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Aktualisiert: vor 11 Stunden 27 Minuten

Edible Connections Radio

12. Mai 2022 - 11:00

Wer durch den Supermarkt läuft, denkt wohl bei vielen Produkten darüber nach, ob er zugreift oder es doch lieber lässt. Wir versuchen regional und saisonal einzukaufen, doch das ist nicht immer bei allen Produkten möglich. Zusätzlich wissen wir, dass einige unserer Lieblingsprodukte enorm aufwendig in ihrer Herstellung sind, viel Wasser und CO2 benötigen und somit eine schlechte Klimabilanz aufweisen. Eine Sache ist den meisten klar: wir brauchen Pionierinnen und Pioniere, die sich für ein zukunftsfähiges und nachhaltiges Lebensmittelsystem einsetzen. Viele dieser Pionierinnen und Pioniere gibt es im Globalen Süden, doch wenige kennen diese Menschen hier. Ihr wollt mit diesen Menschen in Kontakt kommen und auch euren Mitmenschen von ihnen berichten? Dann ist das Projekt Edible Connections Radio von Slow Food Deutschland genau das richtige für euch! Wir stellen euch heute alles Wissenswerte rund um das Projekt vor!

Die Idee des Projekts

Der Schwerpunkt des Projekts liegt im gemeinsamen Austausch mit den Menschen aus dem Globalen Süden. Dabei steht das Thema zukünftiges Lebensmittelsystem im Mittelpunkt. Neben dem interkulturellen Austausch mit Pionierinnen und Pionieren des Globalen Südens lernt ihr außerdem Recherchetechniken, Planungsschritte zum Erstellen einer Podcast Folge, verschiedene Sprechtechniken für Radio und Podcast sowie erste Schritte bezüglich des Audioschnitts. Ganz nebenbei könnt ihr auch eure Sprachkenntnisse praktisch anwenden und verbessern.

Und so läuft das Ganze ab

Ihr werdet über einen Zeitraum von vier bis sechs Monaten dauerhaft von Slow Food Deutschland unterstützt. Los geht es mit einem Einführungsworkshop, bei dem ihr alle wichtigen Grundlagen des Projekts kennenlernt. Nach dem ersten Workshop trefft ihr euch dann regelmäßig mit eurer Kleingruppe und bekommt durch wöchentliche Online-Treffen mit eurem Projektreferierendem Unterstützung. In diesem Zeitraum stellt ihr in der Form einer Podcastfolge in einem Portrait Pionierinnen und Pioniere aus dem Globalen Süden vor. Am Ende präsentiert ihr eure Ergebnisse in einem Abschlussworkshop vor allen anderen Kleingruppen und lernt so auch die Themen der anderen kennen.

Das sind die Voraussetzungen

Viele Voraussetzungen gibt es nicht. Die Mitglieder eurer Gruppe sollten zwischen 15 und 24 Jahre alt sein. Das Projekt richtet sich sowohl an Schülerinnen und Schüler als auch an Studierende. Kosten entstehen bei der Durchführung eures Projekts keine.

Ihr findet alle Informationen zum Projekt auf der Website von Slow Food Deutschland. Wenn ihr Interesse habt, könnt ihr euch auch per Mail an s.diettrich@slowfood.de wenden.

Und, habt ihr Lust bekommen? Wenn ihr bei dem Projekt mitgemacht habt, könnt ihr uns vielleicht danach in einem Blogbeitrag von den Pionierinnen und Pionieren berichten, die ihr getroffen habt!

-Leah-

Das Beitragsbild stammt von Anna Pelzer auf Unsplash.com.

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Das Pantanal – Wassermangel und Dürre in Brasilien

4. Mai 2022 - 9:56

Die Abholzung des Amazonas ist ein massives Problem und hat weitreichende Auswirkungen auf Menschen, Tiere und das Klima. Doch nicht nur der Amazonas ist in Gefahr. Auch das Pantanal, das größte Feuchtgebiet der Welt, leidet unter dem Menschen und den Auswirkungen des Klimawandels. Da es zu immer längeren Trockenperioden kommt und Niederschläge ausbleiben, trocknet das Feuchtgebiet buchstäblich aus. Die verdorrten Gebiete sind wiederum sehr anfällig für Waldbrände, eine weitere Gefahr für Menschen und Tiere. Hinzu kommt die Politik von Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro, der sich herzlich wenig um den Klimawandel schert. 

Das Pantanal

Weltweit ist das Pantanal das größte Feuchtgebiet auf Binnenland und ca. halb so groß wie Deutschland. Der Großteil des Gebiets liegt auf brasilianischem Land, ein kleinerer Teil in Bolivien und Paraguay. Besonders wichtig ist das Gebiet, da es als natürlicher Wasserspeicher fungiert. Durch seine durchgehend flache Beschaffenheit fließt das Regenwasser so gut wie gar nicht ab, sodass das Gebiet bis zu sechs Monate im Jahr komplett unter Wasser steht. In seiner Funktion als Wasserspeicher ist das Pantanal auch eine natürliche Barriere, um Überschwemmungen in Zeiten von massivem Niederschlag abzufangen.

Das Pantanal beheimatet laut WWF außerdem rund 240 Fischarten, 60 Amphibien- und 100 Reptilienarten sowie 650 Vogelspezies. Außerdem leben im Pantanal mehr als 120 große Säugetierarten, auch sehr seltene Arten wie der Jaguar, der Tapir und der Riesenflussotter. Zu finden sind ebenfalls mehr als 1.700 Pflanzenarten.

Wassermangel, Hitzewellen und Waldbrände

MapBiomas, ein brasilianisches Netzwerk aus NGOs, Universitäten und Technologieunternehmen, untersucht Landnutzung, Abholzung, Wasserspiegel und Brände in Brasilien. Mit der Berücksichtigung von Werten zwischen 1985 und 2020 kommen sie zu dem Schluss, dass sich die Wasseroberfläche in Brasilien in diesem Zeitraum um 15,7% verringert hat. Zwar sind alle Ökosysteme betroffen, das Pantanal mit 68% Wasserrückgang jedoch mit Abstand am meisten. Diese Übersicht zeigt besonders gut, wie stark die jeweiligen Regionen betroffen sind.

Durch die Abholzung des Amazonas steigen die Temperaturen noch stärker an als durch die globale Erderwärmung eh schon. So kommt es zu andauernden Hitzeperioden mit zu wenig Niederschlag und immer größere Flächen trocknen völlig aus.

Auswirkungen auf die Menschen

Neben der massiven Gefahr von Bränden hat der Wasserrückgang jedoch auch eine Reihe anderer Auswirkungen auf die Menschen. Brasiliens Energieerzeugung basiert zu großen Teilen auf Wasserkraft, außerdem sind die Stauseen auf das Wasser angewiesen. Vor allem aber die Agrarindustrie leidet massiv unter dem Wassermangel. Das Paradoxe daran ist jedoch, dass die Industrie selbst Mitverursacher ist. Der großflächige Anbau von Monokulturen rückt immer näher an die Feuchtgebiete ran, sodass Uferböschungen zerstört werden und Flüsse durch Ablagerungen versanden. Allein der Anbau von Monokulturen führt zu einer erhöhten Gefahr von Überschwemmungen, da die Böden weniger Wasser aufnehmen können.

Bolsonaros Antiklimapolitik

Seit Jair Bolsonaros Amtsantritt im Jahr 2019 hat sich die Situation weiter verschlechtert. Anstatt starker Klimaschutzgesetzte gibt es nur Rückschritte von Seiten der Politik: immer weniger Kontrollen, um Abholzung zu verhindern, bereits bestehende Umweltgesetzte wurden außer Kraft gesetzt. Auch die Zahl der Anbauflächen für Monokulturen sind seit Bolsonaros Amtsantritt stark gestiegen – ein weiteres Indiz für die Zeichen seiner Politik an den Klimawandel.

Einzig die indigene Bevölkerung versucht noch gegen Bolsonaros Politik standzuhalten. So berichtet ein Mann der Terena im Interview mit Deutschlandfunk Kultur von den Versuchen, ihr zurückerobertes Land wieder aufzuforsten. Als sie 2005 endlich wieder zurück auf ihr Land konnten, gab es durch den massiven Sojaanbau so gut wie keine Bäume mehr. Seitdem versuchen die Terena das Geschehene wieder rückgängig zu machen, jedoch werden auch sie von Waldbränden geplagt, die neben der Zerstörung von Bäumen auch viele Tiere töten und so das Gleichgewicht zerstören. Wichtig ist jedoch, dass sie es wenigstens versuchen.

-Leah-

Das Beitragsbild stammt von Diogo Hungria auf Unsplash.com.

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Feminismus, Future und (Selbst-)Findung – das ist das „Females for Future“-Camp von Modell Morgen

28. April 2022 - 10:00

Anfang des Monats stellten wir euch das Modell Morgen und seine Feriencamps für Menschen zwischen 15 und 24 Jahren vor. Heute erzählt Rieke von ihren Erfahrungen auf einem solchen Camp im Sommer 2021:

Erwartungen hatten wir eigentlich keine, als wir durch eine Bekannte zufällig von dem Camp erfuhren und uns einfach anmeldeten. Females for Future, das bedeutete für mich ein bisschen allgemeines Frauenrecht und das auf fünf Tage verteilt. „Es ist sehr natürlich und das Essen ist lecker“, viel mehr als das hatten wir im Vorhinein auch gar nicht erfahren. Dementsprechend überrascht war ich, als wir am ersten Abend das Programm vorgestellt bekamen. Nachhaltigkeit, Berufsorientierung und vieles mehr hatte ich zwar nicht erwartet, habe mich aber sehr gefreut.

Doch besonders lag der Fokus auf dem Thema Nachhaltigkeit. Und dabei meine ich nicht nur, dass ich mich fünf Tage lang fast vegan – und das auch noch seeehr lecker – ernährt habe. Für mich waren Feminismus und Nachhaltigkeit immer zwei klar voneinander abgegrenzte Themen, die sich zwar nicht ausschließen, aber auch nicht das Gleiche meinen.

Im Laufe dieser Woche habe ich einiges von Modell Morgen mitnehmen können. Zum einen, wie ich schauen kann, welcher Beruf wirklich geeignet für mich ist. Denn es geht nicht nur darum, womit ich Geld verdienen kann, sondern auch darum, was mir wirklich Spaß macht, worin ich vielleicht schon Erfahrungen sammeln konnte und was in der Welt benötigt wird. Ich habe mitgenommen, dass Feminismus nicht erst seit den 1960ern existiert, sondern schon in den unterschiedlichsten Epochen ein Thema war. Besonders spannend, dass es mehr oder weniger immer um die gleichen Themen ging, für die wir uns auch heute noch einsetzen. Ich habe mitgenommen, was Nachhaltigkeit tatsächlich bedeutet und warum Feminismus so untrennbar mit ihr verknüpft ist. Ich habe Konzepte, die zur Nachhaltigkeit beitragen, kennengelernt. Ich habe neue Leute kennenlernen dürfen und mit ihnen auch ganz neue Perspektiven und Ansätze.

Besonders die Atmosphäre ist mir im Gedächtnis geblieben. Wir hatten immer genug Zeit für uns und um das Aufgenommene zu reflektieren. Wir konnten immer eigene Fokusse setzen und das erarbeiten, was uns besonders interessiert. Nach jeder Einheit haben wir uns einen Moment genommen, um in der Runde darüber zu sprechen und eventuell offene Fragen zu klären. Jeden Morgen haben wir eine Runde gemacht, in der wir gesagt haben, wie es uns gerade geht. Uns ist aufgefallen, wie besonnen wir auch noch nach dieser Woche gesprochen haben – Entspannung und Achtsamkeit sind hier die Stichworte.

Aber vor allem habe ich mich selbst ein Stückchen mehr gefunden. Mir sind meine Stärken und was ich wirklich will, viel klarer geworden. Ich habe mitgenommen, wie ich überzeugender auftreten kann. Ich habe ein Stück mehr gelernt, wer ich selbst bin.

Es war eine total inspirierende Woche, aus der ich sowohl inhaltlich als auch persönlich sehr viel mitgenommen habe. Vielen Dank an alle Beteiligten und die Teamenden! Sehr gerne wieder!

Rieke Duhm nahm am Modell morgen-Feriencamp „Females for Future“ vom 26.–30.07.2021 teil.

Foto von Sinitta Leunen auf Unsplash

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17/17 – Auf dem Weg zur Schule der Zukunft

26. April 2022 - 11:00

Vier Wochen lang mit der Bahn auf Tour durch alle Bundesländer: Nora Oehmichen und Timo Graffe, die beiden Bundesvorsitzenden von Teachers for Future Germany e.V., haben vom 8. März bis zum 1. April 16 ganz unterschiedliche Schulen in der ganzen Republik besucht. Im Gepäck hatten sie die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Ziel der ungewöhnlichen Reise war, sich die schulischen Realitäten hinsichtlich des Bildungskonzepts BNE (Bildung für nachhaltige Entwicklung) aus der Nähe anzuschauen, mit den beteiligten Schüler*innen, Lehrer*innen, Schulleitungen ins Gespräch zu kommen und herauszufinden, was es braucht, um BNE tatsächlich in der Breite zu verankern.

Das Unsichtbare sichtbar machen

Die Kreativität bei der Umsetzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung an den besuchten Schulen war groß: Von regelmäßigen Kleidertausch-Events über die Schaffung von Kunstwerken zu den „Ungeheuerlichkeiten unserer Gegenwart“ bis hin zur Urbarmachung und Gestaltung eines schulischen Außengeländes am Stadtrand – die Vielfalt der Ideen und Projekte ist groß. Immer wieder ging es darum, Zusammenhänge sichtbar zu machen: Welche Kosten entstehen wirklich bei der Produktion einer Jeans, die im Discounter für 10 Euro zu haben ist? Was passiert im Beet von der Aussaat bis zur Ernte? Und welche Möglichkeiten haben Schüler*innen, sich an ihrer eigenen Schule oder vor Ort in der Kommune für nachhaltigere Strukturen einzusetzen?

An engagierten Lehrkräften und Schulleitungen mangelt es nicht

„Wo BNE stattfindet und gelebt wird, ist dies in erster Linie überdurchschnittlich engagierten Lehrkräften, Schulleitungen und auch Schüler*innen zu verdanken, die Nachhaltigkeitsbildung trotz, und nicht dank der vorherrschenden Strukturen umsetzen“, fasst Oehmichen die Eindrücke und Ergebnisse zahlreicher Gespräche entlang der Reise zusammen. Timo Graffe ergänzt: „Da BNE nicht nur Inhalte, sondern auch methodisch eine gänzlich andere Form des Lernens bedeutet, brauchen Schulen dringend strukturelle Freiräume für projektorientiertes Arbeiten.“

Etappe 17: Strukturen für BNE schaffen

Die Frage, was es noch braucht, um BNE an allen Schulen in allen Bundesländern strukturell zu verankern, steht auch im Mittelpunkt der noch ausstehenden 17. Etappe der Reise. Diese wird am 4. Mai ab 17 Uhr im digitalen Raum stattfinden. Passend zum Fokus ist dieser Etappe auch das SDG 17 zugeordnet: „Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“. In der Online-Veranstaltung treffen sich erstmals Teilnehmende aller am Projekt beteiligten Schulen und blicken gemeinsam auf ihre Erfahrungen und Erlebnisse während der Tour zurück, auch anhand eines Kurzfilms, der im Rahmen der Veranstaltung uraufgeführt wird. Dabei auch: Vertreter*innen aus Bildungspolitik und -verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, etwa Fridays für Future, Schule im Aufbruch oder die Bildungsgewerkschaft GEW. Hier geht es zur Anmeldung.

„Damit haben wir alle an einem Tisch, die es braucht, um endlich die strukturellen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Bildung für nachhaltige Entwicklung wirklich an den Schulen gelebt werden kann“, erklärt Nora Oehmichen, die sich übrigens gerade im Sabbatjahr befindet. „Wie alle anderen Lehrkräfte betreibe auch ich mein Engagement für BNE on top, in meiner Freizeit. Wenn es den Ländern wirklich ernst mit der Nachhaltigkeitsbildung ist, muss sich das ändern.“

Der Beitrag wurde von Teachers for Future Germany e.V. verfasst. Das Beitragsbild stammt von Sabine Rukatukl. 

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Die Fair Handeln 2022

20. April 2022 - 14:03

Du interessierst dich für Nachhaltigkeit und Fairen Handel? Dann können wir dir die Fair Handeln Messe in Stuttgart empfehlen! Wir erklären heute alles Wichtige rund um die Messe und geben dir erste Einblicke in das, was dich dort genau erwarten wird.

Das ist die Messe

Die Fair Handeln ist eine Fach- und Verbrauchermesse, die Fair Trade und global verantwortungsvolles Handeln zeigt. Die Messe ist Verkaufsplattform, Informations- und Begegnungsort für Wirtschaft, Politik, Zivilgesellschaft und alle Menschen, die sich für Fragen der globalen Gerechtigkeit in Kultur, Kunst und Konsum interessieren. Beteiligt sind insgesamt über 80 Ausstellerinnen und Aussteller, die Trends und Innovationen im Bereich Fairer Handel und bewusster Konsum zeigen. Die teilnehmenden Ausstellerinnen und Aussteller stammen aus den Bereichen Entwicklungszusammenarbeit und globale Partnerschaften, nachhaltiges Finanzwesen und Tourismus sowie Future Fashion. Die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) veranstaltet die Fair Handeln gemeinsam mit der Messe Stuttgart im Rahmen der Frühjahrsmessen.

Das bietet die Messe

Die Stände der Messe bieten verschiedenste Aktionen, die euch zum Mitmachen oder Verkosten einladen. Schau doch mal im Sonderbereich von Future Fashion in der Upcycling-Werkstatt vorbei! Dort kannst du getragener Mode neuen Glanz verleihen. Oder komm in der Future Fashion Made In Africa Corner mit burundischen Modedesignerinnen und Modedesigner ins Gespräch. Auch ein Besuch bei den Mindchangers lohnt sich. Dort gibt es verschiedene Mitmachangebote für junge Menschen zum Neudenken von Migration und Klimawandel. Neben den vielfältigen Ständen gibt es außerdem attraktives kulturelles Rahmenprogramm mit Lesungen, Talks und mehr, das zum Zuhören und Verweilen einlädt.

Die Fair Handeln sollte wirklich für jede und jeden etwas bieten können! Tickets zur Messe könnt ihr hier erwerben. Das ganze Programm könnt ihr hier einsehen. Viel Spaß!

-Leah-

Das Beitragsbild stammt von www.messe-stuttgart.de/fairhandeln/journalisten/pressematerial

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Fisch-Siegel MSC – Nachhaltigkeitstraum oder doch nur ein leeres Versprechen

14. April 2022 - 9:58

Ein Gastbeitrag aus dem Lologramm, einer preisgekrönten Schülerzeitung aus Düsseldorf (mehr zum Lologramm unter dem Artikel):

Können wir nun tatsächlich auch beim Essen auf Nachhaltigkeit achten oder ist diese Vorstellung zu schön, um wahr zu sein?

Von Christina Groß

Nachhaltigkeit wird für Menschen heutzutage ein immer wichtigeres Thema, selbst wenn es um unseren Lebensmittelkonsum geht. Doch warum sollte man auch beim Kauf von Meeresprodukten darauf achten, wo genau diese eigentlich herkommen? Die Antwort darauf bietet scheinbar der Marine Stewardship Council (MSC).

Der Marine Stewardship Council setzt sich dafür ein, unser Essen nachhaltig zu fangen und zu uns zu bringen. Wir haben es alle wahrscheinlich schon einmal gesehen, ob bewusst oder unbewusst – das Marine Stewardship Council-Logo. Es befindet sich mittlerweile auf ca. 15 % der Verpackungen von Fisch und Meeresfrüchten weltweit, doch ist es auch tatsächlich eine glaubwürdige Quelle zum Identifizieren nachhaltiger und nachhaltig gefischter Lebensmittel?

1997 wurde das Zertifizierungsprogramm MSC zum Schutz der weltweiten Meere und der Fischbestände gegründet. Seitdem arbeitet die gemeinnützige Organisation mit Hilfe von Spenden daran, die weltweite Fischereiindustrie nachhaltiger zu machen und somit Fischbestände und deren Lebensräume zu schützen und zu bewahren. Seit längerer Zeit jedoch hagelt es für die Organisation einiges an Kritik, nicht zuletzt zweifeln viele, darunter auch Greenpeace, an der Authentizität des Logos.

Was hat es nun mit dem MSC auf sich?

Der MSC ist eine Organisation, die Fischereien weltweit auf dem Weg in die Nachhaltigkeit unterstützt. Dabei geht es unter anderem darum, Lebensräume zu erhalten und Bestände nicht zu überfischen. Der Marine Stewardship Council möchte nicht verbieten, Fisch zu konsumieren, sondern den gesamten Prozess, der zum Konsum führt, so nachhaltig und umweltfreundlich wie möglich gestalten.

Warum sind Organisationen wie der MSC nötig?

Zum einen ist die weltweite Verschmutzung der Ozeane nicht, wie oft fälschlicherweise geglaubt, hauptsächlich auf Plastikmüll der Normalverbraucher*innen zurückzuführen, sondern auf Fischernetze und Fischerei-Abfall. Laut WWF besteht mindestens ein Drittel des weltweiten Plastikmülls aus Fischereigeräten wie etwa Fischernetzen.
Aber nicht nur das, auch Beifang ist ein Faktor, der beim Fischen täglich anfällt. Unter Beifang versteht man die Fischarten, die nicht der Art angehören, die von den Fischern gefangen wird. Ein Beispiel dafür: Für ca. 1 kg Shrimps kommen etwa 5 bis 20 kg Beifang mit in die Netze. Global gesehen fallen so pro Jahr etwa 300.000 Kleinwale und Delfine, 250.000 gefährdete und vom Aussterben bedrohte Schildkröten und 300.000 Seevögel als Beifang an.

Organisationen wie der MSC setzen sich also langfristig nicht nur für gesunde, nachhaltige Lebensmittel für uns ein, sondern dazu auch noch für einen Erhalt der Meeres-Population und deren Lebensräume. Gäbe es solche Organisationen nicht, würden wir nicht nur eine deutlich eingeschränktere Auswahl an Lebensmitteln haben, sondern hätten dazu auch noch große Probleme mit unserem weltweiten Sauerstoffhaushalt, da Phytoplankton, welches einer der „Hauptproduzenten“ unseres Sauerstoffes ist (neben dem Regenwald, der bekanntlich jetzt schon zu weit abgeholzt wurde), zusammen mit der Fauna des Ozeans verschwinden wird.

Außerdem setzt sich eine Unterorganisation des MSC, der Ocean Stewardship Fund, dafür ein, mit rund einer Million Euro pro Jahr Projekte in Ländern wie Indonesien, Indien, Mexiko und Südafrika zu finanzieren, zu unterstützen und Fischereien und Forschungen in diesen Ländern voranzubringen und nachhaltiger zu machen.

Was ist das Problem mit MSC?

Oberflächlich betrachtet scheint der Marine Stewardship Council also eine äußerst positive Organisation zu sein, was in manchen Punkten vielleicht durchaus so ist – leider jedoch nicht in allen.
In den letzten Jahren kamen immer wieder Missstände in Fischereien, welche das Nachhaltigkeitslogo auf ihren Produkten tragen, ans Licht und schreckten somit viele Konsument*innen ab. Nicht zuletzt erschien auf dem Streaming-Giganten Netflix die Dokumentation ‚Seaspiracy‘ von und mit Ali Tabrizi, welche erschreckende Bilder auf die Bildschirme zuhause warf. Von Schwarzmarktverkäufen von Haiflossen bis zu Piraterie und verschmutzten Fischfarmen zeigte die Dokumentation alles und erregte damit großes Aufsehen.
Eines der Probleme mit dem MSC ist, dass die Zertifizierungen offenbar zu früh ausgegeben werden – unter anderem weil die Organisation daran über Lizenzgebühren Geld verdient. So erhalten manche Fischereien schon das Logo, ohne wirklich gänzlich nachhaltig zu arbeiten. Auch ist es manchmal der Fall, dass nur eine bestimmte Art von einem Unternehmen nachhaltig gefischt wird, alle Produkte sich jedoch mit dem Logo schmücken.
In der Dokumentation wollte sich die Organisation dazu nicht äußern und verweigerte jedes Interview, wohl aufgrund der Befürchtung, in einem falschen Licht gezeigt zu werden.

Kritische Stimmen

Die transnationale gemeinnützige Organisation Greenpeace sieht den MSC kritisch. Zwar zeigen Händler*innen und Konsument*innen Interesse daran, nachhaltige Produkte zu kaufen und deren Macher*innen zu unterstützen, jedoch sei der Marine Stewardship Council in dieser Frage nicht glaubwürdig genug. Man wünscht sich mehr Transparenz und einen angemessenen Zertifizierungsprozess, damit das Logo auch wirklich nur auf nachhaltigen Produkten erscheint.

Rainer Froese vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanfischung in Kiel spricht davon, dass „Bestände […] zu hart befischt“ werden. So waren 2015 „drei Fischbestände mit MSC-zertifizierten Fischereien außerhalb sicherer biologischer Grenzen, also viel zu klein“.

Die Reaktion des MSC

Im März 2021 meldete sich der Marine Stewardship Council doch noch, um angebliche Fehlinformationen aus ‚Seaspiracy‘ zu berichtigen. In diesem Text wird erwähnt, dass der MSC die zertifizierten Fischereien nicht selbst kontrolliere, sondern dass „durch unabhängige, fachkundige Gutachterstellen“ bewertet werde, ob die Zertifizierung ausgestellt oder behalten werden kann oder nicht. Der MSC räumt jedoch ein, dass in der Vergangenheit nicht immer alles richtig gelaufen sei und die in der Dokumentation gezeigten Fischereien teilweise ihr Siegel verloren haben. Auch bestätigt die Organisation, unter anderem durch Lizenzgebühren finanziert zu sein, versichert jedoch, dass keine Gewinne erzielt werden können und jegliche Einnahmen immer in die Nachhaltigkeit zurückfließen .

Fazit

Was ist nun als Fazit aus diesem Debakel zu ziehen? Sollte man gleich damit aufhören, Fisch und Meeresfrüchte zu essen, oder gibt es doch noch einen Weg, wirklich nachhaltig zu konsumieren? Diese Frage sollte zunächst einmal jede*r für sich selbst beantworten. Eine Zertifizierung auf Produkten ist sehr wahrscheinlich nie zu 100 % zuverlässig und es kann somit immer sein, dass gerade bei dem Fisch, den man sich zum Abendessen gekauft hat, die Regeln zur Zertifizierung nicht eingehalten worden sind. Niemand muss komplett aufhören, Fisch zu konsumieren. Es ist dennoch wichtig, sich im Klaren zu sein, was da auf dem Teller liegt und wie es dahin gekommen ist. Nicht ohne Grund sind die Themen Überfischung und Beifang eng verbunden mit dem Thema Klimakrise. Jeder kann und sollte zumindest versuchen, sich beim Einkauf bewusst zu machen, wo die Produkte herkommen und für sich abwägen, ob dieser Kauf wirklich nachhaltig wäre. Denn eins ist sicher: Wenn wir nichts tun und einfach weitermachen wie bisher, dann wird die Erde in ein paar Jahren schon unverkennbar verändert sein.

Das Lologramm, die Schülerzeitung der Lore-Lorentz-Schule in Düsseldorf, schreibt seit 2013 über alles, was die Redakteurinnen und Redakteure bewegt. Zum einen ist das natürlich das Schulleben, zum anderen aber auch Themen wie Nachhaltigkeit, Mental Health, Popkultur, freie Meinungsäußerung oder Fluchterfahrungen. Das „Dr. Winter-Team“ beantwortet außerdem regelmäßig mal mehr, mal weniger ernstgemeinte Fragen, die Leserinnen und Leser einreichen. Dadurch, dass am Berufskolleg viele verschiedene Bildungsgänge angeboten werden, können z.B. Schülerinnen und Schüler aus dem Bildungsgang „Sprache und Literatur“ ihre Kenntnisse aus dem Journalismus-Unterricht anwenden, während diejenigen aus dem Bildungsgang „Gestaltungstechnische/r Assistent/in“ sich beim Layouten ausprobieren können. Aber auch alle anderen Bildungsgänge sind in der AG Schülerzeitung willkommen und können sich einbringen. Die Schülerzeitung erscheint ein- bis zweimal pro Schuljahr als Printausgabe und veröffentlicht außerdem Beiträge auf ihrem Instagram-Kanal @lologramm_official.

Das Lologramm wurde im Jahr 2019 beim Schülerzeitungswettbewerb der Länder als Deutschlands beste Schülerzeitung in der Kategorie „berufliche Schulen“ ausgezeichnet und nach Berlin in den Bundesrat sowie in den Landtag NRW eingeladen. Der Wettbewerb wird von der Jugendpresse Deutschland und den Bundesländern veranstaltet. Im Jahr darauf befand sich das Lologramm erneut unter den besten drei Schülerzeitungen dieser Kategorie.

Bild von Dimitris Vetsikas auf Pixabay

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Jeder Job ist Grün! Wie das Projekt “Six Days for Future” Nachhaltigkeit und Berufsorientierung verbindet

12. April 2022 - 10:00

Wie lassen sich Berufliche Bildung und Nachhaltigkeit vor dem Hintergrund des Klimawandels miteinander verbinden? Und wie können junge Menschen für ihren beruflichen Alltag zu nachhaltigem Handeln befähigt werden? Antworten auf diese Fragen liefern gleich 15 Projekte aus dem ESF-Programm „Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung befördern. Über grüne Schlüsselkompetenzen zu klima- und ressourcenschonendem Handeln im Beruf – BBNE“. Eines davon ist das sächsische Projekt “Generation Zukunft – die Profis von morgen”.

Erlebnisorientierte Ferienangebote

Mit dem Format “Six Days for Future” setzt es praxis- und erlebnisorientierte Themencamps und Workshops für Jugendliche und junge Erwachsene um. Frei nach dem Projekt-Grundsatz „JEDER JOB IST GRÜN“ können sich die Teilnehmenden in den kostenlosen Ferienangeboten unterschiedlichen Berufen praktisch nähern und gemeinsam herausfinden, wie dort etwas für Umwelt, Klima und ein faires Miteinander getan werden kann. Im Fokus stehen dabei das Selbermachen und Ausprobieren. In Workshops, bei Exkursionen und Betriebsbesuchen können sie mit Fachleuten ins Gespräch kommen, kreativ werden und herausfinden, wie Nachhaltigkeit schon heute auf ganz unterschiedliche Weise in der Berufswelt eine Rolle spielt.

Ein Projekt mit Modellcharakter

Alle BBNE-Projekte sind Modellprojekte, die Methoden der Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) mit praktischer Berufsorientierung verbinden und neu denken. D.h. alle Angebote werden pädagogisch und methodisch neu konzipiert, angepasst und erprobt und die einzelnen Workshop- und Camp-Anleitungen kostenlos zur Verfügung gestellt. Am Beispiel des Themencamps “Sommer, Weizen, Fladenbrot” (6days4future) aus dem letzten Sommer, bei dem es um die Themen Ernährung, Lebensmittel und Gastronomie ging, sah dies so aus: Nach einem Simulationsspiel zu nachhaltiger Ernährung haben sich die Teilnehmenden in einem Workshop mit “essbaren Wildpflanzen” auseinandergesetzt und einen nachhaltigen Landwirtschaftsbetrieb und die dazugehörige Bio-Ölmühle besucht und selbst mit anpacken können. Beim Dresdner Startup Elbferment, das fermentierte Limonaden in Bioqualität herstellt, und beim Kochen eines nachhaltigen Menüs aus weggeworfenen Lebensmitteln konnten sie sich mit Nachhaltigkeit in den Bereichen Lebensmittelproduktion und Gastronomie ganz praktisch auseinandersetzen.

Ein Projekt für ALLE

“Generation Zukunft” richtet sich als nachhaltiges Projekt an mehreren Querschnittszielen aus. So bemüht sich das Projektteam in allen Belangen ökologisch und wirtschaftlich nachhaltig zu agieren. Das reicht von vegetarischer/veganer Ernährung über Sparsamkeit bei Druckerzeugnissen bis zur Nutzung des ÖPNV, wo möglich. Im Sinne der sozialen Nachhaltigkeit verschreibt sich das Projekt den Grundprinzipien Klischeefreiheit, Chancengleichheit und Antidiskriminierung. An den Angeboten können alle teilnehmen, unabhängig von ihrem Geschlecht. Die Inhalte werden geschlechtsneutral und frei von Klischees vermittelt. Es ist ausdrücklich Jede*r willkommen. Egal mit welchem sozialen, kulturellen oder persönlichen Hintergrund. Darüber hinaus versucht das Projekt barrierefrei zu arbeiten. Viele Angebote sind rollstuhlgerecht, einige werden mit Dolmetscher*innen für Gebärdensprache angeboten.

#Zu­kunfts­be­ru­fe – Ein Jugendblog

Mit dem Ziel, die Projektthemen über die Ferienangebote hinaus einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen und eine zielgruppengerechte digitale Auseinandersetzung damit zu schaffen, wurde im Zuge des Projekts ein Jugendblog realisiert. Der „Zukunftsberufe-Blog“ ist ein Onlineangebot, bei dem sich alles um das Thema „Nachhaltigkeit im Beruf“ dreht. So soll eine Plattform geschaffen werden, auf der ein Austausch rund um die Themen Nachhaltigkeit, Berufsorientierung und das sogenannte Greening der Berufe stattfinden kann. Der Blog setzt sich aus vielfältigen thematischen Beiträgen, interaktiven Infogrammen sowie Quizzen zu verschiedenen Themen zusammen.

Wer macht es? Und wo kommt das Geld dafür her?

Das Projekt mit dem Format „Six Days for Future“ und dem Jugendblog ist ein Gemeinschaftsprojekt des arche noVa e.V. (Dresden), dem Umweltzentrum Dresden e.V. und dem Valtenbergwichtel e.V. (Oberlausitz).

Das Projekt wird im Rahmen des ESF-Bundesprogramms „Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung befördern. Über grüne Schlüsselkompetenzen zu klima- und ressourcenschonendem Handeln im Beruf – BBNE“ durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

-Projekt: „Generation Zukunft – Die Profis von morgen“-

Beitragsbild © Amac Garbe

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Was hat meine Ernährung mit der Klimakrise zu tun?

7. April 2022 - 9:47

Auf diese und weitere spannende Fragen findest du bei biopoli4future antworten. biopoli4future ist eine Wissens- und Informationsrubrik der Agrar Koordination und möchte dir dabei helfen, deine Ernährung klimafreundlicher und sozialethischer zu gestalten. Dafür haben wir uns sehr intensiv mit dem globalen Nahrungsmittelsystem sowie der Beschaffung und Herstellung von Lebensmitteln beschäftigt. Unter anderem auch mit der Lebensmittelverschwendung: Denn dass Lebensmittel zu gut für die Tonne sind wissen wir alle, was du aber konkret dagegen tun kannst, haben wir auf biopoli4future zusammengefasst.

Klimafreundliche Ernährung – so geht’s

Wie eine klimafreundliche Ernährung genau aussieht, was biologische Lebensmittel damit zu tun haben und welche Aufschlüsse ein Blick in den Saisonkalender geben können, erfährst du hier. Denn dein persönlicher Climate Footprint bewegt deutlich mehr als du dir vermutlich vorstellen kannst und so solltest du vor allem biologische sowie regionale & saisonale Produkte auf deinem Speiseplan haben.

Was hat dein Lieblingsschnitzel mit dem Klima zu tun?

Fleisch und Klima – dass diese beiden Dinge sich nicht allzu gut vertragen, hast du vielleicht schon mal gehört, was hat es aber im Detail damit auf sich? Ein anschauliches Beispiel: Die globale Fleischproduktion trägt mehr zum Klimawandel bei als der gesamte Verkehrssektor zusammengenommen. Fast unvorstellbar, oder? Doch rechnen wir alle für die Futtermittelproduktion bewirtschafteten Flächen, die Haltung und den Methanausstoß der Nutztiere und viele weitere Faktoren zusammen, kommen wir zu dieser massiven Ressourcenausbeutung. Teste dein Wissen zum Thema Fleisch und Klima in unserem Biopoli-Online-Quiz!

Globale Landwirtschaft und Gerechtigkeit

Wer sind die Menschen hinter meinem Essen? Und wer hat von der verkauften Tafel Schokolade wohl am meisten profitiert? Zunächst einmal sind sehr viele Menschen Teil einer Lieferkette. Natürlich die Landwirt*innen, die den Kakao anbauen und ernten, aber auch Großhändler und Einzelhändler und viele weitere Akteur*innen dazwischen. Durch dieses global vernetzte System ist die Preisgestaltung oft sehr intransparent und ungerecht. Während deutsche Konzerne wie etwa Aldi, Lidl und Rewe die Preisgestaltung zu ihren Gunsten beeinflussen, arbeiten Menschen in der Landwirtschaft unter menschenunwürdigen Bedingungen für Löhne, von denen sie nicht gut leben können.

Die Reportage zum Containern

Wahrscheinlich standest du auch schon mal um 17:55 Uhr – kurz vor Ladenschließung – in deiner Lieblingsbäckerei und hast dich gefragt, was mit all den leckeren und vor allem noch genießbaren Broten und Süßwaren in fünf Minuten wohl passiert? In vielen Fällen landen genau diese Lebensmittel in der Abfalltonne, um genau zu sein rund 12 Millionen Tonnen pro Jahr in Deutschland (BMEL 2021). Mit diesem erschreckenden Fakt wollen sich viele Menschen nicht abfinden und fischen die noch genießbaren Lebensmittel, beim sogenannten „Containern“, aus den Tonnen. Zu einer solchen „Container-Tour“ hat uns Antonia mitgenommen und wir haben unter anderem über die absurden Gesetze gesprochen, die das „Containern“ immer noch kriminalisieren. Welche legalen Möglichkeiten es gibt, übrig gebliebene Lebensmittel zu retten, findest du hier.

Zeit für eine Veränderung beim Essen?

Mit dieser Frage beschäftigt sich das entwicklungspolitische Jugendbildungsprojekt BIOPOLI. Bundesweit gehen fachlich und methodisch geschulte Referent*innen an die Einrichtungen und gestalten einen Workshop zum Beispiel zum Thema „Ernährungssouveränität“. In diesem Workshop reflektieren wir zunächst unsere Ernährungsgewohnheiten und stellen sie im nächsten Schritt in den globalen Kontext. Mit dem eigenen Konsumverhalten lernen wir strukturelle Probleme der Nahrungsproduktion und ungleiche Handelsbeziehungen kennen. Gemeinsam entwickeln wir Utopien für ein zukünftiges Ernährungssystem und regen zum Handeln an.

-Anne Matthäi, Agrar Koordination-

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Feriencamps zu Grünen Berufen

5. April 2022 - 10:00

Du weißt noch nicht genau, was du nach der Schule machen willst? Dann haben wir genau das Richtige für dich: die Feriencamps des Modell morgen! Im heutigen Gastbeitrag stellt sich das Projekt vor.

Erlebe in unserem Projekt „Modell morgen“ gemeinsam mit anderen Jugendlichen eine spannende und abwechslungsreiche sowie komplett kostenfreie Feriencamp-Woche zu Nachhaltigkeit und den Berufen der Zukunft!

Entdecke deine eigenen Stärken und Talente! Probiere dich in unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern aus. Finde heraus, was soziale, ökologische und wirtschaftliche Nachhaltigkeit für einzelne Berufe und Branchen bedeutet! Erkunde Betriebe vor Ort und tausch dich mit Auszubildenden und Arbeitgeber*innen aus. Lerne Menschen kennen, die sich bereits auf den Weg gemacht haben, ein Modell für morgen zu entwickeln!

Die Teilnahme an unseren Feriencamps ist kostenfrei. Wir übernehmen Anfahrt, Unterbringung und Verpflegung. Unser Team unterstützt und begleitet dich während des gesamten Camps. Vom ersten Kennenlerngespräch über die notwendigen Unterlagen bis zum erfolgreichen Abschluss sind wir für dich da!

Du bist zwischen 15 und 24 Jahre alt und wir haben dein Interesse geweckt – dann melde dich gleich hier für eines der Camps an: https://www.studio2b.de/thema/feriencamps-zu-gruenen-berufen/

Diesjährige Themen und Termine: Bauen

Das Feriencamp befasst sich mit nachhaltigen Baustoffen, Analysetools zu Ökobilanzen und Anforderungen an moderne Gebäude. In einem Bauworkshop legst du selbst Hand an und sammelst praktische Erfahrungen mit nachhaltigen Baustoffen.

Termine: 11.–15.07.2022 und 08.–12.08.2022

Gesundheit

Das Camp betrachtet Nachhaltigkeit von der eigenen Ernährung über den Umgang mit Stress und Belastung im (Arbeits-)Alltag hin zum Ressourcenverbrauch im Gesundheitswesen. Außerdem lernst du unterschiedliche Vorstellungen von Gesundheit, wie z.B. den One-Health-Ansatz, kennen.

Termine: 18.–22.07.2022 und 24.–28.10.2022

Tourismus

In diesem Camp thematisieren wir die Auswirkungen von Tourismus auf Umwelt und Klima. Im Rahmen eines Planspiels entwickelst du anhand konkreter Beispiele Konzepte für nachhaltigen Tourismus.

Termine: 01.–05.08.2022 und 17.–21.10.2022

Weitere Infos zu den Themen und zur Anmeldung findest du auf unserer Webseite: https://www.studio2b.de/thema/feriencamps-zu-gruenen-berufen/

Beitragsbild © Ljuba Besel

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Weil Bildung sich verändern muss! – Die #zukunftbilden Konferenz

31. März 2022 - 10:00

Die Bundesminister*innen auswendig lernen, während die Klimakrise mit jedem Tag schlimmer wird? Werde Teil der #zukunftbilden Konferenz und verändere mit uns das Verständnis von politischer Bildung auf der Konferenz #zukunftbilden!

Hintergrund

Klimakrise, Aufstieg der Neuen Rechten, Zukunft der Demokratie im 21. Jahrhundert – gerade kommen jede Menge Herausforderungen auf unsere Gesellschaft zu!

Wir finden: darauf müssen wir uns vorbereiten. Ein wichtiges Thema dabei ist die Bildung! Eine gerechte und selbstbestimmte Bildung ermöglicht nämlich, dass Menschen sich in die Gesellschaft einbringen können!

In der Bildung gibt es unter anderem zwei Ansätze: politische Bildung und Bildung für Nachhaltige Entwicklung. Beide kommen aus ganz unterschiedlichen historischen Kontexten, aber ähneln sich auch in vielen Punkten. Weil wir beide Ansätze spannend und wichtig finden, aber auch Schwächen sehen, wollen wir sie zusammenbringen!  

Ziel

Auf der Konferenz wollen wir diskutieren, wie politische Bildung und BNE sich gegenseitig bereichern können. Wir wollen diskutieren: An welcher Stelle treffen sich die Ansätze und können gemeinsam weitergeführt werden? Wie kann Bildung aussehen, wenn wir beides zusammendenken? Dafür laden wir 250 Menschen aus ganz verschiedenen Bereichen auf die #zukunftbilden Konferenz ein. Dabei ist uns ganz besonders wichtig, dass viele junge Menschen da sind. Die wissen schließlich am besten, was für Bildung sie haben möchten und darauf sollten wir auch hören!

Inhalte

Auf der #zukunftbilden Konferenz können die Teilnehmer*innen dann zwei Tage lang Workshops und andere Beiträge rund um die Themen BNE und politische Bildung besuchen und diese diskutieren. Dabei sollen besonders Rassismus, Klassismus und Sexismus thematisiert werden. Außerdem legen wir großen Wert auf spannende und interaktive Formate, sodass die Inhalte für alle jugendlichen, wie auch erwachsenen Teilnehmenden verständlich und interessant sind. Ich persönlich bin schon ganz besonders gespannt auf die Beiträge „Tofu ist ’ne Klassenfrage?! Klasse und (Anti-) Klassismus in Bildung als Transformation“ von kik (Klassismus ist keine Kunstepoche) und den Beitrag „Theater und Kulturelle Bildung in der Klimakommunikation“ des GRIPS Jugendtheater!

So kannst du dabei sein!
  • Du hast Lust bekommen Teil von #zukunftbilden zu werden?
  • Du bist zwischen 16 und 24 Jahren alt?

Dann werde Teil der Konferenz #zukunftbilden und unseres Jugend-Vorbereitungsworkshops!

Gemeinsam mit 50 weiteren jugendlichen Teilnehmer*innen verbringst du den 28.–31. Mai in Berlin. Wir bereiten dich 2 Tage lang auf die Teilnahme an unserer Konferenz vor: Freu dich auf spannende inhaltliche Workshops und empowernde Beiträge zu Sprechfähigkeit! Gemeinsam könnt ihr inhaltliche und strategische Themen diskutieren. Anschließend nehmt ihr gemeinsam als diverse Stimmen der Jugend auf der #zukunftbilden Konferenz Teil und könnt laut sein und gehört werden!

Melde dich hier an! https://zubilden.org/jugendbeteiligung/

Weitere Informationen und die Anmeldung für über 24 jährige Interessierte findest du auf unserer Website: https://zubilden.org/

Fahrtkosten, Unterkunft und Verpflegung für die jugendlichen Teilnehmenden des Vorbereitungsworkshops und der Konferenz (28.–31.5.) übernehmen wir. Für die Teilnahme ist keinerlei Vorwissen nötig.  

Du möchtest über Änderungen der Konferenz auf dem Laufenden bleiben und mehr über die Arbeit der Stiftung Bildung erfahren? Melde dich zu unserem Newsletter an: https://engagiert.stiftungbildung.com/newsletter und besuche uns auf Instagram @stiftungbildung

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#FragenDeinerZeit: Was die Generation Z verstehen will

29. März 2022 - 9:32

Was beschäftigt dich gerade? Ist es die Klimakrise, die Demenz deines Großvaters oder ein physikalischer Prozess, den die Lehrerin noch nicht so erklärt hat, dass du ihn verstehst? Mit der Social-Media-Aktion #FragenDeinerZeit ruft das Bundesministerium für Bildung und Forschung Jugendliche dazu auf, ihrer Neugier und Kreativität freien Lauf zu lassen.

Im aktuellen Wissenschaftsjahr 2022 – Nachgefragt! des Bundesforschungsministeriums sind Wissenschaft und Politik ganz Ohr. Im Mittelpunkt stehen nämlich die Fragen der Bürgerinnen und Bürger. Die Social-Media-Aktion „Fragen Deiner Zeit!“ nimmt dabei in den Blick, was Jugendliche wirklich bewegt. Auf Instagram können sie ab sofort ihre Fragen für die Wissenschaft sichtbar machen und eigene Impulse für die Forschung von morgen setzen.  

#FragenDeinerZeit: Und so geht’s!

Teilnehmen könnt ihr, indem ihr in eurem Alltag ein bestimmtes Problem oder Phänomen erkennt und davon ganz einfach mit dem Handy ein Foto, GIF oder Kurzvideo aufnehmt (maximale Länge: 1 Minute). Den Beitrag verseht ihr mit einer passenden Frage für die Wissenschaft und postet ihn mit dem Hashtag #FragenDeinerZeit auf Instagram.

Geht Zähneputzen auch nachhaltiger? Warum wird Fleischessen eigentlich nicht verboten? Ist meine Zukunft nur noch digital? Die Aktion lädt euch dazu ein, alltägliche Phänomene nicht einfach hinzunehmen, sondern diese zu hinterfragen. Sie richtet sich an Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren und läuft von Februar bis April 2022.

Bis zum 15. April 2022 könnt ihr zusätzlich eure Fragen unter wissenschaftsjahr.de einreichen und somit am Ideenlauf, der zentralen Mitmachaktion im Wissenschaftsjahr 2022 – Nachgefragt!, teilnehmen. Fragen, die dort eingehen, werden für die konkrete Gestaltung der Forschung und Forschungspolitik von morgen berücksichtigt.

Die Teilnahme an „Fragen Deiner Zeit!“ und dem Ideenlauf soll euch motivieren, euch aktiv Wissen abzuholen, Themen nicht liegen zu lassen, die Welt von morgen mitzugestalten. Denn auf Fragen können Lösungen, Innovationen und sogar neue Technologien für die Herausforderungen unserer Zeit folgen.

Wissenschaftsjahr 2022 – Nachgefragt! #MeineFragefürdieWissenschaft

Das Wissenschaftsjahr 2022 – Nachgefragt! lädt alle Bürgerinnen und Bürger dazu ein, ihre ganz persönliche Frage für die Wissenschaft zu stellen und dadurch Impulse für potenzielle Zukunftsfelder und zukünftige Forschungsvorhaben zu setzen. Denn: Wissenschaft und Forschung durchdringen alle Bereiche unseres Lebens. Ob es nun die wachsende Bedeutung von Algorithmen im Alltag oder die Auswirkungen unserer Lebensführung auf das globale Klima sind: Die Gesellschaft steht am Beginn des 21. Jahrhunderts vor großen Herausforderungen. Um diese gemeinsam zu meistern und unsere Gesellschaft aktiv zu gestalten, sind die Auseinandersetzung mit Forschungserkenntnissen und das Einbringen eigener Perspektiven entscheidend.

Die Wissenschaftsjahre sind eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD). Sie unterstützen seit 22 Jahren als zentrales Instrument der Wissenschaftskommunikation den Austausch zwischen Forschung und Gesellschaft.

Beitragsbild: Copyright Bundesministerium für Bildung und Forschung

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Wie mache ich weiter? Leben mit dem Krieg in der Ukraine

24. März 2022 - 9:58

Wie mache ich weiter? Das haben sich in den vergangenen Tagen vermutlich die meisten von uns gedacht. Erst zwei Jahre Corona-Pandemie und jetzt das: Krieg in der Ukraine. Unfassbare Bilder zeichnen das Leid der Menschen im Land. Ein Machthaber, der vor scheinbar nichts zurückschreckt, um an sein Ziel zu gelangen. Das macht Angst. Viele fühlen sich machtlos, wissen nicht, was sie tun können. Spenden, Friedensdemonstrationen und Nachrichten schauen. Das sind wohl die wenigen Dinge, die uns momentan das Gefühl geben, wenigstens irgendwas tun zu können. Doch wie mache ich weiter? Der heutige Blogbeitrag soll eine Erinnerung sein, weiterzuleben. Nicht zu versinken. Auf dich und andere aufzupassen.

Beschränke deinen Nachrichtenkonsum

Der erste Punkt ist aus meiner Erfahrung heraus der absolut wichtigste. Achte genau darauf, wie viele Nachrichten du dir anschaust oder du liest. In Krisenzeiten wie diesen tendieren viele dazu, sich dauerhaft informieren zu wollen. Das ist verständlich, schließlich gibt es täglich, sogar stündlich so viele neue Entwicklungen. Es ist auch verständlich, weil es einem das Gefühl gibt, irgendetwas tun zu können. Doch je mehr man sich mit dem Krieg beschäftigt, je mehr man sich die schrecklichen Bilder anschaut, desto schlimmer geht es einem selbst. Weniger informieren, bedeutet nicht, die Augen zu verschließen. Wenn sich dein Umfeld mehr Nachrichten anschaut, als du selbst, lass dich nicht verunsichern. Du entscheidest, wie viel Nachrichten du dir anschauen kannst und wann es reicht. Die Devise heißt: Informieren, aber nicht Überinformieren.

Wähle bewusst aus, wie du Nachrichten konsumierst

In Zeiten wie diesen kursieren natürlich auch viele Fake News im Internet. Wähle also bewusst aus, woher du deine Informationen beziehst. Gute Quellen können zum Beispiel das Erste, ZDF, Deutschlandfunk oder die Deutsche Welle sein. Dort wird auch immer gut gekennzeichnet, welche Informationen überprüft wurden und welche noch nicht. Achte auch darauf, dass du bei Social Media nicht auf Fake News reinfällst und wähle bewusst aus, was du repostest. Denke auch dabei an deine Mitmenschen und überlege, welche Wirkung ein Foto auf andere haben kann. Ein Bild kann für viele ein Trigger sein. Vielleicht merkst du auch selber, dass dich Bilder und Videos stark aufwühlen. Du kannst dich auch über Artikel informieren und musst nicht die Nachrichten schauen!

Setze dir Zeitlimits

Auch das ist sehr wichtig und hängt mit dem ersten Punkt zusammen: Setze dir bei deinem Nachrichtenkonsum Zeitlimits! Wenn du dazu tendierst, den ganzen Tag auf dein Handy zu schauen, um zu sehen, ob es etwas Neues gibt, ist das vielleicht ein Zeichen dafür, dass du dir selbst „Regeln“ setzen musst. Diese Regeln könnten feste Zeitfenster sein, zu denen du dir erlaubst, Nachrichten zu lesen. Zum Beispiel könntest du das erste Zeitfenster morgens nach dem Aufwachen setzen und das zweite abends, um dir die Nachrichten im Fernsehen anzusehen.

Lenk dich ab

Egal, ob du mit festen Zeitfenster arbeitest oder nicht, wichtig ist, nach dem Nachrichtenkonsum wieder in dein Leben zurückzukehren. Denk darüber nach, was dir gute Laune oder viel Freude macht. Vielleicht kannst du danach dein Lieblingslied hören oder eine Folge deiner Lieblingsserie schauen. Oder du gehst in die Natur, triffst dich mit Freunden oder bummelst ein bisschen durch die Stadt. Wichtig ist, ein Gegengewicht zu finden, das es schafft, dich wieder aufzumuntern.

Lebe weiter

Der letzte Punkt ist vielleicht der schwierigste: Lebe weiter. Viele sind gerade absolut verzweifelt und fragen sich, wie sie einfach weiterleben können, während die Menschen in der Ukraine im Krieg leben. Das ist verständlich. Du musst dich jedoch fragen, was es den Menschen dort bringt, wenn du dein Leben anhältst und dich selbst fertig machst. Es ist okay, fröhlich zu sein und weiterzumachen. Du darfst Freude empfinden, auch wenn es anderen Menschen gerade nicht gut geht. Denn wenn wir uns alle selbst fertigmachen, dann können wir niemandem mehr helfen. Und es werden viele Geflüchtete nach Deutschland kommen, die unsere Hilfe benötigen (das gilt natürlich für Geflüchtete aus der ganzen Welt!). Heb dir deine Energie dafür auf und setze sie an den Stellen ein, an denen sie wirklich benötigt wird.

Und noch ein letzter wichtiger Punkt: Seid nett zueinander und bringt Verständnis füreinander auf. Anfeindungen egal welcher Art sind absolut unproduktiv und bringen rein gar nichts. In Zeiten wie diesen brauchen wir einander mehr denn je! Achtet auf eure Mitmenschen und bietet Unterstützung an, wenn ihr seht, dass es jemandem schlecht geht. Eine Umarmung und liebe Worte sind im Moment wertvoller denn je.

-Leah-

Das Beitragsbild stammt von Max Kukurudziak auf Unsplash.com.

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Der Weltwassertag 2022

22. März 2022 - 9:21

Heute – am 22. März – findet der Weltwassertag 2022 statt! Heute dreht sich alles um die wertvolle Ressource Wasser. Der Weltwassertag steht dieses Jahr unter dem Motto „Groundwater: Making the Invisible Visible“ oder auf Deutsch „Unser Grundwasser: der unsichtbare Schatz“. Wir wollen heute verschiedene Veranstaltungen und Aktionsmöglichkeiten vorstellen, die im Rahmen des Weltwassertags stattfinden.

Hintergrund: Der Weltwassertag

Der Weltwassertag wurde 1992 erstmals von den Vereinten Nationen ausgerufen und findet seitdem jährlich statt. Der Tag soll die Menschen an die essenziellste Ressource – das Wasser – erinnern und dessen wertvolle Bedeutung unterstreichen. Mit dem diesjährigen Motto „Unser Grundwasser: der unsichtbare Schatz“ möchten die Vereinten Nationen vor allem auf die Bedeutung des Grundwassers aufmerksam machen. 2016 wurde außerdem die UN-Wasserdekade ausgerufen, die von 2018 bis 2028 läuft. Ziel ist es, mehr Wissen zum Thema Wasser und Gewässerschutz zu verbreiten.

Aktionen zum Weltwassertag von a tip:tap

Der Verein a tip:tap macht sich für Leitungswasser stark und hat im Rahmen des Weltwassertags eine tolle Aktionskarte erstellt. Dort kannst du nach Belieben Filtern und dir Aktionen und Veranstaltungen in deiner Region anzeigen lassen. Du kannst sogar deine eigene Aktion in die Karte eintragen, um noch mehr Menschen auf deine Idee aufmerksam zu machen und zum Mitmachen zu motivieren. Schau doch mal hier rein!

Informiere dich in der Wasserausstellung „Water.Worlds“

In der live von Südwind-Mitarbeiterinnen und -mitarbeitern geführten Online-Ausstellung kannst du dich im virtuellen Raum interaktiv mit globalen Dimensionen von Wasser auseinandersetzen. Beim Laufen durch die Wasser.Welten gibt es einen geheimnisvollen Wald, ein Kino, eine große Weltkarte und vieles mehr zu entdecken. Dabei beschäftigst du dich mit dem Zugang und Recht auf Wasser, virtuellem Wasser und einem achtsamen Umgang mit der Ressource Wasser. Mehr zur Ausstellung kannst du hier erfahren.

Starte deine eigene Aktion an deiner Schule mit Wasserforscher!

Dich hat der Weltwassertag inspiriert und du möchtest gerne mehr tun? Dann ist das Projekt Wasserforscher vielleicht genau das richtige für dich! Wasserforscher ist ein kostenloses, aktionsbasiertes Bildungsprogramm, das Schülerinnen und Schüler aus der ganzen Welt befähigen möchte, globale Wasserfragen zu verstehen und schulinterne Aktionen zu verschiedenen Wasserthemen durchzuführen.

Das Programm richtet sich an Schülerinnen und Schüler zwischen 8 und 14 Jahren aller Schularten. Schulteams können aus vier Wasserthemen verschiedene Aktionen auswählen. Zu jeder Aktion finden sich auf der Webseite Hintergrundinformationen, Unterrichtsmaterialien und detaillierte Beschreibungen für die Umsetzung der Aktionen. Es gibt attraktive Preise zu gewinnen und alle Schulteams erhalten ein UNEP (Umweltprogramm der Vereinten Nationen) Zertifikat. Wenn du Interesse hast, kannst du dich auf der Programmwebsite registrieren. Du erhältst dann alle weiteren Informationen und Zugang zu sämtlichen Medien.

Weitere Aktionen zum Weltwassertag

Falls du noch nicht genug hast: Die Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd stellt mit ihrem Jahresthema 2022 Initiativen und Projekte aus und in den Deutschen Ländern vor, die sich dem Thema Wasser widmen. Und auch das Portal Globales Lernen hat einen Fokus Wasser erstellt, auf dem sich allerhand Materialien, Aktionen, Veranstaltungen und Hintergrundwissen tummeln.

Du hast an einer Aktion zum Weltwassertag teilgenommen oder sogar selbst etwas auf die Beine gestellt? Dann melde dich bei uns und schreib einen Beitrag für den Blog, um anderen von deinem Engagement zu berichten!

-Leah-

Das Beitragsbild stammt von Aaron Burden auf Unsplash.com.

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Wir und das Wasser – Globales Lernen an der BBSW Worms zum Thema Virtuelles Wasser

17. März 2022 - 9:51

Ein verantwortungsvoller Umgang mit Wasser endet nicht unter der Dusche, sondern fängt in unseren Kleiderschränken und auf unseren Tellern an. –  Der Sozialkundeunterricht der ZFA 19 der Berufsschule Worms stand am 28.01.2022 ganz im Zeichen des SDG Nummer 6 „Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen“. Im Rahmen einer Lehrkooperation des Projekts „Grenzenlos – Globales Lernen in der beruflichen Bildung“ besuchte die Grenzenlos-Aktive Arhea Marshall die Klasse und ihre Lehrerin Frau Ruppert mit dem Thema „Wir und das Wasser“.

Vanessa, Alina und Marie, drei Schülerinnen der ZFA 19, schildern ihre Eindrücke:

Am 28.01.2022 besuchte uns die Referentin Frau Marshall von dem Projekt „Grenzenlos“ zum Thema ,,Wir und das Wasser“. Die Referentin kommt aus Trinidad und ist dort 11 Jahre lang aufgewachsen, bevor ihr Weg über die USA nach Deutschland zu uns weiterging.

Zu Beginn der Lehrkooperation hatten wir Zeit der Referentin unsere vorbereitenden Fragen zu stellen. Frau Marshall hatte auf jede von uns gestellte Frage eine genaue und verständnisvolle Antwort parat. Frau Marshall erklärte unserer Klasse, was virtuelles Wasser ist, was es macht und wo es herkommen kann. Durch verschiedene Rätsel und Aufgaben, die unserer Klasse gestellt wurden, wurde unser Wissen über verschiedene Materialien und Stoffe über ein Quiz abgefragt. Spielerisch und mit einer feinen Belohnung hat unsere Klasse die angeforderten Aufgaben angenommen und versucht sie zu lösen.

Grünes, graues und blaues Wasser – Wasserverbrauch in Farben

Anhand einer Darstellung wurden uns die drei Arten von Wasser (grünes, graues und blaues Wasser) dargestellt. Als „grünes Wasser“ wird die im Boden gespeicherte Menge an Regenwasser bezeichnet. Diejenige Menge an Wasser, die zum Beispiel im Haushalt oder in Form von künstlicher Bewässerung bei der Landwirtschaft, aber auch von der Industrie zur Herstellung von Produkten benutzt wird, wird „blaues Wasser“ genannt. Wenn durch die industrielle Produktion Wasser so stark verschmutzt wird, dass es nicht mehr die Qualitätsstandards erfüllt, wird als „graues Wasser“ das Wasser bezeichnet, welches nötig wäre um das verschmutzte Wasser zu verdünnen, bis es wieder rein wäre.

Ein ganzer Pool in unserer Jeans…

Nach einem Video waren wir erstaunt, wie viel virtuelles Wasser z. B. für die Produktion einer gefärbten Jeans benötigt wird. Durch den Vortrag haben wir erfahren, was genau virtuelles Wasser ist, woher es kommt und wie viel hinter z. B. einem Kleidungsstück, in einem Lebensmittelprodukt oder anderen Gegenständen steckt.

Unsere Klasse bedankt sich für den aufregenden und erfahrungsreichen Nachmittag mit Frau Marshall.

„Grenzenlos – Globales Lernen in der beruflichen Bildung“ ist ein Projekt des World University Service (WUS) und wird gefördert vom Ministerium des Innern und für Sport in Rheinland-Pfalz und den Ländern Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen und dem Saarland sowie von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

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Krieg in der Ukraine: Was kann ich tun?

15. März 2022 - 10:00

Der Krieg in der Ukraine macht uns hier in der BlaBla-Redaktion ziemlich zu schaffen – und vielen von euch wahrscheinlich auch. Es fällt schwer, einfach weiterzuleben, während in unserem bislang friedlichen Europa Menschen um ihr Leben bangen und sterben. Heute wollen wir euch einen Überblick darüber geben, was ihr selbst aktiv tun könnt, um zu helfen.

Spenden

Am sinnvollsten ist es tatsächlich Geld zu spenden, denn dieses kann flexibler eingesetzt werden als Sachspenden. Wenn ihr also könnt, dann spendet ein paar Euro an eine seriöse Organisation eurer Wahl, wie z. B. Bridge the Distance, die Caritas, die Aktion Deutschland Hilft, SOS Kinderdörfer Weltweit, die UNO Flüchtlingshilfe oder unicef.

Auch Sachspenden können helfen, jedoch solltet ihr euch vorher informieren, was gebraucht wird. Das sind häufig Medikamente, Lebensmittel oder warme Kleidung. Lokale Initiativen, über die ihr euch an eurem Wohnort informieren könnt, rufen zu solchen Spenden gezielt auf und transportieren sie weiter.

Außerdem könnt ihr an Organisationen in eurer Stadt spenden, die sich um Flüchtlinge kümmern, die bei uns ankommen. Das sind zum Beispiel Kleiderkammern oder Flüchtlingshilfeorganisationen. Hier findet ihr eine Übersicht der Flüchtlingsräte in Deutschland.

Schlafplätze in eurer Wohnung anbieten

Bei #UnterkunftUkraine könnt ihr freie Schlafplätze in eurer eigenen Wohnung registrieren, um sie bei Bedarf Geflüchteten zur Verfügung zu stellen.

Demonstrieren

Wenn ihr gegen Putins Angriffkrieg und für den Frieden auf die Straße gehen wollt, könnt ihr euch beim Netzwerk Friedenskooperative sowie bei Initiativen vor Ort über anstehende Demos informieren.

Restaurantbewertungen zur Aufklärung der russischen Bevölkerung über den Krieg in der Ukraine

Mimikama erklärt, wie ihr Restaurantbewertungen auf Google Maps als Friedenswerkzeug nutzen könnt. Anonymous hat folgenden Aufruf veröffentlicht:

„Gehen Sie zu Google Maps. Gehen Sie nach Russland. Finden Sie ein Restaurant oder ein Geschäft und schreiben Sie eine Bewertung. Wenn Sie die Bewertung schreiben, erklären Sie, was in der Ukraine passiert.“

Anonymous auf Twitter am 28.02.2022

So könnt ihr Menschen in Russland darauf aufmerksam machen, welches Unrecht in der Ukraine geschieht – denn die russischen Medien werden zensiert und die Menschen dort belogen.

Und denkt bitte immer daran: Die russische Bevölkerung ist nicht verantwortlich für diesen Krieg, also seid nett zu Menschen mit russischen Wurzeln, die sich in diesen Tagen schon genug anhören müssen.

-Katharina-

Beitragsbild von Katapult auf https://katapult-magazin.de/de/artikel/hilfe-und-helfen, Lizenz: CC BY-NC-ND 4.0

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ACTION FOR WATER of the Future – Finanzielle Unterstützung für deine Aktion rund um das Thema Wasser

10. März 2022 - 10:00

Du möchtest Menschen in deinem Umfeld oder in der Öffentlichkeit darauf aufmerksam machen, wie sich die Klimakrise auf den Zugang zu Wasser auswirkt? Vielleicht willst du auch zeigen, was unser Wasserverbrauch mit anderen Weltregionen zu tun hat? Dann such dir ein paar Mitstreiter*innen, tu‘ dich mit Aktiven deines Vereins oder deiner Gruppe zusammen und überlegt gemeinsam, mit welcher coolen Aktion ihr auf diese Themen aufmerksam machen könnt!

Förderung bis zum 25. März beantragen

Im Rahmen des europaweiten Projekts „Water of the Future“ unterstützt finep, das forum für internationale entwicklung + planung, euch bei der Aktion mit einer finanziellen Förderung zwischen 600 und 1.000 € und leiht euch eigens dafür entwickelte Aktionsmaterialien, die ihr kostenlos zugesendet bekommt. Das ist zum Beispiel ein Glücksrad zum Thema Wasserstress, eine XXL-Zeitung mit Wassernachrichten aus der Zukunft oder ein Verkaufsregal, das zeigt, wie viel virtuelles Wasser in unseren Produkten steckt. Wenn ihr eine Aktion zwischen 1. Mai und 31. Juli 2022 plant, könnt ihr die Förderung bis 25. März 2022 bei finep beantragen.

Alle Informationen zur Förderung und wie ihr sie bekommt, findet ihr auf https://finep.org/ausschreibung.

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Fairtrade Convention 2022: Junge Visionär*innen gesucht

8. März 2022 - 9:19
Kreative Köpfe für die Zukunft des fairen Handels gesucht

Du bist zwischen 16 und 27 Jahre alt, liebst kreative Herausforderungen und brennst für Themen wie globale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und fairer Konsum? Dann bewirb dich und werde Teil der Faircon, der ersten Fairtrade-Convention am 10. Juni auf dem EUREF-Campus in Berlin.

Drei Challenges, ein Ziel – und du mittendrin

Gemeinsam mit 100 anderen jungen Menschen aus Deutschland und der ganzen Welt entwickelst du konkrete Projektideen für die Zukunft des fairen Handels.

Zur Auswahl stehen drei Challenges rund um die Themen Impact, Klima und Utopie: Finde smarte Ideen, um den Impact von nachhaltigem Konsum sichtbar zu machen, entwickle Projekte, die zeigen, wie Fairtrade den globalen Umwelt- und Klimaschutz unterstützt oder überlege, was geschehen müsste, damit ein gerechter Welthandel nicht nur Utopie, sondern Wirklichkeit wird.

Die beste Projektidee wird umgesetzt

Die Kunst ist es, die Arbeit des Tages in nur fünf Minuten vor einer Expert*innen-Jury und den anderen Teilnehmenden vorzustellen. Die beste Projektidee wird ausgezeichnet und bis Ende 2023 mit eigenem Budget umgesetzt.

Mach mit und bewirb dich jetzt

Gestalte mit Fairtrade die Zukunft des fairen Handels und sei dabei, wenn die Fairon ihre Türen öffnet. Einfach bis zum 14. April online bewerben. Alle Infos zu den Teilnahmebedingungen, zur Anreise und zum Ablauf findest du unter https://www.fairtrade-deutschland.de/faircon.

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Hungern oder bluten? Die Armut der Periode

3. März 2022 - 10:00

Rund 800 Mio. Menschen menstruieren täglich. Sie durchlaufen ca. 500-mal im Leben die Monatsblutung. Dabei haben 62 % der Betroffenen keinen Zugang zu sauberem Wasser bzw. Toiletten (PDF-Downloadlink). Dazu kommt, dass menstruierende Personen in ihrem Leben schätzungsweise 7.000 Euro für Hygieneprodukte ausgeben und zwischen 12.000 und 17.000 dieser Produkte verbrauchen.

Vielen ist dabei nicht bewusst, das Menstruieren in unserer Gesellschaft auch eine Frage des Geldes sein kann. Menstruierende können sich nicht aussuchen, ob sie einmal im Monat ihre Periode bekommen. Die Blutung setzt ein, ob sie das nötige Kleingeld haben oder eben nicht. Genau um dieses Thema soll es in diesem Beitrag gehen. Die Periodenarmut!

Was ist Periodenarmut?

Periodenarmut drückt die wirtschaftliche Verwundbarkeit Menstruierender aus. Es geht dabei um einen fehlenden Zugang zu Hygieneartikeln. Mehr als 500 Mio. Menschen weltweit leiden unter Periodenarmut. Einwegprodukte wie Tampons oder Binden sollten nach dem Gebrauch entsorgt werden. Dadurch ergibt sich eine Abhängigkeit von besagten Produkten. Es gibt mittlerweile zwar auch wiederverwertbare Alternativen, wie die Menstruationstasse oder Periodenunterwäsche mit integrierter Binde, doch kosten solche Produkte jede Menge Geld und sind zudem noch unpraktisch, wenn man keinen Zugang zu sauberen Sanitäranlagen hat. Weitere kostenintensive, häufig unabdingbare Dinge, die Menstruierende brauchen sind beispielsweise Unterwäsche, Schmerztabletten und Wärmekissen.

Die mit der Periode einhergehende Stigmatisierung (PDF-Downloadlink) fällt auch unter den Begriff der Periodenarmut. Stigmatisierung von Menstruierenden meint, dass Menschen, die bluten, gerade wegen dieser Tatsache negativ bewertet werden.

Wer ist betroffen?

Allein in Berlin leiden rund 2.500 menstruierende Obdach- und Wohnungslose an Periodenarmut. In Bezug auf ganz Deutschland geht man von ca. 100.000 Betroffenen aus. Hauptproblem bei den meisten ist, dass sie sich die Periodenprodukte nicht leisten können. Dazu kommt, dass in unserer heutigen Gesellschaft die Monatsblutung immer noch zu einem Tabuthema gehört. Die Tabuisierung der Periode führt unter anderem dazu, dass das Thema der Periodenarmut so unbekannt ist.

Nicht nur obdach- und wohnungslose Menschen müssen gegen das Tabu der Menstruation und gegen die Periodenarmut ankommen. Häufig sind auch junge Erwachsene und Menstruierende mit geringerem Einkommen davon betroffen. Aus einem Angst- und Schamgefühl heraus wird nicht über die Problemlage gesprochen, sondern versucht mit Socken, Taschentüchern oder Stofffetzen dagegen vorzugehen. Manche verwenden Binden oder Tampons zu lange und riskieren damit ihre Gesundheit. Durch eine unangemessene Verwendung von Hygieneprodukten aufgrund fehlenden Geldes kann es zu Entzündungen im Geschlechtsorgan kommen, die bis hin zur Unfruchtbarkeit führen können.

Was hat Periodenarmut mit den SDGs zu tun?

Die Erfüllung der Hygienebedürfnisse aller Menstruierenden ist eine grundlegende Frage der Menschenrechte, der Würde und der öffentlichen Gesundheit. Mit Blick auf die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen finden wir unter den 17 Zielsetzungen auch solche Ziele wieder, die zur Entwicklung der Sicherung der Menstruierenden beitragen können. Hier ist beispielsweise das erste Ziel zu nennen: Sicherstellung des Rechts auf eine angemessene Grundversorgung. Im dritten Ziel geht es um die Sicherung eines gesunden Lebens und die Förderung des Wohlbefindens in allen Altersgruppen. Dieser kurze Exkurs soll verdeutlichen, dass Periodenarmut auf verschiedenen Ebenen betrachtet und behandelt werden sollte.

Was tun?

Periodenarmut ist ein weltweites Problem und führt unter anderem in Ländern wie den USA, Indien, Kenia oder Deutschland zu großen Herausforderungen. Mittlerweile gibt es einige Bewegungen, die sich der Periodenarmut angenommen haben und durch Spenden, mediale Posts sowie Petitionen (z. B. Steuersenkung auf Periodenprodukte) versuchen über die Problemlage aufzuklären und für Veränderung zu sorgen.

So auch der Verein Social Period e. V., der sich aktiv gegen Periodenarmut einsetzt und mit Hilfe von Spendenboxen in Supermärkten Hygieneprodukte für obdach- und wohnungslose Menschen sammelt. Die meist ehrenamtlichen Bewegungen sind sehr wichtig beim Kampf gegen die Periodenarmut. Doch um langfristig etwas zu verändern, brauchen wir Gesetze und Richtlinien, die allen einen Zugang zu Hygieneprodukten ermöglichen. Binden und Co. sollten ebenso selbstverständlich auf öffentlichen Klos zu Verfügung stehen wie Klopapier.

-Aline Nagel-

Photo von Monika Kozub auf Unsplash

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Diskriminierung und Rassismus in der Entwicklungszusammenarbeit

1. März 2022 - 9:22

Diskriminierung und Rassismus innerhalb von Entwicklungsorganisationen werden heute öffentlich thematisiert, in der Praxis aber oft trotzdem nicht ausreichend angegangen. Nicht nur ist die Entwicklungszusammenarbeit in Bezug auf ihren Ursprung und heutige Praktiken kritisch zu betrachten – sie verfehlt es auch innerhalb ihrer Organisationen häufig, Diskriminierung am Arbeitsplatz als das Problem anzuerkennen, das sie ist.

Entwicklungszusammenarbeit (EZ) ist die moderne Version der „Entwicklungshilfe“. Es sind Bemühungen gemeint, mit beispielsweise technologischer Unterstützung wirtschaftlich schwächeren Ländern zu verbesserten Grundeinkommen zu verhelfen. Diese Absichten resultieren in der EZ häufig in dem Selbstverständnis, in erster Linie „Gutes zu tun“. Ganz so einfach ist das aber nicht, weil gerade dieses Selbstverständnis in den Entwicklungsorganisationen oft konkrete Auseinandersetzungen mit Diskriminierung und Rassismus verhindert.

Haltung und Abwehr: Rassismus? Hier?

Tupoka Ogette, Autorin des Werkes „Exit Racism. Rassismuskritisch denken lernen“, formuliert die Herausforderung in einem Interview so: 

Einerseits ist die Geschichte des Rassismus immanent mit der Existenz von entwicklungspolitischen Organisationen verknüpft. […] Andererseits herrscht aber gerade in Entwicklungsorganisationen oft das Selbstverständnis, besonders Gutes zu tun und damit auch zu den besonders Guten zu gehören. Vor allem zu denen, die absolut nicht rassistisch sein können. Diese beiden Dinge passen leider schlecht zusammen, wenn es dann um rassismuskritische Selbstreflexion gehen soll, da diese Forderung dann nicht selten große Abwehr auslöst oder gar eine rassismuskritische Auseinandersetzung ganz verhindert.

Interview mit Tupoka Ogette

Wie diese Abwehr konkret aussieht, kann am Beispiel der Studie „Racism, power and truth: Experiences of people of colour in development“ über Entwicklungsorganisationen in England nachvollzogen werden.

Diskriminierung am Arbeitsplatz

In der Studie des British Overseas NGOs for Development (Bond) von 2021 stellt sich heraus: Entwicklungsorganisationen sind keineswegs frei von rassistischer Diskriminierung. Vielmehr zeichnet sich ein ernüchterndes Bild über die Erfahrungen mit Diskriminierung in der Entwicklungszusammenarbeit ab. Dass es sie gibt, wird theoretisch anerkannt, oft werden sie aber nicht konkret und gezielt aufgearbeitet und manchmal auch gänzlich ignoriert. Bond vernetzt zahlreiche NGOs im Entwicklungsbereich im Vereinigten Königreich und hat zum Zweck der Studie 150 davon untersucht.

In den untersuchten Organisationen erstreckt sich Diskriminierung demnach von Bewerbungsverfahren über das eigentliche Arbeitsleben und die Aufstiegschancen von People Of Colour. Die Befragten berichten demnach, dass Rassismus als Problem auch häufig verharmlost oder ganz ignoriert wird. Anstatt das Erlebte ernst zu nehmen, wird es in „unconscious bias“, also unbewussten oder „automatischen“ Vorurteilen verortet. So lassen sich Diskussionen über systemischen Rassismus und bewusste Vorurteile oft vermeiden. Die Studie ist online unter www.bond.org.uk zugänglich.

Die Studie ist zwar neu, die Erkenntnis, dass Diskriminierung und Rassismus in der EZ überall vorkommen, ist es eher nicht. Dementsprechend gibt es Lösungsansätze und auch Reaktionen in den Entwicklungsorganisationen. Rassismuskritische Arbeit kann in der EZ verwirklicht werden, wie Tupoka Ogette zeigt. 

Rassismuskritische EZ

Für sie gehört zum Angehen der Probleme zuerst einmal die Anerkennung, dass rassistisches Denken weniger Abweichung und mehr Normalität ist. Dies resultiert aus gesellschaftlicher Sozialisierung, in der Rassismus unreflektiert und manchmal unbewusst weitergegeben wird. In Organisationen müssen sich die Anerkennung dessen und entsprechende Reflexionsprozesse wiederfinden: Das geht beispielsweise mit externen Berater:innen und der Priorisierung von Rassismuskritik am Arbeitsplatz. Rassismuskritisches Denken muss in den Arbeitsalltag integriert werden und einen festen Platz in den Strukturen der Organisationen einnehmen.

Die EZ kann sich nicht durch ihr Selbstverständnis aus der Verantwortung ziehen, auch intern Diskriminierung zu bekämpfen. Es müssen innere Kulturen gefördert werden, die für die Ursprünge und Ziele der EZ sensibel bleiben, und obendrein Diskriminierung in den eigenen Reihen erkennen und entfernen können. Es könnte ein Schritt sein hin zu einer EZ, die als Ganzes sensibler für Diskriminierung und Rassismus wird.

-Pauline-

Photo von Amy Elting auf Unsplash

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Die Kolis in Mumbai – Erinnerungen für eine umweltbewusstere Zukunft

24. Februar 2022 - 10:42

Mumbai ist in den letzten Jahrzehnten zu einer wahren Megacity geworden. Bei der Stadtentwicklung und dem rasanten Bevölkerungswachstum sind dabei jedoch die natürlichen Ökosysteme immer mehr aus dem Gleichgewicht geraten. Nun hat Mumbai zunehmend mit den Folgen des schnellen Wachstums der Stadt zu kämpfen. Ein Projekt möchte mit alternativen Stadtplänen, die verlorene Orte in Mumbai zeigen, für mehr Umweltbewusstsein sorgen und ein Umdenken anregen, um die natürlichen Ökosysteme der Stadt zu schützen. Dabei unterstützen die Geschichten der Kolis, Mumbais indigener Bevölkerung.

Die Kolis in Mumbai

Die Kolis waren die ersten Bewohner der heutigen Stadt Mumbai. Die Stadt bestand ursprünglich aus vielen kleinen Inseln und wurde zur Kolonialzeit durch die Briten dann auf dem Land ausgebaut. Die Kolis sind traditionell auf den Fischfang angewiesen und leben auch heute noch zu großen Teilen davon.

Das Problem

Verschiedene Entwicklungsprojekte sollten in Mumbai die Infrastruktur verbessern und die Wohndichte erhöhen. Das sorgte jedoch für viel Druck auf das natürliche Ökosystem und hat sogar schwerwiegende Konsequenzen für die Stadt als Ganzes. Mumbai wird während der Monsun-Saison regelmäßig überschwemmt, da das ganze Wasser in den dicht bebauten Betonsiedlungen nicht abfließen kann. Die Bebauung der Mangrovenwälder, die als natürliche Barrieren vor Fluten schützen, verschärft das Problem noch.

Auch der Klimawandel ist eine große Bedrohung für die Stadt. Durch den Anstieg des Meeresspiegels warnen Expertinnen und Experten, dass bis 2050 große Teile Mumbais überschwemmt sein könnten, wenn sich nichts Grundlegendes ändert.

Das Projekt Bombay61

Mit dem Projekt Bombay61 werden der Bevölkerung alternative Stadtpläne und Ausstellungen zur Verfügung gestellt, die an verlorene Orte erinnern sollen. Damit soll vor allem die „Umwelt-Amnesie der Generationen“ verhindert werden. Das bedeutet, dass sich junge Menschen an den Zustand der Umweltverschmutzung gewöhnen und ihn als normal empfinden. Mit den Stadtkarten soll für mehr Umweltbewusstsein gesorgt und die Menschen gleichzeitig für mehr Klimaschutz sensibilisiert werden.

Außerdem ist im Rahmen des Projekts eine Fotoausstellung entstanden. Die Fotos stammen von den Kolis selbst und zeigen verschiedene Orte, die eine wichtige Bedeutung für die Kolis haben. Einige gezeigte Orte gibt es heute schon nicht mehr.

Weitere Informationen

Alles über die Kolis, ihre Geschichte und ihren Lebensstil gibt es hier. Die Fotoausstellung und die Stadtkarten könnt ihr euch hier anschauen. In diesem Video könnt ihr außerdem eine interaktive Karte Mumbais betrachten, die die Stadtentwicklung über die letzten Jahrhunderte zeigt. Ein Blick lohnt sich! Und noch mehr Infos zu dem Projekt gibt es in diesem Artikel der Deutschen Welle.

Meint ihr, die Stadtpläne und Ausstellungen können wirklich für mehr Umweltbewusstsein sorgen und zum Handeln anregen?

-Leah-

Das Beitragsbild stammt von Raj Rana auf Unsplash.com.

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