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Aktualisiert: vor 1 Stunde 51 Minuten

EU-Agrarrat: Enttäuschend kleiner Schritt für den Klimaschutz

21. Oktober 2020 - 11:20
EU-Agrarrat: Enttäuschend kleiner Schritt für den Klimaschutz Stefan Küper 21.10.2020 | 11:20 Uhr Beschluss zur Gemeinsamen Agrarpolitik der EU ist zu kleiner Beitrag zum Erreichen der Klimaziele / Europäisches Parlament und Rat müssen sich nun auf ehrgeizigere Maßnahmen vor allem für die Tierhaltung einigen

Berlin (21. Okt. 2020). Die heutigen Beschlüsse der EU-Agrarministerinnen und -minister zur Gestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) bis 2028 sind aus Sicht der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch enttäuschend. "Das Ergebnis bleibt weit hinter dem zurück, was zum Erreichen der Ziele nötig wäre. Dies ist ein zu kleiner Schritt für die geplanten verbesserten Klimaziele der EU insgesamt und das Versprechen des Europäischen Rats, 40 Prozent des Agrarbudgets für den Klimaschutz zu nutzen", sagt Tobias Reichert, Leiter des Teams Welternährung und Landnutzung bei Germanwatch. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner konnte als Ratsvorsitzende zumindest das Schlimmste verhindern, indem sie durchgesetzt hat, dass 20 Prozent der Direktzahlungen für Landwirte an höhere Umwelt- und Klimaauflagen gebunden werden - sogenannte "Eco-Schemes".

Eine im Auftrag von Germanwatch erstellte Studie (Link s.u.) des Öko-Instituts hat gezeigt, dass wirksamer Klimaschutz im derzeitigen GAP-Modell nur gelingen kann, wenn die Eco-Schemes konsequent für einen Umbau der Tierhaltung und den Schutz von Moorböden genutzt werden. "In den weiteren Verhandlungen mit Europäischem Parlament und Kommission muss sich Deutschland als EU-Präsidentschaft nun dafür einsetzen, dass der Anteil der Eco-Schemes gesteigert und für tatsächlich wirksame Klimaschutzmaßnahmen eingesetzt wird", fordert Reichert.

Themen Welternährung, Landnutzung und Handel EU-Agrarpolitik AnsprechpartnerInnen Echter NameTobias Reichert Teamleiter Welternährung, Landnutzung und Handel +49 (0)30 / 28 88 356-3 reichert@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

Soziale Gerechtigkeit als tragende Säule für einen neuen Gesellschaftsvertrag

20. Oktober 2020 - 15:15
Soziale Gerechtigkeit als tragende Säule für einen neuen Gesellschaftsvertrag Pascal Molinario 20.10.2020 | 15:15 Uhr Einladung zum öffentlichen Teil der Germanwatch-Mitgliederversammlung 29.10.2020, 16 Uhr

Mit der Initiative Lieferkettengesetz konnte Germanwatch in den vergangenen Monaten wirksame Impulse setzen und die politische Debatte in Deutschland treiben. Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit stellen für uns neben der Einhaltung der planetaren Grenzen die zweite tragende Säule dessen dar, was wir bei Germanwatch derzeit unter dem Suchbegriff "Neuer Gesellschaftsvertrag" diskutieren: den Ansatz, in der EU und Deutschland Institutionen und Rahmensetzungen für ein Wohlstandsmodell zu entwickeln, das nicht länger systematisch Lebensgrundlagen und Menschenrechte – gerade auch in Ländern des globalen Südens – übernutzt bzw. untergräbt. Beide Säulen wurden in den vergangenen Jahren mit unterschiedlicher Dynamik auf deutscher wie auch europäischer Ebene diskutiert.

Wir wollen mit unserem erfolgreichen, von Cornelia Heydenreich geleiteten Team Unternehmensverantwortung sowie unseren in diesem Bereich hochengagierten und nicht nur in Fachkreisen geschätzten Vorständen Stefanie Lorenzen und Michael Windfuhr über Fortschritte, Barrieren, Dynamiken und Ziele sprechen. Gemeinsam mit einem Finanzmarktexperten wird unsere Vorstandsvorsitzende Silvie Kreibiehl über den (harten) Weg der Klimarisiken vom Reputationsrisiko hin zum ernstgenommenen finanziellen Risiko reflektieren und die Übertragbarkeit auf die soziale Dimension, vor allem Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit, diskutieren.

Zum Einstieg in die Debatte gibt der Politische Geschäftsführer Christoph Bals einen kurzen Rückblick auf wichtige Stationen, Herausforderungen und Stationen in den sehr besonderen vergangenen zwölf Monaten. Er skizziert anstehende politische Herausforderungen und mögliche europäische Antworten darauf.

Sowohl Mitglieder als auch Nichtmitglieder sind herzlich zur Teilnahme eingeladen!

Dieser öffentliche Teil der diesjährigen Germanwatch-Mitgliederversammlung startet um 16 Uhr und endet um 17:45. Der nur für Mitglieder zugängliche interne (formale) Teil findet im Anschluss statt.

Zugangsdaten und Anmeldung:
Wir bitten um Ihre Anmeldung bis zum 27.10.20 mit einer formlosen E-Mail an mv@germanwatch.org unter Angabe Ihres Vor- und Nachnamens. Sie bekommen nach Ihrer Anmeldung die Einwahldaten zugeschickt und können wahlweise am 29.10. ab 15:45 an einer kurzen Einführung der Konferenz-Software Zoom teilnehmen, sofern Sie deren wichtigste Funktionen noch nicht kennen.

Hinweis zur Aufzeichnung:
Die Versammlung wird für interne Dokumentationszwecke aufgezeichnet – wir werden diese Aufzeichnung weder an Dritte weitergeben noch veröffentlichen. Wir gehen von Ihrem Einverständnis hiermit aus, wenn Sie sich zur Versammlung anmelden.

Aktuell Lieferkettengesetz Aktion Über Germanwatch Unternehmensverantwortung Verbraucher AnsprechpartnerInnen Echter NameCornelia Heydenreich Teamleiterin Unternehmensverantwortung +49 (0)30 / 28 88 356-4 heydenreich@germanwatch.org Echter NameProf. Dr. Stefanie Lorenzen Vorstandsmitglied lorenzen@germanwatch.org Echter NameMichael Windfuhr Schatzmeister


windfuhr@germanwatch.org Echter NameSilvie Kreibiehl Vorstandsvorsitzende kreibiehl@germanwatch.org Echter NameChristoph Bals Politischer Geschäftsführer +49 (0)228 / 60 492-34 bals@germanwatch.org

Stellungnahme zur Risikobranchenstudie als Teil des Nationalen Aktionsplans Wirtschaft und Menschenrechte

19. Oktober 2020 - 10:13
Stellungnahme zur Risikobranchenstudie als Teil des Nationalen Aktionsplans Wirtschaft und Menschenrechte Vanessa Lippert 19.10.2020 | 10:13 Uhr Gemeinsame Stellungnahme mit CorA, Forum Menschenrechte, TI Deutschland und VENRO

Im August hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales seinen Forschungsbericht über Risikobranchen der deutschen Wirtschaft veröffentlicht, welcher Basis für die im Nationalen Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte vorgesehenen Branchendialoge sein soll. Mit den im Rahmen der Studie identifizierten Risikobranchen sollen Multi-Stakeholder-Foren unter Moderation der Bundesregierung durchgeführt werden, um branchenspezifische Handlungsanleitungen und Best-Practice Beispiele zu menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten zu erarbeiten.

Eine gemeinsame Stellungnahme von CorA, Forum Menschenrechte, TI Deutschland und VENRO zieht als Fazit:

  • Die Studie bestätigt menschenrechtliche Risiken in Wertschöpfungsketten der deutschen Wirtschaft zeigt, dass bisherige Brancheninitiativen keine Umsetzung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht gewährleisten
  • Die Studie kann Grundlage für die Festlegung von Risikobranchen zur Anwendung eines Lieferkettengesetzes auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU) darstellen
  • Zivilgesellschaftliche Organisationen widersprechen u. a. der pauschalen Empfehlung der Studie zur Standardisierung des Risikomanagements durch Auditprozesse
Publikationstyp Stellungnahme AutorInnenGermanwatch, CorA, Forum Menschenrechte, TI Deutschland, VENRO Seitenanzahl4 Themen Unternehmensverantwortung Beschwerdemechanismen – Rechte für Betroffene

Downlaod: Stellungnahme zur Risikobranchenstudie als Teil des Nationalen Aktionsplans Wirtschaft und Menschenrechte [PDF; 160KB]

. Beteiligte Personen Echter NameCornelia Heydenreich Teamleiterin Unternehmensverantwortung +49 (0)30 / 28 88 356-4 heydenreich@germanwatch.org Echter NameSarah Guhr NRO-Koordinatorin Branchendialoge +49 (0)30 / 28 88 356-67 guhr@germanwatch.org

EU-Kommission muss sich besinnen und Verbot für Reserveantibiotika in der industriellen Massentierhaltung voranbringen

16. Oktober 2020 - 12:00
EU-Kommission muss sich besinnen und Verbot für Reserveantibiotika in der industriellen Massentierhaltung voranbringen Vanessa Lippert 16.10.2020 | 12:00 Uhr Gemeinsame Stellungnahme mit Ärzt*innen, Tierärzt*innen und Greenpeace

Über 33.000 Menschen sterben jedes Jahr in Europa, weil Antibiotika nicht mehr helfen. Tiere in Europa bekommen mehr Antibiotika als kranke Menschen und Antibiotikaresistenzen aus Tierhaltungen gelangen bis in unsere Küchen.

Die EU-Kommission hat dennoch ein Papier für eine EU-Regelung an das Bundeslandwirtschaftsministerium gesendet, demzufolge Tierärzt*innen auch in Tierfabriken unbegrenzt Reserveantibiotika einsetzen dürfen. Reserveantibiotika sind die letzten Mittel zur Behandlung von Menschen, wenn andere Antibiotika bereits versagen.

Germanwatch protestiert scharf gegen den Entwurf und fordert in einer gemeinsamen Stellungnahme mit Ärzt*innen, Tierärzt*innen und Greenpeace, Reserveantibiotika in industriellen Tierhaltungen zu verbieten und für alle anderen Antibiotika einen verpflichtenden Wirksamkeitstest (Antibiogramm) einzuführen.

Publikationstyp Stellungnahme AutorInnenGermanwatche.v,Reinhild Benning, Referentin für Landwirtschaft und TierhaltungÄrzte gegen Massentierhaltungn.e.V., Dr.med. Imke Lührs, VorstandsmitgliedGreenpeacee.V., Dr. Dirk Zimmermann, Kampaigner Nachhaltige LandwirtschaftTierärzte für verantwortbare Landwirtschaft e.V., Dr. med. vet. Claudia Preuß-Ueberschär Seitenanzahl5 Themen Welternährung, Landnutzung und Handel

Download: Stellungnahme Verbot für Reserveantibiotika in der industriellen Massentierhaltung [PDF; 437KB]

. Beteiligte Personen Echter NameReinhild Benning Referentin für Landwirtschaft und Tierhaltung +49 (0)30 / 28 88 356-82 benning@germanwatch.org

Zögern der Regierungschefs bei Verbesserung des Klimaziels: EU droht riesige Chance zu verspielen

16. Oktober 2020 - 7:58
Zögern der Regierungschefs bei Verbesserung des Klimaziels: EU droht riesige Chance zu verspielen Stefan Küper 16.10.2020 | 07:58 Uhr Europäischer Rat vertagt Entscheidung zu neuem Klimaziel für 2030 trotz Chinas Schritt zu mehr Klimaschutz / Germanwatch sieht nun internationale Dynamik für höhere Klimaziele in Gefahr und fordert Einsatz der Kanzlerin vor EU-Gipfel im Dezember

Brüssel/Berlin (16. Okt. 2020). Nach Chinas Ankündigung, das eigene Klimaziel zu verbessern und damit den Vorgaben des Pariser Klimaabkommens zu folgen, haben sich die EU-Staats- und Regierungschefs gestern Abend nur zu einer schwachen Antwort durchringen können. Die Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch kritisiert die fehlende Einigung auf ein neues Klimaziel für 2030: "Der vereinbarte Gipfeltext bleibt viel zu vage. Die EU droht vor dem Fristende zur Verbesserung der Klimaziele Ende des Jahres eine riesige Chance zu verspielen. Die internationale Dynamik, die mit der Aussicht auf ein deutlich verbessertes Klimaziel der EU gerade entstanden war, droht nun ins Stocken zu geraten“, sagt Lutz Weischer, Leiter des Berliner Germanwatch-Büros.

„Mit ihrem Vorschlag einer Reduktion der Treibhausgase um mindestens 55 Prozent hat die EU-Kommission ein international viel beachtetes Signal gesetzt, ohne das die chinesische Ankündigung zur eigenen Klimaziel-Verbesserung überhaupt nicht denkbar gewesen wäre. Das Europäische Parlament hatte den Schwung dann weiter verstärkt mit seinem Beschluss für eine Reduktion um 60 Prozent. Aber jetzt bremsen die Staats- und Regierungschefs. Damit geht kostbare Zeit verloren, um weitere Staaten von einer Erhöhung ihrer Klimaziele zu überzeugen. Seit Jahren ist klar: Die Klimakrise spitzt sich zu und die Kosten des Nichtstuns steigen gnadenlos weiter."

Weischer weiter: "Es ist riskant, bis zum nächsten EU-Gipfel im Dezember zu warten, um eine Einigung zum Klimaziel zu erzielen. Wir fordern die Bundeskanzlerin als aktuelle Ratspräsidentschaft auf, jetzt eine aktivere Rolle zur Verhandlung dieser zentralen Einigung zu übernehmen. Auch ein zusätzlicher Gipfel im November sollte geprüft werden. Fünf Jahre nach der Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens und ein Jahr nach der Geburt des Europäischen Green Deal müssen die Regierungschefs endlich Nägel mit Köpfen machen." Eine gestern veröffentlichte Forsa-Umfrage zeigt, dass die Kanzlerin für einen solchen Einsatz auch die breite Mehrheit der Bevölkerung hinter sich hätte.

"Das vereinbarte Klimaziel muss überdies dann auch echte Emissionsreduktionen in der EU abbilden. Natürliche Emissionssenken wie Wälder und Moore sowie die Unterstützung von Klimaschutz in anderen Ländern sind wichtig – aber sie dürfen nicht auf das EU-Reduktionsziel angerechnet werden und es damit verwässern", fordert Weischer.

Im Vergleich zum bisherigen völlig unzureichenden Klimaziel der EU wären mindestens minus 55 Prozent bis 2030 bereits ein deutlicher Fortschritt. Germanwatch fordert, dass eine Einigung auf Reduktionen in mindestens dieser Größenordnung ergänzt werden müsste um weitere Schritte in der EU in den nächsten Jahren sowie mit einer internationalen Verantwortungsübernahme für weitere Treibhausgasreduktionen, zum Beispiel durch Partnerschaften für mehr Klimaschutz auch anderswo in der Welt.

Themen Klima Deutsche und Europäische Klimapolitik Europäische Klimapolitik AnsprechpartnerInnen Echter NameLutz Weischer Politische Leitung Berlin +49 (0)30 / 28 88 356-64 weischer@germanwatch.org Echter NameAudrey Mathieu Referentin für EU-Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-63 mathieu@germanwatch.org Echter NameOldag Caspar Teamleiter Deutsche und Europäische Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-85 caspar@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

KlimaKompakt Nr. 96: Kollektive Psychologie und Politikakzeptanz in Corona-Zeiten

12. Oktober 2020 - 12:25
KlimaKompakt Nr. 96: Kollektive Psychologie und Politikakzeptanz in Corona-Zeiten Vanessa Lippert 12.10.2020 | 12:25 Uhr Bild Ausgabe96 | 10 2020

Editorial

Kollektive Psychologie und Politikakzeptanz in Corona-Zeiten

Auf europäischer, nationaler und kommunaler Ebene – an sehr vielen Stellen wird aktuell ausgehandelt, wie Investitionen zur Unterstützung der durch COVID-19 geschwächten Wirtschaft angelegt werden. Die nun investierten Summen stehen anschließend nicht mehr zur Verfügung. Daher ist jetzt der Zeitpunkt, um sich auf einen mit den Pariser Klimazielen kompatiblen Pfad zu begeben und Konjunkturpakete an Nachhaltigkeitskriterien zu knüpfen. Trotzdem zögern einige Politiker*innen diese Entscheidungen konsequent zu treffen. Ein häufig genannter Grund ist die Sorge um fehlende Akzeptanz strengerer klimapolitischer Maßnahmen. Doch wovon hängen die Wahrnehmung der Klimakrise und die Akzeptanz klimapolitischer Maßnahmen eigentlich ab?

An dieser Stelle setzen wir mit diesem KlimaKompakt an und möchten aktuelle Erkenntnisse aus der Psychologie in den Diskurs einbringen. Die drei vorgestellten Studien analysieren u.a.: Wie verändert die Wahrnehmung politischen und gesellschaftlichen Handelns in der Pandemie möglicherweise die Wahrnehmung anderer Krisen und die damit verbundene Unterstützung politischer Entscheidungen? Welche individuellen Faktoren beeinflussen die Akzeptanz klimapolitischer Maßnahmen, wie etwa die Einführung eines CO2-Preises? Und welche Faktoren bewegen Menschen zu dauerhaftem klimapolitischen Engagement?

Wir möchten mit diesem kleinen Einblick zum interdisziplinären Austausch mit verhaltenswissenschaftlichen Disziplinen anregen und zur praktischen Anwendung in NGOs, Politik und Verwaltung ermutigen.

 

​ ​

Marie Heitfeld
Referentin - Bildung für nachhaltige Entwicklung
 

IMPRESSUM

Redaktion: Daniela Baum (V.i.S.d.P.), Marie Heitfeld, Janina Longwitz
Gefördert von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Für den Inhalt dieser Publikation ist allein Germanwatch verantwortlich.

Aktuell Corona Pariser Klimaabkommen Klimakrise Bildung Dateianhang KlimaKompakt Nr 96 - Umweltpsychologie.pdf View 1 fixed Soziale Identität und kollektive Wirksamkeitserwartung Wie die Wahrnehmung von Gerechtigkeit die Akzeptanz klimapolitischer Maßnahmen beeinflusst Was Menschen zu kollektiven Handen motiviert view 2 fixed KlimaKompakt Artikel Soziale Identität und kollektive Wirksamkeitserwartung Reaktionen auf COVID-19 und die Klimakrise

Im umweltpsychologischen For-schungsdiskurs wird zunehmend ein längst notwendiger Wandel von der Erklärung individueller Faktoren, die persönliches umweltfreundliches All-tagshandeln beeinflussen, hin zu Er-klärungsansätzen aus der kollektiven Psychologie deutlich. Die Relevanz sozialer Identität, kollektiver Selbst-wirksamkeitserwartungen oder sys-temischen Denkens für gesellschaft-liche Veränderungen geraten in den Fokus. Eine Forschungsgruppe rund um Prof. Gerhard Reese von der Uni-versität Koblenz-Landau hat einige dieser Themen im Zusammenspiel mit COVID-19 erörtert und dazu das „Modell der Sozialen Identität imUmweltschutz-Engagement“ [Über-setz. d. Red.] weiterentwickelt. Au-ßerdem formulieren die Psycholog*innen in ihrem Artikel zwölf For-schungsfragen, deren Beantwortung auch für die praktische Arbeit in NGOs, Politik und Verwaltung rele-vant ist.

KlimaKompakt Artikel Wie die Wahrnehmung von Gerechtigkeit die Akzeptanz klimapolitischer Maßnahmen beeinflusst Politikakzeptanz am Beispiel von CO2-Preisen

Inwiefern eine politische Maß-nahme gesellschaftlich breit akzep-tiert wird, hängt maßgeblich davon ab, ob sie als gerecht wahrgenom-men wird. Auch diese Einschätzung wird natürlich von der im vorherigen Artikel genannten Zugehörigkeit zu sozialen Gruppen beeinflusst, hängt aber darüber hinaus von weiteren Faktoren ab. Am Beispiel von CO2-Preisen weisen Dr. Sara Maestre-Andés und ihre Kollegen in einem Review u.a. auf die Verwendungen der durch CO2-Preise generierten Finanzmittel als zentralen Einfluss-faktor hin.

KlimaKompakt Artikel Was Menschen zu kollektiven Handen motiviert Egagement-Forschung

Was bringt viele Menschen dazu, sich trotz möglicher Nachteile und teilweise unter hohem Zeitaufwand für eine Sache zu engagieren – etwa Schüler*innen, die unter teils hohem Zeitaufwand an Protesten teilneh-men und sich jetzt zunehmend digital organisieren? Was motiviert Men-schen dazu, langfristig bei ihrem Engagement zu bleiben?

view 3 fixed KlimaKompakt Nr. 96: Kollektive Psychologie und Politikakzeptanz in Corona-Zeiten

Studie: Agrarpolitik der EU bis 2028 droht zur Nullnummer fürs Klima zu werden

9. Oktober 2020 - 13:36
Studie: Agrarpolitik der EU bis 2028 droht zur Nullnummer fürs Klima zu werden Stefan Küper 09.10.2020 | 13:36 Uhr Untersuchung des Öko-Instituts zeigt: 35 Milliarden Euro EU-Agrarsubventionen pro Jahr würden ohne deutliche Änderungen nichts zu Klimaschutz beitragen / Germanwatch: Gemeinsame Agrarpolitik muss mit Eco-Schemes neu gestaltet werden

Berlin (9. Okt. 2020). Die bis 2028 gültige Gemeinsame EU-Agrarpolitik (GAP), die nach jetzigem Stand am 19. und 20. Oktober von den zuständigen Ministerinnen und Ministern verabschiedet werden soll, steht im Widerspruch zu den neuen EU-Klimazielen. Dies zeigt eine heute vorgestellte und im Auftrag der Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch erstellte Studie des Öko-Instituts (Freiburg). Demnach würden auch künftig jährlich 35 Milliarden Euro an Direktzahlungen fließen, ohne dass klimaschädliche Emissionen verringert würden. Diese stammen vor allem aus industrieller Tierhaltung, Überdüngung und klimaschädlicher Moornutzung. Damit würden die Agrarsubventionen trotz der geplanten ehrgeizigeren Klimaziele der EU keinerlei Beitrag zur Emissionsverringerung leisten. Die EU-Kommission will die EU-Klimaziele für 2030 von 40 auf mindestens 55 Prozent Reduktion verbessern, das Europäische Parlament gar auf 60 Prozent.

Ausgaben müssten an verbindliche Umwelt- und Klimastandards geknüpft werden
Die Studie berechnet auch, welche Wirkungen verschiedene Nachbesserungen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) hätten. Sie zeigt, dass die EU dazu beitragen könnte, bis zu ein Fünftel der Emissionen aus der Landwirtschaft einzusparen. Dazu müsste ein großer Teil der Ausgaben für die GAP durch sogenannte Eco-Schemes an verbindliche höhere Umwelt- und Klimastandards geknüpft werden. Die wichtigsten Maßnahmen für das Klima sind demnach, die Rinder wieder auf der Weide zu halten, Moore klimaschonend zu nutzen und die Überdüngung zu verringern. Die Maßnahmen würden auch den Tier- und Artenschutz in der Landwirtschaft fördern. Wie viel Geld in Eco-Schemes fließen soll, ist unter den Ministerinnen und Ministern noch umstritten.

„Die verpflichtenden Bedingungen für die Direktzahlungen - die sogenannte Konditionalität - werden nach derzeitigem Kenntnisstand nicht zu spürbar geringeren Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft führen", so Margarethe Scheffler vom Öko-Institut, Mitautorin der Studie. „Das liegt vor allem daran, dass die größte landwirtschaftliche Emissionsquelle, also die Tierhaltung, von der Konditionalität gar nicht erfasst werden soll."

Tierhaltung an Futter- und Weidefläche binden - Wasserstände in Feuchtgebieten heben
Tobias Reichert, Leiter des Teams Welternährung bei Germanwatch, erläutert: „Die 35 Milliarden Euro an Direktzahlungen pro Jahr dürfen nicht weiter ohne Klimaschutzvorgaben vergeben werden, sondern müssen unter wirksamen Umweltauflagen und für Eco-Schemes verwendet werden. Am wichtigsten wären dabei Anreize, die Tierhaltung in Regionen mit hoher Viehdichte konsequent an die Futterfläche und besonders die von Wiederkäuern an die Weidefläche zu binden." Scheffler ergänzt: „Eine weitere wichtige Maßnahme ist, die Wasserstände in Mooren und bewirtschafteten Feuchtgebieten anzuheben und damit die Emissionen aus organischen Böden zu senken." Die Eco-Schemes sind für die Betriebe nach jetziger Planung jedoch freiwillig. Reichert: "Der EU-Agrarrat muss nachbessern und Bauern und Bäuerinnen Planungssicherheit geben, indem alle Staaten einen festen Anteil der Subventionen verpflichtend für klimaschützende Maßnahmen einsetzen müssen. Die Ankündigung der EU-Kommission, dass mindestens 40 Prozent der Ausgaben einen Beitrag zum Klimaschutz erbringen sollen, darf kein leeres Versprechen bleiben."

Eine klimafreundlichere Landwirtschaft werde aber nicht allein durch die Umschichtung von Subventionen erreicht, so Reichert. „Notwendig sind darüber hinaus die Abkehr vom Export großer Mengen Schweinefleisch und Milchpulver in andere Kontinente, weniger Konsum tierischer Erzeugnisse und - ganz zentral - Preise, die die Kosten für eine nachhaltige und klimafreundliche Erzeugung auch tatsächlich decken und den Landwirten eine Zukunft geben."

Themen Welternährung, Landnutzung und Handel EU-Agrarpolitik AnsprechpartnerInnen Echter NameTobias Reichert Teamleiter Welternährung, Landnutzung und Handel +49 (0)30 / 28 88 356-3 reichert@germanwatch.org Echter NameKatharina Brandt Referentin für Landwirtschaft +49 (0)30 / 28 88 356-68 brandt@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

Nationale Klima- und Energiepläne (NECP): Ein Baustein zur Umsetzung höherer EU-Klimaziele

9. Oktober 2020 - 13:30
Nationale Klima- und Energiepläne (NECP): Ein Baustein zur Umsetzung höherer EU-Klimaziele Janina Longwitz 09.10.2020 | 13:30 Uhr Gemeinsames Briefing von Climate Action Network (CAN) Europe und ZERO

Zusammen mit ihrem Klimazielplan 2030 und ihrer Folgenabschätzung dazu hat die Europäische Kommission im September 2020 ihre Bewertung der nationalen Energie- und Klimaplänen (NECP) veröffentlicht. Diese Bewertung verdient Beachtung. Einerseits weil die NECP erforderlich sind, um die Klima- und Energieziele sowie -politiken und -maßnahmen der Mitgliedstaaten für den Zeitraum von 2021 bis 2030 in einer vergleichbaren Art zu beschreiben. Andererseits weil die Kommission in ihrer Bewertung darauf eingeht, wie die NECP einen Beitrag zur Implementierung höherer Ziele leisten können.

Als Reaktion darauf wiederholen die UNIFY-Partner in diesem Papier ihre Empfehlungen aus ihrem Bericht „Pave The Way for Increased Climate Ambition“, um deutlich zu machen, wie die NECP zur Umsetzung höherer Klima- und Energieziele in der EU beitragen können.

Darüber hinaus ergänzt das vorliegende Papier den UNIFY-Bericht um die Länderbewertungen von Deutschland, Irland und Bulgarien.

Publikationstyp Empfehlungspapier Themen Deutsche und Europäische Klimapolitik Europäische Klimapolitik

Download: NECPs: Building block for implementing the EU’s increased climate ambition [PDF; 0,5 MB]

. Weiterführende LinksInformationen zum UNIFY-Konsortium Beteiligte Personen Echter NameAudrey Mathieu Kommissarische Teamleiterin Deutsche und Europäische Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-63 mathieu@germanwatch.org

Verbesserung des Beitrags der Gemeinsamen Agrarpolitik zum Klimaschutz in der EU

9. Oktober 2020 - 12:30
Verbesserung des Beitrags der Gemeinsamen Agrarpolitik zum Klimaschutz in der EU Janina Longwitz 09.10.2020 | 12:30 Uhr

Die EU-Kommission will die Treibhausgasemissionen der EU bis 2030 um 55 % reduzieren. Die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) wird dieses Ziel direkt beeinflussen. Deshalb sollen 40 % der Gesamtmittel der GAP in den Klimaschutz fließen. Doch eine im Auftrag von Germanwatch erstellte Studie des Öko-Instituts bewertet die potenzielle Klimawirksamkeit der für die nächste GAP-Periode vorgeschlagenen Instrumente als absolut unzureichend.

Die Studie analysiert die geplanten verpflichtenden Auflagen (erweiterte Konditionalität) der Direktzahlungen und die freiwilligen Eco-Schemes der ersten Säule auf ihre Klimawirksamkeit. Sie zeigt, welchen Einfluss die Maßnahmen auf die landwirtschaftlichen Emissionen haben. Dabei wird deutlich, dass es in dem aktuellen Vorschlag der EU-Kommission an wirksamen Anreizen für klimawirksame Maßnahmen fehlt.

Der grundlegende Umbau der Direktzahlungen für eine klimafreundliche Landwirtschaft ist dringend notwendig. Jedoch wird dies nach Einschätzung der AutorInnen nur möglich sein, wenn auch die größte Emissionsquelle der Landwirtschaft, die Tierhaltung, in die Maßnahmen einbezogen wird.

Die Studie zeigt die fehlende Klimawirksamkeit der Konditionalität und schlägt eine klimafreundliche Gestaltung der Eco-Schemes vor. Dazu gehören zum Beispiel die flächengebundene Weidetierhaltung oder eine Anhebung der Wasserstände bewirtschafteter Feuchtgebiete.

Publikationstyp Studie AutorInnenMargarethe Scheffler, Kirsten Wiegmann, Mitarbeit von Tobias Reichert (Germanwatch) und Cristina Urrutia (Öko-Institut) Publikationsdatum10/2020 Themen Welternährung, Landnutzung und Handel EU-Agrarpolitik

Download: Kurzstudie 'Verbesserung des Beitrags der GAP zum Klimaschutz in der EU', 60 S. (Entwurf)

Download: Zusammenfassung, 8 S. (Entwurf)

. Beteiligte Personen Echter NameTobias Reichert Teamleiter Welternährung, Landnutzung und Handel +49 (0)30 / 28 88 356-3 reichert@germanwatch.org Echter NameKatharina Brandt Referentin für Landwirtschaft +49 (0)30 / 28 88 356-68 brandt@germanwatch.org

ExCom Meeting #12

8. Oktober 2020 - 11:32
ExCom Meeting #12 Hanna Fuhrmann 08.10.2020 | 14:01 Uhr Background brief in preparation for the twelfth meeting of the Executive Committee of the Warsaw International Mechanism on Loss and Damage

Das Briefing-Papier zur 12. Sitzung des Exekutivausschusses (ExCom) des Internationalen Warschau Mechanismus (WIM) für Schäden und Verluste vom 12. bis 16. Oktober 2020 richtet sich an Personen, die an den Diskussionen über Schäden und Verluste im Rahmen des UNFCCC-Prozesses interessiert sind.

Das Treffen wird inmitten der Corona-Krise stattfinden, die für verwundbare Bevölkerungsgruppen, aber auch im Hinblick auf die Aufrechterhaltung der Klimadiplomatie große Herausforderungen birgt.

Die Sitzung wird sich unter anderem mit der Einsetzung von drei Expertengruppen a) zu langsam einsetzenden Klimaveränderungen, b) nicht-ökonomischen Verlusten und c) "Action and support" beschäftigen. Neben der Lancierung dieser Expertengruppen wird es vor allem von Bedeutung sein, wie diese in Bezug auf die Zusammensetzung der Mitglieder und die konkreten Aktivitäten ausgestaltet werden.

Das Briefing-Papier fasst die wichtigsten Agendapunkte und die Kernerwartungen an das Treffen zusammen und stellt es in den Kontext dieser außergewöhnlichen Situation einer globalen Pandemie, welche die Herausforderungen der Klimakrise noch verstärkt.

Publikationstyp Briefing Paper Themen Internationale Klimapolitik UN-Klimaverhandlungen Entwicklung & Klima Sicherheit & Klima

Download: Briefing Paper ExCom Meeting #12 [PDF; 133KB]

. Beteiligte Personen Echter NameVera Künzel Referentin für Anpassung an den Klimawandel und Menschenrechte +49 (0)228 / 60 492-44 kuenzel@germanwatch.org Echter NameLaura Schäfer Referentin für Klima-Risikomanagement +49 (0)228 / 60 492-48 schaefer@germanwatch.org

Europäisches Parlament stimmt für eine Förderung von Gas im Fonds für einen gerechten Übergang (Just Transition Fund) der EU

7. Oktober 2020 - 11:36
Europäisches Parlament stimmt für eine Förderung von Gas im Fonds für einen gerechten Übergang (Just Transition Fund) der EU Pascal Molinario 07.10.2020 | 11:36 Uhr Gemeinsam mit mehreren Umweltverbänden fordert Germanwatch in einem offenen Brief an Wirtschaftsminister Altmaier mehr Stärkung von Klimaschutz und Wirtschaftskraft

Statt neue Gasprojekte zu fördern, sollten die 17,5 Milliarden Euro umfassenden Finanzhilfen für den Fonds für einen gerechten Wiederaufbau (Just Transition Fund) in ein 100% erneuerbares, effizientes und naturverträgliches Energie- und Wirtschaftssystem investieren. Nur so kann der klimafreundlichen Umbau der Wirtschaft in den EU-Mitgliedstaaten unterstützt werden, um das Ziel der Klimaneutralität in Europa bis spätestens 2050 zu erreichen.

OFFENER BRIEF

Keine Förderung von Gas im Just Transition Fund

Sehr geehrter Herr Bundesminister,

der Fonds für einen gerechten Übergang (Just Transition Fund – JTF) soll den klimafreundlichen Umbau der Wirtschaft in den EU-Mitgliedstaaten unterstützen. Um das Ziel der Klimaneutralität in Europa bis spätestens 2050, besser 2040 zu erreichen, müssen die 17,5 Milliarden Euro umfassenden Finanzhilfen in ein 100% erneuerbares, effizientes und naturverträgliches Energie- und Wirtschaftssystem investiert werden.

Die unterzeichnenden Verbände sind deshalb bestürzt, dass das Europäische Parlament entgegen der Empfehlung der EU-Kommission dafür gestimmt hat, den Aufbau von Gasinfrastruktur im Rahmen des JTF als förderfähig einzustufen. Gas kann keinesfalls als klimafreundlicher Energieträger angesehen werden und emittiert entlang seiner Förderungs- und Transportkette große Mengen an Treibhausgasen, insbesondere Methan. Der Einsatz von Erdgas muss daher auf ein Minimum reduziert werden und schnellstmöglich zum Erliegen kommen. Die existierende Gasinfrastruktur Europas wird in so gut wie allen energiewirtschaftlichen Szenarien als ausreichend für die künftige Versorgungssicherheit bewertet. Wenn Kohleregionen in Deutschland und Europa jetzt den Aufbau von Gasinfrastruktur forcieren, droht ein fossiler Lock-In auf Jahrzehnte, der das Ziel der Klimaneutralität unterminiert oder nur mit hohen volkswirtschaftlichen Kosten vermieden werden kann.

Sehr geehrter Herr Minister, Sie haben kürzlich einen 20-Punkte-Plan zur Stärkung von Klimaschutz und Wirtschaftskraft vorgestellt. Bitte setzen Sie sich im Geiste ihrer Vorschläge im Rat der Europäischen Union dafür ein, die Förderung von Gas aus den Mitteln des JTF auszuschließen.

Für ein weiterführendes Gespräch stehen wir gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

  • Olaf Bandt, Vorsitzender, BUND
  • Prof. Dr. Kai Niebert, Präsident, DNR
  • Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer, DUH
  • Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer, Germanwatch
  • Brick Medak, Leiter Berliner Büro, E3G
  • Martin Kaiser, Geschäftsführender Vorstand, Greenpeace
  • Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz, WWF
Aktuell Klima Deutsche und Europäische Klimapolitik Europäische Klimapolitik Dateianhang

Download: "Offener Verbändebrief" [PDF]

National Climate and Energy Plans: Building block for implementing the EU’s increased climate ambition

2. Oktober 2020 - 13:06
National Climate and Energy Plans: Building block for implementing the EU’s increased climate ambition Vanessa Lippert 02.10.2020 | 13:06 Uhr

Zusammen mit ihrem Klimazielplan 2030 und ihrer Folgenabschätzung hat die Europäische Kommission auch ihre Bewertung der Ambitionen in den endgültigen nationalen Energie- und Klimaplänen (NECP) veröffentlicht. Dies ist eine wichtige Übung, da die NECP erforderlich sind, um einerseits die Klima- und Energieziele, -politiken und -maßnahmen der Mitgliedstaaten für den Zeitraum von 2021 bis 2030 und andererseits wie diese NECP einen Beitrag zur Implementierung höhere Ziele leisten können zu beschreiben.

Angesichts der eingehenden NECP-Analyse der Kommission betonen die UNIFY-Partner in diesem Bericht erneut ihre Empfehlungen aus dem Bericht „Pave The Way for Increased Climate Ambition", um zu beschreiben, wie die NECPs zur Umsetzung höherer Klima- und Energieziele in der EU beitragen können. Außerdem wurde dieser Bericht nun um die Länderbewertungen von Deutschland, Irland und Bulgarien ergänzt.

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Praktikum in den Bereichen Energiewende & Digitalisierung

1. Oktober 2020 - 11:01
Praktikum in den Bereichen Energiewende & Digitalisierung Vanessa Lippert 01.10.2020 | 11:01 Uhr Dauer 3 Monate, in den Zeiträumen November 2020 bis Januar 2021, Mai 2021 bis Juli 2021 oder ab November 2021

Germanwatch ist eine Entwicklungs- und Umweltorganisation, die sich für globale Gerechtigkeit und den Erhalt der Lebensgrundlagen einsetzt. Das Team Deutsche und Europäische Klimapolitik bietet einen Praktikumsplatz im Berliner Büro an und sucht hierfür motivierte Bewerber*innen.

Personen, die sich für Fragestellungen im Grenzbereich von Politik, Soziologie und Volkswirtschaftslehre und/oder Informatik interessieren und/oder erste praxiserprobte Erfahrungen in den Bereichen Energie, Klima und/oder gesellschaftliche Digitalisierung sammeln konnten, sind herzlich eingeladen, sich bei uns zu bewerben.

Wir wünschen uns:

  • Interesse an der NGO-Arbeit in den Bereichen Klimaschutz und Digitalisierung
  • mindestens 4 Semester Studium der Politik-/Sozial-/Wirtschaftswissenschaften/Informatik
  • erste Kenntnisse der dt. Energiemärkte/-politik und/oder zu aktuellen Debatten zur digitalen Transformation
  • Interesse an Gerechtigkeitsaspekten in Energiemärkten und/oder dem Themenbereich „Digitalisierung – Demokratie – Nachhaltigkeit“
  • sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse
  • sicheren Umgang mit MS-Office

Wir bieten Ihnen:

  • die Möglichkeit, sich thematisch aktiv in folgenden Themenbereichen zu engagieren:
    • Sprunginnovationen für die Energiewende, Gerechtigkeitsaspekte von Energiemärkten und Fragestellungen gesellschaftlicher Akzeptanz
    • Digitalisierung – Demokratie – Nachhaltigkeit
  • sinnstiftende Arbeit für das Gemeinwohl
  • ein anspruchs- und verantwortungsvolles sowie abwechslungsreiches Praktikum in einem freundlichen Arbeitsumfeld mit flachen Hierarchien
  • Mitarbeit in einem Team mit sowohl jungen als auch erfahrenen Mitgliedern, die sich austauschen und voneinander lernen
  • Aufwandsentschädigung i.H.v. 300 € pro Monat (bei 40h/Woche)

Der Einsatz erfolgt nach Eignung und Interesse in Abstimmung mit den Kandidat*innen.

Ihre Bewerbungsunterlagen (Motivationsschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse) richten Sie bitte per E-Mail (max. ein Anhang) für den Zeitraum November 2020 bis Januar 2021 bis zum 11. Oktober 2020 – für  die anderen Zeiträume auch gerne später – an:

Hendrik Zimmermann: zimmermann@germanwatch.org.

Erste Auswahlgespräche für den Zeitraum November 2020 bis Januar 2021 finden voraussichtlich im Zeitraum 14. - 16. Oktober 2020 per Videochat statt.

Weitere wichtige Informationen zu Praktika bei Germanwatch entnehmen Sie bitte unserer Webseite unter: https://germanwatch.org/de/hinweise-zu-praktika. Hier sind auch formale Kriterien angegeben, die Praktikant*innen unbedingt erfüllen müssen. Bitte sehen Sie von einer Bewerbung ab, wenn Sie diese Kriterien nicht erfüllen. Vielen Dank!

Aktuell Stellenangebot Deutsche und Europäische Klimapolitik Dateianhang

Stellenangebot Energiewende & Digitalisierung [doc; 48 KB]

AnsprechpartnerInnen Echter NameHendrik Zimmermann Referent für Energiewendeforschung und Digitale Transformation +49 (0)30 / 28 88 356-72 zimmermann@germanwatch.org

A Human Rights-based Approach to Climate and Disaster Risk Financing (Laura Schäfer)

24. September 2020 - 15:19
A Human Rights-based Approach to Climate and Disaster Risk Financing (Laura Schäfer) Vanessa Lippert 30.09.2020 | 14:32 Uhr

Maßnahmen und Aktivitäten zur Klima- und Katastrophenrisikofinanzierung können die Wahrung der Menschenrechte beeinträchtigen. Das Pariser Abkommen erkennt daher an, dass "die Vertragsparteien, wenn sie Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels ergreifen, ihre jeweiligen Verpflichtungen in Bezug auf die Menschenrechte [...] achten, fördern und berücksichtigen [...]" (Pariser Abkommen 2015). Dieses Papier stellt einen menschenrechtsbasierten Ansatz für Maßnahmen und Aktivitäten zur Klima- und Katastrophenrisikofinanzierung vor. Der "Human Rights-based Approach to Climate and Disaster Risk Financing" (kurz HRBA-CDRF) enthält vier Leitplanken und fünf Prinzipien sowie umfassende Richtlinien einschließlich "notwendiger Maßnahmen" zur Umsetzung der einzelnen Prinzipien. Basierend auf diesem Ansatz sollten die Instrumente und -Aktivitäten so entwickelt, umgesetzt und evaluiert werden, dass sie die Wahrung der Menschenrechte schützen und fördern, um Schäden an Gemeinschaften und Ökosystemen zu verhindern und um eine nachhaltige Entwicklung zu fördern.

Publikationstyp Policy Brief AutorInnenLaura Schäfer Seitenanzahl36 Publikationsdatum09/2020 Themen Internationale Klimapolitik

Policy Papier: Human Rights Based Approach to CDRF [PDF,

. Beteiligte Personen Echter NameLaura Schäfer Referentin für Klima-Risikomanagement +49 (0)228 / 60 492-48 schaefer@germanwatch.org

Durchbruch in der internationalen Klimapolitik und Erfolg der EU-Klimadiplomatie

22. September 2020 - 19:32
Durchbruch in der internationalen Klimapolitik und Erfolg der EU-Klimadiplomatie Stefan Küper 22.09.2020 | 19:32 Uhr Germanwatch begrüßt heutige Ankündigung Chinas, die eigenen Klimaziele zu verbessern

Berlin (22. Sep. 2020). Die heutige Ankündigung des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen, dass China seine Klimaziele verschärfen und vor 2060 Klimaneutralität erreichen wolle, kommentiert Lutz Weischer, Politische Leitung Berlin bei der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch:

„Das ist ein Durchbruch in der internationalen Klimadiplomatie. Hier zeigt sich, dass die EU stark genug ist, andere große Staaten zu mehr Klimaschutz zu bewegen – wenn sie selbst ernsthafte Klimapolitik betreibt. Ohne den Vorschlag der EU-Kommission, das europäische Klimaziel für 2030 auf mindestens minus 55 Prozent zu erhöhen, wäre China nicht zu bewegen gewesen. Jetzt aber entsteht Dynamik nach oben. Entscheidend wird sein, dass die EU, China und weitere Länder in den kommenden drei Monaten wirklich liefern und konkrete, nachprüfbare Ziele sowie Umsetzungspläne beim UN-Klimasekretariat einreichen.“

Chinas Staatspräsident Xi hat heute vor der Generalversammlung angekündigt, dass China seinen nationalen Klimabeitrag unter dem Pariser Klimaabkommen dieses Jahr nachbessern wird. China wolle den Höhepunkt seiner CO2-Emissionen nicht erst 2030, sondern schon vorher erreichen und vor 2060 CO2-neutral werden. Bisher hatte es keine Festlegung Chinas gegeben, bis wann Klimaneutralität erreicht sein soll. In zentralen Punkten entsprechen diese Ankündigungen den Forderungen, die die EU in den europäisch-chinesischen Gesprächen in der vergangenen Woche gestellt hatte. Vor der Videokonferenz am 14. September zwischen Angela Merkel, Ursula von der Leyen, Charles Michel und Xi Jinping hatte die EU angeregt, dass China dieses Jahr einen verbesserten Klimabeitrag einreichen, den Höhepunkt der Emissionen möglichst 2025 erreichen und Klimaneutralität zur Mitte des Jahrhunderts - spätestens bis 2060 - schaffen solle.

In diesem Jahr sind alle Vertragsstaaten des Pariser Abkommens gefordert ihre Klimapläne deutlich zu erhöhen, um die Erreichung der Pariser Ziele zumindest im Bereich des Möglichen zu halten. Viele kleinere Länder haben dies bereits angekündigt, jetzt endlich auch einige der großen Emittenten. Das ist aus Sicht von Germanwatch ein sehr wichtiger Schritt, der auch US-Präsident Trump weiter isoliert. Allerdings genügen diese verbesserten Ziele der EU und Chinas noch nicht als Beitrag, um den globalen Temperaturanstieg auf maximal 1,5 Grad zu begrenzen.

Klimapolitik zu Hause und Forderungen an China: "Die Strategie der EU hat sich bewährt"
Weischer weiter: „Die Beziehungen zu China sind derzeit sehr schwierig, da Menschenrechte und internationale Vereinbarungen von China eklatant missachtet werden. Doch gerade wenn es - aus guten Gründen - heftige diplomatische Spannungen gibt, ist es wichtig, Anker der Kooperation in Bereichen zu legen, an denen beide Seiten existenzielles Interesse haben. Ohne diese großen Emittenten lässt sich die globale Klimakrise nicht eindämmen. Beide Seiten haben ein starkes Interesse an der Funktionsfähigkeit des Pariser Klimaabkommens - auch als Testfall für den Multilateralismus. Und beide Seiten wissen, dass sie dabei gemeinsam mehr erreichen können. Die Strategie der EU, die eigenen klimapolitischen Hausaufgaben zu machen und zugleich klare Erwartungen an China zu formulieren hat sich heute bewährt.“

Themen Klima Internationale Klimapolitik UN-Klimaverhandlungen Europäische Klimapolitik AnsprechpartnerInnen Echter NameChristoph Bals Politischer Geschäftsführer +49 (0)228 / 60 492-34 bals@germanwatch.org Echter NameLutz Weischer Politische Leitung Berlin +49 (0)30 / 28 88 356-64 weischer@germanwatch.org Echter NameRixa Schwarz Teamleiterin Internationale Klimapolitik +49 (0)228 / 60 492-25 schwarz@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

Durchbruch in der internationalen Klimapolitik und Erfolg der EU-Klimadiplomatie

22. September 2020 - 19:32
Durchbruch in der internationalen Klimapolitik und Erfolg der EU-Klimadiplomatie Stefan Küper 22.09.2020 | 19:32 Uhr Germanwatch begrüßt heutige Ankündigung Chinas, die eigenen Klimaziele zu verbessern

Berlin (22. Sep. 2020). Die heutige Ankündigung des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen, dass China seine Klimaziele verschärfen und vor 2060 Klimaneutralität erreichen wolle, kommentiert Lutz Weischer, Politische Leitung Berlin bei der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch:

„Das ist ein Durchbruch in der internationalen Klimadiplomatie. Hier zeigt sich, dass die EU stark genug ist, andere große Staaten zu mehr Klimaschutz zu bewegen – wenn sie selbst ernsthafte Klimapolitik betreibt. Ohne den Vorschlag der EU-Kommission, das europäische Klimaziel für 2030 auf mindestens minus 55 Prozent zu erhöhen, wäre China nicht zu bewegen gewesen. Jetzt aber entsteht Dynamik nach oben. Entscheidend wird sein, dass die EU, China und weitere Länder in den kommenden drei Monaten wirklich liefern und konkrete, nachprüfbare Ziele sowie Umsetzungspläne beim UN-Klimasekretariat einreichen.“

Chinas Staatspräsident Xi hat heute vor der Generalversammlung angekündigt, dass China seinen nationalen Klimabeitrag unter dem Pariser Klimaabkommen dieses Jahr nachbessern wird. China wolle den Höhepunkt seiner CO2-Emissionen nicht erst 2030, sondern schon vorher erreichen und vor 2060 CO2-neutral werden. Bisher hatte es keine Festlegung Chinas gegeben, bis wann Klimaneutralität erreicht sein soll. In zentralen Punkten entsprechen diese Ankündigungen den Forderungen, die die EU in den europäisch-chinesischen Gesprächen in der vergangenen Woche gestellt hatte. Vor der Videokonferenz am 14. September zwischen Angela Merkel, Ursula von der Leyen, Charles Michel und Xi Jinping hatte die EU angeregt, dass China dieses Jahr einen verbesserten Klimabeitrag einreichen, den Höhepunkt der Emissionen möglichst 2025 erreichen und Klimaneutralität zur Mitte des Jahrhunderts - spätestens bis 2060 - schaffen solle.

In diesem Jahr sind alle Vertragsstaaten des Pariser Abkommens gefordert ihre Klimapläne deutlich zu erhöhen, um die Erreichung der Pariser Ziele zumindest im Bereich des Möglichen zu halten. Viele kleinere Länder haben dies bereits angekündigt, jetzt endlich auch einige der großen Emittenten. Das ist aus Sicht von Germanwatch ein sehr wichtiger Schritt, der auch US-Präsident Trump weiter isoliert. Allerdings genügen diese verbesserten Ziele der EU und Chinas noch nicht als Beitrag, um den globalen Temperaturanstieg auf maximal 1,5 Grad zu begrenzen.

Klimapolitik zu Hause und Forderungen an China: "Die Strategie der EU hat sich bewährt"
Weischer weiter: „Die Beziehungen zu China sind derzeit sehr schwierig, da Menschenrechte und internationale Vereinbarungen von China eklatant missachtet werden. Doch gerade wenn es - aus guten Gründen - heftige diplomatische Spannungen gibt, ist es wichtig, Anker der Kooperation in Bereichen zu legen, an denen beide Seiten existenzielles Interesse haben. Ohne diese großen Emittenten lässt sich die globale Klimakrise nicht eindämmen. Beide Seiten haben ein starkes Interesse an der Funktionsfähigkeit des Pariser Klimaabkommens - auch als Testfall für den Multilateralismus. Und beide Seiten wissen, dass sie dabei gemeinsam mehr erreichen können. Die Strategie der EU, die eigenen klimapolitischen Hausaufgaben zu machen und zugleich klare Erwartungen an China zu formulieren hat sich heute bewährt.“

Themen Klima Internationale Klimapolitik UN-Klimaverhandlungen Europäische Klimapolitik AnsprechpartnerInnen Echter NameChristoph Bals Politischer Geschäftsführer +49 (0)228 / 60 492-34 bals@germanwatch.org Echter NameLutz Weischer Politische Leitung Berlin +49 (0)30 / 28 88 356-64 weischer@germanwatch.org Echter NameRixa Schwarz Teamleiterin Internationale Klimapolitik +49 (0)228 / 60 492-25 schwarz@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

EU-Agrargipfel ignoriert von der Leyens Klimavorstoß

22. September 2020 - 8:24
EU-Agrargipfel ignoriert von der Leyens Klimavorstoß Stefan Küper 22.09.2020 | 08:24 Uhr Germanwatch: 60 Mrd. Euro Agrarsubventionen müssen Beitrag zum Klimaziel von mindestens minus 55 Prozent leisten

Berlin (22. Sep. 2020). Mit Enttäuschung reagiert die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch auf die gestrige Diskussion der EU-Landwirtschaftsministerinnen und -minister zur Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). "Was gestern diskutiert worden ist, trägt nicht zu den Klimaschutzzielen bei, die die EU-Kommission für 2030 verankern will", sagt Tobias Reichert, Leiter des Teams Welternährung und Landnutzung bei Germanwatch. "Erneut ist darüber verhandelt worden, wie die GAP in den nächsten sieben Jahren ausgestaltet werden soll - ohne wirksame Instrumente für Klimaschutzmaßnahmen wie Humusaufbau oder die Verringerung der Tierzahlen vorzusehen."

Dies ist die letzte formelle Sitzung vor der geplanten Entscheidung des Rats über die Agrarpolitik Mitte Oktober gewesen. "Die Ministerinnen und Minister haben eine weitere Gelegenheit verpasst, wirksame klimapolitische Maßnahmen in der GAP zu verankern", so Reichert. "Um das jüngst von Kommissionspräsidentin von der Leyen formulierte Ziel zu erreichen, den Treibhausgasausstoß bis 2030 um mindestens 55 Prozent zu verringern, brauchen Bauern und Bäuerinnen gezielte finanzielle Anreize für Klimaschutzleistungen.“

"Klimaschutz in Ställen und auf Feldern - nicht in Luftbuchungen"
Germanwatch warnt, es sei nicht damit getan, dass Kommission und Rat nur auf dem Papier 40 Prozent der Ausgaben für die GAP für den Klimaschutz nutzen wollen. Denn faktisch würde der größte Teil der 60 Milliarden Euro an Subventionen weiterhin als an die Fläche gebundene Direktzahlungen gewährt und damit auch in Monokulturen und industrielle Massentierhaltung fließen. Reichert: "Ein großer Teil der Direktzahlungen soll nach jetzigem Stand ohne wirksame Kriterien als "klimafreundlich" definiert werden, so dass sich bei Bodenbewirtschaftung und Tierhaltung in den meisten Betrieben gar nichts verändern müsste. Klimaschutz muss aber in Ställen und auf Feldern stattfinden - nicht in Luftbuchungen im EU-Haushalt. Der Versuch Fortschritte bei Klima- und Nachhaltigkeitspolitik nur vorzutäuschen, lässt zudem die Bauern und Bäuerinnen damit allein, die von der Öffentlichkeit immer stärker eingeforderte nachhaltigere Landwirtschaft umzusetzen.“

Die Agrarministerinnen und -minister müssen nach Ansicht von Germanwatch unverzüglich einen glaubwürdigen Plan entwickeln, wie tatsächlich klima- und artenfreundliche Betriebe besser gefördert werden als bisher. Immer mehr Betriebe machen deutlich, dass sie ihre Existenz an eine solche klare Rahmensetzung knüpfen. Ausgehend vom derzeitigen Vorschlag der EU-Kommission wäre die wirksamste Maßnahme für mehr Klima- und Umweltschutz, mindestens 30 Prozent der Direktzahlungen als sogenannte "Eco-schemes" an umwelt- und klimafreundliche Bewirtschaftungsmethoden zu knüpfen. Dieser Anteil sollte danach zügig angehoben werden, damit die angestrebte "Klimaquote" im GAP- Budget erreicht werden kann. Reichert erläutert: "Mit den Eco-schemes könnten gezielt die nachhaltige Bewirtschaftung von Grünland, zum Beispiel durch Beweidung, oder der Humusaufbau in Ackerböden durch vielfältige Fruchtfolgen gefördert werden. Die Mitgliedstaaten sollten dabei darstellen, welche Klima- und Umweltwirkung mit der jeweiligen Maßnahme erreicht werden soll. Ergänzt werden muss dies durch eine Strategie, mit der vor allem die industrielle Tierhaltung als wichtigste Quelle von Treibhausgasen aus der Landwirtschaft massiv reduziert und stärker an die auf den Betrieben vorhandene Futterfläche gekoppelt werden kann."

Themen Welternährung, Landnutzung und Handel EU-Agrarpolitik AnsprechpartnerInnen Echter NameTobias Reichert Teamleiter Welternährung, Landnutzung und Handel +49 (0)30 / 28 88 356-3 reichert@germanwatch.org Echter NameReinhild Benning Referentin für Landwirtschaft und Tierhaltung +49 (0)30 / 28 88 356-82 benning@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

EU-Agrargipfel ignoriert von der Leyens Klimavorstoß

22. September 2020 - 8:24
EU-Agrargipfel ignoriert von der Leyens Klimavorstoß Stefan Küper 22.09.2020 | 08:24 Uhr Germanwatch: 60 Mrd. Euro Agrarsubventionen müssen Beitrag zum Klimaziel von mindestens minus 55 Prozent leisten

Berlin (22. Sep. 2020). Mit Enttäuschung reagiert die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch auf die gestrige Diskussion der EU-Landwirtschaftsministerinnen und -minister zur Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). "Was gestern diskutiert worden ist, trägt nicht zu den Klimaschutzzielen bei, die die EU-Kommission für 2030 verankern will", sagt Tobias Reichert, Leiter des Teams Welternährung und Landnutzung bei Germanwatch. "Erneut ist darüber verhandelt worden, wie die GAP in den nächsten sieben Jahren ausgestaltet werden soll - ohne wirksame Instrumente für Klimaschutzmaßnahmen wie Humusaufbau oder die Verringerung der Tierzahlen vorzusehen."

Dies ist die letzte formelle Sitzung vor der geplanten Entscheidung des Rats über die Agrarpolitik Mitte Oktober gewesen. "Die Ministerinnen und Minister haben eine weitere Gelegenheit verpasst, wirksame klimapolitische Maßnahmen in der GAP zu verankern", so Reichert. "Um das jüngst von Kommissionspräsidentin von der Leyen formulierte Ziel zu erreichen, den Treibhausgasausstoß bis 2030 um mindestens 55 Prozent zu verringern, brauchen Bauern und Bäuerinnen gezielte finanzielle Anreize für Klimaschutzleistungen.“

"Klimaschutz in Ställen und auf Feldern - nicht in Luftbuchungen"
Germanwatch warnt, es sei nicht damit getan, dass Kommission und Rat nur auf dem Papier 40 Prozent der Ausgaben für die GAP für den Klimaschutz nutzen wollen. Denn faktisch würde der größte Teil der 60 Milliarden Euro an Subventionen weiterhin als an die Fläche gebundene Direktzahlungen gewährt und damit auch in Monokulturen und industrielle Massentierhaltung fließen. Reichert: "Ein großer Teil der Direktzahlungen soll nach jetzigem Stand ohne wirksame Kriterien als "klimafreundlich" definiert werden, so dass sich bei Bodenbewirtschaftung und Tierhaltung in den meisten Betrieben gar nichts verändern müsste. Klimaschutz muss aber in Ställen und auf Feldern stattfinden - nicht in Luftbuchungen im EU-Haushalt. Der Versuch Fortschritte bei Klima- und Nachhaltigkeitspolitik nur vorzutäuschen, lässt zudem die Bauern und Bäuerinnen damit allein, die von der Öffentlichkeit immer stärker eingeforderte nachhaltigere Landwirtschaft umzusetzen.“

Die Agrarministerinnen und -minister müssen nach Ansicht von Germanwatch unverzüglich einen glaubwürdigen Plan entwickeln, wie tatsächlich klima- und artenfreundliche Betriebe besser gefördert werden als bisher. Immer mehr Betriebe machen deutlich, dass sie ihre Existenz an eine solche klare Rahmensetzung knüpfen. Ausgehend vom derzeitigen Vorschlag der EU-Kommission wäre die wirksamste Maßnahme für mehr Klima- und Umweltschutz, mindestens 30 Prozent der Direktzahlungen als sogenannte "Eco-schemes" an umwelt- und klimafreundliche Bewirtschaftungsmethoden zu knüpfen. Dieser Anteil sollte danach zügig angehoben werden, damit die angestrebte "Klimaquote" im GAP- Budget erreicht werden kann. Reichert erläutert: "Mit den Eco-schemes könnten gezielt die nachhaltige Bewirtschaftung von Grünland, zum Beispiel durch Beweidung, oder der Humusaufbau in Ackerböden durch vielfältige Fruchtfolgen gefördert werden. Die Mitgliedstaaten sollten dabei darstellen, welche Klima- und Umweltwirkung mit der jeweiligen Maßnahme erreicht werden soll. Ergänzt werden muss dies durch eine Strategie, mit der vor allem die industrielle Tierhaltung als wichtigste Quelle von Treibhausgasen aus der Landwirtschaft massiv reduziert und stärker an die auf den Betrieben vorhandene Futterfläche gekoppelt werden kann."

Themen Welternährung, Landnutzung und Handel EU-Agrarpolitik AnsprechpartnerInnen Echter NameTobias Reichert Teamleiter Welternährung, Landnutzung und Handel +49 (0)30 / 28 88 356-3 reichert@germanwatch.org Echter NameReinhild Benning Referentin für Landwirtschaft und Tierhaltung +49 (0)30 / 28 88 356-82 benning@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

„Handel-O-Mat“ nun auch digital nutzbar

18. September 2020 - 13:00
„Handel-O-Mat“ nun auch digital nutzbar Vanessa Lippert 18.09.2020 | 13:00 Uhr 1 Million Möglichkeiten, deinen Handabdruck zu vergrößern

Den analogen Handel-O-mat haben wir nun auch als digitale Anwendung umgesetzt. In einer „Good-News“-Litfaßsäule lassen sich einzelne Satzteile kombinieren und Ideen für eigenes Engagement für eine sozial und ökologisch gerechte Gesellschaft entdecken.

Alle Handlungsideen haben gemeinsam, dass sie an strukturellen Hebeln ansetzen, um nachhaltiges und sozial verantwortliches Verhalten leichter, preiswerter oder zum Standard zu machen - in der Schule, am Arbeitsplatz, im Quartier, in der Gemeinde, im Verein, in der Partei, in der Stadt, Kommune oder auch auf Landes- und Bundesebene.

Der Handel-O-Mat regt auf diese Weise an, über die Reduktion des individuellen „Fußabdrucks“ hinausdenken. Er inspiriert dazu, positive und bleibende Spuren – Handabdrücke – in unserer Gesellschaft zu hinterlassen.

>> Engagierte und Aktive, Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen sowie alle, die einfach neugierig sind, können zu den eigenen Interessen passende Kombinationen aus dem Handel-O-Mat als Sharepic in den sozialen Medien teilen und so Mitstreiter*innen finden, Inspirationen weitergeben und andere zur Vergrößerung des eigenen Handabdrucks anregen.

>> Für Bildungsmultiplikator*innen und Lehrer*innen haben wir außerdem methodische Ideen zum Einsatz des Handel-O-Mats (digital und analog) mit Gruppen oder im Unterricht zusammengestellt.

 

 

Aktuell Digitalisierung Handabdruck Ökologischer Fußabdruck Aktion Zukunftsfähige Digitalisierung Bildung Bildung & Klima Lehrende Unterstützer Verbraucher AnsprechpartnerInnen Echter NameMarie Heitfeld Referentin - Bildung für nachhaltige Entwicklung +49 (0)228 / 60 492-60 heitfeld@germanwatch.org

Eine zukunftsfähige EU | Konjunkturbelebung, Klimaneutralität und Klimaziel 2030

18. September 2020 - 11:21
Eine zukunftsfähige EU | Konjunkturbelebung, Klimaneutralität und Klimaziel 2030 Pascal Molinario 18.09.2020 | 11:21 Uhr Online-Diskussionsveranstaltung am 30. September zu Deutschlands Rolle fünf Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen

Die deutsche Präsidentschaft im Rat der EU bis Ende 2020 steht stark unter dem Eindruck der aktuellen Gesundheits- und daraus resultierenden Wirtschaftskrise. Im Juli haben die europäischen Staats- und Regierungschefs beschlossen, dass die Konjunkturbelebung am neuen EU-Klimaziel für 2030 und der Klimaneutralität ausgerichtet werden muss. Mit dem Europäischen Green Deal hat sich die EU vorgenommen, Maßnahmen zu stärken, die die sozial-ökologische Modernisierung der europäischen Wirtschaft beschleunigen. Die nachhaltige, stringente Ausrichtung dieser Konjunkturbelebung an der Zukunftsfähigkeit der EU ist eine entscheidende Herausforderung für den Erfolg der deutschen Ratspräsidentschaft.

Ein erhöhtes EU-Klimaziel für 2030 als Herzstück des Europäischen Green Deals in diesem Jahr gilt als zentral für die notwendige Rahmensetzung für die Wirtschaft. Die Europäische Kommission schlägt als neues Ziel mindestens 55% Treibhausgasreduzierung vor. Die entsprechende Folgenabschätzung (impact assessment) der Kommission soll die Mitgliedstaaten bei ihrer Entscheidung unterstützen. Damit die EU ihrem eigenen Anspruch gerecht wird, globale Vorreiterin in Punkto Klimaschutz zu sein, und um für die anstehenden Entscheidungen in China, Indien sowie bei einer neuen Regierung in den USA den Ton zu setzen, ist eine Einigung auf ein deutlich höheres EU-Klimaziel in diesem Herbst eine entscheidend Voraussetzung für wichtige Fortschritte im internationalen Klimaschutz.

Welcher Weg führt aus der Krise, im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens? Was sind die Erwartungen an die deutsche Ratspräsidentschaft für das EU-Klimaziel 2030?

Das möchten die Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch und der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring mit Unterstützung der Europäischen Bewegung Deutschlands in einer virtuellen Diskussion erörtern.

Bitte nutzen Sie diesen Link zur Anmeldung >>> 

Programm und Teilnehmer*innen

Moderation: Nadine Lindner, Deutschlandradio

17:30    Begrüßung

  • Prof. Dr. Kai Niebert, Präsident, Deutscher Naturschutzring (DNR)

17:45     Vorstellung der Folgenabschätzung der Europäischen Kommission für das Klimaziel 2030

  • Dr. Artur Runge-Metzger, Direktor, DG Klimapolitik, Europäische Kommission

18:15     Auf dem Weg zur Klimaneutralität: 2030-Klimaziel nicht verstolpern

Diskussionsrunde mit

  • Dr. Artur Runge-Metzger, Direktor, DG Klimapolitik, Europäische Kommission
  • Dr. Hinrich Thölken, Beauftragter für Klima- und Energieaußenpolitik und digitale Transformation, Auswärtiges Amt
  • Dr. Daniel Vallentin, Senior Referent Unternehmerischer Klimaschutz/Klimapolitik, Stiftung 2°
  • Annette Wagner, Leiterin Zentralstelle Nachhaltigkeit und Ideenschmiede (C/HSE2), Robert Bosch GmbH
  • Lucas Guttenberg, Stellvertretender Direktor, Jacques Delors Centre
  • Dr. Patrick Graichen, Direktor, Agora Energiewende

19:25     Schlusswort

  • Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer, Germanwatch
Aktuell Klima Deutsche und Europäische Klimapolitik Deutsche Klimapolitik Europäische Klimapolitik AnsprechpartnerInnen Echter NameAudrey Mathieu Kommissarische Teamleiterin Deutsche und Europäische Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-63 mathieu@germanwatch.org Echter NameChristoph Bals Politischer Geschäftsführer +49 (0)228 / 60 492-34 bals@germanwatch.org

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