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Aktualisiert: vor 55 Minuten 59 Sekunden

Barrierefreies Kommunizieren mit Alltagsmasken? Gar nicht so einfach!

22. Juli 2021 - 13:02

Die Mundnasenschutzmaske, irgendwie gehört sie zum Alltag schon fast dazu. Letztes Jahr war es noch ein merkwürdiges Gefühl, ein bisschen wie im Film. Inzwischen haben sich viele an den Anblick und das Tragen der Masken gewöhnt. Natürlich empfinden einige die wichtigen Helfer im Kampf gegen die Pandemie noch immer als störend. Doch für manche Menschen sind die Masken weitaus mehr als lästig.

Besonders belastend ist der Alltag mit Maske zum Beispiel für gehörlose Menschen. Neben der Hand- und Fingerbewegung ist das Lippenlesen für sie ein wichtiger Teil der Gebärdensprache und der täglichen Kommunikation. Das macht vieles schwieriger. Nicht richtig kommunizieren zu können, das bedeutet immerhin oft eine eingeschränkte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Doch wie können wir Kommunikation in Corona Zeiten barrierefreier gestalten?

Nachhaltig und Inklusiv

Diese Frage hat sich auch Juliet Namujju gestellt. In einem Artikel der Deutschen Welle wird über die erfolgreiche Modedesignerin aus Uganda berichtet. Sie ist Gründerin des ugandischen Fashionlabels Kimuli Fashionability und hat das Masken-Problem in Angriff genommen. Gemeinsam mit ihrem Team designen sie Alltagsmasken mit Sichtfenster aus recyceltem Plastikabfall. Das gefällt vielen und die Masken kommen super an! Doch wie kam sie auf die Idee?

Schon lange ist Inklusion für Frau Namujju ein Anliegen. Als sie noch ein Kind war, verlor ihr Vater beide Beine. Früh lernt sie, wie schwer es ist, mit einer Behinderung in der Gesellschaft zurecht zu kommen. Für ihr Modelabel stellt sie Menschen mit Behinderung ein und bildet sie aus. Durch ihre Teammitglieder, von denen viele gehörlos sind, wurde sie auf das Problem der Alltagsmasken aufmerksam und feilte gemeinsam im Team an einer Lösung.

Doch das Modelabel ist nicht nur inklusiv, sondern auch nachhaltig. Juliet Namujju nutzte bereits als kleines Mädchen Stoffreste ihrer Oma und Plastikmüll um Spielsachen herzustellen. Müll ist für sie nicht einfach nur Abfall, sondern etwas Schönes, aus dem etwas Neues entstehen kann. Heute kämpft sie für die Umwelt gegen das Plastikproblem, indem sie aus Dingen, die andere wegwerfen, Kleidung entwirft, oder eben Alltagsmasken mit Sichtfenster herstellt.

„Waste is not waste, not until you waste it and disability is not inability! “meint sie in einem Video der Social Innovation Academy (SINA). Das bedeutet in etwa: „Müll ist nur dann Müll, wenn du ihn verschwendest, und Behinderung bedeutet keine Unfähigkeit“. Das macht Sinn, oder?

Nachhaltigkeit und das Empowerment von Menschen mit Behinderung sind für das Modelabel zentral. Juliet Namujju schafft es, beide wichtige Themen zu verbinden.

Es bleibt kompliziert: Barrierefreie Kommunikation weiterdenken!

Ganz so einfach ist es mit den Masken leider auch nicht, denn das Sichtfenster beschlägt oft. Fragt man die Mitarbeiterin Rose Nakangu ist es dennoch eine große Verbesserung zu den herkömmlichen Masken.

Probleme mit barrierefreier Kommunikation gibt es auch in Deutschland. (Mehr dazu kannst du in diesem Artikel auf rbb 24 nachlesen) Was wir bei den Diskussionen um die Masken nicht vergessen sollten, ist die Zielgruppe, denn um das Kommunikationsproblem zu lösen, müssen natürlich auch hörende Menschen spezielle Masken tragen. Das Lippenlesen ist für Gehörlose auch gerade deshalb so wichtig, da viele Menschen keine Gebärdensprache sprechen. Sie sind deshalb oft auf andere Personen angewiesen. Barrierefreie Kommunikation ist also gar nicht selbstverständlich, sondern ein strukturelles Problem. Doch solange öffentliche Kommunikation ein Privileg bleibt, laufen Gehörlose und andere Minderheiten Gefahr, keinen Zugang zu Beratung oder wichtigen medizinischen Informationen zu haben. Das kann im schlimmsten Fall gefährlich werden!

Menschen wie Juliet Namujju sind deshalb inspirierend, weil sie Probleme erkennen und Lösungen finden! Diese Einstellung ist wichtig, um tiefliegende Herausforderungen in der Gesellschaft aufzudecken.  Das bedeutet auch, dass die Diskussion zur barriereUnfreien Kommunikation nicht bei der Beschaffung inklusiver Masken aufhören darf!

Denn Ausnahmesituationen wie Corona zeigen uns noch etwas: bereits existierende, strukturelle Probleme und welche Menschen bei Entscheidungen zu wenig Beachtung finden.

Juliet Namujju zeigt, wie es gehen kann. Sie ist ein großartiges Vorbild, wenn es um innovative Projekte geht, die gleich mehrere Probleme angehen! Ich hoffe ihre Geschichte und ihr Einsatz inspirieren dich! Hast du auch Ideen, die unsere Gesellschaft besser machen könnten? Welche Probleme würdest du gerne lösen? Ich bin gespannt!

-Jules-

Das Beitragsbild stammt von Adam NieściorukM auf unsplash.com.

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Dein Studiengang mit Bezug zur Einen-Welt – Jetzt bewerben!

20. Juli 2021 - 9:51

Du hast deinen Schulabschluss hinter dich gebracht oder bist schon mit dem Bachelor fertig? Herzlichen Glückwunsch! Du bist an globalen Themen interessierst und willst die Welt besser verstehen, vielleicht sogar einmal im internationalen Kontext arbeiten? Ich stelle dir heute vier besondere Studiengänge vor, die dich diesem Ziel näherbringen!

Geographische Entwicklungsforschung Afrikas (B.A.): Universität Bayreuth

Geographische Entwicklungsforschung Afrikas oder kurz GEFA gibt es schon seit 20 Jahren und bietet dir eine kritische und interdisziplinäre Perspektive auf Globalisierungs- und Entwicklungsprozesse. Kleiner Spoiler: In deiner Zeit in Bayreuth (und hoffentlich auch danach) wirst du die Welt und deine Rolle darin reflektieren und kritisch hinterfragen.

Während deines Studiums werden Kurse der allgemeinen Geographie mit Kursen zu Afrika spezifischen Themen und Übungen zur Projektpraxis verbunden. Außerdem kannst du einen der vielfältigen Schwerpunkte wählen und dadurch einen individuellen Fokus setzten. Durch kleinere Forschungen, Berufspraktika und Exkursionen wird das theoretische Wissen durch praktische Erfahrungen ergänzt. Ein besonderes Highlight ist die 2-wöchige Geländeübung in Afrika!

GEFA zeichnet sich außerdem durch kleine Gruppen und eine familiäre Atmosphäre, aber auch durch den Afrikaschwerpunkt der Uni aus. Die Uni Bayreuth gehört immerhin weltweit zu den bekanntesten Universitäten für Afrikastudien! Wer einen internationalen Campus in Kleinstadt- Atmosphäre sucht ist hier also genau richtig!

Und was macht man damit?

Viele Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs arbeiten in der Entwicklungsplanung, der Forschung und der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. Mehr zu den vielfältigen Perspektiven findest du aber auf der Website des Studiengangs.

Bewerben kannst du dich noch bis zum 31. Juli!

Social work: transnational (B.A.):  Frankfurt University of Applied Science

Falls du dich lieber auf soziale Arbeit im internationalen Kontext konzentrieren möchtest, bist du hier genau richtig!

In diesem Bachelor lernst du europäische und globale Probleme zu verstehen und zu analysieren und beschäftigst dich mit Themen wie Flucht & Migration, Armut & sozialer Ungleichheit und Menschenrechten & Globalem Lernen. Doch nicht nur theoretisches Wissen, auch deine Softskills und interkulturellen Kompetenzen werden ausgebaut. Während der acht Semester verbringst du ein Semester im europäischen Ausland. Außerdem wird eines deiner zwei integrierten Praktika ebenfalls im Ausland stattfinden. An Praxisbezug und Auslandserfahrung sollte es in deiner Studienzeit also nicht mangeln!

Du wirst durch den transnationalen Schwerpunkt auf vielfältige Arbeitsbereiche vorbereitet. Später kannst du in internationalen Organisationen und Projekten, Hilfsorganisationen, oder in anderen Kontexten mit Bezug zu Interkulturalität, Migration, Inklusion oder Nachhaltiger Entwicklung arbeiten.

Gute Englischkenntnisse werden vorausgesetzt. Für eine Bewerbung zum Wintersemester ist es leider schon zu spät. Dafür kann man den Bachelor auch im Sommersemester starten!

Mit der Bewerbung hast du hierfür noch bis zum 15. Januar Zeit! Hier kannst du dich weiter informieren.

Human Rights Studies in Politics, Law and Society (M.A.): Hochschule Fulda 

Du hast einen Bachelorabschluss in Sozialwissenschaften, Politikwissenschaften, Rechtswissenschaften, Kommunikationswissenschaften, Philosophie oder ähnlichem und hast Interesse an einem interdisziplinären Studiengang mit Fokus auf regionale und globale Menschenrechtsentwicklung? Dann solltest du dir den Master in Fulda nicht entgehen lassen!

Lisa, eine Studentin des Programms, erzählt: „Mein Master betrachtet menschenrechtliche Themen aus verschiedenen Sichtweisen. Dabei lernen wir nicht nur das juristische Arbeiten, sondern diskutieren auch auf einer politischen und gesellschaftskritischen Ebene. Besonders spannend finde ich das internationale Umfeld. Es ist bereichernd mit Dozierenden und Studenten mit unterschiedlichsten Nationalitäten zusammenzuarbeiten. “ (Lisa Strube, Human Rights Studies, zweites Semester)

Arbeiten kannst du später in Think Tanks, nationalen und internationalen Organisationen, politischen Stiftungen, in den Medien und vielem mehr. Ein Blick auf die Website der Hochschule lohnt sich!

Bewerben kannst du dich noch bis zum 30. September!

Global Political Economy and Development (M.A.): Universität Kassel 

Zu guter Letzt stelle ich dir einen besonders forschungsorientierten, interdisziplinären Master in Kassel vor.

In diesem Master werden jährlich nur 25 Studierende aufgenommen. Das Curriculum in Kassel ist für einen kritischen und postkolonialen Blick auf Politische Ökonomie, Globale Beziehungen und Entwicklungskooperationen bekannt. Hier hast du die Möglichkeit zu lernen, wie politische und ökonomische Dynamiken interpretiert und verstanden werden können.

Dein Studienalltag wird nicht nur durch kritische Fragestellungen, sondern auch durch den internationalen Schwerpunkt des Masters bereichert. 75% der Studierenden kommen aus unterschiedlichen globalen Kontexten! Außerdem werden verschiedene Kurse von Lehrkräften der Partneruniversitäten angeboten. Dazu gehören unter anderem Universitäten in Brasilien, Ghana, Indien und Südafrika.

In den Master ist außerdem ein acht-wöchiges Praktikum integriert, in dem du dein persönliches Forschungsinteresse vertiefen kannst.

Schnell noch bewerben: Am 31. Juli ist Bewerbungsschluss! Hier gibt es noch weitere Informationen.

Und, war etwas für dich dabei? Kennst du noch andere interessante Studiengänge? Ich drücke die Daumen!

-Jules-

Das Beitragsbild stammt von Green Chamäleon auf Unsplash.com

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SDG 2 – Eine Welt ohne Hunger? Laut UN-Hungerbericht noch lange nicht!

13. Juli 2021 - 14:19

Hunger. Im Grunde genommen kennt jeder Mensch auf der Welt dieses Gefühl. Doch wirklichen Hunger, dauerhaft und so intensiv, dass er das eigene Leben bedroht, den kennen nicht alle Menschen. Und doch ist die Zahl der Menschen, die unter Hunger leiden, viel zu groß. Der Welthungerbericht der UN zieht eine traurige Bilanz: Weltweit ist die Zahl der hungernden Menschen im Vergleich zum letzten Jahr weiter gestiegen. Dabei sollte es doch bis 2030 nach den Nachhaltigkeitszielen der UN keinerlei Hunger mehr geben. Doch von diesem Ziel sind wir weit entfernt.

Das SDG2: Kein Hunger

2015 hat die UN die Agenda 2030 verabschiedet – ein globaler Plan zur Förderung nachhaltigen Friedens und Wohlstands und zum Schutz unseres Planeten. Teil des Fahrplans sind die 17 Nachhaltigkeitsziele, die Sustainable Development Goals oder auch kurz SDGs genannt). Verschiedene Ziele sind keine Armut, eine hochwertige Bildung für alle Menschen oder weniger Ungleichheiten. SDG 2 stellt das Ziel der Weltgemeinschaft dar, bis 2030 jegliche Form von Hunger, Mangel- und Fehlernährung zu beenden. Von dem Erreichen dieses Ziels sind wir jedoch noch weit entfernt – und entfernen uns leider auch immer weiter davon. Denn die Zahl der hungernden Menschen weltweit steigt.

Der UN-Hungerbericht

Gestern, am 12. Juli 2021, hat die UN den Welthungerbericht („Die Situation der Nahrungsunsicherheit und Ernährung in der Welt“) für das Jahr 2020 veröffentlicht. Laut des Berichts hungern mittlerweile weltweit bis zu 811 Millionen Menschen – fast 10 Prozent der Weltbevölkerung. Schätzungen zufolge sind das 70 bis 161 Millionen Menschen mehr als im Jahr 2019, ein Anstieg von 1,5 Prozentpunkten. Dies ist ein starker Anstieg, in den Vorjahren bewegte sich die Steigerung lediglich zwischen 0,1 und 0,2 Prozentpunkten.

Geographische und demographische Unterschiede

Mehr als die Hälfte der Menschen, die an Unterernährung leiden, leben in Asien. Am meisten ist  der Hunger jedoch in Afrika gestiegen. Dort sind mit einem Anteil von 21 Prozent an der Bevölkerung mehr als doppelt so viele Menschen unterernährt wie in anderen Regionen der Erde. Zum Vergleich: In Nordamerika und Europa beträgt der Anteil unterernährter Menschen weniger als 2,5 Prozent.

Frauen waren im Schnitt häufiger von Hunger und Mangelernährung betroffen als Männer. Doch vor allem Kinder leiden stark unter Hunger. Mehr als 149 Millionen Kinder unter 5 Jahren wiesen Wachstumsstörungen auf und waren zu klein für ihr Alter.

Ursachen für den Anstieg

Die wohl offensichtlichste Ursache für den Anstieg des Hungers weltweit ist die COVID-19-Pandemie. Viele verloren ihre Arbeit, die Wirtschaft der Länder litt unter den Folgen und die Menschen hatten keinen gesicherten Zugang zu Nahrungsmitteln mehr. Doch auch der Klimawandel muss als mögliche Ursache berücksichtigt werden. Madagaskar leidet beispielsweise momentan unter einer extremen Hungersnot durch Hitze und lange Dürreperioden, die die Ernte zerstört haben. Mehr zu den Hintergründen, Ursachen und Folgen von Hunger kannst du auch auf der Website der Welthungerhilfe erfahren.

Schätzungen zufolge wird das SDG 2 um rund 660 Millionen Menschen verfehlt werden. 30 Millionen davon werden auf die Pandemie zurückzuführen sein. Es bedarf nun also enormer Anstrengungen, dieses ambitionierte Ziel dennoch zu erreichen und sich für das Menschenrecht auf Nahrung stark zu machen!

-Leah-

Das Beitragsbild stammt von Siegfried Poepperl auf Unsplash.com.

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Bangladesch und der Klimawandel

8. Juli 2021 - 11:05

Die Auswirkungen des Klimawandels werden immer spürbarer. In Kanada und den USA zerstören gerade Waldbrände ganze Städte und Rekordtemperaturen von 49,5 Grad in British Colombia führten vermutlich zum Hitzetod mehrerer Menschen. Gleichzeitig schmilzt die Arktis – und das sogar noch viel schneller als erwartet. Bereits 2035 wird die Arktis Experten zufolge im Sommer komplett eisfrei sein. Auch viele Länder Asiens sind schon jetzt massiv vom Klimawandel betroffen, darunter vor allem die Küstenregionen. Heute wollen wir deswegen Bangladesch genauer in den Blick nehmen und schauen, was für Auswirkungen der Klimawandel dort auf die Menschen und die Natur hat.

Das Land Bangladesch

Mit einer Bevölkerung von rund 161 Millionen zählt Bangladesch trotz vieler Entwicklungsfortschritte zu den ärmsten Ländern in Südasien. Ähnlich wie in Indien gibt es auch hier eine große Schere zwischen Arm und Reich, eine Mittelschicht ist so gut wie nicht vorhanden. 43 Prozent der Bevölkerung hat weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag zur Verfügung und ein Drittel lebt sogar unter der nationalen Armutsgrenze. Die Wirtschaft ist jedoch in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen, was nicht zuletzt an der enormen Bedeutung der Textilindustrie liegt (was es jedoch auch dort für enorme Probleme gibt, könnt ihr in unserem Blogbeitrag über die Textilbranche in Bangladesch nachlesen).

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Natur und die Menschen in Bangladesch

Bangladesch wurde in den letzten Jahren von den Folgen des Klimawandels besonders hart getroffen. Und das, obwohl die Menschen dort lediglich einen Pro-Kopf-Ausstoß an CO2 von 0,5 Tonnen pro Jahr haben. Zum Vergleich: in Westeuropa beträgt der jährliche Pro-Kopf-Ausstoß 15 Tonnen, in den USA sogar 20 Tonnen. Und dennoch beeinflusst der Klimawandel das Land in weitaus höherem Maße als die USA oder Europa. Doch warum ist das eigentlich so?

Ein großer Faktor ist die Lage Bangladeschs nur knapp über dem Meeresspiegel. Da dieser durch das wärmere Klima und das Schmelzen der Arktis jedoch immer mehr ansteigt, ist der Großteil der Küstenregionen im Süden bedroht. In immer kürzeren Abständen treffen Zyklone auf die Küste und zerstören die Lebensgrundlage tausender Menschen. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung Bangladeschs lebt von der Landwirtschaft. Überschwemmungen und Monsunregen zerstören jedoch ständig wieder die Ernten und Felder der Menschen.

Deswegen sehen sich immer mehr Menschen gezwungen, ins Landesinnere zu flüchten und dort neue Arbeit zu suchen. Dabei zieht es sie vor allem in die Hauptstadt Dhaka, die mit einer Bevölkerung von 14 Millionen eh schon aus allen Nähten platzt. Schätzungen zufolge kommen dort täglich bis zu 2000 Binnenmigrantinnen und –migranten an, die in der Textilbranche oder auf der Baustelle Arbeit suchen. Einer dieser Menschen ist Jahangir Alam, ein ehemaliger Fischer. In einem Interview mit Qantara erzählt er: „Vor zwanzig Jahren habe ich mein erstes Haus verloren, damals habe ich als Fischer gearbeitet. Dann, drei Jahre später, hat der Fluss mein zweites Haus weggespült, und vor sieben Monaten schließlich mein drittes… Wir wollten dieses Opfer nicht auf uns nehmen, wir wollten auf unserer Insel bleiben.“

Möchtest du noch mehr über die Auswirkungen des Klimawandels auf Bangladesch erfahren? In einem Artikel von Qantara gibt es die komplette Geschichte von Jahangir Alam, dem ehemaligen Fischer. In einem Artikel von bpb gibt es weitere aufschlussreiche Informationen über das Land Bangladesch.

Wusstet ihr, dass Bangladesch so enorm vom Klimawandel betroffen ist? Und meint ihr, dass diese Entwicklungen überhaupt noch aufzuhalten sind?

-Leah-

Das Beitragsbild stammt von Hasib Matiur auf Unsplash.com und zeigt Dhaka, Bangladesch.

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Solaranlagen aus Biomüll und ohne Sonneneinstrahlung? Das geht!

2. Juli 2021 - 10:49

Endlose Reihen von Photovoltaik-Anlagen in sonnenreichen Ländern sind wohl die ersten Bilder, die einem in den Kopf kommen, wenn man an Solarenergie denkt. Als zweites denkt man meist an Dächer, die mit Anlagen gespickt sind, um den eigenen Haushalt mit Wärme und Energie zu versorgen. Viele überlegen vielleicht auch, wie sinnvoll Solarenergie für einen selbst ist, gerade wenn man in einem Land wohnt, in dem kontinuierliche Sonneneinstrahlung keine Grundvoraussetzung über das ganze Jahr hinweg ist. Zwar produzieren Solaranlagen auch ohne Sonneneinstrahlung einen gewissen Betrag an Energie, doch ist dieser deutlich geringer. Außerdem kommen bei der Produktion von Solaranlagen giftige Stoffe und Metalle seltener Erden zum Einsatz, weshalb sie nicht ganz unumstritten sind.

Was wäre aber, wenn unsere Solaranlagen auch ohne Sonneneinstrahlung einen großen Ertrag an Energie erbringen könnten und die Herstellung umweltfreundlicher wäre? All das hat der philippinische Student Carvey Ehren Maigue mit seiner Erfindung AuREUS möglich gemacht!

Herkömmliche Solaranlagen kurz und knapp erklärt

Solaranlagen hat eigentlich jeder schon mal gesehen, vielleicht hat jemand auch Solaranlagen auf dem eigenen Dach. Doch wie genau funktionieren diese, wie werden sie hergestellt und wie umweltfreundlich sind sie wirklich?

Funktionsweise

Eine Solaranlage kann sowohl zur Stromerzeugung als auch als Quelle zur Beheizung verwendet werden. Dabei beschreibt der Begriff Solarthermie die Umwandlung von Sonnenenergie in Wärme, die dann zum Heizen, Duschen oder Baden benutzt werden kann. Photovoltaik ist hingegen die Bezeichnung für die Umwandlung von Sonnenenergie in elektrischen Strom. Dieser kann entweder direkt genutzt werden oder für später in einem Stromspeicher zwischengelagert werden. Manchmal wird überflüssiger Strom auch ins öffentliche Stromnetz eingespeist.

Solaranlagen brauchen also Sonnenstrahlung, um Wärme bzw. Strom zu erzeugen. Doch was ist, wenn es mal regnet oder bewölkt ist? Die Anlage produziert zwar weiterhin Strom oder Wärme, jedoch mit einem deutlich geringeren Ertrag. Wenn im Winter Schnee auf den Dächern liegt, geht dieser sogar gegen null. Am effektivsten sind die Solaranlagen also in den Sommermonaten, in denen viel die Sonne scheint.

Herstellung und Umweltfreundlichkeit

Das Ausgangsmaterial von Solarpanels sind Quarzsand, Quarzkiesel und Kohlenstoff. Generell werden für die Herstellung seltene Erden benötigt, die vor allem in Ländern Asiens viel vorhanden sind. Gegner von Solaranlagen behaupten oft, dass die Energie, die zur Herstellung benötigt wird, viel höher ist als der tatsächliche spätere Ertrag. Dies ist jedoch so nicht richtig: Die energetische Amortisationszeit (der Zeitraum, der benötigt wird, um den bei der Herstellung entstandenen Energieaufwand durch die eigene Energieproduktion auszugleichen) liegt bei 1 bis 3 Jahren. Eine Solaranlage hat aber sogar eine Lebenszeit von bis zu 25 Jahren! Umweltfreundlicher als Kohle- oder Atomenergie ist die Variante also definitiv. Wichtig ist, dass Solarzellen am Ende ihres Lebenszyklus immer korrekt entsorgt werden, sodass keine giftigen Stoffe in die Umwelt geraten können. Wenn das alles ein bisschen kompliziert war, schau doch mal in dieses Video rein, das die Herstellung sehr gut erklärt!

Solaranlagen aus Biomüll – AuREUS

Wie zuvor beschrieben, ist die Effektivität von Solaranlagen natürlich am größten, wenn die Sonne auch wirklich scheint. Der philippinische Student Carvey Ehren Maigue hat sich gefragt, wie Solarpanels auch bei bedecktem Himmel funktionieren könnten. Als er eines Tages bemerkt, dass sich seine Brillengläser, die sich normalerweise bei Sonneneinstrahlung dunkel färben, trotz fehlender Sonne verfärbten, war seine Idee geboren.

Funktionsweise

Die von Carvey Ehren Maigue entwickelten Solarpanels basieren auf UV-Strahlung, also dem ultravioletten Teil der Sonnenstrahlung. Dieser erreicht die Erde eben auch, wenn der Himmel bedeckt und die Sonne nicht direkt zu sehen ist. Die im Material des Solarpanels enthaltenen Partikel können die UV-Strahlung absorbieren und fangen daraufhin an zu glühen, wodurch Energie erzeugt wird. Das erzeugte Licht, das dann sichtbar wird, kann in Strom umgewandelt werden und entweder gespeichert oder direkt verwendet werden. Auch die UV-Strahlung, die an umgebenen Gebäuden oder Gehwegen abprallt, kann von den neuen Panels aufgefangen werden. Je mehr dieser Panels aneinandergebaut werden, desto höher die Leistung. Und jetzt kommt der Hammer: Die neue Technologie liefert bis zu 48 Prozent der Zeit Strom, während herkömmliche Photovoltaikanlagen dies nur für 10 bis 25 Prozent der Zeit schaffen!

Herstellung und Umweltfreundlichkeit

Doch das coolste an den neuen Panels kommt noch. Sie werden aus 80 Prozent Biomüll hergestellt! Für die Herstellung müssen die lumineszierenden Partikel aus dem Obst und Gemüse gefiltert werden. Dafür werden Obst und Gemüse zerkleinert und ihre Säfte extrahiert. Diese Säfte werden dann gefiltert, destilliert und eingeweicht und die Partikel sehr fein in Harz verteilt. Dann können die Module geformt werden. Dem Erfinder ist dies jedoch noch nicht genug und er strebt an, in der Herstellung in der Zukunft zu 100 Prozent auf Biomüll umzustellen. In diesem Video bekommt ihr noch mehr Einblicke in den Herstellungsprozess.

Für diese tolle Idee wurde Carvey Ehren Maigue 2020 sogar mit dem beliebten James Dyson Award in der Kategorie Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Die neue Technologie wird außerdem bereits in vielen Branchen getestet, beispielsweise an Autos, Booten oder Flugzeugen. Wir werden in der Zukunft also vermutlich noch viel von Carvey Ehren Maigue hören!

Wie findet ihr die neue Technologie? Denkt ihr, dass diese zukunftsfähig ist und vielleicht bald sogar herkömmliche Solaranlagen ablösen wird?

-Leah-

Das Beitragsbild stammt von Joshua Hoehne auf Unsplash.com.

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F.A.Z.-Schulprojekt zur Bundestagswahl 2021 – Gib der Zukunft deine Stimme

29. Juni 2021 - 13:29

Möchtest du mehr über die demokratische Gesellschaft in Deutschland erfahren und gezielt Falschmeldungen in der Presse erkennen können? Vielleicht hast du zusammen mit deinen Eltern schon einmal ein Wahllokal besucht? Wenn dir die Begriffe Presse- und Meinungsfreiheit bis jetzt noch nicht bekannt sind, lernst du diese und viele mehr bei dem Wettbewerb „Bundestagswahl 2021 – Gib der Zukunft deine Stimme“ der Frankfurter Allgemeinen Zeitung kennen. Hier der Aufruf dazu:

Die 20. Bundestagswahl in Deutschland steht im September bevor und sorgt für eine grenzenlose Informationsflut in den Medien und in der Presse. Dabei ist es sehr wichtig, sich mit den Wahlprogrammen der einzelnen Parteien auseinanderzusetzen und diese kritisch zu hinterfragen.

Wir alle haben Zugang zu einer grenzenlosen Informationsflut im Internet. Diese mediale Flut enthält aber oftmals auch eine Menge an Falschmeldungen. Dieser Wettbewerb gibt dir unter anderem die Möglichkeit, zu lernen, wie man eine gründliche Recherche vornimmt, um nicht auf Falschmeldungen reinzufallen, sondern Informationen aus sicheren Quellen auszuwählen.  

Gemeinsam mit der Unterstützung von der Google News Initiative rufen wir dazu auf, sich kritisch und selbstbestimmt mit den Werten einer Demokratie auseinanderzusetzen und einen besseren Einblick in den Wahlkampf zu erlangen. Dabei beschäftigst du dich mit den Instrumenten einer Demokratie, den Parteien und ihren dazugehörigen Wahlprogrammen.

Und jetzt bist du an der Reihe! Mit deinem erlernten Expertenwissen zu der Bundestagswahl entwirfst du einen Wettbewerbsbeitrag mit deiner Zukunftsvision zu den Themen „Klimaschutz“, „Bildung“ oder „Zusammenleben/Gesellschaft“.

Dabei darfst du dich kreativ ausleben oder deine künstlerischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Deine Zukunftsvision kann sowohl in Text-, Audio- als auch Videoform erfolgen, weiteren kreativen Ideen sind keine Grenzen gesetzt. 

Alle wichtigen Infos und News auf einem Blick: Dazu erhältst du ein kostenfreies Digital-Abonnement der F.A.Z., welches deine Recherche unterstützt. Zu gewinnen gibt es tolle Preise für die Klassenkasse!  Na, haben wir dein Interesse geweckt? Dann erzähle deiner Lehrerin oder deinem Lehrer davon und schaut gemeinsam nach unter: fazschule.net.

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Be a Changemaker! – Masifunde Bildungsförderung E.V.

25. Juni 2021 - 11:16

Masifunde Bildungsförderung e.V. dreht das typische Schema von Entwicklungsarbeit um – hier dient Südafrika als Beispiel für das Bildungsangebot des Vereins an deutschen Schulen.

Das Bild von der klassischen Entwicklungszusammenarbeit ist oft, dass weiße Menschen ihre Ideen, ihre Überzeugungen, ihre Ansätze auf die Länder des Globalen Südens übertragen wollen. Auch wenn dahinter gute Absichten stehen mögen, ist es oft so, dass die Dinge, die in Ländern des Globalen Nordens gut funktionieren nicht überall so passend sind.

Ganz frei machen von einem eurozentrischen Einfluss auf die Bildungsarbeit, die Masifunde Bildungsförderung e.V. in Südafrika fördert, können wir uns als Verein zwar nicht, aber es gibt eine Besonderheit: Nicht ein in Deutschland entwickelter Bildungsansatz wurde auf die Bildungsprojekte in Südafrika übertragen, sondern genau andersherum. Nachdem das Projekt Learn4Life! in Walmer Township in der südafrikanischen Stadt Gqeberha Erfolge verzeichnete und die Organisation Masifunde Learner Development immer größer und unabhängiger von den in Deutschland akquirierten Spenden wurde, haben wir, das Team in Deutschland, uns entschieden den Bildungsansatz auch hier an die Schulen zu bringen. In Südafrika geht es vor allem darum, den Kindern und Jugendlichen Life-Skills beizubringen und den Stoff aus dem Lehrplan zu vervollständigen, zum Beispiel in Modulen wie Computers & Internet, Media Influence oder Career Guidance. Sie sollen nötige Skills für ein erfolgreiches Leben vermittelt bekommen und sie an ihr Umfeld weitergeben.

Themen aus der EINEN Welt

In Deutschland ist es ebenfalls das Ziel, dass Kinder und Jugendliche Themen des Globalen Lernens kennenlernen, die im Lehrplan zu kurz kommen, darunter Flucht und Migration, Ressourcen und Konsum, Menschenrechte oder Gender und Geschlechtergerechtigkeit. Eine große Absicht steckt aber verstärkt dahinter: Sie werden dafür sensibilisiert ihre eigene (privilegierte) Rolle in der EINEN Welt zu reflektieren und ihr eigenes Handeln in den Kontext globaler Entwicklungen zu stellen. Learn4Life! kann an Schulen in regelmäßigen 90-minütigen AGs stattfinden oder einmalig als Workshop in den Unterricht eingebunden werden.

In Zusammenarbeit mit unserer südafrikanischen Partnerorganisation Masifunde Learner Development können sich die Jugendlichen aus beiden Ländern digital über das jeweils Gelernte austauschen und durch den Kontakt mit anderen Lebensrealitäten noch mehr aus den Lektionen mitnehmen. Im Zentrum unseres Bildungsansatzes steht das Prinzip des „Changemakers” –  junge Menschen sollen nicht nur akademisch gefördert, sondern zu aktiven Mitgliedern der Zivilgesellschaft motiviert werden. Sie werden dazu ermutigt, das Erlernte an ihr Umfeld weiterzutragen und so nachhaltige Veränderungen anzustoßen, um einer gerechteren Weltgesellschaft näherzukommen – das ist unsere Vision.

Podcast zu globalen Zusammenhängen

Auch wenn ihr nicht mehr zur Schule geht, hat Masifunde eine Möglichkeit für euch, euch mit den Learn4Life!-Themen auseinandersetzen. Im Podcast Global Gedacht! setzen sich die zwei Moderatorinnen einmal im Monat mit verschiedenen Themen globaler Zusammenhänge auseinander und sprechen mit Expertinnen und Experten über verschiedene Aspekte, die unsere Leben in Deutschland und global betreffen. In den Folgen, die circa eine halbe Stunde dauern, werden auch konkrete Handlungsoptionen aufgezeigt, die euch Ideen geben können, wie ihr ganz individuell Veränderung anstoßen könnt. Also, werdet selbst zu Changemakern und hört in die Folgen herein! Die nächsten drei Episoden drehen sich um den Themenschwerpunkt Umwelt, Nachhaltigkeit und um die Klimakrise.

Den Masifunde Podcast Global Gedacht! könnt ihr überall hören, wo es Podcasts gibt oder direkt über die Website. Masifunde hat noch viele andere spannende Angebote. Seht euch also doch gerne mal genauer auf der Website oder auf Instagram um @masifunde_de!

-Rebecca Herber, Masifunde Bildungsförderung e.V.-

Das Beitragsbild wurde uns mit freundlicher Genehmigung von Masifunde Bildungsförderung e.V. zur Verfügung gestellt. 

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Die Zukunft von Bangladeschs Textilproduktion – Warum wir endlich globale Lieferkettengesetze brauchen

18. Juni 2021 - 9:29

Im Rahmen der diesjährigen Fashion Revolution Week haben wir vor kurzem bereits über die Tragödie von Rana Plaza, einer eingestürzten Textilfabrik in Bangladesch berichtet. Als Reaktion auf das Unglück wurde 2013 das sogenannte Bangladesch-Abkommen verabschiedet, eine verbindliche Vereinbarung zum Brandschutz und zur Gebäudesicherheit zwischen Gewerkschaften, Einzelhandel und großen internationalen Marken. Diese Vereinbarung ist jedoch im Mai 2021 ausgelaufen und wird momentan nur durch eine dreimonatige Verlängerung einiger Marken weitergeführt – die Befürchtung in Bangladesch, in der Textilproduktion wieder mehr Gefahren ausgesetzt zu sein, ist entsprechend groß.

Das Bangladesch-Abkommen

Das Bangladesch-Abkommen wurde erstmals 2013 als Reaktion auf die Trägodie vom Rana Plaza beschlossen. Bei dem Unglück verloren über 1.100 Menschen ihr Leben, weitere 2.000 wurden verletzt. Das Gebäude, in dem große Marken wie C&A oder Primark produzierten, stürzte ein, nachdem zuvor bereits Risse im Gebäude von den Arbeiterinnen und Arbeitern bemängelt wurden. Trotzdem wurden sie zur Arbeit gezwungen, viele bezahlten mit ihrem Leben. Das Unglück sorgte für internationales Entsetzen. Gerade deshalb gelang es wohl, so schnell ein Abkommen zu unterzeichnen – die großen Textilmarken waren deutlich unter Druck geraten.

2013 verabschiedet und 2018 erneuert, soll das Bangladesch-Abkommen für bessere Sicherheitsstandards sorgen. Regelmäßige unabhängige Inspektionen, die Überwachung von notwendigen Sanierungen, Sicherheitstrainings und die Berücksichtigung von Beschwerden der Arbeitenden sollen eine erneute Katastrophe verhindern. Seit der Verabschiedung des Abkommens sind bereits mehrere tausend Mängel aufgenommen worden. Interessant ist auch, dass sich Stakeholder auf einer Website über den Status der Fabrik, in der produziert wird, informieren können. Dieses Abkommen, an dem sich ursprünglich über 200 Marken beteiligt hatten, ist jedoch zum 31. Mai ausgelaufen. Noch läuft eine dreimonatige Verlängerung, die von 56 Marken mitgetragen wird. Doch die Sorge wächst – was passiert nach dem Auslaufen des Abkommens?

Das deutsche Lieferkettengesetz und was es wirklich bringt

Acht Jahre nach Rana Plaza ist in Deutschland am 11. Juni 2021 nun endlich ein Lieferkettengesetz verabschiedet worden, das Unternehmen zu mehr Verantwortung entlang der gesamten Lieferkette verpflichten soll. Doch das Gesetz hat viele Lücken. Die Initiative Lieferkettengesetz versteht das Gesetz passenderweise als „Noch nicht am Ziel, aber endlich am Start”. Damit soll betont werden, wie wichtig der Einsatz vieler Nichtregierungsorganisationen und Individuen war, um ein Lieferkettengesetz endlich auf die Tagesordnung des Bundestags zu bekommen, das Gesetz aber noch lange nicht weitreichend genug ist.

Gute erste Ansätze

Positiv ist, dass das Gesetz in Deutschland endlich einen Paradigmenwechsel anstößt. Nicht mehr länger freiwillige Corporate Responsibility (Unternehmensverantwortung), sondern gesetzliche Rahmen, die Menschenrechtsverstöße verhindern sollen. Außerdem legt das Gesetz Sorgfaltspflichten sowie bestimmte umweltbezogene Pflichten fest. All diese gesetzlichen Regulierungen sollen von soliden behördlichen Durchsetzungen kontrolliert und Nichteinhaltung sanktioniert werden.

Doch noch viel Arbeit

In Hinblick auf die Reichweite der Sorgfaltspflicht, die Beteiligung Betroffener am Sorgfaltsverfahren und die Wiedergutmachung erfüllt das Gesetz noch nicht die Vorgaben der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte (UNLP). Auch die umweltbezogenen Leitlinien gehen zum Teil nicht weit genug und berücksichtigen weder Biodiversität noch Klimaauswirkungen. Betroffene haben keine Anspruchsgrundlage, vor deutschen Gerichten Schadensersatz einzuklagen. Einer der größten Kritikpunkte ist aber wohl, dass all die Richtlinien des Lieferkettengesetzes erst ab 2023 gelten und dann nur für Unternehmen ab 3.000 Mitarbeitenden (ab 2024: 1.000 Mitarbeitende). Auch sind Unternehmen nur zur Kontrolle ihrer unmittelbaren Zulieferer verpflichtet, für mittelbare Zulieferer ist dies lediglich bei Bedarf notwendig. Viele fordern deshalb Nachbesserungen.

Warum wir eine globale Lösung brauchen

Eine europäische Lösung zur Verhinderung von Menschenrechtsverletzungen entlang der Lieferkette lässt noch auf sich warten. Das Europaparlament hat am 10. März 2021 jedoch einen ersten Gesetzesvorschlag verabschiedet. Die fraktionsübergreifende Mehrheit im Parlament hat dafür gestimmt. Der europäische Vorschlag ist in vielen Teilen tiefer greifend als das deutsche Gesetz. Nach dem Europaparlament muss jetzt die EU-Kommission einen Gesetzesentwurf verabschieden. Dies ist für Juni 2021 geplant.

Auf internationaler Ebene gibt es die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. Die Leitprinzipien sind in drei Säulen eingeteilt: (1) die Pflicht des Staates, Menschenrechte zu schützen, (2) die Verantwortung der Unternehmen, Menschenrechte zu achten und (3) ein Zugang zu gerichtlicher und außergerichtlicher Abhilfe bei Menschenrechtsverletzungen. Diese sind aber nur Leitlinien und stellen keinen völkerrechtlichen Vertrag dar. Die Nationen sind so nur angehalten, die Prinzipien in Nationale Aktionspläne umzusetzen.

Leider gibt es weiterhin täglich Verstöße gegen Menschenrechte entlang der Lieferkette. Viel zu häufig sind dabei Kinder betroffen – weltweit sind nach aktuellen Schätzungen der internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und UNICEF 160 Millionen Mädchen und Jungen von Kinderarbeit betroffen. Die Corona-Pandemie hat diese Situation noch verschärft. Dabei ist im Nachhaltigkeitsziel 8 der UN das Ziel festgeschrieben, bis 2030 jegliche Form der Kinderarbeit abzuschaffen. Das Ziel 8 fordert außerdem im Allgemeinen menschenwürdige Arbeitsbedingungen. Um dieses Ziel wirklich erreichen zu können, braucht es jedoch noch mehr Anstrengungen, starke gesetzliche Regelungen und verantwortliches Handeln von Wirtschaftsverbänden. Bangladesch hat doch eindeutig gezeigt, dass verantwortliches Handeln auf freiwilliger Basis nicht ausreichend ist. Um weitere Katastrophen wie Rana Plaza zu verhindern und menschenwürdige Arbeit zu ermöglichen, brauchen wir deshalb starke internationale sowie nationale Lieferkettengesetze!

-Leah-

Das Beitragsbild stammt von J Williams auf Unsplash.com

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Ruanda als Vorreiter für die Gleichberechtigung von Frauen?

15. Juni 2021 - 14:24

Dass Ruanda mit einer Frauenquote von 61,3 Prozent im Parlament (Stand: Januar 2021) weltweit führend ist, wissen vielleicht einige. Auch sonst läuft in Sachen Gleichberechtigung von Frauen und Männern in Ruanda schon vieles richtig, Ruanda wird oft als Land der Frauen bezeichnet. Doch vor nicht einmal 30 Jahren sah die Sache für Frauen noch ganz anders aus. 1994 fand sich das Land in seinem dunkelsten Kapitel wieder. Der Völkermord in Ruanda kostete Schätzungen zufolge mehr als 1.000.000 Menschen das Leben. In den Jahren nach dem Völkermord überschlugen sich wirtschaftliche, soziale und politische Neuerungen, die vor allem von Frauen initiiert wurden. Bessere Bildungschancen, Führungspositionen, Abschaffung traditioneller Rollenverteilung in der Familie – all das ist in Ruanda möglich geworden. Doch wie kam es zu diesen Änderungen und wie fortschrittlich ist das Land in der Gleichberechtigung von Frauen wirklich?

Der Völkermord von 1994

Bereits vor der Eskalation im Völkermord von 1994 gab es jahrzehntelange Konflikte zwischen den Hutu und der Tutsi-Minderheit. Diese Differenzen gehen vor allem auf die belgische und deutsche Kolonialisierung zurück. Die Ungleichbehandlung der beiden Gruppen hatte die ethno-soziale Spaltung zwischen der damals dominierenden Tutsi-Minderheit und der Hutu-Mehrheit in massivem Ausmaß vorangetrieben. Nach einem bis heute ungeklärten Attentat auf den damaligen Hutu-Präsidenten kam es zur endgültigen Eskalation. Die Regierung rief zum Mord an der Tutsi-Minderheit auf. Militante Hutu ermordeten nicht nur die Tutsi selbst, sondern ebenfalls moderate Hutu. So forderte der Völkermord innerhalb von 100 Tagen das Leben von 800.000 bis 1 Millionen Tutsi, sowie einiger Tausend Hutu. 

Der Weg zu mehr Rechten

Vor dem Völkermord besaßen Frauen in Ruanda kaum Rechte. Man betrachtete sie als Eigentum des Mannes, das auf häusliche Tätigkeiten und ihre Rolle als Mutter beschränkt wurde. Auch der Besuch der Schule wurde vielen vorenthalten, die Bildung von Jungen als Priorität verstanden.

Mit dem Ende des Völkermords hatte sich die demografische Struktur im Land stark verändert. Die Mehrzahl der Toten, Gefangenen und Geflohenen waren Männer. So bildeten Frauen 70% der Bevölkerung. Daher waren diese auch maßgeblich am Wiederaufbau des Landes beteiligt. Viele Frauen gingen erstmals in die Politik und erließen Gesetze, die Frauen mehr Rechte zusprachen. So war es Frauen erstmals erlaubt zu erben, die Bildung von Mädchen und Frauen wurde stärker gefördert und Gewalt gegen Frauen stärker bestraft. Gleichberechtigung wurde fest im Gesetz verankert.

Also ist in Ruanda alles besser für die Frau?

So einfach ist es leider nicht. Viele Aspekte der Gleichberechtigung wurden von oben, von der autoritären Regierung verordnet, wie zum Beispiel die Verankerung der Gleichberechtigung in der Verfassung. Der ruandische Präsident Paul Kagame betont immer wieder, dass eine nationale Aussöhnung nur möglich ist, wenn alle Menschen in Ruanda miteinbezogen werden und setzt sich daher stark für die Gleichberechtigung von Mann und Frau ein. Daher könne mit den Frauen nicht einfach mehr als die Hälfte der Bevölkerung ignoriert werden. Doch nicht nur Männer stellen sich gegen die in ihren Augen unbequeme Alternative der Gleichberechtigung. Auch Frauen haben noch Schwierigkeiten, ihre neue Rolle anzunehmen.

Doch der Stein ist ins Rollen gebracht worden

Auch wenn Gleichberechtigung für einige Menschen noch für Kopfschütteln sorgt; bei vielen ist dies bereits fest im Familienleben etabliert. Dies wird vor allem durch die verpflichtenden Ehepaar-Trainings unterstützt. Dort lernen Männer, dass sie sich selbst nichts Gutes tun, wenn sie sich nicht um ihre Kinder kümmern und zudem viel verpassen. Außerdem soll ein stärkeres Bewusstsein dafür entstehen, Ehepartner zu respektieren und Gewalt in der Ehe als ein Tabu zu verstehen. Auch die Ermutigung, Frauen einen Job ausüben zu lassen, ist Teil des Trainings.

Auf dem Arbeitsmarkt ändern sich auch bereits viele Dinge. So gibt es immer mehr Frauen, die ihr eigenes Unternehmen führen oder sich in Berufe wagen, die traditionellerweise von Männern ausgeübt wurden. Auch dort begegnen Frauen jedoch erstmal Vorurteilen und Hürden. Warum? Der reformbedingte Wandel war einfach schneller als der gesellschaftliche Wandel. Diese Änderungen brauchen noch etwas mehr Zeit, um von der ganzen Gesellschaft akzeptiert zu werden. Trainings wie oben beschrieben können dabei helfen, Gleichberechtigung in den Köpfen der Menschen als selbstverständlich zu verankern. Auch wenn noch viel getan werden muss – der Stein ist ins Rollen gebracht worden und Ruanda ist auf einem guten Weg hin zur vollständigen Gleichberechtigung von Mann und Frau.

Du möchtest noch mehr über die Situation von Frauen in Ruanda erfahren? Dann schau doch mal in diese Reportage von Deutschlandfunk Kultur von 2018 rein. Dort erfahrt ihr in vielen verschiedenen persönlichen Geschichten von Ruanderinnen, wie sie Gleichberechtigung im Land erfahren. Was meint ihr zu Ruanda? Denkt ihr, dass das Land im Fall der Gleichberechtigung ein Vorbild für viele andere Länder, zum Beispiel auch Deutschland sein könnte?

-Leah-

Das Beitragsbild stammt von Dylan Walters von Flickr.com, lizensiert unter (CC BY 2.0) .

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Der BUKO 39: Global Change? System Change! Global Solidarity

10. Juni 2021 - 12:15

Weltweit gehen Menschen auf die Straße, um für mehr Gerechtigkeit zu demonstrieren. Ob in sozialen Demonstrationen, Bewegungen für Demokratie oder Streiks für mehr Klimagerechtigkeit – vor allem junge Menschen setzen sich für Themen ein, die uns alle etwas angehen. Dabei steht der Wille zum Wandel im Vordergrund, Unterschiede sind nicht wichtig. So sehen wir uns in vielen Bewegungen international vereint. Diese Bewegungen brauchen jedoch auch immer wieder Reflexion. In diesem Rahmen findet der diesjährige BUKO 39 – der 39. Kongress der Bundeskoordination Internationalismus – vom 10. bis zum 13. Juni statt. Dieses Mal online! Alle Infos zum Kongress und vielen tollen Vorträgen, die ihr nicht verpassen solltet, haben wir heute für euch hier gesammelt.

Die BUKO

Die Bundeskoordination Internationalismus (BUKO) macht sich stark für emanzipatorische Politik, radikale Kritik der gesellschaftlichen Verhältnisse und für eine internationalistische Bewegung. Die BUKO ist ein unabhängiger Dachverband, ein übergeordneter Verband, in dem mehrere Verbände zusammengeschlossen sind. Dem Dachverband gehören beispielsweise 104 Eine-Welt-Gruppen, entwicklungspolitische Organisationen, Kampagnen und sogar fast 100 Einzelpersonen an. Ihren Ursprung fand die BUKO 1977 mit den Solidaritätsbewegungen der Befreiungskämpfe im Globalen Süden. Die BUKO versteht sich als Ort zur Vernetzung von entwicklungspolitischer Arbeit und möchte den offenen Dialog mit anderen Bewegungen und Nichtregierungsorganisationen suchen.

Der BUKO 39

Der BUKO 39 steht unter dem Motto „Global Change? System Change! Global Solidarity” (Deutsch: Globaler Wandel? Systemwandel! Globale Solidarität). Der Kongress lädt zur Vernetzung von engagierten Menschen weltweit ein, die sich über drängende Fragen aktueller Bewegungen aus ihren verschiedenen Blickwinkeln austauschen können. In insgesamt sechs Podiumsdiskussionen und 15 Workshops möchte der BUKO gemeinsam emanzipatorische Visionen für eine bessere Gesellschaft entwickeln und über Strategien sprechen, die dem Systemwandel folgen.

Das Programm

Los geht es am Donnerstag, 10. Juni, um 18 Uhr mit dem Eröffnungsforum „Entschiedene Sehnsucht nach einer solidarischen Welt”. Eins der spannenden Angebote am Freitag ist der Film „Olla común”, der den scheinbar pausierten Systemwandel in Chile unter Einfluss der COVID-19-Pandemie untersucht. Das Filmteam begleitet dabei die Menschen in die selbstorganisierten Straßenküchen, die Ollas Comunes, die aufgebaut wurden, um die Bevölkerung in der Pandemie zu versorgen. Über den Samstag verteilt gibt es viele tolle Workshop-Angebote. Wie wäre es beispielsweise mit dem Workshop „Regenwald und Menschenrechtsverletzungen – Indonesiens isolierte Provinz Papua“? Auch am Sonntag gibt es noch spannende Workshops wie zum Beispiel „Europäische Grenzexternalisierung und ihre Folgen”. Der BUKO 39 findet dann um 15 Uhr mit dem Abschlussforum „The Art of Organizing Hope” sein Ende.

Eins ist sicher, beim BUKO 39 ist für jeden Geschmack etwas dabei! Das komplette Programm findet ihr hier. Ihr könnt euch für einzelne Tage, aber auch für alle Tage hier anmelden. Ihr nehmt am BUKO teil? Dann freuen wir uns im Anschluss an den Kongress über eure Erfahrungen in den Kommentaren – hier, auf Facebook oder auf Instagram! Vielleicht habt ihr ja auch durch einen der Workshops oder Vorträge eine tolle Idee für einen Gastbeitrag? Meldet euch gerne!

-Leah-

Das Beitragsbild wurde uns mit freundlicher Genehmigung von der BUKO zur Verfügung gestellt. 

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Südafrikas kreative Initiativen gegen den Müll

8. Juni 2021 - 14:14

Seit langer Zeit säumen nicht nur Häuser die Straßen Südafrikas, sondern auch immer mehr Mülldeponien. Viele davon sind illegal. Gerade in den Townships des Landes wird Müll zu einem echten Problem, da es keine Müllabfuhr gibt. Neben den Massen an Müll, gibt es ein weiteres Problem: Laut der Deutschen Welle recyceln lediglich 7 Prozent der südafrikanischen Haushalte ihren Müll. Es gibt jedoch auch kein einheitliches System, das die Einsammlung von getrenntem Müll regelt. So entsteht bei der Mülltrennung auch viel Verwirrung. Eine wirkliche Initiative seitens der Regierung gibt es nicht. Doch die Menschen des Landes werden kreativ, um das Problem mit dem Müll anzugehen. Wir stellen euch heute drei verschiedene Projekte aus Südafrika vor, die einen Beitrag zur Lösung des Problems mit dem Müll leisten.

So groß ist das Problem mit dem Müll in Südafrika

Auf der Müllkippe landen in Südafrika fast 90 Prozent des Abfalls. Recycelt wird also kaum. Aus Motherwell, einem Township in Nelson Mandela Bay in der Provinz Ostkap, berichtet eine verzweifelte Mutter. Sie hat vor kurzem zwei ihrer Kinder verloren, nachdem diese auf einer Mülldeponie gespielt hatten. Dort hatte gefährlicher Müll gelegen, der vermutlich für den Tod der Kinder verantwortlich ist. Gemeinsam mit anderen Einwohnerinnen und Einwohnern von Motherwell kämpft sie für eine geregelte Müllentsorgung, damit solche Schicksale vermieden werden. Doch die Stadtregierung lässt sie im Stich. Zwar haben sie offiziell den War on Waste (Krieg gegen den Müll) ausgerufen und 50 Mülldeponien in Spielplätze verwandelt, doch gerade der Einsatz in den Townships lässt zu wünschen übrig. So müssen die Leute selbst kreativ werden. Ein paar tolle Initiativen wollen wir euch an dieser Stelle vorstellen.

Regenize

Das 2018 gegründete Startup Regenize setzt sich gezielt für Recycling ein. In Bridgetown, einem Vorort von Kapstadt, werden pro Monat mehr als zwei Tonnen wiederverwertbaren Mülls eingesammelt. Um immer mehr zum Recyceln zu motivieren, gibt es ein Belohnungssystem: Wer den Müll trennt und die verwendbaren Materialien zum Recyceln an Regenize weitergibt, erhält das vom Startup entwickelte virtuelle Guthaben Remali, das beispielsweise zum Einkaufen verwendet werden kann. So erreicht das Startup auch ärmere Menschen mit seinem Anliegen. Finanziert wird dieses Projekt aus den Einnahmen durch den Verkauf des recyclebaren Materials, sowie durch Spenden und Preisgelder. Mittlerweile beschäftigt das Startup zwölf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die den Müll mit Lastenrädern einsammeln und schafft so gleichzeitig Arbeitsplätze. Das Projekt soll auch auf weitere Kapstadter Stadtteile ausgeweitet werden, jedoch muss noch die Stadtverwaltung überzeugt werden. In einem Bericht der Deutschen Welle erfahrt ihr noch mehr über das Startup.

Eine illegale Mülldeponie als Gemüsegarten

Im Walmer Township in Nelson Mandela Bay hat Xolani Siwa eine ehemalige illegale Mülldeponie in einen Gemüsegarten verwandelt. Mit den Einnahmen durch den Verkauf der geernteten Lebensmittel kann Siwa fünf junge Männer aus dem Walmer Township anstellen und schafft so ebenfalls Arbeitsplätze mit seiner Idee. Gerade durch die COVID-19-Pandemie haben dort viele Menschen ihre Arbeit verloren und so wieder die Möglichkeit, ein geregeltes Einkommen zu erhalten.

Re-Trade

Ebenfalls im Walmer Township aktiv ist das Recycling-Projekt Re-Trade. Dort wird mit sechzig informellen Müllsammlerinnen und Müllsammlern zusammengearbeitet. Diese können ihre gesammelten Wertstoffe an der Re-Trade Recyclingstation abgeben. Für jeden vollen Sack gibt es Punkte. Als Gegenleistung erhalten sie Kleidung oder Lebensmittel. Die Tauschbedingungen sind bei Re-Trade deutlich besser als bei offiziellen Recyclingstationen. Auch hier wird den Menschen durch ihre Arbeit eine Perspektive geboten und Anreize geschaffen, um sich für das Recycling stark zu machen.

Was sagt ihr zu den drei Projekten? Welches findet ihr am spannendsten? Und welches haltet ihr für am effektivsten? Wir freuen uns über eure Meinung in den Kommentaren!

-Leah-

Das Beitragsbild stammt von Marc Newberry auf Unsplash.com.

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Skateistan – eine Chance für mehr Gleichberechtigung

2. Juni 2021 - 10:41

Mit dem Skateboard für mehr Gleichberechtigung und bessere Bildungschancen sorgen? Afghanische Mädchen auf Skateboards? Für all das setzt sich die Nichtregierungsorganisation Skateistan ein. Aus einer kleinen Idee ist ein großes Projekt geworden, das neben mehreren Standorten in Afghanistan auch in Südafrika und Kambodscha umgesetzt wird. Das Skateboard-Fahren wird mit konkreten Bildungsangeboten verbunden, die Kindern und speziell Mädchen bessere Chancen im Leben bieten sollen. Dabei spielen Herkunft oder Geschlecht keinerlei Rolle. Verbinden tut sie alle das eine: die Liebe zum Skateboard fahren.

Eine beinahe zufällige Idee

Alles begann mit drei Skateboards. Der australische Skateboarder und Wissenschaftler Oliver Percovich kam 2007 in Kabul, Afghanistan, an, um einen neuen Job zu finden. Percovich sprach mit vielen Einwohner*innen über die Versuche, das Land nach jahrzehntelangem Krieg wieder aufzubauen. Er war jedoch verwundert, warum es so wenige Projekte für die Jugend gab, obwohl die unter 25-Jährigen 70 % der Bevölkerung ausmachten. Während er tagsüber durch die Straßen zog, kamen immer mehr Jugendliche auf ihn zu und wollten sein Skateboard ausprobieren. Für die Afghanen war dieses Sportgerät vollkommen neu und faszinierend. Vor allem aber brachte das Skateboard junge Menschen aus den verschiedensten Hintergründen zusammen. So war für Percovich eine Idee geboren.

Die Entstehung von Skateistan

Oliver Percovich machte sich daraufhin auf die Suche nach Sponsoren, um mehr Skateboards zur Verfügung stellen zu können. Diese wurden dann an allen möglichen Orten in Kabul genutzt. Dabei kamen auch immer mehr Mädchen zusammen. Für die meisten sind sportliche Aktivitäten verboten, da das Skateboard jedoch etwas ganz Neues war und eher als Spielzeug angesehen wurde, war dies für die Mädchen ein Schlupfloch. Da die Straßen für Kinder gefährlich sein können, begann Skateistan mit dem Aufbau einer Indoor-Halle. Diese eröffnete im Oktober 2009. Seitdem wurden noch weitere Standorte in Mazar-e-Sharif und Bamyan aufgebaut. Außerdem gibt es Skateistan seit 2011 auch in Phnom Penh, Kambodscha, sowie seit 2014 in Johannesburg, Südafrika.

Die Struktur von Skateistan

Skateistan bietet fünf verschiedene Programme an: Outreach, Skate and Create, Back-to-School, Dropping-In und Youth Leadership. Das Skate and Create Programm schafft eine Balance zwischen strukturiertem Lernen und Skateboarden. Dabei lernen die Kinder eine Stunde lang im Klassenzimmer zu Themen wie Wohlbefinden, Gleichberechtigung oder Naturwissenschaften (das individuelle Können ist dabei nicht wichtig) und können sich eine Stunde lang im Skatepark austoben. Ein weiteres wichtiges Programm ist Back-to-School. Dort werden innerhalb von zwölf Monaten drei Klassenstufen aufgearbeitet und den Kindern so ein (Wieder-)Einstieg in die Schule ermöglicht. Besonders spannend ist auch das Youth Leadership Programm, bei dem engagierte und motivierte Jugendliche zu Youth Leaders ausgebildet werden und so selbst Verantwortung tragen können.

Warum das Projekt so wichtig ist

Skateistan ist viel mehr als nur skateboarden. Durch die vielen Bildungsprojekte wird Lernen mit sportlichen Aktivitäten verbunden und bietet Kindern einen sicheren Ort, um einfach nur Kind zu sein. Besonders Mädchen wird mit dem Skateboarden die Chance gegeben, mehr Selbstbewusstsein zu entwickeln und zu verstehen, dass sie die gleichen Sachen wie Jungs schaffen können. Das Skateboarden verbindet Kinder aus allen sozioökonomischen Hintergründen und vereint in der Liebe zum Skateboard. Skateistan wurde für die Projektarbeit auch schon mit vielen Preisen ausgezeichnet und so für das tolle Projekt mit Anerkennung belohnt.

Weitere Informationen

Zu Skateistan kannst du alles auf der Website erfahren. Es gibt auch zwei empfehlenswerte Reportagen auf YouTube. In einer Dokumentation von fluter spricht der Gründer über die Entstehung und Vision von Skateistan. Ebenso bietet die offiziellen Dokumentation einen tollen Einblick in die Projektarbeit an den verschiedenen Standorten. Außerdem wird die NGO seit mehr als zehn Jahren finanziell vom Auswärtigen Amt unterstützt. Mehr dazu erfahrt ihr hier. Eine Bilderstrecke der britischen Fotografin Jessica Fulford-Dobson bietet einen eindrucksvollen Einblick in die Welt der skateboard-fahrenden Mädchen in Afghanistan.

-Leah-

Das Beitragsbild stammt von Nada Hanifah auf Unsplash.com.

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Veganes Leder aus Mexiko

31. Mai 2021 - 14:01

Alternativen zu herkömmlichem Leder werden immer stärker nachgefragt, nicht zuletzt wegen der massiven Zahl an Tieren, die jährlich für die Produktion unserer Klamotten und Schuhe ihr Leben lassen müssen. Die Tierschutzorganisation PETA schätzt, dass jährlich die Haut von bis zu 1,4 Milliarden Tiere benötigt wird, um den weltweiten Bedarf an Leder zu decken. Dabei werden vor allem Kühe, Büffel und Kälber geschlachtet, aber auch die Haut von Pferden, Schweinen, Schafen, Lämmer und Ziegen wird als Leder verwendet. Es gibt Tiere, die lediglich aufgrund ihrer Haut gejagt und getötet werden. Dazu zählen zum Beispiel Krokodile, Elefanten, Schlangen oder Schildkröten. Manche werden sogar extra auf Farmen gezüchtet, um der Nachfrage nach exotischem Leder gerecht zu werden. Neben der schlechten Tierhaltung hat tierisches Leder ebenso Auswirkungen auf die Umwelt und verursacht gerade in Billiglohnländern im Rahmen der Lieferkette Krankheiten der Arbeiter*innen durch mangelhafte Sicherheitsstandards. Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, haben zwei mexikanische Unternehmer eine vegane Alternative entwickelt. Leder aus Kakteen? Die zwei haben es möglich gemacht!

Die Pflanze Nopal

Adrián López Velarde und Marte Cázarez nutzen für ihre vegane Alternative einen Rohstoff, der in ihrer Heimat massenhaft zu finden ist: Kaktus. Für die Lederherstellung eignet sich besonders die Kaktusart Nopal, auch bekannt als Feigenkaktus. Diese ist im zentralmexikanischen Bundesstaat Zacatecas zahlreich zu finden. Nopal benötigt nahezu kein Wasser, um zu wachsen, da die mineralienreichen Böden Zacatecas genug Grundlage für Wachstum bieten. Die Pflanze ist sehr widerstandsfähig und kann so auch kalte Winter überleben. Außerdem machen die mineralienreichen Böden Pflanzenschutzmittel überflüssig. Ein zusätzlicher Pluspunkt ist, dass diese Kaktussorte wenige Stacheln hat und die Ernte somit um einiges erleichtert.

Die Herstellung des veganen Leders

Nach über zwei Jahren intensiver Forschung ist es den beiden Unternehmern im Jahr 2019 gelungen, ihr erstes veganes Leder herzustellen. Bei der Ernte werden die reifen Blätter der Kaktuspflanze behutsam abgeschnitten, damit der Kaktus keinen Schaden nimmt. Die Blätter werden gewaschen und in einer Maschine zerstampft. Anschließend müssen diese mindestens drei Tage lang in der Sonne getrocknet werden, erst dann ist eine Weiterverarbeitung möglich. In einer Fabrik werden die zerstampften Blätter mit nicht giftigen Chemikalien vermischt und können in jede Textur und Farbe weiterverarbeitet werden, die gewünscht ist. 

Eigenschaften

Das vegane Leder weist die gleichen Eigenschaften wie tierisches Leder auf und ist dank seiner organischen Zusammensetzung atmungsaktiv. Aufgrund seiner Eigenschaften erfüllt das Leder die technischen Voraussetzungen der Mode-, Lederwaren- und Möbelindustrie und kann so auch dort eingesetzt werden. Außerdem wird bei der Produktion auf giftige Chemikalien, PVC und Phthalate verzichtet. Auch mit einer Haltbarkeit von mindestens 10 Jahren punktet die Alternative. Das vegane Leder ist zwar nur teilweise biologisch abbaubar, da Chemikalien und Kunststoffe darin verarbeitet werden, hat jedoch dennoch hohes Potential die umweltunfreundlichen tierischen und synthetischen Alternativen zu ersetzen.

Die Zukunft der neuen Lederalternative

Die vegane Alternative wird unter dem Produktnamen „Desserto” vertrieben und gehört dem Unternehmen Adriano Di Marti der beiden Mexikaner. Das Unternehmen arbeitet bereits an einigen Großprojekten mit Konzernen aus ganz verschiedenen Bereichen. Dennoch wollen sie weiter forschen, um das vegane Leder weiterzuentwickeln und fortlaufend zu verbessern. Auch mit kleinen und mittelständigen Unternehmen wird zusammengearbeitet. Da diese als Hürde oft Mindestabnahmemengen haben, versucht Adriano Di Marti immer einen gewissen Lagerbestand zu haben, um das Leder auch in kleinen Mengen zu verkaufen.

Was sagt ihr zu der veganen Lederalternative? Wäre das etwas, was ihr euch selbst auch kaufen würdet? Wenn ihr noch mehr über das Unternehmen erfahren wollt, könnt ihr in einem Interview von Fashion United mit Adrián López Velarde mehr erfahren. Außerdem gibt diese Bilderstrecke der Deutschen Welle nochmal einen schönen Eindruck über die vegane Ledervariante. Dieses Video erklärt die Entstehungsgeschichte und gibt Einblicke in die Produktion von Desserto. Ein Blick lohnt sich! Natürlich gibt es auch noch viele andere vegane Alternative wie Leder aus Ananas, Pilz oder Apfel. Kennt ihr noch weitere Lederalternativen?

-Leah-

Das Beitragsbild stammt von Khara Woods auf Unsplash.com.

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Wenn Wasser zur Waffe wird – Der UNICEF-Wasserreport

27. Mai 2021 - 11:14

Am Dienstag (25. Mai 2021) ist der UNICEF-Wasserreport „Wasser unter Beschuss” erschienen. Darin wird aufgezeigt, in welchen Ländern Wasser weiterhin als Waffe benutzt wird. Gezielte Angriffe auf die Wasser- und Sanitärversorgung trifft vor allem eine Gruppe besonders: Kinder. In dem Bericht werden neun Länder gezielt untersucht, in denen immer wieder Angriffe auf die Wasserversorgung dokumentiert werden. Ohne einen gesicherten Zugang zu Trinkwasser können sich auch Krankheiten wie Cholera wie ein Lauffeuer ausbreiten. Gerade deshalb kommt das Kinderhilfswerk UNICEF zu dem Schluss: Angriffe auf die Wasser- und Sanitärinfrastruktur sind Angriffe auf Kinder.

Der Report „Wasser unter Beschuss”

Der neue Report untersucht die Angriffe auf die Wasserversorgung in neun Ländern im Nahen Osten, Afrika, Asien und Europa. Einige Länder, in denen gezielte Angriffe verzeichnet wurden, sind der Jemen, der Staat Palästina, der Irak oder Syrien. Insgesamt beziffert UNICEF die Zahl der Menschen, die auf eine sichere Wasser- und Sanitärversorgung angewiesen sind, auf schätzungsweise 48 Millionen. Im Jemen wurden in den letzten sechs Jahren beispielsweise 122 Luftangriffe auf die Wasserversorgung verzeichnet. Als Folge dieser Angriffe benötigen rund 15,4 Millionen Menschen dringend einen sicheren Zugang zu Wasser- und Sanitäranlagen. Auch Krankheiten wie die Cholera breiten sich aufgrund des Wassermangels aus und fordern tausende Kinderleben.

Die Auswirkungen der Angriffe auf die Wasserversorgung

Ein sicherer Zugang zu Wasser und Sanitäranlagen ist essentiell für Menschen weltweit. Laut UNICEF ist es für Kinder unter 5 Jahren in fragilen Staaten 20-mal wahrscheinlicher an einer Durchfallerkrankung zu sterben als durch Gewalt. Neben Erkrankungen wie Cholera und Durchfall, die sich durch den schlechten Wasserzugang deutlich schneller und einfacher verbreiten, haben die Angriffe auch andere Auswirkungen. Wenn Wasser nicht vor Ort zur Verfügung steht, müssen Kinder dies holen, wodurch sie Gewalt und anderen Gefahren ausgesetzt werden. Dies trifft vor allem junge Mädchen. Nach Angaben von UNICEF sind Kinder in extrem fragilen Staaten in Bezug auf die Wasserversorgung, Sanitäranlagen und Hygiene-Situation oft mehr als achtmal schlechter gestellt als Kinder, die in einem geschützten Umfeld aufwachsen.

Das Menschenrecht auf Wasser

Schätzungen zufolge haben rund 663 Millionen Menschen weltweit keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Und das, obwohl jeder Mensch ein Recht auf Wasser haben sollte. Auf der Vollversammlung der Vereinten Nationen wurde genau dies in den Zielen für Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, kurz SDGs) mit der Agenda 2030 festgeschrieben. Dort wird im SDG 6 das Ziel formuliert, einen gerechten Zugang zu sauberem und bezahlbarem Wasser für alle Menschen weltweit sicherzustellen. Außerdem soll die Wasserqualität überall durch weniger Chemikalien und eine bessere Wiederaufbereitung verbessert werden. Dazu gehört auch, dass Wasser effizienter in Bereichen wie der Landwirtschaft eingesetzt wird, um Wasserknappheit zu verringern.

Das muss sich ändern

Obwohl die Ziele in Bezug auf Wasser im SDG 6 deutlich formuliert sind, gibt es leider noch viel zu viele Menschen, deren Recht auf Wasser verletzt wird. Dies wurde gerade im Wasserreport wieder sehr deutlich. UNICEF ruft dafür die Konfliktparteien zum sofortigen Stopp der Angriffe auf die Wasserversorgung auf, was durch Regierungen und den UN-Sicherheitsrat mit Maßnahmen unterstützt werden soll. Außerdem sollen Investitionen von Geldgebern direkt in Wasser- und Sanitäreinrichtungen gehen, da dies die erste Maßnahme darstellt Krankheiten zu verhindern. UNICEF selbst leistet direkte Hilfe mit dem Aufbau von Trinkbrunnen, dem Reparieren von Wasserleitungen oder direkter Versorgung mit Wasser in Krisengebieten.

Auch viele andere Organisationen setzen sich für das Recht auf Wasser ein. So unterstützt zum Beispiel Plan International beim Trinkbrunnenbau in Ghana und konnte bereits neue Toiletten und Sanitäranlagen für 12.000 Kinder bauen. Brot für die Welt unterstützt Familien in Kenia beim Auffangen von Regenwasser, um es als Trinkwasser zu verwenden und so den Wassermangel als Folge der extremen Dürre abzufangen. An der Universität Kassel wurde der Wasserrucksack PAUL entwickelt, ein tragbarer Filter zur Trinkwasseraufbereitung, der in Krisensituationen und entlegenen ländlichen Gebieten eingesetzt werden kann. Viele von euch kennen bestimmt auch schon Viva con Agua, die Wasser-, Sanitär- und Hygieneprojekte (WASH) unterstützen.

Und was kann jede*r Einzelne tun, um sich für das Recht auf Wasser einzusetzen? Neben der Unterstützung von Organisationen, deren Ziel sauberes Wasser ist, kannst du bereits einen Teil dazu beitragen, wenn du einen tropfenden Wasserhahn reparierst oder deine Blumen mit Regenwasser gießt. So kann jede*r im Kleinen bereits dazu beitragen, Wasserverschwendung zu vermeiden und sich für eine gerechtere Verteilung von Wasser stark zu machen. Wenn du noch mehr über Wasser lesen möchtest, schau doch mal in diesen Beitrag rein.

-Leah-

Das Beitragsbild stammt von Anderson Rian auf Unsplash.com.

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Lastenräder für Bogotá

25. Mai 2021 - 14:15

In Bogotá, der Hauptstadt Kolumbiens, sterben jährlich mehrere tausend Menschen an den Folgen der Feinstaubbelastung. Die Deutsche Welle beziffert diese Zahl auf rund 2.000 Menschen. Immer wieder muss Bogotá den Umweltnotstand ausrufen, da die Feinstaubbelastung zu hoch ist. Dies ist vor allem dem urbanen Straßengüterverkehr zuzuschreiben. Rund 40 Prozent der Luftverschmutzung wird von LKWs produziert. Diese stoßen in einer der staureichsten Städte weltweit Unmengen an CO2, Stickoxide und Feinstaub aus und belasten so die Gesundheit der Bewohner*innen in hohem Maße. Das Pilotprojekt „BiciCarga” soll nun helfen, dies zu ändern.

Die Hintergründe des Projekts

Seit 2020 ist in Bogotá erstmals eine grüne Partei an der Macht. Die Bürgermeisterin Claudia López Hernández ist Parteimitglied der Alianza Verde („Grüne Allianz”), die sich für klimaneutrale Alternativen zum urbanen Lastenverkehr einsetzt. Bogotá ist ein Verkehrsknotenpunkt und gerade deshalb von enormen Staus geprägt. Bisher hat sich die traditionelle Verteilung von Gütern über LKWs trotz dieser Verkehrslage durchgesetzt. Doch die Feinstaubbelastung und die damit einhergehenden gesundheitlichen Folgen zwingen zu einem Umdenken. Da auch der zweimal jährlich stattfindende autofreie Tag keine langfristige Lösung bietet, hat die Stadt das Pilotprojekt „BiciCarga” ins Leben gerufen.

Das Projekt „BiciCarga”

Die Grundidee hinter dem Pilotprojekt ist der langfristige Verzicht auf LKW-Verkehr in der Innenstadt. Dafür entladen die LKWs ihre Güter an Sammelstellen vor der Stadt und fahren so gar nicht mehr in die staulastigen Orte Bogotás. Von dort werden die Waren auf kleine E-Lastenräder verteilt, die über die gut ausgebauten Fahrradwege zu ihrem Zielort gebracht werden. Einerseits bietet ein Lastenrad deutlich weniger Stauraum als ein herkömmlicher LKW, wodurch mehrere Fahrten nötig sind, um alle Waren zu verteilen. Andererseits sparen die Lastenräder Zeit und eben vor allem Emissionen.

Die Chancen des Projekts

Das Pilotprojekt konzentriert sich momentan noch auf die Auslieferung von Waren an kleine Läden und Einzelhändler, da diese ihre Waren nicht in großen Massen bestellen. Auch sind bisher erst 15 E-Lastenräder im Einsatz, die Läden beliefern, die nah beieinander liegen. Für Stadtteile mit weiter entfernten Geschäften muss so noch an besseren Akkus der Lastenräder getüftelt werden. Dass für die Produktion der Akkus viel Kupfer benötigt wird und dafür oft natürlicher Lebensraum zerstört wird, sollte dabei nicht in Vergessenheit geraten (mehr zu diesem Thema in unserem Blogbeitrag „Natur zerstören, um Natur zu retten? Der Nebelregenwald in Ecuador”). Dennoch liefert das Projekt wertvolle Erkenntnisse für den Ausbau der klimaneutralen Alternative.

In einem Bericht der Deutschen Welle wird das Projekt ausführlich erklärt. Im Film von Nicole Frölich lernt ihr dabei Daniel Sanchéz kennen, der früher selbst LKW gefahren ist und nun Teil des Pilotprojekts ist. „BiciCarga” läuft noch bis Juni 2021 und wird vom Umweltministerium des Bundes im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative gefördert.

-Leah-

Das Beitragsbild stammt von Wikimedia Commons.

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Der Westsahara-Konflikt

20. Mai 2021 - 13:44

Die Bilder tausender Migrant*innen auf den spanischen Exklaven Ceuta und Melilla gingen in den letzten Tagen durch die Nachrichten. Die beiden Exklaven liegen auf dem Kontinent Afrika, gehören aber zu Spanien und zur EU. Für Marokkaner*innen sind diese Exklaven die erste Anlaufstelle auf ihrem Weg in die EU. Besonders durch die pandemiebedingten Grenzschließungen zwischen Marokko und den spanischen Exklaven, die rege Handelsbeziehungen führen, haben viele Menschen ihren Job verloren und sehen sich deshalb gezwungen, ihre Heimat Marokko zu verlassen. So schwimmen sie nach Ceuta, setzen in Schlauchboten über oder laufen bei Ebbe den Weg in die EU. Dies ist möglich, da die Sicherung der Grenzkontrollen Marokkos, die von Spanien durch millionenschwere Zahlungen an Marokko eigentlich sichergestellt wird, vor einigen Tagen ausgesetzt wurde – ein politisches Druckmittel. Hintergrund ist dabei neben den pandemiebedingten Problemen jedoch auch der Westsahara-Konflikt. Doch worum geht es in diesem Konflikt und wie nutzt Marokko nun Migrant*innen als Druckmittel gegen die EU?

Die Westsahara in Kontrolle durch Spanien

Auf der Kongo-Konferenz von November 1884 bis Februar 1885 in Berlin wurde die Westsahara Spanien zugeteilt. Daraufhin begann Spanien mit der Kolonialisierung des Gebiets und unterdrückte über Jahrzehnte die aufkommende Rebellion gegen die spanische Vorherrschaft der sahrauischen Bevölkerung. So gründete sich 1973 noch während der spanischen Kolonialherrschaft die Volksfront zur Befreiung von Saguia el-Hamra und Rio de Oro, kurz Polisario-Front. Zur gleichen Zeit begannen die afrikanischen Staaten Marokko und Mauretanien Anspruch auf die Region zu legen. Am 6. November 1975 wurden 350.000 Marokkaner*innen von ihrem König Hassan II. im Rahmen des Grünen Marsches aufgerufen, die Grenze zur Westsahara zu überqueren, nachdem zuvor bereits das marokkanische Militär in den Norden der Region vorgedrungen war. Viele Sahrauis flüchteten vor der marokkanischen Invasion, die mit massiver Gewalt einherging, in die algerische Provinz Tindouf und erbauten dort Flüchtlingslager. Nachdem bereits Marokko in den Norden des Gebiets vorgedrungen war, begann auch Mauretanien in die Westsahara durch den Süden einzumarschieren. Im Rahmen des Drei-Parteien-Abkommens in Madrid wurde die Westsahara am 14. November 1975 zu zwei Dritteln im Norden an Marokko und zu einem Drittel im Süden an Mauretanien vergeben. Spanien zog sich in Folge des Abkommens 1976 komplett aus der Westsahara zurück.

Bewaffnete Konflikte bis 1991

Die Übergabe der Westsahara an Marokko und Mauretanien führte zu einem jahrzehntelangen bewaffneten Konflikt zwischen der Polisario-Front und Marokko. In ihren Unabhängigkeitsbestrebungen rief die Polisario-Front am 27. Februar 1976 die Demokratische Arabische Republik Sahara (SADR) aus und gründete eine Exilregierung in Algerien. 1979 zog sich Mauretanien aus dem südlichen Teil der Westsahara zurück, woraufhin Marokko versuchte auch den südlichen Teil einzunehmen. Im Rahmen der bewaffneten Konflikte flohen tausende Sahrauis aus ihrer Heimat. Erst 1991 wurde durch diplomatische Intervention der UN ein Friedensabkommen durch beide Seiten unterzeichnet, das vorerst zu einer Waffenruhe führte.

Ein Referendum für die Westsahara, das bis heute aussteht

Teil des Friedensabkommens war jedoch auch ein Unabhängigkeitsreferendum, bei dem die Sahrauis selbst über ihre Unabhängigkeit abstimmen sollten. Dieses Referendum hat bis heute nicht stattgefunden. Dies liegt vor allen an den Streitigkeiten über die Wahlberechtigten. Die Polisario-Front sieht alle wahlberechtigt, die bereits vor dem Abzug Spaniens in der Westsahara lebten. Marokko hingegen möchte alle zu einer Stimme berechtigen, die familiäre Beziehungen in die Region haben, was durch die massiven marokkanischen Siedlerbewegungen in die Westsahara vorteilhaft für das Königreich wäre. 2003 schlug die UN im Rahmen des Baker-Plans einen neuen Vorschlag zur Volkszählung vor. Dieser wurde von der Polisario-Front akzeptiert. Marokko lehnte ab und erklärte zudem, dass es keinem Referendum mehr zustimmen würde, in dem die Unabhängigkeit der Westsahara festgeschrieben ist. So steht der Westsahara durch das 1991 verabschiedete Friedensabkommen auch heute immer noch ein Referendum zu.

Die Westsahara heute

In den Teilen der Westsahara, die von Marokko kontrolliert sind, stellen die Sahrauis mittlerweile in eine Bevölkerungsminderheit dar. Das liegt vor allem an Anreizen Marokkos für die eigene Bevölkerung in das Gebiet überzusiedeln. Diese werden mit dem Bau von Häusern und Jobmöglichkeiten in die Westsahara gelockt. So machen die Sahrauis im marokkanischen Teil der Westsahara lediglich 20 Prozent der Bevölkerung aus, während 79 Prozent marokkanische Zivilist*innen und Angehörige des Militärs sind. Die Mehrheit der sahrauischen Bevölkerung lebt in Flüchtlingslagern im Exil in Algerien. Dort sind vier große Lager entstanden, die nach den großen Städten der Westsahara benannt sind. In einem fünften Lager sind die sahrauischen Institutionen untergebracht. Innerhalb der Lager haben sich kleine Gemeinden und Stadtteile gebildet, die von der Polisario-Front und der Exilregierung verwaltet werden. Die Demokratische Republik Sahara, die 1976 von der Polisario-Front ausgerufen wurde, ist Teil der Afrikanischen Union. Bemerkenswert ist, dass es sich bei der SADR um einen Staat im Exil handelt, dessen Basis ein Flüchtlingslager bildet.

Der Konflikt Marokkos mit der EU

Die UN hat eine diplomatische Intervention im Westsahara-Konflikt mittlerweile so gut wie aufgegeben und toleriert die marokkanische Vorherrschaft in der Region. Marokko profitiert von den Ressourcen in der Westsahara und baut in Massen Phosphat ab. Viele Unternehmen, darunter auch europäische wie Siemens, bauen im Norden Windparks, die den nötigen Strom dafür liefern. Auch vom Fischreichrum der Westsahara profitieren Marokko und die EU. Durch ein Abkommen des Königreichs mit der Europäischen Union wird Spanien Fischfang vor Ort ermöglicht.

Im November vergangenen Jahres flammte erneut ein gewaltsamer Konflikt auf, nachdem Marokko einen Grenzübergang errichtete, der gegen das Friedensabkommen verstößt. Diese Handlungen lenkten den Blick der Welt und besonders der EU wieder auf den Westsahara-Konflikt. Innerhalb der Europäischen Union haben Marokko und die Westsahara unterschiedliche Partner. Marokko wird immer wieder von Frankreich unterstützt und die spanische Regierung entzieht sich ebenfalls ihrer Verantwortung gegenüber den Sahrauis. Da sich Deutschland für die Unabhängigkeit der Westsahara ausgesprochen hat, hat Marokko Anfang Mai kurzerhand seine Botschafterin aus Berlin abgezogen. Jüngst hat Marokko dann auch noch vorläufig die Grenzkontrollen an den spanischen Exklaven vorläufig ausgesetzt, um Druck auf die EU auszuüben. All das, um ein Gebiet zu kontrollieren, das eigentlich unabhängig sein sollte.

-Leah-

Das Beitragsbild stammt von Daniel Born auf Unsplash.com und zeigt eine Landschaft in Westsahara.

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Natur zerstören, um Natur zu retten? Der Nebelregenwald in Ecuador

18. Mai 2021 - 13:06

Nebelregenwald gilt als einer der artenvielfältigsten Orte der Welt. Dort gibt es viele bedrohte und weltweit einzigartige Tier- und Pflanzenarten. Doch nicht nur Artenvielfalt zeichnet den Nebelregenwald aus. In den Böden werden Unmengen an Kupfer vermutet – ein Rohstoff, der besonders für erneuerbare Energie und E-Mobilität benötigt wird. Um die Kupfermengen zu erreichen muss jedoch ein Loch der Größe einer Kleinstadt in den Regenwald gebohrt werden. Regenwald und Artenvielfalt zerstören, um die Umwelt durch erneuerbare Energien und alternative Mobilität zu retten? Ein Paradox, das sich im Nebelregenwald von Ecuador findet und für große Kontroversen sorgt.

Der Nebelregenwald in der Region Intag in Ecuador

Die Region Intag liegt im Norden Ecuadors und ist ungefähr fünf Busstunden von der Hauptstadt Quito entfernt. Obwohl Intag fast 1,5-mal so groß ist wie Berlin, leben dort nur ungefähr 17.000 Menschen, die ihr Einkommen hauptsächlich durch Viehzucht und Landwirtschaft generieren. Die Nähe zum Äquator und die Anden haben einen außergewöhnlichen Nebelregenwald wachsen lassen, in dem eine enorme Artenvielfalt zu finden ist. Dort sind beispielsweise Brillenbären beheimatet, die einzige Bärenart, die in Südamerika lebt. Der Brillenbär ist auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion als gefährdet eingestuft, hauptsächlich wegen Wilderei und Verlust des Lebensraums. Gerade letzteres gefährdet den Brillenbär auch in Intag.

Die Kupfervorkommen im Nebelregenwald

Doch nicht nur Tier- und Pflanzenarten sind in Intag vielfältig zu finden. In der Region werden unter dem Regenwald enorme Rohstoffschätze vermutet: Kupfer, Molybdänerz, Gold und Silber. Dabei gewinnt vor allem Kupfer immer mehr an Wert, da es die Hoffnung in sich birgt, unsere Welt grüner zu machen. Kupfer wird für Windkraft, Solarenergie und E-Mobilität benötigt, da es besonders gut Strom leitet. Daher wird es auch in Handys und Laptops verbaut. Besonders deutlich wird die enorme Nachfrage von Kupfer wohl am Beispiel des E-Autos. Dort ist die drei bis vierfache Menge an Kupfer verglichen mit einem herkömmlichen Benzinauto verbaut, zusätzlich wird der Rohstoff auch noch für die Ladestation und das Kabel benötigt. Dies verdeutlicht, warum das Kupfervorkommen in Intag so wertvoll ist.

Der Kupferabbau auf Kosten des Nebelregenwalds hat vor Ort für extreme Konflikte zwischen Bergbauunternehmen, Einheimischen und der Regierung gesorgt. Seit Jahren versuchen die meisten Einheimischen die Rodung des Regenwalds zu verhindern und haben auch einige private Bergbauunternehmen mit Protesten fernhalten können. Doch einige Einheimische befürworten auch den Bergbau, da sie sich wirtschaftlichen Aufschwung und Wohlstand erhoffen. Die Gesellschaft vor Ort ist also gespalten.

Codelco und Decoin

Das chilenische Staatsunternehmen Codelco ist eine der größten Bergbaufirmen, die in der Region Kupfer erschließen wollen. Codelco ist der weltweit zweitgrößte Kupferproduzent und hat bereits erste Probebohrungen in Intag vorgenommen sowie Straßen und Bürogebäude im Intag-Tal errichtet. Dies ermöglichte den Einheimischen bereits einige ökonomische Vorteile, da sie auf den Baustellen arbeiten und in ihren Restaurants und Unterkünften mehr Gäste begrüßen können. Vorerst ist die weitere Erschließung jedoch auf Eis gelegt, da die Umweltverträglichkeitsstudie zu einem möglichen Kupferabbau noch nicht abgeschlossen ist. Außerdem soll es zu illegalen Abholzungen und Wasserverschmutzung gekommen sein. Seit 2018 ist der Bau einer Mine für die Kupfererschließung also vorerst gestoppt. Die Gefahr für den Nebelregenwald ist damit jedoch noch lange nicht gebannt, da viele Parteien weiter für den Bergbau kämpfen. Weltweit wird das meiste Kupfer in Chile erschlossen, die größte Kupfermine befindet sich in der Atacamawüste. Auch hier wird von enormen Auswirkungen auf die Biodiversität in der Region berichtet.  

Einer der bekanntesten Widerstandskämpfer gegen den Bergbau ist Carlos Zorilla, der für die Umweltschutzorganisation Decoin (Defensa y Conservación Ecológica de Intag) arbeitet. Decoin versucht die Bevölkerung für Naturschutz zu sensibilisieren und kauft Flächen des Regenwalds, um diesen zu erhalten. Zorilla hat sich vor allem durch Gespräche mit BMW große Hoffnungen auf den Erhalt des Nebelregenwalds gemacht. Der Konzern hat sich sogar gemeinsam mit Codelco für eine nachhaltige Kupfergewinnung ausgesprochen. Viel passiert ist jedoch nicht. Das liegt vor allem auch daran, dass Unternehmen in Deutschland nicht öffentlich machen müssen, woher ihre verwendeten Rohstoffe stammen. Gerade hier wird wieder deutlich, wie wichtig ein nachhaltiges Lieferkettengesetz ist, um Unternehmen zu mehr Verantwortung zu zwingen.

Weitere Informationen

Der NDR hat bezüglich des Konflikts im Nebelregenwald eine Fotostrecke erstellt. Ein Blick lohnt sich! Elisabeth Weydt berichtet für den BR von ihren persönlichen Erfahrungen aus der Region und dem Bergbau. Dabei spricht sie viel mit Einheimischen und Bergbauern und -bäuerinnen selbst und berichtet von den Zusammenstößen der verschiedenen Parteien. In einem spannenden Bericht von fluter wird ebenfalls detailliert vom Konflikt in Intag berichtet. Wenn ihr euch einmal selbst in die Situation vor Ort denken möchtet, gibt es ein tolles und interaktives Planspiel zum Rohstoffabbau im Nebelregenwald, das von Intag e.V. und Germanwatch konzipiert wurde. Dort könnt ihr in die Rollen der verschiedenen Akteur*innen schlüpfen und so nachvollziehen, wie es sich anfühlt, mitten in einem Rohstoffkonflikt zu stecken.

Was haltet ihr vom Kupferabbau im Nebelregenwald? Denkt ihr, dass Elektromobilität weiterhin die bessere Alternative ist, auch wenn dafür artenreicher Regenwald zerstört wird? Wie könnte der Konflikt gelöst werden? Oder gibt es überhaupt eine Lösung? Wir freuen uns über eure Meinung in den Kommentaren!

-Leah-

Das Beitragsbild ist aufgenommen von Maik Kleinert und stammt von Unsplash.com.

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Islamischer Feminismus

12. Mai 2021 - 13:33

Wer an Feminismus denkt, denkt vielleicht primär an „westlichen” oder „weißen” Feminismus. Doch Feminismus ist vielschichtig und in den verschiedensten Formen zu finden, die sich vom westlichen Feminismus unterscheiden: Black Feminism, christlicher Feminismus, African Womanism oder islamischer Feminismus. Während Black Feminism vielleicht mehr Menschen ein Begriff ist, scheint der islamische Feminismus vielen fremd oder sogar in sich widersprüchlich zu sein. Doch islamischer Feminismus ist alles andere als ein Widerspruch und findet immer mehr Gehör und Anhänger*innen.

Die Entwicklung des islamischen Feminismus

Einer der ersten öffentlichen Befürworter für Frauenrechte in islamischen Gesellschaften war zu Beginn des 20. Jahrhunderts der ägyptische Jurist Qasim Amin. Dieser setzte sich besonders für die Abschaffung der Seklusion (purdah) von Frauen ein, in dem er argumentierte, dass Frauen ihrer islamischen Pflicht als Lehrerinnen und Vorbilder für ihre Kinder nicht nachkommen können, wenn sie keine Bildungsmöglichkeiten haben. Diese Argumentation wird noch heute vielfach von islamischen Feminist*innen genutzt, um für bessere Bildungschancen zu kämpfen. Im Laufe des 20. Jahrhunderts begannen immer mehr Frauen, aktiv für ihre Rechte und Gleichstellung einzustehen.

Islamischer oder muslimischer Feminismus?

Wichtig ist auch die Unterscheidung zwischen islamischem und muslimischem Feminismus. Während islamischer Feminismus in seiner Argumentation auf den Koran zurückgreift, verstehen sich muslimische Feminist*innen als muslimisch und feministisch und begründen ihre Bestrebungen nach Geschlechtergleichheit nicht zwingenderweise mit dem Islam. Oftmals sehen sich diese beiden Richtungen jedoch auch in Konflikt zueinander. Gruppierungen wie Sisters of Islam oder Individuen, die sich mit dem Islam und Feminismus auseinandersetzen, werden von bestimmten islamischen Feminist*innen nicht gehört oder akzeptiert und finden eher Anklang bei säkularen muslimischen Feminist*innen.

Was möchte islamischer Feminismus erreichen?

Das zentrale Ziel des islamischen Feminismus ist die Schaffung einer gendergerechten Gesellschaft, in der Frauen sowohl ihre Religion frei ausüben können als auch gleiche Rechte besitzen. Dabei wird sich auf den Koran gestützt, in dem (Frauen-)Rechte bereits aufgegriffen werden. Es geht also um eine Wiedererlangung verlorener Gleichberechtigung. Diese Erkenntnis ist jedoch nur durch eine feministische Aufarbeitung des Korans möglich. Dabei ist islamischen Feminist*innen auch eine konkrete Unterscheidung von Religion und patriarchalen Traditionen besonders wichtig. Während diese Grundidee meist in allen Formen des islamischen Feminismus zu finden ist, gibt es dennoch länderspezifische Themen. In Ägypten kämpfen Aktivist*innen beispielsweise für die Zulassung von weiblichen Richterinnen, während sich Feminist*innen im Iran für die gesetzliche Gleichstellung mit Männern einsetzen.

Strategien islamischer Feminist*innen

Wie bereits erwähnt, ist die Grundlage der Argumentation für Gleichberechtigung der Koran, die Heilige Schrift der Muslime. Dieser fungiert auf mehreren Ebenen als Argumentationshilfe. Viele islamische Feminist*innen fordern eine Neuinterpretation der Schrift und verweisen dabei auf die Frauenfeindlichkeit bestimmter Fiqh-Auslegungen (islamisches Recht). Außerdem wird viel auf das Umfeld des muslimischen Propheten Mohammads verwiesen. So predigte die Frau Mohammeds, Aicha, beispielsweise, was Feminist*innen als Argumentationsgrundlage für die Forderung der Ernennung von Frauen als Mufti (islamische Rechtsgelehrte) nutzen. Oft versuchen Gegner*innen die Argumente und Verweise zu entkräften, indem sie ihnen vorwerfen, eine Art „westlicher Import” zu sein. Da islamische Feminist*innen jedoch den Koran und die Religion als Ganzes als Grundlage für die Gleichberechtigung verwenden ist dieser Vorwurf nicht stichhaltig.

Wichtige Aktivist*innen und feministische Organisationen

Eine bekannte islamische Feministin ist die marokkanische Ärztin Asma Lamrabet. In zahlreichen Büchern fordert sie eine Neuauslegung des Korans und setzt sich für islamischen Feminismus ein. Außerdem ist sie seit 2005 Leiterin des Zentrums für Frauenstudien im Islam in Rabat. Sie verfolgt einen besonderen Ansatz, der auf gegenseitigem Austausch mit anderen monotheistischen Religionen beruht. Durch den Dialog mit christlichen und jüdischen Theolog*innen sucht sie Gemeinsamkeiten in feministischen Bestrebungen innerhalb der Religion. Auch sie stützt sich stark auf das Argument, dass bereits Mohammad Frauenrechte und Partizipation unterstützt hat. Mehr über ihre Ansätze könnt ihr in diesem Interview nachlesen.

Eine weltweit bekannte feministische Organisation ist die malaysische Gruppierung Sisters in Islam. Diese setzt sich für Frauenrechte innerhalb des Islam ein und fordert universelle Menschenrechte. Auch sie stützen ihre Forderungen auf die Auslegung des Korans. Auf der Website der Sisters in Islam kannst du noch mehr über die Organisation und ihre Ziele erfahren.

Wie du dich noch mehr informieren kannst

Eine Zusammenstellung der Hintergründe, Ziele und Strategien des islamischen Feminismus gibt es hier. Wie sich islamischer Feminismus von anderen Feminismen unterscheidet steht im Mittelpunkt dieses Artikels. Kann Feminismus islamisch sein? Dieser Frage geht auch das Online-Magazin Qantara nach. Hier könnt ihr den Artikel lesen.

-Leah-

Das Beitragsbild ist von Jen Theodore auf Unsplash.com.

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Die FAIRWANDLER 2021 – Nidisi baut eine Straße aus Kunststoffmüll

10. Mai 2021 - 12:56

Was tun mit nicht recyclebarem Kunststoffmüll? Diese Frage hat Studierende aus Nepal und Deutschland, die im gemeinnützigen Verein Nidisi tätig sind, intensiv beschäftigt. Herausgekommen ist dabei die Idee, ein Verfahren zu entwickeln, mit dem Plastikmüll so aufbereitet wird, dass er als Zuschlagsstoff für den ressourcenintensiven Straßenbau genutzt werden kann. Erste Pilotprojekte in Deutschland und Nepal sind bereits gestartet. Für diese innovative Idee wurde Nidisi auch mit einem der begehrten FAIRWANDLER Awards 2021 ausgezeichnet. Doch auch die anderen Projekten, die von Nidisi initiiert und unterstützt werden, stehen ganz unter dem Motto: Humanity Can Do Better!

Die Entstehungsgeschichte von Nidisi

Seinen Ursprung fand Nidisi 2015 direkt nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal. Eines der Gründungsmitglieder, Fabien, war zu dieser Zeit vor Ort und erlebte das Erdbeben nicht nur persönlich, sondern organisierte gemeinsam mit seiner Gastfamilie Katastrophenhilfe, um besonders den Menschen in den entlegenen Bergregionen Lebensmittel und Notunterkünfte zur Verfügung zu stellen. Nach der Gründung von Nidisi im Jahr 2016, damals noch NePals e.V., folgten weitere Projekte im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit, wie Häuserbau, ein Krankenhausprojekt und ein Bildungsprojekt, das bis heute fortgeführt wird. Im Rahmen der Projekte ist der Organisation jedoch auch bewusst geworden, dass Abhängigkeiten geschaffen werden. Da Nidisi sich als Ziel gesetzt hat, Menschen zu befähigen, sprachen diese Abhängigkeiten jedoch konkret gegen die eigene Vision. So überdachten sie die eigene Herangehensweise und entwickelten neue Projekte. Diese verfolgen einen sozialunternehmerischen Ansatz, sollen Menschen befähigen und keine Abhängigkeiten schaffen, da die Menschen vor Ort die Projekte finanziell selbst tragen können.

Das Recyclingprojekt

Mit dem Recyclingprojekt hat sich Nidisi eine Alternative für den konventionellen Straßenbau überlegt. Normalerweise ist dieser sehr ressourcenintensiv und benötigt viel Rohöl. Gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut hat Nidisi jedoch ein Verfahren entwickelt, das Plastikmüll zu hochwertigem Straßenbelag verarbeitet. Das Verfahren verhindert dabei auch gezielt, dass durch die Müllverbrennung klimaschädliche Gase freigesetzt werden. Durch diese Idee wird der Straßenbau nicht nur ressourcenschonender und ökologischer. Erste Pilotprojekte haben auch gezeigt, dass dieser neue Straßenbelag gleichzeitig sogar noch robuster und somit langlebiger ist. 2021 möchte Nidisi mit dem Team Pilot Roads fünf Pilotstraßen in Nepal unter verschiedenen topographischen Bedingungen bauen. Nur so ist es ihnen möglich, zu testen, ob der Straßenbau wirklich in ganz Nepal umsetzbar ist. In Deutschland macht sich das Schwesterunternehmen EcoPals ebenso weiter an den Straßenbau. In Brandenburg entsteht bereits die zweite Pilotstrecke, weitere sind in Planung.

Weitere Projekte von Nidisi

Doch Nidisi arbeitet nicht nur intensiv an ihrem Recyclingprojekt. Es gibt außerdem noch drei weitere große Projekte, die von Nidisi initiiert wurden. Als eines der ersten Projekte des Vereins ermöglicht das Bildungsprojekt Kindern einen besseren Zugang zu Bildung und somit bessere Chancen und Möglichkeiten. Mit dem Menstruationsprojekt möchte der Verein Mädchen und Frauen mit bezahlbaren und biologisch abbaubaren Binden während ihrer Menstruation unterstützen. Diese Binden sollen ausschließlich aus regionalen nepalesischen Materialien hergestellt werden. Zusätzlich werden Frauen in den Herstellungsprozess integriert, um ihnen ökonomische Unabhängigkeit zu ermöglichen. Da das Grundwasser in Nepal von sehr schlechter Qualität ist, hat Nidisi das Wasserprojekt ins Leben gerufen. Das Ziel ist dabei, einen bezahlbaren Zugang zu sauberem Trinkwasser für jeden zu ermöglichen. Dies möchte Nidisi durch den Aufbau eines riesigen Wasser-Netzwerks erreichen, das von Nepales*innen selbst betrieben wird und auch ländliche Regionen erreicht.

Der FAIRWANDLER-Award 2021

Mit dem Recyclingprojekt war Nidisi einer der diesjährigen Preisträger des FAIRWANDLER-Awards der Karl Kübel Stiftung. Dabei verleiht die Stiftung seit 2016 jährlich den Award an engagierte Menschen, die sich für eine gerechtere Welt, in der Fairness, Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung zum Tragen kommen, einsetzen. Neben Nidisi erhielten vier weitere Ideen einen Award. So entwickelte das Startup Kulero essbares Besteck. Das Projekt Spatz in der Hand verwendet bereits vorhandenes Filmmaterial und spart damit Zeit, Geld und Ressourcen. Mit der Broschüre Zwischenräume wurde Bridging Gaps für Bildungsarbeit gegen Rassismus ausgezeichnet. Drei Student*innen haben gemeinsam mit Greenpeace und Seawatch Materialpakete und Handreichungen für kommerzielle Handelsschiffe zur Seenotrettung entwickelt. Alle fünf ausgezeichneten Projekte haben den FAIRWANLDER-Award mit ihren innovativen Ideen für eine bessere Welt wirklich verdient!

Du willst mehr erfahren?

Auf der Website von Nidisi erhältst du alle wichtigen Informationen über die Organisation und die Projekte. Außerdem ist Nidisi auf Instagram, Facebook und LinkedIn vertreten, wo du mit allen wichtigen Updates zu den Projekten versorgt wirst. In einem Video der Karl Kübel Stiftung stellt sich Nidisi vor und berichtet vom Recyclingprojekt. Außerdem findest du auf dem YouTube-Kanal der Karl Kübel Stiftung alles rund um die diesjährige Preisverleihung und die Preisträger*innen.

-Leah-

Das Beitragsbild wurde uns mit freundlicher Genehmigung von Nidisi zur Verfügung gestellt und zeigt das Team von Pilot Roads in Nepal.

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Urban gardening – Bericht einer Grenzenlos-Lehrkooperation an der Macromedia Akademie

7. Mai 2021 - 13:14

Nach erfolgreichem negativen COVID19-Selbsttest konnte es losgehen mit unserer Lehrkooperation vor Ort in der Sandstraße 9 in der Aula. Kathya Lucía Pillajo Armas, Studentin der Medien und Literatur an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg aus Ecuador, war extra aus Nürnberg angereist, um mit den Auszubildenden der Berufsfachschule für Mediengestalter*innen Digital und Print das Thema „Urban Gardening“ zu bearbeiten. Die Grenzenlos-Aktive kann aus eigener Erfahrung berichten, denn sie ist an einem Urban Gardening Projekt in Nürnberg beteiligt. Das Projekt wurde gestartet, um dem Wunsch nach einem Garten in der Stadt und der Möglichkeit der Selbstversorgung nachzukommen. Die Mitglieder des dafür gegründeten Vereins schätzen die geschaffene Verbindung zur Natur und das starke Gemeinschaftsgefühl, welches sich durch die gemeinsame Gartenarbeit entwickelt hat. Begleitende und unterstützende Lehrkräfte von Macromedia waren Ausbildungsleiter Herwig Horn und Iris Alheidt-Pehrisch.

Thematische Einführung

Zunächst stellte Kathya in einer Präsentation sich und ihr Heimatland Ecuador vor (neben den 17 Nachhaltigkeitszielen der UN) – in großen Teilen waren Präsentation und auch die Videos in englischer Sprache, da diese Kooperation im Rahmen des Deutsch-Englisch-Unterrichts stattfand. Besonders interessant für alle war ein Video über die Verbreitung des urban farming in Quito, der Hauptstadt Ecuadors. Dort entstanden Gärten, die von Familien gemeinsam mit Flüchtlingen bearbeitet wurden. Die Erträge haben sich alle geteilt und so wurden die Flüchtlinge gut in ein familiäres Umfeld integriert, indem sie für den gemeinsamen Unterhalt produktiv tätig sein konnten – ein gelungenes und überzeugendes Konzept.

Projektphase

Es folgten Projektaufgaben in vier Gruppen – erstes Thema waren „Möglichkeiten des Urban Gardening bei Macromedia“, z. B. auf den großen Balkonen im 6. Stock. In den Gruppen wurden engagiert Ideen und Konzepte zur Begrünung entwickelt und anschließend präsentiert. In einer zweiten Übung sollten passende Wörter zum Thema „Green“ und „Macromedia/Campus“ gefunden werden. Was fällt einem bei diesen Begriffen ein? Ein Beispiel waren die im März an alle Auszubildenden verschickten Eco-Sticks. Diese sogenannten Eco-Sticks, die auf dem folgenden Bild zu sehen sind, sind flache Holzstäbe, an deren Enden sich Samen befinden, die sich ganz leicht einpflanzen lassen. Einige Schüler*innen berichteten, dass ihre Pflanzen schon wachsen.

Fazit

Diese Veranstaltung am Campus hat alle Beteiligten begeistert und war eine sehr gute Erfahrung – und das nicht nur, weil man sich nach so langer Zeit endlich persönlich wiedergesehen hat. Sie hat deutlich gemacht, wie begeisterungsfähig unsere Auszubildenden sind und dass sie motiviert und interessiert an Themen herangehen, die das direkte Lernumfeld betreffen. Sie werden gern beteiligt und einbezogen. 

-B. Baume-

Das WUS-Projekt „Grenzenlos – Globales Lernen in der beruflichen Bildung“ wird vom Freistaat Bayern und den Ländern Baden-Württemberg, Brandenburg, Hessen Rheinland-Pfalz und Saarland sowie von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.

Die Bilder im Beitrag wurden mit freundlicher Genehmigung von Kathya Pillajo zur Verfügung gestellt. 

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