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Aktualisiert: vor 7 Stunden 53 Minuten

Fashion Revolution Week 2021

13. April 2021 - 15:21

Vom 19. bis 25. April 2021 findet die Fashion Revolution Week statt. Diese spielt sich seit 2014 jährlich in der Woche um den 24. April ab, dem Tag, an dem die Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch einstürzte. Dabei steht vor allem der Fashion Revolution Day am 24. April im Vordergrund, aber auch an den anderen Tagen gibt es einige spannende Angebote und Aktionen in Deutschland. Das große Ziel: eine Fashion Revolution!

Der Hintergrund

Der Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch jährt sich nun bereits zum achten Mal. Damals verloren 1.136 Menschen ihr Leben, über 2.000 Menschen wurden verletzt. Besonders tragisch an dieser Katastrophe: Das Gebäude war bereits stark einsturzgefährdet und die Textilarbeiter*innen hatten ihre Angst vor einem Kollaps des Gebäudes bei ihren Vorgesetzten geäußert. Dennoch wurden sie zur Arbeit gezwungen – eine Tragödie, die hätte verhindert werden können. Seit dem Einsturz versuchen verschiedene Initiativen für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen vor Ort zu sorgen. Außerdem löste das Unglück eine weltweile Debatte über die Missstände in der globalen Textilproduktion aus. Immer mehr Verbraucher*innen hinterfragen, woher die eigene Kleidung kommt und unter welchen Bedingungen diese hergestellt wurde. Auch wenn sich durch verschiedene Abkommen die Sicherheitsstandards für Fabriken und Arbeitsbedingungen in Bangladesch teilweise verbessert haben, führte die Katastrophe leider nicht zu einer globalen Veränderung in der Textilproduktion. Vor allem Gewinnmaximierung und Wettbewerb verhindern ein Umdenken seitens der Unternehmen.

Die Fashion Revolution Week

Die Fashion Revolution Week wurde ins Leben gerufen, um den Opfern des Unglücks von Rana Plaza zu gedenken und zu fordern, dass niemand für die Modebranche sterben sollte. Als Ziele hat sich die globale Bewegung beispielsweise faire Löhne und würdige Arbeitsbedingungen sowie ein Ende der menschlichen und ökologischen Ausbeutung in der Textilindustrie gesetzt. Die Vision: Eine globale Modebranche, die die Umwelt erhält und Menschen über Profit und Wachstum stellt. Dies möchte die Bewegung vor allem durch Aufklärung schaffen. So ruft sie Menschen auf Social Media dazu auf, Unternehmen zur Verantwortung zu ziehen und Antworten auf die Frage #WhoMadeMyClothes (Wer hat meine Klamotten gemacht?) zu bekommen.

So könnt ihr Teil der Fashion Revolution Week 2021 werden

Auf der Website der Fashion Revolution Week findet ihr einen globalen Veranstaltungskalender mit vielen spannenden Vorträgen und Aktionen aus der ganzen Welt. So gibt es beispielsweise eine Kleidertauschaktion in China oder Großbritannien sowie einen Secondhand-Markt in Puerto Rico.

Fairtrade Deutschland hat auf seiner Website verschiedene Materialien zusammengestellt, um als Fairtrade School oder Fairtrade Town kreative Schaufenster zur Fashion Revolution zu gestalten. Für Fairtrade Universities gibt es viele digitale Vorträge über Zoom und Instragram.

Das Entwicklungspolitische Netzwerk Hessen e.V. bietet verschiedene Online-Filmabende und Online-Lesungen rund um die Fashion Revolution Week an. Besonders spannend ist hier auch der konsumkritische Stadtrundgang in Darmstadt.

Über Social Media könnt ihr unter den Hashtags #WhoMadeMyClothes und #WhatsInMyClothes Posts verfassen, um auch in eurem Freundeskreis auf die Missstände in der Modebranche aufmerksam zu machen. Dafür stellt die Fashion Revolution Week Bilder zum kostenlosen Download, die ihr für eure Posts verwenden könnt.

Wie ihr euch informieren könnt

Auf der Website der Fashion Revolution Week gibt es einen interessanten Blog zu allen Themen rund um die Fashion Revolution in der Modebranche. Dort findet ihr Beitrage aus verschiedensten Ländern und in verschiedenen Sprachen. Vielleicht habt ihr ja selbst eine Idee für einen Beitrag? Die Fashion Revolution nimmt auch Gastbeiträge an!

Beim YouTube-Kanal von Fairtrade Deutschland könnt ihr euch einen tollen und spannenden Film unter dem Titel „Von der Baumwolle bis zum Kleidungsstück“ ansehen. Dort erfahrt ihr nicht nur mehr über die Herstellung von Kleidung, sondern auch mit welchen Problemen Arbeiter*innen innerhalb der Lieferkette konfrontiert sind und wie der Fairtrade Textilstandard Missstände verbessern kann.

In Deutschland hat sich die Initiative Lieferkettengesetz als Zusammenschluss zahlreicher Organisationen als Ziel gesetzt, ein Lieferkettengesetz durchzusetzen, um Mensch und Umwelt besser zu schützen. Im vorläufigen Gesetzentwurf fehlen jedoch wichtige Elemente. Deswegen ruft die Initiative auf, einen Lieferkettenbrief an die eigenen Abgeordneten im Bundestag zu schicken. Wenn du dich dafür einsetzen möchtest, kannst du auf der Website deinen Abgeordneten finden und eine Mail schreiben.

Am Ende bleibt wohl nur noch eins zu sagen: Es ist Zeit für eine Fashion Revolution!

-Leah-

Das Beitragsbild ist aufgenommen von Becca McHaffie auf Unsplash.com.

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Was bedeutet es im Bürgerkrieg aufzuwachsen?

9. April 2021 - 12:53

„An den Frieden denken heißt, an die Kinder denken.“ – Michail Gorbatschow 

Die neusten Geschehnisse in Myanmar und die damit verbundene Angst, ein Bürgerkrieg könne ausbrechen, erinnern nur allzu schmerzlich an andere Bürgerkriege in der Welt. Zu oft verschließen wir unsere Augen vor den tragischen Schicksalen vieler Kinder in den betroffenen Regionen. Gerade diese brauchen doch Schutz, einen Zugang zu Bildung, ein sicheres Zuhause und eine dauerhafte Versorgung mit Lebensmitteln. Die Realität sieht jedoch anders aus: Weltweit leben rund 426 Millionen Kinder in Konflikt- und Krisengebieten – fast jedes 5. Kind. Was bedeutet Bürgerkrieg für diese Kinder?

Der Syrien-Konflikt

Nicht zuletzt durch eine kurze mediale Aufmerksamkeitswelle wurde den Menschen im März 2021 vor Augen geführt, dass in Syrien seit nun zehn Jahren Bürgerkrieg herrscht. Ein Ende ist nicht in Sicht. Laut UNICEF sind 9 von 10 Kindern auf humanitäre Hilfe angewiesen, Mangelernährung betrifft im Norden Syriens eins von drei Kindern. Viele sind von Sorgen über Armut geplagt, Perspektivlosigkeit belastet die Psyche. Sorgen, mit denen eigentlich kein Kind konfrontiert werden sollte. In ihrer Verzweiflung müssen viele Eltern ihre Kinder arbeiten schicken. Frühe Heirat ist ein trauriges, aber hilfreiches Instrument, um die Familie zu ernähren.

Auch die Bildung der Kinder ist vom langen Bürgerkrieg gezeichnet: Ein Drittel aller Schulen sind zerstört oder beschädigt, fast 2,5 Millionen Kinder gehen nicht zur Schule.

Bundesentwicklungsminister Gert Müller hat dazu Mitte März Stellung genommen: „Syrien ist die größte Tragödie dieses Jahrhunderts. Nach 10 Kriegsjahren sind 22 Millionen Menschen im ganzen Krisenbogen auf humanitäre Unterstützung angewiesen. Eine ganze Generation syrischer Kinder kennt nichts als Angst und Not.“ Weiterhin fordert er: „Auf der Syrienkonferenz Ende März müssen alle Geber ihre Anstrengungen verstärken. Und wir brauchen einen neuen Anlauf für einen dauerhaften Frieden. Denn ein ‚weiter so‘ für die nächsten 10 Jahre kann es nicht geben.“ Die Geberkonferenz zeigte sich am Ende jedoch eher als große Enttäuschung: Lediglich 5,3 der notwendigen 8,54 Milliarden Euro kamen zusammen, wobei Deutschland mit 1,7 Milliarden Euro den größten Betrag beisteuerte. Andere Länder wie Großbritannien kürzten ihre zugesagten Mittel sogar noch. Wenn die Weltgemeinschaft die Notwendigkeit der Hilfe für Syrien nicht erkennt, wer hilft dann all diesen vom Bürgerkrieg gezeichneten Kindern?

Die humanitäre Katastrophe im Jemen

Seit 2015 leiden die Menschen im Jemen unter einem Bürgerkrieg, der laut den Vereinten Nationen zur weltweit größten humanitären Katastrophe unserer Zeit geführt hat. Dabei sind Kinder vor allem von Unterernährung bedroht: In diesem Jahr werden nach Informationen von UNICEF schätzungsweise bis zu 2,3 Millionen Kinder unter 5 Jahren an akuter Mangelernährung leiden. Lebensbedrohlich kann diese Mangelernährung für rund 400 000 Kinder werden. Nur durch Spezialnahrung wie Erdnusspaste und therapeutische Milch kann noch geholfen werden.

Der Zugang zu Bildung wird jemenitischen Kindern durch verschiedene Faktoren erschwert. Schulen werden routinemäßig angegriffen. So wird ein Ort, an dem Kinder in einem behüteten Umfeld lernen sollten, zur Gefahr. Fast 2 Millionen Kinder können die Schule nicht besuchen.

Doch auch der Bürgerkrieg selbst hat viele Kinder als Opfer gefordert. Durch Angriffe haben seit 2015 tausende Kinder ihr Leben verloren. Auch Zwangsrekrutierung ist für viele Realität geworden.

Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen, Save the Children oder UNICEF geben vor Ort alles, um den Menschen zu helfen. Doch auch hier enttäuscht die internationale Unterstützung: Bei der diesjährigen UN-Gerberkonferenz sind weniger als die Hälfte der benötigten 3,85 Milliarden Dollar für den Jemen zusammengekommen. So bleibt wohl auch weiterhin die drohende Hungersnot und das damit verbundene Leiden an der Tagesordnung im Jemen.

Was also tun bei all dem Leid?

Die Zahlen im Jemen und in Syrien sprechen eine eindeutige Sprache. Leid, Todesangst, Hungersnot und fehlende Bildung im Kindesalter führen zu irreversiblen Schäden. All die Erfahrungen, die Kinder in Kriegs- und Krisengebieten machen, zeichnen sie für ihr Leben. Sie sind nicht wieder gut zu machen. Doch nicht nur Syrien und der Jemen sind vom Bürgerkrieg betroffen, weitere Länder wie Somalia oder der Südsudan kämpfen mit den Folgen bewaffneter Konflikte. Am Ende trifft es jedoch immer die Schwächsten: die Kinder.

Was können wir also tun, bei all dem Leid? Wichtig ist wohl vor allem, die Augen nicht zu verschließen und nicht zu vergessen. Sich die Schicksale und Geschichten anzuhören, nicht wegzuschauen. Gegebenenfalls eine Öffentlichkeit schaffen, immer wieder auf die Missstände hinweisen. Wenn ihr gerne finanziell unterstützen möchtet, könnt ihr dies zum Beispiel über UNICEF oder Save the Children tun.

-Leah-

Das Bild ist von Aladdin Hammami auf Unsplash.com und zeigt Aleppo, Syrien.

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Heuschreckenplage in Ostafrika – wie ein kenianisches Startup ein Problem in eine neue Einnahmequelle verwandelt

7. April 2021 - 14:16

Seit 2019 wird Ostafrika von Heuschreckenschwärmen geplagt. Sie kommen in Scharen – ein Schwarm besteht aus bis zu einer Millionen Insekten – und fressen komplette Felder und Landstriche innerhalb kürzester Zeit leer. Dies bedeutet vor allem: ein finanzieller Ruin für Bäuer*innen und zu wenig Essen für die Bevölkerung. Besonders die Wetterlage begünstigt die enorme Ausbreitung der Heuschrecken. Da es in den Jahren 2019 und 2020 viel geregnet hat, profitierten die Insekten von der Vegetation, die ihnen mehr Futter bescherte. Außerdem begünstigten Windverhältnisse die rasche Ausbreitung, da eine ausgewachsene Heuschrecke bis zu 130 km am Tag zurücklegen kann. Zusätzlich erschweren lokale Konflikte die Eindämmung der Plage und dann kam auch noch Corona.

Obwohl die Heuschrecken in diesem Jahr bisher weniger zahlreich vorgekommen sind, warnen Experten vor einer neuen, möglicherweise sogar noch verheerenderen Welle, da immer mehr Bäuer*innen von Heuschrecken berichten und die Regenzeit in Ostafrika vor der Tür steht. Was also tun, um das Problem in den Griff zu bekommen?

The Bug Picture

Das kenianische Startup „The Bug Picture” hat sich etwas Besonderes überlegt: Sie wollen Heuschrecken als Rohstoffe für Tierfutter und Dünger verwenden. Dies hilft nicht nur bei der Bekämpfung der Schädlinge, sondern generiert gleichzeitig eine neue Einnahmequelle für Bäuer*innen, die durch die Plage komplette Ernten verloren haben.

Dafür schlägt das Startup diesen Umgang vor: Bei Einbruch der Dunkelheit beginnt die Arbeit, da sich die Heuschrecken dann zum Schlafen auf den Bäumen niederlassen und somit leichter zu fangen sind. Mit großen Beuteln schütteln die Bäuer*innen die Schädlinge von den Ästen, ihren Lohn bekommen sie am nächsten Morgen pro Sack ausgezahlt. Ein Sack wiegt dabei ca. 19 Kilo und bringt den Bäuer*innen einen Lohn von umgerechnet sieben Euro ein – der Tagelohn für eine*n Handwerker*in und ein finanzieller Ausgleich für die schwer von der Plage getroffenen Bäuer*innen.

Die Weiterverarbeitung

Die Säcke voller Heuschrecken werden im nächsten Schritt mit einem schweren Fass überrollt, um die Schädlinge zu töten. Anschließend werden sie getrocknet und zu einem Pulver weiterverarbeitet. Dieses Pulver wird dann unter das Tierfutter oder den Dünger gemischt. Dies funktioniert vor allem so gut, da Heuschrecken zu etwa 70 Prozent aus Proteinen bestehen, der teuerste Bestandteil im Futter. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist, dass die Bäuer*innen die Plage nun nicht mehr mit Pestiziden bekämpfen müssen – ein Plus für die Umwelt.

Zwar ist es kaum möglich alle Schädlinge in einer Nacht einzusammeln, doch es ist ein guter Ausgangspunkt ein großes Problem ein wenig zu verkleinern und den Bäuer*innen zu helfen.  

Einen interessanten Artikel über die Auswirkungen der Heuschreckenplage könnt ihr beim Redaktionsnetzwerk Deutschland finden. Wenn ihr mehr über das Startup erfahren wollt, klickt euch durch die Homepage. Besonders aktuell hat auch die Tagesschau über das Startup The Bug Picture berichtet.

 

-Leah-

Das Bild ist von Nicholas Lindsay auf Unsplash.com.

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Modell morgen – Auf den Spuren deiner Zukunft

26. März 2021 - 9:37

Vor mehr als 10 Jahren hatte ich meinen ersten Ferienjob in einem Hallenbad. Als Assistentin des Bademeisters habe ich aufgepasst und mitgeholfen, einer kleinen Gruppe von Kindern das Schwimmen beizubringen. Nach 2 anstrengenden, aber spaßigen Wochen haben alle das „Seepferdchen“-Abzeichen bekommen und die Freude war groß! Hätte mich letztes Frühjahr jemand gefragt, was denn bisher der schönste Job meines Lebens war, hätte ich wohl von diesem Schwimmkurs erzählt. Würde mich heute jemand fragen, dann wären es die „Modell morgen“-Feriencamps im Sommer und Herbst 2020.

Feriencamps zu Berufsorientierung und Nachhaltigkeit

Letztes Jahr startete die erste Runde der Feriencamps zu Berufsorientierung und Nachhaltigkeit im Rahmen des Projekts „Modell morgen“, bei denen junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren verschiedene Berufsfelder der Zukunft kennenlernen konnten. Die Camps zu den Themen Nachhaltiges Unternehmertum, Mode sowie Ernährung wurden im schönen Umweltbildungszentrum (UBB) in Gatow ausgerichtet, das direkt an der Havel im Westen von Berlin liegt. Ich habe zwei Camps zu Nachhaltiges Unternehmertum und ein Camp zu Ernährung als Nachtwache betreut und möchte in diesem Beitrag von meinen Erfahrungen der Camps berichten und warum ich mich riesig freue, dieses Jahr wieder Teil von „Modell morgen“ zu sein. Jedes der drei Camps war anders und auf seine Weise besonders durch die unterschiedlichen Themen und die Vielfalt der Teilnehmenden.

Nachhaltiges Unternehmertum

Am 6. Juli startete die „Modell morgen“-Saison 2020 für mich mit dem ersten Camp zum Thema Nachhaltiges Unternehmertum. Wir hatten eine bunt gemischte Gruppe: die jüngste Teilnehmerin war gerade mal 15 Jahre, der älteste hingegen 24 Jahre alt. Eine Teilnehmerin studierte bereits, drei standen kurz vor den Uni-Bewerbungen, die anderen gingen noch zur Schule. Beim ersten gemeinsamen Mittagessen herrschte zunächst noch schüchterne Zurückhaltung, doch mit den Kennlernspielen begann das Eis langsam zu schmelzen. Im Laufe der fünf Tage lernten die Teilnehmenden die Grundlagen der Nachhaltigkeit kennen, entwickelten eigene Prototypen im „SEEd“-Ideenworkshop und sprachen mit Gründer*innen über Sozialunternehmertum. Sie setzten sich mit dem Thema Arbeit auseinander und überlegten, welche Berufe zu ihrer Person, ihren Stärken und Interessen passen könnten. Am Ende der Woche war aus diesen sehr besonderen, eigenen Persönlichkeiten ein Team geworden und am liebsten wären wir alle noch ein wenig länger im UBB geblieben. Zu meinen persönlichen Highlights des ersten Feriencamps zählen die morgendliche Schwimmrunde mit einigen Teilnehmenden vor dem Frühstück, der letzte gemeinsame Abend am Lagerfeuer mit Stockbrot, die persönlichen Gespräche und natürlich der leckere Kuchen, den es jeden Nachmittag gab.

Zum Glück dauerte es nicht lange, gerade mal zwei Wochen, bis das zweite Camp zu Nachhaltiges Unternehmertum am 27. Juli losging. Obwohl das Thema des Camps das gleiche war, so war die Atmosphäre doch eine ganz andere durch die neue Gruppe. Der Altersdurchschnitt der Teilnehmenden war eher homogen, der Großteil ging zur Schule und war zwischen 15 und 18 Jahre alt. Die freie Zeit zwischen den Einheiten war geprägt von scheinbar endlosen Tischtennis-Runden auf der wackeligen Tischtennis-Platte des UBB: vor den Workshops, in den Pausen und am Abend wurde in Duellen oder „Rundlauf“ gespielt. Beim Essen draußen im Innenhof des UBB wurde unsere Gelassenheit regelmäßig von Wespen auf die Probe gestellt. Es war Hochsommer und wir bekamen zu jeder Mahlzeit Besuch dieser hektisch umherfliegenden Insekten, die verständlicherweise auch etwas von dem leckeren Essen abhaben wollten. Auf wundersame Weise wurde jedoch niemand von uns gestochen. So endeten die Sommerferien und damit die ersten „Modell morgen“-Feriencamps im Jahr 2020. Das Team war froh und erleichtert, diese Herausforderung im Corona-Sommer bewältigt zu haben und schaute voller Vorfreude auf die Herbstferien, für die weitere Camps geplant waren.

Ernährung

Vom 12. bis 16. Oktober betreute ich das letzte Feriencamp zum Thema Ernährung, das zu einer Art „Modell morgen“-Wiedersehenstreffen wurde. Die Hälfte der Teilnehmenden hatte im Sommer bereits am ersten Camp zu Nachhaltiges Unternehmertum teilgenommen und war wiedergekommen, weil es ihnen so gefallen hatte. Obwohl sich einige schon kannten, wurden die neuen Teilnehmenden mit offenen Armen aufgenommen. Für dieses Camp war ursprünglich eine Kochgruppe geplant, die morgens mit in den Gemüsegarten gehen und beim Schnippeln und Kochen helfen sollte. Da das pandemiebedingt leider nicht möglich war, besuchten wir stattdessen den nahegelegenen Acker der Solidarischen Landwirtschaft „SpeiseGut“ und brachten ein paar frische Rüben als Snack für den Spieleabend mit. Das Camp endete mit einem lustigen Abend am Lagerfeuer, bei dem es wieder Stockbrot für den Magen, Rätsel fürs Gehirn und Rap auf die Ohren gab. Der Abschied fiel uns allen besonders schwer und da war es der schönste Trost, von einer Teilnehmerin zu hören, dass sie sich im nächsten Jahr wieder anmelden würde.

Das Besondere an den Feriencamps an der Havel

Was macht die „Modell morgen“-Feriencamps so besonders? Vielleicht die wunderschöne Lage in dem kleinen Waldstück direkt an der grünen Havel, die im Sommer zu einer Abkühlung einlädt. Oder die herzliche Atmosphäre im UBB und das leckere Essen, hübsch angerichtet und kreativ dekoriert von den Köch*innen, die dort in Ausbildung sind. Die wertschätzende Zusammenarbeit mit den anderen Betreuer*innen und dem Projektteam spielen eine große Rolle, genauso wie die motivierten Teilnehmenden und ihre Kooperation und gegenseitige Akzeptanz. Ich hatte unglaublich viel Spaß bei den Camps, habe viel gelernt und freue mich riesig, dieses Jahr wieder dabei zu sein im zweiten Durchlauf von „Modell morgen“.

 

-Selina-

Das Beitragsbild wurde uns von Modell morgen zur Verfügung gestellt.

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Imagine you could save the world by being cheap and lazy…

22. März 2021 - 14:28

Just imagine … mit Leitungswasser ist das möglich! Es spart CO2, Plastik, Geld, hat Topqualität und man bekommt es einfach aus dem Wasserhahn. Bequemer geht es doch gar nicht, oder?

Über uns

Das haben wir uns von a tip: tap e.V. vor etwa zehn Jahren auch gedacht und seitdem engagieren wir uns mit viel Liebe für Leitungswasser. Unsere Vision ist eine „Wasserwende“. Wir wollen, dass in Deutschland wieder mehr Leitungswasser getrunken wird, da sich seit den 1970er Jahren der Verbrauch von Flaschenwasser mehr als verzehnfacht hat. Vollkommen unnötig, wie wir finden. Deshalb wollen wir unsere Mitmenschen zu Leitungswasser-Enthusiast*innen machen und zeigen, wie einfach es ist, mit unserem Wasserkonsum die Welt zu retten. Aber was machen wir genau?

Um unser Ziel, die Wasserwende, zu erreichen, sind wir in vielen Bereichen aktiv. So beraten wir Unternehmen, wie sie auf Leitungswasser am Arbeitsplatz umsteigen können, stehen Bürger*innen zu Fragen rund um unser Trinkwasser zur Verfügung, setzen uns für den Bau von Trinkbrunnen im öffentlichen Raum ein und organisieren Bildungsangebote für Schulen, Kitas und außerschulische Lernorte. Außerdem unterstützen wir Bildungseinrichtungen darin, „leitungswasserfreundlich“ zu werden. Dies ist auch aus gesundheitlicher Sicht zu empfehlen, da eine gute Hydration für eine bessere Leistungsfähigkeit sorgt und Kopfschmerzen vorbeugt. Haben die Kinder in der Schule einfachen Zugang zu Leitungswasser, müssen sie keine großen und schweren Flaschen in ihren sowieso schon vollen Schultaschen mitschleppen. Die Auszeichnung „leitungswasserfreundlich” erhalten Schulen und außerschulische Lernorte, die als Trink-Ort gekennzeichnete Waschbecken, Trinkbrunnen oder Wasserspender den Schüler*innen zur Verfügung stellen, anstatt Flaschenwasser oder gar kein Trinkwasser anzubieten. Zudem werden schulinterne Wasserbotschafter*innen gewählt, die mit ihrem Wasserwissen die Koordination des Projekts „leitungswasserfreundliche Schule” übernehmen. Das notwendige Wissen eignen sie sich in unseren Workshops oder Fortbildungen an. Natürlich ist für so ein Vorhaben Kommunikation essenziell. Eine leitungswasserfreundliche Schule macht das Thema Wasser durch Plakate in der Schule oder Beiträge auf der Website sichtbar. Außerdem kommuniziert sie ihre Leitungswasser-Botschaft und wissenswerte Hintergründe  beispielsweise in Elternbriefen oder auf Elternabenden.

Der Trinkbrunnenwettbewerb

Um Schulen den Einstieg in die Leitungswasserfreundlichkeit zu erleichtern, haben wir sogar einen Trinkbrunnenwettbewerb ausgerufen. Schüler*innen aus ganz Deutschland waren aufgerufen, uns in kreativen Beiträgen davon zu überzeugen warum gerade ihre Einrichtung einen Trinkbrunnen verdient hat. Bis zum 7. März haben wir tolle Einsendungen in Form von Musikvideos, Poetry-Slams, Interviews und Mangas  erhalten. Hier könnt ihr alle Einreichungen zum Wettbewerb sehen. Nun freuen wir uns schon darauf, die Sieger*innen mit einem neuen Trinkbrunnen zu beschenken. Anlässlich des heutigen Weltwassertages, am 22ten März, wurden die Gewinner des Wettbewerbs bekannt gegeben. In der Kategorie „Grundschule”: die Grundschule Weyer Solingen, in der Kategorie „Unter- und Mittelstufe”: die Gesamtschule Langerfeld(Wuppertal) und in der Kategorie „Oberstufe”: die Carl-Engler-Schule Karlsruhe. Da die Entscheidung der Jury schwer gefallen ist, wurde beschlossen, zusätzlich einen vierten Trinkbrunnen zu vergeben. Dieser geht an die Gemeinschaftsschule Neunkirchen-Stadtmitte. Hier könnt ihr alle Gewinnerbeiträge anschauen.

Weitere Angebote

Ab Mai startet unsere bundesweite Fortbildungsreihe „Wasserbildung im Gepäck”, die sich vorrangig an Pädagog*innen, Lehrkräfte und umweltengagierte Multiplikator*innen richtet. Hierbei vermitteln wir an zwei halben Tagen unsere Wasserbildungsmodule. Am Ende der Fortbildung sind die Teilnehmer*innen ausgebildete Wasserexpert*innen und können dann selbst Wasserbildungsworkshops durchführen. So werden noch mehr Schüler*innen für das Thema Leitungswasser sensibilisiert und motiviert, sich für den Umweltschutz stark zu machen. Die vielfältigen Bildungsmaterialien des Wasserkoffers erfüllen übrigens BNE-Standards und stehen auch auf unserer Homepage zum freien Download zur Verfügung. Sie beinhalten beispielsweise die Anleitung zum Bau eines Sedimentfilters, ein Wasserkreislauf-Puzzle und Rollenspiele.

Auch außerhalb der Schule können sich Schüler*innen bei uns ehrenamtlich engagieren. Zum Beispiel in dem sie Refill-Stationen gewinnen. Das sind Orte, an denen man sich kostenfrei Leitungswasser in eine mitgebrachte Trinkflasche füllen lassen kann. Wo die nächste Refill-Station zu finden ist, kann man online auf der Refill-Karte nachschauen. Was natürlich auch immer hilft: Das eigene Umfeld vom Leitungswassertrinken überzeugen. Wer dafür noch Argumente braucht, findet sie auf unserer Website.

 

– A tip: tap e.V. –

 

Das Beitragsbild ist von a tip: tap e.V. zur Verfügung gestellt worden.

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„Start with a friend“ – Für mehr Miteinander

18. März 2021 - 10:12

Vermisst ihr es auch, neue Menschen kennen zu lernen? Ein Gespräch mit einer Person zu führen, über die ihr noch überhaupt nichts wisst, und die euch durch ihren frischen Input zum Nachdenken anregt? Vermisst ihr diese zufälligen Begegnungen, mit denen man nicht rechnet und sich daraus tolle Bekanntschaften oder sogar richtig gute Freundschaften entwickeln? Wenn euch danach ist, einen neuen Kontakt zu knüpfen, dann möchten wir euch hier eine Möglichkeit vorstellen, wie das trotz Distanz und Kontaktbeschränkungen funktionieren kann.

Aus Fremden werden Freunde

Im April 2014 hat Franziska Birnbach „Start with a Friend“ (kurz SwaF) ins Leben gerufen, eine Organisation, die Einwander*innen und Locals zusammenführt – je nach Interessen und Zeitbudget. Alles begann damit, dass Franziska Einwander*innen helfen wollte. Dabei hat sie gemerkt, dass das gar nicht so einfach ist: Wie hält man die Geschichten und Schicksale aus? Wie kann man helfen? Wer ist Ansprechpartner*in? Und wie kann man den Menschen, die zu uns kommen, auf Augenhöhe begegnen, nicht von oben herab? „Einwander*innen sollen nicht als Hilfsbedürftige stigmatisiert werden. Der reine Hilfsansatz ist ein bisschen verfehlt,“ wie sie sagt. Daraus entstand ihre Idee eine Plattform anzubieten, um Freundschaften zu knüpfen und um gemeinsam eine Gesellschaft zu gestalten, in der sich alle Menschen wohlfühlen – unabhängig von ihrer Herkunft.

Wie funktioniert das Ganze?

Es ist kein Vorwissen oder eine Schulung notwendig, man muss einfach nur offen aufeinander zugehen. Und dann gibt es verschiedene Möglichkeiten aktiv zu werden: ob als 1:1 Tandempartner*in an einem der bundesweit 26 Standorte oder in einem Verein, als ehrenamtliches Teammitglied, im Rahmen eines Fellowship-Programms oder auch als Praktikant*in.

Als Tandempartner*in treten Newcomer*innen und Locals in Kontakt, tauschen sich aus und besuchen gemeinsam Events und Freizeitaktivitäten. Dabei entscheiden die Tandempartner*innen selbst, wie viel Zeit sie sich nehmen und wie sie ihre Treffen gestalten wollen. Tandempartner*innen werden anhand gemeinsamer Interessen von den Fellowship-Mitgliedern vermittelt. Zusätzlich zum Tandem-Programm organisieren die SwaF-Teams viele verschiedene Events für die gesamte Community. 

Als Praktikant*in kann man sich im bundesweiten Kommunikations- und Kampagnenteam oder im Bereich NPO-Management einbringen und viele tolle Menschen und Perspektiven kennenlernen.

Wie klappt die Umstellung auf Online-Angebote?

Wie die meisten Initiativen musste auch „Start with a Friend“ einen Teil der Arbeit ins Netz verlegen – und hat damit allerdings ganz gute Erfahrungen gemacht. Gerade in Zeiten physischer Isolation brauchen wir jedoch Austausch und Begegnung. Deswegen bringt SwaF weiterhin Menschen zusammen: durch eine digitale Tandempartnerschaft (eTandem) und durch ein vielfältiges Online-Programm für ihre Community.

 

Seid ihr neugierig geworden? Dann viel Spaß beim Anmelden und Kennenlernen!

– Ronja –

Das Beitragsbild ist von Bewakoof.com Official auf Unsplash.

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Wie geht es unserer Psyche bei all der Umweltzerstörung?

16. März 2021 - 9:18

Gibt es einen passenden sprachlichen Ausdruck dieser Gefühle irgendwo zwischen Heimweh, Nostalgie und Einsamkeit, der den Schmerz um den Verlust unserer Umwelt beschreibt? Der australische Umweltphilosoph und Nachhaltigkeits-Professor Glenn Albrecht erfand ihn: Er nannte diese „spezifische Form der Melancholie, die mit einem Mangel an Trost und intensiver Einsamkeit zusammenhängt“ Solastalgie.

Vielleicht kennt ihr dieses Gefühl selbst, wenn ja – lasst euch gesagt sein, damit seid ihr nicht allein. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa fürchten allein 42 Prozent der Deutschen, dass der Klimawandel die Stabilität und Sicherheit der Welt gefährden könnte, unter den Jugendlichen sind es sogar 65 Prozent.

Begriffsproblematik von „Klimaangst & Klimadepression“

Die Mitglieder der Psychologists For Futre forschen bereits seit vielen Jahren an diversen internationalen psychologischen und medizinischen Fakultäten an den Zusammenhängen zwischen Klimawandel und Psychologie und Psychotherapie. Zu den relevanten Fragestellungen gehören zum Beispiel der Umgang mit Verdrängung und Verleugnung, die Ermutigung zu Verhaltensänderungen oder die Bewältigung psychischer Belastungen im Angesicht dieser Krise.

In den sozialen Medien posten Betroffene unter den Hashtags #ecoanxiety und #climateanxiety ihre Sorgen. Auch Begriffe wie „Klimaangst“ und „Klimadepression“ sind verbreitet. Dabei sind die Begriffe nicht immer angemessen, findet der Psychologe Felix Peter, der sich bei Psychologists for Future engagiert. Denn Ängste und Depressionen werden oft mit Störungen in Verbindung gebracht. Der Begriff kann also implizieren, dass die Angst vor dem Klimawandel auch eine Krankheit sei. Andere Menschen reagieren vielleicht eher mit Wut, Trauer oder Hoffnungslosigkeit anstelle von Angst. Und dabei handelt es sich in erster Linie um natürliche Reaktionen auf eine wahrgenommene Bedrohung. Weitere Informationen zu dem Begriff der Angst in diesem Kontext findet ihr hier

Der Begriff der Solastalgie

Wir leben in einer Zeit, in der menschengemachte Umweltzerstörungen auf der ganzen Welt tägliche Realität sind. Regenwälder verschwinden, Tagebaue reißen die Erde auf, Öl verschmutzt ganze Küsten. Die Auswirkungen des anthropogenen (= vom Menschen gemachten) Klimawandels sind vielerorts längst zu spüren. Den Begriff Solastalgie führt Albrecht aufgrund dieses Verlusts, der mit der Umweltzerstörung zusammenhängt, zurück auf die lateinischen Begriffe solacium (Trost) sowie solus (Einsamkeit) und den griechischen Begriff algos (Schmerz).

Der Ursprung seiner Begriffsentwicklung liegt darin, dass Anfang der 2000er Jahre Kohleminen tiefe Furchen ins australische Hunter Valley fraßen und Professor Albrecht mehr über die emotionalen Auswirkungen des Tagebaus auf die Anwohner*innen erfahren wollte. Früher war die Region für ihre malerischen Felder, Farmen und Weingüter bekannt. Der Kohlebergbau gehörte zur regionalen Wirtschaft, doch hatte er sich rasant ausgebreitet, seit das Tal aufgrund wachsender weltweiter Nachfrage und neuer Fördermöglichkeiten von einer Welle neuer Bergbaubetriebe überrollt wurde.

Einige Expert*innen – Albrecht eingeschlossen – gehen davon aus, dass Solastalgie indigene Bevölkerungsgruppen in besonderem Maß betrifft, weil diese oft eine besonders enge emotionale, seit vielen Generationen bestehende Verbindung zu „ihrem“ Land haben. Beispielsweise die Inuit in der Arktis, die jede Veränderung in Temperatur, im Boden und im Eis spüren. „Wir sind Menschen des Eismeeres. Wenn es aber kein Eismeer mehr gibt, wie können wir dann noch die Menschen des Eismeeres sein?“, zitiert die kanadische Umweltforscherin Ashlee Cunsolo einen Inuk. Ohne das Eis zu leben, sei für sie wie nicht atmen zu können. Ihr Heimatverlust ist aufs engste mit einem Identitätsverlust verbunden.

Tagebaue, Dämme oder Abholzungen, Kriege, Überflutungen, Erdrutsche, Brände, extreme Hitze oder einfach nur Bauprojekte oder Gentrifizierung verändern permanent die menschlichen Lebensräume. Auch ohne, dass sie das eigene Leben grundlegend beeinträchtigen, ohne dass etwa Eigentum zerstört oder die Gesundheit bedroht wird, können solche Eingriffe in unsere Heimat schmerzliche Verlusterfahrungen sein. Und das wirkt sich auf unsere Psyche aus.

Persönliche Perspektiven

Um dieses Gefühl, dass ihr mit diesem Schmerz nicht allein seid, zu stärken möchte ich euch noch ein paar persönliche Perspektiven zugänglich machen, um entweder nachzulesen oder nachzuhören, welche Menschen dafür vielleicht andere Worte finden und vor allem aber, was ihnen bei dem Umgang mit diesem Gefühl hilft. 

Das ist zum einen die Kolumnisten Elena Balthesen, die als Teil des Online-Magazins klimareporter°, einen Artikel über Klimadepression und ihren Weg in den Aktivismus schreibt.

Zum anderen gibt es den 1,5 Grad – Klima-Podcast mit Luisa Neubauer. In der aktuellen Episode trifft Luisa auf Henning May, den Sänger der Band AnnenMayKantereit. Er nutzt seine Stimme auch, um politisch klare Kante zu zeigen. So haben Henning und seine Bandkollegen bereits mehrmals auf Klimastreiks der FFF-Bewegung gespielt. Luisa und Henning sprechen darüber, was der Schmerz über die Klimakrise mit ihnen macht, und wie wir mit ihm klarkommen können, um ihn uns zu Nutzen zu machen. Außerdem diskutieren sie, wie die Klimakrise mit rechten Strukturen zusammenhängt.

In einer anderen Folge spricht sie unter anderem mit dem Autor, Arzt und Moderator Eckart von Hirschhausen unter anderem auch über das Gefühl der Solastalgie und wie man aus diesem ganzen Wissen konkret etwas machen kann.

Tipps für eine psychologische Fürsorge

Auch wenn die Gefühle ganz natürlich sind: Klimaangst, -wut und -trauer können uns sehr belasten. Aber wie mit diesen Gefühlen umgehen? Der Psychologe Felix Peter hat verschiedene Tipps:

  • Über Sorgen reden. Das geht sowohl im Freundeskreis als auch in der Familie. Alternativ können Betroffene zum Beispiel in Klimagruppen (auch online) mit anderen zu dem Thema diskutieren.
  • Die Balance halten zwischen einer aktiven Auseinandersetzung mit der Klimakrise und Erholungsmöglichkeiten. Für ersteres können folgende Fragen helfen: Wie ist es mir bislang gelungen, mit meinen Sorgen umzugehen? Wer und was gibt mir das Gefühl, etwas bewirken zu können? Wie kann ich konkret einen Beitrag leisten? Aber auch folgende Fragen sind wichtig: Was hilft mir dabei, zu entspannen? Wann ist es an der Zeit für eine Auszeit?
  • Für wirksamen Klimaschutz engagieren. „Am besten in einem sozialen Rahmen“, rät Felix Peter. Man kann zum Beispiel mit Freunden Demos besuchen, einer Ortsgruppe der Klimabewegung beitreten oder sich in einer Partei für Klimaschutz engagieren. Aber auch vermeintlich kleine Beiträge zählen und sollten wertgeschätzt werden. Peter rät, dort anzuknüpfen, wo man selbst seine Stärken sieht. Manche organisieren gerne, andere sind vielleicht besser in der Kommunikation.

 

– Ronja –

Das Beitragsbild ist von Ivan Bandura auf Unsplash.

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Feministischer Kampftag – Teil 2

12. März 2021 - 10:10

Demonstrieren und Proteste organisieren funktioniert auch unter Pandemiebedingungen. Hier gibt es einen Überblick, wie anfangs der Woche anlässlich des Frauenkampftages weltweit Menschen aktiv geworden sind, um sich für mehr Rechte und vor allem mehr Sicherheit für Frauen einzusetzen. Denn der Kampf um mehr Geschlechtergerechtigkeit steht nicht still.

Mittel- und Südamerika

Bei Demonstrationen zum Weltfrauentag ist es in Lateinamerika vor allem um das Thema Gewalt gegen Frauen gegangen, um gegen den Anstieg von häuslicher Gewalt und Femiziden in der Pandemie zu kämpfen. Tausende von Frauen sind auf die Straße gegangen, oft in Lila gekleidet – einer traditionell von Frauenbewegungen genutzten Farbe – um zu demonstrieren. Die Wut über den Umgang der Regierung mit Gewalt gegen Frauen war deutlich zu spüren.

Besonders große Demonstrationen gab es in Santiago de Chile und der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. In Mexiko-Stadt wurde von der Regierung vor dem Präsidentenpalast ein großer Zaun aufgestellt, zu Absicherung gegenüber den erwarteten Demonstrationen am Weltfrauentag. Aktivist*innen hatten vor dem 8. März die Namen von ermordeten Frauen auf diesen Zaun geschrieben und ihn mit Blumen geschmückt, um auf die Femizide aufmerksam zu machen. Die rund 2.000 eingesetzten, Polizist*innen seien mit Gas, Feuerwerkskörpern und Brandsätzen angegriffen worden, teilte die Polizei mit. Unter den Angreifenden seien auch Männer gewesen, die die Demonstrantinnen unterwandert hätten. 62 Polizist*innen und 19 Zivilist*innen seien verletzt worden, insgesamt zehn Menschen hätten in Krankenhäusern behandelt werden müssen. Der Präsident von Mexiko, López Obrador, steht unter anderem wegen seiner Unterstützung eines Gouverneurskandidaten, dem mehrere Frauen Vergewaltigung vorwerfen, in der Kritik.

Spanien

In der Region Madrid mussten alle öffentlichen Veranstaltungen zum Frauentag am 8. März ausfallen. Schuld daran ist der Regierungsdelegierte José Manuel Franco, der alle Aktionen aus gesundheitspolitischen Gründen untersagt hat, während seine Kolleg*innen in den restlichen Landesteilen Kundgebungen und Veranstaltungen sehr wohl genehmigten. Obwohl die Aktivist*innen von vornherein auf eine Großdemonstration verzichteten, wurden auch die geplanten, kleineren Kundgebungen am Wochenende vorher verboten.

Der 8. März wurde in Spanien zu einem Datum, das innig mit der Pandemie selbst verbunden ist. Denn am 8. März 2020 fand zuletzt eine Großdemonstration für Geschlechtergerechtigkeit statt. Damals rief Gleichstellungsministerin Irene Montero per Twitter dazu auf, gegen sexualisierte Gewalt zu demonstrieren: „Für die, die vor uns lebten, und die, die nach uns kommen.“ Mehr als 120.000 Menschen folgten damals dem Aufruf. Nur sechs Tage später verhängte Ministerpräsident Pedro Sánchez den Alarmzustand und schickte ganz Spanien in den strengsten Lockdown Europas. Am 12. März teilte Montero dann mit, dass sie positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Sie stand bei der Demo in vorderster Reihe. Seither gilt vielen der 8. März 2020 als jener Tag, an dem die Corona-Pandemie in Spanien so richtig ins Rollen kam. Allerdings ist es nicht gerechtfertigt deswegen das Demonstrationsrecht an diesem Tag so massiv einzuschränken, während in den vergangenen Monaten Demonstrationen für bessere Arbeitsbedingungen beispielsweise stattfinden durften.

Auf Mallorca dagegen gab es ein vielfältiges Programm an Workshops, Kundgebungen und es wurde in Sencelles ein Wandbild zu Ehren von erfolgreichen Sportlerinnen von Mari Luz Miranda angefertigt. Auch in Barcelona gingen Tausende auf die Straßen, um zu demonstrieren.

Indien

In der Stadt Patna trafen sich mehr als tausend Sportler*innen zu einem Marathon, um für mehr Rechte für Frauen zu demonstrieren. Außerdem versuchen junge Start-Ups gegen den schlechten Ruf von Indiens Hauptstadt Neu-Delhi, eine der gefährlichsten Städte der Welt für Frauen zu sein, anzugehen. Beispielsweise das Start-Up Even Cargo, das nur Frauen für die Botendienste beschäftigt. Oder das Taxiunternehmen ‚Women with Wheels‘, das nur von Frauen geführt und nur von weiblichen Passagieren genutzt werden darf. Ziel ist es, den öffentlichen, bisher weitgehend männer-dominierten Raum frauenfreundlicher zu gestalten.

Frankreich

In Paris wurde von Aktivist*innen eine fünf Meter hohe aufblasbare „Gummi-Klitoris“ aufgestellt, um am Weltfrauentag an den „institutionellen sexuellen Analphabetismus“ erinnern. Dieser Begriff steht für die fehlerhafte Sexualerziehung, die jungen Mädchen erklärt, sie hätten „nichts“ zwischen ihren Beinen. Die Aktivist*innen sehen in dieser Unaufgeklärtheit über den eigenen Körper ein massives Problem, denn wo anscheinend nichts ist, kann auch nichts beschützt werden.

Außerdem haben 37 Organisationen zu einem landesweiten feministischen Streik aufgerufen, auch hier in Form von kleineren Kundgebungen unter dem Motto „Freiheit! Gleichheit! Schwesterlichkeit!“

Syrien

Auch in Qmischli, im von Kurden kontrollierten Gebiet im Nordosten Syriens, versammelten sich kurdische Frauen zu einer Kundgebung, um sich mit Gesang und Tänzen Gehör zu verschaffen und sich gegenseitig Mut zu machen.

Russland

In der Hauptstadt Moskau wurde am Vorabend des internationalen Feiertages ein Video des Verteidigungsministeriums veröffentlicht, das Militäroffiziere zeigt, die Tulpen an Frauen verteilen und ihnen gratulieren. In Russland ist der Weltfrauentag auch nicht irgendein Feiertag, sondern einer der wichtigsten und beliebtesten überhaupt. Er ist ein Nationalfeiertag, an dem die Arbeit ruht und Blumenhändler Hochkonjunktur haben. Die Frauen werden an diesem Tag von ihrer Familie und Freunden beschenkt, sie werden von ihren Männern bekocht und es wird auf sie angestoßen und getrunken. Die russischen Blumenhändler und Floristen erzielen an diesem Tag rund 70 Prozent ihres Jahresumsatzes.

Belgien

In Brüssel besetzten 50 Frauen, die durch die Pandemie ihre Jobs verloren, eine Kirche, um von der Regierung eigene Rechte einzufordern.

Deutschland

In Berlin gab es ebenfalls eine große Demonstration, um auf die anhaltenden Ungerechtigkeiten und Femizide aufmerksam zu machen.

USA

Die US-Vizepräsidentin Kamala Harris erklärte in einer Videobotschaft, die Welt funktioniere für Frauen noch nicht, sonst wären die Nationen sicherer, stärker und wohlhabender.

Zum Schluss noch eine Netflix-Filmempfehlung: Moxie. Zeit zurück zu schlagen. In dem Film wird die Geschichte einer schüchternen Teenagerin erzählt, die ein anonymes Schulmagazin herausbringt, um damit dem Sexismus an der Schule den Kampf anzusagen.

 

– Ronja –

 

Das Beitragsbild ist von Mélodie Descoubes auf Unspalsh.

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Feministischer Kampftag – Teil 1

8. März 2021 - 9:36

Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Bereits seit mehr als 100 Jahren wird an diesem Tag weltweit auf Frauenrechte, die Gleichstellung der Geschlechter und bestehende Diskriminierungen aufmerksam gemacht. Das Motto der UN für den Weltfrauentag 2021 lautet Women in leadership: Achieving an equal future in a COVID-19 world („Frauen in Führungspositionen: Für eine ebenbürtige Zukunft in einer COVID-19-Welt“). Die Notwendigkeit für dieses Motto ist so erschreckend wie frustrierend.

Verfestigung statt Umbruch

Das Motto soll hervorheben, dass die Aufgabenlast der Frauen, während der Covid-19-Pandemie, deutlich gestiegen ist: Frauen stellen das Gros des Personals in sozialen und Pflegeberufen – von den 5,65 Millionen Beschäftigten m Gesundheitsbereich in Deutschland sind 76 % Frauen. Zudem übernehmen Frauen auch im häuslichen Umfeld primär die (unbezahlte) Pflege- und Betreuungsarbeit. In einer Studie des WSI/Hans-Böckler-Stiftung gaben 54 % der befragten Frauen an, den überwiegenden Teil der Kinderbetreuung zu übernehmen, 12 % der Männer stimmten der Aussage über diese Aufgabenverteilung zu. Die Verfestigung alter Rollenbilder und Geschlechterstereotype zeigte sich ebenso in einer Umfrage der Bertelsmann Stiftung in Zusammenarbeit mit dem international tätigen Marktforschungsunternehmen Ipsos – Frauen übernehmen überproportional sowohl die Hausarbeit, die Kinderbetreuung als auch das Homeschooling. Die Studie der UN ermittelte, dass Frauen im Vergleich zu Männern etwa das Dreifache der unbezahlten Sorgearbeit übernehmen.

Gewaltzunahme in Zeiten der globalen Pandemie

Hinzu kommt in dieser anhaltenden Pandemie-Situation der extreme Anstieg an häuslicher Gewalt an Frauen. Frauenhäuser und Notrufnummern für Opfer häuslicher Gewalt melden seit Beginn der Pandemie einen Anstieg der Hilferufe. Der Lockdown verschärft die Bedrohungslage für viele Frauen. Über die Situation von häuslicher Gewalt in Zeiten von Corona berichteten bereits im ersten Lockdown ARTE-Reporter aus Mexiko, Russland, Algerien, Iran und Malaysia sowie von der Elfenbeinküste.

Mehr zu dem Thema sexuelle Gewalt gegen Frauen findet ihr hier in einer Zusammenstellung von ARTE.

Weltweite Positionierungen zum 8. März

Dieses Datum, den 8. März, erklärte die UNO im Rahmen des „Internationalen Frauenjahrs“ 1975, zum International Women’s Day (IWD). Zwei Jahre später, im Dezember 1977, proklamierte ihn die UNO-Generalversammlung offiziell als „Tag für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“ und forderte, dass er künftig jährlich in jedem Mitgliedsland begangen werden soll.

In den folgenden Ländern ist der 8. März tatsächlich ein gesetzlicher Feiertag, zum Teil nur für Frauen (♀): Angola, Äquatorialguinea, Aserbaidschan, Berlin, Burkina Faso, Volksrepublik China (♀), Eritrea, Georgien, Guinea-Bissau, Kasachstan, Kambodscha, Kirgisistan, Laos, Madagaskar (♀), Moldau, Mongolei, Nordkorea, Nepal (♀), Russland, Tadschikistan, Turkmenistan, Uganda, Ukraine, Usbekistan und Weißrussland.

Das Land Berlin führte 2019 den „Frauentag (8. März)“ als gesetzlichen Feiertag ein, als einziges deutsches Bundesland.

In der Autonomen Region Kurdistan (Irak) beschloss die Regierung im Jahr 2012, am 8. März einen „Tag des traditionellen kurdischen Kleides“ als alternatives Angebot zum Frauentag zu veranstalten.

Anhaltende Ungleichheiten

In vielen Ländern der Welt werden die reproduktiven Rechte von Frauen, wie sie von den Vereinten Nationen 1994 formuliert wurden, immer noch nicht hinreichend beachtet. Zu ihnen gehört etwa das Recht auf ein selbstbestimmtes Sexualleben, auf den Zugang zu effektiven Verhütungsmitteln sowie auf Gesundheitsvorsorge für eine sichere Schwangerschaft, Geburt oder Abtreibung. Die Folgen sind sonst ungewollte Schwangerschaften, eine hohe Müttersterblichkeit und sexuell übertragbare Infektionen wie HIV.

Aber auch Armut spielt immer noch eine Schlüsselrolle bei den erschwerten Bildungszugängen für Mädchen. Denn diejenigen, die in Armut hineingeboren werden, haben einem Bericht der Vereinten Nationen zufolge fast keine Chance, ihr zu entkommen. Die Politik, so fordert UN Women, müsse dafür sorgen, dass dieser Teufelskreis endlich durchbrochen werde. Also her mit den Investitionen in Bildung, in Kinderbetreuung und her mit wirksamen Antidiskriminierungsgesetzen!

Auch die politische Repräsentation von Frauen weltweit und somit der Anteil an weiblichen Abgeordneten in nationalen Parlamenten liegt bei nur 24,9 %. Das ist, wenn man es genau nimmt, noch nicht mal ein Viertel – geschweige denn die Hälfte. Deswegen ist dieser heutige Tag umso wichtiger, um gegen die anhaltende Verfestigung von veralteten Rollenbildern anzukämpfen und darauf aufmerksam zu machen, dass patriarchale Strukturen immer noch zu sehr unsere Gesellschaft prägen!

Ausblick

Ende der Woche berichten wir in einem Teil 2 über verschiedene Aktionen, die anlässlich des Frauenkampftages weltweit stattgefunden haben.

 

– Ronja –

Das Beitragsbild ist von lucia auf Unsplash.

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Warum fällt uns das mit dem Klimaschutz eigentlich so schwer?

5. März 2021 - 9:58

Stell dir vor, du wärst Fischerin. Jeden Tag wirfst du wie die anderen Fischer*innen auf dem See deine Netze aus, und fängst deine übliche Menge an Fisch. Eines Tages beginnt eine andere Fischerin länger zu fischen, wodurch sie mehr Fische fängt. Diese kann sie auf dem Markt günstiger verkaufen, wodurch du weniger Fische verkaufst und sie sich schon bald bessere, größere Netze leisten kann. Du und die anderen Fischer*innen fischen deshalb nun auch länger – bis der See nach kurzer Zeit leergefischt ist, und ihr alle schlechter dran seid als zuvor. So ähnlich verhält es sich auch beim Kampf gegen den Klimawandel – wir stehen vor dem wohl größten Problem kollektiven Handelns des 21. Jahrhunderts.

Das Problem kollektiven Handelns

Probleme kollektiven Handelns wurden erstmals Mitte der 1960er Jahren von Mancur Olson systematisch erforscht. Sie geben Aufschluss über den Umgang mit unterschiedlichsten gesellschaftlichen Problemen und können immer dann entstehen, wenn eine Gruppe von Menschen ein öffentliches Gut zu verwalten hat. Öffentliche Güter stehen allen zur Verfügung und die Nutzung des Guts von einer Person schließt die Nutzung von einer anderen Person nicht aus. Ein Beispiel hierfür ist die öffentliche Sicherheit oder der Fischbestand der Meere, die alle gleichzeitig nutzen.

Probleme kollektiven Handelns entwickeln sich, wenn Individuen diese öffentlichen Güter ausnutzen können, ohne dafür Kosten zu tragen. Es entsteht das sogenannte Trittbrettfahrerproblem: Menschen nutzen das öffentliche Gut ohne zu zahlen, wie die Fischerin, die mehr als ihre Kolleg*innen fischt. Dadurch haben auch alle anderen keinen Anreiz mehr, nur so viel zu fischen, dass der See nicht leergefischt wird. Im Gegenteil: Es ist besser für sie, auch mehr zu fischen, da sie durch das Verhalten der anderen Person sonst einen Nachteil erleiden.

Kollektives Handeln und der Klimawandel

Das öffentliche Gut, das wir bereitstellen müssen, ist der Klimaschutz. Alle Menschen werden davon profitieren, doch nicht alle müssen etwas dafür tun. Die CO2-Emissionen einer einzelnen Person oder gar eines ganzen Landes sind für die Erderwärmung für sich genommen mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit unbedeutend, weshalb es ausreicht, wenn andere weniger emittieren. Wenn diese dann aber bemerken, dass eine Person auf ihre Kosten weiter die Umwelt belastet, haben sie einen starken Anreiz es ihr gleichzutun, und sich ebenfalls auf den Anstrengungen der anderen auszuruhen. Dies führt schlussendlich dazu, dass niemand mehr aktiv für den Klimaschutz handelt. Besonders problematisch ist dabei die Gruppengröße: Eine kleine Gruppe von Fischer*innen kann sich vielleicht noch relativ einfach auf eine Fangbeschränkung einigen. Eine Einigung zwischen acht Milliarden Menschen aus unterschiedlichen Ländern mit verschiedenen Interessen zu arrangieren, ist da schon deutlich schwieriger.

Natürlich ist das Problem kollektiven Handelns nicht der einzige Grund, warum uns effektives Handeln gegen den Klimawandel so schwerfällt. Wir Menschen tendieren im Allgemeinen dazu, unser Verhalten nicht zu verändern, und nehmen in der Zukunft liegende Probleme als weniger wichtig war. Auf politischer Ebene drängen Interessengruppen und Individuen, die von klimaschädlichen Produktions- und Lebensstilen profitieren oder diese schlichtweg nicht aufgeben wollen, gegen strengere Maßnahmen. Den Klimawandel als Problem kollektiven Handelns zu verstehen hilft allerdings, bisheriges Handeln besser zu verstehen und Handlungsoptionen zu entwickeln, die das Problem effektiv bekämpfen.

Was das für uns heißt

Vieles, was heute schon gegen den Klimawandel getan wird, entspringt direkt oder implizit der Forschung zu kollektivem Handeln. Das am häufigsten angewandte Mittel, um Probleme kollektiven Handelns zu lösen, ist die Verinnerlichung von Kosten. Ohne die Möglichkeit des „Trittbrettfahrens“ entsteht das Problem kollektiven Handelns nicht. Wenn das längere Fischen abgestraft wird, hat die Fischerin keinen Anreiz mehr, länger zu fischen. Dafür benötigt es aber in erster Linie oft die Zustimmung aller Gruppenmitglieder.

Damit Kooperation für den Klimaschutz überhaupt entstehen kann, braucht es ein gemeinsames Bewusstsein dafür, dass ein Problem besteht, dass nur von allen gemeinsames gelöst werden kann. Auf internationaler Ebene haben sich mit diesem Bewusstsein weltweit Staaten zum Beispiel im Pariser Klimaabkommen verbindlich für den Klimaschutz ausgesprochen. Allerdings gibt es keine wirkliche Möglichkeit zur Abstrafung der Nichteinhaltung der Vereinbarung. Das Trittbrettfahrerproblem ist hier also nur unzureichend gelöst. Staaten haben weiterhin einen Anreiz, genauso wie ihre Konkurrenten in der internationalen Wirtschaft, die Umwelt zu verschmutzen. Unternehmen siedeln aus Staaten mit stärkeren Klimaschutzmaßnahmen in Staaten mit schwächeren Maßnahmen um. Solange internationale Abkommen immer nur so stark sind wie das erste Mitglied, das mit einem Austritt droht, wird auf internationaler Ebene das Problem kollektiven Handelns bestehen bleiben. Dazu gesellen sich große ethische Fragen: Wie wird die internationale Staatengemeinschaft reagieren, wenn aufstrebende Länder sich industrialisieren und mehr CO2 ausstoßen?

Auf nationaler und lokaler Ebene lassen sich konkretere, umsetzbare Lösungswege realisieren. Bürger*innen können, insbesondere durch Wahlen, Druck auf politische Entscheidungsträger*innen ausüben und so auf politischer Ebene stärkeren Klimaschutz verankern. Gesetzliche Regelungen, die Klimafreundlichkeit belohnen und Umweltverschmutzung bestrafen, können auf nationaler und subnationaler Ebene das Trittbrettfahrerproblem lösen. Jede*r Einzelne kann auch ganz unabhängig von kollektivem Handeln gegen den Klimawandel vorgehen. Durch Konsumverhalten und Engagement für Klimaschutz können im Aggregat viele kleine Veränderungen einen Unterschied machen – wenn wir bereit sind, die Kosten für unser Handeln selbst zu tragen. Damit wir effektiv das Klima schützen braucht es beides: Institutionelle Regelungen und das Mitwirken des Individuums.

 

– Elias –

Das Beitragsbild ist von Kyle Glenn auf Unsplash.

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Schlechte UN-Bilanz zur Biodiversität – Wo bleibt der Artenschutz?!

2. März 2021 - 10:41

Die Ziele, die 2010 von den Vereinten Nation für den Erhalt von biologischer Vielfalt und den Schutz von Ökosystemen festgelegt wurden, sind laut Berichten des Global Biodiversity Outlook (GBO) im vergangenen Jahr überwiegend verfehlt worden.

Verfehlte Maßnahmen

Die Liste der bisher verpassten Maßnahmen ist laut GBO lang: Die Verschmutzung durch Kunststoffe und Pestizide wurde nicht auf ein unschädliches Niveau reduziert. Regierungen subventionieren noch immer Unternehmen, die die Ökosysteme schädigen. Immer mehr Korallenriffe weltweit sterben, sie sind bedroht durch Klimawandel, Umweltverschmutzung und Überfischung.

Und selbst dort, wo es Fortschritte gibt, reichen diese selten aus. Die Entwaldung hätte bis heute gestoppt werden sollen, doch sie wurde global insgesamt nur um ein Drittel reduziert. In Asien und Europa gab es seit 2010 einen Zugewinn an Wald, in Afrika und Südamerika dagegen einen schnelleren Waldverlust.

Kleine Fortschritte

Inzwischen gibt es immerhin fast 100 Staaten, die den Erhalt der biologischen Vielfalt in ihre volkswirtschaftlichen Analysen aufgenommen. Und in den letzten 20 Jahren wurde der Anteil der Schutzgebiete an Land von 10 auf 15 Prozent und im Wasser von drei auf sieben Prozent erhöht. Es gibt inzwischen auch wieder mehr Fische in Gewässern, die mit guten Fischereiregeln verwaltet werden. Außerdem kümmern sich Regierungen zunehmend darum, invasive Arten auf Inseln auszurotten, wo sie nicht heimisch sind.

Forderungen

Um die Ziele wirklich zu erreichen, so der GBO-Bericht, müssten Chancen und Verantwortung beim Erhalt der Artenvielfalt zum Mainstream für alle Ebenen der Gesellschaft werden – von Einzelpersonen und lokalen Gemeinschaften bis hin zu Unternehmen und nationalen Regierungen. Biodiversität müsse in wirtschaftliche Entscheidungen einbezogen werden. 

Dabei sind die fünf wichtigsten Maßnahmen für den Stopp von globalem Artenverlust: weniger Konsum und Müll, nachhaltige Produktion, Umweltschutz, Klimaschutz sowie Schutz und Förderung von Ökosystemen.

Wissenschaftler*innen betonen, dass dieses Problem einen grundsätzlichen Systemwandel erfordert, einzelne Maßnahmen aber helfen können. Die Landwirtschaft etwa gehört zu den größten Verursachern von Artensterben und Treibhausgasemissionen. Eine aktuelle Studie in der Zeitschrift Nature zeigt, dass mehr als zwei Drittel der künftigen Verluste an biologischer Vielfalt vermieden werden könnten, wenn natürliche Landflächen erhalten und wiederhergestellt werden, die Lebensmittelverschwendung reduziert werde und eine Umstellung auf stärker pflanzenbasierte Ernährung erfolge.

Aktiv werden

Wenn ihr gerne selbst einen Beitrag leisten möchtet, um etwas zum Artenschutz beizutragen, dann gibt es hier eine kleine Auswahl an verschiedenen Möglichkeiten:

Ihr könnt heute Abend (2. März 2021) um 19:30 Uhr die Lesung aus dem Buch „Das Sterben der anderen“ von Tanja Busse im Gespräch mit Nina Wolff besuchen, in der unteranderem die Frage besprochen wird „Was hat das Artensterben mit mir zu tun?“

Informiert euch über die paneuropäische Kampagne des SlowFood e.V. #OurFoodOurFuture, die junge Erwachsene zu nachhaltigen Konsummustern und politischem Engagement für ein zukunftsfähiges Lebensmittelsystem ermutigen möchte.

Ihr könnt online eine Petition von Greenpeace zum Erhalt der Artenvielfalt unterschreiben, die von der internationalen Staatengemeinschaft fordert, sich im Rahmen der Konferenz der Biodiversitätskonvention für starke und effektive Ziele und Artenschutzmaßnahmen einzusetzen.  

Oder ihr könnt über dieses Portal vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland eine eigene Aktionsgruppe vor Ort finden und euch in Aktionen bei euch in der Umgebung einsetzten.

Falls ihr lieber selbst etwas basteln oder herstellen wollt, gibt es hier Tipps und Anleitungen, um entweder eine Schmetterlings-Oase oder eine Bienentränke zu erschaffen und auf diese Weise die Insektenvielfalt vor eurer eigenen Haustür zu unterstützen.

 

– Ronja –

Das Beitragsbild ist von delfi de la Rua auf Unsplash.

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Die Macht der Worte

26. Februar 2021 - 10:01

Am vergangenen Sonntag, den 21. Februar 2021, war der Internationale Tag der Muttersprache. Dieser Tag ist ein von der UNESCO ausgerufener Gedenktag zur „Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit“. Vor dem Hintergrund, dass gut die Hälfte aller weltweit gesprochenen Sprachen vom Aussterben bedroht ist, hat sich die UNESCO zum einen die Förderung von Sprachen als Zeichen der kulturellen Identität der Sprechenden auf die Fahnen geschrieben. Zum anderen geht es ihr auch um den Fremdsprachenunterricht und Mehrsprachigkeit als Schlüssel zum gegenseitigen Verständnis und Respekt.

Sprachen sprechen

Wie tief unsere Muttersprache verankert ist, merken wir oft erst in dem Kontakt mit einer Fremdsprache. Während wir versuchen sie zu lernen, merken wir, dass es viel Arbeit bedeutet, sich in dieser neuen Sprache so ausdrücken zu können, wie wir das gerne möchten. Aber auch das Sich-gegenseitige-Verstehen in der eigenen Muttersprache fällt manchmal problematisch aus. Denn die Verknüpfung von Inhalten mit bestimmten Worten oder Ausdrucksformen kann sich sehr unterscheiden und wenn nicht nach diesem Inhalt gefragt wird, können die Gesprächspartner*innen sehr schnell aneinander vorbeireden. Die Konsequenzen dieser Missverständnisse können dabei extrem verschieden ausfallen, im schlechtesten Fall diskriminierend und verletzend. Vor allem auch in den Kontexten von öffentlichen Social-Media-Räumen, in denen die Gestik, Mimik und der Tonfall zu den Wörtern wegfällt, wird es oft unübersichtlich, was wie gemeint war. 

„Political Correctness“ Begriff

Der Begriff „Political Correctness“ bezeichnet zunächst, laut Duden, eine Einstellung, die alle Ausdrucksweisen und Handlungen ablehnt, durch die jemand aufgrund seiner ethnischen Herkunft, seines Geschlechts, seiner Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Schicht, seiner körperlichen oder geistigen Behinderung oder sexuellen Neigung diskriminiert wird.

Ein Beispiel bei Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern: Bürger wird zu Bürger*innen. Ein anderes Beispiel bei der Bezeichnung einer ethnischen Herkunft: Eskimo wird zu Inuit.

Herkunft

Tatsächlich tauchte der Begriff „Political Correctness“ bereits Ende der 80er- Anfang der 90er-Jahre auf – allerdings als Kampfvokabel konservativer Kreise. Denn er war zunächst ein Abwehrbegriff, der sich gegen ein neues Denken an den Hochschulen in den USA gerichtet hat, an denen der Lehr- und Lernstoff in die Kritik geriet. Die Studierenden verlangten nämlich eine Ausweitung des Lehrstoffs auf weibliche und außereuropäische Autoren und die Einbeziehung von Minderheiten und wollten nicht länger nur die Werke „toter, weißer europäischer Männer“ analysieren.

Aktuelle Debatten

Seitdem wird der Begriff sowohl von liberalen als auch konservativen Seiten immer wieder aufgegriffen und unterschiedlich verwendet. Der Sozialwissenschaftler Armin Nassehi spricht von einer Art Kulturkampf – und zwar einem Kulturkampf um angemessene Sprechweisen. Denn es sei auffällig, sagt Nassehi, dass die politisch-gesellschaftliche Rechte bei all ihrer Kritik an Political Correctness das gleiche Muster der Sprach- und Identitätspolitik verfolge wie die Linke. Während die Linke sich also um eine Sprache des Respekts vor „Anderen“ bemüht, schafft die Rechte eine Sprache des „Eigenen“ – beispielsweise bei der Freude an den Vokabeln „Volk“ oder „völkisch“. Auf der einen Seite steht mit der Aussage, dass etwas „politisch nicht korrekt“ oder „politisch inkorrekt“ sei, das Verständnis, dass eine Norm verletzt wurde, eine Äußerung (oder Handlung) allgemeinen moralischen Normen zuwiderhandelt oder gar ein Tabu gebrochen wurde. Auf der anderen Seite wird der Begriff der „politischen Korrektheit“ als Kampfbegriff gegen zu viel Rücksichtnahme oder gegen einen politischen Gegner verwendet oder gezielt genutzt, um sprachlich-diskriminierend Feindbilder aufzubauen. 

Der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch fasst die Intention des anti-diskriminierenden Sprachgebrauchs so zusammen: „Entscheidend ist bei der politisch korrekten Sprache das Ziel, durch eine Bewusstmachung sprachlicher Diskriminierung eine Bewusstmachung tatsächlicher Diskriminierung zu erreichen. […] Politisch korrekte Sprache kann dabei helfen, strukturelle Ungleichheiten aufzudecken.“

Respektvolle Sprache

„[…] Denn dass wir mittels Sprache unsere Welt gestalten, dass sich vor allem in unseren Wortschätzen, in der Art und Weise unseres mündlichen Ausdrucks und in der unserer schriftlichen Textgestaltung unser Wissen, unsere Überzeugungen und unsere Werte spiegeln, ist selbstverständlicher Teil der Lebenserfahrung. […] Ebenso selbstverständlich ist, dass das Gesprochene und Geschriebene wieder zum Motor für unser Handeln werden kann.“

In diesem Zitat aus dem Handbuch „Sprache und Wissen“ wird die Reichweite deutlich, die die vielen verschiedenen Bereiche der Kommunikation und des zwischenmenschlichen Verhaltens durchdringt. Die respektvolle Kommunikation sollte auf einer gendersensitiven und diskriminierungsfreien Sprache basieren, die verständlich, barrierefrei und höflich ist. Denn Worte haben eine enorme Macht.

Vielleicht kann die Aussage von dem Autor und Musiker David Mayonga alias Roger Rekless hilfreich sein, einen Mittelweg zwischen einer absoluten Ignoranz und einer Über-Korrektheit gegenüber eines achtsamen Sprachgebrauchs zu finden: „Political Correctness ist für mich kein eingrenzender Rahmen wie ein Regelgefängnis, sondern es ist eher ein Leitmotiv, an dem sich die Leute orientieren sollten, sprachlich. Wie ich mich ausdrücken kann, ohne dass ich Menschen verletze. Und das ist was Gutes.“

Auch der Handlungsvorschlag von Anatol Stefanowitsch bietet eine Möglichkeit, um über den eigenen Sprachgebrauch nachzudenken: „Stelle andere sprachlich nicht so dar, wie du nicht wollen würdest, dass man dich an ihrer Stelle darstelle.“ Denn jeder Mensch sollte das Gesetz aller Kommunikation berücksichtigen: Bedeutung wird immer sowohl bei Sender*in als auch bei Empfänger*in hergestellt.

Informiert euch

Hier findet ihr einen Beitrag über zwei kontroverse Perspektiven eines Journalisten und eines Philosophen zu der Frage, ob wir Political Correctness brauchen.

Hier findet ihr einen Beitrag zu der Frage, ob und warum das so häufig verwendete Wort „man“ gegendert werden sollte.

Hier findet ihr mehrere Videos zum Thema „Politisch korrekt?!“.

 

– Ronja –

Das Beitragsbild ist von Patrick Fore auf Unsplash.

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Das START-Stipendium – eine Heimat für junges Engagement

23. Februar 2021 - 9:50

Es ist wieder soweit. START vergibt auch in diesem Jahr Stipendien an Jugendliche, die die Zukunft aktiv mitgestalten möchten. Du bist neugierig, aufgeschlossen und hast Lust etwas in unserer Gesellschaft zu bewegen? Dann bewirb dich bis zum 15. März für ein START-Stipendium und setzte gemeinsam mit anderen Jugendlichen aus ganz Deutschland deine eigenen Ideen um!

Über das Stipendium

Die Welt verändert sich und mit ihr viele Lebensbereiche: wie wir kommunizieren, zusammenarbeiten und uns informieren. Darauf sollten Jugendliche vorbereitet werden. START gibt euch die Chance, selbstorganisiertes Lernen sowie neue Kooperations- und Kommunikationsformen auszuprobieren und euch mit digitalen Lernformen auseinanderzusetzen. Das Stipendium umfasst ein dreijähriges Bildungs- und Engagement-Programm mit vielfältigen Präsenzveranstaltungen sowie digitalen Lernformaten neben der Schule.

START ist das einzige bundesweite Stipendienprogramm für Schüler*innen in Deutschland. Für START sind die schulischen Leistungen, die besuchte Schulform oder der angestrebte Abschluss nicht entscheidend. Was zählt, sind Persönlichkeit, Werte und Haltung. Denn START hat das Ziel, die Demokratie zu stärken und einen Beitrag für eine inklusive, faire Gesellschaft und nachhaltige Entwicklung zu leisten.

Wer kann sich bewerben?

Bewerben können sich Schüler*innen, die

– neugierig und aufgeschlossen sind und Zukunft mitgestalten möchten.

– nach Deutschland eingewandert sind oder Kind eines eingewanderten Elternteils sind.

– mit Beginn des Schuljahres 2021/22 mindestens die 9. Klasse besuchen und noch mindestens drei Jahre in Deutschland zur Schule gehen (alle weiterführenden und berufsbildenden Schulen).

Dabei versteht START unter „Migrationserfahrung“ folgendes: Jemand mit „Migrationserfahrung“ ist entweder selbst nach Deutschland eingewandert oder Kind eines eingewanderten Elternteils. Geburtsort oder Staatsbürgerschaft spielen hierbei keine Rolle.

Warum lohnt es sich, sich zu bewerben?

START bietet eine Vielzahl von Angeboten zur Stärkung von Kommunikation, Kreativität, Zusammenarbeit und kritischem Denken. Außerdem lebensbereichernde Erfahrungen, die die Jugendlichen nachhaltig prägen und über sich hinauswachsen lassen werden. START ermöglicht es dir außerdem Teil einer starken Community zu werden, die aus ca. 3.000 Stipendiat*innen und Alumni besteht. On top gibt es noch 1.000 € pro Schuljahr sowie einen Laptop dazu.

Schaut euch hier das Video der Stiftung selbst an, in dem euch Heinz erklärt, was euch bei START alles erwartet!

 

– Ronja –

Das Beitragsbild wurde uns von START zur Verfügung gestellt.

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GermanZero – Klimaneutral bis 2035!

19. Februar 2021 - 9:28

Das Ziel „Klimaneutral bis 2035“ kommt euch bekannt vor? Kurze Erinnerung: 2015 wurde die erste umfassende und rechtsverbindliche weltweite Klimaschutzvereinbarung auf der Pariser Klimakonferenz beschlossen. Das Ziel dieses Übereinkommens: Die Erderwärmung soll deutlich unter 2°C gehalten werden und der Temperaturanstieg soll durch weitere Maßnahmen auf 1,5°C begrenzt werden. Außerdem sollen die Länder bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels unterstützt werden.

Wer ist GermanZero?

GermanZero ist eine 2019 gegründete, deutsche Klimaschutzorganisation, die sich dafür einsetzt, dass Deutschland bis 2035 klimaneutral wird. Der Plan – die völkerrechtliche Verpflichtung aus dem Pariser Weltklimaabkommen von 2015 – soll auch eingehalten werden. Für dieses Ziel hat die Organisation einen konkreten Klimaplan und die notwendigen Gesetzesentwürfe erarbeitet, um durch kommunale Klimaentscheide von Bürgerinnen und Bürgern mit diesem Gesetz die Demokratie von unten zu beleben und das Paket 2022 in den Bundestag einzubringen. Klingt gut! Aber wie genau soll das jetzt funktionieren?

Welche Aktionsformen gibt es?

Da gibt es zum einen das Ziel, zusammen mit Vertreter*innen aus Gesellschaft, Wirtschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft bis zum Herbst 2021 ein 1,5°-Gesetzespaket zu entwickeln. Mit diesem Gesetz soll ein fairer Klimaschutz für Deutschland, mithilfe eines Staatszieles – Klimaneutralität zum Wohle künftiger Generationen, effektive CO2-Steuern und umfassende sektorale Maßnahmen – erreicht werden. Angestrebt wird, dass im Frühjahr 2022 der Entwurf des Gesetzes mit einer Zweidrittelmehrheit von Bundestag und Bundesrat entschieden wird, um Deutschland bis spätestens 2035 in die Klimaneutralität zu führen.

Der Klimaplan definiert in einem ersten Maßnahmenkatalog, wie Deutschland bis 2035 klimaneutral werden und das 1,5-Grad-Ziel einhalten soll. Dazu gehören die klimafreundliche Transformation und ansteigende CO2-Mindestpreise in den Sektoren Energie, Industrie, Verkehr, Gebäude und Wärme, Landwirtschaft und Ernährung, ebenso wie der Ab- und Umbau von klimaschädlichen Subventionen sowie die rechtliche Verankerung des Klimaschutzes.

Und dann gibt es noch die Kampagnen für Lokalgruppen zu Bürgerentscheiden: GermanZero unterstützt Kommunen und Städte dabei, Bürgerbegehren und Bürgerentscheide auf den Weg zu bringen, um ihre eigenen Kommunen klimaneutral zu machen. Ziel hierbei ist, die Forderung nach Klimaneutralität bis spätestens 2035 in einer Bottom-Up-Bewegung auch in den Regionen zu verankern und damit zugleich GermanZeros Initiative für ein 1,5-Grad-Klimagesetzespaket auf bundespolitischer Ebene zu forcieren. Dazu gehören auch die Politiker*innengespräche, um diese zur Abgabe eines Klimaversprechens zur Einhaltung des 1,5-Grad-Zieles aufzurufen. Angeboten werden den kommunalen Initiativen Workshops zum Kick-Off von Klimaentscheiden, Vernetzungsmöglichkeiten, Mustervorlagen zur Umsetzung und Gestaltung der kommunalen Initiativen sowie eine Patenbegleitung.

Wie könnt ihr aktiv werden?

Hier findet ihr heraus welche Städte schon aktiv geworden sind und welche noch den Startschuss und eure Unterstützung gebrauchen können. Informiert euch und sammelt Unterschriften in eurer Stadt, damit das große Ziel, Deutschland bis 2035 klimaneutral zu machen, erreicht werden kann!

 

– Ronja –

Das Beitragsbild entspricht dem Logo der Klimaschutzorganisation GermanZero.

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Lust auf ein neues Projekt? – Zeit für Wettbewerbe

16. Februar 2021 - 15:03

Ja, die Wintermonate können manchmal ein bisschen zäh sein, vor allem in diesen anhaltenden Pandemiezeiten. Und auch die Perspektive kleine oder große Zukunftspläne zu schmieden sieht irgendwie nicht so rosig aus. Deswegen gibt es hier ein versuchtes Angebot der Aufmunterung: eine Kombination aus Beschäftigung und Planung! Wir stellen euch ein paar Wettbewerbe vor, die in den kommenden Monaten anstehen und auf die ihr euch ab jetzt vorbereiten könnt. Habt ihr Interesse euch mit Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen und Kapazität für ein neues Projekt? – Dann los!

Future Fiction Kreativwettbewerb

Was wäre, wenn die Klimaerwärmung gebremst oder sogar aufgehalten werden kann? Was wäre, wenn die Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt werden? Was wäre, wenn das die Zukunft ist? Wie sieht diese Zukunft aus? Stellen wir uns kurz vor: wir befinden uns in einem Jahr zwischen 2030 und 2040. Es wurden viele Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt und wir haben es geschafft, die Erderwärmung zu stoppen. Wie sieht die Welt nun aus? 

Im Rahmen des Future Fiction Kreativwettbewerbs werden Menschen zwischen 13 und 23 Jahren gesucht, die ihre Vorstellung in einem Text oder Video darstellen möchten. Deine Geschichte kann in deinem Dorf, deiner Stadt oder deinem Viertel spielen. Sie soll zeigen, wie die Welt aussieht, wenn unsere Klimaschutzbemühungen erfolgreich umgesetzt werden. Zeig uns mit deinem Beitrag, wieso es sich lohnt, sich für diese Zukunft einzusetzen!

Wieso dein Beitrag für den Wettbewerb wichtig ist: Mit dem Wettbewerb wollen die Initiator*innen Menschen inspirieren und motivieren, sich gegen die Klimaerwärmung einzusetzen. Mit deinem Beitrag trägst du deshalb zu einer Bewegung bei, die die Vorstellung einer besseren Welt in die Realität umsetzen möchte. Du hilfst dabei, auch andere Menschen davon zu überzeugen, sich für eine bessere Zukunft einzusetzen. Die Beiträge, die unsere Jury am meisten überzeugen können, werden in einer Ausstellung präsentiert, über Social Media und Newsletter bekannt gemacht und in unseren Podcast „Labor Zukunft – Forschung ohne Kittel“ aufgenommen. Es wird außerdem angestrebt, ausgewählte Texte in einem E-Book zu veröffentlichen.

Du kannst deine Geschichte entweder als Video oder als Text einreichen. Einsendeschluss ist der 18. April 2021.

Ausgepackt – Co2-Verpackungsfrei-Wettbewerb

Wie können Plastik- und Verpackungsmüll reduziert werden, um Natur, Umwelt und Klima zu schützen? Welche nachhaltige Verpackung könnte noch erfunden werden? Welche No-Waste-Botschaften können andere bewegen, auf Verpackungen zu verzichten? Im Ausgepackt-Wettbewerb sollen Ideen entwickelt werden, die helfen, den Package-Footprint, also den Fußabdruck des Verpackungsverbrauchs, zu reduzieren.

In drei Kategorien können Beiträge bis zum 05. Mai 2021 eingereicht, die von einer fachkundigen Jury bewertet und im Herbst 2021 beim „Festival der guten Ideen“ prämiert werden. Zu gewinnen gibt es attraktive Sach- und Buchpreise. Mitmachen können alle Jugendlichen zwischen 12 und 23 Jahren. Entweder als Einzelteilnehmende oder als Gruppe/Schulklasse. Jede Gruppe oder Einzelperson kann in jeder Kategorie einen Beitrag einreichen.

Das sind die Kategorien:

  1. NoWaste-Botschaft für eine verpackungsärmere Welt
  • Entwicklung eines Plakats, einer Social Media-Kampagne, einem Videoclip oder einem anderen medialen Format mit einer NoWaste-Botschaft
  1. Idee für eine umwelt- und klimafreundliche Verpackung
  • Erfindung einer kreativen Verpackungslösung für ein Produkt das die Umwelt und das Klima schont. Das kann zum Beispiel eine Mehrweglösung, eine neue Unverpackt-Idee oder eine Verpackung sein, die aus einem nachwachsenden Rohstoff besteht.
  1. Ideen für Verpackungseinsparung an der Schule/ im Jugendtreff
  • Ein großes Potential Verpackungen einzusparen haben Schulen, Jugendtreffs und andere Einrichtungen, wo viele Menschen viel konsumieren. Welche Vorschläge gibt es für diese Orte, damit sie künftig weniger Verpackungsmüll produzieren? Oder welche Idee wurde schon verwirklicht?

 

Am 17. und 24. Februar von 11 bis 12 Uhr findet für alle interessierten Schüler*innen, Azubis und Studierende ein zweiteiliges Online-Seminar zum Thema Klima und Verpackungen statt. Hier findet ihr mehr Informationen zur Online-Ideenwerkstatt für nachhaltige Verpackungen.

„Dein Song für eine Welt“ – Wettbewerb

Am 28. Januar 2021 ist der Song Contest „Dein Song für EINE WELT!“ in eine neue Runde gestartet. Du schaust gern über den eigenen Tellerrand und denkst, die EINE WELT geht uns alle an? Du hast Spaß an Musik oder schreibst eigene Songs? Du bist zwischen 10 und 25 Jahre alt? Dann bist du hier genau richtig. Der Song Contest ruft alle zwei Jahre Kinder und Jugendliche in ganz Deutschland sowie in Ländern des Globalen Südens dazu auf, sich musikalisch mit entwicklungspolitischen Themen, wie z.B. Menschenrechten, dem Klimawandel, nachhaltigem Konsum oder Flucht und Migration auseinanderzusetzen und eigene Songs dazu zu schreiben und zu komponieren.
Auch dir liegt ein globales Thema besonders am Herzen? Auch du möchtest mit deiner Musik die Welt bewegen? Dann mach mit beim Song Contest „Dein Song für EINE WELT!“ und vielleicht wird dein Song der nächste EINE WELT-Song!

Zu gewinnen gibt es Geld- und Sachpreise. Und der Einsendeschluss läuft bis zum 16. Juni 2021!

 

– Ronja –

 

Das Beitragsbild ist von Dragos Gontariu auf Unsplash.

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Eiseskälte in Lipa – Was ist da los?!

12. Februar 2021 - 9:32

Das Camp Lipa liegt im Norden von Bosnien und Herzegowina und somit nahe an der Grenze zu dem europäischen Land Kroatien an. Das Camp sollte ursprünglich nur für den Sommer während der Pandemie genutzt werden, da es sich als Standort für die Weiterreise nach Europa gut eignet. Doch die Flüchtenden hatten kaum eine Möglichkeit, einen Asylantrag in der EU zu stellen und saßen fest – und somit war das Camp schnell überfüllt.

Die aktuelle Situation

Im Dezember war ein Feuer in dem Lager in Lipa ausgebrochen. Danach waren etwa 1.000 Menschen ohne Unterkunft, wofür Bosnien und Herzegowina international viel Kritik erntete. Geplant war eigentlich eine Evakuierung in eine Kaserne in die Hauptstadt Sarajevo, die allerdings an dem Widerstand der Bürger*innen und der Kommunen dort gescheitert ist. Die Flüchtenden mussten also in dem vom Brand zerstörten Camp bleiben, trotz eisiger Temperaturen des Wintereinbruchs. Das Militär errichtete direkt daneben neue Zelte, die allerdings noch nicht vollständig benutzbar waren, als sich das Wetter verschlechterte. Ein Mitarbeiter der Organisation „Danish Refugee Council“ sagte in einem Interview mit der Tagesschau, dass die Lebensbedingungen vor Ort gegen die Menschenrechte verstoßen würden. Es gäbe keine Gesundheitsversorgung, keinen Strom und keine sanitären Einrichtungen. Das Lager soll nun bis April wieder neu aufgerüstet und mit fließend Wasser und Strom ausgestattet werden.

Bis dahin sind die Menschen auf sich allein gestellt und können nur auf weitere Unterstützung von Hilfsorganisationen hoffen. Zusätzlich zu den lebensbedrohlichen Umständen, kommt es bei Fluchtversuchen immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen an der Grenze. Denn die kroatische Grenzpolizei hindert die Menschen daran, die Grenze zu passieren. Solche, die es schaffen, werden – oft unter Einsatz von Gewalt – wieder abgeschoben. Dass die Außengrenze bewacht wird und geprüft werden muss, ob die Einreise erfolgen darf, entspricht den europäischen Einwanderungsgesetzen. Doch das brutale Zurückdrängen, sogenannte Pushbacks, ist meist illegal, aufgrund der schwierigen Beweisführung rechtlich hoch umstritten und wird von Menschenrechtsorganisationen scharf kritisiert. Die EU-Staaten haben sich darauf geeinigt, dass man auch an der Außengrenze schnelle Asylverfahren beantragen kann. Das Recht auf Asyl ist fest in EU-Regelwerken verankert. Die Realität an der Grenze Bosnien und Herzegowinas sieht jedoch anders aus.

Wie genau diese Realität aussieht? Das Magazin Fluter hat sich vor Ort mit sechs Flüchtenden unterhalten und ihre Geschichten festgehalten, die ihr hier nachlesen könnt.

Die Problematik der Zuständigkeiten

Die EU hat Bosnien eigentlich in den vergangenen Jahren viel Geld zur Unterstützung der Migrationspolitik überwiesen, aktuell 20 Millionen Euro pro Jahr. Da stellt sich die Frage, woran es liegt, dass diese finanzielle Unterstützung nicht da ankommt, wo sie benötigt wird. Das Problem in Bosnien und Herzegowina ist, dass die relativ schwache Zentralregierung in Sarajevo nicht gegen die starken kommunalen Kantone, vergleichbar mit Bundesländern, ankommt. In diesen Auseinandersetzungen werden die Fragen der Zuständigkeit hin und her geschoben. Neben Lipa gibt es noch einige andere Camps, die den Umständen entsprechend wesentlich besser ausgestattet sind und bei denen die Fördergelder tatsächlich auch ihre Wirkung zeigen. Warum trotz lauten Hinweisen auf die extremen Mängel des Camps so wenig unternommen wurde, bleibt also schwammig. Seit Ende Januar wird auch teilweise der Presse der Zugang zu dem Camp von bosnischen Sicherheitsbehörden verwehrt.

Klare Forderungen

Der Leiter der Europa-Abteilung von der Menschrechtsorganisation Pro Asyl, Karl Kopp, sieht ganz klar die EU in der Verantwortung. Er fordert, dass die Menschen sofort evakuiert werden müssen, und zwar nach Europa. Denn sie sitzen in Lipa fest, weil sie gewaltsam völkerrechtswidrig an der EU-Außengrenze Kroatien zurückgeprügelt werden. Damit diese Pushback-Politik aufhört, so sagt Kopp, muss in einem zweiten Schritt endlich ein gemeinsames europäisches Schutzsystem geschaffen werden, zu dem auch legale und sichere Fluchtwege gehören. Das Kernproblem sei, dass es in der EU nur noch eine kleine Koalition der aufnahmebereiten Staaten gäbe. Aber es würden viele Städte und Regionen, nicht nur in Deutschland, existieren, die bereit sind mehr zu tun, um Flüchtlingsrechte und Menschenwürde zu verteidigen. Diese Koalition der Aufnahmebereiten gilt es laut Kopp zu stärken. Das vollständige Interview im Gespräch mit der TAZ findet ihr hier.

Aktiv werden

Wenn ihr selbst aktiv werden wollt, dann könnt ihr beispielsweise in die projektübergreifende Sammelbox der Organisation „Balkanbrücke Supports“ einzahlen. Dort werden Spenden für verschiedene Gruppen vor Ort gesammelt und dann bedarfsorientiert und in Absprache mit den jeweiligen Gruppen entschieden, wohin und in welcher Höhe die Gelder weitergeleitet werden.

Eine konkrete humanitäre Hilfsorganisation in Bosnien ist SOS Bihac. Auch dort findet ihr weitere Informationen und wie ihr selbst aktiv werden könnt.

Darüber hinaus könnt ihr eure Stimme abgeben für die Aktion von Pro Asyl „Nein zu einem Europa der Haftlager für Flüchtlinge!“ oder euch auf der Homepage mehr über eine Mitgliedschaft, Spendengelder oder den Newsletter informieren.

Ansonsten findet ihr hier den Veranstaltungskalender des Bündnisses Seebrücke mit Terminen für eine Online-Vortragsreihe zum Thema „Die EU macht dicht.“ Dort findet ihr auf der Homepage auch Material, falls ihr eigene kleine Aktionen starten wollt.

 

– Ronja –

Das Beitragsbild ist von Alea Horst, die in der Region Bihac, in der das Camp Lipa liegt, fotografiert hat.

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Indoor-Farming – Gewächshaus im Discounter

9. Februar 2021 - 10:56

Frisch geerntete Kräuter direkt im Discounter um die Ecke kaufen? Hört sich zuerst etwas absurd an, ist aber durchaus möglich. Denn das ist die Konzeptidee des Berliner Startups Infarm seit 2013. In einem Audio-Beitrag des WDR wird über Aldi-Süd-Konzerne berichtet, in denen die Kräuterschränke schon im Einsatz sind. Auch wenn der Beitrag nur über den Discounter berichtet, tauchen die Kräutervitrinen immer häufiger auf und das in verschiedenen Discountern und auch in Supermarktketten. Die unterschiedlichen Kräuter wachsen in großen Vitrinen heran und werden von einer*einem professionellen Gärtner*in gepflegt. Danach können Kunden die Kräuter frisch geerntet direkt in der Filiale kaufen.

WIE FUNKTIONIERT DAS?

Die Kräuter, zu denen hauptsächlich Basilikum und Petersilie zählen, werden in kleinen Gewächshäusern angebaut. Dabei stehen die Pflanzen in einer Nährlösung und werden künstlich beleuchtet. Dies diene zur besseren Kontrolle der Parameter, so ein Sprecher von Infarm. Da die Kräuter in den Vitrinen vertikal angebaut werden, können mehr Ebenen genutzt und dementsprechend mehr Kräuter angepflanzt werden. Diese wachsen ungefähr drei Wochen in den einzelnen Vitrinen heran, bis sie geerntet und frisch im Supermarkt verkauft werden können. Es wachsen nicht alle Kräuter in den Supermärkten, sondern auch in Indoor-Farmen in der Nähe der einzelnen Filialen. Dies vereinfacht die Lieferung der neuen Pflanzen und steigert die Kapazitäten der zu verkaufenden Pflanzen.

WAS BRINGT DAS?

Die Idee dahinter ist mehr Nachhaltigkeit in Supermarktketten. Dies wird vor allem deutlich durch das Wegfallen der Transportwege und einen geringeren Wasserverbrauch. Auch dass die Kräuter ohne Pestizide behandelt werden, was bei lokal angebauten Kräutern häufig der Fall ist, sorge für einen nachhaltigeren Anbau der Pflanzen. Der Schädlingsbefall ist nicht nur um einiges geringer, sondern gar nicht erst vorhanden. Außerdem sind die Kräuterschränke nicht nur nachhaltig, sondern auch platzsparend. Die bisher häufigste Kritik jedoch bezieht sich auf die kontinuierlich verbrauchte Energie zur Beleuchtung der Pflanzen. Und darauf, dass die Technik meist teurer als die konventionelle Landwirtschaft sei.

EIN STARTUP FÜR DIE WELT?

Die Konzeptidee ist durchaus nicht nur in Deutschland wiederzufinden, sondern auch in Ländern wie Japan, USA und dem Vereinigten Königreich. Somit könnte neben den Kritikpunkten auch Konkurrenz zu anderen Unternehmen Infarm etwas zu schaffen machen. Ob sich auf längere Sicht mehr Nachteile ergeben oder die Idee sich weiter durchsetzt bleibt offen.

-Lea-

Das Beitragsbild ist von Security auf Pixabay.

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6. Februar 2021: Internationaler Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung

4. Februar 2021 - 13:47

Mit dem internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung wird am kommenden Samstag auf die Menschenrechtsverletzungen an Mädchen und Frauen aufmerksam gemacht. Denn die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass weltweit über 200 Millionen Mädchen und Frauen beschnitten und 3 Millionen Mädchen jährlich gefährdet sind, Opfer einer Beschneidung zu werden.

Erklärung zu dem Begriff

Die Hilfsorganisation Plan International schreibt zu dem Begriff auf ihrer Homepage folgendes:

Im Rahmen der Programmarbeit und in der Kommunikation mit den Betroffenen verwenden wir, sofern dies von den Mädchen, Frauen und Gemeinden gewünscht wird, den Begriff der „Beschneidung“. Für uns stellt diese Praxis jedoch eine gravierende Menschenrechtsverletzung an Mädchen und Frauen dar, die konsequent bekämpft werden muss. Um das Schweigen über dieses gewaltsame Ritual zu brechen und auf politischer Ebene Unterstützung für die Beendigung dieser Praktik zu finden, sprechen wir in diesem Zusammenhang von „Verstümmelung“.

Denn mit der Beschneidung weiblicher Genitalien, die auch Mädchenbeschneidung oder Frauenbeschneidung genannt wird, sind alle Praktiken gemeint, bei denen weibliche Geschlechtsteile (Klitoris und/oder Schamlippen) teilweise oder ganz entfernt werden. Diese Eingriffe werden an Menschen vom Säuglings- bis ins Erwachsenenalter ausgeführt. Fast immer finden sie vor Beginn oder während der Pubertät statt. Dabei wird die Beschneidung oft ohne Einverständnis, ohne Betäubung und ohne hygienische Maßnahmen durchgeführt. Fast immer ist der Eingriff mit starken Schmerzen verbunden und kann langfristig schwere körperliche und psychische Schäden verursachen. Laut WHO sterben 10 Prozent der Frauen an den direkten Folgen wie Blutvergiftung und Blutverlust. 25 Prozent sterben an langfristigen Folgen wie Infektionen mit Aids und Hepatitis sowie an Komplikationen bei einer Geburt.  

Zu den Hintergründen

Die sogenannte „Female Genital Mutilation“ (FGM, dt.: Genitalverstümmelung) oder das „Female Genital Cutting“ (FGC, dt.: Genitalbeschneidung) wird in 29 Ländern Afrikas, auf der arabischen Halbinsel und in manchen asiatischen Ländern praktiziert. Die Motive der Beschneidung unterscheiden sich hinsichtlich der kulturellen Praktiken in den verschiedenen Ländern. Das Sicherstellen der Jungfräulichkeit, bessere Chancen auf dem Heiratsmarkt oder spirituelle Reinheit sind verbreitete Begründungen für das Ritual. Denn oft herrscht die Vorstellung, nur ein beschnittenes Mädchen sei ein „reines“ Mädchen, das gesellschaftlich akzeptiert ist und verheiratet werden kann. Die damit einhergehende Einschränkung der sexuellen Lust der Frau gilt dabei als ebenfalls reinlicherer Aspekt.

Das Problem der Genitalverstümmelung existiert auch in Deutschland. Nach Schätzungen der Nichtregierungsorganisation „Terres des Femmes“ leben in Deutschland etwa 58.000 betroffene und 13.000 gefährdete Mädchen und Frauen.

Die Bekämpfung

Auf der einen Seite versuchen Menschen- und Frauenrechtsorganisationen durch Aufklärung, Diskussionen und Weiterbildungen in den lokalen Gemeinden über die schweren Folgen der weiblichen Genitalverstümmelung zu informieren. Hier liegt der Fokus auf der Prävention, um die Verbreitung dieser Praktiken zu minimieren und so viele Mädchen wie möglich vor diesem Eingriff zu beschützen.

Auf der anderen Seite gibt es zum Beispiel den 2014 gegründeten Verein Mahaliya. Die Gründerin Zion Melak, stammt aus Eritrea und kam 1980 nach Deutschland. Das Anliegen des Vereins ist es vor allem betroffene Mädchen und Frauen, die in Deutschland ein neues Leben anfangen, zu unterstützen und zu begleiten. Dabei spielt die Aufklärung darüber, dass diese Tradition hierzulande unter Strafe steht und unter keinen Umständen akzeptiert wird, im Fokus. Denn es handelt sich um eine schwere Menschenrechtsverletzung, die durch nichts zu rechtfertigen ist. Eine kurze Dokumentation über Zion Melak findet ihr hier.

Rechtlich gesehen ist die weibliche Genitalverstümmelung auf dem Papier längst verboten. Nur in Liberia, Somalia, Sierra Leone, Mali und dem Sudan gibt es keine gesetzlichen Regelungen.

Zum Internationalen Tag

Im Februar 2003 organisierte das Inter-African Committee (IAC) in Addis Abeba eine internationale Konferenz unter dem Motto „Null-Toleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung“. Ziel war es, die bereits begonnenen Kampagnen gegen weibliche Genitalverstümmelung weiter voran zu bringen und zu beschleunigen. Mit dabei war die damalige First Lady von Nigeria: Stella Obasanjo. Sie war nicht nur First Lady, sondern vor allem eine Aktivistin, die sich für die Rechte von Frauen und Kindern stark machte. Seit dieser Konferenz ist der 6. Februar der Internationale Tag gegen Genitalverstümmelung.

Vielleicht kennt ihr die 1997 erschienene Biografie „Wüstenblume“ von Waris Dirie? Sie erzählt darin von ihrer traumatischen Erfahrung der Beschneidung im Alter von fünf Jahren und ihrer Flucht vor einer Zwangshochzeit aus der somalischen Wüste. Seit 2008 gibt es auch eine Verfilmung des Buches. Waris Dirie kämpft nun seit einigen Jahren als UNO-Sonderbotschafterin gegen die Genitalverstümmelung.

 

– Ronja –

Das Beitragsbild ist von Nadine Shaabana auf Unsplash.

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Die Bildschirm-Alternative: Bücher entdecken

1. Februar 2021 - 10:26

Habt ihr auch keine Lust mehr immer nur in irgendwelche Bildschirme zu starren? Egal ob Schule, Uni, Freunde treffen, Sport, Freizeit gestalten – viel zu viele Stunden passiert das zurzeit immer zu Hause und digital. Daher kommt hier die herzliche Einladung – old but gold – mal wieder ein Buch in die Hand zu nehmen und zu lesen. Denn es gibt da drei tolle Frauen, die drei tolle Bücher geschrieben haben, die ich euch gerne vorstellen und ans Herz legen möchte.

Noch eins vorneweg: Wenn ihr Interesse an den Büchern bekommt, dann denkt bitte beim Erwerb eines Exemplars daran, entweder Secondhand zu bestellen oder eure Buchhändler vor Ort zu unterstützen. Oder fragt in eurem Freundes- oder Bekanntenkreis, ob euch jemand sein Buch ausleiht. Warum ihr Amazon nicht unterstützen solltet, könnt ihr auch gerne hier nochmal nachlesen.

So, viel Spaß beim Anlesen und vielleicht anschließend beim haptischen Blättern von Buchseiten!

Nummer Eins

„Girl, Woman, Other“ wurde von der Autorin Bernardine Evaristo geschrieben. Sie entwickelt in diesem Buch zwölf verschiedene Porträts von weiblich gelesenen Frauen und skizziert ihre unterschiedlichen Erfahrungen aufgrund ihres Geschlechts. Dabei durchwandert Evaristo soziale Kontexte des Theaters, der Schule, der Wirtschaft und des Lebens auf dem Land, während sie geschickt all ihre Charaktere miteinander verwebt. Es geht um Wünsche, um Abhängigkeit, um Liebe, um Verlust, um Stärke, um Beziehungen zwischen Generationen, um Zusammenhalt und immer wieder um die feinen und brutalen Nuancen von Diskriminierung, die die Figuren aufgrund ihres Geschlechts und teilweise auch aufgrund ihrer Hautfarbe erleben. Verfasst sind diese Porträts in einer fließenden Sprache, die ihren Rhythmus von Zeile zu Zeile weiter entfaltet und die jedem Wort eine ganz bewusste Platzierung gewährt.

Dieses Buch ist eine wunderbare Möglichkeit in die Erfahrungswelt von leisen und lauten Persönlichkeiten einzutauchen und sich von dieser besonderen Weise, Geschichten neu zu erzählen, begeistern zu lassen.  Die deutsche Übersetzung ist unter dem Titel „Mädchen, Frau etc.“ zu finden.

Nummer Zwei

„Untenrum frei“ von der Autorin Margarete Stokowski ist ein Buch, das eigentlich als Lektüre in jeder Schule gelesen werden könnte und wesentlich mehr Aufklärung bringen würde als der dafür vorgesehene Unterricht. Gewagte These? Vielleicht, aber wer dieses Buch liest, wird damit konfrontiert, dass ziemlich viel so wie es ist, nicht ok ist und auch nicht so weiter gemacht werden muss. Wie frei und gleichberechtigt sind wir? Stokowskis zentrale Frage in ihrem Buch kreist um die These: „Wir können nicht untenrum frei sein, wenn wir obenrum nicht frei sind.“ Mit vielen konkreten Beispielen aus ihrem eigenen Leben, zeigt sie ihren Leser*innen damit, wie sich Rollenbilder und Schamgefühl in unserer Gesellschaft manifestiert haben. Aber auch wie wir diese Einschränkungen wieder loswerden können. Es geht um die Schwierigkeiten mit dem Begriff Feminismus, um das zwanghafte Rasieren, um die Gewöhnung an nackte Frauen im öffentlichen Raum, um die fragwürdige Vermarktung von Frauenzeitschriften, um Selbstermächtigung, um unvollkommene Aufklärung und und und.

Dieses Buch bewegt, ist ehrlich und entlässt einen mit einem sehr viel kritischeren Blick wieder hinaus in die Welt.

Alle guten Dinge sind Drei

Zu guter Letzt eine Empfehlung, die vielleicht ein paar von euch schon im Serienformat kennen: „The Handmaid’s Tale“ von der Autorin Margaret Atwood. Dieses Werk, das erstmals 1986 veröffentlicht wurde, entwirft die Dystopie einer Welt nach einer nuklearen Katastrophe. Stellt euch vor, euch wird euer vertrautes und freies Leben weggenommen und stattdessen landet ihr in einer Art Erziehungsanstalt, die euch nur darauf vorbereitet einzig und allein zu leben, um für andere Menschen Kinder zu gebären. So sieht die Realität der Hauptfigur in diesem Buch aus. Sie wurde zu einer solchen Magd degradiert. Man begleitet sie als Leser*in bei ihren Wanderungen durch ihre Erinnerungen und erfährt durch die beschriebenen Alltagssituationen mehr und mehr über ihre Umstände und den Verlauf dieser ganzen Katastrophe.

Dieses Buch ist düster und beklemmend und doch eine wahnsinnig detailreiche Beobachtung von kleinen Gesten und kleinen Freiheiten, die wir in unserer freien und vertrauten Welt oft übersehen. Die deutsche Übersetzung von diesem Roman heißt „Der Report der Magd“.

 

– Ronja –

Das Beitragsbild ist von Nietjuh auf Pixabay.

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Online-Fellowship und ihre Vorteile

29. Januar 2021 - 13:12

2020 war ein Jahr voller Herausforderungen mit der Existenz von Covid-19. Ebenso mussten Fellowships, die mit persönlichen Veranstaltungen hätten durchgeführt werden sollen, durch ein Online-Format ersetzt werden. Wie kann eine Fellowship durchgeführt werden, ohne die Begeisterung der Teilnehmenden zu verringern?

Das ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) ist Deutschlands älteste Mittlerorganisation. Es engagiert sich weltweit für ein friedliches und bereicherndes Zusammenleben von Menschen und Kulturen. Das ifa fördert den Kunst- und Kulturaustausch in Ausstellungs-, Dialog- und Konferenzprogrammen und agiert als Kompetenzzentrum der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Es ist weltweit vernetzt und setzt auf langfristige, partnerschaftliche Zusammenarbeit.

Als eines der interkulturellen Programme für 2020 hat die Coronapandemie die Wünsche und Hoffnungen einiger Teilnehmer*innen, die davon träumten, mit Gastorganisationen in Deutschland zu leben und Erfahrungen zu sammeln, etwas zerstreut. Die Situation, dass es nicht möglich ist weit zu reisen, brachte neue Ideen hervor, die das ifa als Organisator noch nie zuvor gemacht hatte. Insbesondere für die Teilnehmer*innen des kulturübergreifenden Programms 2020 werden kulturelle Austauschaktivitäten online durchgeführt und als „Remote Fellowship“ bezeichnet. Welche Erfahrungen habe ich bei dieser Remote Fellowship in Indonesien gemacht?

Was ist eine Remote Fellowship?

Vorbehaltlich der Genehmigung und Bestätigung durch das deutsche Außenministerium haben sie die Absicht, einen digitalen Test ihrer Remote Fellowship im Cross Culture Program zu starten. Die Remote Fellowship-Stipendien umfassen die folgenden Maßnahmen: Virtueller professioneller Austausch mit einer Host-Organisation für die Dauer ihrer Remote Fellowship (Online-Präsenz). Diese Maßnahme umfasst, ohne darauf beschränkt zu sein, wöchentliche Treffen mit deiner Gastorganisation, das Tutorenformular und Schulungen sowie andere Arten der Interaktion mit deiner Gastorganisation. Es gibt zwei Arten von Remote Fellowships :

1. Professionelles Programm

Das Programm bietet verschiedene Maßnahmen zur Vertiefung und Erweiterung deiner Fähigkeiten und Kenntnisse in deinem jeweiligen Arbeitsbereich. Diese Maßnahmen werden Gruppen von 10 bis 15 Fellows angeboten, die je nach ihren spezifischen Interessen und beruflichen Bemühungen in thematische Cluster eingeteilt werden.

2. Remote Fellowship mit einer außerbetrieblichen Ausbildung/Fortbildung (Online-Präsenz)

Solltest du geeignete Zertifikats- oder Diplomkurse sowie andere Schulungsprogramme in deinem Arbeitsbereich finden, werdet ihr erwägen, deine Teilnahme entweder in Gruppen oder als Einzelbeteiligung zu finanzieren (dies wird von Fall zu Fall mit deinem Koordinator bestätigt).

Die Remote Fellowship, die ich gewählt habe, beinhaltete die professionellen Programme, die mir helfen, mein kulturelles Wissen, meine Kommunikationsfähigkeiten und mein Netzwerk zu erweitern. Durch dieses professionelle Programm mache ich mit der Gastorganisation World University Service eine Online-Zusammenarbeit zum Thema Qualität der Bildung, wo ich über die Qualität der Bildung in Indonesien recherchiert habe, die mit den Zielen der nachhaltigen Entwicklung verbunden ist. Außerdem habe ich eine Deutschlehrerin interviewt, die Deutsch in einer Oberschule in Indonesien unterrichtet. Sie sagte, dass die Schüler*innen viel Motivation brauchen, um eine Ausbildung abzuschließen. Die heutige Generation möchte alles einfacher haben, ohne viel Aufwand und Prozesse, die ihnen helfen, in der Gesellschaft zu wachsen. Um etwas zu ändern, brauchen wir daher die Zusammenarbeit zwischen Schüler*innen, Lehrenden und Eltern.

Im Zusammenhang mit der deutschen Sprache stellte ich fest, dass die Schüler*innen eine große Begeisterung für das Erlernen der deutschen Sprache haben: Die Deutschklasse ist immer voll besetzt. Später, wenn ich die Chance habe und die Coronapandemie vorbei ist, habe ich vor, ihnen mehr Deutsch beizubringen und ihnen Informationen über das Studium in Deutschland zu geben.

Welche Tipps sollte ich für Remote Fellowships mitnehmen?

Eine Remote Fellowship dauert drei Monate. Das bedeutet, dass wir drei Monate lang von zu Hause oder von einem Ort aus arbeiten, der bequemer ist, als wenn wir direkt ins Büro kommen. Darüber hinaus müssen alle administrativen Anforderungen erfüllt werden, um eine Vertragsvereinbarung zu unterzeichnen, das GDPR (General Data Protection Regulation)-Blatt auszufüllen und Berichte zu einem festgelegten Zeitpunkt einzureichen. Andere Vorbereitungen, die während der Teilnahme getroffen werden müssen, sind:

1. Technische Ausrüstung zur Unterstützung deiner Aktivitäten während der Remote

2. Der Körper muss fit sein. Stundenlanges Sitzen vor dem Computer oder Online-Besprechungen können dich schnell müde machen. Vergiss nicht, dich genug auszuruhen. Ein fitter Körper kann uns daher beim fokussieren helfen.

3. Schaffe eine angenehme Atmosphäre, damit du Telefonkonferenzen bequem und leise durchführen kannst. Achte auf die Situation um dich herum!

4. Bereite deine Lieblingsgetränke und Snacks zu. Das hilft dir, unter Spannung zu bleiben.

5. Immer neugierig. Informier dich über andere Teilnehmende aus verschiedenen Ländern. Ihr könnt nicht nur andere Kulturen kennenlernen, sondern auch Netzwerke bilden. Zum Beispiel habe ich mich mit anderen Teilnehmer*innen aus Pakistan und Moldova angefreundet. Diese Freundschaft trägt nicht nur zum Netzwerk bei der Arbeit bei, sondern ist auch reich an kulturellen Einsichten.

Der Eindruck der Remote Fellowship ist die Gelegenheit, die Kultur eines Landes kennenzulernen, ohne sich persönlich treffen zu müssen. Wir lernen aus ihrer Erfahrung, aus ihrem Wissen und ihrer Sprache.

Die Vorteile des Remote Fellowships?

Nach idealist.org sind hier einige der Hauptvorteile eines wettbewerbsfähigen, professionellen Stipendiums aufgeführt: Stipendien setzen dich unschätzbaren professionellen Netzwerken aus; Stipendien beschäftigen dich mit herausfordernden, abwechslungsreichen und interessanten Arbeiten und Stipendien können Arbeit und Reisen ins Ausland finanzieren. Kultureller Austausch bedeutet, verschiedene Ideen, Traditionen und Kenntnisse mit jemandem zu teilen, der möglicherweise einen völlig anderen Hintergrund wie du hat. Der Vorteil der Teilnahme an dieser Ferngemeinschaft besteht darin, dass ich meine Komfortzone verlassen kann, mein Selbstvertrauen und meine Unabhängigkeit gewinne. Ich habe viele Fakten über mein Land und eine neue Lebensweise herausgefunden. Auch durch diese Stipendien werde ich zu einer Person, die viele Sichtweisen hat, wenn ich mich einer Situation stelle.

-Linda-

Das Beitragsbild wurde von Linda beigesteuert.

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