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Aktualisiert: vor 2 Stunden 20 Minuten

Studentische Hilfskraft im Bereich Klimaschutz und globale Investitionsströme

14. August 2020 - 14:30
Studentische Hilfskraft im Bereich Klimaschutz und globale Investitionsströme Tobias Regesch 14.08.2020 | 14:30 Uhr 10-12 h/Woche, Arbeitsort Berlin / Homeoffice

Germanwatch ist eine Entwicklungs- und Umweltorganisation, die sich für globale Gerechtigkeit und den Erhalt der Lebensgrundlagen einsetzt. Das Team Internationale Klimapolitik bietet eine Anstellung als studentische Hilfskraft und sucht hierfür motivierte Bewerber*innen. Aufgrund der aktuellen Covid-19 Infektionsentwicklung, wird diese Tätigkeit bis auf Weiteres aus dem Homeoffice erfolgen. Sobald die Situation es wieder erlaubt, ist vorgesehen, dass die studentische Hilfskraft im Berliner Büro arbeitet.

Um einen im großen Maßstab gefährlichen Klimawandel zu vermeiden, ist es erforderlich, in den nächsten Jahren die globalen Investitionsströme in eine klimafreundliche Richtung umzulenken. Germanwatch setzt sich dafür ein, dass u.a. das gesamte Portfolio multilateraler Entwicklungsbanken so ausgerichtet wird, dass alle ihre Investitionen mit dem Pariser Klimaabkommen und den Zielen zur Nachhaltigen Entwicklung (SDGs) kompatibel sind.

Personen, die sich für Fragestellungen im Grenzbereich von Finanzwirtschaft, Politik und Klimawissenschaft interessieren, sind herzlich eingeladen, sich bei uns zu bewerben.

Wir wünschen uns:

  • Interesse an einem Einblick in die NGO-Arbeit im Klimaschutzbereich
  • Studierende der Wirtschafts-/Sozial-/Politikwissenschaften oder vergl. Studiengänge
  • Erfahrung im wissenschaftlichen Arbeiten und Datenrecherche (durch Praktika, Tätigkeit als studentische Hilfskraft oder mindestens Bachelorarbeit)
  • Erste Kenntnisse im Bereich Finanzmärkte oder Entwicklungszusammenarbeit. Erfahrungen in der Arbeit mit Finanzkennzahlen oder mit Umwelt-und Sozialstandards sind ein Plus
  • Sehr gute Englischkenntnisse
  • Sicheren Umgang mit MS-Office
  • Verfügbarkeit von 10-12 Stunden pro Woche

Aufgaben:

  • Unterstützung bei der Erstellung von Publikationen: Datenrecherche und -analyse, Korrekturlesen, Pflege von Literaturdatenbank
  • Unterstützung im Tagesgeschäft: Recherchen, Protokollführung bei Veranstaltungen etc.

Wir bieten Ihnen:

  • Die Möglichkeit, sich thematisch mit der Harmonisierung von Investitionen mit globalen Klimazielen zu engagieren. Fokus in 2020: Zusammenarbeit von Entwicklungsbanken und Finanzintermediären in Ländern des globalen Südens
  • Sinnstiftende Arbeit für das Gemeinwohl
  • Ein freundliches Arbeitsumfeld mit flachen Hierarchien
  • Vergütung:
    • während des Bachelorstudiums: 12,25 EUR/Stunde (brutto)
    • während des Masterstudiums: 13,23 EUR/Stunde (brutto)

Ihre Bewerbungsunterlagen (Motivationsschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse) richten Sie bitte per E-Mail (max. ein Anhang) an: Sophie Fuchs: fuchs@germanatch.org.

Bewerbungen werden laufend gesichtet, bis die Stelle besetzt ist. Erste Auswahlgespräche finden voraussichtlich am 28. und 31. August per Skype statt.

Aktuell Stellenangebot Lehrende Unterstützer Verbraucher Dateianhang

Download: Stellenangebot [PDF; 0,5 MB]

AnsprechpartnerInnen Echter NameSophie Fuchs Referentin für Entwicklungsbanken und Klima +49 (0)30 / 28 88 356-983 fuchs@germanwatch.org Echter NameJudit Mays Personalreferentin +49 (0)228 / 60 492-40 mays@germanwatch.org

„Sektorintegration konkret machen: Innovationspotential Power-to-Gas?“

10. August 2020 - 14:52
„Sektorintegration konkret machen: Innovationspotential Power-to-Gas?“ Marvin Müller 10.08.2020 | 14:52 Uhr Perspektivwechsel-Workshop am 22. und 23. April 2020

In diesem Workshop nahmen wir die Power-to-Gas Technologie in den Fokus. Unter dem Titel „Sektorintegration konkret machen: Innovationspotenzial Power-to-Gas?“ diskutierten wir mit ca. 50 Teilnehmenden, wie wir die innovative Technologie sinnvoll in das Energiesystem einbetten können, um damit Sektorintegration voranzubringen. Dabei wollten wir von den Teilnehmenden auch wissen, ob der vernetzt-zellulare Ansatz mit Blick auf Power-to-Gas gute Antworten auf die energiesystemischen Fragen bereithält. Zentrale Ergebnisse des Workshops waren dabei:

Die Teilnehmenden waren sich überwiegend einig, dass Klimaneutralität nur mithilfe des Power-to-Gas-Pfades realisiert werden kann. Zentrale Voraussetzung dafür, so die mehrheitliche Überzeugung, sind ein beschleunigter Ausbau Erneuerbarer Energien sowie das Heben noch unerschlossener Effizienzpotenziale. Die Anwendung von grünem Wasserstoff in der Industrie und zur Dekarbonisierung des Flug- und Schiffsverkehrs wurde von den meisten Teilnehmenden unterstützt. Der dezentrale Einsatz von Power-to-Gas war hingegen noch mit vielen offenen Fragen behaftet. Es gab breite Zustimmung für einen fortschreitenden Ausbau der Übertragungsnetze auch bei stärkerer Einbindung der Power-to-Gas Technologie. Viele der Teilnehmenden teilten die Ansicht, dass es im nächsten Schritt darum gehen müsse, die gemeinsame Vision sowie die Anforderungen an den neuen regulatorischen Rahmen und das Marktdesign zu schärfen, um eine sinnvolle Integration von Power-to-Gas in das System zu ermöglichen.

Einen Überblick über die Diskussion und deren Ergebnisse finden Sie in unserer Ergebnisdokumentation, die Sie auf dieser Seite herunterladen können.

Aufgrund der durch Covid-19 veränderten Bedingungen, fand der ursprünglich als Präsenzformat geplante Workshop online über Zoom statt. Am 1. Workshop-Tag lernten die Teilnehmenden die verschiedenen Akteure mit ihren jeweiligen Perspektiven kennen und identifizierten gemeinsam die zentralen Fragestellungen hinsichtlich der Rolle und des Einsatzes von Power-to-Gas im integrierten Energiesystem.  Am 2. Workshop-Tag wurden gemeinsam Lösungen und Antworten auf die am Vortag identifizierten Fragen erarbeitet und nächste, notwendige Schritte forciert.

Perspektivwechsel

Die Methode des Perspektivwechsels; eigene Darstellung

Um einer gemeinsamen strategischen Perspektive auf das künftige Energiesystem gerecht zu werden, laden wir eine breite Palette an relevanten Akteur*innen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft dazu ein, mit uns in den Dialog zu treten. Die Perspektiven aller Teilnehmenden sollen während der Workshops Raum bekommen, um die eigene und andere Positionen reflektieren zu können. Dabei sollen Sachinformationen, Werte und Interessen der verschiedenen Akteur*innen sichtbar gemacht werden. Das ist wichtig, um Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede, und darauf aufbauend Möglichkeiten einer gemeinsamen strategischen Perspektive zu identifizieren.

 

 

Aktuell

Das Veranstaltungsteam im Zoom-Call

Dekarbonisierung Energiewende Debatte Stromnetze gestalten Deutsche und Europäische Klimapolitik Stromnetze Dateianhang

Download: Ergebnisdokumentation Perspektivwechsel-Workshop [PDF; 4,3 MB]

AnsprechpartnerInnen Echter NameAndrea Wiesholzer Referentin - Netze für die Energiewende +49 (0)30 / 28 88 356-988 wiesholzer@germanwatch.org Echter NameDavid Frank Referent für Stromnetze und Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-61 david.frank@germanwatch.org

EU-Klimaziele: Germanwatch-Position für das Jahr 2020

7. August 2020 - 10:00
EU-Klimaziele: Germanwatch-Position für das Jahr 2020 Janina Longwitz 07.08.2020 | 10:00 Uhr

Ein erhöhtes EU-Klimaziel für 2030 als Herzstück des Europäischen Green Deals ist wichtig, um Wirtschaft und Gesellschaft glaubwürdige Leitlinien zu geben. Damit die EU noch dieses Jahr (2020) ihrem eigenen Anspruch gerecht wird, globale Vorreiterin in puncto Klimaschutz zu sein und ihren fairen Beitrag zum Schließen der Lücke zwischen den Zielen des Pariser Klimaabkommens und den bisher eingereichten Plänen zu leisten, ist eine Einigung auf ein Paris-kompatibles EU-Klimaziel für 2030 zentral für die deutsche Ratspräsidentschaft vor der Weltklimakonferenz in Glasgow.

Germanwatch fordert, dass die EU nun Beschlüsse fasst, Treibhausgasneutralität bis allerspätestens 2050 und den Ausstieg aus den fossilen Energieträgern möglichst vor 2040, für Kohle sogar bis 2030 und auch für Öl deutlich früher als 2040, auf einem Pfad mit rechtsverbindlichen Zwischenzielen alle fünf Jahre zu erreichen. Für 2030 sollte die EU die Verantwortung für eine Senkung der Treibhausgas-Emissionen von insgesamt 65 % bis 85 % unter dem Niveau von 1990 zu übernehmen. Dafür fordern wir noch in diesem Jahr eine Anhebung des 2030-Klimaziels der EU auf mindestens minus 55 % und eine möglichst darüberhinausgehende Zielgröße. In den kommenden Jahren muss die EU dann u.a. durch verstärkte internationale Partnerschaften und nach Möglichkeit durch weitere interne Maßnahmen die verbleibende Lücke füllen. Wir fordern deshalb Folgenabschätzungen auch für 60 %, 65 % und darüberhinausgehende Emissionsreduktionen in der EU. 

Publikationstyp Positionspapier AutorInnenChristoph Bals, Lutz Weischer, Audrey Mathieu, Oldag Caspar Seitenanzahl3 Publikationsdatum07/2020 Themen Klima Deutsche und Europäische Klimapolitik Europäische Klimapolitik

Download: Positionspapier EU-Klimaziele [PDF]

. Weiterführende LinksMehr zum Europäischen Green Deal Beteiligte Personen Echter NameChristoph Bals Politischer Geschäftsführer +49 (0)228 / 60 492-34 bals@germanwatch.org Echter NameLutz Weischer Politische Leitung Berlin +49 (0)30 / 28 88 356-64 weischer@germanwatch.org Echter NameAudrey Mathieu Kommissarische Teamleiterin Deutsche und Europäische Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-63 mathieu@germanwatch.org Echter NameOldag Caspar Teamleiter Deutsche und Europäische Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-85 caspar@germanwatch.org

Antibiotikamenge in Tierhaltung sinkt, Viehbestand auch, Dosis kaum verändert

30. Juli 2020 - 16:06
Antibiotikamenge in Tierhaltung sinkt, Viehbestand auch, Dosis kaum verändert Hanna Fuhrmann 30.07.2020 | 16:06 Uhr Germanwatch fordert Halbierung des Antibiotikaverbrauchs im Stall bis spätestens 2030

Kommentar von Reinhild Benning zu gestern vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit veröffentlichen Abgabemengen an Antibiotika in der Tiermedizin 2019

Die für die Tiermedizin abgegebene Menge an Antibiotika entwickelt sich parallel zum Viehbestand in Deutschland abwärts. Aus den aktuellen Daten des BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) zu Antibiotikaabgabemengen an Tierärzte geht hervor, dass die absolute Menge an Antibiotika für Tierhaltungen von 2016 zu 2019 von 742 auf 670 Tonnen sank und damit Antibiotikawirkstoffe jährlich im Schnitt um drei Prozent reduziert wurden. Fast unverändert bleibt laut Germanwatch dabei die Antibiotikadosis je Körpergewicht, die Tiere in der industriellen Tierhaltung rechnerisch erhalten. Denn die Fleischerzeugung in Deutschland ging laut Fleischwirtschaft im gleichen Zeitraum ebenfalls um knapp drei Prozent jährlich zurück von 9,06 Millionen Tonnen in 2016 auf 8,35 Millionen Tonnen im Jahr 2019. Germanwatch kritisiert, das BVL – als dem Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) unterstellte Behörde – informiere einseitig, indem nur die sinkenden Antibiotikamengen bekannt gemacht würden, ohne den wichtigen Hinweis darauf, dass die Mengen für insgesamt weniger Tiere als in Jahren zuvor abgegeben wurden.

Weiterhin beanstandet Germanwatch, dass in Deutschland im EU-Vergleich sehr hohe Mengen an sogenannten Reserveantibiotika in industriellen Tierhaltungen landen. Reserveantibiotika haben laut Weltgesundheitsorganisation höchste Priorität für die Humanmedizin: Sie werden zunehmend für kranke Menschen gebraucht, wenn Resistenzen immer häufiger andere Antibiotika wirkungslos machen. „Reserveantibiotika landen in Deutschland weiterhin in missbräuchlich hoher Menge in der Tiermedizin. Allein das Reserveantibiotikum Colistin stellte im Jahr 2019 mit 66 Tonnen wiederholt die drittgrößte Wirkstoffmenge in der Nutztiermedizin dar. Das kann dazu führen, dass bei der Infektionsbehandlung von Mensch und Tier immer häufiger wirksame Medikamente fehlen. Wie fatal sich ein leerer Medizinschrank auswirken kann, sehen wir mit Blick auf Covid-19. Gegen das Virus gibt es auch kein Medikament,“ sagt Reinhild Benning, Antibiotika-Expertin von Germanwatch.

Benning weiter: „Studien zufolge benötigen bis zu 90 Prozent der schwer am Corona-Virus erkrankten Menschen Antibiotika – und in Deutschland landen Antibiotika tonnenweise in der industriellen Massentierhaltung. Indem die Bundesregierung zulässt, dass jede 5. Tonne Antibiotika in deutschen Ställen aus wertvollen Reserveantibiotika besteht, wirft sie Perlen vor die Säue und streut enorme Risiken für die Gesundheit von Mensch und Tier. Das System der industriellen Tierhaltung trägt dazu bei, dass oft lebensrettende Antibiotika in der Human- und Tiermedizin an Wirksamkeit verlieren.“

Germanwatch fordert von der Bundesregierung, Reserveantibiotika aus industriellen Tierhaltungen zu verbannen und dem Erhalt wirksamer Antibiotika durch mehr Tierschutz im Stall endlich Vorrang vor der Billigfleischproduktion zu geben. „Die EU-Kommission fordert in ihrer Farm-to-Fork-Strategie die Halbierung des Antibiotikaverbrauchs in der Tierhaltung bis 2030. Bundesministerin Julia Klöckner hat es in der Hand, während der EU-Ratspräsidentschaft die Antibiotikaminimierung sowie Tierschutzverbesserungen in die EU-Agrarpolitik verbindlich zu integrieren und damit eine nachhaltigere Tierhaltung voranzubringen.“

Verbraucherinnen und Verbrauchern empfiehlt Germanwatch, auf Fleisch aus industrieller Tierhaltung zu verzichten und im Zweifel auf weniger belastetes Biofleisch umzusteigen. Reinhild Benning: „Weder die Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner noch die Fleischwirtschaft haben bisher beim Tierschutz im Stall Fortschritte umgesetzt, um Antibiotikabehandlungen statt der Regel zur Ausnahme zu machen. Angesichts der offensichtlichen Missstände in der Fleischindustrie, wie Antibiotikaresistenzen auf Fleisch, Ausbeutung von Beschäftigten sowie fehlender Gesundheitsschutz, Hygiene-, Umwelt- und Tierschutzproblemen ist es jetzt höchste Zeit für einen tiefgreifenden Wandel entlang der Lebensmittelkette vom Stall bis zum Teller.“

Themen Welternährung, Landnutzung und Handel EU-Agrarpolitik AnsprechpartnerInnen Echter NameReinhild Benning Referentin für Landwirtschaft und Tierhaltung +49 (0)30 / 28 88 356-82 benning@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

Ein neues Video: Wer sollte für die Bewältigung der Klimakrise zur Kasse gebeten werden?

28. Juli 2020 - 14:21
Ein neues Video: Wer sollte für die Bewältigung der Klimakrise zur Kasse gebeten werden? Tobias Regesch 28.07.2020 | 14:21 Uhr Journalist Simon Roach von Channel 4 News untersucht diese Frage anhand des Huaraz Falls

In einem aktuellen Videobeitrag stellt der britische Fernsehsender Channel 4 News die Frage "Klimakrise: Wer sollte zur Kasse gebeten werden?" Der Journalist Simon Roach erklärt anschaulich, warum es sich dabei um eine Frage von Fairness und Gerechtigkeit handelt. Er bringt gut verständlich die verschiedenen Dimensionen zusammen, die jeweils Teile der Antwort bilden: Von der industriellen Revolution, über den Beitrag einzelner Staaten zum Klimawandel und Klimadiplomatie bis hin zu Klimafolgen und Klimafinanzierung.

Dabei lässt sich Simon Roach vom Gerechtigkeits-Verständnis von Saúl Luciano Lliuya leiten. Mit seiner vor gleich 5 Jahren eingereichten und immer noch andauernden zivilrechtliche Klage gegen RWE bringt Saúl Luciano zum Ausdruck: Die Hauptverursacher*innen des Klimawandels stehen in der Verantwortung, die Menschen zu unterstützen, die unter den Folgen des Klimawandels leiden, obwohl sie wenig bis gar nichts zum Problem beigetragen haben. Das Verfahren gegen RWE ist die weltweit einzige Klage auf Unternehmensverantwortung für Klimarisiken, die es in die Beweisaufnahme geschafft hat. Sie ist damit schon heute ein wichtiger Präzedenzfall für Klimagerechtigkeit.

Simon Roachs Fazit: Wenn Forderungen nach Gerechtigkeit und Fairness nicht gehört werden und internationale Vereinbarungen nicht zu Taten führen, werden die Betroffenen sich zunehmend einmischen – wie Saúl Luciano es als mutiger Vorreiter bereits tut.

 

 

Aktuell Huaraz Huaraz AnsprechpartnerInnen Echter NameRoxana Baldrich Referentin Klimarisikomanagement und Fall Huaraz +49 (0)228 / 60 492-57 baldrich@germanwatch.org

Neue Energienetzstrukturen für die Energiewende

24. Juli 2020 - 10:24
Neue Energienetzstrukturen für die Energiewende Hanna Fuhrmann 24.07.2020 | 10:24 Uhr Abschlussbericht Phase 1, Projekt "ENSURE"

Das Kopernikus-Projekt ENSURE verfolgt mit einem ganzheitlichen systemischen Ansatz das Ziel, neue Energienetzstrukturen für die Energiewende zu erforschen und bereitzustellen. Im Rahmen des Projektes wird hierfür eine umfassende Energiesystemoptimierung
vorgenommen. Als zweites Hauptziel erfolgen die praktische Umsetzung der entwickelten systemischen Konzepte und die Erprobung neuer Technologien in einem Demonstrationsprojekt namens „Energiekosmos ENSURE“.

Besonders an ENSURE ist die enge Zusammenarbeit herausragender Universitäten und Forschungseinrichtungen (geführt von KIT und RWTH Aachen) mit zwei bedeutenden Nichtregierungsorganisationen (Germanwatch e.V. und Deutsche Umwelthilfe), drei Übertragungs- und Verteilnetzbetreibern (TenneT TSO, SH Netz und Stadtwerke Kiel) und zwei Hersteller-Konzernen von Netzkomponenten und Anlagentechnik (ABB und Siemens). Insgesamt waren an der ersten Projektphase 23 Organisationen beteiligt.

Das Projekt ist in drei Phasen eingeteilt. Aufbauend auf den Ergebnissen der Grundlagenforschung aus der ersten Phase werden zuerst ausgewählte Teilaspekte in einer Testumgebung untersucht (Phase 2), bevor in der dritten Phase der Aufbau des multimodalen „Energiekosmos ENSURE“ stattfindet. In diesem Bericht geht es um die Aktivitäten und Projektergebnisse von Germanwatch in der ersten Projektphase (2016 bis 2019).

Germanwatch versteht sich im Projekt als Akteur, der einerseits Perspektiven, Anregungen, Rahmenbedingungen und Wünsche aus der Zivilgesellschaft in das Projekt einbezieht und der andererseits die Projektergebnisse zielgruppengerecht in die Zivilgesellschaft hineinträgt. Germanwatch stellt also gewissermaßen eine bidirektionale Verbindung zwischen Zivilgesellschaft und Fachdiskurs her.

Germanwatch achtet im Rahmen des Projektes in besonderer Weise darauf, dass die entwickelten zukunftsfähigen Netzstrukturen dem Gemeinwohl dienen – vom Aspekt der sicheren Stromversorgung bis hin zum Klimaschutz – und dass die Interessen betroffener und relevanter Stakeholder bei der Konzeption des „Energiekosmos“ angemessen berücksichtigt werden. Hierbei wurden Schwerpunkte auf politische Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Akzeptanzfragen für Geschäftsmodelle, auf Zielkonflikte im Spannungsfeld von Übertragungs- und Verteilnetzbetrieb und auf die europäische Dimension des Netzausbaus gelegt.

In Bezug auf zukünftige Geschäftsmodelle war ein wesentliches untersuchtes Themenfeld die Digitalisierung der Energiewende. So wurden beispielsweise die Technologien Blockchain und Künstliche Intelligenz umfassend aus zivilgesellschaftlicher Perspektive beleuchtet.

Bei der Einbindung von Stakeholdern wurde die Methode „Perspektivwechsel-Workshop“ entwickelt. Germanwatch konnte wichtige Erkenntnisse zur Akzeptabilität von Infrastrukturprojekten im Kontext Energiewende gewinnen und hat wesentlich zur Entwicklung einer Kommunikations- und Partizipationsstrategie beigetragen. In diesem Kontext wurde zum Beispiel der Begriff eines „vernetzt-zellularen Ansatzes“ entwickelt. Der Begriff impliziert, dass die Potentiale der Dezentralität für die Energiewende im vollen Maße genutzt werden, dass jedoch zugleich eine überregionale Vernetzung notwendig und erstrebenswert ist.

Publikationstyp Bericht Themen Zukunftsfähige Digitalisierung Klima Deutsche und Europäische Klimapolitik Deutsche Klimapolitik Europäische Klimapolitik Stromnetze

Download: Abschlussbericht "Neue Energienetzstrukturen für die Energiewende" [PDF; 5,5 MB]

. Weiterführende Links[Hintergrundpapier] Chancen und Risiken der Blockchain für die Energiewende[Hintergrundpapier] Stromnetze in Deutschland: Das System, die Netzbetreiber un…[Hintergrundpapier] Zukunftsfähige Energiewirtschaft[Hintergrundpapier] Künstliche Intelligenz für die Energiewende: Chancen und Ri…[WEITBLICK-Artikel] Schwerpunkt: Stromnetzpolitik Beteiligte Personen Echter NameHendrik Zimmermann Referent für Energiewendeforschung und Digitale Transformation +49 (0)30 / 28 88 356-72 zimmermann@germanwatch.org

Referent/in für polnisch-deutsche klimapolitische Zusammenarbeit & EU-Klimapolitik (w/m/d)

23. Juli 2020 - 8:10
Referent/in für polnisch-deutsche klimapolitische Zusammenarbeit & EU-Klimapolitik (w/m/d) Hanna Fuhrmann 23.07.2020 | 08:10 Uhr 32-40 h/Woche, Arbeitsort Berlin, Beginn möglichst zu Anfang Oktober 2020

Zur Verbesserung der polnisch-deutschen klimapolitischen Zusammenarbeit, insbesondere mit Blick auf die Weiterentwicklung der EU-Klimapolitik, verstärkt Germanwatch sein Team Deutsche und Europäische Klimapolitik. Wir suchen eine in Polen bestens vernetzte Person mit sehr guter Kenntnis des politischen Systems und der politischen Akteure Polens sowie möglichst der EU und Deutschlands, insbesondere im Feld Klimapolitik.

Zu Ihren Hauptaufgaben gehören:

  • Verfolgung und Analyse der klima- und energiepolitischen Debatten in Polen, Deutschland und der EU sowie das diesbezügliche Setzen wirkungsvoller Akzente
  • Ausbau und Pflege eines Netzwerks von relevanten Akteuren aus Regierungen, Parlamenten, Wissenschaft, NGOs, Medien und Unternehmen in Polen und Deutschland
  • Entwicklung von Strategien zur Weiterentwicklung der polnisch-deutschen klimapolitischen Zusammenarbeit
  • Enge Zusammenarbeit mit Partnerverbänden in Polen, Deutschland und u. U. Brüssel sowie weiteren EU-Mitgliedsländern
  • Inhaltliche und technische Organisation von Strategietreffen und anderen Veranstaltungen online sowie in Polen, Deutschland u. evtl. Brüssel
  • Arbeit an Thesenpapieren und Politikempfehlungen, insbesondere für die deutsche Politik
  • Medien- und Öffentlichkeitsarbeit (z.B. das Verfassen von Pressemitteilungen und Tweets sowie das Erstellen und Halten von Präsentationen)

Sie haben mindestens 3 Jahre relevante Berufserfahrung und bringen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen in den folgenden Bereichen mit:

  • Gute Beziehungen zu Akteuren der polnischen Politik, insbesondere der Klima- und Energiepolitik
  • Erfahrungen bzw. Kenntnisse zur Klimapolitik in Polen, der EU und Deutschland
  • Arbeitserfahrung oder Ausbildung/Studium in Polen, Deutschland bzw. Brüssel
  • Studium mit für die Arbeit relevanter Ausrichtung
  • Arbeitserfahrung in den Bereichen Netzwerk- und Kommunikationsarbeit, strategische Politikgestaltung und Lobbyarbeit sowie in der Pressearbeit
  • Sehr gute kommunikative Fähigkeiten und souveränes Auftreten
  • Erfahrungen mit Projektanträgen und Projektmanagement
  • Lust an selbstständigem, eigenverantwortlichem Arbeiten sowie an Teamarbeit
  • Bereitschaft zu Reisen, insbesondere nach Warschau und Brüssel sowie zwischen Bonn und Berlin
  • Sehr gute Deutsch-, Polnisch- und Englischkenntnisse in Wort und Schrift  

Gewünschter Beginn ist Anfang Oktober 2020 - nach Absprache ist ein späterer Einstieg möglich.

Wir bieten eine in Anlehnung an den öffentlichen Dienst vergütete und zunächst bis zum 31.12.2022 befristete Anstellung. Darüber hinaus streben wir eine längerfristige Zusammenarbeit an. In einem gemeinsam abzusprechenden Umfang ist mobiles Arbeiten bzw. Heimarbeit möglich. Sie erwartet die Möglichkeit, zusammen mit einem engagierten, sympathischen Team die EU-Klimapolitik und den Zusammenhalt in Europa voranzubringen.

Ihre Bewerbung schicken Sie uns bitte bis zum 1.9.2020 zusammen mit dem ausgefüllten Bewerbungsfrage­bo­gen, den Sie auf dieser Seite rechts im Downloadbereich abrufen können (Kontakt bei technischen Problemen: Andrea Taubert, taubert@germanwatch.org). Der Bewerbungsbogen ist das zentrale Dokument und unverzichtbarer Teil Ihrer Bewerbung. Er enthält weitere wichtige Hinweise zum Bewerbungsverfahren.

Die Bewerbungsgespräche werden voraussichtlich digital an einem der folgenden Termine stattfinden: 8.9.2020 oder 15.9.2020.

Aktuell Stellenangebot Deutsche und Europäische Klimapolitik Europäische Klimapolitik Dateianhang

Download: Stellenangebot [PDF; 0,6 MB]

Download: Bewerbungsbogen [doc; 0,6 MB]

AnsprechpartnerInnen Echter NameJudit Mays Personalreferentin +49 (0)228 / 60 492-40 mays@germanwatch.org

Vor EU-Ministertreffen: Luftfahrt kann nicht zurück ins alte Wachstumsmodell

22. Juli 2020 - 9:48
Vor EU-Ministertreffen: Luftfahrt kann nicht zurück ins alte Wachstumsmodell Stefan Küper 22.07.2020 | 09:48 Uhr Germanwatch fordert Reformen für neue Mobilitätswelt: Priorität für Bahnverkehr, wo immer es geht - Flugverkehr schrittweise klimaneutral machen

Berlin (22. Juli 2020). Bundesverkehrsminister Scheuer hat seine EU-Amtskolleginnen und -kollegen sowie Spitzen aus Industrie, Luftfahrtunternehmen, Flughäfen und Flugsicherungen für morgen zum Luftfahrt-Gipfel (Aviation Summit) eingeladen. Beim Treffen soll über einen klimafreundlicheren und krisenfesten Luftverkehr nach dem Corona-bedingten weltweiten Einbruch der Luftfahrt beraten werden. Nach Ansicht der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch muss dieser Gipfel den Einstieg in eine neue Mobilitätswelt markieren.

„Fliegen ist die mit Abstand klimaschädlichste Art zu reisen. Der Neustart der Luftfahrt darf kein Zurück zum alten Wachstumsmodell sein, sondern sollte ein Aufbruch in eine neue, klimaneutrale Mobilitätswelt werden. Das heißt: nur noch Fliegen, wenn es unersetzlich ist, Alternativen wie die Bahn fördern und verbleibende Flüge so wenig klimaschädlich wie möglich machen“, sagt Lena Donat von Germanwatch. „Die europäischen Fluggesellschaften haben nach dieser Krise die Chance, ihre Geschäftsmodelle an diese neue Mobilitätswelt anzupassen."

Germanwatch fordert konkret, dass Kurzstrecken- und Zubringerflüge auf die Schiene verlagert werden - insbesondere dort, wo es schon schnelle Bahnverbindungen gibt. „Es gibt zahlreiche beliebte Ziele in Deutschland und den Nachbarländern, die schon heute in weniger als vier bis fünf Stunden per Zug erreichbar sind. Es ist absurd, dass es zum Beispiel 13 Flüge pro Tag zwischen Frankfurt und Paris gibt, obwohl der Zug nur knapp vier Stunden braucht. Inklusive Ein- und Auschecken sowie den Fahrten zu und von den Flughäfen ist man mit dem Flugzeug kaum schneller“, so Donat.

In Frankreich und Österreich wurden die Rettungspakete des Staates für Air France und Austrian Airlines daran geknüpft, einige Inlandsflüge zu streichen - diese Verbindungen sollen durch die Bahn ersetzt werden. Donat weiter: „Dieser Ansatz - wenn auch noch nicht konsequent genug - geht in die richtige Richtung. Auch andere EU-Länder sollten darüber nachdenken, allen voran Deutschland. Nicht alle Flüge lassen sich ersetzen, aber grundsätzlich gilt: Der klimafreundlichste Flug ist derjenige, der nicht stattfindet.“

Das bedeutet aber auch, dass die EU-Verkehrsminister für die klimafreundliche Wahl des Verkehrsmittels die richtigen Anreize setzen müssen. Dazu gehören der Ausbau der europäischen Bahnverbindungen - tagsüber wie auch die Nachtzüge - sowie die Einführung fairer Abgaben und Steuern. „Flugpreise müssen endlich die wahren Gemeinwohlkosten abbilden. Es ist klare Wettbewerbsverzerrung gegenüber der Bahn, dass Airlines keine Steuern auf Kerosin und keine Mehrwertsteuern auf internationale Tickets zahlen sowie dass sie CO2-Emissionszertifikate größtenteils kostenlos erhalten. Wer mit Steuergeldern gerettet wird, muss endlich auch Steuern zahlen“, so Donat.

Für das verbleibende Flugaufkommen spielen alternative Kraftstoffe und neue Antriebe eine zentrale Rolle. Donat: „Die Luftfahrt hat über Jahrzehnte die Wende zum Klimaschutz verschlafen. Hier muss nachgeholfen werden.“ Germanwatch fordert daher eine schrittweise steigende Beimischungsquote für synthetische Kraftstoffe aus Erneuerbaren Energien und daneben eine Forschungs- und Entwicklungsoffensive für alternative, klimaneutrale Antriebe.

Themen Klima Deutsche und Europäische Klimapolitik Europäische Klimapolitik AnsprechpartnerInnen Echter NameLena Donat Referentin für klimafreundliche Mobilität +49 (0)30 / 28 88 356-73 donat@germanwatch.org Echter NameDr. Manfred Treber Klima- und Verkehrsreferent +49 (0)228 / 60 492-14 treber@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

Kompromiss des EU-Gipfels geht auf Kosten von Klimaschutz und Zukunftsfähigkeit

21. Juli 2020 - 13:19
Kompromiss des EU-Gipfels geht auf Kosten von Klimaschutz und Zukunftsfähigkeit Stefan Küper 21.07.2020 | 13:19 Uhr Germanwatch hofft auf Verbesserungen durch EU-Parlament

Berlin (21. Juli 2020). Die Einigung im Europäischen Rat zu den EU-Konjunkturhilfen und zum Haushalt für die kommenden sieben Jahre ruft bei der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch ein zwiespältiges Echo hervor. "Die Einigung nach langen Verhandlungen ist zwar ein positives Zeichen für den Zusammenhalt der EU, aber der Kompromiss geht zu stark auf Kosten von Klimaschutz sowie einem fairen und zukunftsfähigen Strukturwandel", sagt Audrey Mathieu, Leiterin des Teams Deutsche und Europäische Klimapolitik bei Germanwatch. „Kanzlerin Merkel und die übrigen Staats- und Regierungschefs haben an den falschen Ecken gespart. Das EU-Parlament muss die Schwachstellen nun soweit es geht ausbügeln."

Germanwatch sieht vor allem die teilweise dramatischen Einschnitte bei den Programmen zur Finanzierung von Klimaschutz und Strukturwandel, wie dem Just Transition Fund, kritisch. Positiv sei aber die Stärkung einiger klimarelevanter Elemente wie die leichte Anhebung der Klimaquote im EU-Haushalt auf 30 Prozent und dass die Gelder aus Konjunkturpaket und EU-Haushalt nicht im Widerspruch zu den EU-Klimazielen für 2050 (Klimaneutralität) und das nun noch zu beschließende, verbesserte Ziel für 2030 stehen dürfen.

„Das EU-Parlament muss nun in seinen Verhandlungen mit dem Europäischen Rat nacharbeiten. Wir brauchen eine deutliche Nachschärfung bei den Kriterien für den Zugang zu EU-Mitteln und für die nationalen Konjunkturprogramme, den klaren Ausschluss von fossilen Energien und vor der Vergabe von Hilfsgeldern den Einsatz des Prüfrahmens für nachhaltige Investitionen - der EU-Taxonomie - wie ihn der Vorschlag der EU-Kommission noch vorgesehen hatte.”

Themen Klima Deutsche und Europäische Klimapolitik Europäische Klimapolitik AnsprechpartnerInnen Echter NameAudrey Mathieu Kommissarische Teamleiterin Deutsche und Europäische Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-63 mathieu@germanwatch.org Echter NameFranziska Marten Referentin für klimakompatible Finanzflüsse +49 (0)30 / 28 88 356-62 marten@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

„Es ist wichtig, dass wir jetzt etwas tun, um unsere Zukunft zu schützen.“

21. Juli 2020 - 12:00
„Es ist wichtig, dass wir jetzt etwas tun, um unsere Zukunft zu schützen.“ Caroline Schroeder 21.07.2020 | 12:00 Uhr Lüke Recktenwald aus Langeoog setzt sich zu Hause und vor Gericht für Klimaschutz ein.

Lüke Recktenwald ist ein echter „Insulaner“. Seine Familie ist seit vier Generationen auf der Nordseeinsel Langeoog zu Hause und betreibt ein Hotel und ein Restaurant. Ob Lüke in Zukunft wie seine Eltern auf der Insel leben und arbeiten kann, ist ungewiss, denn Langeoog ist von der Klimakrise zunehmend bedroht. In diesem Interview erzählt er, wie er die Klimakrise sowie auch die Zeit von COVID-19 auf der Insel erlebt und warum er sich entschieden hat, für Klimaschutz vor Gericht zu ziehen.

Lieber Lüke, was machst du derzeit?

Momentan gehe ich noch in Esens in Ostfriesland auf eine weiterführende Schule. Der Präsenzunterricht hat nach der Schließung wegen Corona wieder angefangen. Allerdings wurde unser Jahrgang nach unserer Klausurenphase aufgeteilt, sodass ich vor den Sommerferien nur jede zweite Woche Präsenzunterricht hatte und die andere Zeit weitestgehend auf der Insel verbringe. Aber auch sonst verbringe ich meistens die Wochenenden und meine Ferien auf Langeoog. In dieser Zeit helfe ich im Restaurant meiner Familie aus. Meine Freizeit verbringe ich gerne mit meinen Freunden am Strand.

Wie hast du die Corona-Krise auf der Insel bislang erlebt?

Wir waren und sind nach wie vor stark von der Corona-Krise betroffen. Ende März mussten wir das Hotel und das Restaurant schließen. Manche unserer Mitarbeiter hatten nicht mehr die Möglichkeit, nach Hause zu kommen und sind auf der Insel geblieben. Es war eine sehr angespannte und bedrückende Stille auf der Insel. Normalerweise beginnt in dieser Zeit ja die Saison. Da wir Insulaner direkt oder indirekt vom Tourismus leben, waren alle sehr besorgt darum, wie es nun weitergeht. Meine Familie hat versucht, das Beste aus der Zeit zu machen. Wir haben unseren Online-Shop ausgebaut, um unsere regionalen Bio-Produkte zu verkaufen. Inzwischen konnten wir das Restaurant und auch das Hotel wieder öffnen, aber natürlich nur unter strengen Sicherheitsauflagen.

Neben der Corona-Krise beschäftigt Dich aber auch der Klimawandel…

Ja, der Klimawandel beschäftigt uns immer mehr. Auf Langeoog kann man die Folgen schon jetzt beobachten. Die Zeit der Sturmfluten fängt inzwischen früher an als sonst. Dadurch werden Strände und Dünen abgetragen. Besonders an der Ostseite der Insel, wo die Dünen nicht so hoch sind, besteht das Risiko, dass das Wasser durch die Dünen bricht und unsere Süßwasserlinse, die uns mit Trinkwasser versorgt, versalzt. Auch unser Restaurant befindet sich auf einer Düne. Inzwischen muss schon zweimal im Jahr Sand aufgespült werden. Diese aufwendigen Landsicherungsmaßnahmen waren früher nur alle drei Jahre nötig; sagen meine Eltern. Sie sind sehr teuer für das Land Niedersachsen, aber für uns lebenswichtig. Die Strandabschnitte sollten in der Zeit gemieden werden, denn es ist ein lebensgefährliches Spülfeld. Die Arbeiten mit den schweren Fahrzeugen und Maschinen beeinträchtigen nicht nur den Tourismus, sondern belasten auch die Umwelt.

Du bist gemeinsam mit weiteren Jugendlichen für mehr Klimaschutz vor das Bundesverfassungsgericht gezogen. Wie kam es dazu?

Meine Eltern setzten sich schon lange für Klimaschutz ein. Vor zwei Jahren haben wir gemeinsam mit weiteren Familien aus verschiedenen Ländern eine Klage beim europäischen Gericht eingereicht. Damit fordern wir die EU auf, mehr für den Klimaschutz zu tun und unsere Grundrechte zu schützen. In unserem Fall geht es um unseren Betrieb und damit um unser Leben auf Langeoog. Die anderen Kläger leben von der Landwirtschaft oder haben ein Hotel so wie wir. Alle leiden schon jetzt unter den Folgen des Klimawandels. Die Klage wurde abgewiesen, aber wir sind in die zweite Instanz gegangen und warten nun auf ein Urteil. Gemeinsam mit unserer Anwältin Dr. Roda Verheyen ist die Idee einer Klage in Deutschland entstanden. Gemeinsam mit acht weiteren Jugendlichen aus Deutschland habe ich eine Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingereicht. Es geht dabei um das deutsche Klimaschutzgesetz, das zu schwach ist, um unsere Grundrechte vor den Folgen der Klimakrise zu schützen. Die EU und Deutschland müssen mehr für Klimaschutz tun.

Warum klagen diesmal nur junge Menschen?

Die Verfassungsbeschwerde bezieht sich auf unsere Zukunft, die uns durch politische und wirtschaftliche Fehlentscheidungen einer anderen Generation genommen wird. Die Erderwärmung wird zunehmen und wir werden besonders mit den Auswirkungen konfrontiert sein. Ich möchte die Möglichkeit haben, genauso wie meine Eltern auf Langeoog zu leben und zu arbeiten. Doch das ist nicht möglich, wenn die Dünen den Sturmfluten nicht mehr standhalten, das Trinkwasser auf der Insel versalzt oder unser Betrieb in Gefahr ist. Genauso geht es den anderen Klägern, die zum Beispiel später in der Landwirtschaft auf dem Hof ihrer Familie arbeiten möchten und schon jetzt unter starker Dürre leiden. Es ist wichtig, dass wir jetzt etwas tun, um unsere Zukunft zu schützen.

Informationen zur Verfassungsbeschwerde finden Sie hier

Informationen zum People’s Climate Case finden Sie hier

 

Meeresspiegelanstieg und Sturmfluten auf Langeoog:

Die Zunahme der Sturmfluten ist u.a. auf den Anstieg des Meeresspiegels zurückzuführen.
Das Bundesland Niedersachsen passt sich schon jetzt an die Veränderungen des Klimawandels an und erkennt an, dass sich vor allem die Auswirkungen von Sturmfluten aufgrund des steigenden Meeresspiegels verschlimmern werden.

Die klimapolitische Umsetzungsstrategie des Bundeslandes Niedersachsen sieht ein Langzeitprogramm vor, das Maßnahmen zur Anpassung an einen erhöhten Meeresspiegel beinhaltet. Dieser Anstieg wird auf 50 cm bis zum Jahr 2100 beziffert. Vorsorglich sollen dazu die Deiche erhöht werden, nicht jedoch die Dünen. Bereits vorhandene Küstenschutzmaßnahmen sollen bis zu einem Meeresspiegelanstieg von 100 cm ausgeweitet werden.

Die Küstenerosion auf Langeoog ist bereits heute erheblich, wie die Klägerfamilie beobachtet. Seit 1971 wurde etwa 2,9 Millionen m³ Sand rund um die Insel abgelagert, um die Dünen zu schützen.

Doch die Ausgangsebene der staatlichen Anpassungspläne, die einen Meeresspiegelanstieg von 50 cm bis Jahr 2100 zu Grunde legt, könnte zu niedrig angesetzt sein, wenn man die aktuellen wissenschaftlichen Schätzungen betrachtet.

Bereits im fünften Sachstandsbericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) aus dem Jahr 2014 geben die WissenschaftlerInnen einen Höchstwert von mehr als 80 cm bis 2100 an. Diese Einschätzungen wurden in den vergangenen Jahren wegen des neu gewonnenen Wissens über die potenziellen Instabilitäten der antarktischen Eisdecke beträchtlich angehoben. Neuste Prognosen zeigen, dass ein globaler Meeresspiegelanstieg von bis zu 200 cm bis 2100 ein denkbares Szenario darstellt.

KlimaforscherInnen des Deutschen Klimakonsortiums, der Helmholtz-Klima-Initiative, Scientists for Future und Klimafakten.de halten fest: „In den kommenden Jahrhunderten sind mehrere Meter Meeresspiegelanstieg zu erwarten. Was wir allerdings beeinflussen können und sollten, ist, wie stark der Meeresspiegelanstieg in den kommenden Jahrhunderten sein wird. Je später die Menschheit ihren Ausstoß an Treibhausgasen senkt, desto stärker steigen langfristig die Meere. Laut einer Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung führt jede Verzögerung des Emissionshöhepunkts um weitere fünf Jahre zu 20 Zentimetern zusätzlichem Meeresspiegelanstieg bis 2300.“ (sehen Sie dazu: Fakten aus der Wissenschaft, März 2020)

Die Familie Recktenwald wird von zukünftigen Auswirkungen des Klimawandels betroffen sein, so wie auch ihr Eigentum, ihre wirtschaftlichen Möglichkeiten und die Gestaltung ihres zukünftigen Lebens.

 

Informationen zur Klimawandel- Betroffenheit der Familie Recktenwald können Sie dem Annex der Klageschrift des People’s Climate Case entnehmen.

Aktuell Klimaklage EU-Klimaklage Verfassungsbeschwerde People's Climate Case Klima Journalisten Unterstützer Verbraucher AnsprechpartnerInnen Echter NameCaroline Schroeder Referentin für Klimaklage-Kommunikation +49 (0)30 / 28 88 356-985 schroeder@germanwatch.org

Nachhaltigkeit im Grundgesetz verankern

21. Juli 2020 - 7:11
Nachhaltigkeit im Grundgesetz verankern Daniela Baum 21.07.2020 | 07:11 Uhr Unterstützen Sie den Petitionsvorschlag bis zum 26. Juli 2020!

Sollte Nachhaltigkeit im Grundgesetz verankert werden? Wir sagen: Ja! – die Landesarbeitsgemeinschaft Lokale Agenda 21 NRW (LAG 21 NRW) fordert dies gemeinsam mit RENN.west, RENN.süd, RENN.mitte, Zukunftsfähiges Thüringen e.V., Berlin 21 e.V. und Brandenburg 21 e.V. mit einem Petitionsvorschlag.
Für diesen können Sie ab sofort hier abstimmen.

Den Petitionsvorschlag hat die LAG 21 NRW im Rahmen der per Crowdfunding finanzierten Aktion „12062020 Olympia“ eingebracht. Mit genügend Stimmen kommt er dort in die Ausarbeitungsphase und kann dann offiziell beim Petitionsausschuss des Bundestags eingereicht werden. Dafür brauchen wir bis zum 26. Juli 2020 Ihre Unterstützung!

Mehr Schlagkraft für die Nachhaltigkeit – auch in rechtlicher Hinsicht

Die Aufnahme ins Grundgesetz ist notwendig und überfällig, weil die deutsche Politik das Nachhaltigkeitsprinzip bisher unzulänglich umsetzt. Eine Verankerung von Nachhaltigkeit im Grundgesetz schaffe „juristische Verbindlichkeit“ bzw. einen normativen Gestaltungsauftrag und eine „erhöhte politische Durchschlagskraft“ des Prinzips, zeigt sich auch der Präsident des Bundesverfassungsgerichts a.D., Prof. Dr. Hans-Jürgen Papier, in dem Gutachten „Nachhaltigkeit als Verfassungsprinzip“ überzeugt.

Dass eine Verankerung von Nachhaltigkeit in der Verfassung möglich ist, zeigen bereits mehrere europäische (Bundes-)Staaten, darunter Schweden und Albanien sowie einige Regionen in Österreich, Italien, Spanien und der Schweiz. In Deutschland geht das Bundesland Hessen mit gutem Beispiel voran: 2018 hat es Nachhaltigkeit als Staatsziel in seine Landesverfassung aufgenommen.

Aktion „12062020 Olympia“ ermöglicht breite Öffentlichkeit

„12062020 Olympia“ will die Auseinandersetzung mit nachhaltigen Lösungsansätzen für aktuelle sozial-ökologische Herausforderungen in den Fokus nehmen – und die Politik dazu auffordern, „sich den drängenden Fragen unserer Zeit anzunehmen“. Dazu haben zahlreiche Initiativen und Privatpersonen über 300 Petitionsvorschläge eingereicht, zum Beispiel zu den Themen Klimaschutz, Demokratie oder Soziale Gerechtigkeit.

Die eigentlich geplante Präsenzveranstaltung im Berliner Olympiastadion mit 50.000 Teilnehmenden am 12. Juni 2020 wurde aufgrund der Corona-Krise abgesagt, die Petitionsprozesse laufen allerdings weiter. Informationen finden Interessierte auf der Webseite von 12062020 Olympia.

Abstimmungsphase – wie geht es danach weiter?

Drei Petitionsvorschläge wurden bereits von einer Expert*innen-Jury ins „Finale“ gewählt. Für die anderen Vorschläge greift nun das Community-Voting: Per Abstimmungsverfahren werden weitere zehn der eingereichten Petitionsvorschläge ausgewählt, ausgearbeitet und schließlich im Petitionsausschuss des Bundestages eingereicht, dort geprüft und schließlich zur Unterzeichnung freigegeben.

Eine Petition mit 50.000 Unterschriften wird im Regelfall im Petitionsausschuss des Bundestages diskutiert – dies bedeutet aber natürlich noch nicht, dass die Forderungen tatsächlich Gesetz werden. Parallel soll daher eine breite Öffentlichkeit für die Vorschläge mobilisiert werden.

Aktuell

Germanwatch e.V. / Illustration: Benjamin Bertram

Nachhaltigkeit Petition Bildung Entscheider Unterstützer Verbraucher AnsprechpartnerInnen Echter NameDaniela Baum Kommissarische Teamleiterin - Bildung für nachhaltige Entwicklung & Regionale Netzstelle Nachhaltigkeitsstrategien West - RENN.west / Redakteurin +49 (0)228 / 60 492-24 baum@germanwatch.org

Anforderungen an wirkungsvolle Multi-Stakeholder-Initiativen zur Stärkung unternehmerischer Sorgfaltspflichten

17. Juli 2020 - 10:36
Anforderungen an wirkungsvolle Multi-Stakeholder-Initiativen zur Stärkung unternehmerischer Sorgfaltspflichten Hanna Fuhrmann 17.07.2020 | 10:36 Uhr Empfehlungen aus Sicht der Zivilgesellschaft

Zur Stärkung unternehmerischer Verantwortung entlang von Liefer- und Wertschöpfungsketten wird national und international vielfach auf sogenannte Multi-Stakeholder-Initiativen (MSI) gesetzt. Zuletzt kündigte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) an, sich im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft verstärkt für EU-weite Branchendialoge einsetzen zu wollen.

Basierend auf den langjährigen Erfahrungen deutscher Nichtregierungsorganisationen mit MSI, beschreiben das CorA-Netzwerk, das Forum Menschenrechte und VENRO in einem gemeinsamen Positionspapier Anforderungen an wirksame MSI.
Diese können nach Ansicht der Herausgeber eine sinnvolle Ergänzung zu regulatorischen Maßnahmen darstellen, doch müssen dafür wesentliche Herausforderungen bewältigt werden. Dazu gehören die Freiwilligkeit der Teilnahme, fehlende Sanktionsmechanismen und ein hoher Aufwand im Verhältnis zum meist geringen Anspruchsniveau.
Um die Potentiale von MSI zu realisieren, identifiziert das vorliegende Papier daher Anforderungen, welche sowohl bei der Initiierung neuer MSI, als auch bei der Weiterentwicklung bereits bestehender MSI berücksichtigt werden müssen.

Damit bietet das Papier auch wichtige Schlussfolgerungen für die im Rahmen des Nationalen Aktionsplans für Wirtschaft und Menschenrechte entstehenden Branchendialoge. Die Herausgeber betonen jedoch, dass die Mitgliedschaft von Unternehmen in MSI unter keinen Umständen pauschal die Umsetzung von Sorgfaltspflichten garantieren und somit kein wirksames Lieferkettengesetz ersetzen kann.

Germanwatch ist Gründungsmitglied des CorA-Netzwerks für Unternehmensverantwortung und ebenfalls Mitglied im Forum Menschenrechte sowie im Dachverband der Entwicklungsorganisationen VENRO. Im Arbeitskreis Wirtschaft und Menschenrechte des CSR-Forums der Bundesregierung, das die Umsetzung des NAP begleitet, ist Germanwatch mit Mandat des Forums Menschenrechte vertreten.

Publikationstyp Positionspapier Seitenanzahl21 Themen Unternehmensverantwortung Transparenzpflicht für Unternehmen

Download: Anforderungen an wirkungsvolle Multi-Stakeholder-Initiativen zur Stärkung unternehmerischer Sorgfaltspflichten [PDF; 3,7 MB]

. Beteiligte Personen Echter NameCornelia Heydenreich Teamleiterin Unternehmensverantwortung +49 (0)30 / 28 88 356-4 heydenreich@germanwatch.org Echter NameSarah Guhr NRO-Koordinatorin Branchendialoge +49 (0)30 / 28 88 356-67 guhr@germanwatch.org

EU-Agrarpolitik: Ministerin Klöckner muss neue Ansätze gegen Klimakrise und Höfesterben voranbringen

17. Juli 2020 - 9:00
EU-Agrarpolitik: Ministerin Klöckner muss neue Ansätze gegen Klimakrise und Höfesterben voranbringen Hanna Fuhrmann 17.07.2020 | 09:00 Uhr Vor Treffen der EU-Agrarministerinnen und -minister am Montag: Bisherige Instrumente retten weder Bauernhöfe noch das Klima

Berlin (17. Juli 2020). Am Montag findet das erste Treffen der EU-Landwirtschaftsministerinnen und -minister unter deutscher Ratspräsidentschaft statt. Germanwatch fordert, durch die im Zentrum des Treffens stehende "Grüne Architektur" der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sowohl bäuerliche Betriebe, als auch Klima- und Umweltschutzziele zu fördern. „Mit dem Europäischen Green Deal und der "Farm to Fork"-Strategie setzt die EU ehrgeizige neue Ziele für den Klimaschutz und den Erhalt der biologischen Vielfalt. Die von der Kommission vorgeschlagenen Instrumente sind jedoch nicht geeignet, um sie zu erreichen und zugleich die bäuerlichen Betriebe zu retten“, sagt Tobias Reichert, Leiter des Teams Welternährung bei Germanwatch. „Die Landwirtschaftsministerin Klöckner muss mit ihren Kolleginnen und Kollegen eine Reform auf den Weg bringen, die kontraproduktive Hektarprämien für Großgrundbesitzerinnen und -besitzer beendet und Betriebe gezielt dabei unterstützt, ökologischer zu wirtschaften.“

Das Klimaziel der EU für 2030 wird nach jetzigem Stand auf mindestens minus 50 bis 55 Prozent im Vergleich zu 1990 verbessert werden. Dazu muss auch die Landwirtschaft, die bislang für mehr als zehn Prozent der Emissionen – 435 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente – verantwortlich ist, einen Beitrag leisten. Die Instrumente der GAP zielen nach Analyse des Europäischen Rechnungshofs aber kaum auf Klimaschutz ab und unterstützen auch klimaschädliche Bereiche der Landwirtschaft. Reichert: „Die Behauptung der EU-Kommission, 40 Prozent des Budgets für die Gemeinsame Agrarpolitik dienten dem Klimaschutz, entbehrt jeder Grundlage. Die neue Farm to Fork-Strategie könnte bei konsequenter Umsetzung den nötigen Schwung in Richtung Klimaschutz geben.“

Das größte CO2-Einsparpotenzial liegt in der Tierhaltung, die derzeit für gut 70 Prozent der landwirtschaftlichen Emissionen der EU verantwortlich ist. Hierzu enthält die Farm to Fork-Strategie gute Wegweiser: „Die angestrebte Halbierung des Antibiotikaverkaufs für Tierhaltungen erfordert 30 bis 50 Prozent mehr Platz je Tier, mehr Außenklima- und Weidehaltung und die Abkehr von der Hochleistungszucht“, erklärt Reinhild Benning, Agrarexpertin bei Germanwatch. „Tiergerechtere Schweineställe senken laut aktuellen Untersuchungen die Klimaemissionen in der Schweinehaltung. Mehr Platz und weniger Leistung pro Tier ohne zusätzliche Ställe – so trägt Tierschutz gleichzeitig zur Reduktion der Treibhausgase und zur Senkung der Überproduktion bei, die zentrale Ursache für niedrige Erzeugerpreise ist.“

Überdies könnte der Ausbau der biologischen Landwirtschaft von derzeit 7,5 auf 25 Prozent der EU-Agrarfläche bis 2030 etwa 30 Mio. Tonnen Kohlendioxid einsparen. Gleichzeitig bietet der meist arbeitsintensivere Ökolandbau bessere Einkommens- und Beschäftigungsmöglichkeiten. „Die konsequente Förderung des Ökolandbaus muss zugleich mit einer Reform der Vermarktungsförderung einhergehen. Ein Instrument dazu ist das EU-Schulprogramm für Milch und Obst, in dem eine Mindestquote von 25 Prozent für ökologische Erzeugnisse bis 2030 festgelegt werden sollte“, so Tobias Reichert. Zudem sollte auch die nachhaltige Lebensmittelbeschaffung in öffentlichen Einrichtungen wie Krankenhäusern und Altenheimen gefördert werden und einen verbindlichen Bioanteil vorsehen.

Tobias Reichert: „Die EU Landwirtschaftsministerinnen und -minister stehen in der Verantwortung, am Montag eine "Grüne Architektur" auf den Weg zu bringen, die wirksame Anreize für den Umbau der Tierhaltung bietet, und sie für die Betriebe lohnenswert macht. Frau Klöckner sollte dazu auch die Vorschläge der deutschen Borchert-Kommission einbringen, die auf einem Konsens zwischen Tierhalterinnen und -haltern, Umwelt- und Tierschutzorganisationen zum Ausstieg aus der industriellen Tierhaltung in Deutschland basieren. Die Ministerin darf Nachhaltigkeit und Klimaschutz in der Landwirtschaft nicht nur propagieren, sondern muss sie mit wirksamen Maßnahmen in der Gemeinsamen Agrarpolitik sicherstellen."

Themen Welternährung, Landnutzung und Handel EU-Agrarpolitik AnsprechpartnerInnen Echter NameTobias Reichert Teamleiter Welternährung, Landnutzung und Handel +49 (0)30 / 28 88 356-3 reichert@germanwatch.org Echter NameReinhild Benning Referentin für Landwirtschaft und Tierhaltung +49 (0)30 / 28 88 356-82 benning@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

Trans-European Networks for Energy: Envisaged new regulation must make the EU energy system fit for climate neutrality

15. Juli 2020 - 14:30
Transeuropäische Netze für Energie: Geplante neue Verordnung muss das EU-Energiesystem fit machen für Klimaneutralität Janina Longwitz 13.07.2020 | 14:43 Uhr

Germanwatch fordert die EU-Kommission auf, Energieeffizienz und 100 % Erneuerbare Energien zu Eckpfeilern der Energiesystemplanung zu machen und fordert ein temporäres Moratorium für Gasinfrastruktur.

Das Energiesystem der EU ist noch weit davon entfernt, klimaneutral zu sein oder zu 100 % auf Erneuerbaren Energien zu basieren. Die derzeit diskutierte Überarbeitung der Leitlinien für die Transeuropäischen Netze für Energie (TEN-E), welche die Grundlage für die Auswahl der so genannten Projekte von gemeinsamem Interesse (Projects of Common Interest - PCIs) bildet, hat das Potenzial, die Weichen neu zu stellen.

Die Herausforderung der TEN-E besteht darin, dass diese noch aus der Zeit vor dem Paris-Abkommen (2015) stammen und sich daher eher an einer starken, statt an einer intelligenten Versorgungssicherheit orientieren – also einer Versorgungssicherheit, die auch wirksamen Klimaschutz, Systemintegration und -flexibilisierung adressieren würde. Dies hat in den letzten Jahren zu einer unangemessen hohen Auswahl an fossilen Gasprojekten in den PCI-Prozessen geführt.

Die Überarbeitung der TEN-E-Verordnung ist für Ende des Jahres geplant. Bis zum 13. Juli 2020 konnten sich Bürger*innen und Expert*innen an einem öffentlichen Konsultationsprozess zur TEN-E-Reform beteiligen, an dem auch Germanwatch teilnahm.

Um die Bedeutung einer klimakompatiblen Revision der TEN-E zu unterstreichen, haben sich Germanwatch und die Umwelt-NGOs BUND, DNR, DUH, Nabu, WWF sowie der Think Tank E3G in einem gemeinsamen Brief direkt an die EU-Kommission und die Bundesregierung gewandt. Das Bündnis fordert, dass „Energy Efficiency First“ zum übergreifenden Prinzip der Infrastrukturplanung wird und das Ziel eines zu 100 % naturverträglichen, erneuerbaren Energiesystems verankert werden muss. Darüber hinaus muss ein befristetes Moratorium für neue Gasinfrastrukturen eingeführt werden, bis der zukünftige Bedarf an erneuerbaren Gastransporten geklärt ist. Dies ist entscheidend, um sicherzustellen, dass öffentliche Gelder nur in zukunftssichere Infrastruktur fließen.

Nun ist es Aufgabe der EU-Kommission und der deutschen Ratspräsidentschaft, die TEN-E-Verordnung an den Ambitionen des Europäischen Green Deals auszurichten und damit Infrastruktur für ein intelligentes, integriertes und erneuerbares Energiesystem zu ermöglichen.

 

 

Aktuell EU Ratspräsidentschaft Energie Erneuerbare Energien Deutsche und Europäische Klimapolitik Europäische Klimapolitik Stromnetze AnsprechpartnerInnen Echter NameAndrea Wiesholzer Referentin - Netze für die Energiewende +49 (0)30 / 28 88 356-988 wiesholzer@germanwatch.org

Referent*in für CO2-Preise (w/m/d)

15. Juli 2020 - 13:20
Referent*in für CO2-Preise (w/m/d) Janina Longwitz 15.07.2020 | 13:20 Uhr 32-40 h/Woche, Arbeitsort Berlin, Beginn möglichst zum 1.9.2020

Germanwatch sucht für seine politische Arbeit für einen wirkungsvollen CO2-Preis und die Koordinierung seiner Aktivitäten zu den Corona-Konjunkturpaketen eine Person mit Arbeitserfahrung in der politischen Advocacyarbeit oder in Bundesministerien, Bundestag oder EU-Institutionen. Die Stelle ist eingebettet in das Germanwatch-Team Deutsche und Europäische Klimapolitik.

Zu Ihren Hauptaufgaben gehören:

  • Verfolgen und Analyse der energie- und klimapolitischen Debatten in Deutschland und der EU, insbesondere zur CO2-Bepreisung (u.a. Weiterentwicklung des Europäischen Emissionshandels und der CO2-Preise bei Verkehr und Gebäuden, u.a. zu Grenzausgleichsmechanismen und Sozialverträglichkeit) und außerdem zum wirtschaftlichen Wiederaufbau nach der Coronakrise
  • Entwicklung von Strategien für die Advocacy-, Netzwerk- und Kommunikationsarbeit
  • Pflege und Ausbau eines Netzwerks von relevanten Akteuren aus Medien, Exekutive, Legislative, Unternehmen, Sozialakteuren und Wissenschaft in Deutschland sowie Brüssel/EU
  • Enge Zusammenarbeit mit und Koordination von Partnerverbänden in Deutschland und Brüssel sowie weiteren EU- Mitgliedsländern zum Thema CO2-Preise
  • Arbeit an Thesen- und Hintergrundpapieren, Studien und Politikempfehlungen
  • Medien- und Öffentlichkeitsarbeit (z.B. das Verfassen von Pressemitteilungen und Tweets sowie das Erstellen und Halten von Präsentationen)
  • Inhaltliche und technische Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Veranstaltungen (inkl. Moderation)

Sie haben mindestens 3 Jahre relevante Berufserfahrung und bringen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen in den folgenden Bereichen mit:

  • Solide Kenntnisse zu den ökonomischen und politischen Debatten zur CO2-Bepreisung in Deutschland und/oder der EU sowie nach Möglichkeit zum Thema Green Recovery. Kenntnisse zu Emissionshandels¬systemen sind erwünscht.
  • Studium mit für die Arbeit relevanter Ausrichtung, z.B. in den Fächern Volkswirtschaft, Politikwissenschaft oder Europawissenschaften (idealerweise mit energie- oder klimapolitischen Fokus)
  • Arbeitserfahrung in Bundesregierung, Bundestag, EU-Institutionen oder im Bereich Advocacy/Public Affairs
  • Arbeitserfahrung in den Bereichen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, politische Kommunikation, strategische Politikgestaltung sowie Netzwerkarbeit
  • Sehr gute analytische und kommunikative Fähigkeiten und souveränes Auftreten
  • Erfahrungen mit Projektanträgen und im Projektmanagement
  • Lust an selbstständigem, eigenverantwortlichem Arbeiten sowie an Teamarbeit
  • Sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse in Wort und Schrift sowie möglichst Kenntnisse einer weiteren europäischen Sprache

Gewünschter Beginn ist der 1.9.2020 - nach Absprache ist auch ein späterer Einstieg möglich.

Wir bieten eine in Anlehnung an den öffentlichen Dienst vergütete und zunächst für ein Jahr befristete Anstellung. Darüber hinaus streben wir eine längerfristige Zusammenarbeit an. In einem gemeinsam abzusprechenden Umfang ist mobiles Arbeiten bzw. Heimarbeit möglich. Sie erwartet die Möglichkeit, in einem engagierten, sympathischen Team die Energie-, Verkehrs-, Effizienz- und Industriewende in Deutschland und Europa voranzubringen.

Ihre Bewerbung schicken Sie uns bitte bis zum 16.8.2020 zusammen mit dem ausgefüllten Bewerbungsfragebogen, den Sie auf dieser Seite im Downloadbereich abrufen können (Kontakt bei technischen Problemen: Andrea Taubert (taubert@germanwatch.org). Der Bewerbungsbogen ist das zentrale Dokument und unverzichtbarer Teil Ihrer Bewerbung. Er enthält weitere Hinweise zum Bewerbungsverfahren.

 

Aktuell Stellenangebot Dateianhang

Download: Stellenangebot [PDF; 0,1 MB]

Download: Bewerbungsbogen [doc; 0,1 MB]

AnsprechpartnerInnen Echter NameJudit Mays Personalreferentin +49 (0)228 / 60 492-40 mays@germanwatch.org

Supporting the Western Balkans' Energy Transition

15. Juli 2020 - 8:24
Unterstützung der Energiewende auf dem Westbalkan Hanna Fuhrmann 15.07.2020 | 10:00 Uhr Eine zwingend notwenige Aufgabe für die deutsche EU-Ratspräsidentschaft

Energiewendepartnerschaften EU-Westbalkan – Viel steht für die Europäische Union auf dem Spiel

Langfristige Stabilität und Wohlstand in den Ländern des Westbalkan sind eng mit dem Schicksal der EU verbunden. Eine positive Entwicklung in der Region und die Aufrechterhaltung guter Beziehungen liegen im strategischen Interesse der EU. Geopolitische Interessen stehen sich auf dem Westbalkan weiterhin gegenüber: China konkurriert zunehmend mit den von der EU angebotenen Ideen internationaler Solidarität und Zusammenarbeit. Am deutlichsten wurde dies während des Ausbruchs der COVID-19-Pandemie und der darauffolgenden Wirtschaftskrise. Die neue Dynamik der kürzlich ausgeweiteten finanziellen Unterstützung sollte der Ausgangspunkt für eine ernsthaftere Zusammenarbeit für eine Energiewende mit dem Westbalkan sein. Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft in der zweiten Hälfte dieses Jahres sollte sich darauf konzentrieren, Energiewendepartnerschaften Wirklichkeit werden zu lassen. Dies ist eine Chance, die die EU nicht verpassen sollte.

In der Vergangenheit sind beträchtliche Summen an finanzieller Hilfe von der EU in die Region geflossen und neue, größere Summen sind Teil der internationalen Reaktion der EU auf die COVID-19-Krise. Auch ihr langfristiger Wiederaufbauplan zielt auf den Westbalkan ab. Es ist wichtig, dass diese Mittel für eine nachhaltige Entwicklung verwendet werden; vorzugsweise zur Unterstützung der Energiewende in der Region.

Energiesysteme spielen eine Schlüsselrolle für den wirtschaftlichen Wohlstand und könnten eine treibende Kraft für mehr Zusammenarbeit und Sicherheit in der Region sein. Der Übergang zu nachhaltigen Erneuerbaren Energien ist ein wichtiger weltweiter Trend. Er ist neben dem drängenden Thema der Dekarbonisierung ein entscheidender Bestandteil der Überlegungen der meisten Länder in Bezug auf wirtschaftliche Entwicklung und Energiesicherheit.

Die EU hat öffentlich erklärt, dass ihr außenpolitisches Handeln voll und ganz auf die Klimaziele der EU ausgerichtet sein sollte. Aus diesem Grund wird im Rahmen des Europäischen Green Deals eine Grüne Agenda für den Westbalkan entwickelt. In einigen Westbalkan-Ländern gibt es noch immer Pläne, in die Kohleverstromung zu investieren: Insgesamt 12 Kohlekraftwerke befinden sich derzeit in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Da die Beitrittsperspektive der Länder wieder zu einer politischen Priorität wird und sich die fortschreitende Klimaambition der EU festigt, drohen Kohlekraftwerke zu "Stranded Assets" zu werden. Dies ist umso wahrscheinlicher angesichts des geplanten CO2-Grenzausgleichsystems zur Vermeidung der Verlagerung von CO2-Emissionen außerhalb der EU und der selbst auferlegten Verpflichtung der EU, den Ländern des Westbalkans eine europäische Perspektive zu bieten.

Studien belegen, dass die Potenziale für Erneuerbare Energiequellen und Energieeffizienzmaßnahmen auf dem Westbalkan beträchtlich sind. Gleichzeitig können aus einer erfolgreichen Energiewende vielfältige gesellschaftliche und wirtschaftliche Vorteile gezogen werden.

In diesem "Policy Brief" [in englischer Sprache] geben wir politische Empfehlungen für die Europäische Union während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft und darüber hinaus, um die Energiewende auf dem Westbalkan voranzutreiben – eine Chance, die die EU nicht verpassen sollte. 

Publikationstyp Policy Brief Seitenanzahl12 Themen Internationale Klimapolitik Entwicklung & Klima Deutsche und Europäische Klimapolitik Deutsche Klimapolitik Europäische Klimapolitik

Download: Supporting the Western Balkans' Energy Transition [PDF; 1,2 MB]

. Beteiligte Personen Echter NameLutz Weischer Politische Leitung Berlin +49 (0)30 / 28 88 356-64 weischer@germanwatch.org Echter NameMartin Voß Referent für Entwicklungsbanken und Klimatransparenz +49 (0)228 / 60 492-53 voss@germanwatch.org

Lieferketten: Deutsche Unternehmen bei Monitoring erneut nicht bestanden - Kanzlerin Merkel muss sich nun für Gesetz stark machen

14. Juli 2020 - 14:57
Lieferketten: Deutsche Unternehmen bei Monitoring erneut nicht bestanden - Kanzlerin Merkel muss sich nun für Gesetz stark machen Hanna Fuhrmann 14.07.2020 | 14:57 Uhr Germanwatch begrüßt Vorstoß der Minister Müller und Heil für Lieferkettengesetz

Berlin (14. Juli 2020). Germanwatch begrüßt die heutige Ankündigung von Entwicklungsminister Müller und Arbeitsminister Heil, noch in dieser Legislaturperiode ein nationales Lieferkettengesetz zu verabschieden. Anlass war das erneut schlechte Abschneiden der deutschen Unternehmen bei einer Befragung zur Achtung der Menschenrechte in ihren globalen Geschäftsbeziehungen.

Cornelia Heydenreich kommentiert: „Ein solches Gesetz ist überfällig. Wir begrüßen die Initiative der Minister Heil und Müller. Nun liegt der Ball bei Bundeskanzlerin Merkel - sie muss das Vorhaben jetzt engagiert vorantreiben. Denn ein klarer gesetzlicher Rahmen würde nun den Koalitionsvertrag umsetzen und ist auch im Sinne vieler Unternehmen. Diejenigen, die schon jetzt die Menschenrechte achten, dürfen keine Wettbewerbsnachteile gegenüber denjenigen haben, die dafür nichts oder viel zu wenig tun.“

Germanwatch fordert gemeinsam mit rund 100 weiteren Organisationen aus der Initiative Lieferkettengesetz schon seit langem eine gesetzliche Regelung. Dafür hat die Initiative im Februar auch ein Rechtsgutachten vorgelegt. Ein solches Gesetz muss die Rechte der Betroffenen von Menschenrechtsverletzungen stärken. Deshalb fordert Heydenreich weiter: „Ein Lieferkettengesetz muss wirksame Haftungsregeln umfassen. Mit einem ambitionierten Lieferkettengesetz in Deutschland kann die Bundesregierung auch eine europaweite Regelung vorantreiben.“

Themen Unternehmensverantwortung Beschwerdemechanismen – Rechte für Betroffene Transparenzpflicht für Unternehmen AnsprechpartnerInnen Echter NameCornelia Heydenreich Teamleiterin Unternehmensverantwortung +49 (0)30 / 28 88 356-4 heydenreich@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

Policy Advisor for Climate Finance and Development (m/f/d)

13. Juli 2020 - 15:00
Policy Advisor for Climate Finance and Development (m/f/d) Janina Longwitz 13.07.2020 | 15:00 Uhr 32-40h/week, location: Bonn or Berlin, ideally September 1st, for 24 months, extension envisaged

Germanwatch is a development and environment organization that actively engages in international political and economic discussions. The situation of marginalized people forms the starting point for our engagement for sustainable development.

Germanwatch advocates for the provision of predictable climate finance that takes into account the needs of developing countries and the most vulnerable. The UN climate funds, including the GCF and the Adaptation Fund, constitute important multilateral instruments in the provision of climate finance. As the GCF is entering a critical phase with many projects entering implementation, Germanwatch is supporting CSOs in developing countries, in particular Africa, to strengthen their long-term capacity in participating in national dialogues, advocating for ambitious project proposals and increasing accountability and transparency through participatory monitoring and evaluation. This should ultimately enable GCF projects and programs to unfold their transformative effect.

To complement our International Climate Policy Team we are looking for a

Professional with the following profile:

  • Understanding of the international climate regime, especially the UNFCCC processes and different finance institutions, in particular the Green Climate Fund (GCF).
  • Competence and work experience in the area of climate change action in developing countries. Experience working with finance institutions is considered a strong asset.
  • Proven intercultural competence and experience in working with/in developing countries, preferably Africa, and a profound understanding of vulnerable people's needs and circumstances.
  • High motivation to work in an NGO environment.
  • Fluency in English. Excellent oral and written French skills are a strong advantage. At minimum, basic command of German language or willingness to learn is desired.

Your tasks will initially include contributions to:

  • Cooperate, coordinate with and capacitate NGO partners in developing countries, in particular in Africa, to effectively engage with GCF activities on a domestic and international level.
  • Formulate and present policy suggestions to improve climate finance architecture from the perspective of vulnerable people.
  • Prepare communication materials (including short papers and briefings, newsletter, blog posts, social media).
  • Engage in international NGO networks on the international climate finance architecture, in particular the GCF.
  • Manage multi-year project with international NGO partners.

The post will be based in either Bonn or Berlin, Germany, and will require national and international travel. Note that due to the current pandemic, the home office would be the prevailing workspace in the beginning. Germanwatch will support securing visa and work permit. The position comes with German benefits scheme, including health insurance.

We strive for equal representation of all social and cultural groups among our employees. We, therefore, explicitly welcome applications from people with migratory backgrounds and people with disabilities. We offer high flexibility with regard to working hours and workplace and provide technical support as needed.

Application documents (including the below mentioned applicant’s form) should be sent no later than August 3rd to: Dr. Gerold Kier, Administrative Director, jobs@germanwatch.org. The applicant’s form may be downloaded on this site.  In case of problems with downloading this form, please contact Ms. Andrea Taubert (taubert@germanwatch.org) for assistance. The applicant’s form is the central document of your application, necessary for it to be valid. It also contains further information on the application process.

First round of virtual interviews: August 10th.
Second round (with a selection of applicants from round 1): August 24th.

Aktuell Stellenangebot Dateianhang

Download: Job Advertisement [PDF; 0,08 MB]

Download: Applicant's Form [PDF; 0,05 MB]

AnsprechpartnerInnen Echter NameJudit Mays Personalreferentin +49 (0)228 / 60 492-40 mays@germanwatch.org

„Zukunftsfähig nach Corona – Zeit für Nachhaltigkeit“

9. Juli 2020 - 17:05
„Zukunftsfähig nach Corona – Zeit für Nachhaltigkeit“ Daniela Baum 09.07.2020 | 17:05 Uhr Memorandum des Fachforums Nachhaltigkeit NRW

Die Corona-Pandemie bietet neben zahlreichen Herausforderungen auch eine große Chance: Wir können Veränderungsprozesse nutzen und unsere Zukunft nachhaltig gestalten. Das Fachforum Nachhaltigkeit NRW, in dem auch Germanwatch mitwirkt, hat dazu im Juni 2020 sieben Empfehlungen veröffentlicht. Gemeinsam fordern wir die Politik zum Handeln auf: Regierungen sollten die historische Chance im Rahmen der Krisenbewältigung für eine sozial-ökologische Transformation nutzen. Mit der Stellungnahme wollen wir auf eine nachhaltige Krisenbewältigung in NRW und den Ebenen des Bundes und der EU hinwirken.

Das komplette Memorandum des Fachforums Nachhaltigkeit NRW „Zukunftsfähig nach Corona – Zeit für Nachhaltigkeit“ können Sie in der rechten Spalte auf dieser Seite herunterladen.

Unterstützungsangebot für die Politik

Das Memorandum richtet sich in erster Linie an die nordrhein-westfälische Landesregierung und wird auch an die Ministerien des Landes NRW verschickt. Das Fachforum positioniert sich darin unter anderem zu sozial-ökologisch gestalteten Konjunkturprogrammen, sozialer Gerechtigkeit und globaler Solidarität sowie zum Naturschutz als Lebensgrundlage und Gesundheitsvorsorge. Wir empfehlen, dass das Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen der aktuellen Überarbeitung seiner Nachhaltigkeitsstrategie die Corona-Krise adressiert und sein Vorgehen zur nachhaltigen Krisenbewältigung darlegt. Die Expert*innen des Fachforums bieten der Politik an, bei diesem Prozess beratend zur Seite zu stehen.

Im Fachforum Nachhaltigkeit NRW sind zahlreiche zivilgesellschaftliche Organisationen vertreten, um die nachhaltige Entwicklung in NRW konstruktiv zu begleiten, darunter z.B. Umwelt-, Entwicklungs- und Naturschutzverbände, Kirchen und Gewerkschaften.

Aktuell Nachhaltigkeitsstrategie SDGs NRW Deutsche und Europäische Klimapolitik Deutsche Klimapolitik Bildung Entscheider Journalisten Unterstützer Dateianhang

Memorandum „Zukunftsfähig nach Corona – Zeit für Nachhaltigkeit“

AnsprechpartnerInnen Echter NameStefan Rostock :: Sabbatical bis 30.9.2020 :: Teamleiter Bildung für nachhaltige Entwicklung, NRW-Fachpromotor für Klima & Entwicklung +49 (0)228 / 60 492-26 rostock@germanwatch.org Echter NameDaniela Baum Kommissarische Teamleiterin - Bildung für nachhaltige Entwicklung & Regionale Netzstelle Nachhaltigkeitsstrategien West - RENN.west / Redakteurin +49 (0)228 / 60 492-24 baum@germanwatch.org

Jetzt bei den Deutschen Aktionstagen Nachhaltigkeit 2020 mitmachen

9. Juli 2020 - 13:17
Jetzt bei den Deutschen Aktionstagen Nachhaltigkeit 2020 mitmachen Daniela Baum 09.07.2020 | 13:17 Uhr Gesucht werden wieder #tatenfuermorgen

Dieses Jahr hat Covid-19 die Welt stillstehen lassen. Viele mussten sich in der neuen Situation zurechtfinden und den eigenen Alltag ganz neu strukturieren. Doch die Pandemie hat auch gezeigt, dass sich weder Klimawandel noch Engagement für den Klimaschutz, weder der Kampf um Gleichheit noch Diskussionen um die Würde des Menschen aufhalten lassen – und dass nachhaltiges Handeln in Krisenzeiten wichtiger denn je ist.

Die Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit (DAN) finden vom 20. bis 26. September 2020 statt, Aktionen können für den Zeitraum vom 18. September bis zum 08. Oktober angemeldet werden. Bundesweit können alle – egal ob Privatperson, Verein, Unternehmen, (Hoch)schule, Kommune oder Kirche – ihre konkrete Aktion für die Umsetzung der globalen Ziele für Nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Vereinten Nationen einreichen.

Anmeldungen sind über die Webseite www.tatenfuermorgen.de möglich.

#gemeinsamfuermorgen

In diesem Jahr haben sich die DAN mit vielen Partnern aus der Nachhaltigkeitsszene zusammengetan – auch sie veranstalten Aktionstage oder -wochen während des Aktionszeitraums der DAN. Unter #gemeinsamfuermorgen schaffen die DAN und ihre Partner gemeinsam in den Sozialen Medien Aufmerksamkeit für nachhaltige Ideen und Lösungen.

Welche Aktionen können angemeldet werden?

Durch die Pandemie haben sich die Möglichkeiten für Aktionen verändert, viele sind jedoch auch in Einklang mit den neuen Verhaltensregeln möglich oder könnten mit etwas Einfallsreichtum an diese angepasst werden. Insbesondere digitale Aktionen bieten sich nun besonders an, Beispiele für passende Aktionen gibt es hier.

Was steckt dahinter? – Die Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit sind 2012 vom Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) ins Leben gerufen worden. Anlass war die Weltkonferenz der Vereinten Nationen über Nachhaltige Entwicklung (Rio+20). Allein im Jahr 2019 fanden in ganz Deutschland insgesamt 3.248 Aktionen während der Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit statt. Je mehr Menschen mitmachen, umso stärker ist das Signal, das wir gemeinsam mit den Deutschen Aktionstagen Nachhaltigkeit senden!

Materialen zum Download und alle weiteren Informationen zu den Deutschen Aktionstagen Nachhaltigkeit:

www.tatenfuermorgen.de/deutsche-aktionstage-nachhaltigkeit

Aktuell RENN.west SDGs Nachhaltige Entwicklungsziele Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie Aktion Bildung Lehrende Unterstützer Verbraucher AnsprechpartnerInnen Echter NameDaniela Baum Kommissarische Teamleiterin - Bildung für nachhaltige Entwicklung & Regionale Netzstelle Nachhaltigkeitsstrategien West - RENN.west / Redakteurin +49 (0)228 / 60 492-24 baum@germanwatch.org

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