Sie sind hier

DSW

Newsfeed DSW abonnieren DSW
Deutsche Stiftung Weltbevölkerung
Aktualisiert: vor 2 Stunden 51 Minuten

Warum Gleichstellung der Geschlechter eine Priorität der Entwicklungspolitik der künftigen Regierung sein muss

14. September 2021 - 8:30

Von Megan O’Donnell und Alisa Kaps.

Nach 16 Jahren unter Angela Merkel steht die Bundestagswahl vor der Tür und das Kanzler*innenamt ist neu zu besetzen. Selten schien es so schwierig vorherzusehen, wer dort einziehen wird. Doch ganz gleich, welche Parteien die neue Regierung bilden, wer ihr als Kanzler*in vorstehen und welches Geschlecht diese Person haben wird, eines ist sicher: Das Thema Gleichstellung der Geschlechter muss ganz oben auf ihrer Agenda stehen.

Die neue Bundesregierung wird Gelegenheit haben, sich als eine weltweit treibende Kraft für die Gleichstellung der Geschlechter zu positionieren – in einer Zeit, in der Führung dringend benötigt wird. Die Coronakrise hat die Fortschritte bei der Verwirklichung des nachhaltigen Entwicklungsziels 5 (SDG5, ‘Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen‘) beeinträchtigt. Gleichzeitig stellen sich einige  Nachbarländer Deutschlands gegen die  Förderung der Geschlechtergleichstellung oder ziehen sich bei dem Thema zurück, sei es im Rahmen von EU-Verhandlungen (z. B. Polen und Ungarns jüngster Vorstoß zur Streichung von Verweisen auf Geschlechtergleichstellung in EU-Erklärungen) oder in ihrer Entwicklungszusammenarbeit (z. B. die Kürzungen Großbritanniens bei der Unterstützung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit). In diesem Blog skizzieren wir die Herausforderungen bei der Förderung der Gleichstellung der Geschlechter, welche Maßnahmen Deutschland in jüngster Zeit zu diesem Thema ergriffen hat und was von der neuen Regierung noch erwartet wird.

Geschlechtergleichstellung während und nach COVID-19

In erster Linie braucht die Welt eine geschlechtergerechte Erholung von der Coronakrise, von der Frauen und Mädchen weltweit unverhältnismäßig stark betroffen sind. Neuste Forschungsergebnisse der COVID-19 Gender and Development Initiative (die im Center for Global Development (CGD) angesiedelt ist) zeigen, dass die negativen Auswirkungen der Krise Frauen und Mädchen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen überproportional treffen. Schon vor dem Ausbruch von COVID-19 waren die Erwerbsbeteiligung, der Zugang zu Finanzmitteln, die Qualität der Arbeitsplätze und die Entlohnung von Frauen nicht gleichwertig mit denen von Männern. Die Pandemie und die weltweite Rezession haben diese Unterschiede noch vergrößert.

Die Pandemie hat auch Rückschlägen für die Gesundheit, die Rechte und die körperliche Selbstbestimmung von Frauen und Mädchen zur Folge.  Wirtschaftliche Einbußen und die Tatsache, dass Menschen während der Lockdowns zu Hause bleiben müssen, haben zu einem weltweiten Anstieg von geschlechtsspezifischer Gewalt geführt. Zudem wurde vielerorts  der Zugang von Frauen und Mädchen zu grundlegenden Gesundheitsdiensten erschwert. Das erhöht Gesundheitsrisiken – insbesondere für schwangere Frauen und Mädchen. In den ostafrikanischen Ländern, in denen die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) tätig ist, hat die Belastung der Gesundheitssysteme dazu geführt, dass Frauen und vor allem Mädchen häufiger unbeabsichtigt schwanger werden. Das hat unter anderem Folgen für ihre Bildungschancen: In Kenia ist die Zahl der Mädchen, die nach dem Lockdown nicht in die Schule zurückkehrten, doppelt so hoch wie die der Jungen. Unbeabsichtigte Schwangerschaften und Frühverheiratung gehören dabei zu den Hauptursachen.

Was Deutschland bisher unternommen hat

Einen aktuellen Eindruck des deutschen Engagements für einen geschlechtergerechten Aufschwung nach der Pandemie lieferte das Generation Equality Forum (GEF), das UN Women (in Partnerschaft mit Mexiko und Frankreich) anlässlich des 25. Jahrestages der Vierten Weltfrauenkonferenz und der Erklärung und Aktionsplattform von Peking veranstaltete. Ziel des Forums war es, Regierungen, internationale Organisationen, Unternehmen und die Zivilgesellschaft dazu aufzurufen, ehrgeizige politische und finanzielle Verpflichtungen einzugehen, um die Gleichstellung der Geschlechter weltweit voranzubringen.

Bei den deutschen GEF-Zusagen standen Investitionen in die Bildung von Mädchen, in die wirtschaftliche Stärkung von Frauen (300 Mio. US-Dollar, u. a. für Mädchenbildung, Landrechtsprogramme und die Women Entrepreneurs Finance Initiative, kurz WEFI) sowie in die Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt (96 Mio. US-Dollar, u. a. für den UN Trust Fund zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen) im Mittelpunkt. Beim Thema sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechten (SRGR) zeigte Deutschland mit nur einer Zusage dagegen deutlich weniger Engagement. In den übrigen drei Kategorien des Forums (sogenannten Action Coalitions) zu Klimagerechtigkeit, Technologie und feministische Führung gab es gar keine Zusagen. Die mangelnde Priorisierung von SRGR steht dabei im Widerspruch zu Deutschlands Fokus auf die wirtschaftliche Stärkung von Frauen. Frühere CGD-Forschungen weisen auf die Notwendigkeit hin, die beiden Aspekte zusammen anzugehen, da sie sich gegenseitig bedingen.

Bruttoauszahlungen, in konstanten Preisen 2019; Quelle: OECD

Ein Blick auf die offiziellen Entwicklungsgelder (Official Development Assistance, ODA) gibt ebenfalls einen Eindruck über das Engagement Deutschlands für die Gleichstellung der Geschlechter: Im Jahr 2019 beliefen sich die deutschen Entwicklungsgelder, die Geschlechtergleichstellung entweder als wesentliches Ziel oder als Hauptziel verfolgten, auf sieben Milliarden US-Dollar – mehr als doppelt so viel wie zehn Jahre zuvor. Das macht Deutschland in absoluten Zahlen zum zweitgrößten Geber für Geschlechtergleichstellung. Allerdings entspricht das nur 46 Prozent der gesamten bilateralen ODA – ein Wert, der weit unter dem Anteil von 2009 von fast 60 Prozent liegt. Dies spiegelt eine abnehmende Priorisierung von Investitionen in die Gleichstellung der Geschlechter wider. Mit den aktuellen Zahlen liegt Deutschland knapp unter dem Durchschnitt des Ausschusses für Entwicklungshilfe (DAC) von 47 Prozent. Darüber hinaus lag der Anteil der Entwicklungsgelder mit dem Schwerpunkt auf Geschlechtergleichstellung im Jahr 2019 bei nur zwei Prozent (329 Millionen US-Dollar), während der Durchschnitt der DAC-Länder bei fünf Prozent lag. Deutschland bleibt damit weit hinter dem Ziel zurück, 8,5 Prozent der ODA-Mittel für Projekte mit dem Hauptziel Geschlechtergerechtigkeit aufzuwenden. Hierfür hatte sich die Bundesregierung bei den Verhandlungen über das neue EU Instrument für Nachbarschaft, Entwicklungszusammenarbeit und internationale Zusammenarbeit (NDICI) selbst eingesetzt.

Was für die neue Regierung zu tun bleibt

Es steht außer Frage, dass Deutschland das Thema Gleichstellung der Geschlechter auf seiner Entwicklungsagenda hat. Aber es steht noch lange nicht so weit oben, wie nötig wäre, um einen nachhaltigen Beitrag zum Erreichen des SDG 5 zu leisten. Die neue Bundesregierung kann auf den Investitionen ihrer Vorgängerin in die wirtschaftliche Stärkung von Frauen, die Bildung von Mädchen, sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte (SRGR) sowie geschlechtsspezifische Gewalt aufbauen. Sie muss allerdings noch weitergehen und sicherstellen, dass die Gleichstellung der Geschlechter in allen Bereichen der Entwicklungszusammenarbeit berücksichtigt wird. Ein geschlechtertransformativer Ansatz muss der neue Status quo der deutschen Entwicklungspolitik werden.

Ein wichtiger Schritt in diese Richtung wäre die stärkere Verankerung der Gleichstellung der Geschlechter im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Zuge des “Reformprozesses 2030”. Derzeit ist Geschlechtergleichstellung in der Arbeitsstruktur des Ministeriums weder ein “Kernbereich” noch ein eigener “Initiativbereich”, was der Bedeutung des Themas nicht gerecht wird. Mit der Umstrukturierung im Zuge des BMZ 2030-Prozesses wurde das Thema Geschlechtergleichstellung mit den Themen Menschenrechte und Inklusion zu einem sogenannten “Qualitätsmerkmal” zusammengeführt, um all diese Aspekte in den Arbeitsbereichen des BMZ zu verankern. Diese Verschmelzung birgt jedoch die Gefahr, dass die Gleichstellung der Geschlechter zur Nebensache wird.

Darüber hinaus sollte die Entwicklung eines neuen Gender-Aktionsplans (GAP III) hohe Priorität bekommen. Seit 2014 wird das deutsche Engagement im Bereich der Geschlechtergleichstellung von einer sektorübergreifenden Strategie geleitet, während die Einzelheiten und Maßnahmen zur Umsetzung im Aktionsplan für die Gleichstellung der Geschlechter festgelegt wurden. Der letzte Gender-Aktionsplan  (GAP II) war von 2016 bis 2020 gültig, wurde aber danach nicht neu aufgelegt. Ein neuer GAP sollte den dreigleisigen Ansatz des GAP II – Gender Mainstreaming, Stärkung von Frauen und Mädchen und politischer Dialog – fortsetzen, dabei aber ehrgeizigere Ziele setzen und anders als bisher mit ausreichenden finanziellen Mitteln ausgestattet sein.

Insgesamt sollte Deutschland die finanziellen Mittel für die Geschlechtergleichstellung deutlich aufstocken. Die Regierung sollte dem Beispiel des GAP III der Europäischen Union folgen und sicherstellen, dass 85 Prozent aller neuen Maßnahmen der deutschen bilateralen Entwicklungszusammenarbeit bis 2025 zur Stärkung der Rolle der Frau beitragen und seine Entwicklungsgelder entsprechend anpassen. Darüber hinaus sollte Deutschland so bald wie möglich mindestens 8,5 Prozent seiner ODA-Mittel für Projekte bereitzustellen, die Gleichstellung der Geschlechter zum Hauptziel haben. Mittelfristig sollten 20 Prozent der Entwicklungsgelder dafür aufgewendet werden.

Neben einem starken finanziellen Engagement muss die neue Regierung ihre Gender-Analyse sowie ihre Wirkungsmessung und das Monitoring von Zielen zur Geschlechtertransformation verbessern, um sich von Zielen, die sich allein auf Finanzströmen konzentrieren, hin zu stärker ergebnisorientierten Zielen zu bewegen. Die Umsetzung des GAP III sollte an inputorientierten Indikatoren gemessen werden, die z. B. den Fortschritt in Bezug auf geschlechtsspezifische Finanzierungsziele verfolgen (ein Indikator, der den Anteil der Entwicklungszusammenarbeit erfasst, der an Frauenrechtsorganisationen geht) und an Indikatoren zur Diversität beim Personal von Regierungen. Außerdem müssen die inputorientierten Indikatoren durch solche ergänzt werden, die sich auf Ergebnisse konzentrieren. Die kanadische Politik der internationalen Frauenförderung und die Indikatoren, mit denen ihre Fortschritte verfolgt werden, können als Vorbild dienen.

Deutschland hat in naher Zukunft die Möglichkeit, eine internationale Führungsrolle in Fragen der globalen Geschlechtergleichstellung zu übernehmen. Mit der G7-Präsidentschaft im Jahr 2022 hat die neue deutsche Regierung die Chance, den Ton in einer größeren Gruppe von Geberländern anzugeben. Die Bundesrepublik Deutschland sollte daher die Gleichstellung der Geschlechter gut sichtbar auf der G7-Agenda platzieren und sich als fähige und zuverlässige Partnerin positionieren, um die Errungenschaften im Bereich der Frauenrechte, Geschlechtergleichstellung und SRGR auf internationaler und EU-Ebene weiter zu stärken.

 

Der Beitrag Warum Gleichstellung der Geschlechter eine Priorität der Entwicklungspolitik der künftigen Regierung sein muss erschien zuerst auf DSW.

Kategorien: Ticker

Kampagne #ZusammenWeiterEntwickeln: 13 Entwicklungs-NGOs fordern starke Finanzierung der Entwicklungszusammenarbeit

3. August 2021 - 15:02

Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum. Stet clita kasd gubergren, no sea takimata sanctus est Lorem ipsum dolor sit amet. Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum. Stet clita kasd gubergren, no sea takimata sanctus est Lorem ipsum dolor sit amet.

Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum. Stet clita kasd gubergren, no sea takimata sanctus est Lorem ipsum dolor sit amet. Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum. Stet clita kasd gubergren, no sea takimata sanctus est Lorem ipsum dolor sit amet.

Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum. Stet clita kasd gubergren, no sea takimata sanctus est Lorem ipsum dolor sit amet. Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum. Stet clita kasd gubergren, no sea takimata sanctus est Lorem ipsum dolor sit amet.

Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum. Stet clita kasd gubergren, no sea takimata sanctus est Lorem ipsum dolor sit amet. Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum. Stet clita kasd gubergren, no sea takimata sanctus est Lorem ipsum dolor sit amet.

Der Beitrag Kampagne #ZusammenWeiterEntwickeln: 13 Entwicklungs-NGOs fordern starke Finanzierung der Entwicklungszusammenarbeit erschien zuerst auf DSW.

Kategorien: Ticker

Kathrin Wieland neues DSW-Vorstandsmitglied

28. Juli 2021 - 8:49
Dirk Roßmann wechselt in den DSW-Stiftungsrat. Kathrin Wieland übernimmt seine Nachfolge im Vorstand.

Hannover, 28. Juli 2021. Stiftungsgründer Dirk Roßmann (74) ist zum 30. Juni 2021 aus dem Vorstand der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ausgeschieden und wechselt in den Stiftungsrat. Ihm folgt im Vorstand auf einstimmigen Beschluss des Stiftungsrates Kathrin Wieland (55).

Dirk Roßmann wird die Arbeit der DSW auch zukünftig aktiv begleiten. Er gründete die Stiftung im Jahr 1991 gemeinsam mit dem Hannoverschen Unternehmer Erhard Schreiber und war seither ununterbrochen im Vorstand tätig.

Kathrin Wieland verfügt über viele Jahre Erfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit. Seit 2016 arbeitet sie mit der Gründung der TolaData GmbH an digitalen Lösungen für den Sektor, von 2008 bis 2017 war sie Geschäftsführerin und Vorstandsmitglied der internationalen Nichtregierungsorganisation Save the Children in Deutschland. Sie ist zudem Aufsichtsratsvorsitzende des International Rescue Committee (IRC) Deutschland.

„Mein besonderer Dank gilt Dirk Roßmann, der als Gründer, Förderer und Impulsgeber die DSW stets intensiv bei ihrer Arbeit begleitet und unterstützt hat. Wir freuen uns sehr auf die weitere Zusammenarbeit mit ihm im Stiftungsrat. Mit Kathrin Wieland konnten wir eine versierte und erfahrene Persönlichkeit als Nachfolgerin für dieses wichtige Ehrenamt gewinnen. Ich bin überzeugt davon, dass sie die Geschicke der DSW positiv und innovativ mitgestalten wird“, erklärt DSW-Geschäftsführer Jan Kreutzberg.

 

Über die DSW

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ihr Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Daher unterstützt sie junge Menschen dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringt sie sich auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein.

Der Beitrag Kathrin Wieland neues DSW-Vorstandsmitglied erschien zuerst auf DSW.

Kategorien: Ticker

Sachbearbeiter*in Entwicklungspolitik, Deutschland

22. Juli 2021 - 17:01
Über die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW)

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungs-organisation. Ihr Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Daher unterstützt sie junge Menschen dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringt sie sich auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein. Neben ihrem Hauptsitz in Hannover ist die DSW in Äthiopien, Kenia, Tansania und Uganda sowie mit Verbindungsbüros in Berlin und Brüssel vertreten. Mehr Informationen unter www.dsw.org.

Die DSW sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine*n

Sachbearbeiter*in Entwicklungspolitik, Deutschland

der*die unser Team in Berlin unterstützt.

Sie wollen unser politisches Team bei seinem Engagement für eine gute Entwicklungszusammenarbeit unterstützen? Sie sind Expertin darin erfolgreich Veranstaltungen zu organisieren und Arbeitsprozesse reibungslos zu gestalten? Sie haben Spaß daran, die kleinen und großen Herausforderungen des Arbeitsalltags standortübergreifend gemeinsam mit Kolleg*innen aus dem Finanz- und Verwaltungsteam an unserem Hauptsitz in Hannover anzupacken? Dann erwartet Sie bei uns eine spannende und sinnvolle Tätigkeit.

Ihre Aufgaben:
  • Unterstützung des politischen Teams, zum Beispiel mit Recherchen zu entwicklungspolitischen Themen
  • Unterstützung des Berliner Büros bei der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Veranstaltungen
  • Unterstützung von Projektverantwortlichen bei der Planung und Koordinierung von Aktivitäten
  • Zusammenarbeit mit externen Dienstleister*innen, inklusive Angebotseinholung und Rechnungsüberprüfung
  • Selbständige Organisation von Büroabläufen, zum Beispiel die Beschaffung von Büromaterialien, die Abwicklung von Rechnungen, Datenbankpflege und Versandaktionen
  • Gewährleistung von reibungslosen administrativen und projektbezogenen Abläufen zwischen dem Berliner Büro und unserem Hauptsitz in Hannover sowie Aufrechterhaltung einer einwandfreien Büroinfrastruktur, einschließlich der IT- und Medieninfrastruktur
Wir erwarten:
  • Ein abgeschlossenes Bachelorstudium (VWL, BWL, Politikwissenschaften, Verwaltungswissenschaften oder vergleichbarer Studiengang) oder eine abgeschlossene relevante Berufsausbildung
  • Mindestens ein Jahr Berufserfahrung, gerne in der Entwicklungszusammenarbeit
  • Sehr gute Computer- und Datenbankkenntnisse sowie Interesse an IT und technischen Herausforderungen
  • Erste Erfahrung in der Durchführung von Veranstaltungen und/ oder der Projektarbeit
  • Ausgezeichnete soziale und kommunikative Kompetenzen sowie Freude an der Arbeit im Team
  • Einen eigenverantwortlichen und lösungsorientierten Arbeitsstil
  • Deutsch auf muttersprachlichem Niveau, verhandlungssicheres Englisch (in Wort und Schrift)
Wir bieten:
  • Ein spannendes Themenfeld in einem internationalen und abwechslungsreichen Arbeitsumfeld
  • Eine angenehme Arbeitsatmosphäre in einem motivierten Team
  • Flache Hierarchien, kurze Kommunikationswege und ein sehr gutes Betriebsklima
  • Eine faire Bezahlung und betriebliche Altersvorsorge
  • Vereinbarkeit von Familie, Freizeit und Beruf durch Angebote wie z. B. mobiles Arbeiten und Jobrad-Leasing
Bewerbungsverfahren:

Haben Sie Interesse? Wenn Sie Interesse haben, senden Sie uns Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf, Anschreiben und Zeugnisse) bitte mit dem Verweis „DSW2021/05 Sachbearbeiter*in Entwicklungspolitik“ per E-Mail an: jobs.deutschland@dsw.org

Bitte beachten Sie, dass nur Bewerbungen mit der Referenznummer “DSW2021/05 Sachbearbeiter*in Entwicklungspolitik” in der Betreffzeile der E-Mail berücksichtigt werden.

Die Stelle ist teilzeitgeeignet und zunächst bis zum 31. August 2022 befristet.

Bewerbungsschluss ist der 14. August 2021.

Wir freuen uns auf Zusendungen!

Der Beitrag Sachbearbeiter*in Entwicklungspolitik, Deutschland erschien zuerst auf DSW.

Kategorien: Ticker

Covid-19 verdoppelt Sterberisiko für HIV-Infizierte

14. Juli 2021 - 15:47
Zwei Drittel der HIV-Infizierten leben in Subsahara-Afrika. Frauen und Mädchen besonders betroffen. Impfstoffmangel besorgniserregend.

Hannover, 14. Juli 2021. Laut des heute veröffentlichten UNAIDS-Berichtes haben Menschen, die mit HIV leben, ein doppelt so hohes Risiko an Covid-19 zu sterben wie die Allgemeinbevölkerung. Die meisten von ihnen hatten Mitte 2021 keinen Zugang zu Covid-19 Impfstoffen. Besonders betroffen sind Menschen in Afrika südlich der Sahara. Dort leben zwei Drittel (67 Prozent) der Menschen, die mit HIV infiziert sind. Mädchen und junge Frauen in dieser Region trifft es besonders hart: Sechs von sieben HIV-Neuinfektionen bei Jugendlichen im Alter von 15 bis 19 Jahren betreffen Mädchen. Damit sind Frauen und Mädchen zwischen 15 und 24 Jahren doppelt so häufig mit HIV infiziert wie Jungen und Männer. Darauf macht die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) mit großer Besorgnis aufmerksam.

„Menschen, die mit HIV leben, haben ein besonders hohes Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken. Daher ist es umso wichtiger, dass sie gegen Covid-19 geimpft werden. Wegen der ungerechten Verteilung der Impfstoffe liegen die Länder, in denen die meisten Menschen mit HIV leben, bei den Impfungen am weitesten zurück. Bundeskanzlerin Merkel sollte ihren Besuch bei US-Präsident Biden nutzen, um gemeinsam schnellere Schritte hin zu mehr Impfgerechtigkeit zu gehen“, sagt Jan Kreutzberg, Geschäftsführer der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW).

Über die DSW

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ihr Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Daher unterstützt sie junge Menschen dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringt sie sich auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein.

Weitere Informationen

Der Beitrag Covid-19 verdoppelt Sterberisiko für HIV-Infizierte erschien zuerst auf DSW.

Kategorien: Ticker

Studie zum Weltbevölkerungstag: Globale Bevölkerungsentwicklung in Zeiten von COVID-19

9. Juli 2021 - 6:00

Wiesbaden/Hannover, 9. Juli 2021. Aktuell leben fast 7,9 Milliarden Menschen auf der Erde. Die COVID-19-Pandemie hat auch Folgen für die weitere Entwicklung der Weltbevölkerung. Darauf machen das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) und die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) anlässlich des Weltbevölkerungstags am 11. Juli aufmerksam.

Die Zahl der Menschen auf der Erde ist in den letzten Jahrzehnten stark angewachsen. Wie sich die Weltbevölkerung weiter entwickeln wird, hängt besonders von der Entwicklung des Geburtenniveaus ab. Dies geht aus einer anlässlich des Weltbevölkerungstages 2021 vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung herausgegebenen Studie zu globalen Bevölkerungsentwicklungen hervor. Weltweit betrachtet sanken die Geburtenziffern in den meisten Ländern in den letzten 100 Jahren stark. Wurden etwa in Deutschland Anfang des 20. Jahrhunderts durchschnittlich mehr als vier Kinder pro Frau geboren, so liegt der Wert momentan bei etwa 1,6 Kindern. In einigen Ländern ist das Niveau noch niedriger, was langfristig zu neuen Herausforderungen führt. Dagegen liegen in manchen Ländern Afrikas und Südasiens die Geburtenziffern bei über vier Kindern pro Frau, wobei sie auch hier zurückgehen. Erfolge bei der nachhaltigen Entwicklung, insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Geschlechtergerechtigkeit, haben einen wesentlichen Einfluss auf die künftige Bevölkerungsentwicklung. Es haben aber weiterhin weltweit viele Mädchen und Frauen keinen ausreichenden Zugang zu modernen Verhütungsmitteln. „Informationen und Zugang zu modernen Methoden der Familienplanung sind unverzichtbar, sie dienen der Realisierung grundlegender Rechte und Freiheiten“, betont Dr. Frank Swiaczny vom BiB.

Die Studie des BiB untersucht den Zusammenhang zwischen unterschiedlichen Aspekten der nachhaltigen Entwicklungsziele und der globalen Bevölkerungsdynamik. Sie wirft dabei auch einen Blick auf die möglichen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Weltbevölkerung.

Pandemie bedroht Entwicklungsziele der Agenda 2030

„Auch wenn sich die Auswirkungen der Pandemie auf die nachhaltigen Entwicklungsziele und die Bevölkerungsdynamik gegenwärtig noch nicht gänzlich absehen lassen, so zeigen sich in einigen Bereichen bereits jetzt erste Folgen“, darauf weist die Projektleiterin der Studie, Dr. Elke Loichinger vom BiB hin. Die Auswirkungen von COVID-19 sind sozial sehr ungleich verteilt. Mädchen und Frauen sind hiervon besonders betroffen: Sie sind häufig in „systemrelevanten“ Bereichen tätig und tragen beispielsweise auch die Hauptlast im Bereich der familiären Pflege und leisten zusätzliche Aufgaben im Haushalt und bei der Erziehung. Vor allem in ärmeren Ländern ist zudem die Zahl der Mädchen gestiegen, die ihre Schulausbildung, vorzeitig beenden mussten. Das könnte zukünftige Geburtenziffern in ärmeren Ländern beeinflussen, denn der Bildungsgrad von Frauen wirkt sich nachweislich auf ihre durchschnittliche Kinderzahl aus. Die Pandemie bedroht damit die in der Vergangenheit erzielten Erfolge in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Geschlechtergerechtigkeit – drei der 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der Agenda 2030 der Vereinten Nationen.

DSW beobachtet mehr unbeabsichtigte Schwangerschaften

Jan Kreutzberg, Geschäftsführer der DSW, unterstreicht die pandemiebedingten Rückschritte für Mädchen und junge Frauen: „Die Pandemie und die damit verbundenen Schulschließungen führen zu einer starken Zunahme von Teenagerschwangerschaften und Frühverheiratungen – das sehen wir etwa in unseren ostafrikanischen Partnerländern. Tausende Mädchen geraten so in eine Armutsspirale und verlieren die Chance auf eine selbstbestimmte Zukunft. Die Regierungen weltweit sind dazu aufgerufen, sich jetzt noch stärker für die Themen Geschlechtergerechtigkeit, körperliche Selbstbestimmung sowie für die Verbesserung von Bildungschancen, inklusive des Zugangs zu Sexualaufklärung, für junge Menschen einzusetzen. Auch Deutschland kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten.“

Verständlicher Überblick über globale Bevölkerungsentwicklungen

Die Studie mit dem Titel “Globale Bevölkerungsentwicklung – Fakten & Trends” ist auf der Internetseite des BiB abrufbar. Auf Basis zahlreicher internationaler Datenquellen geht sie auf die wichtigsten Trends des globalen Bevölkerungsgeschehens ein. Dazu zählen das weltweit anhaltende Bevölkerungswachstum, die zunehmende Alterung in vergleichsweise jungen Ländern und die räumlichen Muster der internationalen Migrationsbewegungen. Weitere Aspekte wie die Rolle von Familienplanung, Bildung und Geschlechtergerechtigkeit fließen ebenso ein wie die Verstädterung, welche gleichzeitig eine Herausforderung und eine Chance für eine nachhaltige Entwicklung darstellt.

Weitere Informationen Bilder und Grafiken

Bild: Weltkarte mit Geburtenziffern der einzelnen Länder

Bildunterschrift: Anzahl der Kinder je Frau (zusammengefasste Geburtenziffer, TFR) 2015/20, Quelle: UN World Population Prospects 2019.

Bildnachweis: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung

Über das BiB

Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) wurde 1973 mit Sitz in Wiesbaden gegründet, um Ursachen und Folgen des demografischen Wandels in Deutschland zu untersuchen. Neben der wissenschaftlichen Forschung sind die Beratung der Ministerien und der Wissenstransfer in die Öffentlichkeit wichtige Aufgaben des Instituts. Als Forschungseinrichtung des Bundes ist das Institut dem Bundesministerium des Innern unterstellt.

Über die DSW

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ihr Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Daher unterstützt sie junge Menschen dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringt sie sich auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein.

Der Beitrag Studie zum Weltbevölkerungstag: Globale Bevölkerungsentwicklung in Zeiten von COVID-19 erschien zuerst auf DSW.

Kategorien: Ticker

5 Fragen – 5 Antworten zur Weltbevölkerung

7. Juli 2021 - 10:00

Am 11. Juli ist Weltbevölkerungstag. Hier beantworten wir einige wichtige Fragen rund um das Thema Weltbevölkerung.

1. Wie viele Menschen leben heute auf der Welt?

Zum Weltbevölkerungstag 2021 leben 7,88 Milliarden Menschen auf der Welt – und es werden mehr. Während der Zeit, in der Sie diese Zeilen lesen, sind 68 Kinder geboren worden und 27 Menschen gestorben. Die Weltbevölkerung ist somit um 41 Menschen gewachsen. Besonders stark wächst die Weltbevölkerung in Afrika südlich der Sahara, der ärmsten Region der Erde. Mitte des Jahrhunderts werden dort mit rund 2,1 Milliarden Menschen voraussichtlich fast doppelt so viele leben wie heute.

Die historische Entwicklung der Weltbevölkerung: Der Anstieg der Weltbevölkerung erfolgte vor allem ab Mitte des 20. Jahrhunderts.

 

In China leben aktuell die meisten Menschen, nämlich 1,44 Milliarden. Die Entwicklung der Weltbevölkerung ist eng mit besonders bevölkerungsreichen Ländern verknüpft. Bis zum Jahr 2100 werden die Bevölkerungen von Indien, den USA, Indonesien, Pakistan, Brasilien und Nigeria um etwa 900 Millionen Menschen wachsen. Davon gehen die Vereinten Nationen in ihren aktuellen Vorausberechnungen aus. China ist dabei ein Sonderfall. Hier gehen die Vereinten Nationen von einem Rückgang auf 1,06 Milliarden Menschen im Jahr 2100 aus. Um das Jahr 2027 wird deshalb Indien China als bevölkerungsreichstes Land ablösen.

Diese Infografik zeigt die Verteilung der Weltbevölkerung nach Kontinenten anhand von 100 Menschen.

2. Warum wächst die Weltbevölkerung?

Das hohe Bevölkerungswachstum eines Landes geht zu einem großen Teil auf unbeabsichtigte Schwangerschaften zurück – weil Frauen und Mädchen nur mangelnden Zugang zu Familienplanung, Aufklärung und Gesundheitsdiensten haben. Gerade Frauen, die in ländlichen Regionen von Entwicklungsländern leben, bekommen häufig mehr Kinder, als sie sich wünschen.  Auch wenn Jungen und Männer bei Verhütungsfragen dieselbe Verantwortung tragen müssen, wird die Versorgung mit Verhütungsmitteln in internationalen Studien vor allem an Mädchen und Frauen gemessen. Der Grund: Frauen sind diejenigen, die schwanger werden und ihre eigene Vorstellung bezüglich der Kinderzahl oftmals nicht selbst bestimmen können. In unseren Projekten in Äthiopien, Kenia, Tansania und Uganda klären wir Mädchen und junge Frauen genauso wie Jungen und junge Männer über Sexualität und ihre Rechte auf.

Rund 214 Millionen Frauen in Entwicklungsländern würden gern verhüten, haben dazu aber keine Möglichkeit. Deshalb sind 43 Prozent aller Schwangerschaften in diesen Ländern ungewollt! Neben ungewollten Schwangerschaften wirken sich auch der Wunsch nach mehr als zwei Kindern pro Paar und der hohe Anteil an jungen Menschen, die noch ins reproduktive Alter kommen, auf die Bevölkerungsentwicklung aus. Warum die Bevölkerung wächst, zeigt unser Animationsfilm:

3. Leben mehr Männer oder mehr Frauen auf der Welt?

Der Anteil von Frauen und Männern an der Weltbevölkerung ist ungefähr gleich. Als die Vereinten Nationen Mitte 2019 die neuen Zahlen zur Entwicklung der Weltbevölkerung veröffentlichten, lebten insgesamt 7,71 Milliarden Menschen auf der Erde, davon 3,82 Milliarden Frauen und 3,89 Milliarden Männer.

4. Gibt es mehr junge oder mehr alte Menschen auf der Erde?

Die Weltbevölkerung ist jung – derzeit wächst die größte Jugendgeneration aller Zeiten heran. Von den 7,88 Milliarden Menschen, die aktuell auf der Welt leben ist etwa ein Viertel (25,3 Prozent) jünger als 15 Jahre. In Zahlen sind das 1,99 Milliarden, also rund zweieinhalb mal so viele Menschen, wie in ganz Europa leben. Die Welt insgesamt altert: Heute ist rund jede zehnte Person älter als 65 Jahre. Im Jahr 2050 wird es jede sechste (16 Prozent) sein. Und in Europa, der Region mit der ältesten Bevölkerung, voraussichtlich sogar jede vierte. Hier liegt das Medianalter schon heute bei 42 Jahren. Die meisten Kinder und Jugendlichen wachsen in Entwicklungsländern auf – oft unter schwierigen Bedingungen. Damit sie ihr Potenzial voll entfalten können und zur Entwicklung ihrer Länder beitragen können, brauchen sie Zugang zu Aufklärung, Bildung und Gesundheitsdiensten.

5. Wird die Weltbevölkerung immer weiter wachsen?

Vermutlich nicht. Tatsächlich hat das Wachstum der Weltbevölkerung bereits abgenommen. Demograf*innen der Vereinten Nationen gehen davon aus, dass die Weltbevölkerung um das Jahr 2100 ihr Maximum von etwa 11 Milliarden Menschen erreichen wird. Andere Forschungsgruppen, wie zum Beispiel die Wissenschaftler*innen um Lutz Wittgenstein setzen das Maximum bei etwa 10 Milliarden Menschen um das Jahr 1970 ein. So unterschiedlich die Vorausberechnungen sein mögen. Im Ergebnis, dass weitere Fortschritte bei der freiwilligen Familienplanung, bei der Gesundheitsversorgung, beim Zugang zu Bildung und der Stärkung von Frauen und Mädchen notwendig sind, sind sich sich die Forschenden einig. Dazu muss zwingend in diese Bereiche investiert werden.

Dieser Beitrag ist erstmals erschienen am 10.07.2015 und wird laufend aktualisiert.

Der Beitrag 5 Fragen – 5 Antworten zur Weltbevölkerung erschien zuerst auf DSW.

Kategorien: Ticker

Renate Bähr erhält Auszeichnung für Lebenswerk

2. Juli 2021 - 15:06

Es ist eine Auszeichnung für herausragendes persönliches Engagement: Die EINE-WELT-Medaille. Am 24. Juni 2021 hat Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller die EINE WELT-Medaille an Renate Bähr verliehen. Die ehemalige und langjährige Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) freut sich sehr über diese besondere Auszeichnung ihres Lebenswerkes.

Neben Bährs Lebenswerk würdigt Bundesentwicklungsminister Gerd Müller mit dieser Auszeichnung insbesondere ihr außerordentliches Engagement für die Nachhaltigkeitsziele. „Es ist eine große Ehre für mich, dass der Bundesminister mit dieser Auszeichnung die besondere Bedeutung der sozialen Nachhaltigkeit hervorhebt, darunter insbesondere die Erreichung von Geschlechtergerechtigkeit sowie sexueller und reproduktiver Gesundheit. Wir konnten schon viel erreichen und müssen nun dafür Sorge tragen, dass die Auswirkungen der Pandemie die Fortschritte nicht wieder zunichtemachen,“ sagt Renate Bähr.

Renate Bähr war von 2008 bis 2020 Geschäftsführerin der DSW. Bereits 1995 startete ihr Einsatz für die von Erhard Schreiber und Dirk Rossmann im Jahr 1991 gegründete Stiftung, für die sie bis 1998 als Pressesprecherin tätig war. In der Zeit von 1998 bis 2008 war sie stellvertretende Geschäftsführerin.

Die Medaille wurde durch den Bundesentwicklungsminister zum zweiten Mal verliehen. Sie zeichnet herausragendes persönliches Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit aus. Neben Renate Bähr erhielten noch drei weitere Personen die EINE-WELT-Medaille in Gold: Bärbel Dieckmann (ehemalige Präsidentin der Welthungerhilfe), Olaf Tschimpke (Vorsitzender von NABU International) und Edith von Welser-Ude (Publizistin).

Mehr dazu in der BMZeit 06/2021.

Der Beitrag Renate Bähr erhält Auszeichnung für Lebenswerk erschien zuerst auf DSW.

Kategorien: Ticker

Angela Bähr als Expertin in Fachzeitschrift DIE STIFTUNG

17. Juni 2021 - 11:50

Angela Bähr, Programmdirektorin der DSW.

Was ist wichtig in der Entwicklungszusammenarbeit? Wo liegen Chancen, wo Herausforderungen? Diese und viele weitere Fragen wurden beim Roundtable der Fachzeitschrift DIE STIFTUNG geklärt. Mit dabei war auch Angela Bähr, stellvertretende Geschäftsführerin und Programmdirektorin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW). Ein Thema, das immer wieder aufkam, war die Corona-Pandemie. „Die unzureichende Gesund­heitsversorgung im ländlichen Raum wird durch Covid-19 sichtbar wie unter einem Brennglas“, erklärt Angela Bähr. Die Pandemie hat gezeigt, wo die Entwicklungszusammenarbeit ausgebaut werden muss, nämlich vor allem bei digitalen Angeboten – auch im Bereich Gesundheit. Der Roundtable spricht neben bisherigen Erfahrungen auch über die kürzlich angelaufene Stiftungsallianz für Afrika (SAfA) und die positiven Synergieeffekte, die sich aus der Verzahnung von unterschiedlichen Aspekten der nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) ergeben. Die SAfA ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Entwicklungszusammenarbeit in Zukunft aussehen kann.

Wenn Stiftungen zusammenarbeiten, ergeben sich viele Vorteile

In der SAfA arbeiten verschiedene Organisationen gemeinsam in Äthiopien daran, die Perspektiven für junge Menschen im Alter zwischen 15 und 29 Jahren zu verbessern. Jede Organisation bringt sich mit ihrem spezifischen Knowhow ein. Eine der Stiftungen in dem Zusammenschluss ist die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW). Auf verschiedenen Ebenen bekommen jungen Menschen das Angebot, sich Wissen anzueignen und ihre Perspektiven weiterzuentwickeln, um gar nicht erst in eine Armutsspirale zu geraten. Die DSW macht Angebote zu Familienplanung und körperlicher Selbstbestimmung. Damit wird vermieden, dass Mädchen bereits im Teenageralter schwanger werden und deshalb die Schule abbrechen. Auch Informationen zur Gleichstellung der Geschlechter stellt die DSW bereit, um insbesondere die Lebensperspektiven von Mädchen zu erweitern und zu verbessern. Andere Stiftungen und Organisationen innerhalb der SAfA konzentrieren sich auf die Bildung von jungen Menschen und fördern eine nachhaltige Landwirtschaft.

Mit beim Roundtable waren neben Angela Bähr auch Erich G. Fritz (Georg-Kraus-Stiftung), Michael Opitz (Hanns-R.-Neumann-Stiftung), Ralf Tepel (Karl-Kübel-Stiftung) und Prof. Claudia Warning (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, BMZ), die fast alle ebenfalls im Umfeld der SAfA tätig sind.

Das ganze Gespräch können Sie hier nachlesen.

Der Beitrag Angela Bähr als Expertin in Fachzeitschrift DIE STIFTUNG erschien zuerst auf DSW.

Kategorien: Ticker

NGOs: G7 müssen sich für globale Impfgerechtigkeit einsetzen

9. Juni 2021 - 17:01
Weniger als jede tausendste Person in ärmeren Ländern geimpft

Gemeinsamer Aufruf der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW), Global Citizen und Save the Children anlässlich des G7-Gipfels vom 11. bis 13. Juni.

Berlin, 9. Juni 2021. Im Vorfeld des G7-Gipfels vom 11. bis 13. Juni unter dem Vorsitz Großbritanniens fordern die Nichtregierungsorganisationen (NGOs) Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW), Global Citizen und Save the Children die G7-Staaten dazu auf, sich stärker für globale Impfgerechtigkeit einzusetzen.

Kurz vor dem Gipfel ist in Deutschland fast jede vierte Person vollständig geimpft. “Dies ist ein großer Erfolg. Aber gerade jetzt dürfen die G7-Staaten nicht die Menschen in ärmeren Ländern vergessen”, sagen die NGOs. Reiche Länder haben sich etwa drei Milliarden Impfdosen mehr gesichert, als sie benötigen. Dem stehen Länder mit niedrigem Einkommen gegenüber, in denen weniger als 0,1 Prozent der Bevölkerung geimpft sind – weniger als einer von tausend Menschen. In Ländern mit mittlerem Einkommen liegen die Zahlen zwar etwas höher – aber auch hier sind Großteile der Risikogruppen und des Gesundheitspersonals noch nicht geimpft.

“Alle Länder sollten ihre Bevölkerung durch Impfungen vor Covid-19 schützen können. Nur so können weitere Lockdowns vermieden und die Pandemie beendet werden. Weltweit können viele Kinder weiterhin nicht zur Schule gehen. Sie verpassen lebenswichtige Routineimmunisierungen und ihre Familien laufen Gefahr, in extremer Armut zu landen. Schätzungen der Weltbank zufolge leben durch die Pandemie 150 Millionen mehr Menschen in extremer Armut. Für diese Rückschritte sind die Industrieländer durch das Horten von Milliarden von Impfdosen mitverantwortlich”, betonen die NGOs. Die ungleiche Verteilung der Impfstoffe gefährdet aber auch die erfolgreiche Pandemiebekämpfung in den G7-Staaten selbst. Denn nicht zuletzt die Ausbreitung von Mutationen zeigt, dass die Pandemie entweder weltweit besiegt wird oder gar nicht.

Um die Pandemie überall zu beenden, müssten reiche Staaten laut Schätzungen internationaler Expert*innen bis Anfang September mindestens eine Milliarde Impfdosen abgeben. Laut den NGOs ist es spätestens jetzt für die G7-Staaten Zeit, mehr Impfdosen bereitzustellen. Die Ankündigung der Bundesregierung, bis Ende des Jahres 30 Millionen Impfdosen an ärmere Länder abzugeben, sei ein Anfang, reiche aber bei weitem nicht aus. Diese Dosen müssten schnellstmöglich über die globale Impfstoffplattform Covax weitergegeben und gleichzeitig deutlich erhöht werden. Laut einer aktuellen Umfrage von Save the Children unterstützt die Mehrheit der Befragten in Deutschland (57 Prozent) die Abgabe von Impfdosen an ärmere Länder durch die G7-Staaten.

Zusätzlich müssten die G7-Staaten weitere Beiträge zur Finanzierung des ACT-Accelerators in 2021 und 2022 leisten, um einen weltweit gerechten Zugang zu Medikamenten, Tests und zur Stärkung von Gesundheitssystemen zu garantieren. Wesentlich ist es laut den NGOs aber auch, globale Produktionskapazitäten zur Herstellung von Impfstoffen und Medikamenten aufzubauen. Denn “derzeit werden nur ein Prozent aller auf dem afrikanischen Kontinent verabreichten Impfstoffe in Afrika produziert”, so die NGOs. “Dieses Problem muss nicht nur im Hinblick auf Covid-19, sondern auch langfristig angegangen werden.” Weitere Schritte für ein schnelleres Ende der Pandemie seien die zeitweilige Aufhebung von Patentrechten für Covid-19-Vakzine, die Aufhebung von Exportbeschränkungen für Covid-19 relevante Produkte, ein umfassender Technologietransfer sowie die Förderung des offenen Austauschs von epidemiologischen und Forschungsdaten.

Pressekontakte:

Global Citizen:

Rick Nagelschmidt, Tel.: 01775769569, E-Mail: presse@globalcitizen.org

Save the Children:

Susanne Sawadogo, Tel.: 030-2759 5979 120, E-Mail: susanne.sawadogo@savethechildren.de

Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW):

Anke Witte, Tel.: 0511/ 94 373-32, E-Mail: anke.witte@dsw.org

Über die NGOs

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ihr Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Daher unterstützt sie junge Menschen dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringt sie sich auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein. Mehr unter www.dsw.org

Global Citizen ist eine globale Bewegung engagierter Menschen, die gemeinsam ihre Stimmen nutzen, um extreme Armut bis 2030 zu beenden. Global Citizen bietet hierzu Informationen rund um Kernthemen wie Ernährungssicherheit, Gleichberechtigung, Bildung, Umweltschutz und globale Gesundheit – und die Möglichkeit, sich gemeinsam für die Themen einzusetzen, die einem am Herzen liegen. Auf diesen Wegen mobilisiert Global Citizen eine große Community von Global Citizens, die zusammen Entscheidungsträger*innen aus Politik und Wirtschaft zum Handeln auffordert und finanzielle und politische Zusagen für die Global Goals der Vereinten Nationen einfordert. Darüber hinaus unterstützt Global Citizen die Global Goals mit einzigartigen Event- und Aktionsformaten, wie den Global Citizen Festivals, für die Tickets nicht erwerblich sind, sondern durch politisches und soziales Engagement verdient werden. Seit Global Citizen im Jahr 2009 mit der Kampagnenarbeit begann, sind Global Citizens mehr als 28 Millionen Mal aktiv geworden. Diese Aktionen haben in Verbindung mit unserer politischen Arbeit dazu geführt, dass Mittel in Höhe von 35,4 Mrd. US-Dollar an unsere Partner*innen ausgezahlt wurden, die bis heute das Leben von über einer Milliarde Menschen verbessert haben.
Mehr Informationen auf www.globalcitizen.org und auf Twitter/Facebook unter @GlblCtznDe.

Save the Children wurde 1919 gegründet und ist heute als größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in mehr als 110 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet. Eine Welt, in der alle Kinder gesund und sicher leben und frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können – seit über 100 Jahren. Mehr unter www.savethechildren.de

Der Beitrag NGOs: G7 müssen sich für globale Impfgerechtigkeit einsetzen erschien zuerst auf DSW.

Kategorien: Ticker