundestages mit der Forderung an die Bundesregierung, sich auf höchster Ebene für die antarktischen Schutzgebiete einzusetzen.
 
„Trotz aller wissenschaftlichen Argumente und der globalen Bedeutung dieses Ökosystems wurde der Schutz des Wedellmeeres erneut von Russland und China blockiert. Dies ist eine schwere Enttäuschung und eine verpasste Chance, den dringend notwendigen Schutz der Weltmeere voranzubringen", sagt Dr. Ralf Sonntag, der als Meeresbiologe des World Future Councils an der Sitzung teilnahm. „Jetzt müssen Frau Merkel und Herr Maas aktiv werden und mit ihren Kolleginnen und Kollegen in Russland und China sprechen . Ohne ihren Einsatz wird es nicht gehen! Das zeigte die Schaffung eines früheren Schutzgebietes in der Ross See der Antarktis. Dort kam es erst zum Durchbruch, nachdem sich der damalige US-Außenminister mit dem russischen Außenminister verhandelt hatte."
 
„Das Südpolarmeer ist in seiner Unberührtheit eine Schatzkammer der Artenvielfalt. Der Erhalt dieses einzigartigen Ökosystems ist für die Zukunft der gesamten Menschheit von großer Bedeutung", sagt Alexandra Wandel, Vorstandsvorsitzende des World Future Councils.
 
Der World Future Council engagiert sich für eine Zukunft mit gesunden Ozeanen. Dafür setzt sich die Hamburger Stiftung ein und informiert über die globale Situation, über Lösungsansätze und versucht, dahingehend zu überzeugen, wie notwendig der Schutz großer Teile der Meeresumwelt ist . Wir fordern dass bis 2030 mindestens 30% der Meere unter Schutz gestellt werden.
 
*CCAMLR ist die Konvention zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis. Sie besteht aus 25 Mitgliedsstaaten und der EU. Die Mitglieder treffen sich normalerweise jährlich in Hobart, Tasmanien um zum einen mögliche Fischfangquoten festzusetzen, aber insbesondere auch um über Schutzgebiete zu diskutieren und Verstöße gegen Fischereiregeln zu ahnden. Dieses Jahr fand die Tagung auf Grund der Pandemie online statt.

LHÜ-Info Oktober 2020

SID Blog - 30. Oktober 2020 - 21:36


LHÜ-INFO Oktober 2020

AKLHÜ-Feature Wie ist Friedensarbeit jetzt überhaupt noch möglich?

Im LHÜ-Leitartikel gibt Stefanie Wurm, vom Weltfriedensdienst e.V., einen Einblick in den Arbeitsalltag von WFD-Fachkräften in ihren Einsatzländern und berichtet darüber, wie Friedensarbeit zusammen mit den Partnerorganisationen trotz schwierigster Umstände weitergeht. Über internationale Partnerstrukturen, Friedensförderung und Gewaltprävention in Zeiten von Corona, deren friedensstiftende Wirkungen gerade in Zeiten gewaltiger Herausforderungen unerlässlich sind.

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Personelle Zusammenarbeit (PZ) Partner stärken, Netze knüpfen - Ein Blog-Beitrag von Prälat Dutzmann, Bevollmächigter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), zu 60 Jahre Personaldienst

Mit Personeller Zusammenarbeit zu einer Entwicklung nach menschlichem Maß.

"Die Globalisierung unserer Welt schreitet unaufhaltsam voran. Manchmal macht sie uns Angst und verunsichert viele Menschen. Aber wir können die Globalisierung nicht aufhalten. Wir haben vielmehr den Auftrag, sie gerechter zu gestalten. Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung bleiben Auftrag und Ziel unseres Dienstes in der Welt. Der entwicklungspolitische Personaldienst der Kirchen leistet nach meiner Überzeugung einen unverzichtbaren Beitrag zu dieser Aufgabe."

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  Aachener Friedenskonferenz appelliert: Religionen, Zivilgesellschaft und Politik sollen in der internationalen Friedensarbeit stärker zusammenarbeiten

Vom 7. bis 9. Oktober fand die internationale digitale Konferenz zu weltweiten Handlungsansätzen der Friedensarbeit unter dem Motto "Selig, die Frieden stiften" statt, die mit einem Appell zu einem engeren Bündnis zwischen den Kirchen, anderen Religionsgemeinschaften, Zivilgesellschaft und Politik in der internationalen Friedensarbeit endete.

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  Africa-Europe Civil Society Survey: Engere Zusammenarbeit absolut notwendig

Über 360 Vertreter/innen zivilgesellschaftlicher Organisationen aus Afrika und Europa haben Anfang Oktober an der Umfrage „Africa-Europe Civil Society Survey" teilgenommen. Die Bedeutung der afrikanisch-europäischen Beziehungen wurde dabei als hoch bewertet, die Qualität hingegen in Zweifel gezogen.

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  Als Fachkraft im Zivilen Friedensdienst in Timor Leste - Lernen und Lehren mit friedlichen Mitteln

Sandra Schweiger, ZFD-Fachkraft für Friedenspädagogik und partizipative Unterrichtsmethodik, berichtet über ihr Leben in Dili, die gewaltvolle Geschichte des Landes und darüber, wie sie ihre Arbeit und die Menschen erlebt.

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Tipps & Termine Handreichung Sicherheitsmanagement in internationalen Freiwilligendiensten

Eine vom AKLHÜ e.V. erarbeitete Handreichung zur Entwicklung eines ganzheitlichen organisationsspezifischen Sicherheitsmanagements für Trägerorganisationen in internationalen Freiwilligendiensten, soll als Leitfaden für begleitendes Fachpersonal dienen.

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  Lesetipp: Voluntaris Sonderband "Entwicklungspolitische Freiwilligendienste im Fokus der Forschung"

Der Voluntaris Sonderband vertieft die Diskussion der ersten wissenschaftsorientierten Fachtagung zu entwicklungspolitischen Freiwilligendiensten in Deutschland, die im September 2018 an der TH Köln anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des Freiwilligendienstprogramms Weltwärts stattfand. Der Band beschäftigt sich mit den Themenfeldern „Lernen und Bildung", „Postkoloniale Perspektiven", „Einschluss und Ausschluss" sowie „Internationale Perspektiven".

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  Aktionswoche #internationalheart: Internationalen Jugendaustausch nachhaltig sichern!

In der Aktionswoche vom 9. bis 15. November, die 2020 bereits zum dritten Mal stattfindet, sprechen Träger, Teilnehmende, Aktive und Unterstützer/-innen internationaler Austauschprojekte bundesweit mit Abgeordneten in ihrem Wahlkreis, um Wünsche und Forderungen für die Zukunft des Internationalen Jugendaustausches zu diskutieren.

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IMPRESSUM
Herausgeber: AKLHÜ e.V. – Netzwerk und Fachstelle für Internationale Personelle Zusammenarbeit
Redaktion: Wanja Amling, Tel.: 0228-9089914, aklhue@entwicklungsdienst.de 
Redaktionsschluss der nächsten Ausgabe: 24.11.2020

Bildnachweis: Oben: Weltfriedensdienst e.V., Mitte: Pixabay License, Unten: Unsplash License


EWIK Newsletter November: Menschenrechte

SID Blog - 30. Oktober 2020 - 21:33

Newsletter Eine Welt Internet Konferenz

Der Infodienst des Portals Globales Lernen

Ausgabe November 2020: Menschenrechte

„Demokratie und Menschenrechte können nur mit dem und durch den Willen der Menschen verwirklicht werden (…) ." - Shirin Ebadi, iranische Juristin und Friedensnobelpreisträgerin


Liebe Leserinnen und Leser,

am 10. Dezember 1948, seitdem als Tag der Menschenrechte bekannt, verabschiedete die UN-Generalversammlung die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR). Damit bekräftigte die internationale Staatengemeinschaft „die grundlegenden Menschenrechte, […] die Würde und den Wert der menschlichen Person" (UNRIC, S. 1).

Das Wissen um Rechte, das Verstehen, was sie sind, und das Lernen, wie sie erkämpft und aufrechterhalten wurden/werden, sind wichtige Elemente des Lebens in einer pluralistischen (Welt-)Gesellschaft. Wie das oben genannte Zitat der Menschenrechtsaktivistin Shirin Ebadi verdeutlicht, ist zur Umsetzung der Menschenrechte das Wissen und der Wille eines/r jede/n einzelnen essenziell. Aufgrund dessen spielt die Menschenrechtsbildung (MRB) bei der Bemühung, neuen Generationen das Wissen über ihre unveräußerlichen Rechte und die Mittel zu ihrer Ausübung und Verteidigung zu vermitteln, eine wichtige Rolle. Das Ziel ist es eine Kultur der Menschenrechte zu fördern, in der alle Menschen ihre Rechte, Pflichten und Freiheiten kennen und Menschenrechtsverletzungen erkennen und aktiv bekämpfen können.

Die Achtung der Menschenrechte ist für eine nachhaltige Entwicklung und die Erreichung der SDGs eine zentrale Voraussetzung und bildet somit für die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) einen normativen Werterahmen. Sowohl MRB als auch die BNE beruhen auf dem Recht auf Bildung (Art. 26), welches gleichzeitig als Voraussetzung zur Erfüllung der Ziele gesehen wird, und haben eine chancengerechte Bildung als Ziel. Doch gerade diese und das Recht auf Bildung (Art.26) wurde durch den Ausbruch der Covid-19 Pandemie vor extreme Herausforderungen gestellt.

Menschenrechtsbildung ist eine Bildung für, über und durch Menschenrechte. Der Grundsatz "Bildung durch Menschenrechte" meint ein Bildungsformat, das es allen ermöglicht, in einer Weise zu lernen und zu lehren, in der die Rechte aller geachtet werden. Zu diesen Rechten gehört auch das Recht auf Partizipation und Teilhabe aus Art. 12 der UN-Kinderrechtkonvention: "Die Vertragsstaaten sichern dem Kind, das fähig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Meinung in allen das Kind berührenden Angelegenheiten frei zu äußern, und berücksichtigen die Meinung des Kindes angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife." (Art. 12, KRK)

Gerade in diesen Zeiten braucht es Raum für junge Menschen, in denen sie partizipieren und mitentscheiden können, wenn es um ihre Bildungsbiografie und somit um ihre Zukunft geht. Sie müssen als Subjekte wahrgenommen werden und es braucht die Möglichkeit einer echten Beteiligung an relevanten Prozessen. Denn junge Menschen sind wesentliche Akteur*innen für eine gesellschaftliche Transformation hin zu einer Kultur der Menschenrechte. In Ausnahmesituationen wie dieser ist die Demokratie, und damit das Wissen um unsere Rechte als Menschen, gefordert. Der Grundsatz der Partizipation, also die Mitentscheidung, wie und was gelernt werden soll, ist für eine Lern- und Lehrweise, in der und durch die die Rechte sowohl der Lehrenden als auch der Lernenden geachtet werden, notwendig.

In diesem Sinne: lassen Sie uns Mut beweisen und echte Partizipation ermöglichen!

Lydia Grulke und Kim Paczkowski, peace brigades international | Deutscher Zweig e. V.
EWIK - Kooperationspartner

Die Angebote für Menschenrechtsbildung sind zahlreich und vielfältig, und dieser Newsletter kann nur eine kleine Auswahl präsentieren. Dennoch ist er sehr lang geworden und liefert Ihnen hoffentlich einige Anregungen. Weiterhin darin zu finden sind schwerpunktunabhängige aktuelle Meldungen, Neues vom Blog und aus den Fokusrubriken sowie Veranstaltungstipps.

Anregende Lektüre!
Aktuelles

Global Education Week vom 16. - 20. November 2020: "It's our world. Let's TAKE ACTION!"

Die europaweite GLOBAL EDUCATION WEEK findet in diesem Jahr vom 16. bis 20. November 2020 statt und ruft dazu auf, sich die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung zu eigen zu machen:
It's our world. Let's take action! Die Welt gehört uns, wir entscheiden, was mit ihr passiert.
Dieses Jahr steht ganz im Zeichen der Covid-19-Pandemie und u. a. der weltweiten Proteste gegen Rassismus. Viele Lebensbereiche verändern sich gerade grundlegend. Die GLOBAL EDUCATION WEEK lädt alle ein, sich aktiv an der demokratischen und nachhaltigen Gestaltung unserer Gesellschaft zu beteiligen. Vor allem junge Menschen und ihre Vorstellungen sind gefragt, weshalb gerade Lehrkräfte und Schüler*innen dafür gewonnen werden sollen, sich mit Projekten aller Art zu beteiligen, zum Beispiel mit Videoclips, Kunstprojekten, Unterrichtseinheiten oder Workshops. 

11. KMK/BMZ-Fachtagung zum Orientierungsrahmen Globale Entwicklung vom 23. - 24. November 2020 in Berlin und online

Auf der diesjährigen KMK/BMZ-Fachtagung zum Orientierungsrahmen Globale Entwicklung (OR) sollen aktuelle bildungspolitische Themen wie der Umgang mit Unsicherheit und Komplexität in Beziehung zu Bildung für Nachhaltige Entwicklung in globalen Zusammenhängen diskutiert werden. Zudem wird auch die Erweiterung des OR auf die gymnasiale Oberstufe in den Blick genommen. Wie gewohnt werden in den Workshops Akteurinnen und Akteure der interessierten Zivilgesellschaft und der Fachöffentlichkeit die Möglichkeit haben, sich an den aktuellen Arbeitsprozessen rund um den Orientierungsrahmen zu beteiligen. Anmeldeschluss ist der 6. November 2020. Bitte beachten Sie: Aufgrund der sehr dynamischen Covid-19 Situation behalten sich die Veranstalter kurzfristige Änderungen bzgl. Ablauf und Durchführung der Fachtagung vor. Entsprechende Änderungen werden auch auf der Programm- und Anmeldeseite bekannt gegeben.

Aktionswochen Niedersachsen "Gemeinsam Welt gestalten!"

Unter dem Motto „Weltwechsel Niedersachsen: Gemeinsam Welt gestalten! Wenn nicht jetzt, wann dann?" laden Gruppen, Vereine und Einzelpersonen vom 2. – 22. November 2020 in ganz Niedersachsen zu Veranstaltungen ein, die sich mit Themen der globalen Nachhaltigkeitsziele auseinandersetzen.

Kampagne "Diensteid-Dilemma"

Lehrkräfte sollen Werte vermitteln, deren politische Umsetzung derzeit nicht erkennbar ist. Dass dies ein „No go" ist, zeigt die Fridays For Future-Bewegung. Ob Lehrer*in oder nicht: Alle, die sich für eine Klimapolitik einsetzen, die Schüler*innen eine sichere Zukunftsperspektive bietet und den Bildungsanstrengungen der Schulen wieder Sinn verleiht, können mit wenigen Klicks den Offenen Brief an die politischen Entscheidungsträger*innen unterzeichnen. Die Kampagne läuft noch bis Anfang Dezember 2020.

Online-Forbildung "WIRKLICH ALLE IM BLICK? Wen adressiert entwicklungspolitische Bildungsarbeit?" am 10. November 2020

In dieser Online-Fortbildung des Portals Globales Lernen soll der Frage nachgegangen werden, ob im Bereich der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit der Aspekt der Bildungsgerechtigkeit eigentlich ausreichend bedacht wird. Es sollen die Angebote und Materialien im Bereich Globales Lernen / Bildung für nachhaltige Entwicklung hinsichtlich ihrer Ausrichtung, ihrer Themen, Sprache und Methodik kritisch betrachtet und alternative Bildungsansätze und -projekte z.B. aus der offenen Jugendarbeit vorgestellt werden. Mögliche Zugänge auch für bildungssystemferne Zielgruppen sollen aufgezeigt, weiterhin Ideen für sprachbewusste Bildungsmaterialien vorgestellt werden.

UN im Klassenzimmer

Mit diesem Angebot für Schulklassen vermittelt die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. auf spielerische Art und Weise grundlegendes Wissen über die Arbeit und Ziele der Vereinten Nationen. Das Format "UN im Klassenzimmer" gibt jungen Menschen die Möglichkeit, internationale Zusammenarbeit, politische Prozesse und die Ziele der Vereinten Nationen in der Praxis kennenzulernen. Studierende werden zu Teamerinnen und Teamern ausgebildet und vermitteln in den Schulen die Module.

Zum Schwerpunkt: Bildungsmaterialien

Material zur Menschenrechtsbildung von Amnesty International

Amnesty International bietet auf seiner Website vielfältige und methodisch abwechslungsreiche Materialien für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit zu verschiedenen Aspekten des Themas Menschenrechte an. Auch gibt es in vielen Regionen ehrenamtliche Gruppen und Expert*innen, die an Schulen und anderen Einrichtungen Veranstaltungen mit Jugendlichen und Erwachsenen zum Thema Menschenrechte durchführen.

10 Jahre Menschenrechte auf Wasser und Sanitärversorgung…

…dann haben doch jetzt alle eine sichere Toilette, oder? Leider nein und auch der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist längst nicht global gesichert. Nicht nur weltweit, sondern auch hier in Deutschland sind diese Privilegien nicht allen Menschen zugänglich. Die Unterrichtsmaterialien der German Toilet Organization e. V. befassen sich unter dem Titel "Klobalisierte Welt" genau mit diesen Thematiken und bringen die Inhalte altersstufengerecht ins Klassenzimmer. Im Mittelpunkt stehen Informationen und Gestaltungsmöglichkeiten für den Unterricht, schulform- und fachübergreifend einsetzbar.

Menschenrechte. Materialien für die Bildungsarbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen des Deutschen Instituts für Menschenrechte

Was sind Menschenrechte? Wo sind sie verankert und wer schützt sie? Was hat Diskriminierung mit Menschenrechten zu tun und warum ist der Zugang zum Recht unverzichtbarer Bestandteil der Menschenrechte? Welche Menschenrechtsverletzungen erleben Menschen mit Behinderung, was steht in der UN-Kinderrechtskonvention und wo ist das Recht auf Asyl festgeschrieben? Auf diese Fragen geben die Bildungsmaterialien des Deutschen Instituts für Menschenrechte e. V. Antworten.

Gleiche Rechte für alle – Bildungsmaterialien zum Thema Behinderung 

Alle Menschen haben das Recht, gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Dennoch werden Menschen mit Behinderungen ungleich behandelt: Viele sind beim Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und Arbeit benachteiligt und werden im Alltag oftmals ausgegrenzt. In den Bildungsmaterialien der Christoffel-Blindenmission (CBM) wird diese Problematik aufgegriffen und für die Sekundarstufe I aufbereitet. Mit Hilfe des Lernbausteins „Chancengleichheit weltweit – ein Menschenrecht" untersuchen die Jugendlichen, inwieweit Menschen mit Behinderungen in Deutschland und weltweit eine Ungleichbehandlung erfahren und welche Barrieren es gibt, die eine gleichberechtigte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben erschweren. Ein Themenheft für Lehrkräfte zum Thema Behinderung sowie die dazugehörige Methodensammlung mit praktischen Anregungen unterstützen bei der Umsetzung des Themas im Unterricht.

Bildungsmodule für eine sozial- gerechte Modeindustrie

Unter dem Motto „FairSchnitt - Studieren für eine sozial gerechte Modeindustrie" entwickelt FEMNET Formate, Netzwerke und Strukturen, um an Hochschulen Themen wie Unternehmensverantwortung, Sozial- und Umweltstandards oder Arbeits- und Menschenrechte am Beispiel der Bekleidungsindustrie zu diskutieren. Dabei gilt es das Bewusstsein der Studierenden für die globalen Zusammenhänge der Textilindustrie zu schärfen, das Hintergrundwissen über soziale Standards und Arbeitsbedingungen in der Modeproduktion zu vergrößern und ihre Verantwortung der für die gesamte Branche zu betonen. Mit dem vorliegenden Toolkit stehen die entwickelten Inhalte auch öffentlich zur Verfügung und können so über die Zielstudiengänge hinaus genutzt und eingesetzt werden.

Bilinguale Erziehung in den Anden - Bildungsmaterial für den Spanisch-Unterricht

Das Unterrichtsmaterial von Brot für die Welt zeigt auf, wie wichtig bilingualer Unterricht in den Anden ist: als Schutz vor Diskriminierung und zur Stärkung der indigenen Bevölkerung. Vorgestellt wird dabei auch die Arbeit der Partnerorganisation TAREA in Peru, die an Schulen den zweisprachigen Unterricht ermöglicht. So können die Kinder auch in ihrer Muttersprache lernen statt nur auf spanisch.

"Alles, was Menschen Recht ist" – Kurzeinheit zum Thema Menschenrechte für die Sek. I

Dieses Unterrichtsmaterial wurde von Misereor für eine Doppelstunde zum Thema Menschenrechte entwickelt. Es ist einsetzbar ab Klasse 9 in den Fächern Politik, Sozialkunde und Religion. Eingestimmt durch eine kurze Übung in der Gruppe lernen die Jugendlichen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte kennen. Im Anschluss vertiefen sie ihre Eindrücke anhand eines Beispiels aus Kambodscha zum Recht auf angemessenes Wohnen.

Kinderrechte: Unterrichtsbausteine für die 3.-6. Klasse

Die UN-Kinderrechtskonvention feiert ihr mittlerweile 30jähriges Bestehen – Anlass genug für das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" e.V., sich diesem komplexen und wichtigen Thema erneut zu widmen. Dieser Publikation geht ein Malwettbewerb voraus, bei welchem Kinder und Jugendliche ihre Ideen und Gedanken zum Thema Kinderrechte wiedergaben. Einige der Ergebnisse dieses Projektes sind im Sternsinger- Magazin "30 Jahre Kinderrechte" zusammengefasst und bilden Teil dieses Materialpaketes.
Ausserdem stehen ein Film, ein Plakat und ein Kartenset zur Verfügung und ermöglichen Schülerinnen und Schülern, sich zum Teil auf spielerische Art und Weise mit dem Thema zu befassen.

Lernpfad "Kinderrechte"

Die Plattform ZUM – Unterrichten stellt freie Lernmaterialien zu vielen Unterrichtsthemen bereit, macht Vorschläge für eine konkrete Umsetzung im Unterricht und verlinkt mit anderen Anbietern, Organisationen und deren Materialangeboten.
Bei diesem Unterrichtsentwurf wird das Thema Kinderrechte am Beispiel des Kakaoanbaus erarbeitet. Das OER Material beinhaltet (kurze) Videos, zugeschnittene Aufgaben und die Möglichkeit zur Vertiefung des Themas sowie weiterführende Links. Die Unterrichtseinheit ist für die Klassenstufe 7/8 konzipiert.

Zum Schwerpunkt: Aktionen, Angebote, Fortbildungen
Menschenrecht auf Bildung - Weltklasse!-Siegel für Schulen und Projekte

Das Weltklasse!-Siegel ist eine Auszeichnung, mit der bundesweit Schulen und Projekte von jungen Weltbürger*innen ausgezeichnet werden, die sich im Rahmen der Weltklasse!-Aktion der Globalen Bildungskampagne für das Menschenrecht auf Bildung starkmachen und ihre Botschaften aktiv in die Politik tragen. Das Weltklasse!-Siegel wird jährlich vergeben.

Deutscher Menschenrechts-Filmpreis

Der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis wird seit 1998 alle zwei Jahre Anfang Dezember anlässlich des Internationalen Tags der Menschenrechte verliehen. Er zeichnet herausragende Film- und Fernsehproduktionen aus, welche die Bedeutung der Menschenrechte thematisieren. Zugleich würdigt der Preis den oftmals lebensgefährlichen Einsatz engagierter Filmemacher*innen für den Schutz der Menschenrechte. So schärft der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis das Bewusstsein für die Bedeutung der Menschenrechte in der Öffentlichkeit und der Politik.

FEMNET-Workshops zum Themenkomplex "Arbeitsbedingungen in der Modeindustrie"

Mit den Workshops (auch online) möchte FEMNET junge Menschen für die globalen Zusammenhänge rund um das Thema Kleidung sensibilisieren. Im Mittelpunkt der Workshops steht die Auseinandersetzung mit den eigenen Handlungsspielräumen, um die negativen Auswirkungen von Kleidung auf Mensch und Umwelt zu reduzieren.

Learn4Life!-Angebot "Menschenrechtbildung an Schulen" im Rhein-Main-Gebiet

Lernen über den Lehrplan hinaus: Schüler*innen beschäftigen sich in den „Learn4Life!"-AGs von Masifunde mit dem Thema „Menschenrechte".
Im nunmehr vierten Jahr beschäftigen sich Schüler*innen dreier Schulen im Rhein-Main-Gebiet in den „Learn4Life!"-AGs von Masifunde wöchentlich mit verschiedenen Themen des Globalen Lernens. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie wirtschaftliche und soziale Gerechtigkeit sowie ein friedliches Zusammenleben in einer global vernetzten Welt erreicht werden können. In Vorbereitung auf den Tag der Menschenrechte im Dezember steht das Modul „Menschenrechte" auf dem Programm.

100 Millionen-Kampagne gegen Kinderarbeit

Die globale Kampagne 100 Million setzt sich dafür ein, dass jedes Kind an jedem Ort der Welt frei, sicher und gebildet aufwachsen kann. Sie hat das Ziel, im Rahmen der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) Kinderarbeit bis 2025 zu überwinden und will dafür 100 Millionen Jugendliche weltweit aktivieren. Im Rahmen der Kampagne wurde ein Aktionskit erstellt, das Lehrer*innen für ihren Unterricht nutzen können, auch ein sehenswerter Dokumentarfilm zur Kampagne steht zur Verfügung.

Menschen & Rechte sind unteilbar – Ausstellung zu den Themen Menschenrechte und Europa

Menschenrechte sind die unveräußerliche Grundlage demokratischer Gesellschaften. Dies wird gegenwärtig in Europa in Frage gestellt: Die Untergrabung der Unabhängigkeit von Gerichten, Angriffe gegen die Pressefreiheit, Einschränkung von Bürgerrechten und des Rechts auf Asyl – all das kann man da beobachten, wo Rechtspopulisten regieren. Die PRO ASYL-Ausstellung behandelt verschiedene Aspekte der Menschenrechte von ihrer Entstehung bis heute. Die Ausstellung besteht aus 15 Einzelplakaten im Format DIN A2 und ist online bestellbar.

Achtung von Menschenrechten durch Unternehmen: Streit um Inhalte des Lieferkettengesetzes

Kinderarbeit auf Plantagen, Vertreibung für Rohstoffabbau, ungeschützter Umgang mit gefährlichen Chemikalien in Fabriken: Mit einem Lieferkettengesetz sollen Unternehmen verpflichtet werden, derartigen Menschenrechtsverstößen in ihren Auslandsgeschäften vorzubeugen. In der Initiative Lieferkettengesetz engagieren sich über 100 Organisationen für einen starken gesetzlichen Rahmen zur Achtung von Menschenrechten und Umweltstandards. Interessierte finden auf der Website der Initiative Fallbeispiele, aktuelle Meldungen zum politischen Prozess und Mitmach-Aktionen.

Mehr.Wert! Menschenrechte in globalen Lieferketten

Immer wieder kommt es zu gravierenden Menschenrechtsverletzungen durch Wirtschaftsunternehmen weltweit. Besonders globale Lieferketten sind davon betroffen. Dies geschieht auch durch deutsche Unternehmen und deren Tochterunternehmen oder Zulieferer. Um Menschenrechte in globalen Lieferketten effektiver zu schützen, hat der UN-Menschenrechtsrat die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte in 2011 verabschiedet. Die Bundesrepublik Deutschland setzte die UN-Leitprinzipien Ende 2016 mit dem Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte um. Diese Form der nationalen Umsetzung bleibt jedoch hinter dem Anspruch der UN-Leitprinzipien zurück, da sie auf eine freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft abzielt. Das Projekt „Mehr.Wert! – Menschenrechte in globalen Lieferketten" soll das verantwortliche Handeln in Niedersachsen für den Schutz von Menschenrechten in globalen Lieferketten stärken und ausweiten.

Fachstelle Globale Wirtschaft und Menschenrechte

Die im Rahmen des Eine-Welt-Promotor*innen-Programms NRW eingerichtete Fachstelle für Globale Wirtschaft und Menschenrechte möchte auf menschenrechtsverletzende Strukturen globalen Wirtschaftens hinweisen und Wege zur Veränderung aufzeigen. Dies geschieht über Bildungsarbeit und die Qualifizierung von Mulitiplikator*innen, die Entwicklung und Bekanntmachung von Handlungsangeboten sowie Netzwerkarbeit.
Zum Schwerpunkt: Hintergrundinformationen

Maßstab Menschenrechte. Bildungspraxis zu den Themen Flucht, Asyl und rassistische Diskriminierung

Das Handbuch "Maßstab Menschenrechte – Bildungspraxis zu den Themen Flucht, Asyl und rassistische Diskriminierung"  ist die Essenz des gleichnamigen Projekts, das im Oktober 2019 zu Ende gegangen ist. Die 108-seitige Publikation richtet sich an alle Personen, Gruppen und Institutionen, die pädagogisch zu Menschenrechten, Flucht, Asyl und/oder rassistischer Diskriminierung arbeiten oder daran interessiert sind.

Themenseite "Rassistische Diskriminierung"

Aus der Menschenwürde ergibt sich der Anspruch aller Menschen, als Gleiche geachtet zu werden. Rassismus negiert diesen Achtungsanspruch und steht der Menschenrechtsidee damit fundamental entgegen. Der Kampf gegen Rassismus ist daher ein Kernanliegen der Menschenrechte. Das Deutsche Institut für Menschenrechte beleuchtet auf seiner Website verschiedene Aspekte Rassistischer Diskriminierung und liefert Beiträge u.a. zum  Thema Verbreitung rassistischen Gedankenguts versus Meinungsfreiheit und dem Neutralitätsgebot in der politischen Bildung.

Factsheet: Zwangsarbeit in Xinjiang. Europäische Unternehmen profitieren von der Unterdrückung der Uigur*innen

Ein neues SÜDWIND-Factsheet macht auf den globalen "Aktionsaufruf gegen Menschenrechtsverletzungen im Textil- und Bekleidungssektor in der uigurischen Autonomen Region Xinjiang" aufmerksam. Die Autonome Region Xinjiang im Westen Chinas gehört zu den wichtigsten Baumwollanbauregionen der Welt. Seit Jahren ist bekannt, dass die dort lebende muslimische Minderheit – die Uigur*innen- massiv unterdrückt wird. Aktuelle Recherchen zeigen nun, dass Uigur*innen und andere Minderheiten in Xinjiang auch zur Arbeit in globalen Wertschöpfungsketten, u.a. der Textilproduktion, gezwungen werden. Damit besteht ein hohes Risiko, dass Textilien und Bekleidung, die in Europa verkauft werden, unter Einsatz von Zwangsarbeit hergestellt werden.

Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 20/2020) zum Thema Menschenrechte

Als politische Norm haben die Menschenrechte eine beachtliche Wirkmächtigkeit entfaltet und gehören heute zu den Leitmotiven des internationalen Diskurses. Doch die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit des internationalen Menschenrechtsschutzes ist groß, und jüngere Entwicklungen geben Grund zur Sorge. Die Zeitschrift der Bundeszentrale für politische Bildung kann kostenlos online bestellt werden und steht auch zum Download und online lesen bereit.

Broschüre: Klimawandel und Menschenrechte

Zum Jahresthema "Klimaschutz und Menschenrechte" hat FIAN die 40-seitige Broschüre "Klimawandel und Menschenrechte" verfasst. Dargestellt werden darin die Gefährdung zentraler Menschenrechte durch die Erderwärmung, die wichtigsten UN-Klimaabkommen sowie menschenrechtliche Anforderungen an die Klimapolitik aus Sicht von FIAN. Aufgegriffen werden u.a. die Folgen des Klimawandels für das Recht auf Nahrung und das Recht auf Wasser sowie Anforderungen an die internationale, europäische und deutsche Klimapolitik. Das Heft bildet die theoretische Grundlage für anstehende Seminare und Aktionen.

Mädchenbeschneidung – ein dringendes Thema auch für Schulen und Kitas

Die Weltgesundheitskonferenz schätzt, dass weltweit 200 Millionen Frauen an ihren Genitalien beschnitten worden sind und jährlich etwa 4 Millionen Mädchen das gleiche Schicksal erleiden.
Das Bildungsportal Kutairi setzt den Fokus auf die Aufklärung zur Mädchenbeschneidung. Mit Förderung des Gleichstellungsministeriums NRW werden seit 13 Jahren Fortbildungen organisiert und Material zum Thema weibliche Genitalbeschneidung entwickelt. Auf dem Portal zu finden sind 20-Minuten-Exkurse, Hintergrundinformationen und Hinweise auf regelmäßige Fortbildungsangebote zum Thema weibliche Genitalbeschneidung für pädagogische Fachkräfte.

Aus unseren Fokusrubriken
Das Portal Globales Lernen setzt mit seiner Rubrik "Im Fokus" thematische Schwerpunkte, um aktuelle Themen des Globalen Lernens und der Bildung für nachhaltige Entwicklung ausführlicher behandeln zu können.

Diese Schwerpunkte sind aktuell:

Rassismus
Fridays for Future
Digitalisierung und Globales Lernen
Weniger ist mehr / Degrowth
Sustainable Development Goals (SDG)
Flucht und Asyl
Abfall und Müllexporte weltweit
Lebensmittelverschwendung

Im Folgenden präsentieren wir Ihnen aktuelle Meldungen aus diesen Rubriken.


Auf den Spuren des Widerstands gegen Rassismus

Was ist Rassismus und wie hängt er mit Kolonialismus zusammen? Ob Wirtschaft, Bildung, Kultur oder Sprache: Koloniale Herrschaft zeichnete sich durch die gewaltsame Umstrukturierung quasi aller Lebensbereiche aus. Ihre Nachwirkungen sind bis heute spürbar. Doch so alt wie die europäische Expansion ist, ist auch der Widerstand dagegen. Das Projekt "Auf den Spuren des Widerstands gegen Rassismus" stellt Geschichten des antikolonialen Widerstands in Kamerun in den Fokus und möchte junge Menschen dazu anregen, sich kritisch mit der kolonialen Geschichte und bestehenden Machtverhältnissen zu beschäftigen.

7 Kurzfilme: SDGs und Fairer Handel

In den sieben kurzen Clips berichten Fairtraide-Produzent*innen über ihre persönlichen Herausforderungen und darüber, wie der faire Handel ihr Leben positiv verändert. Verschiedene SDGs stehen dabei mit im Fokus. Die Clips eignen sich gut für den Einsatz im Unterricht.

Schöne neue Welt? Materialheft zum Thema "Menschenrechte und Digitalisierung"

Gesellschaft, Wirtschaft und Staat: Innerhalb kürzester Zeit hat eine atemberaubende Digitalisierung nahezu aller Lebensbereiche stattgefunden. Das verändert, wie Menschenrechte weltweit wahrgenommen und verteidigt, aber auch missachtet werden können. Mit einem Materialheft nimmt die EKD in den Blick, was Menschenwürde und Menschenrechte im digitalen Zeitalter bedeuten.

Unterrichtsmaterial - Aufbrechen Ankommen Bleiben

Anhand der Lebensgeschichten von sieben jungen Flüchtlingen und Asylsuchenden, wie z.B. Aras, der ohne seine Eltern aus Syrien nach Österreich geflüchtet ist, kann mit den Schüler*innen Wissen zum Thema Flucht und zum Leben in einer vielfältigen Gesellschaft erarbeitet werden. Im ersten Kapitel "Aufbrechen" erarbeiten die Schüler*innen anknüpfend an die eigene Biographie unterschiedliche Ursachen für Migration. Im zweiten Kapitel "Ankommen" beschäftigen sie sich mit den weltweiten Fluchtbewegungen und dem österreichischen Asylsystem. Das dritte Kapitel "Bleiben" greift verschiedene Themen in Bezug auf das Leben von Flüchtlingen und subsidiär Schutzberechtigten in Österreich (Grundbedürfnisse, Vorurteile, Diskriminierung und Zivilcourage sowie Sprache) auf.

Global lernen. Das Thema: Klimagerechtigkeit

Die Klimakrise ist das drängendste Problem unserer Zeit. Die Frage danach beschäftigt viele Jugendliche weltweit, denn es ist ihre Zukunft, die auf dem Spiel steht. Deswegen gibt es sowohl Interesse als auch die dringende Notwendigkeit, Klimagerechtigkeit zu thematisieren. Diese Ausgabe der Zeitschrift "Global Lernen" richtet sich gleichermaßen an die schulische wie außerschulische Bildungsarbeit und enthält vielfältige Ideen und Materialien (analog und digital) zum direkten Einsatz im Unterricht.

Neues vom Blog EineWeltBlaBla.de


Auf EineWeltBlaBla begann der Oktober inhaltlich mit dem Konflikt um Bergkarabach.

Wir haben anschließend Aktionen gegen Catcalling vorgestellt, in der übergriffige und sexuell anzügliche verbale Angriffe im wahrsten Sinne des Wortes öffentlich angekreidet werden.

Dann wurde es mit der neuen Youtube-Serie Berlin Perspectives Unwrapped digital: Eine Au-pair und Aktivistin aus Südafrika trifft verschiedene Menschen und spricht mit ihnen über globale Themen.

Im weiteren Verlauf des Monats stand das Thema Mobilität im Fokus: Fahrradwege in Städten. Darin geht es auch um Pop-up-Radwege, die seit der Corona-Pandemie in immer mehr Städten entstanden und Radfahrer*innen mehr Sicherheit bieten.

Zum Abschluss des Monats wurde es nochmal globaler. Anlässlich des Tages der Vereinten Nationen am 24. Oktober befassten wir uns mit der Struktur, den Chancen, aber auch der Kritik, die hinter dieser Organisation stecken. Passend dazu ging es im Blog auch um Weltbürgertum.

Kennt ihr schon unseren Instagram und Facebook Account? Da werdet ihr regelmäßig über die Veröffentlichung unserer neuen Beiträge informiert!
Wir freuen uns, wenn ihr mitredet!

Neues aus den Datenbanken
Datenbank Eine Welt Unterrichtsmaterialien

In der Datenbank Eine Welt Unterrichtsmaterialien können sich Lehrkräfte und Interessierte über das aktuell verfügbare Angebot an didaktischen Printmaterialien zur Einen Welt informieren. Die Datenbank bietet die Möglichkeit, über eine umfassende Suchmaske gezielt nach Publikationen zu suchen. Hier gelangen Sie zu einer Zusammenstellung aktueller Bildungsmaterialien.

Datenbank Eine Welt Medien – Filmtipps zum Thema Menschenrechte

Die Datenbank Eine Welt Medien hat eine Liste mit ausgewählten Filmempfehlungen im Themenfeld  Menschenrechte zusammengestellt, jeweils mit ausführlicher Beschreibung, Altersempfehlung und Verleihstellen.
Veranstaltungen
Demokratietag in Rheinland Pfalz "Demokratie verteidigen – gemeinsam gegen Hass und Hetze"
04.11.2020 - 06.11.2020 online Conference - Reconnecting in a post pandemic world. Citizenship education for democracy and sustainability.
05.11.2020 - 07.11.2020 online
Workshop: entwicklungspolitsche Themen klar & überzeugend formulieren
05.11.2020 - 06.11.2020 online Digitaler Fachworkshop "Filmreihen in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit"
06.11.2020 online Jugendkongress - youcoN 2020: Gerecht & Digital? – Zukunftsbildung für Alle!
08.11.2020 - 14.11.2020 Stiftung Bildung online WIRKLICH ALLE IM BLICK? Wen adressiert entwicklungspolitische Bildungsarbeit?
Fortbildung des Portals Globales Lernen

10.11.2020 online Fachtagung "Was ist mit dem Lieferkettengesetz? Wirtschaft und Menschenrechte"
11.11.2020 Stuttgart Fachforum Rheinland-Pfalz: Globales Lernen " Nachhaltige Entwicklung im digitalen Zeitalter"
11.11.2020 Vallendar und online Filmtage Globale Perspektiven
11.11.2020 - 13.11.2020 online Konferenz "Die Digitale Berlin: Globale (Un-)Gerechtigkeit der Digitalisierung"
12.11.2020 - 13.11.2020 online 8. Asientag: Solidarität mit Asien in der Pandemie
13.11.2020 - 14.11.2020 online Tagung: Vom Besserwissen zum Bessermachen – Umweltpsychologische Ansätze für nachhaltiges Handeln
14.11.2020 online Seminar: Geschlechtergerechtigkeit in weltweiten Lieferketten
16.11.2020 online Fortbildung „UND WENN ES AUCH ANDERS MÖGLICH WÄRE? Bildung zu einer sozial-ökologischen Transformation gestalten"
17.11.2020 online Bildungsurlaub "Zukunft der Arbeit weltweit: Wirtschaften in den ökologischen Grenzen, aber wie?"
22.11.2020 - 27.11.2020 Hattingen 11. KMK/BMZ-Fachtagung zum Orientierungsrahmen Globale Entwicklung
23.11.2020 - 24.11.2020 Berlin und online NARUD Fachtag 2020: Dekolonisierung jetzt! Perspektiven für Europa und Afrika
28.11.2020 Berlin
Fachveranstaltung "Berufsausbildung und Kooperation von Berufsschulen im Rahmen kommunaler Partnerschaften"
02.12.2020 online „Wasser ist ein Menschenrecht" – Fortbildung für Multiplikator*innen
11.12.2020 - 13.12.2020 Kassel Vorschau Ausgabe Dezember 2020: 
Die nächste Ausgabe des Newsletters der Eine Welt Internet Konferenz erscheint Ende November 2020 zum Thema

Nachhaltiges Leben hier: unser ökologischer Fußabdruck

Zusendungen sind bis zum 20. November 2020 willkommen.
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Um Ihre Suche nach passenden Bildungs- und Unterrichtsmaterialien, nach aktuellen Aktionen, Veranstaltungen und Kooperationsmöglichkeiten zu erleichtern, versuchen wir stets, die Vielfalt der Angebote im deutschsprachigen Raum möglichst umfassend darzustellen.

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Hier geht es zur Umfrage. Das könnte Sie auch interessieren:
Publikationen der Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd
Print-Rundbrief  –  Ausgabe September 2020SDG Nr. 17 –Partnerschaften
zur Erreichung der Ziele


Der Rundbrief erscheint viermal jährlich und berichtet über die entwicklungspolitische Bildungsarbeit in Bund und Ländern, Fortbildungsangebote, Veranstaltungen, neue Materialien, Kampagnen und Aktionen.
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Dr. Kambiz Ghawami (V. i. S. d. P)

Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL mit finanzieller Unterstützung des
über den




Chile hat abermals Pinochet abgewählt

SID Blog - 30. Oktober 2020 - 7:05

Nach über 50 wird es wieder eine demokratisch ausgerichtete Verfassung geben können – Bildung entprivatisieren

 

Wiesbaden, den 27.10.2020. Mit 78,3 % stimmten Chileninnen und Chilenen am 25. Oktober 2020 für die Ausarbeitung einer neuen Verfassung durch einen Bürgerrat, der bis 2022 einen Verfassungsentwurf vorlegen soll. Somit könnte Chile nach 1970 wieder eine demokratisch legitimierte Verfassung bekommen. Die letzte Verfassungsreform erfolgte 1970 unter dem damaligen christdemokratischen Präsidenten Eduardo Frei. Die Reform wurde 1973 durch die Putschisten unter Pinochet außer Kraft gesetzt und 1980 durch eine von Pinochets Junta ausgearbeitete Verfassung ersetzt.

 

„Es ist unvergessen, dass an der Pinochet-Verfassung maßgeblich Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Dieter Blumenwitz von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg als juristischer Berater der Junta unter Pinochet beteiligt war. Er war wie sein Kollege Prof. Dr. Lothar Bossle auf ausdrückliche Vermittlung des damaligen Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß nicht nur als Berater Pinochets zu Diensten, sondern beide verteidigten Pinochet auch noch öffentlich, indem dem Regime u. a. eine Art demokratische Fürsorge mit ihrer Verfassung attestiert wurde", so Dr. Kambiz Ghawami, Vorsitzender des World University Service.

 

Kernpunkte der neuen Verfassung Chiles werden die Abschaffung der Privatisierung öffentlicher Güter und der Daseinsvorsorge sein. Die soziale Grundversorgung wie Renten und der Bildungs- und Gesundheitssektor wurden seitens der Pinochet-Junta privatisiert – mit fatalen Folgen für die Mehrheit der chilenischen Bevölkerung bis heute.

 

„Eine demokratische Verfassung wird u. a. die Grundlage eines neuen Bildungssystems in Chile mit der Möglichkeit des freien und unentgeltlichen Zugangs zu Kitas, Schulen und Universitäten und somit zum Menschenrecht auf Bildung sein wie es die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte in ihrem Artikel 26 formuliert. Die dafür notwendigen Mittel kann sich Chile in Zukunft ohne weiteres leisten, wenn die berühmten 10 % der gesamten Kupfereinnahmen des Staatskonzerns CODELCO in Miliardenhöhe nicht mehr auf ein Konto der Militärs transferiert werden, sondern für die notwendigen Bildungsausgaben genutzt werden ", so Dr. Ghawami abschließend, der den chilenischen Wählerinnen und Wählern zum Ausgang des Referendums gratulierte.

 

Der WUS hatte im Rahmen des Referendums chilenische Menschenrechtsorganisationen bei ihren Kampagnen für eine Verfassungsreform unterstützt.

 
 

 

EU-MERCOSUR Nicht nachhaltig, trotz Zusatzdokumenten

SID Blog - 30. Oktober 2020 - 5:59

Nicht nachhaltig, trotz Zusatzdokumenten
Neue Veröffentlichung zum EU-Mercosur-Abkommen

Berlin, 29. Oktober 2020 - Das EU-Mercosur-Abkommen ist eine verpasste Chance für einen dringend nötigen Weichenwechsel in der EU-Handelspolitik. Gleichzeitig ist es eine Gefahr für das Klima, den Schutz des Regenwaldes und die Menschen- und Landrechte von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern im Mercosur-Raum. Sie können im Wettbewerb mit der hochsubventionierten EU-Landwirtschaft kaum bestehen. Das ist das Ergebnis einer neuen Faktensammlung von zivilgesellschaftlichen Organisationen aus Deutschland und Österreich.

Am 9. November trifft sich der Rat zu Auswärtigen Angelegenheiten im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft in Brüssel zum Thema Handel. Dabei werden die 27 EU-HandelsministerInnen auch das EU-Mercosur-Abkommen besprechen. Die EU-Kommission hat angekündigt, Umwelt- und Klimaschutzfragen über zusätzliche Anhänge, wie Protokolle oder Fahrpläne effektiver zu machen. Doch schon jetzt ist klar: Allein in Argentinien droht der Verlust von 186.000 Industriearbeitsplätzen, da Zölle wegfallen und günstigere Importe aus der EU argentinische Industriegüter verdrängen werden.

Nelly Grotefendt, Referentin für Politik und Weltwirtschaft im Forum Umwelt und Entwicklung: „Das Abkommen erhöht den Konkurrenzdruck über den Atlantik hinweg durch noch umfangreichere Quoten und noch niedrigere bis nicht mehr vorhandene Zölle. Noch mehr Produktion und Transport erhöhen auch den Stress für unser Klima anstatt an gemeinsamen Lösungen zu arbeiten".


Bettina Müller, Handelsreferentin bei PowerShift ergänzt im Hinblick auf die derzeit von der EU-Kommission vorgeschlagenen Zusatzdokumente am EU-Mercosur-Abkommen: „Diese Anhänge sind nur Augenwischerei. Sie sind ebenso wenig sanktionsbewehrt wie das Nachhaltigkeitskapitel oder die Klima- und Umweltschutzaspekte im Assoziierungsteil des Abkommens, das kürzlich durch Greenpeace geleakt wurde. Unter anderem aus dem EU-Kolumbien-Ecuador-Peru-Abkommen kennen wir solche Anhänge, die zu keiner Verbesserung in den Ländern geführt haben. Auch mit Zusatzdokumenten steht das Abkommen in eklatantem Widerspruch zum europäischen Green Deal vom Kommissionspräsidentin von der Leyen".


Was mit dem Abkommen alles auf dem Spiel steht und warum zusätzliche Anhänge unzureichend sind, erfahren Sie in der Faktensammlung "EU-Mercosur - Voran in die (Klima-) Krise", die Sie hier herunterladen können: www.forumue.de/eu-mercosur-voran-in-die-klimakrise/

Mitherausgegeben wird die Publikation von ATTAC Deutschland, ATTAC Österreich, dem Bund Umwelt- und Naturschutz Deutschland e.V., Campact, dem Forum Umwelt und Entwicklung, dem Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinmerika und Via Campesina Österreich.



Bericht über Fachgespräch vom 20.10. "Das UN-Abkommen für Wirtschaft und Menschenrechte - Wie kommen wir weltweit zu ökologisch und sozial nachhaltigen Lieferketten?"

SID Blog - 29. Oktober 2020 - 23:34

Das UN-Abkommen für Wirtschaft und Menschenrechte

Wie kommen wir weltweit zu ökologisch und sozial nachhaltigen Lieferketten?
Bericht über das digitale Fachgespräch vom 20. Oktober 2020
 
In Deutschland wird gerade über die Ausgestaltung eines Lieferkettengesetzes verhandelt, in der Europäischen Union hat Justizkommissar Didier Reynders eine Gesetzesinitiative zur Regulierung menschenrechts- und umweltbezogener Sorgfaltspflichten von Unternehmen in ihren Lieferketten für das kommende Jahr angekündigt. Vom 26. bis 30. Oktober 2020 findet im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen (UN) in Genf die sechste Verhandlungsrunde zu einem völkerrechtlichen Abkommen für Wirtschaft und Menschenrechte, dem sogenannten UN Treaty, statt. Dort wird der zweite überarbeitete Abkommensentwurf für den UN-Treaty, der seit August 2020 vorliegt, von einer zwischenstaatlichen Arbeitsgruppe diskutiert werden.

Aus diesem Anlass haben Global Policy Forum, BUND, Brot für die Welt und MISEREOR Rechtswissenschaftler*innen und Politikvertreter*innen am 20. Oktober 2020 zu einem digitalen Fachgespräch eingeladen, um den zweiten überarbeiteten Entwurf des Abkommens zu kommentieren. Der Bericht über die digitale Fachtagung fasst die Beiträge von Prof. Dr. Markus Krajewski, Prof. Dr. Anne Peters, Prof. Dr. Daniel Augenstein, Dr. Roda Verheyen und Holger Dreiseitl zusammen.
Das UN-Abkommen für Wirtschaft und Menschenrechte
Wie kommen wir weltweit zu ökologisch und sozial nachhaltigen Lieferketten?

Bericht über das digitale Fachgespräch vom 20. Oktober 2020

Autorin: Kathrin Hartmann
Redaktion: Lia Polotzek und Karolin Seitz
Herausgegeben von BUND und Global Policy Forum

Berlin/Bonn, Oktober 2020t

Der Bericht kann unter diesem Link heruntergeladen werden

What will it take to leave no one behind? - CONCORD Newsletter October 2020

SID Blog - 29. Oktober 2020 - 23:33

Director's Blog WHAT WILL IT TAKE TO LEAVE NO ONE BEHIND?

2020 marks the first year since 1998 that the global rate of poverty has increased. The COVID-19 pandemic has much to do with that, but it doesn't help that the EU and its Member States are further off-track than ever in meeting their aid targets. In fact, our 2020 AidWatch report shows that at the current rate of growth, the EU will not meet the (genuine) aid target before 2070. Yes, 2070!

Tanya Cox,
CONCORD Director


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CONCORD NEWS OF THE MONTH AIDWATCH 2020 Our annual AidWatch report has been launched! With only 10 years left to achieve the Sustainable Development Goals set out in Agenda 2030, where does the EU and its Member States stand on their commitment to leave no one behind?

Full Report GUIDE TO POLICY COHERENCE FOR SUSTAINABLE DEVELOPMENT On 13 October CONCORD released its comprehensive PCSD guide which explains the importance of implementing Policy Coherence for Sustainable Development in order to ensure that sustainability is considered across policy making in the EU. 

Our publications on PCSD UPDATES FROM OUR NETWORK PUBLICATION ON CHILD-FOCUSED WORK
The Initiative for Child Rights in the Global Compacts, co-chaired by Terre des Hommes and Save the Children, launched a publication called Implementing the Global Compact on Refugees for Children: Examples of child-focused work. The publication includes a collection of practices demonstrating different strategies used to address issues in the following areas of intervention: child protection, education, access to services, building skills, empowerment and participation, and sustainable solutions.

Learn more PUBLICATION ON CZECH AND ICELANDIC DEVELOPMENT COOPERATION
The Lithuanian NGDO Platform released a report "Evolution of Icelandic and Czech development cooperation in the context of OECD DAC membership: Potential directions for the Baltics" comparing Icelandic and Czech development cooperation and their approach to balancing their geographical priorities.

Full report REPORT ON INVESTMENT IN THE EDUCATION WORKFORCE
On 5 October, ActionAid, Light for the World and Education International launched a report called Bedrock of Inclusion: Why Investing in the Education Workforce is Critical for Achieving SDG 4The report includes five case studies from sub-Saharan Africa and shows what is needed to deliver quality disability-inclusive education.

Watch animated video EVENTS Unless stated differently the following events are taking place online. WEWORLD INDEX 2020 LAUNCH
  The WeWorld Index measures countries' progress through economic and social indicators by analyzing life conditions of those who are more at risk of social exclusion, i.e. children, adolescents and women.

More information and save the date available at WeWorld website from 10 November.
When: 17 November 2020
Hosted by: WeWorld #WEB-ET2020! GLOBAL INEQUALITIES IN THE COVID-19 PANDEMIC
This year's online conference on Global Inequalities will feature guests from Brazil, Peru, Kenya, South Africa, Uganda and India and will look at the impact of the global pandemic as well as the measures taken against it.
When: 13 & 14 November 2020; 10:00 - 16:00
Registrations: via this link
Hosted by: Globale Verantwortung & Others LEAVING NO ONE BEHIND IN EDUCATION - FOCUS ON CHILDREN WITH DISABILITIES
The conference will discuss the educational situation of children with disabilities in low and middle income countries as well as a potential way forward to accelerate inclusion by adopting a comprehensive approach. 
When: 20 November 2020, 15:00 (CET)
Registrations: via this form
Hosted by: Humanity & Inclusion, and others REPORT LAUNCH: SUSTAINABLE AND INCLUSIVE BUSINESS MODELS 
  The launch report on Sustainable and Inclusive Business Models (SIBMs) will present key findings and mobilise global networks with the potential of SIBMs. Save the date and take a look at our recent policy brief "Rebuilding better with sustainable and inclusive business models".

When: 1 December 2020
Hosted by: CONCORD, Cooperatives Europe, and FTAO JOB OPPORTUNITIES Policy and Advocacy Assistant
Organisation: Plan International
Deadline: 1 November 2020 CALLS FOR PROPOSALS & OPPORTUNITIES The latest open calls for proposals from DEVCO

From 30 September to 27 October 2020 Add your news Want to change how you receive these emails?
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Religionsfreiheitsbericht zeigt zunehmende Einschränkungen weltweit

SID Blog - 29. Oktober 2020 - 23:30
Berlin - Das Menschenrecht auf Religions- und Weltanschauungsfreiheit wird weltweit zunehmend eingeschränkt und infrage gestellt. Das ist eine zentrale Botschaft des zweiten Berichts der Bundesregierung zur weltweiten Lage der Religionsfreiheit. Markus Grübel MdB, Beauftragter der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit, stellte diesen Bericht heute zusammen mit Dr. Bärbel Kofler MdB, Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe, offiziell vor. Erzbischof Dr. Ludwig Schick und die jesidische Menschenrechtsaktivistin Olivia Elias berichteten von ihren Erfahrungen zum Thema Religionsfreiheit.

 

Markus Grübel: „Religions- und Weltanschauungsfreiheit ist ein fundamentales Menschenrecht. Dieses Menschenrecht wird zunehmend eingeschränkt und infrage gestellt. Drei Viertel aller Menschen leben in einem Land, das ihre Religions- und Weltanschauungsfreiheit einschränkt. Und in den letzten Jahren beobachten wir, dass diese Einschränkungen weiter zunehmen.   Zwar sind Christen, als die größte Glaubensgemeinschaft weltweit besonders betroffen. Aber auch Angehörige anderer Religionen und Weltanschauungen leiden unter Diskriminierung und Verfolgung.

Der heute durch das Bundeskabinett beschlossene Bericht ist unser Grundlagenpapier zur Stärkung der Religions- und Weltanschauungsfreiheit weltweit. Er zeigt systematische staatliche Repressionen in vielen Ländern auf. Beispielsweise in China, wo u.a. die Lage der muslimischen Uiguren besonders dramatisch ist. Für China  fordere ich eine unabhängige Berichterstattung zur Lage der Uiguren durch die Vereinten Nationen und einen entschlossenen Dialog der Europäischen Union mit China zu Fragen der Religions- und Weltanschauungsfreiheit.

Die Bundesregierung stärkt mit ihrem Einsatz für die weltweite Religions- und Weltanschauungsfreiheit die Menschenrechte insgesamt. Sie fördert zudem das Potenzial der Religionen für das friedliche Zusammenleben der Menschen und nachhaltige Entwicklung.

Ich werde mich weiterhin dafür einsetzen, den Dialog, die internationale Vernetzung und die Forschung zu Religions- und Weltanschauungsfreiheit zu fördern. Mit meinem Amt unterstütze ich, dass Religions- und Weltanschauungsfreiheit auch stärker über politische Programme gefördert wird, um konkrete Maßnahmen zur Stärkung der Religionsfreiheit zu entwickeln und umzusetzen. Zum Beispiel habe ich im Irak erlebt, wie sich Christen, Jesiden und Sunniten gemeinsam für Versöhnung engagieren. Das sind kleine Schritte in Frieden und Freiheit – mit großen Wirkungen über die Region hinaus."

 

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller: „Religionsfreiheit ist ein unverletzliches Menschenrecht, das wir weltweit schützen müssen. Die Weltregionen verbinden gemeinsame Werte des Friedens, der Toleranz, der Achtung der Würde jedes Einzelnen und der Bewahrung der Schöpfung. Dieses Fundament muss die Grundlage eines gemeinsamen Weltethos sein, um die globalen Herausforderungen miteinander zu lösen. Der Religionsfreiheitsbericht zeigt jedoch, dass die Religions- und Weltanschauungsfreiheit weltweit in Gefahr ist. Als größte Glaubensgemeinschaft sind Christen am meisten von Verfolgung und Diskriminierung betroffen. Jedoch sind Angehörige aller Religionen und Weltanschauungen Opfer von zunehmender Gewalt: Im Nordirak habe ich traumatisierte Jesidinnen getroffen, die aus den Vergewaltigungslagern der IS-Terroristen geflohen sind. Auch das Leid der muslimischen Minderheit der Rohingya zeigt, dass wir schwere Repressionen nicht einfach hinnehmen dürfen. Eine Million Menschen sind aus Myanmar geflohen und leben unter katastrophalen Bedingungen.

Deswegen fordern wir mit unserem Reformprogramm „BMZ 2030" stärker als bisher messbare Erfolge bei der guten Regierungsführung und der Einhaltung der Menschenrechte, wie die Religionsfreiheit. Wer dauerhaft keine Fortschritte zeigt, mit dem arbeiten wir von Staat zu Staat nicht einfach weiter, sondern verlagern unser Engagement auf die Stärkung der Zivilgesellschaft und das humanitäre Engagement der Kirchen. So haben wir beispielsweise die direkte Zusammenarbeit mit der Regierung Myanmars beendet und konzentrieren unsere Unterstützung auf die Flüchtlingslager in Bangladesch."

 

Dr. Bärbel Kofler: „Menschenrechte werden weltweit immer mehr von autoritären Systemen angegriffen. Aber Menschenrechte sind universell und unteilbar, daher müssen wir uns für sie gemeinsam einsetzen. Dazu gehört natürlich das Recht auf Religions-und Weltanschauungsfreiheit."

 

Der Bericht der Bundesregierung zur weltweiten Lage der Religionsfreiheit hat einen Länderteil und einen thematischen Teil. Im Länderteil des Berichts wird über 30 Länder berichtet, in denen die Entwicklungen im Berichtszeitraum 2018 – 2019 von besonderem Interesse waren. Er zeigt beispielsweise, dass im Irak auch nach Ende der Terrorherrschaft des IS die Lage religiöser Minderheiten prekär ist, und die Rückkehr der Jesiden und Christen in ihre Heimatregionen schleppend verläuft.

Der Bericht hebt aber auch positive Entwicklungen hervor, wie beispielsweise im Sudan, wo erst kürzlich die Straftat der Apostasie, also der Abfall vom Glauben, abgeschafft wurde. Auch wurde Weihnachten im Sudan zum nationalen Feiertag erklärt..

Der Bericht vertieft auch drei Themenfelder, in denen die Religions- und Weltanschauungsfreiheit in besonderem Maße eingeschränkt ist:

 

1. Blasphemie- und Anti-Konversionsgesetze: In mehr als 70 Staaten weltweit gibt es menschenrechtswidrige Blasphemiegesetze. Sie dienen oft dazu, religiöse Minderheiten zu diskriminieren und die Meinungsfreiheit einzuschränken. Auch das Recht auf Konversion ist in vielen Ländern eingeschränkt.

2. Digitale Kommunikation: Online-Hassrede hat einen verheerenden Einfluss auf die Religions- und Weltanschauungsfreiheit, ist oft an reale Ereignisse geknüpft und verstärkt häufig existierende Konflikte. In Myanmar beispielsweise wurde Hassrede gegen die Rohingya über die sozialen Medien verbreitet und trug zur Verschärfung des ethnischen Konflikts bei.

3. Staatliche Bildungssektoren: Religions- und Weltanschauungsfreiheit ist auch im Bildungssektor oft Einschränkungen unterworfen, was den Menschenrechten widerspricht.

Den zweiten Bericht der Bundesregierung zur weltweiten Lage der Religionsfreiheit können Sie hier herunterladen.



 


Covid-19-Pandemie erschwert Ausrottung der Kinderlähmung | UNICEF

SID Blog - 29. Oktober 2020 - 23:29
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Covid-19-Pandemie erschwert Ausrottung der Kinderlähmung

UNICEF zum Weltpoliotag

© UNICEF/UN0352765/Bukhari

Köln, den 28. Oktober 2020 // Trotz großer Fortschritte beim Kampf gegen die Kinderlähmung erhalten viele Kinder in Risikoländern keinen ausreichenden Impfschutz gegen das Poliovirus. Wegen der Covid-19-Pandemie wurden in den vergangenen Monaten Impfkampagnen in zahlreichen Ländern ausgesetzt.

Weltweit könnten wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie schätzungsweise 80 Millionen Kinder unter einem Jahr in mindestens 68 Ländern keine lebensrettenden Impfungen erhalten. Dadurch sind sie einem erhöhten Risiko ausgesetzt, an Polio, Masern und Diphterie zu erkranken. Seit Ende August gilt der afrikanische Kontinent zwar als frei von der wilden Form der Kinderlähmung. Gleichzeitig breitet sich die Krankheit in Pakistan und Afghanistan weiter aus und trifft immer mehr Kinder. Anlässlich des Weltpoliotages ruft UNICEF dazu auf, im Kampf gegen Kinderlähmung nicht nachzulassen, bis jedes Kind auf der Welt geimpft ist.

Dank großangelegter Impfkampagnen und kontinuierlicher Überwachung sind die weltweiten Polioerkrankungen bei Kindern in den vergangenen 30 Jahren um 99,9 Prozent zurückgegangen. Mehr als 18 Millionen Menschen, die sonst in diesem Zeitraum durch Polio gelähmt worden wären, können heute laufen. Jedes Jahr werden 650.000 Poliofälle vermieden.

„Der Kampf gegen Polio zeigt, welche Fortschritte durch internationale Zusammenarbeit und breite Impfkampagnen möglich sind", sagte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland, anlässlich des Weltpoliotages. „Aber wir sind noch nicht am Ziel. Wegen der Covid-19-Pandemie mussten in diesem Jahr viele Länder ihre Impfkampagnen unterbrechen. In Afghanistan und Pakistan ist die hoch ansteckende Viruskrankheit weiterhin verbreitet. Nur wenn Polio überall besiegt ist, können alle Kinder ohne Angst vor dem Virus aufwachsen."

Besonders gefährdet sind Kinder, die in abgelegenen, fragilen und von Konflikten betroffenen Regionen leben. Darüber hinaus breitet sich der Wildtyp des Virus in Pakistan und Afghanistan weiter aus. Angesichts dieser Herausforderungen muss alles dafür getan werden, dass Kinder überall auf der Welt lückenlos und routinemäßig gegen Polio geimpft sind.

UNICEF stellt jedes Jahr rund eine Milliarde Dosen Polio-Impfstoff zur Verfügung und impft Kinder auch in den entlegensten oder wegen Konflikten schwer zugänglichen Regionen.

Über Kinderlähmung und den Weltpoliotag

Kinderlähmung, auch Poliomyelitis oder Polio, befällt vor allem Kinder unter fünf Jahren. Die ansteckende Virus-Krankheit kann innerhalb von wenigen Stunden zu irreversiblen Lähmungen und in einigen Fällen zum Tod führen. Kinderlähmung ist nicht heilbar, kann aber durch einfache und kostengünstige Impfungen wirksam verhindert werden. Der Weltpoliotag soll jedes Jahr an die Gefahren von Kinderlähmung erinnern und für kontinuierliches Engagement im Einsatz gegen die Krankheit werben.


Online-Infoabend: Klima- und Gesundheitsschutz – wieviel Fleisch ist gut in der Kita- und Schulverpflegung?

AgrarKoordination - 29. Oktober 2020 - 19:00

Donnerstag, 29. Oktober 2020

Referentin: Julia Sievers, Projektleitung "Gutes Essen macht Schule“

Auch wenn das Bewusstsein in der Gesellschaft über die problematischen Folgen eines häufigen Konsums tierischer Produkt stark zugenommen hat, hält sich bei vielen Menschen noch die Einstellung, dass zu einem guten Essen Fleisch dazu gehört. Mehr Bildungs- und Aufklärungsarbeit ist nötig. Denn der tägliche Fleischkonsum hat gravierende Folgen – für die Gesundheit, für das Klima, für unsere natürlichen Lebensgrundlagen, für die globale Ernährungssituation angesichts einer steigenden Weltbevölkerung und für die Bedingungen, unter denen Tiere gehalten werden.

Durch die täglichen Mahlzeiten in Kitas und Schulen werden Ernährungsgewohnheiten von Kindern stark geprägt. Kitas und Schulen tragen damit eine hohe Verantwortung und sollten als öffentliche Einrichtungen eine Vorbildfunktion einnehmen. Gleichzeitig kann hier auch die notwendige Bildungsarbeit zu einem verantwortungsvollen Konsum tierischer Produkte geleistet werden.

Der Infoabend informiert über die negativen Folgen eines zu hohen Konsums tierischer Produkte und über eine nachhaltige, gesundheitlich ausgewogene Speiseplangestaltung. Der Infoabend widmet sich der Frage, wie die Akzeptanz für ein nachhaltiges Angebot tierischer Produkte in der Kita- und Schulverpflegung erhöht werden kann. Durch Anregungen für die Bildungs- und Überzeugungsarbeit sowie für die Speiseplangestaltung bietet der Infoabend Unterstützung für alle, die sich für ein nachhaltigeres Speisenangebot an Kitas und Schulen einsetzen möchten – pädagogisches Personal, Eltern, Schüler*innen, Küchenpersonal und Leitungen sowie Träger von Kitas und Schulen.

Der Infoabend wird in Form eines Zoom-Meetings am durchgeführt. Die Zugangsdaten werden nach der Anmeldung zum Infoabend versendet. Die Teilnahme am Info-Abend ist kostenlos.

Anmeldung und weitere Infos bei Julia Sievers:

gutes-essen-macht-schule@agrarkoordination.de, Tel.: 040/39 25 26

Kategorien: Hamburg

Digitale Eröffnungsdiskussion des Hamburg-Vigoni Forums

Europa Kolleg #Hamburg - 29. Oktober 2020 - 18:48

„Krisenbewältigung als Integrationsmotor – Passt das Narrativ auf die Handlungsmuster der EU in der Corona-Krise?“

Anlässlich des ursprünglich vorgesehen Austragungszeitpunkts der ersten Präsenzveranstaltung des Hamburg-Vigoni Forums hat am 15.09.2020 eine digitale Eröffnungsdiskussion unter Beteiligung aller bisher bestätigten Speaker stattgefunden. Die Teilnehmenden haben sich aus unterschiedlicher Perspektive dem europäischen Umgang mit der Corona-Krise und möglichen Bezugspunkten zu zwei der thematischen Schwerpunkten des Forums – Souveränität und Identität – genähert. Den Ausgangspunkt der Diskussion bildete dabei die Fragestellung: „Krisenbewältigung als Integrationsmotor – Passt das Narrativ auf die Handlungsmuster der EU in der Corona-Krise?“. In der fruchtvollen und instruktiven Diskussion konnte erfolgreich der Grundstein für eine weitere Erörterung der Themenkomplexe Souveränität und Identität gelegt werden, die im nächsten Februar in Präsenz in der Villa Vigoni fortgeführt werden soll.

Der interdisziplinär besetzte Kreis der Speaker fügte sich zusammen aus

– Prof. Dr. phil. habil. Michael Gehler sowie Prof. Dr. em. Hartmut Kaelble aus dem Bereich Geschichtswissenschaften,

– Prof. Dr. Christian Calliess, LL.M. Eur und Prof. Dr. Kirsten Schmalenbach aus dem Bereich Rechtswissenschaften sowie

– Prof. Dr. Eva Heidbreder aus dem Bereich Politikwissenschaften.

Komplettiert wurde das Symposium durch die InitiatorInnen der Konferenzreihe aus Hamburg und Italien. Die Moderation der Veranstaltung übernahm Prof. Dr. Markus Kotzur , LL.M. (Duke Univ.).

Die Eingangsstatements der fünf Speaker wurden aufgezeichnet und können auf dem Youtube-Kanal des Europa-Kollegs abgerufen werden.

Prof. Dr. Kirsten Schmalenbach untersucht in ihrem Beitrag den Begriff der „Identität“ in den Verträgen der Europäischen Union.

Das Hamburg-Vigoni Forum will Forschung und Politik auf innovative Weise miteinander ins Gespräch bringen. Dabei geht es weniger um tagespolitische Detailfragen als vielmehr ein integrationspolitisches Gesamtkonzept: „Raum – Souveränität – Identität“, die zwar geläufigen, aber in ihrer Relevanz für konkrete europapolitische Zukunftskonzepte noch nicht hinreichend hinterfragten Narrative von Integration und Desintegration. Wissenschaftlich reflektiert und theoretisch informiert sollen der Politik Deutungsangebote gemacht werden, um Europa in seinem Woher und Wohin zu erklären, für die Bürgerinnen und Bürger besser (be-)greifbar und in ihrer Alltagswirklichkeit erlebbar zu machen.

Hierzu haben sich die Universität Hamburg im Rahmen ihrer Europastrategie als Exzellenzuniversität, das Europa-Kolleg Hamburg, das Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik und die Villa Vigoni zusammengeschlossen, um unter Beteiligung führender WissenschaftlerInnen einen konstruktiven europapolitischen Diskurs anzuregen.

Der Beitrag Digitale Eröffnungsdiskussion des Hamburg-Vigoni Forums erschien zuerst auf Europa-Kolleg Hamburg.

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Europa 4.0: Die EU und Künstliche Intelligenz

Europa-Union Hamburg - 29. Oktober 2020 - 18:00
Eine digitale Veranstaltung in Kooperation mit dem Info-Point Europa
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Die EU am Scheideweg: Ringen um Rechtsstaatlichkeit

Europa-Union Hamburg - 29. Oktober 2020 - 16:51
Rat und Parlament ringen um die Bindung von EU-Geldern an die Einhaltung rechtsstaatlicher Grundsätze in den Mitgliedstaaten. Im November steht eine fünfte Verhandlungsrunde im sogenannten Trilog an. Das Parlament fordert mit großer Mehrheit eine klare Rechtsstaatsbindung, einzelne EU-Staaten lehnen dies kategorisch ab und drohen mit ihrem Veto wichtige Zukunftsentscheidungen zu blockieren.
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For a decade of action: Lessons learned from the development of 100% Renewable Energy roadmaps in the Global South

World Future Council - 29. Oktober 2020 - 16:07
For a decade of action: Lessons learned from the development of 100% Renewable Energy roadmaps in the Global South

Dr. Joachim Fünfgelt (Brot für die Welt) und Anna Skowron (World Future Council)

“We are living in a crisis” – a sentence often heard in 2020, and an understatement. The truth is that we are living in a world full of crises: health, democracy, biodiversity and climate have been in a constant state of crisis for the better part of the year, some of them for decades, and no end in sight.

The spread of the coronavirus pandemic in spring 2020 saw severe containment measures being implemented all over the world, impacting our daily lives and slowing down or even stopping economic activities. At the same time, right wing populist parties are on the rise. We have seen nationalist policies being implemented at the detriment of the environment and people e.g. in Brazil and the US- the list goes on. Obviously, we are in the middle of a transformation with unknown outcomes. The question is whether we let right wing populists, pandemics and climate disaster shape our future or whether we are creating sustainable, equitable and resilient societies.

From depression to hope –positive mind-sets to design the transformation

We need to design a positive vision for the future  –100% Renewable Energy (RE) can be such a vision. An energy system powered by 100% RE can serve as a means for sustainable economic development for urban and rural regions, can reduce air pollution we are all subjected to each day, ensure energy access for everybody and thereby can provide a stable source of energy for health facilities and schools, thus increases our resilience, and can increase democratic participation in the energy system. In short, in the vision of 100% RE no one is left behind. It can hence help move on from the decade of crises and transform it into a decade of action.

From vision to action – overcoming a decade of crises

To unleash the transformative power of 100% RE, we need to act quickly. Doing so requires frontrunners who are willing to engage in cross-sector and cross-governance processes, ones who are willing to work hand in hand and understand the needs of others as well as their own.

Civil society plays a key part in these processes. Civil society is a catalyst for change, a source of ideas and able to connect people on the ground and across governance levels and partners from industry, project developers, finance institutions, academia and others. Setting up such an in-depth engagement process with civil society at the heart, was the starting point of our 100% RE work.

The story so far

Brot für die Welt and the World Future Council started to work with CAN Tanzania back in 2015 to develop a joint vision of 100% RE for Tanzania. We engaged key energy stakeholders in a dialogue to develop a vision for Tanzania’s future energy system. The dialogue has taken shape in a variety of formats: bilateral meetings, workshops, political conferences, consultations, and site visit.

After establishing a group of key stakeholders, the idea emerged to develop a 100% RE scenario as a tool to demonstrate the feasibility of 100% RE as well as co-benefits of different energy pathways. Nowadays, CAN Tanzania is a close ally with the Ministry of Energy and Natural Resources. In many consultations, CAN Tanzania is sharing its expertise when it comes to matters of energy policy, RE project deployment and development cooperation, leading to inclusion of some of the project’s findings in Tanzania’s improved NDC (Nationally Determined Contribution). In fact, the process received international attention and led to similar processes in Bangladesh and Costa Rica as well. To empower civil society organisations to set up similar projects, we summarised key lessons learned in a new publication.

Lessons learned – the way towards 100% RE

Each of the countries we have worked in is different and there is no “one glove fits all” approach. However, in our latest publication we distil the lessons we have learned so far and hope to inspire others to start their own journey towards 100% RE:

It is the cheaper option. A 100% RE system is cheaper than a business as usual fossil fuel system. There are more investments required in the first ten years of the transformation, but fossil fuel costs savings can significantly finance the transition. In Bangladesh, fuel cost savings could cover 180% of the country’s investment needs for a 100% RE transition until 2050. 100%RE scenarios in Tanzania, Costa Rica and Bangladesh have shown that the average electricity price can drop when deploying renewables.

It provides energy access for everybody. Within 40 years (from the 60s onwards), Costa Rica has achieved almost 100% energy access through deploying community-based renewable energy power plants in rural regions, up from 50%. Based on our findings, 100% RE is the fastest way to energy access for everybody.

The storage question isn’t as big as we think it is. Quite often, the question about required storage capacities is being cited as a major challenge of the energy transition. In fact, most scenarios show that storage and dispatch requirements can remain with a maximum of 10-20% of total energy generation by 2050 and remain low in the near-term in a renewables powered energy system.

Building ownership is essential. Continued peer-to-peer policy dialogues for 100%RE foster relationships between sectors and increase ownership of the energy transition. Ownership needs to go beyond policy makers who are subject to re-election ever so frequently.

Relevance is key to success. Integration of renewables into the climate change and development agenda is necessary to meet international commitments. Therefore, RE needs to emphasise the manifold socio-economic linkages with other national or regional policy priorities such as creating local jobs, empower marginalised groups, reduce poverty, improve air quality. The implementation of Agenda 2030 might serve as a suitable and relevant framework for such an integrated approach.

Strengthen the policy-science interface. Talking about scenarios: these should be co-developed by modellers, civil society and policy makers alike, as experience has shown that policy makers are particularly keen on accessing knowledge and data relevant to the shaping of energy policy and national development, but are either unaware of existing models or have a hard time withdraw the needed data.

A huge transformation lies ahead of humanity. To design this transformation, everybody will need to think outside the box: the future cannot be shaped by ideas from the past. Hence, new alliances need to be built, people need to become part of the transformation, new approaches need to be tested and new business models need to be developed.

Let’s go 100% RE for all. Are you in?

Join our webinar series!

The World Future Council and Brot für die Welt cordially invite you to an interactive online seminar series on developing long-term Renewable Energy strategies for a just and fair transformation towards 100% RE.

What will Planet Earth look like in 2050?

Interactive Online Seminar series | 04., 12.,17. November 2020


Session 1 Energy modelling confirms: 100% RE is possible

Energy scenarios a crucial for effective, long-term energy policy making. Scenarios can guide policy making, highlight transition pathways and potential technology options to increase the share of RE in a country’s energy mix and maximise socio-economic benefits (e.g. job growth, fossil fuel cost savings, CO2 emission reductions). This session on “Energy modelling confirms: 100% RE is possible” of our online seminar series highlights the lessons learned from energy scenario modelling for Bangladesh, Tanzania and Costa Rica and explores why participatory scenario development and inclusion of stakeholders across all sectors and jurisdictions is necessary to achieve a just 100% RE future

Register here Session 2 Stronger together –Multi-Actor Partnerships for 100% RE in the Global South

A huge transformation towards 100% RE lies ahead of humanity as it faces one of its biggest challenges – climate change. To make this transformation a reality, everybody will need to think outside the box. Therefore, setting up inclusive Multi-Actor Partnerships (MAPs) are essential to unlock new ideas and build new alliances across sectors and jurisdictions. This session on “Stronger together –Multi-Actor Partnerships for 100% RE in the Global South” of our online seminar series aims to give an overview over the processes needed to establish MAPs and their usefulness in strengthening participatory policy making and democratisation. Further, the seminar will discuss the challenges posed by COVID19 in implementing such MAPs.

Register here Session 3 Political success – ensuring relevance of 100% RE strategies in the Global South

Achieving 100% RE and initiating lasting policy reforms takes time. Setting up continuous and relevant processes are thus a necessity. This last session on “Political success – ensuring relevance of 100% RE strategies in the Global South” of our online seminar series explores how can political success can be defined and how to ensure other sectors are aware of the potential benefits of a transition towards 100% RE

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