Sie sind hier

DSW

Newsfeed DSW abonnieren DSW
Deutsche Stiftung Weltbevölkerung
Aktualisiert: vor 4 Stunden 54 Minuten

NGOs: G7 müssen sich für globale Impfgerechtigkeit einsetzen

9. Juni 2021 - 17:01
Weniger als jede tausendste Person in ärmeren Ländern geimpft

Gemeinsamer Aufruf der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW), Global Citizen und Save the Children anlässlich des G7-Gipfels vom 11. bis 13. Juni.

Berlin, 9. Juni 2021. Im Vorfeld des G7-Gipfels vom 11. bis 13. Juni unter dem Vorsitz Großbritanniens fordern die Nichtregierungsorganisationen (NGOs) Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW), Global Citizen und Save the Children die G7-Staaten dazu auf, sich stärker für globale Impfgerechtigkeit einzusetzen.

Kurz vor dem Gipfel ist in Deutschland fast jede vierte Person vollständig geimpft. “Dies ist ein großer Erfolg. Aber gerade jetzt dürfen die G7-Staaten nicht die Menschen in ärmeren Ländern vergessen”, sagen die NGOs. Reiche Länder haben sich etwa drei Milliarden Impfdosen mehr gesichert, als sie benötigen. Dem stehen Länder mit niedrigem Einkommen gegenüber, in denen weniger als 0,1 Prozent der Bevölkerung geimpft sind – weniger als einer von tausend Menschen. In Ländern mit mittlerem Einkommen liegen die Zahlen zwar etwas höher – aber auch hier sind Großteile der Risikogruppen und des Gesundheitspersonals noch nicht geimpft.

“Alle Länder sollten ihre Bevölkerung durch Impfungen vor Covid-19 schützen können. Nur so können weitere Lockdowns vermieden und die Pandemie beendet werden. Weltweit können viele Kinder weiterhin nicht zur Schule gehen. Sie verpassen lebenswichtige Routineimmunisierungen und ihre Familien laufen Gefahr, in extremer Armut zu landen. Schätzungen der Weltbank zufolge leben durch die Pandemie 150 Millionen mehr Menschen in extremer Armut. Für diese Rückschritte sind die Industrieländer durch das Horten von Milliarden von Impfdosen mitverantwortlich”, betonen die NGOs. Die ungleiche Verteilung der Impfstoffe gefährdet aber auch die erfolgreiche Pandemiebekämpfung in den G7-Staaten selbst. Denn nicht zuletzt die Ausbreitung von Mutationen zeigt, dass die Pandemie entweder weltweit besiegt wird oder gar nicht.

Um die Pandemie überall zu beenden, müssten reiche Staaten laut Schätzungen internationaler Expert*innen bis Anfang September mindestens eine Milliarde Impfdosen abgeben. Laut den NGOs ist es spätestens jetzt für die G7-Staaten Zeit, mehr Impfdosen bereitzustellen. Die Ankündigung der Bundesregierung, bis Ende des Jahres 30 Millionen Impfdosen an ärmere Länder abzugeben, sei ein Anfang, reiche aber bei weitem nicht aus. Diese Dosen müssten schnellstmöglich über die globale Impfstoffplattform Covax weitergegeben und gleichzeitig deutlich erhöht werden. Laut einer aktuellen Umfrage von Save the Children unterstützt die Mehrheit der Befragten in Deutschland (57 Prozent) die Abgabe von Impfdosen an ärmere Länder durch die G7-Staaten.

Zusätzlich müssten die G7-Staaten weitere Beiträge zur Finanzierung des ACT-Accelerators in 2021 und 2022 leisten, um einen weltweit gerechten Zugang zu Medikamenten, Tests und zur Stärkung von Gesundheitssystemen zu garantieren. Wesentlich ist es laut den NGOs aber auch, globale Produktionskapazitäten zur Herstellung von Impfstoffen und Medikamenten aufzubauen. Denn “derzeit werden nur ein Prozent aller auf dem afrikanischen Kontinent verabreichten Impfstoffe in Afrika produziert”, so die NGOs. “Dieses Problem muss nicht nur im Hinblick auf Covid-19, sondern auch langfristig angegangen werden.” Weitere Schritte für ein schnelleres Ende der Pandemie seien die zeitweilige Aufhebung von Patentrechten für Covid-19-Vakzine, die Aufhebung von Exportbeschränkungen für Covid-19 relevante Produkte, ein umfassender Technologietransfer sowie die Förderung des offenen Austauschs von epidemiologischen und Forschungsdaten.

Pressekontakte:

Global Citizen:

Rick Nagelschmidt, Tel.: 01775769569, E-Mail: presse@globalcitizen.org

Save the Children:

Susanne Sawadogo, Tel.: 030-2759 5979 120, E-Mail: susanne.sawadogo@savethechildren.de

Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW):

Anke Witte, Tel.: 0511/ 94 373-32, E-Mail: anke.witte@dsw.org

Über die NGOs

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ihr Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Daher unterstützt sie junge Menschen dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringt sie sich auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein. Mehr unter www.dsw.org

Global Citizen ist eine globale Bewegung engagierter Menschen, die gemeinsam ihre Stimmen nutzen, um extreme Armut bis 2030 zu beenden. Global Citizen bietet hierzu Informationen rund um Kernthemen wie Ernährungssicherheit, Gleichberechtigung, Bildung, Umweltschutz und globale Gesundheit – und die Möglichkeit, sich gemeinsam für die Themen einzusetzen, die einem am Herzen liegen. Auf diesen Wegen mobilisiert Global Citizen eine große Community von Global Citizens, die zusammen Entscheidungsträger*innen aus Politik und Wirtschaft zum Handeln auffordert und finanzielle und politische Zusagen für die Global Goals der Vereinten Nationen einfordert. Darüber hinaus unterstützt Global Citizen die Global Goals mit einzigartigen Event- und Aktionsformaten, wie den Global Citizen Festivals, für die Tickets nicht erwerblich sind, sondern durch politisches und soziales Engagement verdient werden. Seit Global Citizen im Jahr 2009 mit der Kampagnenarbeit begann, sind Global Citizens mehr als 28 Millionen Mal aktiv geworden. Diese Aktionen haben in Verbindung mit unserer politischen Arbeit dazu geführt, dass Mittel in Höhe von 35,4 Mrd. US-Dollar an unsere Partner*innen ausgezahlt wurden, die bis heute das Leben von über einer Milliarde Menschen verbessert haben.
Mehr Informationen auf www.globalcitizen.org und auf Twitter/Facebook unter @GlblCtznDe.

Save the Children wurde 1919 gegründet und ist heute als größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in mehr als 110 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet. Eine Welt, in der alle Kinder gesund und sicher leben und frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können – seit über 100 Jahren. Mehr unter www.savethechildren.de

Der Beitrag NGOs: G7 müssen sich für globale Impfgerechtigkeit einsetzen erschien zuerst auf DSW.

Kategorien: Ticker

Menstruationshygiene: Schlüssel für Selbstbestimmung, Gesundheit und Jobs

27. Mai 2021 - 8:30
Tag der Menstruationshygiene am 28. Mai / Eins von zehn Mädchen in Subsahara-Afrika verpasst während Monatsblutung Schule / Projekt schafft Abhilfe

Hannover, 27. Mai 2021. Etwa eins von zehn Mädchen in Afrika südlich der Sahara geht während seiner Monatsblutung nicht zur Schule. Einer der Gründe ist, dass sie keinen Zugang zu geeigneten Hygieneprodukten haben. Der daraus folgende unsaubere Menstruationsschutz führt wiederum oft zu Infektionen. In einem gemeinsamen Pilotprojekt in Uganda zeigen drei Stiftungen zusammen mit der Social Business NGO Impacc, dass Menstruationshygiene nicht nur ein wichtiger Schlüssel für Selbstbestimmung, Gesundheit und Gleichberechtigung ist, sondern auch Einkommensmöglichkeiten und Wissenstransfer schafft. Im Projekt produzieren junge Menschen nachhaltige und kostengünstige Menstruationsbinden, die MakaPads. Damit stellen sie nicht nur dringend benötigte Menstruationsprodukte her, sondern erschaffen sich auch Einkommensmöglichkeiten und die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben. Das Projekt ist Bestandteil des TeamUp Programms der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW), der Hanns R. Neumann Stiftung (HRNS) und der Siemens Stiftung.

Projekt, Produktionsziel und Wissenstransfer

Das TeamUp Programm und das Sozialunternehmen Impacc haben das Pilotprojekt Ende 2020 in einem TeamUp-Jugendförderzentrum in Mityana, einem Bezirk in Uganda, ins Leben gerufen. Ziel ist es, Einkommensmöglichkeiten für das Jugendförderzentrum und seine Mitglieder zu schaffen und gleichzeitig der Bevölkerung im Bezirk kostengünstige Menstruationsbinden anzubieten. Das Team der Produktionsstätte schult Mitglieder des Jugendförderzentrums im Umgang mit den Rohstoffen, in der Produktion, im Marketing und im Vertrieb. Die qualitativ hochwertigen MakaPads bestehen aus lokal wachsendem Papyrus und sind zu 95 Prozent abbaubar. Die Projektverantwortlichen planen eine MakaPads-Produktlinie mit einem Jahresabsatz von einer Million Menstruationsbinden. Das Know-How soll an weitere TeamUp-Jugendförderzentren weitergegeben werden.

Folgen mangelnder Menstruationshygiene

In Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen haben unzureichende Aufklärung und mangelnde Hygieneversorgung weitreichende Folgen: Jugendliche verpassen häufiger den Unterricht, schaffen dadurch oft keinen Schulabschluss und werden häufiger ungewollt schwanger. „Scham und fehlende Periodenprodukte führen dazu, dass viele Mädchen während ihrer Menstruation nicht in die Schule gehen – und dadurch an mehr als 50 Tagen im Jahr dem Unterricht fernbleiben“, erklärt Angela Bähr, stellvertretende Geschäftsführerin der DSW. „Durch den Zugang zu Periodenprodukten kommen Mädchen, junge Frauen und menstruierende Menschen einem selbstbestimmten Leben einen entscheidenden Schritt näher.“ Außerdem verhindern geeignete Hygieneartikel Krankheiten und Infektionen: „Junge Frauen, die keine oder unsaubere Menstruationshygieneprodukte verwenden, haben ein erhöhtes Risiko für eine Blasenentzündung oder eine Eierstockentzündung“, so Dr. Philippeit von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). „Neben Schmerzen und Unwohlsein können wiederholte Infektionen der Eierstöcke auch zu einer Unfruchtbarkeit führen. Insbesondere in Entwicklungsländern, wo Fertilität eine große Rolle spielt, wird eine junge, unfruchtbare Frau von der Gesellschaft stigmatisiert und ausgeschlossen.“

 

Bildmaterial: Bild 1 / Bild 2, Bildunterschrift: Menstruationsbinden ermöglichen ein gesundes und selbstbestimmtes Leben. © Impacc gGmbH

Blogbeitrag: „Wegen ihrer Menstruation verpassen Mädchen in Kenia mehr als 50 Schultage im Jahr“

Die Pressemitteilung können Sie hier als PDF herunterladen.

 

Unsere Presseverantwortlichen stehen Ihnen für Rückfragen zur Verfügung:
Für Impacc: Jannes Vahl, jannes.vahl@fairnarrative.com, +49 176 76790698
Für die DSW: Anke Witte, anke.witte@dsw.org, +49 511 94373-32

 

Über die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW): Die DSW ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ihr Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Die DSW engagiert sich für die Umsetzung des Menschenrechts auf Familienplanung. Insbesondere unterstützt sie junge Menschen in Ostafrika dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringt die Stiftung sich auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein. www.dsw.org

Über Impacc: Impacc ist eine in Deutschland eingetragene internationale gemeinnützige Gesellschaft. Sie versteht sich als nachhaltigere Entwicklungshilfe: Spenden und Unterstützung als Investitionen in soziale Unternehmen nutzen, die Erträge erwirtschaften und so den Motor der Entwicklung am Laufen halten und sich langfristig selbst tragen – als Fürsprecher für das »Soziale« im »Business«. Funktionieren Märkte, wird Impacc nicht mehr gebraucht, aber leider tun sie das für viele Menschen oft nicht. Und da kommt Impacc ins Spiel: Die Social Business NGO schafft grüne, nachhaltige Arbeitsplätze für arme Menschen. www.impacc.org

Über TeamUp: TeamUp ist ein multisektoraler Ansatz der Entwicklungszusammenarbeit, der vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) initiiert und durch die drei Stiftungen Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW), Hanns R. Neumann Stiftung (HRNS) und Siemens Stiftung verwaltet und kofinanziert wird. Das Programm vereint die Expertise, Netzwerke und Ressourcen von drei Organisationen in Uganda: Action 4 Health Uganda (A4HU), Hanns R. Neumann Stiftung (HRNS) und Whave Solutions, die in den Bereichen Gesundheit, Landwirtschaft sowie Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) tätig sind. www.teamupug.org

Der Beitrag Menstruationshygiene: Schlüssel für Selbstbestimmung, Gesundheit und Jobs erschien zuerst auf DSW.

Kategorien: Ticker

„Wegen ihrer Menstruation verpassen Mädchen in Kenia 50 Schultage im Jahr“

26. Mai 2021 - 18:32

Obwohl sie die Hälfte der Weltbevölkerung direkt betrifft, spricht man oft nicht darüber: die Menstruation. Das ist vor allem für junge Menschen ein Problem. In Tansania und Äthiopien weiß jede vierte junge Frau* nicht, was die Menstruation ist. Der Schreck ist also groß, wenn sie* zum ersten Mal Blutflecken an ihrer Kleidung entdeckt. Wie erleben Mädchen* und Frauen* in Ländern, in denen die DSW tätig ist, ihre Periode? Welche besonderen Hürden gibt es?

Eva Herrmann und Florian Paulus aus dem DSW-Projektteam geben Einblick, wie die Menstruation in DSW-Projekten thematisiert wird und wie die DSW die neuen Herausforderungen der COVID-19-Pandemie bewältigt.

 

Wie kommt es, dass so wenig über die Periode gesprochen wird? Ist die Menstruation ein Tabu?

Eva: Absolut. Die Menstruation ist fast überall auf der Welt ein Tabu. Nicht nur im Globalen Süden, auch in Deutschland bzw. Europa spricht man über das Thema Menstruation immer noch hinter vorgehaltener Hand – wenn überhaupt. Obwohl die Menstruation ja eigentlich die Hälfte der Menschheit betrifft.

Florian: Das Thema Menstruation wird in der Schule, im Freundeskreis und in der Familie selten besprochen. Wenn es doch mal zur Sprache kommt, verschließen Jungen und Männer oft die Ohren. Dadurch werden Mythen aber auch Scham aufrechterhalten.

Welche besonderen Schwierigkeiten beobachtet ihr in den DSW-Projektländern, wenn es um die Menstruation geht?

Eva: In einigen Traditionen gelten junge Frauen und Mädchen in der Zeit ihrer Menstruation als unrein. Sie gehen dann meist nicht in die Schule, wenn sie ihre Tage haben. Wenn doch, dann werden sie oft durch Mitschüler*innen gehänselt. Wenn das Stigma um Menstruation so groß ist, gibt es meist auch wenig Beratungsangebote, wo junge Frauen ihre Fragen stellen können. Viele fühlen sich allein gelassen – und zwar jeden Monat aufs Neue.

Florian: Eine weitere Schwierigkeit ist, dass Menstruationsprodukte in unseren Projektländern oft verhältnismäßig teuer sind oder keine passenden Produkte zur Auswahl stehen. Manchmal leisten dann ein Stück Stoff oder Blätter Abhilfe. Das ist nicht immer hygienisch und kann Infektionen fördern. Außerdem gibt es in den Schulen häufig kein sauberes Wasser und Mülleimer, geschweige denn Privatsphäre. Auch deshalb bleiben Mädchen während ihrer Periode oft zuhause. In Kenia zum Beispiel verpassen Mädchen mehr als 50 Schultage im Jahr wegen ihrer Menstruation.

Eva: Man darf auch nicht vergessen, dass sich viele Mädchen und Frauen sich während ihrer Periode nicht isolieren können, selbst wenn sie es wollten. Wenn sie dann auch noch kein Geld für Binden haben, geraten viele in eine echte Notlage. Die Periode ist ein Tabu, niemand darf sie sehen, aber wie soll man sie ohne Binden oder Tampons verstecken? Weil sie keine andere Möglichkeit sehen, an Geld zu kommen, um unter anderem Menstruationshygieneprodukte zu kaufen, lassen sich vor allem jugendliche Frauen manchmal auf bezahlten Sex mit älteren Männern ein. Diese Fälle häufen sich leider durch die Corona-Pandemie, denn es werden weniger Binden verteilt und das Geld ist besonders knapp.

Siehe auch: Valerie – wenn Menstruationsprodukte wegen Armut fehlen [Anm. d. Redaktion]

Hat die DSW auf diese akute Zuspitzung reagiert?

Florian: Ja, auf jeden Fall. Viele Jugendclubs und Jugendzentren der DSW sind in dieser Zeit zur Überbrückung eingesprungen und haben Menstruationsprodukte verteilt, wo sie benötigt wurden.

Wie thematisiert die DSW die Menstruation sonst noch in der Projektarbeit?

Florian: Ganz konkret betreuen wir ein Projekt in Uganda, in dem ein Jugendklub biologisch abbaubare Einwegbinden herstellt und diese kostengünstig anbietet. Dadurch verbessern wir nicht nur die Versorgung mit Binden. Wir schaffen auch Arbeitsplätze für Jugendliche.

Eva: Wir arbeiten auch auf politischer Ebene. 2017 hat sich die Regierung in Kenia per Gesetz verpflichtet, Produkte für Menstruationshygiene zur Verfügung zu stellen. Unsere kenianischen Kolleg*innen setzen sich dafür ein, dass der Staat seiner Verpflichtung nachkommt.

Florian: Wir thematisieren die Menstruation natürlich auch bei unserer „klassischen Arbeit“- also in unseren Jugendzentren und Jugendklubs. Dazu nutzen wir unseren Peer-to-Peer Ansatz: Gleichaltrige sprechen untereinander über das Thema Menstruation. Im nächsten Schritt bezieht die DSW auch das Umfeld von jungen Menschen mit ein. Dazu gehören Gespräche mit Familien und Dialoge in Gemeinden. In enger Zusammenarbeit mit dem Lehrpersonal organisieren wir Aufklärungsveranstaltungen in Schulen.

Nicht alles davon ist während Corona möglich…

Florian: Das stimmt. Wir mussten alle unsere Projekte umplanen. Die Jugendklubs und unsere Kolleg*innen vor Ort haben toll reagiert und Aufklärungsaktivitäten über soziale Medien, Radio und Gruppenchats durchgeführt. Sie haben auch dafür gesorgt, dass Trainingsinhalte digitalisiert werden.

Verändern die DSW-Projekte die Sichtweise auf die Menstruation? 

Florian: Es gibt zum Beispiel einige DSW-Jugendklubs, in denen die Jugendlichen gezielt Geld erwirtschaften, um damit Binden und Tampons zu kaufen. Diese werden dann kostenlos zur Verfügung gestellt. Generell ist uns wichtig, das Thema sichtbar zu machen. Durch Elterngespräche hat die DSW erreicht, dass sich unter anderem auch Väter mehr mit dem Thema Menstruation und der Gesundheit ihrer Töchter auseinandersetzen. Wenn wir das Tabu um die Menstruation beseitigen wollen, müssen wir das gesamtgesellschaftlich tun. Auch Männer sollten aktiv daran mitarbeiten!

Eva: Solange die Menstruation ein Tabu ist, sehen wir ganz klaren Handlungsbedarf. Auch seitens der Politik. Es sollte viel mehr Geld in die Hand genommen werden, damit Artikel für Menstruationshygiene überall leicht zu bekommen sind. Es muss auch viel besser zur Menstruation informiert werden, damit das Stigma um die Periode verschwindet. Unser Ziel ist, dass die Menstruation etwas ganz Normales und Alltägliches ist – in unseren Partnerländern aber auch hier in Deutschland und Europa. Man sollte nach einem Tampon genauso unverblümt fragen können wie nach einem Taschentuch.

Erläuterung: Weil auch Trans- und nicht-binäre Personen eine Menstruation erleben können, haben wir in der Einleitung hinter geschlechtszuweisenden Substantiven oder Pronomen ein * gesetzt. Weil es in unserer Projektarbeit vornehmlich um die Gegenüberstellung der ungleichen gesellschaftlichen Rollen von Männern und Frauen geht, haben wir bei den Berichten aus den Projektländern darauf verzichtet. 

Der Beitrag „Wegen ihrer Menstruation verpassen Mädchen in Kenia 50 Schultage im Jahr“ erschien zuerst auf DSW.

Kategorien: Ticker

SRGR-Studie: Allgemeine Gesundheitsversorgung und körperliche Selbstbestimmung gehören zusammen

19. Mai 2021 - 10:50

„GESUND, SICHER, STARK“ ist der Titel der Studie, die das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung im Auftrag der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) erstellt hat. Im Zentrum steht die Frage, inwieweit allgemeine Gesundheitsversorgung und sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte (SRGR) einander bedingen. Ein wesentlicher Appell: Allgemeine Gesundheitsversorgung und körperliche Selbstbestimmung müssen stärker verzahnt werden. Die SRGR-Studie wird am 19. Mai 2021 vorgestellt.

Um direkt zur SRGR-Studie zu gelangen, klicken Sie auf das Bild.

Covid-19 hat viele Schwachstellen sichtbar gemacht

Gesund zu sein, sich sicher zu fühlen und die Stärke zu haben, optimistisch in die Zukunft zu schauen – selten haben wir alle uns das wohl so sehr gewünscht wie im vergangenen Jahr. Für Viele sind Gesundheit und Zukunftsperspektive in dieser Krise aber nur Wünsche geblieben.

Das gilt auch für viele Menschen in afrikanischen Staaten südlich der Sahara. Sie leiden insbesondere unter den wirtschaftlichen Folgen von Covid-19 und der dadurch zunehmenden Armut. Das ist ein Grund dafür, dass Mädchen häufiger früh verheiratet werden – ganz einfach, weil ihre Familien sie nicht mehr versorgen können. Oft bedeutet dies, dass sie noch im Teenageralter Mütter werden.

Die globale Pandemie hat uns auf dem Weg zu einer allgemeinen Gesundheitsversorgung – auf Englisch Universal Health Coverage (UHC) – und zu einem universellen Zugang zu sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechte (SRGR) deutlich nach hinten geworfen.

Aber nicht nur das Virus, sondern auch rückwärtsgewandte politische Entscheidungen und Gegenwind auf internationalem und europäischem Parkett bremsen unsere Fortschritte aus. Deutlich wird dies insbesondere im SRGR-Bereich. Umso wichtiger ist es für uns, dass wir seit Anfang 2021 wieder auf die USA als einen zentralen Partner und Unterstützer zählen können.

Leider hielt die Freude über die Rückkehr der USA in den Kreis der Vorkämpfer für das Recht auf körperliche Selbstbestimmung nur kurz an. Denn Ende April ist ein anderer langjähriger Partner aus diesen Reihen ausgetreten – zumindest was die Finanzierung angeht. Das Vereinigte Königreich hat ankündigt, dass es seine Beiträge für UNFPA, IPPF und andere internationale Organisationen, die Millionen Menschen mit SRGR-Dienstleistungen versorgen, drastisch kürzen wird. Auch Mittel zur Bekämpfung von HIV/Aids, Malaria und Polio werden teilweise um über 90 Prozent gekürzt. All das trifft vor allem Frauen und Mädchen hart.

Diese Entwicklung macht einen entschiedenen Einsatz für SRGR und allgemeine Gesundheitsversorgung umso nötiger.

SRGR-Studie zeigt deutlichen Handlungsbedarf seitens der Politik

Deutschland hat in den letzten Jahren zunehmend Verantwortung in den Arbeitsfeldern globale Gesundheit und SRGR übernommen. Untermauert wurde dies vor allem mit finanzieller Unterstützung an multilaterale und internationale Organisationen.

Wir als Deutsche Stiftung Weltbevölkerung begrüßen dieses Engagement. Aber es bleibt in unseren Augen auch noch vieles zu tun für die Bundesregierung:

  • Sie muss ihre Vorreiterrolle im Bereich Globale Gesundheit und SRGR auch in der kommenden Legislaturperiode weiter ausbauen. Sie muss außerdem ihren politischen Einfluss auf internationaler und EU-Ebene nutzen, um eine progressive SRGR-Agenda voranzutreiben.
  • Damit Deutschland dies mit dem notwendigen Nachdruck tun kann, ist es zentral, dass die Bundesregierung das 0,7 Prozent-Ziel erfüllt. Das bedeutet, dass öffentliche Entwicklungsgelder in Höhe von 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) für Entwicklungszusammenarbeit bereitstellt werden – und zwar langfristig und nicht nur in Krisensituationen wie der aktuellen.
  • Diese Mittel sollten unter anderem dafür genutzt werden, um die Beiträge an multilaterale Organisationen, die an der Schnittstelle von Globaler Gesundheit und SRGR arbeiten, weiter zu steigern. Das ist auch wichtig, um so zumindest einen Teil der Kürzungen des Vereinten Königreichs abzufedern.
  • Nicht zuletzt muss die Regierung die Arbeitsfelder der Allgemeinen Gesundheitsversorgung und SRGR stärker als bisher verzahnen.

Warum ist letzteres von zentraler Bedeutung, um die Nachhaltigen Entwicklungsziele zu erreichen? Wie agiert die deutsche Entwicklungszusammenarbeit bislang in diesen Bereichen agiert? Wo gibt es Handlungs- und Anpassungsmöglichkeiten? Das alles beleuchtet die SRGR-Studie des Berlin-Instituts ausführlich.

Die Studie steht hier zum Download zur Verfügung.

Der Beitrag SRGR-Studie: Allgemeine Gesundheitsversorgung und körperliche Selbstbestimmung gehören zusammen erschien zuerst auf DSW.

Kategorien: Ticker

Junior Referent*in Monitoring & Evaluation (M&E)

12. Mai 2021 - 11:01

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Unser Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Wir engagieren uns für die Umsetzung des Menschenrechts auf Familienplanung. Insbesondere unterstützen wir junge Menschen in Ostafrika dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringen wir uns auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein.

Die DSW sucht eine*n

Junior Referent*in Monitoring & Evaluation (M&E)

am Arbeitsort Berlin.

Wir wünschen uns eine motivierte Person mit Interesse und hohem Engagement für die Ergebnissicherung unserer Projektarbeit. Sie werden an der Entwicklung und Umsetzung von Wirkungserhebung und -beobachtung im Bereich Jugendförderung und Sexuelle und Reproduktiver Gesundheit und Rechte (SRGR) mitwirken.

Ihre Aufgaben:
  • Unterstützung bei der Entwicklung von Projektvorschlägen, einschließlich der Entwicklung von Wirkungsmatrixen, Indikatoren, Zielen, Messungsmethoden, usw.;
  • Unterstützung des effektiven Betriebs und der Entwicklung von neuen digitalen Datenmanagement-Plattformen;
  • Unterstützung bei der Planung und Durchführung von Studien, insbesondere von Baseline Studien und Evaluierungen.
Wir erwarten:
  • Erfahrung in der Arbeit mit und Verständnis von Wirkungsmatrixen, einschließlich Indikatoren, Zielen, Messungsmethoden, etc.
  • Grundlegende Kenntnisse und Interesse an der Entwicklung und Implementierung von digitalen Datenmanagement-Plattformen.
  • Erste Erfahrung mit der Entwicklung von digitalen Datenerfassungsinstrumenten, insbesondere Umfragen und Kapazitätsbewertungen.
  • Erfahrung mit statistischen Analysewerkzeugen wie SPSS.
  • Hohe Aufmerksamkeit für Details.
Was Sie mitbringen:
  • Universitätsabschluss oder vergleichbare berufliche Qualifikation im Bereich Sozialwissenschaften, Wirtschaft, Entwicklungszusammenarbeit, Statistik oder ähnlichem;
  • Mindestens ein Jahr Berufserfahrung im Bereich M&E;
  • Fließende Englischkenntnisse, Deutsch auf muttersprachlichem Niveau;
  • Erfahrung in der internationalen Entwicklung, vorzugsweise in Ostafrika, ist von Vorteil.
Wir bieten:
  • einen spannenden Themenbereich in einem internationalen Arbeitsumfeld,
  • eine angenehme Arbeitsatmosphäre in einem motivierten Team;
  • ein spannendes Themenfeld in einem internationalen und abwechslungsreichen Arbeitsumfeld;
  • Flache Hierarchien, kurze Kommunikationswege und ein sehr gutes Betriebsklima;
  • Vereinbarkeit von Familie, Freizeit und Beruf durch Angebote wie z.B. mobiles Arbeiten und Jobrad-Leasing.

Bei Interesse senden Sie bitte Ihre Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf und Anschreiben) mit dem Verweis „DSW2021_04 Junior Referent*in M&E“ per E-Mail an: jobs.deutschland@dsw.org

Bitte beachten Sie, dass nur Bewerbungen mit der Referenznummer „DSW2021_04 Junior Referent*in M&E“ in der Betreffzeile der E-Mail berücksichtigt werden können.

Die Funktion kann Vollzeit besetzt werden und ist zunächst auf 1 Jahr befristet. Bewerbungsschluss ist der 31. Mai 2021.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

Der Beitrag Junior Referent*in Monitoring & Evaluation (M&E) erschien zuerst auf DSW.

Kategorien: Ticker

Mehr Investitionen in die Forschung zu armutsassoziierten und vernachlässigten Krankheiten sind notwendig

15. April 2021 - 17:22
DSW: „Die deutsche Unterstützung muss noch viel entschiedener ausgebaut werden“

Hannover, 15. April 2021. Rund 3,9 Milliarden US-Dollar wurden 2019 weltweit in die Forschung und Entwicklung zu armutsassoziierten und vernachlässigten Krankheiten wie HIV und Aids, Tuberkulose, Malaria und vernachlässigte Tropenkrankheiten investiert. Die Gesamtsumme der Investitionen sank im Vergleich zum Rekordhoch des Vorjahres. Deutschlands Beitrag unter den öffentlichen Geldern fiel von 2,6 Prozent in 2018 auf 2,3 Prozent in 2019. Besonders die Fördermittel für gemeinnützige Produktentwicklungspartnerschaften (PDPs) gingen 2019 zurück – um ganze 8 Prozent. Damit war der Anteil der globalen Finanzierung von Forschung und Entwicklung zu armutsassoziierten und vernachlässigten Krankheiten, der an PDPs ging, so niedrig wie nie zuvor. Diese Zahlen gehen aus der neuen „G-Finder“-Studie hervor, die das unabhängige Policy Cures Research Institut heute zum dreizehnten Mal veröffentlicht hat.

Deutschland reduzierte seine Beiträge im Vergleich zum Vorjahr um acht Millionen US-Dollar, blieb aber in absoluten Zahlen der viertgrößte öffentliche Geber in diesem Bereich nach den Vereinigten Staaten, Großbritannien und der Europäischen Kommission. Lediglich 0,0015 Prozent des Bruttoinlandsproduktes investierte Deutschland in die Forschung und Entwicklung von Prävention, Diagnostika und Behandlung armutsassoziierter und vernachlässigter Krankheiten.

„Schon vor Covid-19 litten zu viele Menschen an Krankheiten, die in der Forschung und der Pharmaindustrie zu wenig Beachtung finden. Umso alarmierender ist es, dass die Forschungsmittel schon vor der Covid-19-Pandemie zurückgegangen sind – vor allem im Hinblick auf PDPs“, sagt Jan Kreutzberg, Geschäftsführer der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW). „PDPs sind ein wichtiges Instrument im Einsatz gegen armutsassoziierte und vernachlässigte Krankheiten. Die deutsche Unterstützung dafür ist in den letzten Jahren gewachsen, was ich sehr begrüße. Sie muss aber noch viel entschiedener ausgebaut werden. Der Bericht zeigt unter anderem, dass die massive Förderung von Covid-19-Forschung das ohnehin geringe Förderbudget für Forschung und Entwicklung zu armutsassoziierten und vernachlässigten Krankheiten nicht weiter schmälern darf. Daher muss die Bundesregierung spätestens ab 2022 mindestens 100 Millionen Euro in die nächste Förderrunde investieren – auch um dem negativen Finanzierungstrend entgegenzuwirken.“

Laut Daten des Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) betreffen armutsassoziierte und vernachlässigte Krankheiten 2,8 Milliarden Menschen weltweit – vor allem in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Für wenige der Krankheiten gibt es Impfstoffe, Arzneimittel können toxisch wirken und schwere Nebenwirkungen haben.

Weitere Informationen Über die DSW

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ihr Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Daher unterstützt sie junge Menschen dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringt sie sich auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein.

Der Beitrag Mehr Investitionen in die Forschung zu armutsassoziierten und vernachlässigten Krankheiten sind notwendig erschien zuerst auf DSW.

Kategorien: Ticker

Referent*in Personal & Verwaltung (w/m/d) in Teilzeit

15. April 2021 - 14:15

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungs-organisation. Unser Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Wir engagieren uns für die Umsetzung des Menschenrechts auf Familienplanung. Insbesondere unterstützen wir junge Menschen in Ostafrika dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringen wir uns auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein.

Die DSW sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine*n

Referent*in Personal & Verwaltung (w/m/d) in Teilzeit

mit Dienstort Hannover.

Die Person wird an der erfolgreichen Umsetzung der Zielsetzungen der Stiftung mitwirken und insbesondere die personelle und administrative Schnittstelle zu den Länderbüros und Belgien sowie die Konzeption und Begleitung der Personalentwicklung der Mitarbeitenden übernehmen.

Als Mitglied der Abteilung Personal & Verwaltung ist eine enge Zusammenarbeit mit den Kolleg*innen aus allen Bereichen der Stiftung und deren Unterstützung als interner Dienstleister selbstverständlich.

Ihre Aufgaben:
  • Enge Zusammenarbeit und Unterstützung bei Personal- und administrativen Themen der Länderbüros und Belgien.
  • Entwicklung moderner PE-Konzepte und Weiterentwicklung bestehender Maßnahmen mit hoher Affinität zu aktuellen Themen und Trends der Personalentwicklung
  • Beratung der Führungskräfte bei allen Fragen rund um das Thema Personalentwicklung
  • Zusammenarbeit mit externen Trainings- und Beratungsunternehmen und Moderation von Workshops und Fortbildungen
  • effektive und effiziente Arbeitsteilung der im Personal- und Verwaltungsbüro anfallenden Aufgaben (gegenseitige Unterstützung und Vertretung)
  • Sie organisieren sich und Ihren Aufgabenbereich eigenständig und behalten diesen auch in stressigen Zeiten im Blick und setzen passende Prioritäten
Wir erwarten:
  • Eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung und einschlägige Berufserfahrung in Bereich Personal, Personalentwicklung und/oder Verwaltung
  • Begeisterungsfähigkeit und eine positive Grundhaltung
  • Sie übernehmen gern die Verantwortung für Ihren Aufgabenbereich
  • Hohe Kommunikations- und Teamfähigkeit
  • Deutsch auf muttersprachlichen Niveau, sehr gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift, weitere Sprachkenntnisse (z. B. Französisch) sind von Vorteil
  • Routinierter Umgang mit MS Office Programmen
Wir bieten:
  • eine angenehme Arbeitsatmosphäre in einem motivierten Team
  • ein spannendes Themenfeld in einem internationalen und abwechslungsreichen Arbeitsumfeld
  • Flache Hierarchien, kurze Kommunikationswege und ein sehr gutes Betriebsklima
  • Eine faire Bezahlung und betriebliche Altersvorsorge
  • Vereinbarkeit von Familie, Freizeit und Beruf durch Angebote wie z.B. mobiles Arbeiten und Jobrad-Leasing
  • Moderne Office Location in schöner Lage
Bewerbungsverfahren:

Wenn Sie Interesse haben, senden Sie uns Ihre Bewerbungsunterlagen bitte mit dem Verweis “DSW2021_03 Referent*in Personal & Verwaltung” per E-Mail an: jobs.deutschland@dsw.org

Bitte beachten Sie, dass nur Bewerbungen mit der Referenznummer „DSW2021_03 Referent*in Personal & Verwaltung“ in der Betreffzeile der E-Mail berücksichtigt werden können.

Das Arbeitsverhältnis ist zunächst befristet auf zwei Jahre mit Aussicht auf eine unbefristete Übernahme.

Bewerbungsschluss ist der 9. Mai 2021.

Wir freuen uns auf Ihre Zusendungen!

Der Beitrag Referent*in Personal & Verwaltung (w/m/d) in Teilzeit erschien zuerst auf DSW.

Kategorien: Ticker

UNFPA-Weltbevölkerungsbericht 2021: Körperliche Selbstbestimmung gilt nur für knapp die Hälfte der Frauen in Entwicklungsländern

14. April 2021 - 14:30
DSW: „In Krisen werden noch mehr Frauen und Mädchen Opfer von Zwangsverheiratung und Genitalverstümmelung!“

Hannover, 14. April 2021. Der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) veröffentlicht am 14. April den diesjährigen Weltbevölkerungsbericht mit dem Titel Mein Körper gehört mir: Das Recht auf Autonomie und Selbstbestimmung einfordern. Herausgeberin der deutschen Kurzfassung ist die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW). Im Zentrum des UNFPA-Weltbevölkerungsberichts 2021 steht das Recht auf körperliche Selbstbestimmung und Unversehrtheit von Mädchen und Frauen. Nur 55 Prozent der Frauen in Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen können selbst entscheiden, ob sie Sex haben, verhüten oder Gesundheitsversorgung in Anspruch nehmen möchten.

Zitat Dr. Natalia Kanem, Exekutivdirektorin von UNFPA: „Die Tatsache, dass fast die Hälfte der Frauen immer noch nicht selbst entscheiden kann, ob sie Sex haben, verhüten oder medizinische Versorgung in Anspruch nehmen wollen oder nicht, muss uns alle empören. Hunderte Millionen Frauen und Mädchen besitzen ihre eigenen Körper nicht. Ihr Leben wird von anderen bestimmt.“

Sexualisierte und geschlechtsbasierte Gewalt nimmt durch Coronakrise zu

Der Weltbevölkerungsbericht 2021 wertet aus, inwieweit Frauen und Mädchen die Macht haben, Entscheidungen über ihren Körper zu treffen. Er untersucht auch, inwieweit Regierungen die körperliche Selbstbestimmung und Unversehrtheit fördern oder behindern. Die Daten zeigen einen starken Zusammenhang zwischen der Entscheidungsmacht und dem Bildungsniveau einer Frau. Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) macht darauf aufmerksam, dass mit geschlossenen Schulen zur Eindämmung der Corona-Pandemie das Risiko für Mädchen steigt, sexualisierter und geschlechtsbasierter Gewalt ausgesetzt zu sein. Auch fallen aufgrund von Lockdown-Bestimmungen viele Dienste der sexuellen und reproduktiven Gesundheit weg, die sonst dafür Sorge tragen, dass junge Menschen und vor allem Mädchen und Frauen über ihr körperliches Selbstbestimmungsrecht aufgeklärt werden. Nur 56 Prozent der Länder weltweit haben überdies eine umfassende Sexualaufklärung gesetzlich verankert.

Zitat Jan Kreutzberg, Geschäftsführer der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW): „In Krisen werden noch mehr Frauen und Mädchen Opfer von Zwangsverheiratung und Genitalverstümmelung! Sexualisierte und geschlechtsbasierte Gewalt sind an der Tagesordnung. Regierungen dürfen davor nicht die Augen verschließen. Es muss mehr getan werden, um sexuelle und reproduktive Gesundheitsdienste in Krisen aufrecht zu erhalten und junge Menschen über ihre sexuellen und reproduktiven Rechte aufzuklären.“

Pressematerial Über die DSW

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ihr Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Daher unterstützt sie junge Menschen dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringt sie sich auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein.

Über UNFPA

Der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) fördert eine Welt, in der jede Schwangerschaft gewollt, jede Geburt sicher und das Potenzial jedes jungen Menschen verwirklicht wird.

Pressekontakte

Anke Witte
Pressesprecherin | Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0511 94373-32 | Fax: 0511 94373-73
E-Mail: anke.witte@dsw.org

Monika Schröder
Referentin Presse- & Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0511 94373-38 | Fax: 0511 94373-73
E-Mail: monika.schroeder@dsw.org

Der Beitrag UNFPA-Weltbevölkerungsbericht 2021: Körperliche Selbstbestimmung gilt nur für knapp die Hälfte der Frauen in Entwicklungsländern erschien zuerst auf DSW.

Kategorien: Ticker

Vorstellung des UNFPA-Weltbevölkerungsberichts 2021

9. April 2021 - 8:00
„Mein Körper gehört mir“: Pandemie verhindert körperliche Selbstbestimmung

Hannover, 09. April 2021. Viele Mädchen und Frauen haben nicht die Wahl. Sie dürfen nicht wählen, ob und wie lange sie die Schule besuchen. Sie dürfen nicht wählen, wann und wen sie heiraten. Sie dürfen nicht wählen, ob und mit wem sie Sex haben – oder nicht. Sie dürfen nicht wählen, ob und wie viele Kinder sie bekommen. All das hat einen gemeinsamen Ursprung: Der Glaube, Männer hätten das Recht, über die Schicksale von Mädchen und Frauen zu entscheiden.

Der diesjährige Weltbevölkerungsbericht des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) trägt den Titel „Mein Körper gehört mir: Das Recht auf Autonomie und Selbstbestimmung einfordern“. Der Bericht liefert erste ernüchternde Antworten auf folgende Frage: Wie wirkt sich die Coronakrise auf die körperliche Selbstbestimmung und Unversehrtheit von Mädchen und Frauen aus?

Die deutsche Kurzfassung des UNFPA-Weltbevölkerungsberichts 2021 stellen wir Ihnen vor am:

Mittwoch, 14. April 2021, um 14:30 Uhr
Konferenzsaal, Haus der Bundespressekonferenz
Schiffbauerdamm 40, 10117 Berlin (Ecke Reinhardtstraße)

 

Als Redner*innen auf dem Podium:

● Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
● Dr. Natalia Kanem, Exekutivdirektorin UNFPA
● Jan Kreutzberg, Geschäftsführer der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW)

Herr Kreutzberg steht im Anschluss für O-Töne zur Verfügung. Wir bitten Sie, gewünschte Interviews bis zum 9. April 2021 anzumelden.

Achtung: Durch die Corona-Krise gelten besondere Einschränkungen. Momentan können nur Mitglieder der Bundespressekonferenz (BPK) und des Vereins der Ausländischen Presse in Deutschland (VAP) zugelassen werden. Vor Ort gilt eine Registrierungspflicht.

Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie die Pressekonferenz über einen Livestream verfolgen möchten.

Den UNFPA-Weltbevölkerungsbericht 2021 und Presseunterlagen können Sie bei der DSW, Herausgeberin der deutschen Kurzfassung, anfordern.

Pressekontakt

Bei Rückfragen melden Sie sich gerne bei Ihrer Ansprechpartnerin im DSW-Presseteam:

Monika Schröder, Tel.: 0511/ 94373-38 oder per E-Mail: monika.schroeder@dsw.org

Über die DSW

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ihr Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Daher unterstützt sie junge Menschen dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringt sie sich auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein.

Der Beitrag Vorstellung des UNFPA-Weltbevölkerungsberichts 2021 erschien zuerst auf DSW.

Kategorien: Ticker

Weltgesundheitstag: Die Hälfte der Weltbevölkerung hat keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung

6. April 2021 - 7:55
DSW: „Verhütungsmittel gehören zur gesundheitlichen Grundversorgung”

Hannover, 6. April 2021. Anlässlich des Weltgesundheitstages am 7. April macht die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) darauf aufmerksam, dass noch immer die Hälfte der Weltbevölkerung keinen Zugang zu einer guten Gesundheitsversorgung hat. Dabei zeigt die Covid-19-Pandemie, wie anfällig unsere hochmobilen Gesellschaften für infektiöse Krankheiten sind und wie wichtig eine funktionierende und flächendeckende Gesundheitsversorgung für die Prävention und Eindämmung von Pandemien ist.

Krisen verschärfen bestehende Ungleichheiten

Globale Gesundheitskrisen verschärfen bestehende gesundheitliche, soziale und geschlechterbasierte Ungleichheiten. Aufgrund der Corona-Pandemie hatten laut dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) nahezu 12 Millionen Frauen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen („Entwicklungsländern“) zeitweise keinen Zugang zu Verhütungsmitteln. Dies führte zu 1,4 Millionen unbeabsichtigten Schwangerschaften. Gerade Mädchen und junge Frauen haben oft nicht Zugang zu der Versorgung, die sie benötigen, um eine ungewollte Schwangerschaft zu vermeiden, eine Geburt gesund zu überstehen oder eine Schwangerschaft sicher und legal abbrechen zu können.

Reproduktive Rechte nicht vernachlässigen

„Zugang zu Sexualaufklärung, Verhütungsmitteln und einer professionellen medizinischen Versorgung während Schwangerschaften und Schwangerschaftsabbrüchen sind wichtige Bausteine universeller Gesundheitsversorgung“, betont Jan Kreutzberg, Geschäftsführer der DSW. „Die Regierungen weltweit sind aufgerufen, allen Menschen Zugang zu Services im Bereich sexueller und reproduktiver Gesundheit zu ermöglichen, damit sie ihr Recht auf sexuelle Selbstbestimmung wahrnehmen können. Überall und zu jeder Zeit.“

Pressebild
  • Bild Weltgesundheitstag
  • Bildunterschrift: Noch ein weiter Weg: Nur die Hälfte der Weltbevölkerung hat Zugang zu guter Gesundheitsversorgung. © DSW / Brian Otieno
Über die DSW

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ihr Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Daher unterstützt sie junge Menschen dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringt sie sich auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein.

Die Pressemitteilung können Sie hier als PDF herunterladen.

Der Beitrag Weltgesundheitstag: Die Hälfte der Weltbevölkerung hat keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung erschien zuerst auf DSW.

Kategorien: Ticker

Tuberkulose bedroht Frauen besonders

23. März 2021 - 10:00

Tuberkulose (TB) ist eine behandelbare und vermeidbare Krankheit. Vor dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie war sie die weltweit tödlichste Infektionskrankheit: 1,4 Millionen Menschen starben im Jahr 2019 an TB. Doch in den letzten 50 Jahren wurden nur drei neue Medikamente und Therapien zur Bekämpfung der Krankheit entwickelt. Der bestehende TB-Impfstoff, der 1921 entwickelt wurde, bietet nur einen sehr begrenzten Schutz, nämlich gegen schwere Formen der Krankheit bei Kleinkindern.

Um die globale TB-Krise zu bewältigen, werden neuere, sicherere, effektivere und schneller wirkende Medikamente benötigt. Forschung und Entwicklung spielen eine wichtige Rolle bei der Bereitstellung von neuen Hilfsmitteln, Produkten, Impfstoffen und Diagnostika. Dafür müssen neue Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten gemeinsam von Patient*innen, betroffenen Gemeinden, der Zivilgesellschaft und Forscher*innen vorangetrieben werden; alle müssen an einem Strang ziehen.

Ein geschlechtersensibler Ansatz

Weltweit haben Männer ein höheres Risiko, an TB zu erkranken und daran zu sterben, als Frauen. Frauen sind jedoch mit vielen Hindernissen beim Zugang zur Behandlung konfrontiert und tragen eine unverhältnismäßig große Last der Krankheit. Kulturelle und finanzielle Barrieren können Frauen daran hindern, eine Behandlung in Anspruch zu nehmen, was zu einem schwereren Krankheitsverlauf führen kann. So brauchen sie zum Beispiel manchmal die Erlaubnis ihrer Familie, um zu einer Behandlung zu reisen. Soziale Normen und Stigmatisierung haben außerdem zur Folge, dass Frauen, die an TB erkrankt sind, oft von ihren Familien oder Gemeinden ausgeschlossen werden.

TB ist außerdem nach wie vor die Haupttodesursache bei Menschen, die mit HIV leben. Im Jahr 2018 waren weltweit 43 Prozent der HIV-bedingten TB-Todesfälle bei Erwachsenen (älter als 15 Jahre) Frauen. 90 Prozent dieser Todesfälle entfielen auf Frauen in Afrika. TB bei schwangeren Frauen, die mit HIV leben, erhöht das Risiko der Mütter- und Säuglingssterblichkeit um fast 400 Prozent. Außerdem fehlen Daten zur Dosierung und Toxizität vieler TB-Medikamente bei schwangeren Frauen, insbesondere bei denjenigen, die auch mit HIV infiziert sind und antiretrovirale Medikamente einnehmen.

Behandlung von Symptomen und Ursachen

Wenn wir die TB-Epidemie bekämpfen wollen, wie in den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Agenda 2030 festgelegt, ist ein besseres Verständnis der geschlechterspezifischen Auswirkungen und nicht nur des Vorkommens von TB erforderlich. Die Beseitigung zugrundeliegender Risikofaktoren wie geschlechtsspezifische Gewalt und Diskriminierung ist ebenso wichtig wie die Bereitstellung geschlechtersensibler Dienste für Prävention, Diagnose, Medikamente, Pflege und Unterstützung. Außerdem sollte die Tuberkuloseversorgung in die Dienste der reproduktiven Gesundheit integriert werden.

Der Mangel an Studien zur Schwangerschaftssicherheit muss ebenfalls angegangen werden, ebenso wie die Verbesserung der Berichterstattung über TB-Daten, getrennt nach Geschlecht. Mehr Forschung auf dem Gebiet der Tuberkulose ist dringend notwendig, aber sie muss über das traditionelle biomedizinische Forschungsmodell hinausgehen, das sich in erster Linie auf quantitative, medizinische Daten stützt. Stattdessen muss systematisch eine Gender-Perspektive integriert werden, die in einer kontextuellen (lokalen) Analyse auf der Grundlage von Soziologie, Politikwissenschaften und Anthropologie verwurzelt ist. Nur so kann es gelingen, dass beim Beenden von TB niemand zurückgelassen wird.

Der Beitrag ist eine Übersetzung aus dem Englischen. Das Original finden Sie auf dem englischen Blog der DSW

Der Beitrag Tuberkulose bedroht Frauen besonders erschien zuerst auf DSW.

Kategorien: Ticker

5 Fragen – 5 Antworten zu Tuberkulose

23. März 2021 - 8:30

 

1. Was ist Tuberkulose?

Tuberkulose (TB) wird durch Bakterien verursacht, die in der Regel die Lungen angreifen. Tuberkulose verbreitet sich durch die Luft von Mensch zu Mensch. Wenn Erkrankte mit akuter Lungen-TB husten, niesen oder ausspucken, gelangen TB-Keime in die Luft. Eine andere Person braucht nur ein paar dieser Keime zu inhalieren, um sich anzustecken.

Häufige Symptome der akuten TB sind Husten mit Auswurf und teilweise auch Blut, Schmerzen in der Brust, Schwäche, Gewichtsverlust, Fieber und Nachtschweiß. Diese Symptome können zunächst über Monate hinweg nur in milder Form auftreten. Das kann dazu führen, dass der Erkrankte zunächst keine medizinische Versorgung in Anspruch nimmt und die Bakterien somit weiter verbreitet. Ohne die richtige Behandlung sterben im Durchschnitt 45 Prozent aller HIV-negativen Menschen an TB, bei HIV-positiven Menschen sind es fast 100 Prozent. Etwa ein Drittel der Weltbevölkerung hat latente TB. Das heißt, dass diese Menschen zwar TB-Bakterien im Körper tragen, aber (noch) nicht an TB erkrankt sind und die Krankheit auch nicht übertragen können.

Tuberkulose ist grundsätzlich heilbar und vermeidbar – wenn wirksame Impfstoffe sowie effektive Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten verfügbar sind. 2019 erkrankten nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 10 Millionen Menschen an TB. Allerdings wird laut WHO etwa ein Drittel der Neuinfektionen (35 Prozent) nicht erkannt und offiziell gemeldet. Bei Kindern beträgt der Anteil unerkannter und/ oder ungemeldeter Tuberkulosefälle sogar ganze 69 Prozent. 1,4 Millionen Menschen erlagen 2019 der Krankheit, das sind etwa drei Menschen pro Minute. 208.000 von ihnen waren gleichzeitig HIV positiv. Damit ist Tuberkulose die tödlichste Infektionskrankheit der Welt (Stand 2019).

2. Wer ist besonders gefährdet?

Tuberkulose betrifft vor allem Erwachsene in ihren produktivsten Jahren. Allerdings sind alle Altersgruppen gefährdet. Auch Kinder sind betroffen: Im Jahr 2019 gab es schätzungsweise 1,2 Millionen Tuberkulosefälle bei Kindern unter 15 Jahren. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem – zum Beispiel aufgrund von HIV oder Unterernährung – haben ein deutlich höheres Risiko, an TB zu erkranken, als andere Menschen. Bei Menschen mit HIV ist das Risiko 20- bis 30-mal so hoch.

3. Wo ist Tuberkulose besonders verbreitet?

TB ist weltweit verbreitet. Im Jahr 2019 entfielen zwei Drittel aller neuen TB-Fälle auf acht Länder: Indien, Indonesien, China, die Philippinen, Pakistan, Nigeria, Bangladesch und Südafrika. Von den geschätzt 10 Millionen TB-Neuerkrankungen in 2019 entfielen 44 Prozent auf Südostasien, 25 Prozent auf Afrika.

4. Wie lässt sich Tuberkulose bekämpfen?

Um die Epidemie zu beenden, braucht es wirksame Impfstoffe sowie effektive Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten. Weltweit konnten durch Maßnahmen zur Tuberkulosebekämpfung zwischen 2000 und 2019 insgesamt 63 Millionen Menschenleben gerettet werden. Allerdings: Auch wenn die Behandlung von TB unter anderem aufgrund der zunehmenden, schwer behandelbaren Resistenzen gegen Antibiotika lebenswichtig ist und daher dringend mehr in diesen Bereich investiert werden muss – die Epidemie wird durch bessere Behandlungsmöglichkeiten letztlich nicht beendet. Daher sind vor allem mehr Investitionen in die Impfstoffforschung dringend nötig. Der einzige derzeit verfügbare Impfstoff ist bereits 100 Jahre alt – entwickelt im Jahr 1921 – und bietet nur ungenügenden Schutz vor einer Infektion. Außerdem wird die Impfung mit diesem Impfstoff seit 1998 von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut nicht mehr empfohlen.

5. Was kostet die Bekämpfung von Tuberkulose?

Der WHO zufolge stehen gerade einmal 50 Prozent der finanziellen Mittel zur Verfügung, die für eine erfolgreiche Bekämpfung von Tuberkulose nötig wären. Jährlich erhält die Forschung 0,9 Mrd. USD (2 Mrd. USD nötig) und 6,5 Mrd. USD (13 Mrd. USD nötig) fließen in die Prävention, Diagnose und Behandlung. Bei den Investitionen in die Bekämpfung der großen drei Infektionskrankheiten, Aids, Tuberkulose und Malaria, erhält Tuberkulose die wenigsten finanziellen Zuwendungen.

Dieser Beitrag ist erstmals erschienen am 23.04.2016

Der Beitrag 5 Fragen – 5 Antworten zu Tuberkulose erschien zuerst auf DSW.

Kategorien: Ticker

Internationaler Frauentag: Covid-19 erschwert Fortschritt für Geschlechtergerechtigkeit

5. März 2021 - 8:00
DSW: „Kein Land der Welt hat Geschlechtergerechtigkeit erreicht”

Hannover, 5. März 2021. In der letzten Dekade der Agenda 2030 mit ihren 17 nachhaltigen Entwicklungszielen ist die Erreichung des Ziels 5, „Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Mädchen und Frauen erreichen“ in weiter Ferne. Selbst bei Fortsetzung des „Vor-Corona-Trends“ in diesem Bereich würde es noch 99,5 Jahre dauern, bis sich die weltweite Geschlechterlücke schließt. Das ergeben Schätzungen des Global Gender Gap Reports 2020, der sich auf Erhebungen bis Ende 2019 bezieht. Aufgrund der Corona-Krise rückt dieses Ziel nun in noch weitere Ferne. Weil Frauen und Mädchen besonders hart von den Folgen der Corona-Pandemie betroffen sind, wird aus dem bisher viel zu langsamen Fortschritt an vielen Orten ein Rückschritt. Darauf macht die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März aufmerksam.

Rückschritte durch Covid-19

„Im Jahr 2021 hat noch immer kein Land der Welt Geschlechtergerechtigkeit erreicht. Auch wenn es in den vergangenen Jahrzehnten Fortschritte gab, liegen die Ergebnisse meilenweit hinter dem zurück, was sich die Staatengemeinschaft mit der Agenda 2030 zum Ziel gesetzt hat. Viele der hart erkämpften Errungenschaften hat die Corona-Pandemie bereits jetzt zunichtegemacht,“ sagt Angela Bähr, Programmdirektorin und stellvertretende Geschäftsführerin der DSW. „Wir erhalten viele Berichte aus unseren ostafrikanischen Partnerländern, in denen mit einem starken Anstieg der Teenagerschwangerschaften aufgrund des pandemiebedingten Lockdowns gerechnet wird. Die meisten dieser Mädchen müssen die Schule abbrechen und erhalten keine Chance, aus ihrem Leben in Armut und Abhängigkeiten aussteigen zu können. Dies ist nur ein Beispiel von vielen für die Rückschritte, die wir auf dem Weg zu mehr Selbstbestimmung derzeit erleben.“

Laut des UN-Nachhaltigkeitsberichts von 2020 führt die Corona-Pandemie außerdem zu einem Anstieg von geschlechtsspezifischer und sexualisierter Gewalt. Hierzu gehört auch eine Zunahme von sogenannten schädlichen Praktiken wie Frühverheiratungen und weiblicher Genitalverstümmelung. „Patriarchale Strukturen, systematische Benachteiligung, mangelnde Aufklärung, eine schlechte Gesundheitsversorgung sowie geschlechtsbasierte und sexualisierte Gewalt erhöhen das Risiko für schwerwiegende seelische und körperliche Folgen für Mädchen und Frauen erheblich – besonders in Entwicklungsländern. Daher müssen diese Themen in der deutschen Entwicklungspolitik eine größere und nicht – wie derzeit der Fall – eine geringere Rolle spielen als bisher. Dass das Entwicklungsministerium sich entschieden hat, seinen Genderaktionsplan Ende 2020 auslaufen zu lassen, ist gerade in dieser Situation eine Bankrotterklärung“, sagt Angela Bähr.

Initiative „Gender Champions“

Als Zeichen für Geschlechtergerechtigkeit hat sich die DSW der Initiative „Gender Champions” des Verbandes Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V. (VENRO) angeschlossen. Panels, auf denen nur Männer sitzen, erteilt die DSW damit eine Absage.

„Ich bin Gender Champion, weil die gerechte Teilhabe von Frauen an allen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen längst an der Zeit ist! Gerade in der Entwicklungszusammenarbeit, wo die Beseitigung von Ursachen und Folgen fehlender Geschlechtergerechtigkeit einen großen Raum einnimmt, darf es keine rein männlich besetzten Panels geben”, sagt Angela Bähr, die selbst Mitglied des VENRO-Vorstandes ist und häufig zu Fachveranstaltungen eingeladen wird.

Weitere Informationen Pressebild
  • Bild „Aisha Douglas
  • Bildunterschrift: Aisha Douglas, 16, lebt mit ihrer Großmutter und ihrem Baby in Mtwapa, Kenia. Ihr Traum ist es, Ingenieurin zu werden. © DSW / Brian Otieno
Über die DSW

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ihr Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Daher unterstützt sie junge Menschen dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringt sie sich auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein.

Der Beitrag Internationaler Frauentag: Covid-19 erschwert Fortschritt für Geschlechtergerechtigkeit erschien zuerst auf DSW.

Kategorien: Ticker

Initiative “Gender Champions”: DSW unterstützt Sichtbarkeit von Frauen auf Expert*innenpanels

5. März 2021 - 8:00

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) hat sich der Initiative “Gender Champions” des Verbandes Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V. (VENRO) angeschlossen. Diese lehnt sich an ihr Vorbild der “International Gender Champions” an. Damit erteilen wir Panels wie zum Beispiel Podiumsdiskussionen auf Fachveranstaltungen, TV-Runden, Pressekonferenzen und anderen Debatten-Formaten, bei denen nur Männer anwesend sind, von nun an eine Absage. So leisten wir einen Beitrag für mehr Geschlechtergerechtigkeit und fördern die Sichtbarkeit von Frauen in Expert*innen-Runden. 

Aus Manels sollen Panels werden

Noch immer sprechen bei Panels allzu oft reine Männer-Gruppen – die Panels sind dann sogenannte Manels. Frauen und Personen anderen Geschlechts werden weniger als Expert*innen wahrgenommen und häufig gar nicht erst angefragt. Die Genderbalance ist dadurch noch viel zu oft unausgeglichen. Mit der Teilnahme an der Initiative “Gender Champions” stellt die DSW ihre Fachexpertise bei reinen Manels von jetzt an nicht mehr zu Verfügung. Unsere Gremien sowie die Geschäftsführung, politische Fachreferent*innen und andere Mitarbeiter*innen treten von nun an nur noch auf Panels auf, bei denen auf eine ausgewogene Genderbalance geachtet wird. Mindestens eine Person muss nicht-männlich sein, damit eine Teilnahme in Frage kommt.  

Ein Zeichen für Geschlechtergerechtigkeit und Diversität

Angela Bähr, Programmdirektorin und stellvertretende Geschäftsführerin der DSW.

“Ich bin Gender Champion, weil die gerechte Teilhabe von Frauen an allen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen längst an der Zeit ist! Gerade in der Entwicklungszusammenarbeit, wo die Analyse und Beseitigung von Ursachen und Folgen fehlender Geschlechtergerechtigkeit einen großen Raum einnehmen, muss Genderbalance ganzheitlich gelebt werden”, sagt Angela Bähr, die als Programmdirektorin und stellvertretende Geschäftsführerin der DSW selbst Mitglied des VENRO-Vorstandes ist, und häufig zu Fachveranstaltungen eingeladen wird. “Durch meine Teilnahme an einem Panel kann es schonmal zwar kein reines Manel mehr sein, doch ich wünsche mir mehr als das: Bei jeder Veranstaltungsplanung sollte angestrebt werden, dass die Teilnehmenden möglichst vielfältig sind – dabei denke ich nicht nur an das Geschlecht sondern z.B. auch an die Hautfarbe, das Alter oder Menschen mit Behinderungen.” 

Stärkung von Frauen – nicht nur in der Projektarbeit

Jan Kreutzberg, Geschäftsführer der DSW.

“In unseren Projekten in Ostafrika arbeiten wir unermüdlich daran, dass Frauen selbst über ihr Leben, ihren Körper und ihre Kinderzahl bestimmen können – durch Sexualaufklärung, die Verbesserung ihrer Rechte, einen besseren Zugang zu Verhütungsmitteln und mehr Selbstbestimmung bei der Familienplanung”, erklärt DSW-Geschäftsführer Jan Kreutzberg. “Fehlende Gleichberechtigung ist eine Hauptursache dafür, dass der Bedarf für unsere Arbeit so groß ist. Der Einsatz für mehr Geschlechtergerechtigkeit weltweit bestimmt auch unsere politische und Pressearbeit. Daher ist selbstverständlich, dass wir die VENRO-Initiative ‘Gender Champions’ tatkräftig unterstützen und bei unseren eigenen Veranstaltungen umsetzen. Ich bin Gender Champion, weil ich davon überzeugt bin, dass Diskussionen im Bereich Entwicklungspolitik nur positive globale Veränderungen voranbringen können, wenn nicht nur das männliche Geschlecht vertreten ist. Schließlich wird bei solchen Panels nicht selten über die Überwindung von Ungerechtigkeiten durch tief verwurzelte Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern gesprochen.”  

Der Beitrag Initiative “Gender Champions”: DSW unterstützt Sichtbarkeit von Frauen auf Expert*innenpanels erschien zuerst auf DSW.

Kategorien: Ticker

DSW-Studie zeigt: Produktentwicklungspartnerschaften helfen, vernachlässigte Krankheiten einzudämmen

3. März 2021 - 7:00
DSW: „Zu viele Menschen leiden an Krankheiten, die die Forschung zu wenig beachtet.“

Hannover, 3. März 2021. Für über eine Milliarde Menschen, die von armutsassoziierten und vernachläs­sigten Krankheiten – hierzu zählen auch HIV & Aids, Malaria und Tuberkulose – betroffen sind, gibt es bisher keine oder eine nur unzureichende Behandlung. Eine neue Studie der Deutschen Stiftung Weltbe­völkerung (DSW) legt nun dar, wie Produktentwicklungspartnerschaften (PDPs) die Entwicklung von Diagnostika, Impfstoffen und Medikamenten für diese Krankheiten maßgeblich vorantreiben und so das Leiden vieler Menschen mindern können. Die Studie mit dem Titel „Produktentwicklungspartnerschaften als Lösung“ weist daher auf die Dringlichkeit einer entschlossenen und zügigen Förderung von PDPs hin. Sie ist auf der Internetseite der Stiftung abrufbar.

„Zu viele Menschen leiden an Krankheiten, die die Forschung zu wenig beachtet. Oft fehlt der Pharma­industrie schlicht der wirtschaftliche Anreiz. Daher ist die Politik gefragt. Forschung und Entwicklung zu armutsassoziierten und vernachlässigten Krankheiten müssen entschlossen vorangetrieben werden. Dafür sind staatlich geförderte Produktentwicklungspartnerschaften eines der wichtigsten Werkzeuge“, sagt DSW-Geschäftsführer Jan Kreutzberg. „PDPs können eine Schlüsselrolle bei der Erreichung der 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen spielen. Die deutsche Förderung von PDPs ist in den vergangenen Jahren gewachsen, worüber ich mich sehr freue. Sie muss aber noch deutlich entschlos­sener ausgebaut werden. Mindestens 100 Millionen Euro müssen in der nächsten Förderrunde investiert werden, wenn die neue Globale Gesundheitsstrategie der Bundesregierung Erfolg haben soll. Außerdem muss die Bundesregierung dafür sorgen, dass die massive Förderung der Maßnahmen zur Covid-19-Eindämmung nicht das Förderbudget für Forschung und Entwicklung zu armutsassoziierten und vernach­lässigten Krankheiten schmälert. Die Covid-19-Pandemie zeigt auf unschöne Weise, wie anfällig unsere Gesellschaften für Infektionskrankheiten sind und wie notwendig wirksame Medizinprodukte sind.“

Armutsassoziierte und vernachlässigte Krankheiten betreffen vor allem Menschen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Für wenige der Krankheiten gibt es Impfstoffe, Arzneimittel können toxisch wirken und schwere Nebenwirkungen haben. PDPs sind öffentlich und privat finanzierte Non-Profit-Organisationen, die auf die Forschung und Entwicklung zu Behandlungs- und Präventions­möglichkeiten von armutsassoziierten und vernachlässigten Krankheiten spezialisiert sind. Hierbei kooperieren sie mit Pharmaunternehmen und Forschungseinrichtungen. So konnten PDPs bisher etwa ein erstes Medikament gegen hoch-resistente Formen von Tuberkulose und einen vaginalen HIV-Präventionsring auf den Markt bringen. Durch ihr Finanzierungsmodell und ihre Kosteneffizienz können PDPs ihre Produkte zu einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten.

Weitere Informationen Über die DSW

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ihr Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Daher unterstützt sie junge Menschen dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleich­zeitig bringt sie sich auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein.

Der Beitrag DSW-Studie zeigt: Produktentwicklungspartnerschaften helfen, vernachlässigte Krankheiten einzudämmen erschien zuerst auf DSW.

Kategorien: Ticker

DSW-Studie: Produktentwicklungspartnerschaften (PDPs)

2. März 2021 - 15:35

Für über eine Milliarde Menschen, die von armutsassoziierten und vernachläs­sigten Krankheiten – hierzu zählen auch HIV & Aids, Malaria und Tuberkulose – betroffen sind, gibt es bisher keine oder eine nur unzureichende Behandlung. Eine neue Studie der Deutschen Stiftung Weltbe­völkerung (DSW) legt nun dar, wie Produktentwicklungspartnerschaften (PDPs) die Entwicklung von Diagnostika, Impfstoffen und Medikamenten für diese Krankheiten maßgeblich vorantreiben und so das Leiden vieler Menschen mindern können. Die Studie mit dem Titel „Produktentwicklungspartnerschaften als Lösung“ weist auf die Dringlichkeit einer entschlossenen und zügigen Förderung von PDPs hin.

Armutsassoziierte und vernachlässigte Krankheiten betreffen vor allem Menschen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Für wenige der Krankheiten gibt es Impfstoffe, Arzneimittel können toxisch wirken und schwere Nebenwirkungen haben. PDPs sind öffentlich und privat finanzierte Non-Profit-Organisationen, die auf die Forschung und Entwicklung zu Behandlungs- und Präventionsmöglichkeiten von armutsassoziierten und vernachlässigten Krankheiten spezialisiert sind. Hierbei kooperieren sie mit Pharmaunternehmen und Forschungseinrichtungen. So konnten PDPs bisher etwa ein erstes Medikament gegen hoch-resistente Formen von Tuberkulose und einen vaginalen HIV-Präventionsring auf den Markt bringen. Durch ihr Finanzierungsmodell und ihre Kosteneffizienz können PDPs ihre Produkte zu einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten.

Laden Sie sich hier die DSW-Studie “Produktentwicklungspartnerschaften als Lösung” vollständig herunter. In unserem Infoblatt haben wir außerdem die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst.

 

Um die Studie herunterzuladen, klicken Sie auf das Bild.

Der Beitrag DSW-Studie: Produktentwicklungspartnerschaften (PDPs) erschien zuerst auf DSW.

Kategorien: Ticker