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Die Welt in Bewegung: ein Corona-Schulwettbewerb

23. April 2020 - 9:35

Heute gibt’s einen Gastbeitrag von der F.A.Z., der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Es geht um einen Schulwettbewerb, der sich mit Corona beschäftigt. Aber lies selbst:

So wie deine Mitschüler*innen bist auch du von der Corona-Pandemie betroffen.

Vermutlich beeinflusst das Coronavirus auch dein tägliches Leben, deine Freundschaften und sozialen Kontakte auf eine extreme Art und Weise.

Und nicht nur dir, sondern der ganzen Gesellschaft geht es ähnlich. Dabei gibt es ganz unterschiedliche Reaktionen: Während ein Teil der Gesellschaft Hamsterkäufe betreibt, geben andere Hilfestellungen für ältere Menschen. Und während sich einige Menschen ans „Home Office“ gewöhnen, sind andere Menschen auf Kurzarbeit angewiesen oder verlieren sogar ihre Jobs.

Bestimmt fragst du dich auch, welche Auswirkungen das Virus auf die Wirtschaft hat und inwieweit es zu Schicksalsschlägen kommt.

Wir möchten, dass du deine Erlebnisse, Sorgen und Gedanken während dieser Ausnahmesituation in einem kreativen Beitrag festhältst. Deshalb haben wir das Schulprojekt „Die Welt in Bewegung“ ins Leben gerufen. Ob schreiben, singen, basteln oder ein Video-Dreh: Drücke dich so aus, wie es dir gefällt! Vielleicht schaffst du es aus dieser negativen Lage etwas Positives hervorzubringen.

Und damit du immer auf dem aktuellen Stand sowie umfassend informiert bist, erhältst du zudem ein kostenfreies Digital-Abonnement der F.A.Z. So kannst du mit deiner Klasse alles Wissenswertes und Interessantes über dieses Thema recherchieren und nebenbei ein besseres Verständnis für die politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Zusammenhänge gewinnen. Der digitale Zugang wird dir bis Ende des Jahres zur Verfügung gestellt, ist für dich vollständig kostenfrei und endet automatisch.

Hierbei hast du die Möglichkeit deine Langeweile zu vertreiben, dich kreativ auszutoben und unsere Tageszeitung dabei als wichtige und wertvolle Informationsquelle jederzeit nutzen zu können.

Und mal ganz nebenbei: Die besten Wettbewerbsbeiträge werden mit attraktiven Geldpreisen ausgezeichnet.

Haben wir dein Interesse geweckt? Dann erzähle es deiner Lehrerin oder deinem Lehrer und schaut gemeinsam nach unter: https://www.fazschule.net/project/die-welt-in-bewegung.

Beitragsbild © F.A.Z.

 

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Corona global: Wie geht es den Menschen weltweit mit der Pandemie?

20. April 2020 - 13:16

Wie soll es anders sein – auch bei uns dreht es sich momentan meistens um unsere neue ungeliebte Begleiterin Corona. Heute wollen wir uns mit der Frage beschäftigen: Was macht Corona global mit den Menschen? Wir stellen euch zwei neue tolle Blogs vor, die Einblicke geben in das Leben und den Alltag von Menschen woanders.

Bridge the Distance: Insights on Corona

 

Dieses Projekt wurde von Peer-Leader-International, VNB, VEN und Learn2Change-Global Network of Educational Activists ins Leben gerufen. Deren Partner auf der ganzen Welt schreiben über ihre Alltagsrealität, über die Veränderungen, die sie in ihrem persönlichen und beruflichen Leben sowie in ihren Ländern erleben. Sie geben Einblicke in das, was sich geändert hat und was sich ändern wird. So prophezeit zum Beispiel Nevena Zelenika, Aktivistin und Studentin aus Bosnien-Herzegovina, eine glücklichere Weltbevölkerung nach der Krise. Sozialarbeiter Geofrey Nsubuga aus Uganda beklagt, dass Homeschooling nur für die privilegierten Bevölkerungsteile seines Landes funktioniert. Und Rainer R. Schoppe aus Hamburg stellt fest, dass er durch die Entschleunigung wieder mit Menschen in Kontakt kommt, bei denen er sich schon lange melden wollte – also keine Spur von Social Distancing.

Gut zu wissen: Bei den Blogbeiträgen handelt es sich um Texte auf Deutsch oder Englisch.

global CORONA blog: Corona grenzenlos im Blick

Dieser Blog des Eine Welt Netzwerk Thüringen e. V. möchte auf die Situation von Partner*innen und Freund*innen weltweit – im Globalen Süden wie auch im Norden – aufmerksam machen. Er will eine Plattform bieten für das, was unsere Eine Welt in Zeiten nationaler Alleingänge, Abschottung und mangelnder Hilfsbereitschaft dringend braucht: Perspektivenwechsel. Hier berichtet zum Beispiel Kathleen über Solidarität in Mexiko und Eduardo erzählt von den wirtschaftlichen Herausforderungen als Unternehmer im selben Land. Die Beiträge sind hier keine Texte, sondern kurze Videos, aufgenommen in unterschiedlichen Sprachen.

Corona global – warum ein Blick über den Tellerrand so wichtig ist

Auch wenn unser Leben sich in den letzten Wochen sehr verändert hat, wir uns manchmal eingesperrt fühlen, Angst haben, wie alles weitergeht, unsere Freund*innen und Familien vermissen – ab und zu sollten wir uns in Erinnerung rufen, dass Menschen woanders mit viel größeren Herausforderungen kämpfen. Homeschooling schön und gut, doch was, wenn die Eltern nicht lesen und schreiben können und die Kinder überhaupt nicht unterstützen können bei der Schularbeit? Oder gar kein Computer oder Fernseher vorhanden ist? Und wie sollen Menschen in engen Flüchtlingscamps Abstandsregeln einhalten?

Klar dürfen wir jammern, aber denken wir immer daran: Es geht uns immer noch vergleichsweise gut, wir haben genug zu essen, ein Dach überm Kopf und viele (Online-)Bildungsangebote stehen uns offen. Und falls ihr noch ein wenig Input darüber wollt, was wir aus der Krise lernen können: Biddeschön.

Bildrechte der Logos liegen bei den jeweiligen Organisationen. Beitragsbild: visuals on Unsplash

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Neue Runde: Ausbildung zum*zur UNICEF-JuniorTeamer*in oder Assistent*in von UNICEF-JuniorTeams 2020/21

17. April 2020 - 11:46

UNICEF möchte die Welt für Kinder und Jugendliche verbessern – und du kannst dabei helfen! Werde JuniorTeamer*in oder erwachsene Assistenz eines JuniorTeams. Ab jetzt kannst du dich zum neuen Ausbildungsjahrgang 2020/21 bewerben.

Was die Juniorteams machen, kannst du hier und hier in den Erfahrungsberichten von Yasmin und Sandra nachlesen.

Das sind UNICEF-JuniorTeamer*innen (15–17 Jahre)

UNICEF bildet motivierte Jugendliche dazu aus, ein Team von Jugendlichen in ihrer Region selbstständig aufzubauen und zu leiten. In den UNICEF-JuniorTeams schmieden die Jugendlichen dann Pläne, um sich gemeinsam mit anderen jungen Menschen in ihrer Stadt für die Kinder weltweit stark zu machen.

Mitmachen können alle, die voller guter Ideen stecken, sich für andere Länder interessieren und auf der Welt etwas verändern wollen. In der Ausbildung zum*zur UNICEF-JuniorTeamer*in erfahren Jugendliche, wie sie ihre Ideen im Team verwirklichen und ihre Aktionen gemeinsam planen können.

Das sind Assistenten von UNICEF-JuniorTeams (mindestens 18 Jahren)

UNICEF bildet erwachsene Assistenten aus, die den JuniorTeams beratend zur Seite stehen. Wenn es in einer Stadt noch kein JuniorTeam gibt, motivieren sie die Jugendlichen dazu, sich zu engagieren und gründen ein Team. Assistenten sind eine unschätzbar wertvolle Unterstützung für die Jugendlichen. Mitmachen können alle Erwachsenen, die sich gemeinsam mit Jugendlichen für eine bessere Welt für Kinder einsetzen wollen.

Inhalte der Ausbildungen
  • Engagement bei UNICEF
  • Kinderrechte weltweit und in Deutschland
  • Grundlagen der Teamentwicklung
  • Grundlagen der Kommunikation und Moderation
  • Projektentwicklung und –management
  • Partizipation und demokratisches Miteinander
Jetzt bewerben!
  • Werde Teil des UNICEF Netzwerks
  • Profitiere von Kontakt zu über 150 JuniorTeams, Hochschulgruppen und Arbeitsgruppen in ganz Deutschland
  • Bei erfolgreich absolvierter Ausbildung erhältst du ein Zertifikat für deinen Lebenslauf
  • Selbstverständlich bist du während deines Engagements für UNICEF versichert
  • Die ehrenamtliche Ausbildung ist kostenlos

Beide Ausbildungen finden an vier Wochenenden in Köln statt und sind für die Teilnehmenden kostenlos. Bewerbungsschluss ist der 30. Juni.

Beitragsbild © UNICEF/DT2017-53225/Dombrowski

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Pflanzt mehr Bäume!

15. April 2020 - 10:48

Dank des positiven Feedbacks zu unserem im November erschienenen Artikel zu Ecosia möchten wir euch heute noch weitere Optionen vorstellen, wir ihr kostenlos Bäume pflanzen könnt, während ihr das Internet durchstöbert – zum Beispiel indem ihr neue Tabs öffnet, online einkauft oder einfach nur E-Mails schreibt!

Bäume pflanzen kann somit fester Bestandteil eures Alltags werden, auch im Homeoffice – und genau das brauchen wir, um dem Klimawandel paroli zu bieten.

Vielen Dank an dieser Stelle an Click A Tree für den Gastbeitrag.

Warum Bäume pflanzen?

Bäume sind extrem wertvoll. Das ist auch logisch – immerhin hat Mutter Natur hunderte von Millionen Jahren an der Entwicklung dieser Wunderwaffe gefeilt. Da kann das Ergebnis ja nur Weltklasse sein.

Bäume sind aus drei Gründen wertvoll: Sie kreieren Lebensraum für bedrohte Tierarten, bekämpfen den Klimawandel und schaffen Arbeitsplätze für all jene Menschen, welche diese Bäume nicht nur pflanzen, sondern auch langfristig pflegen. Drei gute Taten im Kampf für eine bessere Welt – was will man mehr?

Wie pflanze ich einen Baum?

Allerdings klingt „Bäume pflanzen“ nach harter Arbeit. Und das ist es auch: Man braucht Land, muss sich überlegen, welche Baumarten in welcher Zusammensetzung am meisten Sinn ergeben, muss Samen besorgen, diese in der Baumschule zu kleinen Setzlingen heranzüchten und sie anschließend auf dem besagten Land auspflanzen.

Doch damit nicht genug: Um die Überlebenschance dieser Bäume zu maximieren, müssen sie für mindestens drei Jahre gehegt und gepflegt werden. Langsamer wachsende Baumarten, wie zum Beispiel die mächtigen Baobabs Afrikas, werden über 12 Jahre lang gepflegt. Das ist viel Arbeit.

Wäre es nicht wundervoll, wenn man all diesen Aufwand umgehen könnte, und jemand anders diese Bäume für einen pflanzen und pflegen könnte?

Und, noch besser: Wenn jemand anders die Kosten für all diesen Aufwand übernehmen würde?

Kostenlos Bäume pflanzen lassen, während man im Internet surft

Kaum zu glauben, aber ja, das geht. Und zwar ohne irgendwelchen Aufwand deinerseits!

Die Bäume werden aus Werbeeinnahmen oder den Marketingbudgets der Firmen bezahlt. Anstatt das Geld in Google Ads oder Fernsehwerbung zu stecken, werden Bäume gepflanzt. Das ist doch mal eine sinnvolle Investition von Marketinggeldern, oder?

Hier sind einige Optionen, wie du Bäume pflanzen lassen kannst, während du im Internet surfst:

Goood: Bäume pflanzen, sobald du online gehst – oder telefonierst.

Goood ist eine Kooperation mit Vodafone und simply. Egal, ob du einen neuen Handy- oder Internetvertrag abschließt, dank goood geht ein Teil der Kosten an ein Projekt deiner Wahl.

Ob du also Bäume pflanzen, Tiere schützen oder Kindern eine Schulbildung ermöglichen möchtest liegt ganz bei dir. Einfach deinen Vertrag auf goood wählen, ein Projekt deiner Wahl selektieren und los – schon rettest du die Welt, dadurch, dass du online gehst.

Tab for a Cause: Jeder neue Tab tut Gutes

Mal ehrlich: Wie viele neue Tabs öffnest du Tag für Tag? Richtig. Eine ganze Menge.

Jetzt stell dir mal vor, jeder einzelne dieser Tabs würde etwas Positives auf diesem Planeten bewirken – zum Beispiel Bäume pflanzen. Das wäre schon gut, oder?

Und es geht. Dank Tab for a Cause. Tab for a Cause zeigt Werbung in neu geöffneten Tabs – und nutzt die Werbeeinnahmen, um sinnvolle Projekte zu unterstützen. Du darfst selbst wählen, welche Projekte du unterstützt: Wasserversorgung? Essen? Bildung? Bäume? Die Wahl liegt bei dir.

MailerLite: Bäume pflanzen beim E-Mails-Schreiben

E-mails sind unser aller Alltag. Da kommt es wie gerufen, dass MailerLite uns diese zeitintensive Tätigkeit vereinfacht. Dank MailerLite werden Massen-Mailsendungen zum Kinderspiel.

Und die mächtigen Reporting-Tools sorgen dafür, dass du genau weißt, wofür sich deine Leser*innen interessieren. So kannst du ihnen noch mehr davon bieten, was sie lieben.

Für jede*n zahlende*n Nutzer*in, welche*r sich über Click A Tree anmeldet, pflanzt MailerLite einen Baum – jedes Jahr aufs Neue.

Die Click A Tree Browser-Erweiterung

Click A Tree hat sich der Wiederaufforstung unseres Planeten verschrieben. Ihr Ziel ist es, Bäume pflanzen so einfach wie möglich zu gestalten.

Um das umzusetzen, haben sie eine Browsererweiterung entwickelt. Diese erinnert dich automatisch an jede Option, im Internet Bäume zu pflanzen. Einfach installieren und lossurfen. Wann immer sich die Gelegenheit ergibt, einen Baum pflanzen zu lassen (zum Beispiel bei einer Hotelbuchung oder einem Wareneinkauf), erhältst du eine kleine Erinnerung angezeigt, und kannst dann von Fall zu Fall frei entscheiden, ob du die Gelegenheit zum Baum pflanzen wahrnehmen möchtest.

Du findest die Erweiterung im Chrome Web Store, sie funktioniert mit einem kleinen Kniff aber auch für Firefox, Opera und Microsoft Edge.

Möchtest du noch mehr Bäume pflanzen?

Wem das Bäume pflanzen im Internet noch nicht reicht, der kann auch im realen Leben Bäume pflanzen lassen. Zwei beliebte Optionen:

I Love Sushi

I Love Sushi ist ein Stuttgarter Sushi-Restaurant. Um den Planeten wieder aufzuforsten, haben sie eigens die vegetarische „Tree Roll“ entwickelt (auch vegan erhältlich). Für jede bestellte Tree Roll wird ein Baum gepflanzt.

Best Western

Die global agierende Hotelkette pflanzt nicht einen, sondern gleich drei Bäume – und zwar für jede Buchung, die auf clickatree.com/de/best-western beginnt. Ein einziger Mausklick vor der eigentlichen Hotelbuchung genügt, und schon werden drei Bäume gepflanzt.

Weitere Firmen

Weitere Firmen, welche für dich Bäume pflanzen, inkludieren globale Hotelbuchungsplattformen, nachhaltige Internetsuchmaschinen, mitdenkende Handtuchhersteller und clevere Eletronikanbieter.

Details zu den Firmen sowie Informationen zu den tatsächlichen Kosten eines Baumes bietet Click A Tree im Artikel Gratis Bäume pflanzen (lassen). Wer als Firma mit dabei sein möchte, erreicht Click A Tree hier.

News und Updates zu den gepflanzten Bäumen und neuen Partnern gibt es fortlaufend auf Instagram und Facebook.

Und wer jetzt sofort einen Baum pflanzen möchte, kann sich für den Click A Tree Newsletter GROW anmelden – für jede*n Abonent*in wird ein Baum gepflanzt.

 

Hilf mit, unseren Planeten wieder aufzuforsten! Es kostet dich nichts!

Wir wünschen dir viel Spaß dabei.

Alle Beitragsbilder stammen von Click A Tree.

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Wider die Corona-Langeweile: Lesen!

8. April 2020 - 11:31

Ihr Lieben, neben Podcast-Hören und Zocken gibt es natürlich noch das gute alte Buch, das sich ganz hervorragend zur Bewältigung von Corona-Langeweile eignet! Wir haben heute ein paar Lesetipps für euch. Und da ihr höchstwahrscheinlich nicht in den Buchladen eures Vertrauens spazieren und ein Buch dort kaufen könnt, bestellt doch bitte nicht beim Versandriesen mit A, sondern entweder gebraucht (zum Beispiel hier oder hier oder hier) oder vielleicht versendet euer Lieblingsbuchladen ja sogar selbst?

Also, viel Spaß beim Lesen (am besten auf dem Balkon oder im Garten bei dem traumhaften Wetter)! Alle Empfehlungen stammen übrigens von der Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd.

Mädchen brennen heller von Shobha Rao

Der Roman handelt von der Geschichte zweier junger Frauen im ländlichen Indien, die durch ein Verbrechen getrennt werden und sich auf eine erschütternde Reise begeben. Der Roman wechselt zwischen den Perspektiven der anfangs 16-jährigen Purnima und der ein Jähr älteren Savita. Die beiden lernen sich durch die Arbeit in der Webstube von Purnimas Vater kennen. Schnell freunden sich die beiden an und Purnima beginnt, sich ein Leben jenseits der von ihrem Vater geplanten Zwangsehe vorzustellen. Als sie aus ihrem Dorf fliehen, landen sie in den tiefsten Winkeln der indischen Unterwelt und gelangen bis in die USA. Im Roman thematisiert Shobha Rao die Schrecken, mit denen Frauen weltweit konfrontiert sind: Armut, häusliche Gewalt, Frauenhass und Zwangsehe. Die Freundschaft der beiden Mädchen hilft ihnen, all diese Grausamkeiten durchzustehen.

Archiv der verlorenen Kinder von Valeria Luisell

In dem Roman „Archiv der verlorenen Kinder“ überlagern sich kunstvoll mehrere Geschichten. Zwei davon stehen im Vordergrund: Die eine handelt von der Reise einer vierköpfigen Patchwork-Familie aus New York, die sich auf den Weg in den Süden der USA macht, in die Region, die einst die Heimat der Apachen war. Anlass für die Reise sind die Jobs der beiden Eltern. Der Vater möchte den Klang untergegangener Indianerstämme dokumentieren. Die Mutter, eine Journalistin, will eine Reportage über Flüchtlingskinder schreiben, die an der US-mexikanischen Grenze verschwunden sind. Während der Fahrt hört die Familie im Radio wiederholt von Kindern, die aus Mittelamerika vor Perspektivlosigkeit und Kriminalität fliehen. Intensiv setzt sich die Frau mit der Frage auseinander, welche Form sie der Geschichte der Verschwundenen geben kann, ohne diese zu reißerisch auszubeuten. Die zweite Geschichte berichtet von einer kleinen Gruppe von Kindern, die auf dem Weg zu ihren bereits in den USA lebenden Eltern sind. Sie werden von einem sogenannten Coyoten begleitet, einem Schlepper, der sie über die Grenze in die USA bringen soll. Für den langen und gefährlichen Weg durch Mittelamerika auf Zügen und offenen Frachtcontainern haben sie nur das Notwendigste dabei. Doch nicht alle Kinder erreichen die Grenze.
Durch einen Wechsel der Erzählperspektive zwischen der der Mutter und ihrem zehnjährigen Sohn ergeben sich vielseitige Perspektiven auf das Thema der Migration und damit verbundene Grenzerfahrungen. Die Autorin schöpft für „Archiv der verlorenen Kinder“ aus eigenen Erfahrungen, um detailreich und anrührend zu vermitteln, was Migration für diejenigen Lateinamerikaner*innen bedeutet, die sich heute in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft und ein Zusammenleben mit der Familie auf den Weg in die USA machen.

Schwarzer Feminismus: Grundlagentexte herausgegeben von Natasha A. Kelly

„Bin ich etwa keine Frau*?“ fragte Sojourner Truth bei ihrer bekannten Rede auf einem Frauenkongress in Ohio 1851 und brachte damit eine bis heute höchst aktuelle Debatte über Mehrfachdiskriminierungen ins Rollen. Dieser und eine Reihe anderer erstmals ins Deutsche übersetzte Texte werden in dem von Natasha A. Kelly herausgegebenen Sammelband „Schwarzer Feminismus. Grundlagentexte“ einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Im Sammelband werden der Verlauf und die Herausforderungen der Schwarzen feministischen Theorietradition dokumentiert. Denn der in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommene Feminismus in Deutschland, sowie wie in vielen Staaten des globalen Nordens ist meist eine Geschichte weißer Frauen*. Sich kreuzende und gegenseitig verstärkende Diskriminierungsmechanismen von race, class und gender wurden lange Zeit innerhalb der feministischen Bewegung ignoriert. Kelly gibt in ihrer Auswahl kritischer Essays die Stimmen Schwarzer Frauen* von 1850 bis heute wieder und zeigt auf, wie rassistische Strukturen im Kampf gegen Sexismus immer wieder reproduziert werden.

Imagine Africa 2060. Herausgegeben von Christa Morgenrath, Eva Wernecke

„Imagine Africa 2060. Geschichten zur Zukunft eines Kontinents“ betont die Vielfältigkeit, die innerhalb des afrikanischen Kontinents existiert. Mit gewandter Erzählkunst berichten elf Autor*innen über Szenarien der Zukunft von einzelnen afrikanischen Ländern. Eine Vielfalt von Sprachen und Stilen wird verwendet, um die Einfalt vieler Denkweisen, Berichten und Geschichten zu überwinden. Die Geschichten stellen sich einem ungenierten Rassismus und den populistischen Rufen nach Abschottung entgegen. Utopische sowie dystopische Geschichten mit unterschiedlichen Erzählweisen vermitteln Leser*innen den Reichtum der afrikanischen Literaturszene. Die Herausgeberinnen sind gleichzeitig die Macherinnen der Veranstaltungsreihe „stimmen afrikas“ und boten zu ihrem 10-jähringen Bestehen afrikanischen Autorinnen die Möglichkeit ihre Stimmen über die Zukunft ihres Kontinents in der Anthologie „Imagine Africa 2016“ festzuhalten.

Noch mehr Leseempfehlungen findet ihr hier.

Beitragsbild: Photo by Suad Kamardeen on Unsplash

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Minecraft gegen Corona-Lagerkoller

6. April 2020 - 12:51

Neben Podcast-Hören helfen natürlich auch Computerspiele gegen die Corona-Langeweile! Wir haben da was Interessantes für euch aufgetan: den Minetest-Corona-Bildungsserver. Die Idee dahinter ist, Spielen und Lernen zu verbinden, mit interessanten Inhalten und natürlich mit viel Spaß!

Minetest, das freie Minecraft

Minecraft ist laut Wikipedia ist ein Open-World-Spiel, in dem die*der Spieler*in Konstruktionen aus zumeist würfelförmigen Blöcken in einer 3D-Welt bauen kann. Außerdem kann der*die Spieler*in diese Welt erkunden, Ressourcen sammeln, gegen Monster kämpfen und die Blöcke zu anderen Gegenständen weiterverarbeiten. Minetest ist quasi die freie Version von Minecraft; es kann allein oder im Mehrspielermodus gespielt werden. Thomas Ebinger, Dozent für Konfirmandenarbeit am ptz Stuttgart (http://www.ptz-rpi.de bzw. http://www.ptz-stuttgart.blog), hat sich in Zusammenarbeit mit Joachim Happel und Jörg Lohrer von rpi virtuell etwas ziemlich Cooles ausgedacht: ein Corona-Minetest-Projekt! Es richtet sich an

  • Lehrende, die dort Unterrichtseinheiten anbieten und sich mit Schüler*innen zum gemeinsamen Lernen treffen können
  • Jugendliche, die dort frei und zu ausgewählten Themen bauen können
  • Außerschulische Bildung, Kindergruppen und Konfis, die sich hier treffen, Bildungseinheiten entwickeln und nutzen oder gemeinsam etwas gestalten können.

Falls du Minetest noch nicht kennst, hier gibt es eine Anleitung. Hier kannst du Minetest downloaden.

Live Events: Virtuelles gemeinsames Bauen

Auf dem Server finden jeden Tag Live Events statt. Themen sind zum Beispiel die Handyproduktion oder regionale Events wie “Meine Räume für Social distancing” in Hannover. Hier triffst du andere baubegeisterte Gamer*innen und gehst die Herausforderung mit ihnen gemeinsam an. Alles, was entsteht, wird hier gesammelt und ist für alle zum Nachnutzen verfügbar.

Also, viel Spaß beim Bauen!

Inhalt (Text abgeändert) und Beitragsbild lizenziert unter CC BY-NC 3.0 DE, Quelle: https://blogs.rpi-virtuell.de/minetest/2020/03/15/der-corona-bildungsserver-startet/

 

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Wider die Corona-Langeweile: Podcasts!

2. April 2020 - 11:21

Vor einer Weile hatten wir schon mal fünf Podcasts, die dein Leben nachhaltiger machen vorgestellt. Heute soll es wieder um Podcasts gehen, denn sie sind eine wunderbare Möglichkeit, dem zuweilen beängstigenden Corona-Alltag zu entfliehen und den eigenen Horizont zu erweitern, ohne dafür vor die Haustür zu gehen.

Drei Hörtipps der EineWeltBlaBla-Redaktion

 

ebasa!-Podcast: Von Wandel und Transformation

Dieser Podcast beschäftigt sich mit dem transformativen Potential von Bildung: Wie kann Bildung die Welt verändern? Wie kommt es zur Revolution? Bislang könnt ihr acht folgen anhören.

Bildungswellen: Youtube als Bildungsmedium?

Wohin steuert unsere Gesellschaft? Wie sieht eine nachhaltige Zukunft für uns aus und welche Rolle spielt Bildung dabei? Der Podcast „Bildungswellen” des FORUMs Umweltbildung versucht Antworten zu geben. Er bietet regelmäßig Gespräche mit spannenden Persönlichkeiten aus verschiedenen Bereichen – etwa Bildung, Wissenschaft, Natur- und Klimaschutz und nachhaltigem Unternehmertum. Erläutert werden relevante Themen rund um eine Bildung für nachhaltige Entwicklung. Drei Folgen gibt es bisher, und in der letzten geht es um Youtube als Bildungsmedium.

Global Gedacht! Von Gesellschaft und Politik

„Global Gedacht!“ von Masifunde ist der Podcast, mit dem du neue Perspektiven zu gesellschaftsrelevanten Themen der Entwicklungspolitik erhältst. Expert*innen teilen hier ihr Fachwissen und eigene Blickwinkel zu bedeutsamen Diskursen der Entwicklungszusammenarbeit. Dieser Podcast ist noch ganz neu und es ist erst Folge 1 online.

Die Welt zu verändern kann uns mitten im Corona-Lockdown schwierig oder unmöglich vorkommen – doch mit diesen Podcasts könnt ihr euch schon mal mental darauf einstimmen, dass die Welt natürlich nicht stehen bleibt und in der Zeit danach mutige Vordenker*innen besonders gefragt sind. Lest gerne nochmal diesen Beitrag, wenn ihr ihn noch nicht kennt: Was wir aus der Krise lernen können.

Und das Wichtigste: Bleibt gesund!

Beitragsbild: Photo by Malte Wingen on Unsplash

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Was wir aus der Krise lernen können

27. März 2020 - 11:31

COVID19 legt das öffentliche Leben nahezu lahm in diesen Wochen. Geschlossene Läden, leere Straßen und gesperrte Spielplätze – die Stadt scheint wie ausgewechselt. Nachdem die erste Welle von Hamsterkäufen wieder abgeebbt ist und die ersten Klopapierpackungen wieder in den Regalen zu finden sind, macht sich eine gewisse Stille breit. Ich habe den Eindruck, dass die Krise zum Nachdenken und zur Besinnung anregt. Jeden Tag gibt es neue Informationen, Regeln, Zahlen. Die Lage ist hoch dynamisch – ist einer der von mir zuletzt am meisten gelesenen Sätze. Und auf einmal zeigt sogar die Politik Fähigkeit zum schnellen Handeln.

Der Sozialstaat erwacht wieder

Mit Hochgeschwindigkeit wurde das Rettungspaket im Bundestag verabschiedet, das neben Milliardenhilfen für Unternehmen und Krankenhäuser auch ein Sozialschutz-Paket enthält. Menschen können plötzlich Grundsicherung beantragen ohne ihre Ersparnisse offenlegen zu müssen oder nachzuweisen, dass ihre Wohnung klein genug ist. Mieter*innen dürfen wegen krisenbedingter Schulden nicht auf die Straße gesetzt werden und bedürftige Familien erhalten einen Kinderzuschlag. Die Politik zeigt, dass sie nicht nur Banken rettet, sondern auch Menschen vor dem Fall bewahren will. Der schon fast in Vergessenheit geratene Sozialstaat ist wieder zum Leben erwacht.

Verhaltenskodex: solidarisch

Diesen scheinbaren Gesinnungswechsel sehen wir auch sonst in der Gesellschaft: Solidarität – das Wort, das sonst nur im Vokabular linker Kreise vorhanden ist – heißt nun das Gebot der Stunde. Solidarität mit Menschen, die zur Risikogruppe gehören, wie alte Menschen oder solche mit Vorerkrankungen. Solidarität mit Pflegekräften und Ärzt*innen, mit Kassierer*innen und allen Menschen, die systemrelevante Arbeiten ausführen. Überall hängen Angebote zur Einkaufshilfe aus, wir halten uns an Hygienevorschriften und die Regeln des social distancing, um andere Menschen und uns selbst nicht zu gefährden. Im Fernsehen ruft Jens Spahn dazu auf, den Kassierer*innen freundlich zuzulächeln. Unsere Solidarität reicht von Mitgliedern unseres Familien- und Freundeskreises bis hin zu Fremden – und gibt so Hoffnung, dass der Blick über den Tellerrand künftig sogar noch weiter reichen kann. Möglicherweise sogar bis nach Lesbos?

Das Klima atmet auf

Scheint euch der Himmel auch ungewöhnlich klar? Die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit haben zumindest auf das Klima positive Auswirkungen. Produktionsrückgang und gestrichene Flüge reduzieren den CO2-Ausstoß erheblich und verbessern damit maßgeblich die Luftqualität. Zwar sind diese Effekte vermutlich nur eine kurze Verschnaufpause für die Erde, allerdings besteht Hoffnung auf ein Umdenken der Gesellschaft. Die Digitalisierung wird zurzeit enorm vorangetrieben. Homeoffice und Skype- oder Telefonkonferenzen, gegen die sich viele Unternehmen bisher gesträubt haben, wurden möglich gemacht und bewähren sich. Vielleicht bekommen Eltern bald die Möglichkeit von zu Hause aus zu arbeiten und anderen Menschen kann das Pendeln oder Geschäftsreisen erspart werden. Das würde Kitas und Autobahnen entlasten.

Achtsam durch den Alltag

Für alle mit Hummeln im Hintern ist Achtsamkeit ist eine Lektion, die wir aktuell erlernen können. Achtsamkeit bedeutet im Hier und Jetzt leben, sowohl körperlich als auch mental. Es heißt auf den Moment achten, ohne ihn zu bewerten. Sich nicht in Gedanken um Zukunft und Vergangenheit zu kümmern. Hört sich irgendwie wie Meditation an? Das Konzept stammt ursprünglich auch aus dem Buddhismus, wird mittlerweile aber auch vermehrt in der Medizin erforscht. Wir leben meist so schnell, sind immer in Bewegung und in Eile. Wenn wir keine Verpflichtungen haben, machen wir uns Freizeitstress, fahren weg, lenken uns ab. Für viele ist es eine Herausforderung mit sich alleine zu sein oder einfach nichts zu tun. Um das zu lernen, werden häufig lange Spaziergänge alleine empfohlen – außer Netflix sowieso die einzige Aktivität, die wir aktuell machen können. Sich Zeit nehmen und den Moment leben – Achtsamkeit macht nachweislich glücklicher.

Zeit für grundlegende Fragen

Die aktuelle Zeit lädt ein, um sich auf das Wesentliche zu besinnen. Was brauche ich zum Leben, was macht mich glücklich? Kann ich mich selbst aushalten?

In was für einer Gesellschaft will ich leben? Was läuft schief, was kann verbessert werden? Welche Alternativen gibt es heute schon und kann ich was tun?

Ich hoffe sehr, dass wir aus dem Ausnahmezustand etwas lernen können und etwas Positives aus der Krise mitnehmen können. Es geschieht aktuell ein Bruch in Wirtschaft und öffentlichem Leben. Jetzt ist es an der Zeit zu überlegen, wie wir weitermachen wollen.

Beitragsbild von Dean Moriarty auf Pixabay

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Rojava – Ökologie, Feminismus, Demokratie

24. März 2020 - 11:14

Rojava ist ein Gebiet im Norden von Syrien, das aus den drei autonomen selbstverwalteten Kantonen Afrîn, Kobanê und Cizîrê besteht und hauptsächlich von Kurd*innen besiedelt ist. In unseren Nachrichten war Rojava hauptsächlich präsent, weil die Bevölkerung sich erfolgreich gegen den IS behauptet hat und wegen des Rückzugs der USA aus dem Gebiet und des direkt darauffolgenden Einmarschs der Türkei. Schade eigentlich, denn das Projekt Rojava ist in vielerlei Hinsicht revolutionär und ein Vorzeigemodell für moderne Gesellschaften.

Das Projekt Rojava

Am 21. Januar 2014 wurde in Rojava die Autonomie ausgerufen und ein demokratischer Gesellschaftsvertrag verabschiedet. Dieser bildet die verfassungsrechtliche Grundlage und basiert auf den Grundprinzipien des demokratischen Konföderalismus. Obwohl Kurd*innen den größten Anteil der Bevölkerung bilden, leben diese mit Araber*innen, Turkmen*innen, Armenier*innen und Tschetschen*innen friedlich zusammen und alle praktizieren ihren Glauben ohne Diskriminierung zu erfahren. Hinzu kommen zahlreiche Menschen auf der Flucht vor dem IS, dem syrischen Regime oder aus Nachbarstaaten. Für linke Gruppen ist nicht nur diese Friedfertigkeit in Bezug auf kulturelle, religiöse und ethnische Hintergründe interessant, sondern besonders das dort praktizierte Experiment einer direkten kommunalen Demokratie mit radikaler Ökologie und feministischer Emanzipation.

Das Weltbild hinter Rojava

Die Grundlagen der Revolution in Rojava sind Werte des Sozialismus sowie eine Verbindung von Ökologie mit radikaler Demokratie und Feminismus. Es bildet somit eine Alternative zum bestehenden System der kapitalistischen Moderne, die die Natur zerstört, Geschlechter unterdrückt und die Gesellschaften spaltet durch Nationalismus und Rassismus. Es steht die gleiche Ideologie hinter der Ausbeutung der Natur und der Unterdrückung der Frau: eine patriarchale Mentalität von Herrschaft, Hierarchie und Objektivierung. Frauen sind Männern in Rojava vollkommen gleichgestellt und essentieller Teil des politischen Lebens. Einen spannenden Beitrag dazu findet ihr hier in der Arte Mediathek.

Der Mensch im Verhältnis zur Natur

Die Menschen aus und Aktiven in Rojava sind überzeugt, dass ökologische Probleme unserer Zeit nur mit einer demokratischen Gesellschaft gelöst werden können, die auf regionalen und kollektiven Formen des Wirtschaftens beruht. Die Gesellschaft ist in Räten und Versammlungen organisiert, um bedürfnisorientiert und auf eine ökologische Weise ihre Wirtschaft zu gestalten, jenseits der Logik kapitalistischer Konkurrenz und permanentem Wachstum. So behandelt der Jineoloji (kurdisch: Wissenschaft der Frau, spezifische Form des Feminismus in Kurdistan) explizit ökologische und kollektive Formen des Wirtschaftens. Das gesellschaftliche Wissen über die Zusammenhänge der Natur soll wieder ins gesellschaftliche Bewusstsein zurückgeholt werden.

Make Rojava green again

Die Kampagne „Make Rojava green again” wurde von der Internationalistischen Kommune* ins Leben gerufen, um einen Beitrag zur ökologischen Revolution in Nordsyrien zu leisten. Sie soll eine Brücke zwischen Diskussionen, Erfahrungen und Arbeiten der Menschen in Rojava zu Aktivist*innen, Wissenschaftler*innen und Bewegungen weltweit herstellen. Im Zentrum steht die Frage, wie eine demokratische und ökologische Gesellschaft aufgebaut werden kann. Es geht um ideologische Fragen zur Gesellschaft sowie Hintergrundinformationen über die konkrete Situation in Rojava.

*Die Internationalistische Kommune ist Teil der Selbstverwaltungsstrukturen der Autonomen Föderation Nordsyrien/Rojava. Neben der Kampagne haben Aktivist*innen außerdem eine internationalistische Akademie gegründet, in der neben politisch-kultureller Bildung auch Sprachunterricht und kollektives Leben gefördert werden.

Was wir aus Rojava für unsere Klimagerechtigkeitsbewegung lernen können

Hinter den verschiedenen Gerechtigkeitskämpfen in Rojava steht eine Ideologie, die diese verbindet. Sie skizziert eine freie Gesellschaft auf allen Ebenen und bietet so ein Ziel sowie einen Rahmen, in dem die einzelnen Kämpfe vereint sind. So können alle kleinen Schritte in ein Gesamtbild gefasst und als Weg zum langfristigen Ziel verstanden werden. Während bei uns verschiedene Bewegungen getrennt voneinander existieren oder sich sogar die Dynamiken nehmen, vereinen diese sich in Rojava zu Teilen eines großen Ganzen.

Beitragsbild von Masoud Zada auf Pixabay

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Privatisierung von Wasser – Wenn Wasser zum Finanzgut wird

20. März 2020 - 9:54

Hitzewellen, Dürreperioden und Brandgefahr – die letzten Sommer haben uns klar gemacht, dass es durch den Klimawandel heißer wird! Und mit der Hitze steigt auch die Nachfrage an Wasser an. 70% des Wasser wird weltweit zur Nahrungsmittelproduktion verwendet. Wasser wird für ziemlich alles benötigt und ist damit die begehrteste Ressource auf der ganzen Welt. „Blaues Gold“ wird es mittlerweile sogar betitelt. Wie sollte Mensch darauf reagieren? Die Finanzwelt hat eine Idee: den Wasserpreis erhöhen und Märkte schaffen. Dieser Vorschlag steht im direkten Kontrast zur UN Menschenrechtskonvention, in der seit dem 28. Juli 2010 das Recht auf Wasser als Menschenrecht aufgenommen wurde. 122 Staaten stimmten damals für die Resolution, 44 enthielten sich. Einer der Gründe: viele Länder haben nicht das Geld, um die Wasserversorgung zu verbessern.

Privatisierungen in Europa

Gemeinden haben eine jeweils eigene Trinkwasserversorgung. Das ist überall auf der Welt gleich. Sie müssen das Rohrnetzwerk in Stand halten und den Zugang zu sauberem Wasser schaffen. Wen die Kommunen allerdings Geldnot herrscht, denken diese häufig darüber nach, die Wasserversorgung an private Unternehmen zu verkaufen. In Europa fing die Privatisierung des Wassers schon in den 1980er Jahren an und wurde seitdem viel und in unterschiedlichen Modellen kopiert: So beispielsweise in Portugal, Grenoble, Potsdam, Stuttgart, Kiel und Berlin. Um die Gewinnspanne zu erhöhen, wurden nötige Wartungsarbeiten eingespart und stattdessen in die eigene Tasche gewirtschaftet. Verunreinigtes Wasser und/oder extreme Anstiege des Wasserpreises waren die Folgen.

Wenn Wasser zum Finanzgut in der Entwicklungszusammenarbeit wird

Die Weltbank hingegen schätzt die Chancen und Risiken anders ein. Sie macht die Privatisierung des Wassersektors oft zur Auflage für neue Kredite. So auch in Manila auf den Philippinen, wo im Gegenzug zur Privatisierung neue Investitionen in das marode Netz versprochen wurden. Statt den Wartungsarbeiten folgten allerdings Preiserhöhungen. Wer nicht mehr zahlen konnte, wurde vom Netz abgehängt. Ghana ist ein Land, in dem nur in den Städten ein funktionierendes Rohrsystem vorhanden ist. Investitionen lohnten sich finanziell daher nur dort und der notwendige Ausbau von Rohrnetzwerken auf dem Land blieb folglich aus. In Cochamba, Bolivien, führte die Privatisierung zu einem regelrechten Wasserkrieg und Straßenschlachten in Folge der Preiserhöhungen. Aufgrund des Drucks der Bevölkerung wurde die Wasserversorgung schließlich  wieder re-kommunalisiert.

Chile und der Código de Agua

Das extremste Beispiel ist Chile, das einzige Land der Welt, in dem die Wasserversorgung fast vollständig privatisiert ist. Gleichzeitig belegt es laut World Resources Institute Platz 18 der Länder, die am meisten unter Wasserstress leiden. Wasserstress bedeutet, dass mehr Wasser verbraucht wird als auf natürlichem Weg nachkommt, beispielsweise durch Regen. Fast 80% des Wasserverbrauchs wird von der Agrarindustrie genutzt, weshalb es besonders in den Anbaugebieten zu Engpässen kommt. 400.000 Haushalte werden laut Regierung mit Tanklastwagen beliefert. Auch die Kleinbauern*bäuerinnen leiden, da die Plantagenbesitzer*innen den Zugang zum Wasser kontrollieren. Unter der Militärdiktatur Augusto Pinochets wurde mit dem Código de Agua die Vergabe von frei handelbaren Nutzungsrechten des Wassers eingeführt, die kostenlos sind, unbegrenzte Dauer haben und durch Privatpersonen teuer weiterverkauft werden. So konzentrieren sich nun die Wasserrechte in den Händen weniger Großunternehmer*innen.

Besonders hervor sticht der Avocado-Export. 1000 Liter Wasser sind für nur 2,5 Avocados nötig. Und die Nachfrage ist riesig: 2016 wurden alleine in die BRD mehr als 58.000 Tonnen importiert. Der Kurzfilm Secos stellt das Problem dar und veranschaulicht die Auswirkungen für die Bevölkerung.

Nestlés Abpumpen von Grundwasser

Ein Konzern, der immer wieder in die Kritik gerät, ist Nestlé und so auch beim Thema Wasser. In 36 Ländern hat das Unternehmen mit Sitz in der Schweiz Wasserrechte vom Staat gekauft und darf nun direkt aus dem Grundwasser abpumpen. Das Problem: Bei den Ländern handelt es sich um solche, die sowieso schon Wasserknappheit verzeichnen: Pakistan, Äthiopien und verschiedene Länder aus dem Süden Afrikas. Wenn Grundwasser abgepumpt wird, sinkt der Wasserspiegel. Die Folge: Die Natur leidet und Brunnen trocknen aus. Das Unternehmen verkauft das abgefüllte Wasser anschließend und macht so besonders in Dürrezeiten Gewinn. Ein weiterer Film befasst sich ausführlich mit dem Geschäft von Nestlé mit Wasser: Bottles Life.

Lust aktiv zu werden?

Eine Initiative, die sich für den Zugang zu sauberem Trinkwasser für alle Menschen einsetzt, ist Viva con Agua. Über die Hintergründe und wie du sie ganz einfach dabei unterstützen kannst, findest du hier.

Beitragsbild von Imani auf Unsplash

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Nachhaltige Bankkonten

17. März 2020 - 10:00

Einzahlen und Weltverbessern – nachhaltige Banken versprechen ihre Geldgeschäfte fair, ethisch und ökologisch abzuwickeln. Kindergärten statt Kinderarbeit, Windkraftanlagen statt Kohle und Erdöl, keine Kreditvergabe an Unternehmen, die Menschen- und Arbeitsrechte missachten – laut Verbraucherzentrale gibt es derzeit 14 Banken in Deutschland, die soziale, ökologische oder ethische Standards anwenden. Sie werden daher als „alternativ“, „nachhaltig“ oder „kirchlich“ bezeichnet.

Banken im Überblick

Zunächst gilt es eine Unterscheidung zu machen. Wir haben zum einen öffentlich-rechtliche Kreditinstitute oder Genossenschaftsbanken, wie Sparkassen, Sparda-Bank, Volks- und Raiffeisenbanken. Bei diesen spielen ethische und ökologische Kriterien bei den Finanzaktivitäten nur eine untergeordnete Rolle, allerdings können auch hier Spekulationsgeschäfte und zweifelhafte Investitionen auftreten.

Die andere Kategorie bilden private Geschäftsbanken, bei denen vor allem von den großen bekannt ist, dass sie oft mit heiklen Finanzprodukten handeln, Lobbyarbeit betreiben oder Spitzengehälter an Investmentbanker vergeben. Auch stehen private Banken in der Kritik für Investitionen in Rüstungsgeschäfte, Atom- und Kohlestrom, Nahrungsmittelspekulation sowie Geschäftsbeziehungen mit korrupten Regimes. Zu diesen Banken zählen unter anderem Deutsche Bank, Deutsche Postbank, Commerzbank, Unicredit/ Hypovereinsbank und ING-DiBa.

Investitionen konventioneller Banken

Konkret werden konventionellen Banken vor allem vier Punkte vorgeworfen.

Als erstes sind da die Kriegsinvestitionen. Die Banken unterhalten Geschäftsbeziehungen zu den großen Waffenherstellern, beispielsweise in Form von Unternehmensanteilen oder Finanzierungen von Waffengeschäften durch Kredite und Anleihen. Besonders groß ist das Geschäft mit Atomwaffen-Herstellern.

Der zweite Punkt sind die Nahrungsmittelspekulationen. Es ist zwar nicht ermittelt wie diese den Preis von Agrarrohstoffen beeinflussen, jedoch ist es in jedem Falle unmoralisch auf Nahrungsmittelknappheit und den daraus resultierenden Preisanstieg zu wetten.

Auch investieren konventionelle Banken in Kohleenergie und Atomkraft und fördern diese. Sie unterhalten Geschäftsbeziehungen zu den großen Konzernen, verhelfen zum Börsengang und verwalten deren Vermögen. Nicht zuletzt investieren sie in den Bau von Kraftwerken und Minen.

Schließlich ist ein wichtiger Punkt die fehlende Transparenz. Banken wird vorgeworfen Geldgeschäfte mit Tochter- und Zweckgesellschaften mit Sitz in Steueroasen abzuwickeln. So werden gewagte Spekulationen und undurchsichtige Fonds ermöglicht.

Die Alternative: Ethische bzw. nachhaltige Banken

Ethische Banken machen ausschließlich Geschäfte mit ethisch vertretbaren Unternehmen. Mit ihren Investitionen fördern sie soziale Projekte und nachhaltige Entwicklung. Was als nachhaltig gilt, ist nicht verbindlich festgelegt, deshalb unterscheidet sich ihr nachhaltiger Ansatz. Alle gemeinsam schließen allerdings Geschäfte mit Unternehmen aus, die Waffen und Rüstung produzieren, Arbeits- und Menschenrechte verletzen oder Kinderarbeit dulden.

Konkrete Ausschlusskriterien für Ethikbanken sind Gentechnik, Tierversuche, Kinderarbeit und Menschenrechtsverletzungen.

Von den kirchlichen Banken sind jedoch Investitionen in Atomenergie, Erdöl- und Kohleförderung sowie industrielle Tierhaltung nicht grundsätzlich ausgeschlossen.

Wenn du über einen Wechsel nachdenkst, solltest du vorher vergleichen welche Bank wo investiert. Hier stellen wir zwei alternative Banken vor. Mir hat bei meiner Recherche diese Seite geholfen und bei der Frage wie der Wechsel am einfachsten vonstattengeht, kann ich diese Seite empfehlen.

Beitragsbild von Jp Valery auf Unsplash

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