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Aktualisiert: vor 11 Stunden 55 Minuten

Der Menstrual Hygiene Day oder warum wir mehr über Menstruation reden sollten

28. Mai 2020 - 11:55

Seine Periode haben, menstruieren, seine Tage haben– das alles sind Begriffe, die dasselbe meinen, nur unterschiedlich direkt thematisieren: Frauen* bluten einmal monatlich für durchschnittlich eine Woche, da die Gebärmutterschleimhaut abgestoßen wird, wenn sich keine befruchtete Eizelle darin befindet. So, jetzt ist es raus. War gar nicht so schwer auszuschreiben.

Billige oder gar kostenlose Periodenprodukte, Stars, die in der Öffentlichkeit mit Blutflecken auf der Hose auftreten – es scheint sich etwas zu tun in der Welt der Menstruation. Heute, anlässlich des „Menstrual Hygiene Day“, möchten wir mit euch einen Blick auf das Thema Menstruation in der ganzen Welt werfen. 

In unserem Artikel von letztem September haben wir euch bereits umweltfreundliche Menstruationsprodukte vorgestellt. Doch das Thema Menstruation hat auch über Nachhaltigkeit hinaus eine große Bedeutung. Für uns hier in Deutschland ist es häufig mit Scham verbunden, „seine Tage“ zu haben. Doch wie ist das in anderen Ländern der Welt? Und was hat dieses Thema überhaupt auf einem Eine-Welt-Blog zu suchen?

Ein paar Beispiele aus aller Welt   Stigmatisierung

In vielen Ländern dieser Welt werden Frauen, wenn sie ihre Periode haben, als unrein angesehen. Die Scham, über das Thema zu sprechen, ist weit verbreitet.  In einigen Gebieten Indiens, Nepals oder Venezuelas leben Frauen deshalb währenddessen in sogenannten „Menstruationshütten“, entfernt vom Rest der Gemeinschaft. In manchen Gemeinschaften dürfen Frauen erst nach einem ausgiebigen Bad nach ihrer Menstruation wieder am Gesellschaftsleben teilhaben. Und in manchen Teilen Indiens dürfen Frauen während sie menstruieren keine religiösen Stätten besuchen und kein gesalzenes Essen zu sich nehmen.  

Doch was hat diese gesellschaftliche Stigmatisierung noch für konkrete Auswirkungen auf Frauen, die in diesen Gebieten leben?

Fehlende Aufklärung

Viele Mädchen wissen gar nicht genau, was Menstruation eigentlich ist, bis sie sie zum ersten Mal haben. Bei Plan International berichten Mädchen aus Indonesien, Malawi, Burundi, Nepal und Uganda über dieses Erlebnis. So erzählen sie beispielsweise, dass sie bei ihrer ersten Blutung dachten, sie hätten sich verletzt. Sie hätten sich nicht getraut, mit jemandem darüber zu sprechen oder waren überrascht, dass die Blutung mehr als einen Tag andauerte. Diese Verunsicherung zeigt, dass menstruieren häufig ein Tabuthema ist, das Mädchen mit sich selbst ausmachen müssen.

Teure Hygieneprodukte

Der Preis von Periodenprodukten spielt eine zentrale Rolle in der Problematik. Oft haben Familien nicht die finanziellen Mittel, sich diese zu leisten. Eine Abbildung auf der Startseite von der Organisation The Cup zeigt eindrücklich: Das ist ein wirkliches Problem. Zeitungen, alte Socken, Federn, Schwämme oder gar Schulbücher – all das sind Gegenstände, die verwendet werden, wenn das Geld für richtige Hygieneartikel fehlt, um zu verhindern, dass die „durchbluten“. Außerdem steigt durch diese Behelfsprodukte natürlich auch das Infektionsrisiko.

Zwar scheint das Thema im Globalen Norden weniger problematisch zu sein, doch auch hier gibt es „Periodenarmut“, also das Fehlen finanzieller Mittel, um ausreichend Hygieneprodukte zu kaufen. Aus diesem Grund sind mittlerweile bei uns in Deutschland Produkte rund um die Periode durch das Senken der Mehrwertsteuer billiger geworden. Menstruationsartikel wurden zuvor in die Kategorie „Luxusartikel“ eingeordnet, was eine Mehrwertsteuer von 19 % rechtfertigte. Die Mehrwertsteuer  ist nun durch den Druck verschiedener Akteur*innen (mit prominenter Unterstützung von unter anderem Lena Meyer-Landrut, Palina Rojinski und Jan Böhmermann) auf 7 % gesenkt worden, dem Prozentsatz für Artikel des täglichen Bedarfs.

In diesem früheren Artikel von uns könnt ihr euch genauer über die Ideen hinter der Initiative informieren. Und noch ein Positiv-Beispiel: In Schottland werden nun Schülerinnen Binden und Tampons sogar kostenlos zur Verfügung gestellt!

Zugang zu Bildung und zum Arbeitsmarkt

In manchen Ländern kann die Periode dazu führen, dass Mädchen in dieser Zeit nicht zur Schule gehen dürfen oder wollen. Einige Gründe haben wir euch schon erläutert: Fehlende finanzielle Mittel für Menstruationsartikel und die Angst, sie könnten „durchbluten“. Aber auch Scham und das Gefühl „unrein“ zu sein. Hinzu kommt, dass Schulen häufig nicht über Wasserzugänge verfügen und es keine Toiletten gibt, um Periodenprodukte zu wechseln.

Dadurch verpassen die Mädchen Unterricht und haben häufig Schwierigkeiten, den Schulstoff nachzuholen. Und dies kann unter Umständen in der Zukunft die Chancen, eine Arbeit zu finden, verringern. Ähnliche Probleme haben arbeitende Frauen an ihren Arbeitsplätzen. Es entstehen also auf Dauer systematische Nachteile für die Mädchen und Frauen.

Was tut sich aktuell? Und was können WIR tun?

Doch es gibt zum Glück auch viele gute Nachrichten rund um die weltweite Situation der Menstruation. 2018 engagierten sich laut „Menstrual Hygiene Day“ 310 Organisationen in 134 Ländern, um 27, 2 Millionen Mädchen bei Problemen rund um ihre Periode zur Seite zu stehen.

Menstruationstassen und Aufklärung

The Cup oder Rubycup stellen beispielsweise Menstruationstassen zur Verfügung, verbunden mit einem Aufklärungsprogramm zum Thema Menstruation und Gleichberechtigung. Dadurch soll es Mädchen möglich sein, auch während ihrer Periode zur Schule zu gehen, ohne auf sanitäre Anlagen angewiesen zu sein. Die Personen, die Aufklärungsarbeit leisten, kommen dabei aus einem ähnlichen kulturellen Hintergrund wie die Mädchen. Dadurch wird das Gefühl stärker, dass sie mit ihrer Situation nicht allein sind.

Wenn du The Cup oder Rubycup unterstützen magst, kannst du dies entweder durch den Kauf einer Menstruationstasse der Organisationen tun oder spenden. Auch zahlreiche andere Organisationen wie beispielsweise Plan International, Global Citizen oder die Welthungerhilfe verfügen über Programme zum Thema.  

Auch um Aufklärung mit Bildungsmaterial zu fördern, wird etwas unternommen. Menstrupedia hat einen Erklärcomic für Schulen und NGOs entwickelt, der jungen Mädchen helfen soll, zu verstehen, was in ihrem Körper während der Menstruation vorgeht. Dieser findet bereits in 18 Ländern Verwendung und wurde in 16 Sprachen übersetzt.

Aufklärung – auch für Jungen und Männer!

Das Besondere an dem Programm von The Cup ist, dass sich nicht nur Mädchen, sondern auch Jungen mit Menstruation und Gleichberechtigung beschäftigen. Denn nur wer die Situation von Frauen versteht, kann sich auch in Zukunft rücksichtsvoll verhalten. Und das wiederum kann das Thema in der Gesellschaft insgesamt präsenter machen und entstigmatisieren.

Kampagnen

THINX, eine Unterwäschemarke aus den USA, fällt häufig durch provokante Werbung für ihre Produkte auf. So simuliert ihr neuer Werbespot der Kampagne MENstruation ein Szenario, in dem nicht nur Frauen, sondern auch Männer ihre Tage haben und vermutet, dass dann das Thema deutlich offener angesprochen würde.    

Ein weiterer Schritt zur Ent-Tabuisierung der Menstruation findet ganz in eurer Nähe statt – auf euren Handys! Vielleicht ist es euch schon aufgefallen: Seit 2019 gibt es den Blutstropfen-Emoji, der es Frauen und Mädchen erleichtern soll, mit anderen über das Thema zu schreiben.

Ihr könnt also mithilfe solcher Kampagnen in eigenen Nachrichten oder Posts, aber natürlich auch im realen Leben das Thema an die Öffentlichkeit bringen und mehr darüber sprechen. Immerhin ist es ein Thema das 50 % der Bevölkerung direkt betrifft und 100 % von uns etwas angeht. 

Menstruation in den Medien

Ein gutes Beispiel dafür ist auch Period. End of Sentence (deutscher Titel: Stigma Monatsblutung). Der Kurzfilm gewann 2019 den Oscar als bester Dokumentarfilm. Wenn ein Thema sogar bei der Oscar-Verleihung präsent ist, will das schon etwas heißen. Der Film ist mittlerweile auf Netflix streambar. Darin begleitet ein Kamerateam Schüler*innen der Oakwood Highschool, Los Angeles, die in Indien mithilfe der Organisation „Girls Learn International“ halfen, ein kleines Unternehmen aufzubauen, um Monatsbinden vor Ort herzustellen.

Info-Veranstaltungen

Ihr wollt noch mehr über das Thema lernen? Hier findet ihr das Programm des heutigen Menstrual Hygiene Day, an dem viele Organisationen und Expert*innen ihr Wissen teilen. Schau vorbei!

Ihr seht also: Es tut sich was. Aber bis jede Frau und jedes Mädchen auf dieser Welt sich traut, offen über ihre Menstruation zu sprechen, liegt noch ein weiter Weg vor uns.

Habt ihr noch mehr spannende Infos zum Thema? Oder kennt ihr noch andere interessante Kampagnen oder Organisationen? Dann kommentiert gerne diesen Beitrag oder schreibt uns eine Mail!

*Es ist zwar die gesellschaftliche Annahme, aber nicht nur Frauen bekommen ihre Tage. Transmänner zum Beispiel identifizieren sich nicht mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt aufgrund körperlicher Geschlechtsmerkmale zugewiesen wurde. Sie identifizieren sich als Mann und bekommen dann vielleicht trotzdem noch ihre Periode. Ob jemand menstruiert oder nicht sagt nichts über das Geschlecht aus.

Weitere Infos und die Quellen dieses Beitrags:

 

https://www.thecup.org/cup-program

https://www.globalcitizen.org/de/content/indian-students-forced-to-show-teachers-underwear/

https://menstrualhygieneday.org/resources-on-mhm/resources-mhm/

https://plan-international.org/sexual-health/menstruation

https://plan-international.org/news/2019-02-08-period-emoji-gets-go-ahead

https://www.worldbank.org/en/news/feature/2018/05/25/menstrual-hygiene-management

https://www.nzz.ch/international/kampf-gegen-perioden-armut-tampons-nun-auch-in-deutschland-billiger-ld.1531584

https://www.refinery29.com/de-de/stigma-monatsblututng-period-end-of-sentence-netflix-doku 

https://de.rubycup.com/ 

https://www.stern.de/politik/weltfrauentag–wo-frauen-wegen-ihrer-menstruation-ausgestossene-sind-9173056.html

https://www.welthungerhilfe.de/menstrual-hygiene-day-2020/

Das Beitragsbild stamt von  Erol Ahmed auf Unsplash. 

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Neuer Blog: Globale Perspektiven auf Corona

25. Mai 2020 - 11:15

Hier stellt euch die Regionale Bildungsstelle Nord von „Bildung trifft Entwicklung“ ihren Blog zu der Corona-Situation in fünf Ländern des Globalen Südens vor. Vielen Dank für euren Gastbeitrag!

In dem neuen Blog der Regionalen Bildungsstelle Nord von Bildung trifft Entwicklung teilen BtE-Aktive aus verschiedenen Ländern dieser Welt ihre Eindrücke und Erfahrungen zur Corona-Krise. So findet ihr aktuell Beiträge zur Situation in Chile, Äthiopien, Mosambik, El Salvador und Guatemala, die wichtige Veränderungen des dortigen Alltags schildern und uns damit ein Fenster in die jeweilige Region bieten.

Anne Schorling erzählt uns aus Äthiopien, wie mit kleinen Dingen nachbarschaftliche Hilfe passiert. Ulrike Christiansen lässt Stimmen aus Mosambik zu Wort kommen, die vom Leben im Krisenmodus berichten, aber auch menschliche Fähigkeiten hervorheben, Krisen zu meistern. Jana Rohrbach erzählt über die Entwicklungen in Chile und wie sich ihr eigenes Leben vor Ort verändert hat.

Der Blog soll dazu dienen weiterhin global vernetzt und aktiv zu bleiben und einladen, sich nicht nur mit der eigenen Situation zu beschäftigen. „Because we are altogether in this!“ Nicht nur wir sind mit einer völlig neuen Situation konfrontiert. Daher dürfen wir nicht nur nach Deutschland und Europa blicken, sondern müssen auch über unseren Tellerrand hinaus schauen. Die Krise ist weltweit und die Folgen im Globalen Süden sind und werden massiv sein. Covid-19 zeigt uns einerseits, wie eng wir miteinander verbunden sind und gleichzeitig auch, welche Rolle soziale Ungleichheiten in allen Bereichen unseres Lebens spielen. Nicht alle Menschen erhalten gleichermaßen Zugang zur notwendigen medizinischen Versorgung, Existenzen sind vielfach bedroht und populistische Stimmen versuchen die Krise für sich zu nutzen. Das sind nur einige Beispiele von vielen, die uns motivieren sich gerade auch in der Bildungsarbeit des Globalen Lernens mit der momentanen Situation zu beschäftigen, weltweite Zusammenhänge sichtbar zu machen und sich weiterhin für Solidarität mit Ländern des Globalen Südens zu engagieren.

Link zum Blog: www.ifak-goettingen.de/bte/blog

Ihr habt selbst Lust bekommen etwas zu schreiben oder euch mit Audio- oder Videoformaten zu beteiligen? Dann meldet euch direkt bei Sophie (sophie.staeding@bildung-trifft-entwicklung.de).

Ihr wollt noch mehr Informationen, wie es Menschen in anderen Ländern mit der Corona-Situation geht? In diesem Beitrag haben wir euch zwei weitere Blogs zu dem Thema vorgestellt.

Das Beitragsbild wurde aufgenommen von Jana Rohrbach und zeigt Demonstrierende in Chile, die eine staatliche Quarantäne fordern. Die Bildrechte liegen bei der Fotografin.

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Essen, aber nachhaltig – wie wir die Welt auf unseren Tellern verbessern können

22. Mai 2020 - 10:25

Jede*r von uns tut es – die meisten dreimal am Tag, manche nur zweimal. Manchmal muss es schnell gehen, manchmal lassen wir uns bewusst Zeit. Die Rede ist von … Essen!

Bereits Anfang des Jahres haben wir hier über das damit zusammenhängende Thema Lebensmittelverschwendung berichtet.

Dieser  Beitrag ist eine Ergänzung und zeigt weitere Handlungsmöglichkeiten auf, wie ihr mit eurem Essverhalten zu mehr Nachhaltigkeit beitragen könnt. Dabei ist es wichtig sich klarzumachen, dass man auf keinen Fall all diese Ratschläge gleichzeitig befolgen muss. Wir wollen euch lediglich Anregungen und Ideen geben. Wenn das alles auf einmal zu viel ist, macht euch keine Vorwürfe; auch kleine Veränderungen helfen schon!   

Wie wir nachhaltig handeln können, noch bevor das Essen auf dem Tisch steht

Die meisten von euch wissen wahrscheinlich bereits ein wenig über dieses Thema, spätestens nachdem ihr unseren vorherigen Beitrag gelesen habt. Dass Waren, die von weit entfernten Regionen mit dem Flugzeug oder Schiff hierher transportiert werden, eine oft fragliche Ökobilanz haben, habt ihr beispielsweise wahrscheinlich schon gehört.

Doch wie kann man denn nun konkret beim Einkaufen herausfinden, welche der Produkte im Supermarkt die nachhaltigsten sind? Am Beispiel eines Apfels nennen wir euch ein paar Herangehensweisen:

Im Supermarkt

Eine der Möglichkeiten ist, die Label der Produkte zu überprüfen. Da man im undurchdringlichen Dschungel an Öko- und Bio-Siegeln leicht den Überblick verlieren kann, hat der NABU den Siegel-Check entwickelt. Es wird übersichtlich dargestellt, was das Biosiegel eures Produktes beinhaltet – und was eben nicht.

Dazu kommt natürlich die Frage der Herkunft: Ist der Apfel  aus Chile importiert oder in Deutschland geerntet worden? Und wie wurde dieser in seinem Herkunftsland angebaut, geerntet und gelagert? Auch hier geben Siegel Auskunft.

Zusätzlich spielt die Saison eine Rolle: Zwar gibt es Äpfel das ganze Jahr über im Supermarkt – an den Bäumen hängen sie aber bei uns in Deutschland nur im Herbst. Den Rest des Jahres werden sie in Kühlhäusern frisch gehalten. Und dafür wird natürlich Strom verbraucht.

Auch die Verpackung der Produkte ist wichtig bei der Kaufentscheidung. Grundsätzlich ist es sinnvoll, seine eigene Einkaufstasche zum Einkaufen mitzubringen. Darin können dann auch Obst und Gemüse ohne Verpackung aufbewahrt werden. Dazu eignen sich übrigens auch super Papiertüten vom Bäcker. Hier erklären wir euch ausführlich, wieso es sinnvoll ist, Plastik zu vermeiden. In dem Zusammenhang könnten auch „Unverpackt-Läden“ interessant für euch sein. Dort könnt ihr eure eigenen Behältnisse mitbringen und Lebensmittel direkt dort hinein füllen. Verpackung? Gespart!

Zuletzt ist auch die eigene Anreise zum Supermarkt nicht unerheblich. Wer mit dem Auto nur für den Apfelkauf losfährt, verschlechtert dadurch die Umweltbilanz des Obstes.

Es ist noch umstritten, wie sehr sich insgesamt die Ökobilanz der Äpfel nach Herkunft unterscheidet. Grundsätzlich gilt aber: Wer saisonal UND regional kauft, Verpackungen vermeidet und auf nachhaltigen Anbau achtet, handelt auf jeden Fall am nachhaltigsten.

Zuhause

Außerdem lohnt es sich, vor dem Einkaufen genau zu überlegen, was man braucht und wieviel davon. Häufiges Spontan-Einkaufen führt oft dazu, dass am Ende ältere Produkte, die zuhause auf ihre Verwendung warten, ver- statt gegessen werden.

Deshalb gilt auch im Kühlschrank: Altes nach vorn, Neues nach hinten. Und falls ihr viel zu viel von einer Mahlzeit gekocht habt, friert doch ein paar Portionen ein – dann freut ihr euch später darüber.

Für diejenigen unter euch, die ein bisschen mehr Zeit haben, ist es mit Sicherheit auch eine Idee, Produkte selbst herzustellen, die sonst nur verpackt im Supermarkt zu finden sind. Wusstet ihr beispielsweise, dass man Nussmilch auch ganz leicht selbst herstellen kann? Smarticular und viele andere Internetseiten geben gute Tipps dazu.

Ernährungsweise

Außerdem spielt es natürlich eine Rolle, WAS ihr einkauft.  Eine Studie des WWF zeigt beispielsweise, dass der Verzehr von Rindfleisch rund zehnmal so viel CO2 produziert wie der Verzehr von Gemüse. Das PDF zur Studie findet ihr hier.

Das liegt daran, dass bei der Haltung einer Kuh große Mengen an Futter, Wasser und Energie verbraucht werden. Somit lohnt es sich, bezogen auf die Klimabilanz, ganz auf Fleisch zu verzichten oder den Konsum zumindest zurückzufahren. Dazu kommt, dass es auch tolle Alternativen zu Fleisch gibt: Burger-Patties lassen sich zum Beispiel super aus Linsen, Bohnen oder geriebenem Gemüse herstellen.

Es gibt zahlreiche Internetseiten, auf denen inspirierende vegane und vegetarische Rezepte zur Verfügung gestellt werden. Hier findet ihr von Utopia ein paar hilfreiche Tipps zur Umstellung.  

Lebensmittel vor der Tonne retten

Eine weitere Möglichkeit etwas für Nachhaltigkeit zu tun, noch bevor man sich zum Essen an den Tisch setzt, bieten Plattformen wie Foodsharing. Das Konzept dahinter ist, in Supermärkten, Cafés oder Bäckereien in ganz Deutschland Lebensmittel, die nicht mehr verkäuflich sind, abzuholen und gegebenenfalls weiter zu verteilen. Wir haben in dem bereits erwähnten Artikel ja bereits ausführlich darüber berichtet und viele weitere Initiativen vorgestellt.

Eine weitere Plattform in diesem Zusammenhang ist „To Good 2 go“, worüber fertig zubereitete Gerichte, die am Ende des Tages übrig bleiben, verteilt werden.

In gewisser Weise hilft auch die Seite mundraub Lebensmittelverschwendung vorzubeugen. Denn hier werden öffentliche Stellen genannt, an denen Obstbäume, Kräuter oder andere frei zugängliche, essbare Pflanzen zu finden sind, die womöglich sonst ungenutzt blieben. Und die dort zu findenden Produkte gäbe es vielleicht im Supermarkt auch nur in Plastik verpackt. Einem Ausflug vor dem und für das Mittagessen steht also nichts im Weg.

Wie wir nach dem Essen nachhaltig handeln können

 

Verpackungen recyclen

Angefallene Verpackungen müssen nicht unbedingt im Müll landen. Sogenanntes „Upcycling“ macht’s möglich: Alten Produkten einen neuen Sinn geben. In unserem Artikel von findet ihr Anregungen dazu. Und wenn euch das nicht reicht – im Internet gibt es jede Menge weitere tolle Ideen, zum Beispiel bei Utopia (https://utopia.de/tag/upcycling/ ).

Resteverwertung

Wenn ihr bereits gekochte Lebensmittel übrig habt, aber nicht genau wisst, was ihr damit anfangen sollt, findet ihr hier ein paar Ideen.

Und was ist mit den beim Kochen übrig gebliebenen Radieschenblättern, den abgeschnittenen Karottenstrunken oder gar der Karottenschale? Sogar dafür gibt es Verwendung!

Aus übrig gebliebenen Blättern lassen sich oft Cremige Suppen, Pestos oder Salate herstellen, so zum Beispiel aus Radieschenblättern oder Karottengrün. Aber recherchiert natürlich vorher, denn nicht alle Blätter sind essbar! Auch aus übrig gebliebenen Schalen, z.B. von Spargel, lassen sich prima Brühen kochen. „Leaf to root“ oder smarticular bieten euch dazu weitere kreative Ideen.

Außerdem können die Endstücke eures Gemüses oft mehr als ihr denkt! Lest bei food revolution und bei simplebites.de wie man ihnen mit einem einfachen Glas Wasser oder einem Topf Erde neues Leben einhauchen kann (diese Seiten sind allerdings beide auf Englisch verfasst). Eine deutsche Seite zu dem Thema findet ihr hier.

Zuletzt gibt es für die nicht verwendbaren, organischen Reste natürlich noch den guten alten Kompost, aus dem ihr nach einer Weile frische Erde gewinnen könnt. In der ihr dann wieder neue Pflänzchen ziehen könnt. So schließt sich der Kreis. Das geht übrigens auch in der Stadt, ohne Garten. Im Internet findet ihr Ideen und Anleitungen zum Anlegen eines Auch Wurmkisten könnten euch interessieren. Sie sind wie Balkonkomposte mit dem Zusatz, dass in ihnen Würmchen euren Resten helfen, ihre Nährstoffe in die Erde zurückzugeben und die diese zu lockern.  

Ihr seht also, es gibt eine ganze Menge Möglichkeiten, wie man beim Essen nachhaltig sein und bleiben kann. Vielleicht ist es etwas zu viel verlangt, all diese Tipps und Ideen umzusetzen – aber wenn Jede*r einen Beitrag leistet, hilft das auch schon, die Welt ein bisschen nachhaltiger zu machen. In diesem Sinne: Lasst es euch schmecken und ganz viel Spaß! 

Das Beitragsbild stammt von Jasmin Sessler auf unsplash.

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Was steht an? Online-Veranstaltungen diese Woche

18. Mai 2020 - 14:45

Langeweile? Lust etwas Neues zu lernen? Lust auf Austausch mit Anderen zu spannenden Themen?

Wenn du auf mindestens eine dieser Fragen mit „Ja“ antworten kannst, haben wir da was für dich. Hier sind  ein paar interessante Online-Veranstaltungen dieser Woche:

-18.05. 18 Uhr: Webinar: Das Lieferkettengesetz aus Unternehmenssicht: Vaude

Ein Lieferkettengesetz würde gleiche Wettbewerbsbedingungen schaffen und die Durchsetzung von Menschenrechten und Umweltstandards in den Lieferketten erleichtern. Mit dieser Überzeugung setzen sich inzwischen auch zahlreiche Unternehmen für einen gesetzlichen Rahmen ein. Der Outdoor-Ausrüster Vaude ist eines dieser Unternehmen, welches durch eigene Erfahrungen in der Umsetzung menschenrechtlicher Sorgfalt zum Verfechter verbindlicher Standards geworden ist.

Hier geht’s zum Event.

-18.05. 19 Uhr: Livestream „Mit Messer und Gabel das Klima retten? Wie unsere Ernährung die Umwelt beeinflusst“

Die Chance, durch veränderte Essgewohnheiten Ressourcen zu schonen und das Klima zu schützen, sitzt täglich mit am Esstisch. Wir haben nur einen Planeten – fruchtbare Ackerfläche zur Erzeugung von Lebensmitteln ist ein knappes Gut. Wie viel landwirtschaftliche Fläche steht uns zukünftig zur Verfügung und wie sollten wir diese nutzen? In welchem Maße tragen unsere Essegewohnheiten zum Klimawandel, aber auch zur Zerstörung natürlicher Lebensräume bei? Was sind die aktuellen Food-Trends und wie wird sich das Angebot auf dem Lebensmittelmarkt weiterentwickeln? Was kann jede*r Einzelne von uns tun und wie sehen gesunde und nachhaltige Ernährungsempfehlungen aus? Im Rahmen der Veranstaltung gehen die Teilnehmenden diesen Fragen gemeinsam mit Referentinnen vom Ecologic Institut und WWF auf den Grund.

Hier gibt’s mehr Infos

-19.05. – 20.05.: Entwicklungspolitische Diskussionstage  

Das Seminar für Ländliche Entwicklung (SLE) führt in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung (hbs) jedes Jahr die Entwicklungspolitischen Diskussionstage (EPDT) durch. Im Rahmen von Podiumsdiskussionen zu entwicklungspolitischen aktuellen Themen fördern diese den Austausch zwischen Entwicklungspolitik, entwicklungspolitischer Praxis, Wissenschaft und Privatwirtschaft. Dieses Mal geht es um die Themen „Die Zukunft der Landwirtschaft in Sub-Sahara-Afrika“, „Potentiale und Grenzen eines Lieferkettengesetzes“ und „The potential of indigenous peoples in managing disasters (auf Englisch)“. Die zweitägige Veranstaltung findet kostenfrei online statt und richtet sich an alle Interessierten.

Mehr Informationen gibt es hier.  

-20.05. 18:30 Uhr: Webinar: Wasser im Anthropozän

Im Anthropozän – dem Zeitalter des Menschen – funktioniert das populäre Bild vom natürlichen Wasserkreislauf nicht mehr, denn längst greift der Mensch an vielen Stellen in diesen Kreislauf ein. Die Folgen sind teilweise massiv und lassen sich an veränderten Niederschlagsmustern ebenso ablesen wie an sinkenden Grundwasserspiegeln. Wie kann Wasser in guter Qualität und ausreichender Menge trotzdem verfügbar bleiben? Das ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung verlegt seine Veranstaltung zu diesem Thema im Rahmen der Frankfurter Bürger-Universität kurzfristig ins Netz und bietet „Wasser im Anthropozän – Der Einfluss des Menschen auf den natürlichen Wasserkreislauf“ als Online-Seminar an. Anmeldefrist ist der 19. Mai.

Hier findest du mehr Infos.

-20.05. 18 Uhr:  Gesprächsgruppe online: Let’s talk about: Freundschaften und Rassismus

Afropolitan Berlin möchte mit euch über Freundschaft und Rassismus sprechen. Wie gehen wir damit um, wenn Menschen, die uns wichtig sind, mit denen wir langjährige Freundschaften hegen sich rassistisch äußern? Welche Wege gibt es Rassismus anzusprechen, ohne sich zu verausgaben? Und wann ist der Punkt gekommen sich aus Freundschaften zurück zu ziehen? Diese Online-Gesprächsrunde von Afropolitan Berlin richtet sich an BPoC.

Hier geht’s zur Veranstaltung

-22.05.-24.05.: Online-Symposium KLIMA– gemeinsam klimagerecht leben

Das Online-Symposium bietet täglich LIVE-Vorträge und eine abschließende LIVE-Podiumsdiskussion. Es wird organisiert von SOL – Menschen für Solidarität, Ökologie und Lebensstil.

Hier gibt’s mehr Infos

Viel Spaß beim Anschauen und Mitmachen!

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Erfahrungsbericht – Ein Student im Homeoffice

18. Mai 2020 - 11:28

Das Sommersemester ist noch jung. Student*innen aller Fachbereiche sollten den Campus beleben. Aber wie der Rest der Nation bleiben auch die Universitäten nicht von Maßnahmen gegen Corona verschont. Das erste digitale Semester ist ausgerufen und das bedeutet größtenteils Homeoffice. Dazu ein kurzer Erfahrungsbericht von Lucas, einem Masterstudenten der Soziologie:

Zuhause studieren?

Am gemeinen Studenten ist erst mal nur eines interessant, nämlich das, was er im Kopf hat. Und wozu eignet sich eine Universität mehr, als die Köpfe zusammenzustecken und sich auszutauschen? Für mich, als jemanden, der an einer Abschlussarbeit sitzt, ist das besonders wichtig. Feedback hilft dabei, sich nicht in gedankliche Einbahnstraßen zu verrennen. Face-to-face geht das natürlich am Besten. Nun stellt sich die Frage, wie universitärer Betrieb ohne Anwesenheit geht?

In die Bibliothek komme ich rein. Da herrscht Maskenpflicht, eine Obergrenze für Besucher*innenzahlen und das Arbeiten vor Ort ist momentan nicht drin. Dafür wird mehr ausgeliehen und der neue Bibliotheksausweis ist das Smartphone. Aber was ist mit Seminaren, Vorlesungen, usw.? Bei der Größe vieler Räume und den Teilnehmer*innenzahlen mancher Veranstaltungen ist das Einhalten von Sicherheitsabständen kaum möglich.
Da ist Kreativität gefragt und das Internet lässt die Muskeln spielen. Beispielsweise werden Konferenzen über Internettelefonie organisiert. Das ist erst mal eine ungewohnte Erfahrung. Mit steigender Zahl der Teilnehmer*innen wird Kommunikation immer unwahrscheinlicher. Wer spricht wann und wie lange? Wie funktionieren Wechsel von Sprecher*innen, usw.? Ich bin gespannt, ob und wann sich da eine Routine einstellt. In der Zwischenzeit genieße ich Seminare mit Professor*in auf dem Ohr, die nicht unbedingt das Tragen einer Hose erfordern.

Zuhause trainieren?

Das bringt mich zu meinem zweiten Punkt, dem Körper des Studenten. Der Kopf muss möglicherweise mehr leisten, aber was ist mit dem Rest? Zunächst sieht es gar nicht rosig aus. Kein Weg zur Uni, kein Schwingen des Tanzbeines oder universitäre Sportkurse. Auch die Fitnessstudios haben noch geschlossen. Der Adoniskörper befindet sich in akuter Gefahr.
Möglicherweise ist der verminderte Alkoholkonsum positiv zu bewerten. Aber von einer dem Studenten derart untypischen Lebensweise verstehe ich nur wenig. Klar ist aber, dass dieses Homeoffice einfach zu bequem ist. Ich sitze oder liege herum. Trägheit und Gemütlichkeit machen sich breit. Das hilft auch beim Arbeiten nicht. Doch was ist zu tun? Die Lösung nennt sich Home Workout. Das ist nicht nur eine Ergänzung zum Homeoffice, sondern ein echter Ausgleich. Es gibt viele Möglichkeiten daheim ein wenig zu trainieren, auch ohne Sportgeräte. Auf YouTube gibt es hilfreiche Videos dazu, beispielsweise dieses hier. Da geht also mehr als nur Liegestützen.

Optimistisch bleiben!

Im Großen und Ganzen ist die zunächst problematisch erscheinende Situation in vielfacher Hinsicht eine neue Herausforderung, die ich weiterhin für mich gestalten werde und dabei für alles offen bleibe.

Solltet ihr wie Lucas als Student*in im Homeoffice sitzen und etwas Abwechslung benötigen, empfehlen wir euch gerne Podcasts, Computerspiele zur Entspannung, Bücher und Webinare.

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Dollar Street – Bilder sagen mehr als Zahlen

14. Mai 2020 - 12:29
Bild 1 von Fabien Bazanegue on Unsplash, Bild 2 von Curology auf Unsplash

Heute möchten wir euch ein besonderes Projekt vorstellen: Das Projekt „Dollar Street“. Vielleicht kennt ihr ja das Gefühl, das eine*n manchmal überkommt, wenn man* zu weltweiten Themen, wie beispielsweise Einkommensungleichheit, recherchiert? Man* stößt auf eine Flut von Statistiken, Zahlen und Analysen, kann sich aber trotzdem kein richtiges Bild von diesen Themen machen. Oft liegt das daran, dass von Ländern die Rede ist, über die man* noch nicht so viel weiß. Und eine Zahl oder ein bunter Balken eines Diagramms kann dazu auch nur bedingt Wissen vermitteln.

Dollar Street hat sich nun aber genau das zum Ziel gesetzt: Globale Einkommensungleichheit so darzustellen, dass man sich ein Bild zumindest einiger der Menschen, die in solchen Statistiken inbegriffen sind, machen kann. Und Bild ist dabei wörtlich gemeint. Das Team hat dazu nämlich mehr als 264 Haushalte in 50 Ländern besucht und ihren Alltag in Fotos festgehalten. Der Name der Seite kommt vondem Gedanken, dass man so virtuell an einer nach Einkommen geordneten Straße entlanglaufen und alle Häuser un deren Bewohner besuchen kann. Wie unterscheidet sich der Zugriff auf Wasser zwischen verschiedenen Ländern? Wie und wo waschen sich Familien weltweit die Hände? Unterscheiden sich die Instrumente in den Haushalten? Was sind die liebsten Deko-Objekte von Familien in Kenia? Und wovon träumt eine Familie in Bangladesch? Antworten auf all diese Fragen liefert Dollar Street mit Bildern, die eine*n zum Teil nachdenklich machen, zum Teil aber auch schmunzeln lassen. Auf jeden Fall erweitern sie den Horizont und verdeutlichen, dass hinter abstrakten Zahlen konkrete Menschen und deren Schicksale stehen.

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Klimastreik im Netz: digitale Aktionsformen zu Corona-Zeiten

11. Mai 2020 - 13:00

Wollte man versuchen, die gesellschaftliche Stimmung der vergangenen Monate auf eine Formel zu bringen, wäre dies ein möglicher Vorschlag: „How dare you?“

Noch nie waren die Folgen der Klimakrise offensichtlicher. Vom schmelzenden Eis, konstantem Anstieg des Meeresspiegels sowie extremen Wetterereignissen wie Dürren, verheerenden Buschfeuern oder sintflutartigen Regenfällen bis hin zu Artensterben, Hungersnot und Migration. Die Herausforderungen werden als so brisant erlebt, dass immer mehr Menschen immer eindringlicher konkretes Handeln fordern. Noch nie waren so viele Menschen für Klimagerechtigkeit auf der Straße wie 2019. Doch obwohl die Corona-Krise unser aller Alltag sowie das politische Geschehen fest im Griff hat, darf diese Krise nicht aus dem Blick geraten. Denn 2020 stellt ein wichtiges Wendejahr in der Klimapolitik dar. Es ist das ausschlaggebende Jahr für die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels des allgemeinen, rechtsverbindlichen und weltweiten Pariser Klimaabkommens. Es ist das Jahr, in dem auch diese Krise noch eingedämmt werden kann.

Die globale Klimaschutzbewegung „Fridays for Future“ und Partnerorganisationen auf der ganzen Welt riefen zum Klimastreik auf. Am 25.04.2020 fand der fünfte internationale Klimastreik statt. Aufgrund der aktuellen Umstände wurde sich für alternative gesundheitlich unbedenkliche Protestformen entschieden. Statt mit ihren Demonstrationen die Straßen zu fluten, flutete sie das Netz. Das jedoch nicht weniger lautstark!

Allein in Deutschland erhielt der zweistündige #NETZSTREIKFÜRSKLIMA Livestream, indem Fridays for Future-Aktivist*innen wie Luisa Neubauer sowie zahlreiche Prominente, Musiker*innen und Wissenschaftler*innen klar die Message „#FightEveryCrisis“ verbreiteten, rund 240.000 Livestream-Views. Dem internationalen 24-stündigen FFF-Livestream, indem sich Fridays for Future-Gruppen aus aller Welt online zusammenschlossen, folgten mehr als 34.000 Zuschauer*innen.

Zudem haben sich 87.000 Menschen in Deutschland in der Streikkarte registriert und somit effektive Maßnahmen zur Klimakrise von der Politik gefordert. Diese Forderungen werden nicht nur in Deutschland laut. Die globale „Action-Map“ von FFF erfasste bis zum 24.04.2020 mehr als 22.000 Streiks und somit Aufrufe zur nachhaltigen Klimapolitik – und das fast in jedem Land unserer Welt.

Ganz nach dem Motto „Du kannst nicht zur Demo kommen, dein Schild jedoch schon“ wurden in Deutschland außerdem 15.000 Plakate zusammengetragen. Diese wurden gesammelt an unterschiedlichen Orten platziert. So umrandeten sie auch in Berlin den Hashtag „FightEveryCrisis“ vor dem Reichstagsgebäude, während Bilder von alten Demos in die Luft projiziert wurden. In Esslingen bei Stuttgart sprachen nicht nur Plakate für die Demonstrierenden. Hier wurden auch hunderte Schuhpaare vor den Rathausplatz gestellt, die mit den Klimabotschaften-Schildern Mahnwache hielten.

Auch auf den sozialen Netzwerken wurde mit 15.000 Tweets die Empörung kundgegeben, die Herausforderung benannt und zum Handeln aufgefordert. Denn gerade die Corona-Pandemie lehrt uns, dass es nötig ist auf Wissenschaftler*innen zu hören und mit Dringlichkeit zu handeln. Denn eine Krise bewältigt man am besten, wenn Vorsorge getroffen ist. Also, worauf warten wir? #ActNow

Gastbeitrag von Kim Purcaru

Beitragsbild: Photo by Markus Spiske on Unsplash

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Engagier dich jetzt international – von zu Hause aus

7. Mai 2020 - 11:23

Der Non-Profit-Verein IBG e.V. hat sich an die aktuelle Situation angepasst ein Konzept überlegt, wie du dich von zuhause aus in Workcamps engagieren kannst. Lies selbst: 

Seit 100 Jahren setzen sich Freiwillige in internationalen Workcamps für gegenseitiges Verständnis, Frieden und Solidarität über Grenzen hinweg ein. Dabei kommen junge Menschen aus der ganzen Welt zusammen, um gemeinsam für 2 bis 3 Wochen an einem gemeinnützigen Projekt z.B. im Natur- und Umweltschutz, bei Restaurierungsarbeiten, im sozialen oder künstlerischen Bereich mit anzupacken. Internationale Workcamps gibt in inzwischen weltweit – perfekt für alle Abenteurer*innen, die sich in ihrer Freizeit für ein sinnvolles Projekt einsetzen wollen und dabei gleichzeitig neue Menschen und neue Orte kennen lernen möchten.

Im Moment sind aufgrund der Verbreitung des neuen Coronavirus aber Grenzen geschlossen, Flüge und Busverbindungen ausgesetzt und Reiseverbote erteilt worden. Das bedeutet natürlich, dass wir alle fürs Erste kaum reisen können und größenteils von zu Hause aus arbeiten, studieren oder lernen. Und es bedeutet auch, dass internationale Workcamps, genau wie Jugendbegegnungen und viele weitere Veranstaltungen, die für die nächsten Wochen und Monate geplant waren, abgesagt werden müssen.

Jugendorganisationen und -vereine  möchten Freiwilligen gern weiterhin internationales Engagement ermöglichen. Gleichzeitig können auch sie momentan noch nicht absehen, ab welchem Zeitpunkt es wieder möglich sein wird, sicher zu reisen und sich in Gruppen gemeinnützig zu enagieren. Gemeinsam mit internationalen Partnerorganisationen auf der ganzen Welt hat der deutsche Non-Profit-Verein IBG e.V. daher in den letzten Wochen sinnvolle Aufgaben zusammengestellt, die von jungen Menschen gemeinsam online erledigt werden können. Entstanden sind dabei virtuelle Workcamps!

Mach mit bei einem virtuellen internationalen Workcamp

In virtuellen Workcamps gibt es verschiedene kleinere Arbeitsprojekte, denen Freiwillige sich anschließen können. Junge Menschen können sich hier online treffen und beispielsweise in einem Home-Gardening-Projekt lernen, bei sich daheim einen kleinen Garten anzulegen, gemeinsam kurze Lern-Videos für ein Familienzentrum erstellen oder in „Virtual Speaking Clubs“ zusammen Englisch, Deutsch, Griechisch, Portugiesisch oder Russisch üben. Egal ob Umwelt, Sport, Gesundheit, Kommunikation oder künstlerische / kreative Ideen; es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie du dich von zu Hause aus einbringen und dabei andere Online-Freiwillige aus der ganzen Welt kennen lernen kannst. Nebenher könnt ihr natürlich auch Ideen, Erfahrungen, Musik, Rezepte und vieles mehr austauschen, genau wie in einem echten Workcamp.

Während es im Moment wichtig ist, physische Distanz zu halten, könnt ihr so gemeinsam soziale Nähe in der digitalen Welt entstehen lassen.

Mehr Informationen zu virtuellen Workcamps gibt es auch hier: https://ibg-workcamps.org/news-details/758/3617

Bild von Peggy und Marco Lachmann-Anke auf Pixabay

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Wider die Corona-Langeweile: Online-Kurse, Online-Spiele und Apps

5. Mai 2020 - 10:50

Klar, nicht alle haben coronabedingt mehr Zeit zur Verfügung. Vor allem Menschen, die Kinderbetreuung, -beschulung, Job und Haushalt auf einmal schmeißen müssen, lachen sich wahrscheinlich schlapp über das Unwort „Corona-Langeweile“ (falls sie ihren Humor noch nicht verloren haben). Aber für alle anderen – Schüler*innen, Studis, Kinderlose, Joblose, was auch immer – haben wir spannende Onlinekurse, Spiele und Apps zusammengetragen, die sich mit globalen und/oder Nachhaltigkeitsthemen befassen. Viel Spaß dabei!

WWF Finprint-Spiel: Berechne deinen Klima-Flossenabdruck

Nicht nur Fliegen ist klimaschädlich. Auch die Produktion unserer Nahrungsmittel verursacht nicht wenig Treibhausgase. So fällt auch beim Konsum von Fisch mehr oder weniger CO2 an – je nachdem wie der Fisch gefangen, gezüchtet und transportiert wurde.

Mithilfe des neuen WWF-Finprint-Spiels kannst du ganz leicht deinen Klima-Flossenabdruck berechnen und dein Einkaufsverhalten auf Klimafreundlichkeit prüfen. Einfach im Tool auswählen, welchen Fisch du gerne isst, dann die Fangmethode und das Transportmittel wählen, mit dem der Fisch zu uns geliefert wurde. Daraus wird denn errechnet, wie hoch die CO2-Emissionen für die eigene Fisch-Wahl sind.

Digitale Zivilcourage online trainieren

Hass und Hetze im Internet lassen sich stoppen, wenn

  • Angegriffene und Beobachter*innen von Angriffen aktiviert werden, Hassvorfälle zu melden
  • viele Menschen begeistert werden können, sich zu engagieren und Hass und Cyber-Mobbing zivilcouragiert entgegenzutreten.

Viele Menschen bleiben stumm, weil sie nicht wissen, wie sie sich Hilfe holen können oder was sie aktiv gegen Hass und Cyber-Mobbing im Netz tun können. Zivilcouragiertes Handeln, das Eingreifen gegen Gewalt, kann gelernt und geübt werden.

Dafür bietet LOVE-Storm folgende Werkzeuge an:

  • ein einstündiges Onlinetraining (als Einzel- oder Gruppentraining), um Strategien der Gegenrede und Zivilcourage zu erlernen
  • vertiefende E-Learning-Module zum selbständigen Weiterlernen
  • halb- oder ganztägige Workshops zur Qualifizierung von Multiplikator*innen der Bildungsarbeit.

Hier gehts zu den Angeboten.

Globaler Supermarkt – Online-Shop

Im Online-Shop GLOBALER SUPERMARKT kannst du beim fiktiven Einkauf Zusammenhänge zwischen Konsum, Ressourcenverbrauch, Klima und Produktionsbedingungen entdecken.

Handy, Jeans, Sportschuhe, Trinkjoghurt oder Schokoriegel – aus insgesamt 150 Produkten kannst du auswählen. Am Ende erhältst du an der Kasse die „Quittung“ für deinen Einkauf. Hier erfährst du, wie viel an Rohstoffen, Wasser und Fläche bei der Herstellung des ausgewählten Produktes gebraucht wurde, wie viel CO2 dafür ausgestoßen wurde und welchen Einfluss dies auf die Lebensbedingungen von den Menschen hat, die an der Herstellung des Produktes beteiligt waren.

Onlinekurs: Plastikfrei im Alltag

Im Alltag entsteht jede Menge Plastikmüll – so auch bei Lukas, den du in diesem Kurs kennenlernen wirst. In drei kurzen Videos erfährst du gemeinsam mit Lukas, welche zahlreichen Plastikalternativen es für alle Lebenslagen gibt.

Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Für den Kurs benötigst du ca. 30 Minuten.

NachhaltICH-App

NachhaltICH spielen, zusammen gewinnen. Das ist das Motto der App. Sie führt dich spielerisch an nachhaltige Themen heran. Dabei kannst du dich mit deinen Freund*innen oder Kolleg*innen vernetzen und als Team für eine nachhaltigere Welt sorgen! Das Ganze funktioniert über verschiedene Challenges: bewusster Verzicht auf Plastiktüten und -verpackungen, einen Baum pflanzen oder Büro-Mails nicht ausdrucken – die Aufgaben haben unterschiedliche Komplexitätsstufen, die entsprechend in der App belohnt werden. Absolvierte Challenges werden in einem Punktesystem honoriert. Darüber hinaus lassen sich auch eigene Challenges vorschlagen.

Übrigens haben wir auch Webinare, Lesetipps und Podcasts für dich rausgesucht.

Beitragsbild: JESHOOTS.COM on Unsplash

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Wider die Corona-Langeweile: Webinare

30. April 2020 - 18:03

Für manche von euch hat die Schule wieder angefangen, oder ihr arbeitet von zu Hause aus für die Uni oder den Job – aber viele Menschen sitzen immer noch zu Hause, und die Kontaktbeschränkungen werden wohl noch ein wenig andauern. Deshalb haben wir uns umgeschaut und die interessantesten Webinare bis Anfang Juni für euch rausgesucht.

4. Mai: Wasser und die Ziele für Nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Vereinten Nationen

In der Agenda 2030 und den Zielen für Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) haben sich die Staaten der Welt die Vision gesetzt, bis zum Jahr 2030 allen Menschen ein besseres Leben zu ermöglichen und gleichzeitig die natürliche Umwelt und das Klima zu schützen. Warum leiden immer noch so viele Menschen unter Wassermangel? Welche Auswirkungen hat dies? Und was können die Vereinten Nationen tun? Diesen Fragen geht das Webinar nach.

6. Mai: Agenda 2030 und ihre 17 Ziele mitdenken

2015 vereinbarten alle 193 Staats- und Regierungschef*innen im Rahmen der Vereinten Nationen die Transformation unserer Welt. Doch was genau soll bis 2030 erreicht werden und wie ist die aktuelle Lage? Dieses Webinar des Bremer entwicklungspolitischen Netzwerks e. V. bietet einen Überblick und stellt einen direkten Bezug zu den Teilnehmenden her.

6. Mai: Her mit dem Guten Leben! Gegenentwürfe zur globalen Krise

Die globale Krise manifestierte sich abwechselnd als Finanz-, Wirtschafts-, Klima-, Rohstoff-, Ernährungs- oder Krise des demokratischen Systems schlechthin. Mit welchen politischen Alternativen kommen wir aus der Pandemie heraus? Kann uns der Leitspruch “Her mit dem Guten Leben!” Impulse für die politische Praxis bringen? Wie können wir den öffentlichen Raum wiedergewinnen, das „Recht auf Stadt“ erkämpfen, global und in Wuppertal? Wie kann eine Post-Wachstumsgesellschaft aussehen? Diese Veranstaltung des Falken Bildungsforum Bergisch Land ist Bestandteil der Bildungsreihe „Wer, wenn nicht WIR Wann, wenn nicht JETZT? – Klima- und Ressourcengerechtigkeit global denken und lokal handeln, jetzt!“

7. Mai: Nachhaltige Produktions- und Konsummuster mitdenken

Wie eng unsere globalisierte Welt zusammenhängt bemerken wir gerade im Moment besonders stark. In diesem Webinar des Bremer entwicklungspolitischen Netzwerks e. V. sprechen die Teilnehmenden darüber, wie wir trotzdem hier vor Ort unsere Verantwortung in einer globalisierten Welt wahrnehmen können und so auch Produzent*innen weltweit positiv beeinflussen. Gemeinsam wollen wir schauen, wie sich Konsum und Produktion in Zeiten der Distanzierung neu gestalten lassen.

8.–9. Mai: Festival der Taten – Wohnzimmer Edition

Gesundheit, Armut, Konsum, Ungleichheiten, Freiheit und Demokratie – all diese Themen bekommen in Zeiten der Corona-Krise noch stärkere Bedeutung. Gerade jetzt kommt es darauf an, dass wir zusammenhalten und gemeinsam Lösungen für die lokalen und die globalen Herausforderungen entwickeln und Neues schaffen. Engagement Global lädt alle zwischen 18 und 35 Jahren ein, zusammen mit hunderten Gleichgesinnten Projekte und Lösungen zu entwickeln, durch die wir die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung erreichen – digital, vom eigenen Wohnzimmer aus.

Das Festival der Taten – Wohnzimmer Edition bietet die einmalige Möglichkeit, gemeinsam und digital Ideen und Projekte zu entwickeln, die sozial innovativ sind. Angeleitet werden die unterschiedlichen Arbeitsgruppen von professionellen Trainerinnen und Trainern mit der Design Thinking Methode.

11. Mai: Gleichstellung der Geschlechter

Auf den ersten Blick mag es keinen direkten Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und Geschlechtergerechtigkeit geben. Doch dieses Webinar des Bremer entwicklungspolitischen Netzwerks e. V. zeigt die Wechselwirkungen und Bezüge der (Un-)Gleichstellung zu den anderen Nachhaltigkeitszielen. Im speziellen Fokus dabei die Gewalt an Frauen – insbesondere in Zeiten des Coronavirus. Gemeinsam sprechen wir darüber, was wir als Person und als Gesellschaft tun können.

11. Mai: Kolonialismus, Klimakrise und die Klimabewegung in Deutschland

Die Klimakrise steht seit den Protesten von Fridays For Future groß in der Öffentlichkeit. Dürren, Überschwemmungen, Ernteausfälle – Menschen aus dem Globalen Süden kämpfen seit Jahren mit den verheerenden Folgen der Klimakrise. Die Teilnehmenden dieses NOPLANETB-Webinars wollen über die Klimakrise und historisch gewachsene Ungerechtigkeiten sprechen, Reflexionsprozesse anstoßen und Tipps geben, wie man sich rassismuskritisch für eine klimagerechte Welt einsetzen kann.

2. Juni: Herrschaft der Dinge

Was wir konsumieren, ist zu einem bestimmenden Aspekt des modernen Lebens geworden. Wir definieren uns über unseren Besitz, und der immer üppigere Lebensstil hat enorme Folgen für die Erde. Wie kam es dazu, dass wir heute mit einer derart großen Menge an Dingen leben, und wie hat das den Lauf der Geschichte verändert? Frank Trentmann, Historiker am Birkbeck College der Universität London, erzählt in Herrschaft der Dinge erstmals umfassend die faszinierende Geschichte des Konsums.

Beitragsbild von NeONBRAND auf Unsplash

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Mach‘ mit bei der GBK-Jugend-Task-Force!

27. April 2020 - 11:09

Heute veröffentlichen wir einen Aufruf der GBK, der Globalen Bildungskampagne:

Du bist zwischen 18 und 26 Jahre alt und hast Lust, dich gemeinsam mit anderen Jugendlichen für das Recht auf Bildung von Menschen im Globalen Süden einzusetzen? Dann werde Teil unserer Jugend-Task Force!

Neben spannenden Einblicken in die Arbeit einer der größten Netzwerkkampagnen der Welt erhältst du die Möglichkeit, an Kampagnenworkshops in Berlin teilzunehmen. Die Reise- und Übernachtungskosten sowie die Verpflegung während des Workshops werden von uns übernommen.

Du bist interessiert? Dann sende uns bis zum 20. Mai 2020 einen kurzen Text (max. eine Din A4 Seite) oder ein Link zu deinem Video (max. 2 Minuten) an info@bildungskampagne.org und erzähl uns wer du bist, ob du schon Erfahrung in der entwicklungspolitischen Kampagnenarbeit gesammelt hast und was dich an der Globalen Bildungskampagne interessiert!

Die Globale Bildungskampagne ist eine weltumspannende Bewegung von Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften. Wir setzen uns dafür ein, dass alle Menschen ihr Recht auf eine gute, inklusive und gebührenfreie Bildung verwirklichen können.

Weitere Informationen zu unserer Arbeit findest du hier oder auf der Website der Global Campaign for Education (GCE).

Klicke hier und lade den vollständigen Aufruf als PDF herunter.

Beitragsbild: © Globale Bildungskampagne/Mike Auerbach

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Die Welt in Bewegung: ein Corona-Schulwettbewerb

23. April 2020 - 9:35

Heute gibt’s einen Gastbeitrag von der F.A.Z., der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Es geht um einen Schulwettbewerb, der sich mit Corona beschäftigt. Aber lies selbst:

So wie deine Mitschüler*innen bist auch du von der Corona-Pandemie betroffen.

Vermutlich beeinflusst das Coronavirus auch dein tägliches Leben, deine Freundschaften und sozialen Kontakte auf eine extreme Art und Weise.

Und nicht nur dir, sondern der ganzen Gesellschaft geht es ähnlich. Dabei gibt es ganz unterschiedliche Reaktionen: Während ein Teil der Gesellschaft Hamsterkäufe betreibt, geben andere Hilfestellungen für ältere Menschen. Und während sich einige Menschen ans „Home Office“ gewöhnen, sind andere Menschen auf Kurzarbeit angewiesen oder verlieren sogar ihre Jobs.

Bestimmt fragst du dich auch, welche Auswirkungen das Virus auf die Wirtschaft hat und inwieweit es zu Schicksalsschlägen kommt.

Wir möchten, dass du deine Erlebnisse, Sorgen und Gedanken während dieser Ausnahmesituation in einem kreativen Beitrag festhältst. Deshalb haben wir das Schulprojekt „Die Welt in Bewegung“ ins Leben gerufen. Ob schreiben, singen, basteln oder ein Video-Dreh: Drücke dich so aus, wie es dir gefällt! Vielleicht schaffst du es aus dieser negativen Lage etwas Positives hervorzubringen.

Und damit du immer auf dem aktuellen Stand sowie umfassend informiert bist, erhältst du zudem ein kostenfreies Digital-Abonnement der F.A.Z. So kannst du mit deiner Klasse alles Wissenswertes und Interessantes über dieses Thema recherchieren und nebenbei ein besseres Verständnis für die politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Zusammenhänge gewinnen. Der digitale Zugang wird dir bis Ende des Jahres zur Verfügung gestellt, ist für dich vollständig kostenfrei und endet automatisch.

Hierbei hast du die Möglichkeit deine Langeweile zu vertreiben, dich kreativ auszutoben und unsere Tageszeitung dabei als wichtige und wertvolle Informationsquelle jederzeit nutzen zu können.

Und mal ganz nebenbei: Die besten Wettbewerbsbeiträge werden mit attraktiven Geldpreisen ausgezeichnet.

Haben wir dein Interesse geweckt? Dann erzähle es deiner Lehrerin oder deinem Lehrer und schaut gemeinsam nach unter: https://www.fazschule.net/project/die-welt-in-bewegung.

Beitragsbild © F.A.Z.

 

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Corona global: Wie geht es den Menschen weltweit mit der Pandemie?

20. April 2020 - 13:16

Wie soll es anders sein – auch bei uns dreht es sich momentan meistens um unsere neue ungeliebte Begleiterin Corona. Heute wollen wir uns mit der Frage beschäftigen: Was macht Corona global mit den Menschen? Wir stellen euch zwei neue tolle Blogs vor, die Einblicke geben in das Leben und den Alltag von Menschen woanders.

Bridge the Distance: Insights on Corona

 

Dieses Projekt wurde von Peer-Leader-International, VNB, VEN und Learn2Change-Global Network of Educational Activists ins Leben gerufen. Deren Partner auf der ganzen Welt schreiben über ihre Alltagsrealität, über die Veränderungen, die sie in ihrem persönlichen und beruflichen Leben sowie in ihren Ländern erleben. Sie geben Einblicke in das, was sich geändert hat und was sich ändern wird. So prophezeit zum Beispiel Nevena Zelenika, Aktivistin und Studentin aus Bosnien-Herzegovina, eine glücklichere Weltbevölkerung nach der Krise. Sozialarbeiter Geofrey Nsubuga aus Uganda beklagt, dass Homeschooling nur für die privilegierten Bevölkerungsteile seines Landes funktioniert. Und Rainer R. Schoppe aus Hamburg stellt fest, dass er durch die Entschleunigung wieder mit Menschen in Kontakt kommt, bei denen er sich schon lange melden wollte – also keine Spur von Social Distancing.

Gut zu wissen: Bei den Blogbeiträgen handelt es sich um Texte auf Deutsch oder Englisch.

global CORONA blog: Corona grenzenlos im Blick

Dieser Blog des Eine Welt Netzwerk Thüringen e. V. möchte auf die Situation von Partner*innen und Freund*innen weltweit – im Globalen Süden wie auch im Norden – aufmerksam machen. Er will eine Plattform bieten für das, was unsere Eine Welt in Zeiten nationaler Alleingänge, Abschottung und mangelnder Hilfsbereitschaft dringend braucht: Perspektivenwechsel. Hier berichtet zum Beispiel Kathleen über Solidarität in Mexiko und Eduardo erzählt von den wirtschaftlichen Herausforderungen als Unternehmer im selben Land. Die Beiträge sind hier keine Texte, sondern kurze Videos, aufgenommen in unterschiedlichen Sprachen.

Corona global – warum ein Blick über den Tellerrand so wichtig ist

Auch wenn unser Leben sich in den letzten Wochen sehr verändert hat, wir uns manchmal eingesperrt fühlen, Angst haben, wie alles weitergeht, unsere Freund*innen und Familien vermissen – ab und zu sollten wir uns in Erinnerung rufen, dass Menschen woanders mit viel größeren Herausforderungen kämpfen. Homeschooling schön und gut, doch was, wenn die Eltern nicht lesen und schreiben können und die Kinder überhaupt nicht unterstützen können bei der Schularbeit? Oder gar kein Computer oder Fernseher vorhanden ist? Und wie sollen Menschen in engen Flüchtlingscamps Abstandsregeln einhalten?

Klar dürfen wir jammern, aber denken wir immer daran: Es geht uns immer noch vergleichsweise gut, wir haben genug zu essen, ein Dach überm Kopf und viele (Online-)Bildungsangebote stehen uns offen. Und falls ihr noch ein wenig Input darüber wollt, was wir aus der Krise lernen können: Biddeschön.

Bildrechte der Logos liegen bei den jeweiligen Organisationen. Beitragsbild: visuals on Unsplash

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Neue Runde: Ausbildung zum*zur UNICEF-JuniorTeamer*in oder Assistent*in von UNICEF-JuniorTeams 2020/21

17. April 2020 - 11:46

UNICEF möchte die Welt für Kinder und Jugendliche verbessern – und du kannst dabei helfen! Werde JuniorTeamer*in oder erwachsene Assistenz eines JuniorTeams. Ab jetzt kannst du dich zum neuen Ausbildungsjahrgang 2020/21 bewerben.

Was die Juniorteams machen, kannst du hier und hier in den Erfahrungsberichten von Yasmin und Sandra nachlesen.

Das sind UNICEF-JuniorTeamer*innen (15–17 Jahre)

UNICEF bildet motivierte Jugendliche dazu aus, ein Team von Jugendlichen in ihrer Region selbstständig aufzubauen und zu leiten. In den UNICEF-JuniorTeams schmieden die Jugendlichen dann Pläne, um sich gemeinsam mit anderen jungen Menschen in ihrer Stadt für die Kinder weltweit stark zu machen.

Mitmachen können alle, die voller guter Ideen stecken, sich für andere Länder interessieren und auf der Welt etwas verändern wollen. In der Ausbildung zum*zur UNICEF-JuniorTeamer*in erfahren Jugendliche, wie sie ihre Ideen im Team verwirklichen und ihre Aktionen gemeinsam planen können.

Das sind Assistenten von UNICEF-JuniorTeams (mindestens 18 Jahren)

UNICEF bildet erwachsene Assistenten aus, die den JuniorTeams beratend zur Seite stehen. Wenn es in einer Stadt noch kein JuniorTeam gibt, motivieren sie die Jugendlichen dazu, sich zu engagieren und gründen ein Team. Assistenten sind eine unschätzbar wertvolle Unterstützung für die Jugendlichen. Mitmachen können alle Erwachsenen, die sich gemeinsam mit Jugendlichen für eine bessere Welt für Kinder einsetzen wollen.

Inhalte der Ausbildungen
  • Engagement bei UNICEF
  • Kinderrechte weltweit und in Deutschland
  • Grundlagen der Teamentwicklung
  • Grundlagen der Kommunikation und Moderation
  • Projektentwicklung und –management
  • Partizipation und demokratisches Miteinander
Jetzt bewerben!
  • Werde Teil des UNICEF Netzwerks
  • Profitiere von Kontakt zu über 150 JuniorTeams, Hochschulgruppen und Arbeitsgruppen in ganz Deutschland
  • Bei erfolgreich absolvierter Ausbildung erhältst du ein Zertifikat für deinen Lebenslauf
  • Selbstverständlich bist du während deines Engagements für UNICEF versichert
  • Die ehrenamtliche Ausbildung ist kostenlos

Beide Ausbildungen finden an vier Wochenenden in Köln statt und sind für die Teilnehmenden kostenlos. Bewerbungsschluss ist der 30. Juni.

Beitragsbild © UNICEF/DT2017-53225/Dombrowski

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Pflanzt mehr Bäume!

15. April 2020 - 10:48

Dank des positiven Feedbacks zu unserem im November erschienenen Artikel zu Ecosia möchten wir euch heute noch weitere Optionen vorstellen, wir ihr kostenlos Bäume pflanzen könnt, während ihr das Internet durchstöbert – zum Beispiel indem ihr neue Tabs öffnet, online einkauft oder einfach nur E-Mails schreibt!

Bäume pflanzen kann somit fester Bestandteil eures Alltags werden, auch im Homeoffice – und genau das brauchen wir, um dem Klimawandel paroli zu bieten.

Vielen Dank an dieser Stelle an Click A Tree für den Gastbeitrag.

Warum Bäume pflanzen?

Bäume sind extrem wertvoll. Das ist auch logisch – immerhin hat Mutter Natur hunderte von Millionen Jahren an der Entwicklung dieser Wunderwaffe gefeilt. Da kann das Ergebnis ja nur Weltklasse sein.

Bäume sind aus drei Gründen wertvoll: Sie kreieren Lebensraum für bedrohte Tierarten, bekämpfen den Klimawandel und schaffen Arbeitsplätze für all jene Menschen, welche diese Bäume nicht nur pflanzen, sondern auch langfristig pflegen. Drei gute Taten im Kampf für eine bessere Welt – was will man mehr?

Wie pflanze ich einen Baum?

Allerdings klingt „Bäume pflanzen“ nach harter Arbeit. Und das ist es auch: Man braucht Land, muss sich überlegen, welche Baumarten in welcher Zusammensetzung am meisten Sinn ergeben, muss Samen besorgen, diese in der Baumschule zu kleinen Setzlingen heranzüchten und sie anschließend auf dem besagten Land auspflanzen.

Doch damit nicht genug: Um die Überlebenschance dieser Bäume zu maximieren, müssen sie für mindestens drei Jahre gehegt und gepflegt werden. Langsamer wachsende Baumarten, wie zum Beispiel die mächtigen Baobabs Afrikas, werden über 12 Jahre lang gepflegt. Das ist viel Arbeit.

Wäre es nicht wundervoll, wenn man all diesen Aufwand umgehen könnte, und jemand anders diese Bäume für einen pflanzen und pflegen könnte?

Und, noch besser: Wenn jemand anders die Kosten für all diesen Aufwand übernehmen würde?

Kostenlos Bäume pflanzen lassen, während man im Internet surft

Kaum zu glauben, aber ja, das geht. Und zwar ohne irgendwelchen Aufwand deinerseits!

Die Bäume werden aus Werbeeinnahmen oder den Marketingbudgets der Firmen bezahlt. Anstatt das Geld in Google Ads oder Fernsehwerbung zu stecken, werden Bäume gepflanzt. Das ist doch mal eine sinnvolle Investition von Marketinggeldern, oder?

Hier sind einige Optionen, wie du Bäume pflanzen lassen kannst, während du im Internet surfst:

Goood: Bäume pflanzen, sobald du online gehst – oder telefonierst.

Goood ist eine Kooperation mit Vodafone und simply. Egal, ob du einen neuen Handy- oder Internetvertrag abschließt, dank goood geht ein Teil der Kosten an ein Projekt deiner Wahl.

Ob du also Bäume pflanzen, Tiere schützen oder Kindern eine Schulbildung ermöglichen möchtest liegt ganz bei dir. Einfach deinen Vertrag auf goood wählen, ein Projekt deiner Wahl selektieren und los – schon rettest du die Welt, dadurch, dass du online gehst.

Tab for a Cause: Jeder neue Tab tut Gutes

Mal ehrlich: Wie viele neue Tabs öffnest du Tag für Tag? Richtig. Eine ganze Menge.

Jetzt stell dir mal vor, jeder einzelne dieser Tabs würde etwas Positives auf diesem Planeten bewirken – zum Beispiel Bäume pflanzen. Das wäre schon gut, oder?

Und es geht. Dank Tab for a Cause. Tab for a Cause zeigt Werbung in neu geöffneten Tabs – und nutzt die Werbeeinnahmen, um sinnvolle Projekte zu unterstützen. Du darfst selbst wählen, welche Projekte du unterstützt: Wasserversorgung? Essen? Bildung? Bäume? Die Wahl liegt bei dir.

MailerLite: Bäume pflanzen beim E-Mails-Schreiben

E-mails sind unser aller Alltag. Da kommt es wie gerufen, dass MailerLite uns diese zeitintensive Tätigkeit vereinfacht. Dank MailerLite werden Massen-Mailsendungen zum Kinderspiel.

Und die mächtigen Reporting-Tools sorgen dafür, dass du genau weißt, wofür sich deine Leser*innen interessieren. So kannst du ihnen noch mehr davon bieten, was sie lieben.

Für jede*n zahlende*n Nutzer*in, welche*r sich über Click A Tree anmeldet, pflanzt MailerLite einen Baum – jedes Jahr aufs Neue.

Die Click A Tree Browser-Erweiterung

Click A Tree hat sich der Wiederaufforstung unseres Planeten verschrieben. Ihr Ziel ist es, Bäume pflanzen so einfach wie möglich zu gestalten.

Um das umzusetzen, haben sie eine Browsererweiterung entwickelt. Diese erinnert dich automatisch an jede Option, im Internet Bäume zu pflanzen. Einfach installieren und lossurfen. Wann immer sich die Gelegenheit ergibt, einen Baum pflanzen zu lassen (zum Beispiel bei einer Hotelbuchung oder einem Wareneinkauf), erhältst du eine kleine Erinnerung angezeigt, und kannst dann von Fall zu Fall frei entscheiden, ob du die Gelegenheit zum Baum pflanzen wahrnehmen möchtest.

Du findest die Erweiterung im Chrome Web Store, sie funktioniert mit einem kleinen Kniff aber auch für Firefox, Opera und Microsoft Edge.

Möchtest du noch mehr Bäume pflanzen?

Wem das Bäume pflanzen im Internet noch nicht reicht, der kann auch im realen Leben Bäume pflanzen lassen. Zwei beliebte Optionen:

I Love Sushi

I Love Sushi ist ein Stuttgarter Sushi-Restaurant. Um den Planeten wieder aufzuforsten, haben sie eigens die vegetarische „Tree Roll“ entwickelt (auch vegan erhältlich). Für jede bestellte Tree Roll wird ein Baum gepflanzt.

Best Western

Die global agierende Hotelkette pflanzt nicht einen, sondern gleich drei Bäume – und zwar für jede Buchung, die auf clickatree.com/de/best-western beginnt. Ein einziger Mausklick vor der eigentlichen Hotelbuchung genügt, und schon werden drei Bäume gepflanzt.

Weitere Firmen

Weitere Firmen, welche für dich Bäume pflanzen, inkludieren globale Hotelbuchungsplattformen, nachhaltige Internetsuchmaschinen, mitdenkende Handtuchhersteller und clevere Eletronikanbieter.

Details zu den Firmen sowie Informationen zu den tatsächlichen Kosten eines Baumes bietet Click A Tree im Artikel Gratis Bäume pflanzen (lassen). Wer als Firma mit dabei sein möchte, erreicht Click A Tree hier.

News und Updates zu den gepflanzten Bäumen und neuen Partnern gibt es fortlaufend auf Instagram und Facebook.

Und wer jetzt sofort einen Baum pflanzen möchte, kann sich für den Click A Tree Newsletter GROW anmelden – für jede*n Abonent*in wird ein Baum gepflanzt.

 

Hilf mit, unseren Planeten wieder aufzuforsten! Es kostet dich nichts!

Wir wünschen dir viel Spaß dabei.

Alle Beitragsbilder stammen von Click A Tree.

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Wider die Corona-Langeweile: Lesen!

8. April 2020 - 11:31

Ihr Lieben, neben Podcast-Hören und Zocken gibt es natürlich noch das gute alte Buch, das sich ganz hervorragend zur Bewältigung von Corona-Langeweile eignet! Wir haben heute ein paar Lesetipps für euch. Und da ihr höchstwahrscheinlich nicht in den Buchladen eures Vertrauens spazieren und ein Buch dort kaufen könnt, bestellt doch bitte nicht beim Versandriesen mit A, sondern entweder gebraucht (zum Beispiel hier oder hier oder hier) oder vielleicht versendet euer Lieblingsbuchladen ja sogar selbst?

Also, viel Spaß beim Lesen (am besten auf dem Balkon oder im Garten bei dem traumhaften Wetter)! Alle Empfehlungen stammen übrigens von der Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd.

Mädchen brennen heller von Shobha Rao

Der Roman handelt von der Geschichte zweier junger Frauen im ländlichen Indien, die durch ein Verbrechen getrennt werden und sich auf eine erschütternde Reise begeben. Der Roman wechselt zwischen den Perspektiven der anfangs 16-jährigen Purnima und der ein Jähr älteren Savita. Die beiden lernen sich durch die Arbeit in der Webstube von Purnimas Vater kennen. Schnell freunden sich die beiden an und Purnima beginnt, sich ein Leben jenseits der von ihrem Vater geplanten Zwangsehe vorzustellen. Als sie aus ihrem Dorf fliehen, landen sie in den tiefsten Winkeln der indischen Unterwelt und gelangen bis in die USA. Im Roman thematisiert Shobha Rao die Schrecken, mit denen Frauen weltweit konfrontiert sind: Armut, häusliche Gewalt, Frauenhass und Zwangsehe. Die Freundschaft der beiden Mädchen hilft ihnen, all diese Grausamkeiten durchzustehen.

Archiv der verlorenen Kinder von Valeria Luisell

In dem Roman „Archiv der verlorenen Kinder“ überlagern sich kunstvoll mehrere Geschichten. Zwei davon stehen im Vordergrund: Die eine handelt von der Reise einer vierköpfigen Patchwork-Familie aus New York, die sich auf den Weg in den Süden der USA macht, in die Region, die einst die Heimat der Apachen war. Anlass für die Reise sind die Jobs der beiden Eltern. Der Vater möchte den Klang untergegangener Indianerstämme dokumentieren. Die Mutter, eine Journalistin, will eine Reportage über Flüchtlingskinder schreiben, die an der US-mexikanischen Grenze verschwunden sind. Während der Fahrt hört die Familie im Radio wiederholt von Kindern, die aus Mittelamerika vor Perspektivlosigkeit und Kriminalität fliehen. Intensiv setzt sich die Frau mit der Frage auseinander, welche Form sie der Geschichte der Verschwundenen geben kann, ohne diese zu reißerisch auszubeuten. Die zweite Geschichte berichtet von einer kleinen Gruppe von Kindern, die auf dem Weg zu ihren bereits in den USA lebenden Eltern sind. Sie werden von einem sogenannten Coyoten begleitet, einem Schlepper, der sie über die Grenze in die USA bringen soll. Für den langen und gefährlichen Weg durch Mittelamerika auf Zügen und offenen Frachtcontainern haben sie nur das Notwendigste dabei. Doch nicht alle Kinder erreichen die Grenze.
Durch einen Wechsel der Erzählperspektive zwischen der der Mutter und ihrem zehnjährigen Sohn ergeben sich vielseitige Perspektiven auf das Thema der Migration und damit verbundene Grenzerfahrungen. Die Autorin schöpft für „Archiv der verlorenen Kinder“ aus eigenen Erfahrungen, um detailreich und anrührend zu vermitteln, was Migration für diejenigen Lateinamerikaner*innen bedeutet, die sich heute in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft und ein Zusammenleben mit der Familie auf den Weg in die USA machen.

Schwarzer Feminismus: Grundlagentexte herausgegeben von Natasha A. Kelly

„Bin ich etwa keine Frau*?“ fragte Sojourner Truth bei ihrer bekannten Rede auf einem Frauenkongress in Ohio 1851 und brachte damit eine bis heute höchst aktuelle Debatte über Mehrfachdiskriminierungen ins Rollen. Dieser und eine Reihe anderer erstmals ins Deutsche übersetzte Texte werden in dem von Natasha A. Kelly herausgegebenen Sammelband „Schwarzer Feminismus. Grundlagentexte“ einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Im Sammelband werden der Verlauf und die Herausforderungen der Schwarzen feministischen Theorietradition dokumentiert. Denn der in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommene Feminismus in Deutschland, sowie wie in vielen Staaten des globalen Nordens ist meist eine Geschichte weißer Frauen*. Sich kreuzende und gegenseitig verstärkende Diskriminierungsmechanismen von race, class und gender wurden lange Zeit innerhalb der feministischen Bewegung ignoriert. Kelly gibt in ihrer Auswahl kritischer Essays die Stimmen Schwarzer Frauen* von 1850 bis heute wieder und zeigt auf, wie rassistische Strukturen im Kampf gegen Sexismus immer wieder reproduziert werden.

Imagine Africa 2060. Herausgegeben von Christa Morgenrath, Eva Wernecke

„Imagine Africa 2060. Geschichten zur Zukunft eines Kontinents“ betont die Vielfältigkeit, die innerhalb des afrikanischen Kontinents existiert. Mit gewandter Erzählkunst berichten elf Autor*innen über Szenarien der Zukunft von einzelnen afrikanischen Ländern. Eine Vielfalt von Sprachen und Stilen wird verwendet, um die Einfalt vieler Denkweisen, Berichten und Geschichten zu überwinden. Die Geschichten stellen sich einem ungenierten Rassismus und den populistischen Rufen nach Abschottung entgegen. Utopische sowie dystopische Geschichten mit unterschiedlichen Erzählweisen vermitteln Leser*innen den Reichtum der afrikanischen Literaturszene. Die Herausgeberinnen sind gleichzeitig die Macherinnen der Veranstaltungsreihe „stimmen afrikas“ und boten zu ihrem 10-jähringen Bestehen afrikanischen Autorinnen die Möglichkeit ihre Stimmen über die Zukunft ihres Kontinents in der Anthologie „Imagine Africa 2016“ festzuhalten.

Noch mehr Leseempfehlungen findet ihr hier.

Beitragsbild: Photo by Suad Kamardeen on Unsplash

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Minecraft gegen Corona-Lagerkoller

6. April 2020 - 12:51

Neben Podcast-Hören helfen natürlich auch Computerspiele gegen die Corona-Langeweile! Wir haben da was Interessantes für euch aufgetan: den Minetest-Corona-Bildungsserver. Die Idee dahinter ist, Spielen und Lernen zu verbinden, mit interessanten Inhalten und natürlich mit viel Spaß!

Minetest, das freie Minecraft

Minecraft ist laut Wikipedia ist ein Open-World-Spiel, in dem die*der Spieler*in Konstruktionen aus zumeist würfelförmigen Blöcken in einer 3D-Welt bauen kann. Außerdem kann der*die Spieler*in diese Welt erkunden, Ressourcen sammeln, gegen Monster kämpfen und die Blöcke zu anderen Gegenständen weiterverarbeiten. Minetest ist quasi die freie Version von Minecraft; es kann allein oder im Mehrspielermodus gespielt werden. Thomas Ebinger, Dozent für Konfirmandenarbeit am ptz Stuttgart (http://www.ptz-rpi.de bzw. http://www.ptz-stuttgart.blog), hat sich in Zusammenarbeit mit Joachim Happel und Jörg Lohrer von rpi virtuell etwas ziemlich Cooles ausgedacht: ein Corona-Minetest-Projekt! Es richtet sich an

  • Lehrende, die dort Unterrichtseinheiten anbieten und sich mit Schüler*innen zum gemeinsamen Lernen treffen können
  • Jugendliche, die dort frei und zu ausgewählten Themen bauen können
  • Außerschulische Bildung, Kindergruppen und Konfis, die sich hier treffen, Bildungseinheiten entwickeln und nutzen oder gemeinsam etwas gestalten können.

Falls du Minetest noch nicht kennst, hier gibt es eine Anleitung. Hier kannst du Minetest downloaden.

Live Events: Virtuelles gemeinsames Bauen

Auf dem Server finden jeden Tag Live Events statt. Themen sind zum Beispiel die Handyproduktion oder regionale Events wie “Meine Räume für Social distancing” in Hannover. Hier triffst du andere baubegeisterte Gamer*innen und gehst die Herausforderung mit ihnen gemeinsam an. Alles, was entsteht, wird hier gesammelt und ist für alle zum Nachnutzen verfügbar.

Also, viel Spaß beim Bauen!

Inhalt (Text abgeändert) und Beitragsbild lizenziert unter CC BY-NC 3.0 DE, Quelle: https://blogs.rpi-virtuell.de/minetest/2020/03/15/der-corona-bildungsserver-startet/

 

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Wider die Corona-Langeweile: Podcasts!

2. April 2020 - 11:21

Vor einer Weile hatten wir schon mal fünf Podcasts, die dein Leben nachhaltiger machen vorgestellt. Heute soll es wieder um Podcasts gehen, denn sie sind eine wunderbare Möglichkeit, dem zuweilen beängstigenden Corona-Alltag zu entfliehen und den eigenen Horizont zu erweitern, ohne dafür vor die Haustür zu gehen.

Drei Hörtipps der EineWeltBlaBla-Redaktion

 

ebasa!-Podcast: Von Wandel und Transformation

Dieser Podcast beschäftigt sich mit dem transformativen Potential von Bildung: Wie kann Bildung die Welt verändern? Wie kommt es zur Revolution? Bislang könnt ihr acht folgen anhören.

Bildungswellen: Youtube als Bildungsmedium?

Wohin steuert unsere Gesellschaft? Wie sieht eine nachhaltige Zukunft für uns aus und welche Rolle spielt Bildung dabei? Der Podcast „Bildungswellen” des FORUMs Umweltbildung versucht Antworten zu geben. Er bietet regelmäßig Gespräche mit spannenden Persönlichkeiten aus verschiedenen Bereichen – etwa Bildung, Wissenschaft, Natur- und Klimaschutz und nachhaltigem Unternehmertum. Erläutert werden relevante Themen rund um eine Bildung für nachhaltige Entwicklung. Drei Folgen gibt es bisher, und in der letzten geht es um Youtube als Bildungsmedium.

Global Gedacht! Von Gesellschaft und Politik

„Global Gedacht!“ von Masifunde ist der Podcast, mit dem du neue Perspektiven zu gesellschaftsrelevanten Themen der Entwicklungspolitik erhältst. Expert*innen teilen hier ihr Fachwissen und eigene Blickwinkel zu bedeutsamen Diskursen der Entwicklungszusammenarbeit. Dieser Podcast ist noch ganz neu und es ist erst Folge 1 online.

Die Welt zu verändern kann uns mitten im Corona-Lockdown schwierig oder unmöglich vorkommen – doch mit diesen Podcasts könnt ihr euch schon mal mental darauf einstimmen, dass die Welt natürlich nicht stehen bleibt und in der Zeit danach mutige Vordenker*innen besonders gefragt sind. Lest gerne nochmal diesen Beitrag, wenn ihr ihn noch nicht kennt: Was wir aus der Krise lernen können.

Und das Wichtigste: Bleibt gesund!

Beitragsbild: Photo by Malte Wingen on Unsplash

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Was wir aus der Krise lernen können

27. März 2020 - 11:31

COVID19 legt das öffentliche Leben nahezu lahm in diesen Wochen. Geschlossene Läden, leere Straßen und gesperrte Spielplätze – die Stadt scheint wie ausgewechselt. Nachdem die erste Welle von Hamsterkäufen wieder abgeebbt ist und die ersten Klopapierpackungen wieder in den Regalen zu finden sind, macht sich eine gewisse Stille breit. Ich habe den Eindruck, dass die Krise zum Nachdenken und zur Besinnung anregt. Jeden Tag gibt es neue Informationen, Regeln, Zahlen. Die Lage ist hoch dynamisch – ist einer der von mir zuletzt am meisten gelesenen Sätze. Und auf einmal zeigt sogar die Politik Fähigkeit zum schnellen Handeln.

Der Sozialstaat erwacht wieder

Mit Hochgeschwindigkeit wurde das Rettungspaket im Bundestag verabschiedet, das neben Milliardenhilfen für Unternehmen und Krankenhäuser auch ein Sozialschutz-Paket enthält. Menschen können plötzlich Grundsicherung beantragen ohne ihre Ersparnisse offenlegen zu müssen oder nachzuweisen, dass ihre Wohnung klein genug ist. Mieter*innen dürfen wegen krisenbedingter Schulden nicht auf die Straße gesetzt werden und bedürftige Familien erhalten einen Kinderzuschlag. Die Politik zeigt, dass sie nicht nur Banken rettet, sondern auch Menschen vor dem Fall bewahren will. Der schon fast in Vergessenheit geratene Sozialstaat ist wieder zum Leben erwacht.

Verhaltenskodex: solidarisch

Diesen scheinbaren Gesinnungswechsel sehen wir auch sonst in der Gesellschaft: Solidarität – das Wort, das sonst nur im Vokabular linker Kreise vorhanden ist – heißt nun das Gebot der Stunde. Solidarität mit Menschen, die zur Risikogruppe gehören, wie alte Menschen oder solche mit Vorerkrankungen. Solidarität mit Pflegekräften und Ärzt*innen, mit Kassierer*innen und allen Menschen, die systemrelevante Arbeiten ausführen. Überall hängen Angebote zur Einkaufshilfe aus, wir halten uns an Hygienevorschriften und die Regeln des social distancing, um andere Menschen und uns selbst nicht zu gefährden. Im Fernsehen ruft Jens Spahn dazu auf, den Kassierer*innen freundlich zuzulächeln. Unsere Solidarität reicht von Mitgliedern unseres Familien- und Freundeskreises bis hin zu Fremden – und gibt so Hoffnung, dass der Blick über den Tellerrand künftig sogar noch weiter reichen kann. Möglicherweise sogar bis nach Lesbos?

Das Klima atmet auf

Scheint euch der Himmel auch ungewöhnlich klar? Die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit haben zumindest auf das Klima positive Auswirkungen. Produktionsrückgang und gestrichene Flüge reduzieren den CO2-Ausstoß erheblich und verbessern damit maßgeblich die Luftqualität. Zwar sind diese Effekte vermutlich nur eine kurze Verschnaufpause für die Erde, allerdings besteht Hoffnung auf ein Umdenken der Gesellschaft. Die Digitalisierung wird zurzeit enorm vorangetrieben. Homeoffice und Skype- oder Telefonkonferenzen, gegen die sich viele Unternehmen bisher gesträubt haben, wurden möglich gemacht und bewähren sich. Vielleicht bekommen Eltern bald die Möglichkeit von zu Hause aus zu arbeiten und anderen Menschen kann das Pendeln oder Geschäftsreisen erspart werden. Das würde Kitas und Autobahnen entlasten.

Achtsam durch den Alltag

Für alle mit Hummeln im Hintern ist Achtsamkeit ist eine Lektion, die wir aktuell erlernen können. Achtsamkeit bedeutet im Hier und Jetzt leben, sowohl körperlich als auch mental. Es heißt auf den Moment achten, ohne ihn zu bewerten. Sich nicht in Gedanken um Zukunft und Vergangenheit zu kümmern. Hört sich irgendwie wie Meditation an? Das Konzept stammt ursprünglich auch aus dem Buddhismus, wird mittlerweile aber auch vermehrt in der Medizin erforscht. Wir leben meist so schnell, sind immer in Bewegung und in Eile. Wenn wir keine Verpflichtungen haben, machen wir uns Freizeitstress, fahren weg, lenken uns ab. Für viele ist es eine Herausforderung mit sich alleine zu sein oder einfach nichts zu tun. Um das zu lernen, werden häufig lange Spaziergänge alleine empfohlen – außer Netflix sowieso die einzige Aktivität, die wir aktuell machen können. Sich Zeit nehmen und den Moment leben – Achtsamkeit macht nachweislich glücklicher.

Zeit für grundlegende Fragen

Die aktuelle Zeit lädt ein, um sich auf das Wesentliche zu besinnen. Was brauche ich zum Leben, was macht mich glücklich? Kann ich mich selbst aushalten?

In was für einer Gesellschaft will ich leben? Was läuft schief, was kann verbessert werden? Welche Alternativen gibt es heute schon und kann ich was tun?

Ich hoffe sehr, dass wir aus dem Ausnahmezustand etwas lernen können und etwas Positives aus der Krise mitnehmen können. Es geschieht aktuell ein Bruch in Wirtschaft und öffentlichem Leben. Jetzt ist es an der Zeit zu überlegen, wie wir weitermachen wollen.

Beitragsbild von Dean Moriarty auf Pixabay

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Rojava – Ökologie, Feminismus, Demokratie

24. März 2020 - 11:14

Rojava ist ein Gebiet im Norden von Syrien, das aus den drei autonomen selbstverwalteten Kantonen Afrîn, Kobanê und Cizîrê besteht und hauptsächlich von Kurd*innen besiedelt ist. In unseren Nachrichten war Rojava hauptsächlich präsent, weil die Bevölkerung sich erfolgreich gegen den IS behauptet hat und wegen des Rückzugs der USA aus dem Gebiet und des direkt darauffolgenden Einmarschs der Türkei. Schade eigentlich, denn das Projekt Rojava ist in vielerlei Hinsicht revolutionär und ein Vorzeigemodell für moderne Gesellschaften.

Das Projekt Rojava

Am 21. Januar 2014 wurde in Rojava die Autonomie ausgerufen und ein demokratischer Gesellschaftsvertrag verabschiedet. Dieser bildet die verfassungsrechtliche Grundlage und basiert auf den Grundprinzipien des demokratischen Konföderalismus. Obwohl Kurd*innen den größten Anteil der Bevölkerung bilden, leben diese mit Araber*innen, Turkmen*innen, Armenier*innen und Tschetschen*innen friedlich zusammen und alle praktizieren ihren Glauben ohne Diskriminierung zu erfahren. Hinzu kommen zahlreiche Menschen auf der Flucht vor dem IS, dem syrischen Regime oder aus Nachbarstaaten. Für linke Gruppen ist nicht nur diese Friedfertigkeit in Bezug auf kulturelle, religiöse und ethnische Hintergründe interessant, sondern besonders das dort praktizierte Experiment einer direkten kommunalen Demokratie mit radikaler Ökologie und feministischer Emanzipation.

Das Weltbild hinter Rojava

Die Grundlagen der Revolution in Rojava sind Werte des Sozialismus sowie eine Verbindung von Ökologie mit radikaler Demokratie und Feminismus. Es bildet somit eine Alternative zum bestehenden System der kapitalistischen Moderne, die die Natur zerstört, Geschlechter unterdrückt und die Gesellschaften spaltet durch Nationalismus und Rassismus. Es steht die gleiche Ideologie hinter der Ausbeutung der Natur und der Unterdrückung der Frau: eine patriarchale Mentalität von Herrschaft, Hierarchie und Objektivierung. Frauen sind Männern in Rojava vollkommen gleichgestellt und essentieller Teil des politischen Lebens. Einen spannenden Beitrag dazu findet ihr hier in der Arte Mediathek.

Der Mensch im Verhältnis zur Natur

Die Menschen aus und Aktiven in Rojava sind überzeugt, dass ökologische Probleme unserer Zeit nur mit einer demokratischen Gesellschaft gelöst werden können, die auf regionalen und kollektiven Formen des Wirtschaftens beruht. Die Gesellschaft ist in Räten und Versammlungen organisiert, um bedürfnisorientiert und auf eine ökologische Weise ihre Wirtschaft zu gestalten, jenseits der Logik kapitalistischer Konkurrenz und permanentem Wachstum. So behandelt der Jineoloji (kurdisch: Wissenschaft der Frau, spezifische Form des Feminismus in Kurdistan) explizit ökologische und kollektive Formen des Wirtschaftens. Das gesellschaftliche Wissen über die Zusammenhänge der Natur soll wieder ins gesellschaftliche Bewusstsein zurückgeholt werden.

Make Rojava green again

Die Kampagne „Make Rojava green again” wurde von der Internationalistischen Kommune* ins Leben gerufen, um einen Beitrag zur ökologischen Revolution in Nordsyrien zu leisten. Sie soll eine Brücke zwischen Diskussionen, Erfahrungen und Arbeiten der Menschen in Rojava zu Aktivist*innen, Wissenschaftler*innen und Bewegungen weltweit herstellen. Im Zentrum steht die Frage, wie eine demokratische und ökologische Gesellschaft aufgebaut werden kann. Es geht um ideologische Fragen zur Gesellschaft sowie Hintergrundinformationen über die konkrete Situation in Rojava.

*Die Internationalistische Kommune ist Teil der Selbstverwaltungsstrukturen der Autonomen Föderation Nordsyrien/Rojava. Neben der Kampagne haben Aktivist*innen außerdem eine internationalistische Akademie gegründet, in der neben politisch-kultureller Bildung auch Sprachunterricht und kollektives Leben gefördert werden.

Was wir aus Rojava für unsere Klimagerechtigkeitsbewegung lernen können

Hinter den verschiedenen Gerechtigkeitskämpfen in Rojava steht eine Ideologie, die diese verbindet. Sie skizziert eine freie Gesellschaft auf allen Ebenen und bietet so ein Ziel sowie einen Rahmen, in dem die einzelnen Kämpfe vereint sind. So können alle kleinen Schritte in ein Gesamtbild gefasst und als Weg zum langfristigen Ziel verstanden werden. Während bei uns verschiedene Bewegungen getrennt voneinander existieren oder sich sogar die Dynamiken nehmen, vereinen diese sich in Rojava zu Teilen eines großen Ganzen.

Beitragsbild von Masoud Zada auf Pixabay

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