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Aktualisiert: vor 11 Stunden 44 Minuten

DSW-Datenreport 2020 / Was macht uns anfällig für Pandemien?

29. Oktober 2020 - 9:00
DSW: „Stärkung von Gesundheitssystemen macht die Weltbevölkerung robuster“

Hannover, 29.Oktober 2020. Am 1. November 2020 veröffentlicht die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) in Zusammenarbeit mit dem Population Reference Bureau (PRB) aus Washington D.C. den DSW-Datenreport 2020. Die darin dargestellten weltweiten soziodemografischen Entwicklungen stehen in diesem Jahr im Kontext von COVID-19.

„Unser Datenreport widmet sich in diesem Jahr aus gutem Grund der Fragestellung, inwieweit globale soziodemografische Entwicklungen die pandemische Verbreitung von Krankheiten fördern. Wir sehen am aktuellen Beispiel der COVID-19-Pandemie, wie beengte Lebensverhältnisse und schwache Gesundheitssysteme die Eindämmung von Erkrankungen erschweren, wenn nicht sogar verhindern. Die Ausbreitung von COVID-19 hat uns gezeigt, wie fragil viele Gesundheitssysteme sind – und das nicht nur in Ländern mit niedrigem und mittleren Einkommen. Damit Regierungen die grundlegende Gesundheitsversorgung – und damit das Menschenrecht auf Gesundheit – künftig in Krisenzeiten aufrechterhalten können, brauchen wir Investitionen in die Stärkung von Gesundheitssystemen – und zwar weltweit“, erklärt Jan Kreutzberg, Geschäftsführer der DSW.

Weltgesundheit im Fokus

Mehr als 7,8 Milliarden Menschen leben im Jahr 2020 auf der Erde. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie sind mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 und der von ihm verursachten Krankheit COVID-19 konfrontiert. Binnen weniger Monate ist aus COVID-19 eine Pandemie und damit eine globale Krise entstanden. Frauen, Jugendliche, in Armut lebende Menschen sowie indigene Gemeinschaften leiden vielerorts besonders unter den wirtschaftlichen, sozialen und gesundheitlichen Auswirkungen der Corona-Krise.

Demografie, Urbanisierung, Migration

Hinzu kommt der Umfang der heutigen Bevölkerungsbewegungen durch Reisen und Migration. Gleichzeitig steigt die Lebenserwartung weltweit. Ältere Bevölkerungsgruppen haben ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19. In Italien, das im Frühjahr 2020 stark von der Pandemie betroffen war und nun die zweite Welle durchmacht, sind laut dem DSW-Datenreport 23 Prozent der Menschen 65 Jahre oder älter. In Ostafrika hingegen leben überwiegend junge Menschen. Nur drei Prozent der Bevölkerung sind 65 Jahre oder älter. Dort scheint das Virus nach aktuellen Erkenntnissen weniger Tote zu fordern. Stattdessen bekommen die Menschen in Ländern südlich der Sahara die indirekten Folgen der Pandemie besonders stark zu spüren, allen voran die ausgesetzte oder stark reduzierte medizinische Grundversorgung für andere gesundheitliche Anliegen als COVID-19-Erkrankungen.

Verhütung und Gesundheitsdienste sind stark begrenzt

Der DSW-Datenreport macht auch auf mögliche langfristige Folgen der Corona-Pandemie aufmerksam: Im Frühjahr und Frühsommer 2020 war in Tansania der Bedarf an moderner Verhütung nur zu 53 Prozent gedeckt, in Eritrea sogar nur zu 20 Prozent. Infolge der Pandemie wird in vielen Ländern der Zugang zu Kontrazeptiva verzögert. Hinzu kommt, dass Gesundheitsdienste stark eingeschränkt sind und die medizinische Behandlung z.B. von Menschen, die mit HIV leben, erschwert wird.

Weitere Informationen: Über den DSW-Datenreport:

Der DSW-Datenreport bietet aktuelle demografische und sozioökonomische Daten für alle Länder und Regionen der Welt – von den Bevölkerungsprojektionen bis 2050 über die Lebenserwartung bis zur Nutzung von modernen Verhütungsmitteln.

Die DSW und das Population Reference Bureau (PRB) kooperieren seit 1997 bei der Veröffentlichung des Datenreports. Der DSW-Datenreport 2020 ist die deutsche Adaption des 2020 World Population Data Sheet.

Über Das Population Reference Bureau (PRB)

Das PRB informiert weltweit über Bevölkerung, Gesundheit und Umwelt und trägt dazu bei, dass diese Informationen zur Verbesserung des Wohlergehens derzeitiger und künftiger Generationen eingesetzt werden. Das seit 1962 alljährlich veröffentlichte World Population Data Sheet des PRB liefert eine Analyse und Berichterstattung zur Entwicklung der Weltbevölkerung anhand demografischer Indikatoren nach Ländern und Regionen.

Über die DSW:

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Unser Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Wir engagieren uns für die Umsetzung des Menschenrechts auf Familienplanung. Insbesondere unterstützen wir junge Menschen in Ostafrika dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringen wir uns auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein.

Pressekontakt:

Monika Schröder
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW)
Hindenburgstr. 25 | 30175 Hannover
Telefon: 0511 94373-38 | Fax: 0511 94373-73
E-Mail: presse@dsw.org

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Das 0,7-Prozent-Ziel für Entwicklungszusammenarbeit: 50 Jahre leere Versprechen

23. Oktober 2020 - 9:54

Das 0,7-Prozent-Ziel hat Geburtstag! Am 24. Oktober 2020 wird das Versprechen der Bundesregierung und anderen Industrienationen, jährlich mindestens 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe auszugeben, 50 Jahre alt. Bisher hat Deutschland das Ziel nur einmal erreicht – und das mit Ach und Krach. Aber was hat es überhaupt mit diesem Versprechen auf sich?

Industrienationen bekennen sich zum 0,7-Prozent-Ziel

Man schreibt das Jahr 1970. Deutschland und die anderen Industriestaaten sagen bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen zu, die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit bis Mitte der 70er-Jahre auf mindestens 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens zu erhöhen. Mit der Vereinbarung soll die globale Armut reduziert und die Lebensbedingungen von Menschen in einkommensschwachen Ländern nachhaltig verbessert werden. Dieses Ziel wurde danach immer wieder bestätigt.

Wenn wir heute auf die vergangenen 50 Jahre zurückblicken, ist das Resultat bitter. Nur elf Länder haben das 0,7-Prozent-Ziel jemals erreicht: Dänemark, Finnland, Großbritannien, Kuwait, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Schweden, die Türkei, die Vereinigten Arabische Emirate und Deutschland. Laut den jüngsten Erhebungen der Datenbank der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) haben die Länder, die sich zu dem Ziel bekannt haben, im Jahr 2019 durchschnittlich sogar nur 0,3 Prozent für Entwicklungszusammenarbeit ausgegeben.

Wie schlägt sich Deutschland?

Deutschland ist über Jahrzehnte und unter verschiedenen Regierung nicht einmal in die Nähe des 0,7-Prozent-Ziels gekommen. Im Jahr 2016 – also 46 Jahre nach der wegweisenden UN-Generalversammlung – erreichte Deutschland das Ziel zum ersten und bisher einzigen Mal. Das aber auch nur nach einer vorteilhafteren Berechnungsmethode, die heute nicht mehr angewandt wird. Dabei kam der Bundesregierung außerdem zugute, dass sie Kosten für Geflüchtete in Deutschland anrechnen konnte. Sonst hätten die Entwicklungsausgaben nur bei 0,52 Prozent gelegen. Die Bundesrepublik war also selbst die größte Empfängerin der eigenen Entwicklungsgelder! Das ist zwar zulässig, aber diese Mittel tragen nicht zur Entwicklung einkommensschwacher Länder bei. 

Seitdem lagen Deutschlands Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit wieder unter der 0,7-Prozent-Marke. Zuletzt im Jahr 2019 bei 0,6 Prozent.  

Voraussichtlich wird die Bundesregierung das 0,7-Prozent-Ziel in den Jahren 2020 und 2021 erreichen. Dies gelingt wegen der zusätzlichen Mittel, die als Reaktion auf die globale Corona-Pandemie bereitgestellt werden und durch den Corona-bedingten Wirtschaftsrückgang Deutschlands. 

Welche Fortschritte gibt es in der globalen Entwicklung? 

Seit 1970 ist viel passiert! Der Anteil der Menschen, die in extremer Armut leben, ist allein in den letzten 30 Jahren um 27 Prozent zurückgegangen. Die Kindersterblichkeit sank seit dem Jahr 2000 um 45 Prozent. Durch multilaterale Entwicklungsprojekte wurden große Erfolge erzielt: Der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria hat beispielsweise 38 Millionen Menschenleben gerettet. Die Impfallianz Gavi konnte mehr als 13 Millionen Leben durch wichtige Impfungen retten. 

Gleichzeitig ist die Weltbevölkerung seit 1970 um 4,1 Milliardem Menschen gewachsen und hat sich damit mehr mehr als verdoppelt. Damit ist auch die absolute Zahl der Menschen gestiegen, die in Armut leben, auch wenn Anteil an der Weltbevölkerung gesunken ist.    Denn ein Großteil des Bevölkerungswachstums findet in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen statt, die Empfänger von Entwicklungsgeldern sind. 

Globale Probleme sind hinzugekommen: Der Klimawandel stellt uns und unseren Planeten vor große Herausforderungen. Durch die Corona-Pandemie lastet ein enormer Druck auf den Gesundheitssystemen weltweit. Und auch die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Pandemie sind weltweit zu spüren.

Was fordert die DSW von der Politik?

Mit der Umsetzung des 0,7-Prozent-Versprechens ließe sich das Leben von Millionen von Menschen verbessern. Zur Erreichung der Nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen – auch bekannt als Agenda 2030 – bleiben der Weltgemeinschaft nur noch zehn Jahre. Das erfordert zusätzliche Anstrengungen, die sich im Haushalt der Bundesregierung widerspiegeln müssen. 

Die Bundesregierung muss ihrer Verantwortung im Bereich der nachhaltigen globalen Entwicklung nachkommen. Ohne politischen Willen – und einen konkreten Plan, wie das 0,7-Prozent -Ziel auch nach 2021 gehalten werden kann – ist dies nicht möglich. Unsere Forderungen finden Sie in ausführlicher Form in unserem Positionspapier zum BMZ-Haushalt 2021

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Deutsche NGOs fordern Einhaltung des 0,7-Prozent-Ziels ohne Wenn und Aber

23. Oktober 2020 - 9:00
DSW: „50 Jahre nach seinem Versprechen von New York hat Deutschland über 400 Milliarden Euro nicht investiert, die es für Entwicklungszusammenarbeit zugesagt hatte“

Berlin, 23. Oktober 2020.  Bei einer UN-Konferenz sagte Deutschland 1970 zusammen mit anderen Industrieländern zu, 0,7-Prozent seiner Wirtschaftskraft in die Armutsbekämpfung zu investieren. Zum 50. Jahrestag des 0,7-Prozent-Versprechens fordern sieben Entwicklungsorganisationen die Bundesregierung auf, ihr Versprechen an die Entwicklungszusammenarbeit einzulösen.

Die Entwicklungsorganisationen Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW), Global Citizen, ONE, Plan International Deutschland, Save the Children Deutschland, World Vision und das Aktionsbündnis gegen AIDS richten ihren Appell direkt an die Bundesregierung: “Wenn die Corona-Pandemie eines deutlich gemacht hat, dann wie wichtig internationale Zusammenarbeit ist. Globale Gesundheit ist ein Kernthema der Entwicklungszusammenarbeit.  Wenn die Bundesregierung ihre eigenen Zusagen ernst nimmt, dann sollte sie endlich ihr 50 Jahre altes Versprechen verlässlich einlösen und jedes Jahr 0,7-Prozent seiner Wirtschaftskraft in die Entwicklungszusammenarbeit investieren. Andernfalls ist dieses Versprechen das Papier nicht wert, auf dem es geschrieben wurde. Länder wie das Vereinigte Königreich oder Schweden schaffen es längst, sich an ihre internationale Zusage zur Armutsbekämpfung zu halten.”

In 50 Jahren hat es Deutschland nur einmal geschafft, das 0,7-Prozent-Ziel zu erreichen. Das war 2016, nach einer vorteilhafteren Berechnungsmethode, die heute nicht mehr angewandt wird. Dabei sollte diese Zielmarke bereits 1975 dauerhaft erreicht werden.

Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) beläuft sich die Höhe der Mittel, die Deutschland für die Entwicklungszusammenarbeit zugesagt, aber nicht investiert hat, auf rund 412 Milliarden Euro (knapp 490 Milliarden US-Dollar).

Gemeinsam machen die Entwicklungsorganisationen darauf aufmerksam, dass es sich bei dem 0,7-Prozent-Ziel um keine abstrakte Vereinbarung, sondern um die gemeinsam beschlossene UN-Resolution 2626 handelt. 0,7-Prozent muss als Mindestziel definiert werden, fordert das Bündnis. Der Corona-bedingte Wirtschaftsabschwung und die zusätzlichen Mittel für das Entwicklungsministerium für 2020 und 2021 führen dazu, dass Deutschland das 0,7-Prozent-Ziel voraussichtlich erreichen wird. Dies begrüßen die NGOs ausdrücklich.  Sie fordern die Bundesregierung jedoch auf, sich nicht darauf auszuruhen, sondern sicherzustellen, dass Deutschland auch langfristig das 0,7-Prozent-Ziel erreicht. Nur so kann das grundlegende Prinzip der UN-Nachhaltigkeitsziele, niemanden zurück zu lassen, erreicht werden.

Weitere Informationen: Pressekontakte:

Aktionsbündnis gegen AIDS, Peter Wiessner, 01634568514, wiessner@aids-kampagne.de

Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW): Anke Witte, 0511/ 94 373-32, anke.witte@dsw.org

Global Citizen: Friederike Meister, Telefon 0171/ 736 44 70, friederike.meister@globalcitizen.org

ONE: Scherwin Saedi, 0152 / 03 77 14 29, scherwin.saedi@one.org

Plan International Deutschland: Sascha Balasko, 040/ 607716-146, Sascha.Balasko@plan.de

Save the Children Deutschland e.V.: Claudia Kepp, 030/ 27 59 59 79-280, claudia.kepp@savethechildren.de

World Vision Deutschland e.V.: Marwin Meier, 06172/ 763 249, marwin.meier@wveu.org

World Vision Deutschland e.V. ist ein überkonfessionelles, christliches Hilfswerk mit den Arbeitsschwerpunkten nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und entwicklungspolitische Anwaltschaftsarbeit. Die Organisation ist mit weiteren World Vision-Werken in fast 100 Ländern vernetzt und unterhält offizielle Arbeitsbeziehungen zur Weltgesundheitsorganisation (WHO), dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und arbeitet eng mit dem Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen zusammen (UNHCR). Mehr unter www.worldvision.de und auf Twitter unter @WorldVisionDe.

Seit 2002 setzt sich das Aktionsbündnis gegen AIDS dafür ein, dass Deutschland seiner Verantwortung als wirtschaftlich privilegierter Industriestaat gerecht wird und einen angemessenen Beitrag für die globale Bewältigung von HIV und Aids leistet. Dabei geht es insbesondere darum, dass ALLE Menschen den benötigten Zugang zu HIV-Prävention, Behandlung, Betreuung und Pflege erhalten – auch und vor allem in benachteiligten Ländern.

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ihr Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Daher unterstützt sie junge Menschen dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringt sie sich auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein.

Global Citizen ist eine internationale Kampagnen-Organisation mit dem Ziel, extreme Armut weltweit bis zum Jahr 2030 zu beenden. Unterstützt wird die Organisation bei ihrer Arbeit von Millionen von Global Citizens rund um den Globus, die sich für Themen wie Gleichberechtigung, Bildung, Ernährungssicherheit und Gesundheit aktiv engagieren. Auf der Plattform globalcitizen.org/de werden Global Citizens täglich über entwicklungspolitische Themen, Nachrichten und Geschichten aus aller Welt informiert und dadurch inspiriert, bei Kampagnen-Aktionen mitzumachen. Mehr Informationen auf www.globalcitizen.org und auf Twitter unter @GlblCtznDe.

ONE ist eine internationale Bewegung, die sich für das Ende extremer Armut und vermeidbarer Krankheiten bis 2030 einsetzt. Damit jeder Mensch ein Leben in Würde und voller Chancen führen kann. Wir sind überparteilich und machen Druck auf Regierungen, damit sie mehr tun im Kampf gegen extreme Armut und vermeidbare Krankheiten, insbesondere in Afrika. Zudem unterstützt ONE Bürger*innen dabei, von ihren Regierungen Rechenschaft einzufordern. Mehr Informationen auf www.one.org.

Plan International ist eine religiös und weltanschaulich unabhängige Hilfsorganisation, die sich weltweit für die Chancen und Rechte der Kinder engagiert. Seit mehr als 80 Jahren arbeiten wir daran, dass Mädchen und Jungen ein Leben frei von Armut, Gewalt und Unrecht führen können. Dabei binden wir Kinder in über 70 Ländern aktiv in die Gestaltung der Zukunft ein. Die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen bestärken uns in unserem Engagement für die Gleichberechtigung von Mädchen und Frauen. Mehr unter www.plan.de und auf Twitter unter @PlanGermany

Save the Children wurde 1919 gegründet und ist heute als größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in mehr als 110 Ländern tätig. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Schule und Bildung, Schutz vor Ausbeutung und Gewalt sowie Überleben und Gesundheit – auch in Katastrophensituationen. Save the Children setzt sich seit mehr als 100 Jahren ein für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet. Eine Welt, in der alle Kinder gesund und sicher leben und frei und selbstbestimmt aufwachsen können.

 

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Weltverhütungstag 2020: Jede zweite junge Frau in Entwicklungsländern kann nicht verhüten

25. September 2020 - 8:00
DSW: Sexualaufklärung und Zugang zu Verhütung stärken

Hannover, 25. September 2020. Insgesamt 43 Prozent der Mädchen und jungen Frauen im Alter von 15 bis 19 Jahren, die eine Schwangerschaft vermeiden möchten, haben in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen (Entwicklungsländern) keinen Zugang zu modernen Verhütungsmitteln. Die Folge: Etwa die Hälfte aller Schwangerschaften (10,5 Mio. pro Jahr) bei jungen Frauen ist unbeabsichtigt. „Die Hauptursachen hierfür sind mangelnde Sexualaufklärung und ein meist männlich geprägtes Umfeld mit sehr traditionellem Rollenverständnis. Gerade junge Frauen sind auf eine diskrete und jugendfreundliche Beratung angewiesen, verbunden mit dem Angebot von verschiedenen Verhütungsmethoden. Aktuell kommen unterbrochene Lieferketten für Verhütungsmittel aufgrund der Corona-Pandemie noch erschwerend hinzu“, sagt Jan Kreutzberg, Geschäftsführer der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW).

Anlässlich des Weltverhütungstages am 26. September fordert er: „Die Regierungen weltweit müssen dafür sorgen, dass junge Frauen und Männer Zugang zu Bildung und Sexualaufklärung sowie Gesundheitsversorgung und modernen Verhütungsmitteln erhalten. Auch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit ist gefordert, sich noch stärker dafür einzusetzen, dass Mädchen und Frauen ihr Recht auf sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung wahrnehmen können. Zudem muss in Forschung und Entwicklung für neue Methoden der Verhütung investiert werden, die besser an die Bedürfnisse vor allem junger Frauen in Entwicklungsländern angepasst sind. Wichtige Entscheidungskriterien sind: sicher, diskret, einfach anzuwenden, preisgünstig, breit verfügbar und möglichst geringe Nebenwirklungen. Für Verhütungsmethoden, die gleichzeitig vor Schwangerschaften und sexuell übertragbaren Krankheiten schützen, wäre die Akzeptanz besonders hoch.“

Aktuelle Erhebungen des Guttmacher Instituts zeigen, dass in Entwicklungsländern jede vierte Frau zwischen 15 und 49 Jahren (218 Millionen), die eine Schwangerschaft vermeiden möchte, keinen Zugang zu modernen Verhütungsmitteln hat. Hätten diese Frauen und Mädchen die Möglichkeit zu verhüten, würde die Zahl unbeabsichtigter Schwangerschaften von 111 Millionen auf 35 Millionen pro Jahr sinken. Zudem könnte die Müttersterblichkeit um 73 Prozent und die Säuglingssterblichkeit um 80 Prozent gesenkt werden.

Der fehlende Zugang zu Sexualaufklärung und modernen Verhütungsmittel hat einen maßgeblichen Einfluss auf die Bevölkerungsgröße: „In aktuellen Bevölkerungsstudien wird aus gutem Grund betont, dass Bildung und der Zugang zu Verhütungsmitteln die wichtigsten Faktoren für eine Verlangsamung des Bevölkerungswachstums sind. Denn es besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen formalem Bildungsabschluss, Zugang zu Verhütungsmitteln und der durchschnittlichen Kinderzahl pro Frau. Wenn Frauen und Mädchen selbst bestimmen können, ob, wann, mit wem und wie viele Kinder sie bekommen, entscheiden sie sich oft für weniger Kinder. Höhere Bildung geht zudem mit besserer Gesundheit und einer höheren Lebenserwartung einher”, erklärt Kreutzberg, der im Jahr 2007 den Weltverhütungstag mit ins Leben rief.

„Die Corona-Krise verschärft die ohnehin schwierige Lage zusätzlich: Laut Schätzungen des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) kann es in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen zu etwa sieben Millionen zusätzlichen unbeabsichtigten Schwangerschaften kommen, wenn Mädchen und Frauen sechs Monate lang keinen Zugang zu Verhütungsmitteln haben. In vielen Ländern, darunter auch Ostafrika, ist dieser Zugang wegen der Ausgangsbeschränkungen erschwert”, sagt Kreutzberg.

Über den Weltverhütungstag

Der Weltverhütungstag, der jährlich am 26. September begangen wird, ist eine internationale Initiative, für die sich zahlreiche nichtstaatliche Organisationen wie die DSW engagieren. Ziel ist es, das Bewusstsein für Fragen der Sexualaufklärung und Empfängnisverhütung zu stärken.

Über die DSW

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ihr Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Daher unterstützt sie junge Menschen dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringt sie sich auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein.

In ihren 228 Jugendklubs in Äthiopien, Kenia, Tansania, und Uganda bildet die DSW Jugendberater*innen (“Peer Educators”) aus, die ihr Wissen rund um Sexualität, Verhütung und Rechte an Gleichaltrige weitergeben. Allein in 2019 konnte die DSW 932 “Peer Educators” ausbilden, die wiederum ihr Wissen an mehr als 8.000 junge Menschen weitergegeben haben. In vielen Jugendklubs haben Jugendliche zudem die Möglichkeit, ihr Schulwissen um berufspraktisches Wissen zu erweitern.

Laden Sie sich die Pressemitteilung hier als PDF herunter.

 

Weitere Informationen:

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5 Fragen – 5 Antworten zur Verhütung

24. September 2020 - 16:00
Wie steht es um die Verhütung in der Welt? Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen.

Am 26. September ist übrigens Weltverhütungstag. Er soll den Blick darauf lenken, wie wichtig Sexualaufklärung und Verhütung für uns alle ist – und darauf, dass viele Frauen in Entwicklungsländern ihr Recht auf Verhütung noch immer nicht wahrnehmen können. Dabei sollte Verhütung das Natürlichste auf der Welt sein!

1. Wie verhüten die meisten Menschen weltweit?

Während in Deutschland die Antibabypille unangefochten an der Spitze steht, ist die weltweit gängigste Verhütungsmethode mit 24 Prozent die Sterilisation der Frau, gefolgt von dem Kondom für den Mann mit 21 Prozent. Spiralen und die Pille landen im weltweiten Durchschnitt lediglich auf den Plätzen 3 und 4. Etwa 8 Prozent nutzen traditionelle Methoden – darunter der Coitus Interruptus oder die Zykluskontrolle.

Wenn Frauen die Wahl zwischen verschiedenen Verhütungsmethoden haben, gibt es mehrere Faktoren, die ihre Entscheidung beeinflussen. Dazu zählen gesundheitliche Nebenwirkungen, die einfache Anwendbarkeit und die Präferenz des Partners. In Entwicklungsländern, in denen Frauen häufig gesellschaftlich schwächer gestellt sind, können Frauen die Anwendung von Verhütung gegenüber ihrem Partner oft nicht durchsetzen. Daher sind „unsichtbare“ Methoden wie die Dreimonatsspritze besonders wichtig.

Eine Übersicht über 17 Verhütungsmittel mit Hinweisen zur Anwendung und zu Vor- und Nachteilen bietet die Seite Your Life.

2. Welche Verhütungsmethoden sind besonders wirksam?

Die meisten modernen Verhütungsmethoden sind sehr wirksam, um eine Schwangerschaft zu vermeiden. Das setzt jedoch voraus, dass man sie korrekt und regelmäßig anwendet. Es genügt also nicht, Verhütungsmittel bereitzustellen. Vielmehr müssen auch Informationen darüber vermittelt werden, wie sie anzuwenden sind.

Die Wirksamkeit der verschiedenen Verhütungsmethoden lässt sich daran messen, wie viele Schwangerschaften es pro 100 Frauen im ersten Jahr der Nutzung gibt. Die wenigsten Schwangerschaften (nämlich nicht einmal eine pro 100 Frauen) gibt es bei Implantaten, Spiralen und der weiblichen Sterilisierung, womit diese als die sichersten Verhütungsmethoden gelten. Die meisten Schwangerschaften gibt es bei den beiden traditionellen Methoden Coitus Interruptus (22) und Zyklusmethoden (24) sowie bei Spermiziden (28). Allerdings schützt selbst die am wenigsten wirksame Methode noch um ein Vielfaches besser vor einer Schwangerschaft als keine Methode. Denn: Von 100 sexuell aktiven Frauen, die auf Verhütung verzichten, werden innerhalb eines Jahres 85 schwanger.

3. Ist Verhütung für jeden selbstverständlich?

In Entwicklungsländern kann jede vierte Frau, die eine Schwangerschaft vermeiden möchte, nicht verhüten. Das sind 218 Millionen Frauen! Während Verhütung für die meisten Frauen in Industrieländern eine Selbstverständlichkeit und leicht zugänglich ist, können Frauen in Afrika südlich der Sahara davon nur träumen. Dort hat jede zweite Frau, die verhüten möchte, keine Möglichkeit dazu. Dabei ist Verhütung ein Menschenrecht!

Ob jemand Verhütungsmittel verwendet oder nicht, ist unter anderem eine Frage der Bildung und des Einkommens. Wenn Frauen keine Verhütungsmittel verwenden, kann es aber auch daran liegen, dass sie mit den verfügbaren unzufrieden sind oder sie Angst vor den Nebenwirkungen haben. Sexualaufklärung, gute Beratungsangebote und ein hochwertigeres Verhütungsmittelangebot sind nötig, um dem entgegenzuwirken.

Das ist vor allem für junge Frauen in Entwicklungsländern lebenswichtig, denn sie sind besonders vom Mangel an Familienplanung betroffen und zugleich besonders hohen Risiken bei einer zu frühen Schwangerschaft ausgesetzt.

4. Welche Folgen hat fehlende Verhütung?

In Entwicklungsländern werden mehr als 300.000 Mädchen und Frauen ungewollt schwanger – jeden Tag! Pro Jahr sind das 111 Millionen ungewollte Schwangerschaften.

Was hinter diesen Zahlen steckt: Vor allem bei Mädchen und jungen Frauen und bei denjenigen, die eine unsachgemäße Abtreibung durchführen lassen, bedeutet eine ungewollte Schwangerschaft häufig gravierende, teilweise lebenslange gesundheitliche Einschränkungen oder sogar den Tod. So zählen Komplikationen infolge von Schwangerschaft oder Geburt für Mädchen im Alter von 15 bis 19 Jahren zu den häufigsten Todesursachen. Hinzu kommt, dass Mädchen in Entwicklungsländern, die schon im Teenageralter schwanger werden, häufig die Schule oder Ausbildung abbrechen müssen. Ein Kreislauf aus Armut und Not beginnt.

Deshalb sind Aufklärung und Familienplanung so wichtig! Investitionen in Familienplanung helfen nicht nur, ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden und Leben zu retten. Mit jedem zusätzlich in Familienplanung investierten US-Dollar können 3 US-Dollar für schwangerschaftsbezogene Gesundheitsdienste eingespart werden.

Wenn alle Frauen verhüten könnten und Schwangere und Neugeborene eine gute medizinische Versorgung bekämen,

  • würde die Zahl unbeabsichtigter Schwangerschaften um 68 Prozent auf 35 Millionen sinken,
  • gäbe es 21 Millionen weniger ungeplante Geburten und 20 Millionen weniger unsichere Schwangerschaftsabbrüche,
  • könnte das Leben von 116.000 Müttern und 1,7 Millionen Neugeborenen gerettet werden.
5. Was ist zu tun, damit Verhütung selbstverständlich wird?

Da ist ein ganzer Strauß von Maßnahmen zu nennen: von der Entwicklung neuer Verhütungsmethoden, die auf bessere Akzeptanz bei allen Zielgruppen stoßen, über den Ausbau an Aufklärungs- und Verhütungsangeboten – besonders auch für junge Menschen – bis hin zur Stärkung von Gesundheitssystemen.

Das alles kostet Geld, aber der Rahmen ist überschaubar. Um den Bedarf an sexuellen und reproduktiven Gesundheitsdiensten in Entwicklungsländern zu decken, sind insgesamt 69 Mrd. US-Dollar notwendig. Das sind 31 Milliarden US-Dollar mehr, als gegenwärtig in Verhütungsmittel und Gesundheitssysteme investiert wird. Gefordert sind dabei sowohl die Entwicklungs- als auch die Industrieländer. Mehr Mittel für Verhütung ist gut investiertes Geld und zahlt sich mehrfach aus – sowohl aus menschenrechtlicher als auch aus wirtschaftlicher Sicht.

Und hier noch 5 Fragen – 5 Antworten der etwas anderen Art:
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Dieser Beitrag ist erstmals erschienen am 24.09.2015 und wird jährlich mit neuen Zahlen überarbeitet.

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Globale Bevölkerungsprognosen: Wo liegen die Unterschiede zwischen den Berechnungen der Vereinten Nationen und den Berechnungen des IHME?

8. September 2020 - 10:34

Gastbeitrag von Dr. Elke Loichinger, Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung,

Kürzlich veröffentlichte die Fachzeitschrift The Lancet globale Bevölkerungsprognosen von Wissenschaftler*innen am Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME). Die Ergebnisse der Studie unterscheiden sich deutlich von denen der Vereinten Nationen (VN): Die IHME Wissenschaftler*innen gehen davon aus, dass das Maximum der Weltbevölkerung schon im Jahr 2064 mit 9,73 Milliarden Menschen erreicht wird und dann konstant sinkt. Die Berechnungen der Vereinten Nationen zeigen einen kontinuierlichen weiteren Anstieg und eine Weltbevölkerung von 10,88 Milliarden bis zum Jahr 2100.

Wie kommt es zu diesen unterschiedlichen Ergebnissen?

Bevölkerungsprognosen werden auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene und für verschiedenste Zeithorizonte durchgeführt. Die verbreitetste Methode hierfür ist die sogenannte Kohorten-Komponenten-Methode. Hierbei werden Annahmen über die zukünftige Entwicklung von Fertilität (= Anzahl der Geburten), Mortalität (= Sterbefälle) und Migration (= Zu- und Abwanderung) getroffen und auf die Ausgangsbevölkerung angewandt. Die Zusammensetzung und Größe einer Bevölkerung kann sich nur durch Entwicklungen dieser drei demografischen Komponenten verändern. Je nach Land unterscheidet sich, in welchem Umfang Geburten, Sterbefälle sowie Zu- und Abwanderungen Einfluss auf die zukünftige Bevölkerungsentwicklung haben. Sowohl die Vorausberechnungen der VN als auch die Prognosen des IHME beruhen auf diesem Ansatz. Welche Faktoren führen aber dazu, dass sich die Ergebnisse so stark unterscheiden?

1. Unterschiedliche Annahmen bei der Geburtenentwicklung

Am ausschlaggebendsten für die Unterschiede in den Ergebnissen der beiden Institutionen sind die Annahmen zur Geburtenentwicklung. Dies gilt sowohl für Länder, in denen Frauen momentan im Durchschnitt noch relativ viele Kinder bekommen, als auch für Länder mit niedrigeren Geburtenraten, in denen das Geburtenniveau unter 2,1 Kindern pro Frau gesunken ist. Das bedeutet zum Beispiel, dass die VN in den Jahren 2050 bis 55 mit einer durchschnittlichen Anzahl von 3,35 Kindern pro Frau in Nigeria und 1,70 in Deutschland rechnen. Das IHME geht währenddessen für 2052 in beiden Ländern von deutlich niedrigeren Werten aus: 2,74 (Nigeria) und 1,42 (Deutschland).

2. Zugang zu Bildung und Verhütung

Die Annahmen der VN über die Entwicklung von Geburtenraten beruhen auf Analysen vergangener Trends in einzelnen Ländern und weltweit, in Kombination mit dem Modell des demografischen Übergangs. Dieses beschreibt die Entwicklung von Ländern mit hoher Fertilität und Mortalität hin zu einer Situation mit niedriger Fertilität und Mortalität. Das IHME berücksichtigt zusätzlich das Bildungsniveau und die Verbreitung der Anwendung moderner Verhütungsmethoden. Grund ist der erwiesene Zusammenhang zwischen dem Geburtenniveau eines Landes und diesen beiden Aspekten.  Das Team am IHME geht davon aus, dass sich der in vielen Ländern beobachtete Zusammenhang zwischen Geburtenrückgang, Bildung und Verhütung auf andere Länder übertragen lässt. Dabei darf jedoch nicht vergessen werden, dass die dafür notwendigen Fortschritte beim Zugang zu Bildung und modernen Verhütungsmitteln nicht automatisch erfolgen, sondern auch politischen Willen und umfassende Investitionen erfordern.

 Bildung als zentraler Faktor

Traditionell werden die Annahmen für die zukünftige Entwicklung von Fertilität, Mortalität und Migration für einzelne Altersklassen und getrennt für Männer und Frauen getroffen (Ausnahme: Fertilitätsannahmen nur für Frauen). Das ist notwendig, da zum Beispiel Sterbewahrscheinlichkeiten mit dem Alter und zwischen Männern und Frauen variieren, was zu den beobachteten Unterschieden in der Lebenserwartung beider Geschlechter führt. Ein weiterer relevanter Faktor ist der Bildungsstand: So zeigt sich nicht nur ein deutlicher Zusammenhang zwischen der durchschnittlichen Kinderzahl pro Frau und ihrem formalen Bildungsabschluss. Höhere Bildung geht auch mit besserer Gesundheit und einer längeren Lebenserwartung einher. Wenn man diese Zusammenhänge in der Vorausberechnung berücksichtigt, kann das einen signifikanten Effekt auf die absolute Bevölkerungsanzahl und die Altersverteilung haben. Das Wittgenstein Centre for Demography and Global Human Capital in Wien erstellt regelmäßig Bevölkerungsvorausberechnungen nach Alter, Geschlecht und höchstem Bildungsstand für 201 Länder. Die Ergebnisse sind – was die globale Maximalbevölkerung als auch das Peak-Jahr betrifft – den Ergebnissen des Hauptszenarios des IHME recht ähnlich.

  3. Unterschiedliche Datenquellen werden verwendet

Daten über vergangene und aktuelle Entwicklungen von Geburten, Sterbefällen und Wanderungen können aus nationalen und internationalen Datenquellen gewonnen werden. Nicht alle Länder der Welt verfügen über ein Personenstandswesen, sodass Daten oftmals auf Basis anderer Quellen, z.B. einem Zensus oder speziellen Erhebungen, geschätzt werden. Je nach Wahl der Datenquelle kann es sein, dass die VN und IHME unterschiedliche Anfangswerte für ihre Berechnungen verwenden. Zum Beispiel gehen die VN für den Zeitraum 2015 bis 2020 für Nigeria von einer durchschnittlichen Kinderzahl pro Frau von 5,42 aus, das IHME von 5,11 (2017). Im Fall von Deutschland betragen die entsprechenden Werte 1,59 (VN) und 1,39 Kinder pro Frau (IHME).

4. Langfristige Vorausberechnungen sind unsicher

Je länger der Zeitraum der Vorausberechnung, desto größer wird die Unsicherheit bei den Annahmen für die drei demografischen Komponenten und bei den daraus resultierenden Ergebnissen. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, gibt es mehrere Möglichkeiten: So gibt es normalerweise mehrere Szenarien, die auf unterschiedlichen Annahmen beruhen, wobei eines der Szenarien als Hauptszenario und damit als wahrscheinlichstes Szenario gilt. Wenn konkrete zukünftige Werte z.B. für die Entwicklung der Lebenserwartung für jeden Zeitpunkt festgelegt werden, so spricht man von einer deterministischen Herangehensweise. Im Gegensatz hierzu steht ein so genanntes probabilistisches Vorgehen, bei dem es eine große Anzahl an möglichen zukünftigen Verläufen gibt, denen jeweils unterschiedliche Eintrittswahrscheinlichkeiten zugeordnet werden. Es ist auch möglich, Elemente beider Ansätze zu vermischen, was bei den Berechnungen der Hauptvariante der VN gemacht wird. Die Berechnungen des IHME beruhen auf einem durchweg probabilistischen Ansatz.

Medien vernachlässigen Bandbreite von Ergebnissen

Die Tatsache, dass die Ergebnisse jeder Vorausberechnung mit einer mehr oder weniger großen Unsicherheit verbunden sind, kommt in der Kommunikation mit der Öffentlichkeit und politischen Akteuren oftmals zu kurz. Sowohl die VN als auch das IHME geben neben einem Wert für die Bevölkerungszahl im Jahr 2100 (VN: 10,9 Milliarden, IHME: 8,8 Milliarden) eine Bandbreite an, innerhalb der sich die zukünftige Weltbevölkerung mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit bewegt. Diese Bandbreite beträgt bei den VN 9,4 bis 12,7 Milliarden Menschen in 2100, bei IHME 6,8 bis 11,8 Milliarden Menschen. Insbesondere die extreme Spannbreite der IHME Prognosen verdeutlicht die große Unsicherheit bei langfristigen globalen Prognosen, welche in der öffentlichen Wahrnehmung jedoch nicht ankommt.

 

Referenzen:

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Risto za Namba Nane | Eine Reihe von Kurzgeschichten über die Auswirkungen von COVID-19 auf Kibera

2. September 2020 - 15:27

Gastbeitrag mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Botschaft Nairobi.

Nairobi, die Hauptstadt Kenias, ist in Zeiten von COVID-19 eine Stadt von gegensätzlichen Realitäten. Während es in einigen Vierteln still ist – die Straßen menschenleer, die Bewohner unsichtbar in üppigen Grünanlagen, ihre Häuser mit Wasser, Lebensmitteln und anderen Dingen des täglichen Bedarfs gefüllt – sieht Kibera, die größte informelle städtische Siedlung Afrikas und Heimat von Hunderttausenden von Menschen, einer anderen Realität ins Auge.

 

 

Die Zahlen der Volkszählungen variieren, aber UN Habitat schätzt, dass in dem dicht besiedelten Teil Nairobi’s 500.000 bis 700.000 Menschen leben. Armut definiert seit langem das tägliche Leben; COVID-19 ist nur ein weiteres Hindernis in einem Leben in Armut und Not. Die meisten Menschen bemühen sich täglich so sehr ums Überleben, dass die Bedrohung durch COVID-19 im Vergleich dazu verblasst.

Der Zugang zu Wasser ist extrem eingeschränkt. Mit nur 200 Wasserstellen für die rund 700.000 Bewohner ist regelmässiges Händewaschen fast unmöglich. Antibakterielle Handdesinfektionsmittel und Schutzmasken sind eine unerschwingliche Anschaffung und eine Selbstquarantäne ist einfach keine Alternative. Die Aufrechterhaltung der physischen Distanz in Kibera ist unmöglich: Die Menschen leben in winzigen, überfüllten Häusern. Diese Bedingungen machen es allzu leicht für eine Virus wie COVID-19 sich auszubreiten.

Nachdem der erste Fall in Kenia festgestellt worden war, hat die Regierung am 12. März umfassende Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung von COVID-19 zu verlangsamen. Von 19.00 Uhr bis 5.00 Uhr (seit kurzem von 21.00 Uhr bis 4.00 Uhr morgens) werden in Nairobi alle Aktivitäten eingestellt. Die Ausgangssperre, mit der die Ausbreitung von COVID-19 gestoppt werden soll, hat ganz eigene Konsequenzen: Verlust des Arbeitsplatzes und Unfähigkeit, die Familie zu ernähren oder Miete zu zahlen. Die meisten Einwohner von Kibera sind Tagelöhner, die keine oder nur wenige Ressourcen haben; das bedeutet, dass sie arbeiten müssen, um genug Geld zu verdienen, um Nahrung für ihre Familien und andere Grundbedürfnisse wie Miete zu bekommen.

Doch Kibera lässt sich kaum zu einem Ort der Armut und Not reduzieren. Vielmehr ist Kibera eine Mischung aus Vielfalt, Lebendigkeit und Talent – besonders in Zeiten von COVID-19, in denen die Menschen in Kibera in der engen Gemeinschaft Kraft finden. Es gibt unzählige Geschichten, die darauf warten, erzählt zu werden; Geschichten, in denen die Menschen ihr Schicksal selbst in die Hand genommen haben; Geschichten, die der Gemeinschaft Hoffnung geben; denn selbst in den angstvollsten Zeiten gibt es Hoffnung.

Mit “Risto Za Namba Nane” wollen Stephen Okoth Ochieng – bekannt als Ondivow oder Picha Marangi (“farbenfrohe Bilder”) – ein Filmemacher und Stylist aus Kibera und Chris Innocent Owino – bekannt als Imchristogram – CEO und Gründer von NovatechMedia, einer Gemeinschaft von Kreativen, die sich leidenschaftlich für Projekte engagieren, die ein transformatives Potenzial für die Gesellschaft Kenias haben – das Narrativ ändern, das Kibera in Zeiten von COVID-19 beherrscht.

Ja, ich komme von einem Ort, den viele als einen Hort von Krankheit, Verzweiflung und Unordnung, von Armut und Not gemalt haben. Aber trotz der harten Realität des täglichen Lebens gibt es Geschichten von Freude und Glück. Meine Mission ist es, diese Geschichten ans Licht und dadurch Hoffnung nach Kibera zu bringen – und von Kibera aus in die Welt.

Folgen Sie @Ondivow Photography und @NovatechMedia, um über dieses spannende Projekt auf dem Laufenden zu bleiben!

Das Projekt wird von der Deutschen Botschaft Nairobi unterstützt!

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Junior Referent*in für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in Vollzeit

1. September 2020 - 16:15

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ihr Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Daher unterstützt sie junge Menschen dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringt sie sich auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein. Neben ihrem Hauptsitz in Hannover ist die DSW in Äthiopien, Kenia, Tansania und Uganda sowie mit Verbindungsbüros in Berlin und Brüssel vertreten. Mehr Informationen unter www.dsw.org.

Die DSW sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt am Stiftungssitz in Hannover eine*n

Junior Referent*in für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in Vollzeit

Der*Die Junior Referent*in wird an der erfolgreichen Umsetzung der Zielsetzungen der Stiftung arbeiten. Er*Sie wird im Kommunikationsteam bei der Implementierung von Online- und Offline-Aktivitäten sowie bei anderen Kommunikationsmaßnahmen mitwirken.

Zentrale Aufgaben:
  • Mediendokumentation und –auswertung
  • Layout-Arbeiten ( z. B. Grafiken, Präsentationen)
  • Durchführung von Recherchen zu diversen Themen und Anlässen
  • Verteilerpflege, Pflege der Fotodatenbank
  • Unterstützung bei…
      • der Erstellung von Social Media Content
      • der Erstellung von Publikationen
      • der Erstellung von Presse-, PR-, Newsletter- und Blog-Texten
      • administrativen Tätigkeiten/ Reporting
      • der Pflege der Website
      • diversen Projekten des Kommunikationsteams (z.B. bei Medienstunts, Kampagnen, Veranstaltungen)
Wir erwarten:
  • einen Hochschulabschluss (Diplom oder Master), vorzugsweise mit dem Schwerpunkt Kommunikation, Journalismus, Entwicklungszusammenarbeit oder vergleichbare Qualifikation (erste Berufserfahrungen in Journalismus, PR-Agentur, Pressestelle oder Ähnliches),
  • erste praktische Berufserfahrung im Arbeitsfeld der Stelle (z.B. einschlägige mehrmonatige Praktika),
  • Textsicherheit, sehr gutes Sprachgefühl, Kommunikationsstärke und crossmediales Denken,
  • sicherer Umgang mit gängigen Computerprogrammen, Content-Management-Systemen, Newsletter-Diensten, darunter insbesondere Photoshop, InDesign, WordPress, Mailchimp sowie mit Social Media Kanälen (Twitter, Instagram, Facebook und YouTube),
  • hohe Team- und Kooperationsfähigkeit sowie flexibles und eigenständiges Arbeiten,
  • hohe Einsatz- und Leistungsbereitschaft,
  • detailgenaues Arbeiten sowie proaktives und lösungsorientiertes Handeln,
  • Deutsch auf muttersprachlichem Niveau, sehr gutes Englisch,
  • Kenntnisse im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit sind von Vorteil.
Wir bieten:
  • eine angemessene Vergütung und Förderung des persönlichen wie beruflichen Wachstums,
  • einen spannenden Themenbereich in einem internationalen und abwechslungsreichen Arbeitsumfeld
  • eine angenehme Arbeitsatmosphäre in einem motivierten Team sowie
  • flache Hierarchien.
Bewerbungsverfahren:

Interessiert? Dann senden Sie uns Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf, Anschreiben. Zeugnisse) bitte mit dem Verweis „DSW2020_09 Junior Referent*in für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit“ per E-Mail an: jobs.deutschland@dsw.org

Bitte beachten Sie, dass nur Bewerbungen mit der Referenznummer “DSW2020_09 Junior Referent*in für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit” in der Betreffzeile der E-Mail berücksichtigt werden.

Der Vertrag ist auf zwei Jahre befristet.

Bewerbungsschluss ist der 20. September 2020.

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International Youth Day: Zukunft gestalten mit der Jugend von heute!

12. August 2020 - 14:32

Von Jan Kreutzberg, Geschäftsführer der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW).

International Youth Day: Die Jugendgeneration hat Bedürfnisse

Heute feiern wir den #InternationalYouthDay, der unter dem Motto „Jugend engagiert sich für globale Anliegen” steht. Gerade jetzt, wo die gesamte Weltgemeinschaft mit der Corona-Pandemie zu kämpfen hat, ist es besonders wichtig, Jugendliche mit gezielten Maßnahmen zu unterstützen. Dazu zählt, Jugendlichen Zugang zu Gesundheitsversorgung und Verhütungsmitteln zu ermöglichen, damit sie sich vor ungewollten Schwangerschaften und sexuell übertragbaren Krankheiten schützen können.

Im Zeichen von COVID-19: International Youth Day

Wir befinden uns derzeit in einem Dilemma, welches wir zu unseren Lebzeiten noch nicht erlebt haben. Gegenwärtig nehmen die COVID-19-Fälle in Afrika weiter zu, wobei jüngste Berichte im August einen Anstieg von 13 Prozent im Vergleich zu Juli aufweisen. In vielen afrikanischen Ländern machen junge Menschen mehr als 60 Prozent der Bevölkerung aus. Wenn wir jetzt nicht handeln, um sicherzustellen, dass ihre sexuelle und reproduktive Gesundheit und ihre Rechte gewahrt werden, werden wir zwangsläufig einen massiven Anstieg ungewollter Schwangerschaften erleben. Diese wiederum haben unsichere Schwangerschaftsabbrüche und sogar Todesfälle von Müttern zur Folge. Laut einer kürzlich durchgeführten Studie von Guttmacher wird geschätzt, dass aufgrund der Pandemie zusätzliche rund 49 Millionen Frauen und Mädchen in Entwicklungsländern einen ungedeckten Bedarf an modernen Verhütungsmitteln haben werden. Dies könnte zu zusätzlichen ca. 15 Millionen ungewollter Schwangerschaften innerhalb eines einzigen Jahres führen. Dies ist, kurz gesagt, inakzeptabel.

Jugendliche brauchen eine Stimme

Es liegt auf der Hand, dass wir alles in unserer Macht stehende tun müssen, um dies zu verhindern – und ich glaube, dass junge Menschen dabei eine wichtige Rolle spielen. Daher unterstützt die DSW jugendgeführte Organisationen in Ostafrika, indem sie Verantwortliche z.B. durch entsprechende Fortbildung stärkt, sich politisch für ihre Belange einzusetzen. Zudem hat die DSW ein großes Netzwerk von Jugendberater*innen aufgebaut, die aktiv mit Entscheidungsträger*innen zusammenarbeiten. Ihr gemeinsames Ziel ist es, Aufklärungsarbeit zu leisten und eine bessere Zukunft für sich selbst und ihre Länder zu gestalten. Diese Arbeit auf Distrikt-, Bezirks- und nationaler Ebene muss fortgesetzt und ausgeweitet werden, um sicherzustellen, dass die politischen Entscheidungsträger*innen angemessen auf die aktuelle Situation reagieren. So müssen zum Beispiel Engpässe beim Zugang zu Aufklärung und Verhütungsmitteln schnell überwunden werden.

Sexuelle Aufklärung auf Augenhöhe

Diese jugendlichen Vorreiter*innen klären Jugendliche über ihre Sexualität auf und beraten sie zu geeigneter Verhütung. Tatsächlich ist die Weitergabe von Wissen an Gleichaltrige (Peer-to-Peer-Lernen und –Training) eine Kernkomponente des Ansatzes dieser DSW-Jugendberater*innen. Durch Projekte wie den Youth Truck der DSW in Uganda engagieren sich Jugendliche in Workshops, mit zahlreichen öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten sowie der Verteilung von Aufklärungsmaterialien und Kondomen für benachteiligte junge Menschen. Diese wiederum verbreiten das erworbene Wissen unter Gleichaltrigen und innerhalb ihrer Familien, was zu einem Multiplikationseffekt führt. Ich bin davon überzeugt, dass Initiativen wie diese ein unglaubliches Potenzial haben, den Zugang zu Aufklärung und Verhütungsmitteln signifikant zu steigern und damit die Ausbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten sowie die Anzahl ungewollter Schwangerschaften zu verringern.

Wir stehen wegen Corona an einem Scheideweg. Nur, wenn wir mit den jungen Menschen zusammenstehen und sie dabei unterstützen, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen, können wir bessere Voraussetzungen für alle schaffen.

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Referent*in Projektmanagement

4. August 2020 - 14:22

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ziel unserer Arbeit ist es, zur Umsetzung des Menschenrechts auf Familienplanung und zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Jugendliche sind daher die wichtigste Zielgruppe unserer Projekte. Auf nationaler und internationaler Ebene bringen wir uns in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Globale Gesundheit, sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte und Gleichstellung der Geschlechter ein.

Neben ihrem Hauptsitz in Hannover ist die DSW in Äthiopien, Kenia, Tansania und Uganda sowie mit Verbindungsbüros in Berlin und Brüssel vertreten.

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) sucht zum 1.Oktober 2020 eine*n

Referent*in Projektmanagement

mit Dienstort in Hannover.

Der*die Referent*in wird an der erfolgreichen Umsetzung der Zielsetzungen der Stiftung mitwirken und insbesondere die Betreuung und Begleitung von Projekten in Ostafrika übernehmen. Hierbei steht die zukünftige Koordination mit einem multisektoralen Programm zu Jugendförderung in Äthiopien im Vordergrund. Hinzu kommt die Betreuung von Projekten in Tansania, Kenia und Uganda bei der Umsetzung von jugendfreundlichen Ansätzen zur Stärkung von sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechte auf Distriktebene.

Er*Sie wird als Mitglied des Bereichs Programme und Projekte im Projektmanagement Team mitwirken und dabei eng mit dem Monitoring und Evaluierung (M&E) Team, dem Finanzbereich und den Kollegen*innen in den Partnerländern zusammenarbeiten.

Ihre Aufgaben:
  • Koordination und Projektmanagement von DSW Projekten vor allem in Äthiopien, Kenia Tansania und Uganda, inklusive der inhaltlichen und finanziellen Projektimplementierung und der Berichterstattung an Geber;
  • Ansprechpartner*in für die jeweiligen Projektteams in Äthiopien, Kenia, Tansania und Uganda;
  • Kapazitätenstärkung von lokalen Mitarbeiter*innen der Stiftung vor allem zu Projektmanagement und Ansätzen im Zugang zu Verhütung und Dienstleistungen zu sexuell – reproduktiver Gesundheit;
  • Wissensmanagement und Dokumentation von Projekten in der DSW;
  • Unterstützung bei der Weiterentwicklung des DSW–Projektansatzes im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Rechte, der Jugendförderung und der Kapazitätenstärkung.
Wir erwarten:
  • Hochschulabschluss in Gesellschafts- oder Sozialwissenschaften, Public Health oder vergleichbare Qualifikation;
  • 3 – 5 Jahre relevante Berufserfahrung mit entwicklungspolitischem Bezug;
  • Erfahrungen im Projektmanagement, M&E sowie im Projektcontrolling, bevorzugt in der Entwicklungszusammenarbeit;
  • Erfahrungen und Kenntnisse in den Bereichen sexuelle und reproduktive Gesundheit, Jugendförderung und Kapazitätenstärkung;
  • Deutsch auf muttersprachlichem Niveau, verhandlungssicheres Englisch
    (in Wort und Schrift);
  • Interkulturelle und kommunikative Kompetenzen;
  • Strukturierte Arbeitsweise sowie Freude an der Arbeit im Team;
  • Bereitschaft zu Dienstreisen (national und international).
Wir bieten:
  • ein internationales Arbeitsumfeld;
  • eine angenehme Arbeitsatmosphäre in einem dynamischen Team;
  • ein spannendes Themenfeld;
  • angemessene Vergütung.
Bewerbungsverfahren:

Wenn Sie Interesse haben, senden Sie uns bitte Ihre Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf und Anschreiben) mit dem Verweis „DSW2020_07 Referent*in Projektmanagement“ per E-Mail an: jobs.deutschland@dsw.org

Bitte beachten Sie, dass nur Bewerbungen mit der Referenznummer “DS2020_07 Referent*in Projektmanagement” in der Betreffzeile der E-Mail berücksichtigt werden.

Der Vertrag ist zunächst auf 2 Jahre befristet.

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