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Aktualisiert: vor 56 Minuten 16 Sekunden

VENRO informiert! Smart, aber fair – wie Digitalisierung alle mitnehmen kann

28. November 2020 - 16:29
Ausgabe Nr. 8/2020

VENRO informiert! Ausgabe Nr. 8/2020

 

Nr. 8 / 2020

THEMENSCHWERPUNKT

Smart, aber fair – wie Digitalisierung alle mitnehmen kann
 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

 

unter dem Titel „Smart, aber fair" gehen wir im machbar-Bericht 2020 der Frage nach, welche Möglichkeiten die Digitalisierung bietet, die globalen Ziele der Agenda 2030 zu verwirklichen. Auch mit den Risiken und Gefahren der Digitalisierung setzen wir uns darin auseinander.

 

Auf unserer machbar-Konferenz am 1. Dezember 2020 wollen wir die Handlungsempfehlungen aus dem Bericht mit Gästen aus Politik, Digitalbranche und Zivilgesellschaft diskutieren und uns in Werkstattgesprächen darüber austauschen, wie eine faire Digitalisierung machbar ist.

 

„Wir müssen jetzt die Weichen stellen, damit in der datengetriebenen Welt von morgen die Länder im globalen Süden nicht nur wie in anderen Sektoren als Rohstoffquellen gelten", erklärt Geraldine de Bastion, Geschäftsführerin von Konnektiv und eine der Panelist_innen, im Interview.

 

Einen Eindruck davon, welche Fragen die Menschen mit Blick auf die fortschreitende Digitalisierung weltweit beschäftigen, können Sie in unserem Kurzfilm „Smart, but fair – make digitalisation work for all" gewinnen.

 

 

Herzliche Grüße,

 

Heike Spielmans
Geschäftsführerin

 

 

Rubriken dieses Newsletters

 

„Wir müssen jetzt die Weichen für die datengetriebene Welt von morgen stellen"

 

Geraldine de Bastion ist Geschäftsführerin der Beratungsagentur Konnektiv mit Erfahrung in der Arbeit mit Aktivist_innen, Regierungen, Startups und NRO auf der ganzen Welt. Im Interview erläutert sie die Herausforderungen der digitalen Transformation für die internationale Zusammenarbeit und Entwicklungsorganisationen mit Fokus auf Afrika.

  Zum Interview

machbar-Bericht 2020: Smart, aber fair

 

Unter dem Titel „Smart, aber fair" gehen wir im machbar-Bericht 2020 der Frage nach, wie Digitalisierung alle mitnehmen kann. In vielfältigen Beiträgen erörtern Expertinnen und Experten aus  Wissenschaft, Thinktanks und Zivilgesellschaft Potenziale und Risiken digitaler Technologien.

 

Aus dem Inhalt

 

Wer profitiert von der Digitalisierung?

Von Dr. Jakob Schwab

 

Kann Digitalisierung wirtschaftlichen und sozialen Ausgleich befördern und Teilhabe verbessern? Insbesondere für die Ärmsten der Armen soll sie ein Tor zur Welt sein und so Armut und Hunger bekämpfen. Ganz illusorisch ist das nicht. Fraglich ist allerdings, ob diese Potenziale auch tatsächlich genutzt werden.

 

Grün und digital – wie geht das zusammen?

Von Christiane Grefe

 

Ein Blick in die meisten Bereiche zeigt: Die Digitalisierung bietet Chancen für mehr ökologische Nachhaltigkeit, ihre positiven Wirkungen sind aber keineswegs selbstverständlich. Entscheidend ist, wie und wofür Technologie eingesetzt wird. Hierbei sind politische Rahmenbedingungen zwingend erforderlich.

 

Daten als digitales Gold

Von Sasha Ockenden und Theresa Henne

 

Wann immer wir uns online bewegen, hinterlassen wir Spuren. Diese Datenspuren sind das Rohmaterial einer globalen Industrie, die an Größe und Einfluss längst die Öl- oder Finanzindustrie eingeholt hat. Dies ist besonders problematisch, wenn die Auswertung von Daten aus sozialen Medien in demokratischen Prozessen zum Einsatz kommt.

 

Microsofts trügerisches Versprechen „negativer Emissionen"

Von Linda Schneider

 

Große Technologie-Unternehmen wie Google, Amazon und Microsoft präsentieren sich gerne als verantwortungsvolle Zukunftsunternehmen, die sich dem Problem der Klimakrise stellen. Ihre eigenen Geschäftsmodelle – und damit die Vorstellung fortwährenden Wachstums und eines ständig steigenden Ressourcenverbrauchs – hinterfragen sie nicht.

 

Blockchain-Technologie in der digitalisierten Landverwaltung

Von Mathias Pfeifer

 

Seit ein paar Jahren ist die Blockchain-Technologie in aller Munde. Auch an ihrer möglichen Anwendung in der Landverwaltung gibt es reges Interesse. Sie soll, so ihre Befürworter_innen, dazu beitragen, gerade in Ländern des globalen Südens Korruption und Betrug im Landsektor ein Ende zu bereiten. 

  Zum machbar-Bericht 2020 (PDF)

Einladung zur machbar-Konferenz

 

Auf der machbar-Konferenz „Smart, aber fair" am 1. Dezember 2020 vertiefen wir die Debatte über die Chancen und Risiken digitaler Instrumente für eine nachhaltige Entwicklung mit Gästen aus Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft. Kurzfristige Anmeldungen für die Konferenz sind heute, am 25. November, noch möglich!

  Zur Einladung
 

Smart, but fair - make digitalisation work for all
Ein Kurzfilm über die Chancen und Risiken der Digitalisierung

  Zu YouTube

50 Jahre 0,7-Prozent-Ziel – Ein Anlass zum Feiern?

   

Vor 50 Jahren, am 24. Oktober 1970, setzte sich die Weltgemeinschaft zum Ziel, dass die reichen Länder 0,7 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens (BNE) für Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe aufwenden sollen. Im Interview nimmt unser Vorstandsvorsitzender Dr. Bernd Bornhorst das Jubiläum zum Anlass, einen kritischen Blick auf dieses Ziel zu werfen.

  Zum Interview

Dachverbände legen Forderungen zum Gemeinnützigkeitsrecht vor

 

In einem gemeinsamen Statement haben wir zusammen mit elf zivilgesellschaftlichen Dachverbänden und Netzwerken auf die Notwendigkeit einer Änderung des Gemeinnützigkeitsrechts hingewiesen. Die aktuell geplanten Änderungen im Gemeinnützigkeitsrecht würden die Arbeit vieler gemeinnütziger Vereine zwar vereinfachen, jedoch bei Weitem nicht für die notwendige Rechtssicherheit sorgen.

  Zur Pressemitteilung
  Zur Stellungnahme (PDF)

Welche Rolle spielen NRO bei der Prävention von Terrorismusfinanzierung?

 

Im Kampf gegen die Finanzierung von Terrorismus untersucht ein internationales Prüfteam der Financial Action Task Force (FATF) derzeit die Präventionsmaßnahmen in Deutschland. Vor der Länderprüfung haben wir eine Umfrage durchgeführt, um herauszufinden, wie Nichtregierungsorganisationen (NRO) das Risiko der Terrorismusfinanzierung selbst einschätzen und welche Maßnahmen sie ergreifen, um das Risiko zu minimieren.

  Zum Bericht (EN)
  Zum Blogbeitrag

Wahlprogramme zur Bundestagswahl 2021

 

In einem Standpunkt zur Bundestagwahl 2021 haben wir unsere Erwartungen an die Wahlprogramme der Parteien formuliert. Es braucht entschlossenes politisches Handeln, das die Lebensgrundlagen auf unserem Planeten bewahrt, das Allgemeinwohl in den Mittelpunkt stellt und niemanden zurücklässt. Dafür müssen die Agenda 2030 und die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie die Grundlage des politischen Handelns bilden.

  Zum Standpunkt

Nachhaltigkeit jetzt Vorrang geben!

 

Die Bundesregierung hat eine überarbeitete Dialogfassung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie veröffentlicht. In unserer Stellungnahme „Nachhaltigkeit jetzt Vorrang geben! Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie" kommentieren wir den Entwurf und formulieren Handlungsempfehlungen für die weiteren Schritte.

  Zur Stellungnahme

Preisverleihung des Deutschen Engagementpreises 2020

 

Am 3. Dezember von 18.00 bis 19.30 Uhr findet die Verleihung des Deutschen Engagementpreises 2020 statt. Dieses Jahr wird die Preisverleihung von ALEX Berlin live übertragen - das heißt, alle können dabei sein, wenn verkündet wird, wer die Preisträger_innen des Deutschen Engagementpreises sind. Im virtuellen Raum sind die Plätze unbegrenzt!

  Zur Webseite

„Kein Hunger bis 2030" erfordert Transformation unserer Ernährungssysteme

 

Von Miriam Wiemers

   

Viel zu viele Menschen leiden noch immer an Hunger. Bereits vor der Corona-Pandemie reichten die weltweiten Fortschritte in der Hungerbekämpfung nicht aus. Auf unserem Blog erklärt Miriam Wiemers von der Welthungerhilfe, was der diesjährige Welthunger-Index deutlich macht: Die derzeitigen globalen Ernährungssysteme sind weder krisenfest noch gerecht oder nachhaltig. 

  Zum Blogbeitrag
07.12.2020 und 10.12.2020, VENRO, Online
  Zuwendungsrecht in der humanitären Praxis  

Viele deutsche NRO setzen ihre humanitären Projekte mit öffentlichen Geldern um. Derartige Zuwendungen gehen mit Verpflichtungen einher. Welche dies genau sind, wo sie stehen und wie Zuwendungen Schritt für Schritt abgewickelt werden, wollen wir in einer Onlinefortbildung aufzeigen.

  Zur Veranstaltung
  10.12.2020 - 11.12.2020, German Toilet Organization, Online
  Monitoring und Evaluation von WASH-Projekten  

Wie misst man am besten den Erfolg eines Projektes im Bereich Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH)? Und wie fügt sich das in den Projektland-spezifischen und globalen Kontext ein? Das zweitägige Seminar von der German Toilet Organization vermittelt spezielle Anforderungen von Monitoring & Evaluation im WASH-Bereich und bietet einen Einblick in digitale und partizipative WASH-relevante Werkzeuge.

  Zur Veranstaltung
 

Germanwatch sucht eine_n Referent_in für digitales politisches Engagement, Öffentlichkeitsarbeit und Datenmanagement in Bonn.

 

Die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. sucht eine_n Referent_in Projektmanager_in IT, Kommunikation und Energieversorgung (m/w/d) in Berlin.

 

Don Bosco Mondo sucht eine_n Referent_in Online Marketing/ Fundraising (w/m/d) in Bonn.

 

AGIAMONDO sucht eine_n IT-Systemadministrator_in in Köln.

 

Die German Toilet Organisation sucht eine_n Praktikant_in in der Junior Projektassistenz in Berlin.

 

Opportunity International Deutschland sucht eine_n Finanzbuchhalter_in in Voll- oder Teilzeit.

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Tel.: 030 2639299-10

 

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VENRO – Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe

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Redaktion: Ian Mengel, Janna Völker

Fotos: Roger von Heereman; Jörg Farys; Welthungerhilfe

© 2020 VENRO

   

Regierungen und Stiftungen starten gemeinsam die South East Asia Energy Transition Partnership

20. November 2020 - 16:16
Das Bundesumweltministerium hat heute mit weiteren staatlichen und philanthropischen Förderern auf dem ASEAN-Energiewirtschaftsforum die „South East Asia Energy Transition Partnership" (ETP) ins Leben gerufen. Ziel der Partnerschaft ist es, die nachhaltige Energiewende in Südostasien im Einklang mit dem Übereinkommen von Paris zu unterstützen. Der Schwerpunkt liegt dabei zunächst auf Indonesien, Vietnam und den Philippinen; alles Länder mit einem erheblichen Kohleanteil bei der Energieerzeugung. In den kommenden Monaten wird ein technischer Beirat eingerichtet, der sowohl internationales als auch lokales Fachwissen und Ländervertreter vereint, um die Partnerschaft bei ihrer technischen Arbeit zu beraten. Mit dem heutigen Startschuss beginnt die ETP ihre erste fünfjährige Implementierungsphase mit dem United Nations Office for Project Services (UNOPS) als Fondsmanager und Sekretariatssitz.

 

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Die Energy Transition Partnership vereint Regierungen und Stiftungen bei der Unterstützung der Energiewende in Südostasien. Mit dem innovativen Ansatz der ETP werden die Mittel und Projekte ihrer Mitglieder gebündelt und aufeinander abgestimmt und damit ihre Wirkung maximiert. Die neue Partnerschaft treibt als Forum den Austausch und die Koordination mit engagierten Akteuren voran. Aus diesen Gründen haben wir die Partnerschaft von Anfang an als Gründungsmitglied unterstützt."
 

Rémy Rioux, CEO der Agence Française de Développement: „Die AFD Gruppe ist stolz darauf, Teil der südostasiatischen Energy Transition Partnership zu sein, welche die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Gebern und privaten Stiftungen fördert, um die Energiewende in Südostasien im Einklang mit dem Pariser Abkommen zu beschleunigen."

"Durch die Vereinigung verschiedener Stakeholder, die bereit sind, Indonesien, Vietnam und die Philippinen gemeinsam zu unterstützen und ihr Potenzial an erneuerbaren Energien zu erschließen, baut diese Koalition auch auf dem "Finance in Common"-Gipfel auf und fördert partnerschaftsorientierte Initiativen zum Aufwuchs grüner Finanzmittel."
 

Kate Hampton, CEO der Children's Investment Fund Foundation: „Asiatische Länder, die sich zu Netto-Null-Emissionen bis Mitte des Jahrhunderts verpflichten, haben die globale Klimadynamik wieder in Schwung gebracht. Die Südostasiatische Energy Transition Partnership (ETP) ist eine mutige Initiative in einer entscheidenden Phase. Sie wird den politischen Entscheidungsträgern in Vietnam, Indonesien und den Philippinen die Sachlage und das Fachwissen liefern, die für den ersten Schritt zu einem Netto-Nullpunkt erforderlich sind: den Übergang zu sauberen Energien. Dieser Übergang wird grüne Arbeitsplätze, billigeren Strom und sauberere Luft nach Südostasien bringen. Wir von CIFF freuen uns, Teil der ETP zu sein – wir glauben, dass diese Partnerschaft den Wohlstand und das Wohlergehen der südostasiatischen Nationen für die kommenden Jahrzehnte fördern wird."
 

Samina Kadwani, UNOPS-Direktorin für Thailand, Indonesien und den Pazifik: „Ich spreche den Gebern der Energy Transition Partnership meine Anerkennung dafür aus, dass sie eine neue und zukunftsorientierte, dynamische und agile Plattform geschaffen haben, um Südostasien bei den Bemühungen zu unterstützen Klima- und Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. UNOPS ist stolz darauf, als Fondsmanager und Sekretariat an der Partnerschaft beteiligt zu sein, und ist gut positioniert, um die Ziele der Partnerschaft voranzubringen."
 

Die „South East Asia Energy Transition Partnership" (ETP)  wurde erstmals auf dem „One Planet Summit 2018" von einem Konsortium aus philanthropischen Stiftungen, wie der Children's Investment Fund Foundation (CIFF) und der High Tide Foundation sowie Regierungsvertretern wie dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), der kanadischen Regierung, dem britischen Ministerium für Wirtschaft, Energie und Industriestrategie (BEIS), Bloomberg Philanthropies und der französischen Entwicklungsagentur (AFD) angekündigt. Seitdem haben die Partner erheblich in die Gestaltung dieser einzigartigen Partnerschaft investiert, die den öffentlichen und den privaten Sektor zusammenführt, wie auf dem Klimagipfel des Generalsekretärs der Vereinten Nationen 2019 hervorgehoben wurde.

Das Wirtschaftswachstum Südostasiens hat den Lebensstandard für viele Menschen in der Region erhöht. Das Wachstum geht allerdings einher mit einem enormen Anstieg des Verbrauchs fossiler Brennstoffe, was zu steil ansteigenden Treibhausgasemissionen, anhaltender Umweltverschmutzung, lokalen Gesundheitsrisiken und einer Verschärfung der weltweiten klimabedingten Risiken führt. Die ETP hat sich zum Ziel gesetzt, zusammen mit Regierungen und Institutionen das enorme ungenutzte Potenzial erneuerbarer Energien Südostasiens zu heben und sie in den Energiemix zu integrieren, um den rasch wachsenden Energiebedarf in der Region zu decken.

Die ETP wird sich auch mit Energieeffizienzmaßnahmen befassen sowie mit den sozioökonomischen Chancen und positiven Auswirkungen, die mit einem nachhaltigen und gerechten Energiewandel in Südostasien verbunden sind. Mit finanzieller Unterstützung für technische Kooperationsprojekte, zusammen mit entsprechend ausgerichteten laufenden Programmen in der Region, wird die ETP Unterstützungspakete und Koordinierung, Dialog und Wissensausbau anbieten, um die Finanzierung der Energiewende in der Region signifikant voranzubringen und so zur Erreichung des Übereinkommens von Paris und der Ziele für Nachhaltige Entwicklung (SDGs) beizutragen.

Die Multi-Geber-Partnerschaft möchte weiter wachsen. Die Mitglieder der ETP laden daher interessierte Geber ein, sich der Initiative anzuschließen, um durch eine beschleunigte Energiewende in Südostasien dem globalen Klimaschutz zu dienen.
           



Über UNOPS:

Die Mission von UNOPS besteht darin Menschen zu helfen ein besseres Leben aufzubauen und Ländern zu helfen Frieden und nachhaltige Entwicklung zu erreichen. Wir helfen den Vereinten Nationen, Regierungen und anderen Partnern bei der Verwaltung von Projekten und bei der Bereitstellung nachhaltiger Infrastruktur und Beschaffung auf effiziente Weise. Lesen Sie mehr: www.unops.org

Über die AFD:

Die Agence Française de Développement Gruppe (AFD) ist eine öffentliche Institution, welche die französische Politik in den Bereichen Entwicklung und internationale Solidarität umsetzt: Klima, Biodiversität, Frieden, Bildung, Stadtplanung, Gesundheit, Regierungsführung usw. Unsere Teams sind aktiv beteiligt an mehr als 4.000 Projekten mit hohen sozialen und ökologischen Wirkungen in den französischen Übersee- Departements und Gebieten und in 115 Ländern. Damit leisten wir einen Beitrag zum Engagement Frankreichs und des französischen Volkes für die Ziele der nachhaltigen Entwicklung (SDGs).

Über CIFF:

Die Children's Investment Fund Foundation ist eine unabhängige philanthropische Organisation mit Büros in Addis Abeba, Peking, London, Nairobi und Neu-Delhi. CIFF arbeitet mit einem breiten Spektrum von Partnern zusammen, die sich bemühen, das Leben armer und gefährdeter Kinder in Entwicklungsländern zu verändern, mit dem letztendlichen Ziel, scheinbar unlösbare Herausforderungen zu lösen, um sicherzustellen, dass alle Kinder die Chance haben, zu überleben und zu gedeihen. CIFF will eine katalytische Rolle als Geldgeber und Einflussnehmer spielen, um dringende und systemische Veränderungen in großem Maßstab voranzutreiben. Das Klimaportfolio des CIFF wird von der Vision einer klimasicheren Zukunft für die Kinder von heute und für künftige Generationen getragen, die auch die Vorteile sauberer Luft, Energiesicherheit und nachhaltiger Arbeitsplätze mit sich bringt. Mehr Informationen unter: www.ciff.org .

Teilnehmende Regierungen (in alphabetischer Reihenfolge):

Deutschland: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) - Ansprechpartner für die Presse: Unterabteilungsleiterin Presse und Kommunikation: Regine Zylka, E-Mail: presse@bmu.bund.de

Frankreich: Agence Française de Développement (AFD)

Kanada: The Government of Canada

Vereinigtes Königreich: Department for Business, Energy and Industrial Strategy

Teilnehmende Philanthropen (in alphabetischer Reihenfolge):

Bloomberg Philanthropies

Children's Investment Fund Foundation (UK) Press Contact: Alex Bos Abos@ciff.org, und Abbi Knell Aknell@ciff.org

High Tide Foundation

Gemeinsame Pressemitteilung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, United Nations Office for Project Services (UNOPS), Children's Investment Fund Foundation (CIFF), Agence Française de Développement (AFD)

UNICEF: Eine verlorene Covid-19 Generation verhindern

19. November 2020 - 12:10
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UNICEF: Eine verlorene Covid-19 Generation verhindern

Aktueller Report / Jede neunte Covid-19-Infektion trifft ein Kind oder einen Jugendlichen

© UNICEF/Panjwani

Köln/New York, 19.11.2020 // UNICEF warnt vor erheblichen und wachsenden negativen Folgen der Covid-19-Pandemie für Kinder. Anlässlich des Internationalen Tags der Kinderrechte ruft UNICEF dazu auf, eine verlorene Covid-19-Generation zu verhindern.

In dem Report „Averting a Lost Covid Generation" dokumentiert das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen die schweren Konsequenzen der sich weiter ausbreitenden Pandemie für Kinder weltweit. Während die gesundheitlichen Symptome bei Kindern bislang mild sind, steigen die Infektionszahlen weiter. Die langfristigen Auswirkungen auf Bildung, Ernährung und Wohlbefinden einer ganzen Generation von Kindern und jungen Menschen können deren ganzes Leben nachhaltig prägen.

„Während der Covid-19-Pandemie hält sich bis heute die Vorstellung, dass Kinder kaum von der Krankheit betroffen sind. Nichts könnte weniger zutreffen", erklärte UNICEF Exekutivdirektorin Henrietta Fore. „Kinder können erkranken und das Virus verbreiten. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs der Pandemie. Die Unterbrechung lebenswichtiger Hilfen und Dienstleistungen sowie steigende Armutsraten sind die größten Bedrohungen für Kinder. Je länger die Krise andauert, so gravierender sind ihre Auswirkungen auf Bildung, Gesundheit, Ernährung und Wohlbefinden der Kinder. Die Zukunft einer ganzen Generation ist in Gefahr".

Die Auswertung von Daten aus 87 Ländern, für die entsprechende Informationen vorliegen, zeigt, dass Anfang November elf Prozent der zu diesem Zeitpunkt 25,7 Millionen Covid-19-Infektionen auf Kinder und Heranwachsende unter 20 Jahren entfielen. Dies bedeutet, dass jede neunte Covid-19-Infektion ein Kind oder einen Jugendlichen trifft. Weitere aussagekräftige, nach Alter differenzierte Daten über Infektionen, Todesfälle und Tests sind notwendig, um die Folgen für besonders verletzliche Kinder besser zu verstehen und Maßnahmen zu planen.

Kinder können zwar das Virus untereinander und auf Erwachsene übertragen. Aber es gibt starke Belege dafür, dass bei Beachtung grundlegender Sicherheitsmaßnahmen die Vorteile, Schulen geöffnet zu halten, die Nachteile von Schulschließungen mehr als aufwiegen – so der UNICEF-Bericht. Schulen sind in den Gemeinden nicht die Haupttreiber einer Verbreitung des Virus. Die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder sich anstecken, ist außerhalb schulischer Zusammenhänge höher.

Die Covid-19-Pandemie und ihre Folgen treffen Kinder schwer 

Die Unterbrechung lebensnotwendiger Gesundheitsversorgung und sozialer Dienste für Kinder stellen die schwerste Bedrohung für Kinder dar. UNICEF-Daten aus 140 Ländern zeigen:

  • Rund ein Drittel der Länder verzeichneten einen Rückgang der Zahl der Kinder, die mit medizinischen Maßnahmen wie Routineimpfungen, ambulanter Behandlung von ansteckenden Infektionskrankheiten sowie durch Betreuungsangebote vor, während und nach der Geburt erreicht werden. Hauptgrund für den Rückgang ist Angst vor Ansteckung.
  • In 135 Ländern werden 40 Prozent weniger Kinder und Frauen durch Ernährungshilfen und entsprechende Beratung erreicht. Ende Oktober erhielten immer noch 265 Millionen Mädchen und Jungen keine Schulspeisungen. Über 250 Millionen Kleinkinder unter fünf Jahren bekommen keine lebenswichtigen Vitamin-A-Tabletten.
  • 65 Länder berichten von einem Rückgang von Hausbesuchen durch Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter im Vergleich zum Vorjahr.

Der UNICEF-Report zeigt weitere alarmierende Fakten auf:

  • Im November 2020 sind 572 Millionen Mädchen und Jungen von landesweiten Schulschließungen betroffen – das sind 33 Prozent aller Schülerinnen und Schüler weltweit.
  • Durch die Unterbrechung lebenswichtiger Dienstleistungen und zunehmender Mangelernährung könnten in den kommenden zwölf Monaten zwei Millionen Kinder zusätzlich sterben und die Zahl der Todgeburten um 200.000 zunehmen. 
  • In 2020 werden zusätzlich sechs bis sieben Millionen Kinder unter fünf Jahren an Auszehrung oder akuter Mangelernährung leiden, eine Zunahme um 14 Prozent. Vor allem in den Ländern Afrikas südlich der Sahara und in Südasien werden hierdurch jeden Monat 10.000 Kinder zusätzlich sterben.
  • Weltweit sind bis Mitte des Jahres schätzungsweise 150 Millionen Kinder zusätzlich in mehrdimensionale Armut gerutscht - ohne Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung, Nahrung, sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen.

"Wir müssen den Bedürfnissen von Kindern Vorrang einräumen." 

UNICEF ruft Regierungen und Partner dazu auf, alles zu tun, um die Krise zu stoppen, und dafür zu sorgen, dass:

  • alle Kinder lernen können und die digitale Kluft geschlossen wird;
  • der Zugang zu Nahrung und Gesundheitsversorgung gewährleistet ist und Impfungen weltweit bezahlbar und zugänglich sind;
  • die psychische Gesundheit von Kindern und Heranwachsenden unterstützt und geschützt wird. Misshandlung, geschlechtsspezifische Gewalt und Vernachlässigung von Kindern müssen aufhören.
  • der Zugang zu sauberem Trinkwasser, sanitären Anlagen und Hygiene verbessert und gegen Umweltzerstörung und Klimawandel vorgegangen wird;
  • der Trend zu steigender Kinderarmut umgekehrt wird. Die Erholung von den ökonomischen und sozialen Folgen der Krise muss inklusiv gestaltet sein und darf kein Kind zurücklassen.
  • Schutz und Unterstützung für Kinder und Familien, die in Konflikt- und Krisengebieten leben oder ihre Heimat verlassen mussten, verstärkt wird.

„An diesem internationalen Tag der Kinderrechte rufen wie dazu auf, Kindern zuzuhören und ihren Bedürfnissen Vorrang einzuräumen", sagte Henrietta Fore. „Wenn wir an die Zukunft denken und nach vorne schauen in eine Welt nach der Pandemie, müssen wir als erstes an die Kinder denken."

» Der vollständige, englischsprachige Bericht ist hier auf unserer Webseite verlinkt.


Weltkindertag: Kinder vor gefährlichen Chemikalien schützen

19. November 2020 - 12:09
Anlässlich des Jahrestages der UN-Kinderrechtskonvention am 20.11.2020 mahnt der World Future Council, dass die in der Konvention verbrieften...

Die Stiftung Word Future Council fordert zum Weltkindertag: Kinder vor schädlichen Chemikalien schützen
Hamburg, 19.11.2020 Anlässlich des Jahrestages der UN-Kinderrechtskonvention am 20.11.2020 mahnt der World Future Council, dass die in der Konvention verbrieften Kinderrechte immer noch nicht überall realisiert werden.  Besonders ist die Gesundheit von Mädchen und Jungen durch Umweltverschmutzung, Klimawandel und gefährlichen Chemikalien gefährdet.
 
Vor 31 Jahren, am 20. November 1989, wurden Kinderrechte erstmals von der Vollversammlung der Vereinten Nationen in der Konvention über die Rechte des Kindes festgeschrieben. Damit ist die Staatengemeinschaft verpflichtet, allen Kindern weltweit die völkerrechtlich verbindlichen Kinderrechte zuzusichern und in Gesundheit, Bildung, Schutz sowie Beteiligung von Kindern zu investieren. Art. 24 der UN-Konvention über die Rechte des Kindes erkennt das Recht auf das Höchstmaß an Gesundheit an.
 
Weltweit gibt es rund 40.000 - 60.000 Chemikalien. Mit manchen dieser Chemikalien kommen wir täglich in Berührung.  Viele von ihnen sind eine Gefahr für Mensch und Umwelt, Kinder und Frauen sind oft besonders betroffen. Besonders problematisch sind Chemikalien, die bei der Herstellung, Verwendung oder Entsorgung in der Nahrungskette und unserem Trinkwasser landen und sich so in unserem Körper ansammeln.  Schutz vor gefährlichen Chemikalien ist daher das Thema des Future Policy Awards 2021!
 
„Wir haben erst kürzlich in einer Studie gesehen, dass ein Fünftel aller untersuchten deutschen Kinder so hohe Konzentration von Perfluoroktansäure im Blut hat, dass wir gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht ausschließen können. Die Chemikalie gehört zu den PFAS, langlebige Chemikalien aus der Stoffgruppe der per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen, die zum Beispiel Outdoor-Jacken wasser- und schmutzabweisend machen. Das Beispiel zeigt, dass noch viel beim Umgang mit Chemikalien zu verbessern ist, damit sie ihr Potential zum Erreichen der UN-Nachhaltigkeitsziele voll entfalten können", so Prof. Dr. Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes.
 
„Der World Future Council hat daher seinen renommierten Future Policy Award 2021 dem Thema Schutz vor gefährlichen Chemikalien gewidmet", so Alexandra Wandel, Vorstandsvorsitzende des World Future Councils. „Der Preis zeichnet Gesetze aus, die bessere Lebensbedingungen für heutige und zukünftige Generationen fördern. Wir suchen nach vorbildlichen politischen Maßnahmen, die Mädchen und Jungen vor den Gefahren in Blei in Farbe, in Pestiziden sowie vor ausbeuterischer Arbeit in den Goldminen, wo Quecksilber unsachgemäß verwendet wird, schützen."
 
„Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Ihre Körper reagieren empfindlicher auf Schadstoffe und nehmen diese auch verstärkter auf als Erwachsene. Schon im Mutterleib beginnt die Belastung mit gefährlichen Chemikalien. Kinder haben schwächere Abwehrmechanismen, da sich ihr Körper im Aufbau befindet. Allergien, Wachstumsstörungen, Gehirn- und Nervenschäden, Lernstörungen, geringe IQ Entwicklung oder aggressives Verhalten können die Folgen sein", so Prof. Dr. Michael Otto, Mitgründer und Ehrenratsmitglied des World Future Councils und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Otto GmbH & Co KG. „Hier ist eine gute Chemiekalienpolitik gefragt, und ich freue mich, dass sich der Future Policy Award 2021 dieses Thema annimmt und die Aufmerksamkeit auf die Gesundheit von Kindern lenkt."
 
Hinweis für die Presse: Ein Pressebriefing bei WFC Botschafterin Alexandra von Rehlingen-Prinz und Prof. Dr. Matthias Prinz, Mitglied des Aufsichtsrats wird aufgrund der Coronapandemie auf den 25.1.21 verlegt (Weltbildungstag).
 
Die Stiftung wird bei der 5. Internationalen Konferenz zu Chemikalienmanagement vom 5.-9. Juli 2021 in Bonn den Future Policy Award an die effektivsten Gesetze zum Schutz vor schädlichen Chemikalien vergeben.
 
Der Future Policy Award wird in Partnerschaft mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP), dem Strategischer Ansatz zum Internationalen Chemikalienmanagement (SAICM), der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), dem Ausbildungs- und Forschungsinstitut der Vereinten Nationen (UNITAR) und dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP), der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD),  sowie mit Unterstützung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), des Umweltbundesamts (UBA), der Michael Otto Stiftung und der Jua Foundation verliehen.
 
Dieses Projekt wurde gefördert durch das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Die Mittelbereitstellung erfolgt auf Beschluss des Deutschen Bundestages.

Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei den Autorinnen und Autoren.


  Über die Stiftung World Future Council
Der World Future Council (WFC) verfolgt das Ziel, unseren Kindern und Enkeln einen gesunden, nachhaltigen Planeten mit gerechten und friedlichen Gesellschaften zu übergeben. Um dies zu erreichen, identifizieren, entwickeln, beleuchten und verbreiten wir zukunftsgerechte Lösungen für die aktuellen Herausforderungen der Menschheit und fördern deren Umsetzung weltweit. Der Rat besteht aus 50 internationalen Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Kultur. Jakob von Uexküll, der Gründer des Alternativen Nobelpreises, hat den World Future Council 2007 ins Leben gerufen. Wir sind als gemeinnützige Stiftung in Hamburg registriert und finanzieren unsere Arbeit über Spenden und institutionelle Partnerschaften. 

Copyright © 2020 World Future Council Foundation, All rights reserved.

Unterernährt, übergewichtig, vergeudet: Neue Studie zeigt Folgen der Umstellung globaler Ernährungsgewohnheiten über Jahrzehnte

19. November 2020 - 12:08
Unterernährt, übergewichtig, vergeudet:

Neue Studie zeigt Folgen der Umstellung globaler Ernährungsgewohnheiten über Jahrzehnte

Nur eine Handvoll Reis und Bohnen – ein Teil unserer Welt hungert. Pizza Hawaii und Eiscreme - ein anderer Teil unserer Welt ist übersättigt. Diese Kluft wird sich voraussichtlich vergrößern, während Lebensmittelverschwendung und der Druck auf die Umwelt zunehmen: Das ist das Ergebnis der neuen Studie eines Teams des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten die Auswirkungen der Umstellung globaler Ernährungsgewohnheiten über Jahrzehnte, von spärlichen, auf Stärke basierenden Mahlzeiten hin zu tierischen Produkten und verarbeiteten Lebensmitteln; ihre Berechnungen fassen erstmals Schätzungen für Unter- und Übergewicht, Ernährungszusammensetzung und Essensabfälle zusammen. Die Ergebnisse sind alarmierend: Bis 2050 könnten mehr als 4 Milliarden Menschen – fast die Hälfte der Weltbevölkerung – übergewichtig sein, davon 1,5 Milliarden fettleibig. Gleichzeitig würden weiterhin 500 Millionen Menschen an Untergewicht leiden.

„Wenn der beobachtete Ernährungswandel weiter anhält, werden wir das Ziel der Vereinten Nationen nicht erreichen, den Hunger weltweit zu besiegen", erklärt Benjamin Bodirsky vom PIK, Hauptautor der in Scientific Reports veröffentlichten Studie. „Gleichzeitig wird unsere Zukunft von Übergewicht und Fettleibigkeit in einem extremen Ausmaß geprägt sein", so Bodirsky. Bis 2050 könnten 45 Prozent der Weltbevölkerung übergewichtig und davon 16 Prozent fettleibig sein – im Vergleich zu etwa 29 und 9 Prozent im Jahr 2010. Diese Entwicklung ist auf die unzureichende globale Verteilung von Nahrungsmitteln zurückzuführen sowie auf die Verlagerung der Ernährung von pflanzlicher, wenig verarbeiteter Kost hin zu unausgewogenen, hochverarbeiteten Speisen; Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte werden durch tierisches Eiweiß, Zucker und Fett verdrängt.

Und das ist noch nicht alles, wie Bodirsky betont: „Die zunehmende Verschwendung von Nahrungsmitteln und der steigende Konsum von tierischem Eiweiß führen dazu, dass wir die Umweltfolgen unseres Agrarsystems nicht mehr beherrschen können. Ob Treibhausgase, Stickstoffverschmutzung oder Entwaldung: Wir gehen an die Belastungsgrenzen unseres Planeten – und darüber hinaus."

Agrarsystem als wesentlicher Faktor für Treibhausgasemissionen

Acker- und Weideland für die Nahrungsmittelerzeugung bedecken rund ein Drittel der globalen Landfläche; unser Ernährungssystem verursacht fast ein Drittel der globalen Treibhausgasemissionen. Die neue Studie zeigt, dass – wenn die derzeitigen Trends anhalten – die weltweite Nachfrage nach Nahrungsmitteln zwischen 2010 und 2050 um etwa 50 Prozent steigen wird, und die Nachfrage nach tierischen Produkten wie Fleisch und Milch wird sich ungefähr verdoppeln – eine Entwicklung, die immer mehr Land erfordern würde.

„Mit der gleichen Landfläche könnten wir aber viel mehr pflanzliche Nahrungsmittel für den Menschen produzieren als tierische", erklärt Ko-Autor Alexander Popp, Leiter der Forschungsgruppe Landnutzungsmanagement am PIK. „Einfach gesagt: Wenn immer mehr Menschen immer mehr Fleisch essen, gibt es weniger pflanzliche Nahrung für die anderen – und wir brauchen mehr Land für die Nahrungsmittelproduktion, was dazu führen kann, dass Wälder abgeholzt werden. Die vermehrte Tierhaltung erhöht in der Folge den Ausstoß von Treibhausgasen."

Globale Nahrungsmittelnachfrage: Verteilung und Bildung als Kernprobleme

Die Studie bietet erstmalig einen konsistenten Langzeitüberblick über einen anhaltenden globalen Ernährungswandel von 1965 bis 2100. Unter Verwendung eines Open-Source-Modells prognostizieren die Forschenden, wie viel des Nahrungsmittelbedarfs auf Faktoren wie Bevölkerungswachstum, Alterungsprozesse, zunehmende Körpergröße, wachsenden Body-Mass-Index, abnehmende körperliche Aktivität und zunehmende Nahrungsmittelabfälle zurückzuführen ist.

Ko-Autor Prajal Pradhan vom PIK erklärt: „Es gibt genug Nahrung auf der Welt – das Problem ist, dass die armen Menschen auf unserem Planeten sich diese nicht leisten können. Und in den reichen Ländern spüren die Menschen die wirtschaftlichen und ökologischen Folgen der Verschwendung von Nahrungsmitteln nicht." Aber Umverteilung allein würde nicht ausreichen, denn sowohl ärmere als auch reichere Bevölkerungsschichten ernähren sich mangelhaft – es fehlt an Wissen über eine gesunde Lebens- und Ernährungsweise.

Wie weckt man Appetit auf Veränderung?

„Ungesunde Ernährung ist das weltweit größte Gesundheitsrisiko", erklärt Ko-Autorin Sabine Gabrysch, Leiterin der Forschungsabteilung Klimaresilienz am PIK. „Viele Länder in Asien und Afrika kämpfen derzeit noch mit Unterernährung und den damit verbundenen Gesundheitsproblemen. Gleichzeitig sind sie zunehmend auch mit Übergewicht und in der Folge mit einer steigenden Belastung durch Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs konfrontiert", so Gabrysch. Die neue Studie biete hier wertvolle Orientierung über den möglichen Entwicklungspfad verschiedener Länder und Regionen. Sie könne auch die dringend benötigte proaktive Politik hin zu einer nachhaltigen und gesunden Ernährung befördern.

„Wir brauchen dringend politische Maßnahmen, um eine Ernährungsumgebung zu schaffen, die gesundes Essverhalten fördert", erklärt Gabrysch. „Dazu könnten verbindliche Vorschriften gehören, welche die Werbung für ungesunde Snacks regulieren sowie nachhaltige und gesunde Mahlzeiten in Schulen, Krankenhäusern und Kantinen sicherstellen. Eine stärkere Konzentration auf Ernährungsbildung ist ebenfalls wichtig, von der Früherziehung im Kindergarten bis zur Beratung durch Ärzte und Krankenschwestern. Was wir essen ist von entscheidender Bedeutung – sowohl für unsere eigene Gesundheit als auch für die unseres Planeten."

Artikel: Benjamin Leon Bodirsky, Jan Philipp Dietrich, Eleonora Martinelli, Antonia Stenstad, Prajal Pradhan, Sabine Gabrysch, Abhijeet Mishra, Isabelle Weindl, Chantal Le Mouël, Susanne Rolinski, Lavinia Baumstark, Xiaoxi Wang, Jillian L. Waid, Hermann Lotze‐Campen, Alexander Popp (2020): The ongoing nutrition transition thwarts long-term targets for food security, public health and environmental protection. Scientific Reports. [DOI: 10.1038/s41598-020-75213-3]

Weblink zum Artikel: www.nature.com/articles/s41598-020-75213-3

Pressemitteilung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, 18.11.2020


Wer wir sind: Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) ist eines der weltweit führenden Institute in der Forschung zu globalem Wandel, Klimawirkung und nachhaltiger Entwicklung. Natur- und Sozialwissenschaftler erarbeiten hier interdisziplinäre Einsichten, welche wiederum eine robuste Grundlage für Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft darstellen. Das PIK ist ein Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

Jeder Sechste hält Ohrfeigen in der Erziehung für angebracht | Aktuelle Studie

19. November 2020 - 12:07
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Jeder Sechste hält Ohrfeigen in der Erziehung für angebracht

Internationaler Tag der Kinderrechte am 20. November/ Neue repräsentative Studie zu Einstellungen zu Körperstrafen und elterlichem Erziehungsverhalten in Deutschland 

Köln/Berlin/Ulm, den 19. November 2020// Vor 20 Jahren, am 8. November 2000, trat in Deutschland das Recht jedes Kindes auf gewaltfreie Erziehung in Kraft. Dieser Schritt hat dazu beigetragen, die Einstellungen zu Körperstrafen in der Erziehung zu verändern und körperliche und psychische Gewalt gegen Kinder zurückzudrängen. Doch trotz dieser positiven Entwicklung sehen viele Menschen in Deutschland körperliche Bestrafung weiter als angebracht an.

So ist jeder Zweite noch immer der Auffassung, dass ein Klaps auf den Hintern noch keinem Kind geschadet habe. Jeder Sechste hält es sogar für angebracht, ein Kind zu ohrfeigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle repräsentative Studie der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie Ulm, UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderschutzbund. 

Gemeinsam fordern der Kinder- und Jugendpsychiater und Psychotherapeut Prof. Dr. Jörg M. Fegert, UNICEF Deutschland und der Deutsche Kinderschutzbund, das Bewusstsein für alltägliche Gewalt gegen Kinder zu schärfen und das Recht auf gewaltfreie Erziehung auf allen Ebenen der Gesellschaft zu stärken und umzusetzen. Insbesondere das Ausmaß und die negativen Folgen psychischer Gewalt gegen Kinder werden bis heute weitgehend unterschätzt.

Seit der Jahrtausendwende ist der Anteil der Menschen, die Gewalt anwenden bzw. als angebracht ansehen, insgesamt gesunken. Gaben in einer Befragung aus dem Jahr 2005 noch rund drei Viertel der Befragten an, einen „Klaps auf den Hintern" als Erziehungsmethode verwendet zu haben, hielten im Jahr 2016 nur noch 44,7 Prozent und im Jahr 2020 nur noch 42,7 Prozent diese Strafe für angebracht. Gaben im Jahr 2005 noch 53,7 Prozent der Befragten an, schon einmal eine „leichte Ohrfeige" als Erziehungsmethode eingesetzt zu haben, hielten dies im Jahr 2016 nur noch 17 Prozent und im Jahr 2020 17,6 Prozent für angebracht. In den Jahren von 2016 bis 2020 stagnierten die Zahlen somit. Die Akzeptanz von körperlicher Bestrafung hat damit ein Plateau erreicht. Insbesondere leichtere Körperstrafen bleiben bei einem erschreckenden Teil der deutschen Bevölkerung weiter verbreitet.

Weitere Ergebnisse der Studie

  • Die Zustimmung zu Körperstrafen bei Kindern ist bei Männern größer als bei Frauen. So stimmen Männer dem Klaps auf den Hintern mit 57,8 Prozent häufiger zu als Frauen mit 47,1 Prozent.
  • Je älter die Befragten sind, desto seltener lehnen sie Körperstrafen ab. So lehnen 55,4 Prozent der Befragten unter 31 Jahren den Klaps auf den Hintern ab, verglichen mit 34,7 Prozent der Befragten über 60 Jahren.
  • Wer Gewalt erfahren hat, akzeptiert sie eher in der Erziehung. Teilnehmende, die selbst als Kind Körperstrafen und emotionale Gewalt erlebt haben, stimmen Körperstrafen in der Erziehung eher zu als Menschen, die ohne Gewalt groß geworden sind. So ist die Wahrscheinlichkeit, der Aussage „Ein Klaps auf den Hintern hat noch keinem Kind geschadet" zuzustimmen, bei der Gruppe, die selbst Körperstrafen in der Kindheit erlebt hat, fast 16-mal so hoch wie bei Menschen, die keine Körperstrafen erlebt haben. Haben sie emotionale Gewalt erfahren, ist die Wahrscheinlichkeit doppelt so hoch. 

„Die Verankerung des Rechts auf gewaltfreie Erziehung hat wesentlich dazu beigetragen, einen neuen Tiefstand bei der Akzeptanz körperlicher Strafen zu erreichen", sagt Prof. Dr. Jörg M. Fegert, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie Ulm. „Doch darauf dürfen wir uns nicht ausruhen. Denn noch immer verharmlosen zu viele Menschen körperliche Übergriffe wie Ohrfeigen. Auch psychische Gewalt, die häufigste Form der Misshandlung, wird viel zu häufig tabuisiert. Unsere Gesellschaft muss akzeptieren, dass Gewalt viele Gesichter hat und Kindern immer schadet." 

„Gewalt gegen Kinder, ganz gleich in welcher Form, hinterlässt bei Kindern Spuren und untergräbt ihre Würde", sagt Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Gerade psychische Gewalt bleibt häufig im Verborgenen. Wir müssen das gesellschaftliche Schweigen endlich brechen. Mit unserer Kampagne #NiemalsGewalt möchten wir einen Beitrag zu Prävention und Sensibilisierung leisten." 

„20 Jahre nach der Gesetzesänderung bleiben Herausforderungen", sagt Ekin Deligöz, Vizepräsidentin des Deutschen Kinderschutzbundes. „Denn das Recht jedes Kindes auf gewaltfreie Erziehung geht weit über den Verzicht auf körperliche Bestrafungen hinaus. Es ist eine Frage der gesellschaftlichen Haltung. Die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz ist ein längst überfälliger Schritt, um die Rechte der Kinder auf Schutz, Förderung und Beteiligung zu stärken."

Folgende drei Ansätze sind dringend notwendig, um Kinder nachhaltig vor Gewalt zu schützen: 

Kinderrechte stärken: Durch die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz würden Kinder als eigene Träger von Grundrechten gestärkt und die Rahmenbedingungen für einen wirksamen Kinderschutz verbessert. So würden Kinderrechte in Gerichts- und Verwaltungsverfahren konsequenter berücksichtigt und Kinder müssten in Verfahren, die sie betreffen, angehört werden. Darüber hinaus muss die Grundlage für eine flächendeckend bessere Ausstattung der Kinder- und Jugendhilfe geschaffen werden. 

Über das Ausmaß und die Folgen jeglicher Form von Gewalt gegen Kinder aufklären: Dass Gewalt niemals hingenommen werden darf, muss als Daueraufgabe unserer gesamten Gesellschaft etabliert werden. Insbesondere das Bewusstsein für psychische Gewalt und ihre gravierenden Folgen muss geschärft werden. Dazu sind nachhaltige Aufklärungskampagnen und gezielte Prävention notwendig.  

Die Datenlage zu Gewalt gegen Kinder in der Erziehung verbessern: Eine systematische Datenerhebung ist das Fundament für wirksame Prävention und InterventionNur so kann das tatsächliche Ausmaß der Gewalt erkannt werden und Handlungsdruck entstehen.

Hintergrund zur Studie

Im Auftrag von UNICEF Deutschland und dem Kinderschutzbund hat ein Forschungsteam der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm im Frühjahr 2020 2.500 repräsentativ ausgewählte Personen zu ihren Einstellungen zu Körperstrafen in der Erziehung befragt. Die aktuelle Studie baut auf bestehenden Arbeiten zur Akzeptanz von Körperstrafen auf und untersucht, wie sich Einstellungen seit Inkrafttreten des Rechts auf eine gewaltfreie Erziehung im Jahr 2000 verändert haben.

» Die vollständige Studie zu Einstellungen zu Körperstrafen und elterlichem Erziehungsverhalten steht hier zur Verfügung.


Freiwilligendienst mit weltwärts wieder möglich

18. November 2020 - 14:22

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In Länder, für die keine Reisewarnungen oder Einreisebeschränkungen vorliegen, können Freiwillige, unter Beachtung strenger Kriterien, mit weltwärts wieder ausreisen. Zudem besteht für Freiwillige die Möglichkeit, ihren Dienst in Deutschland zu beginnen.

Lea hat 2018/2019 einen Freiwilligendienst in einer Einrichtung für Menschen mit Beinträchtigung in Vietnam gemacht. Foto: Engagement Global

Bonn, 18. November 2020. Das Auswärtige Amt hat seine generelle internationale Reisewarnung zum 1. Oktober 2020 aufgehoben. Somit ist ein Freiwilligendienst mit weltwärts vereinzelt wieder möglich. Erste Ausreisen sind für Dezember geplant.

Angesichts des weltweiten Infektionsgeschehens sind Ausreisen für Freiwillige nur für Länder ohne landesspezifische Reisewarnung und unter Beachtung strenger Kriterien realisierbar. Die Kriterien orientieren sich beispielsweise an dem lokalen Zugang zum Gesundheitssystem, der Versorgungslage vor Ort, den Quarantänebedingungen im Gastland oder auch der Verfügbarkeit von Flugverbindungen. Zudem darf auch von den Freiwilligen keine Ansteckungsgefahr ausgehen. Alle weltwärts-Organisationen sind verpflichtet, genau zu prüfen, ob die Entsendung und der Aufenthalt von Freiwilligen unter diesen Kriterien vertretbar ist.

Für Sebastian Bolle geht es im Dezember als einer der ersten Freiwilligen mit weltwärts und der Organisation Friends of Ruanda e.V. in eine Schule im Osten Ruandas. „Der größte Teil meines Umfeldes hatte nicht mehr an eine Ausreise geglaubt, ich kenne aber niemanden, der wegen Corona seine Meinung zu meinem Freiwilligendienst geändert hat", sagt der Abiturient. „Ich persönlich freue mich, dass ich Ausreisen kann und mich trotz Corona mit Leuten aus anderen Kulturen austauschen kann."

Sofern eine Ausreise vorerst nicht möglich sein sollte, können Freiwillige bis zu sechs Monate ihres Dienstes in Deutschland leisten und hier einer gemeinnützigen Tätigkeit nachgehen. „Meine Organisation hat den Freiwilligen angeboten, ihren Freiwilligendienst schon in Deutschland anfangen zu können und eventuell im Ausland fortzuführen", erzählt Sarah Eikermann, die eigentlich auch nach Ruanda ausreisen wollte. „Dieses Angebot habe ich angenommen und arbeite seit Anfang September in einer Sekundarschule im Kreis Minden. Ich freue mich auf die nächsten Monate und bin gespannt, was noch alles passieren wird und welche Erfahrungen ich noch sammeln werde."

Über weltwärts
Weltwärts ist der entwicklungspolitische Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Menschen im Alter von 18 bis 28 Jahren können sich über den staatlich geförderten Dienst in Projekten in Afrika, Asien, Lateinamerika, Osteuropa oder Ozeanien bzw. in Deutschland engagieren. Ziele von weltwärts sind, dass die Teilnehmenden eine andere Lebensweise kennenlernen sowie Impulse für ein solidarisches Engagement nach der Rückkehr mitnehmen. Die Koordinierung des Programms liegt im Auftrag des BMZ bei Engagement Global – Service für Entwicklungsinitiativen.

Weitere Informationen

Zur Internetseite von welwärts
Zur Facebook-Seite von weltwärts
Zur Instagram-Seite von weltwärts


Quelle: ENGAGEMENT GLOBAL gGmbH
Service für Entwicklungsinitiativen

Bundeskabinett benennt BM Müller als Kandidaten für UNIDO

16. November 2020 - 16:06
Das Kabinett hat Minister Müller als deutschen Kandidaten für die Leitung der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO) benannt.

Die UNIDO ist ein wichtiger Partner Deutschlands für globale Entwicklung und die Schaffung neuer Arbeitsplätze in Entwicklungsländern. Diesen Bereich hat die deutsche Entwicklungspolitik unter anderem mit der „Sonderinitiative Ausbildung und Beschäftigung" in den letzten Jahren massiv ausgebaut.

Es gibt weitere, starke Bewerber für die Wahl im November 2021. Der Bewerbungsprozess läuft ab jetzt, ist transparent und offen.

Gerd Müller verfügt über langjährige Erfahrung in internationaler Entwicklungszusammenarbeit und wirtschaftlichen Entwicklung: Im Europäischen Parlament war er u.a. Mitglied der parlamentarischen Versammlung der Staaten Afrikas, der Karibik und des Pazifiks. Von 2005 bis 2013 arbeitete er als Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium zu den Schwerpunkten Welternährung und internationale Agrar-Entwicklungsprojekte. Seit 2013 ist er Bundesentwicklungsminister und hat insbesondere die Zusammenarbeit mit Afrika, Eine Welt ohne Hunger, den internationalen Klimaschutz und die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und die Berufsausbildung stark ausgebaut. Zuletzt hat das BMZ ein Corona-Soforthilfe-Paket auf den Weg gebracht, das neben der unmittelbaren Pandemiebekämpfung einen Fokus auf den Schutz von Arbeitsplätzen in den Entwicklungsländern legt. Deutschland ist heute - nach den USA - zweitgrößter Geber weltweit. 

Quelle: BMZ Ticker


BMU startet Ideenwettbewerb für einen nachhaltigen Wiederaufbau in Schwellen- und Entwicklungsländern

13. November 2020 - 21:07
BMU startet Ideenwettbewerb für einen nachhaltigen Wiederaufbau in Schwellen- und Entwicklungsländern Neuer Förderaufruf zur Bewältigung der Corona-Pandemie

Das Bundesumweltministerium sucht ab sofort weltweit Ideen für Projekte zum Klimaschutz und zum Erhalt der Biodiversität in Entwicklungs- und Schwellenländern. Dafür startet jetzt im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative ein weiteres themenspezifisches Auswahlverfahren unter dem Leitmotiv: „Creating Green Societies in Challenging Times".

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Schwellen- und Entwicklungsländer sind besonders stark von den sozialen und ökonomischen Folgen der Corona-Pandemie betroffen. Mit der neuen Förderrunde der Internationalen Klimaschutzinitiative unterstützen wir die Länder dabei, die Krise zu bewältigen. Gleichzeitig machen wir deutlich, wie Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel und Erhalt der Biodiversität zu einem nachhaltigen wirtschaftlichen Wiederaufbau beitragen können."

Die Fördermittel von insgesamt 240 Millionen Euro für diesen Förderaufruf werden im Rahmen der Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) zur Verfügung gestellt. Unter dem Leitmotiv „Creating Green Societies in Challenging Times" sind insgesamt 13 Themenschwerpunkte definiert. Das Spektrum reicht von klimakompatibler Wirtschaftsentwicklung und der Mobilisierung von privatem Kapital über Klimaschutz im Seeverkehr und den Kampf gegen die Wüstenbildung bis hin zum Aufbau von Bildungsstrukturen zum Thema Klimaschutz. Die Förderhöhe kann je Projekt zwischen fünf und 30 Millionen Euro betragen.

Berechtigt für eine Förderung sind unter anderem Nichtregierungsorganisationen, Wirtschaftsunternehmen, Durchführungsorganisationen des Bundes, Hochschulen und Forschungseinrichtungen im In- und Ausland sowie internationale und multilaterale Organisationen, wie zum Beispiel Entwicklungsbanken oder Einrichtungen der Vereinten Nationen. Bis zum 10. März 2021 (23:59 Uhr, MESZ) können sie Projektskizzen in englischer Sprache über die IKI-Onlineplattform einreichen.

Weitere Informationen zum thematischen Auswahlverfahren unter https://www.international-climate-initiative.com/de/projektfoerderung/informationen-fuer-antragsteller/thematisches-auswahlverfahren

Die Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI)

Die Internationale Klimaschutzinitiative ist eines der wichtigsten Instrumente des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) zur internationalen Finanzierung von Klimaschutz und Biodiversität. Die IKI agiert im Kontext der Klimarahmen-konvention und des Übereinkommens über die biologische Vielfalt. Sie finanziert Klimaschutz und Biodiversitätserhalt in Entwicklungs- und Schwellenländern sowie in Transformationsländern. Die IKI hat über 730 Klima- und Biodiversitätsprojekte in mehr als 60 Ländern mit einem Gesamtförder-volumen von 3,9 Milliarden Euro (2008 bis 2019) zugesagt.

IKI-Projekte bringen innovative Lösungen voran und entwickeln neue politische, ökonomische und regulative Ansätze sowie technologische Optionen und Kooperationsmodelle. Die Lösungsansätze müssen über das Einzelprojekt hinaus Wirkung zeigen und übertragbar sein.

Ein wichtiger Aspekt bei der Bewilligung von Projekten im Rahmen der IKI ist die Einhaltung von Menschenrechten sowie hoher Umwelt- und Sozialstandards. Seit 2017 wendet die IKI daher einen systematischen, bindenden sogenannten Safeguards-Ansatz an, zu dessen Einhaltung sich die Organisationen bei der Planung und Durchführung von IKI-Projekten verpflichten.

 

Weltweit 207.500 Todesfälle durch Masern

13. November 2020 - 21:05
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Weltweit 207.500 Todesfälle durch Masern

Masernerkrankungen nehmen laut WHO, UNICEF und Partnern weltweit zu: Die Zahl gemeldeter Fälle erreicht den höchsten Stand seit 23 Jahren.

© UNICEF/UNI232331/Stephen

Köln, den 12. November 2020 // Im Jahr 2019 stieg die weltweite Zahl der Masernerkrankungen auf den höchsten Wert seit 23 Jahren. Insgesamt wurden 869.770 Fälle registriert. Die Sterblichkeit in Folge von Masern nahm seit 2016 weltweit um fast 50 Prozent zu. Allein im Jahr 2019 starben schätzungsweise 207.500 Menschen an der gefährlichen Infektionskrankheit, die meisten davon Kinder unter fünf Jahren. Dies geht aus Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) hervor, die heute zusammen mit UNICEF und weiteren Partnern veröffentlicht wurden.

Nach Fortschritten im Kampf gegen Masern in den Jahren 2010 bis 2016 stieg die Zahl der gemeldeten Erkrankungen schrittweise wieder an. Die Autoren der Studie geben als Hauptursache hierfür an, dass Kinder nicht rechtzeitig die zwei notwendigen Dosen des Masernimpfstoffes erhalten haben. Dies ist aus einem Abgleich der Daten von 2016 und 2019 abzuleiten. 

„Wir wissen, wie Masernausbrüche und Todesfälle verhindert werden können", sagte Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO. „Diese Daten sprechen allerdings eine deutliche Sprache. Nämlich, dass es uns nicht gelingt, Kinder in allen Regionen der Welt vor Masern zu schützen. Wir müssen zusammenarbeiten, alle Länder unterstützen und Gemeinden einbinden, um überall jeden einzelnen Menschen gegen Masern zu impfen und dieses tödliche Virus zu stoppen."

Masernausbrüche treten auf, wenn Menschen, die nicht vor dem Virus geschützt sind, infiziert werden und dieses auf nicht oder nicht ausreichend geimpfte Personen übertragen. Um Masern zu bekämpfen und Ausbrüche sowie Todesfälle zu verhindern, muss eine Impfquote von 95 Prozent bei der erforderlichen ersten und zweiten Impfdosis jeweils erreicht und sowohl auf nationaler als auch regionaler Ebene aufrechterhalten werden. Die Impfquote für die erste Dosis stagniert jedoch seit mehr als einem Jahrzehnt weltweit bei 84 bis 85 Prozent. Die Impfquote für die zweite Dosis ist zwar stetig gestiegen, liegt aber erst bei 71 Prozent. Damit bleiben die Impfraten deutlich unter den für die Eliminierung von Masern erforderlichen 95 Prozent.

Die Covid-19-Pandemie darf die Masern-Krise nicht verschärfen

In diesem Jahr wurden weltweit bislang weniger Masernerkrankungen gemeldet. Gleichzeitig haben die Maßnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie jedoch zu Unterbrechungen bei Masernimpfungen geführt und den Kampf gegen die Krankheit behindert.

So mussten aufgrund der Pandemie in 26 Ländern Impfkampagnen gegen Masern gestoppt werden. Dadurch waren bis November mehr als 94 Millionen Menschen dem Risiko ausgesetzt, keine Impfung zu erhalten. In vielen dieser Länder kommt es zu anhaltenden Masernausbrüchen. Von den Ländern, in denen in diesem Jahr Impfkampagnen geplant waren, nahmen nur acht diese nach anfänglichen Verzögerungen wieder auf (Brasilien, Zentralafrikanische Republik, Demokratische Republik Kongo, Äthiopien, Nepal, Nigeria, Philippinen und Somalia).

„Vor der Corona-Krise kämpfte die Welt mit einer Masern-Krise – und sie ist nicht vorbei", sagte Henrietta Fore, UNICEF-Exekutivdirektorin. „Während die Gesundheitssysteme durch die Covid-19-Pandemie belastet sind, dürfen wir es nicht zulassen, dass unser Kampf gegen eine tödliche Krankheit auf Kosten unseres Kampfes gegen eine andere geht. Das heißt, dass wir trotz der Covid-19-Pandemie sicherstellen müssen, dass wir über die Ressourcen verfügen, um Impfkampagnen für alle Krankheiten fortzusetzen, die durch Schutzimpfungen zu vermeiden sind."

Über die Masern & Röteln-Initiative

Die Masern & Röteln-Initiative (M&RI), zu der das Amerikanische Rote Kreuz, die Stiftung der Vereinten Nationen, die US-amerikanische CDC, UNICEF und die WHO sowie globale Impfpartner wie Gavi, die Vaccine Alliance, die Bill and Melinda Gates Foundation und andere gehören, arbeitet an der Bewältigung der aktuellen Masern-Krise und stellt sicher, dass Ressourcen für Impfungen bereitgestellt werden, damit Verzögerungen bei der Immunisierung – gegen Masern und auch andere Krankheiten – in allen Regionen der Welt aufgefangen werden können.

» Der vollständige englischsprachige Bericht steht ab dem 12. November, 19 Uhr, hier zur Verfügung.


Download: Kostenfreies Foto- und Videomaterial


EUROSOLAR ruft zu RED auf, der Regenerativen Dekade

11. November 2020 - 15:46

Bonn, 11. November 2020 - Nachdem der internationale Vorstand von EUROSOLAR e.V. im Februar den Aufruf zur Regenerativen Dekade verabschiedet hatte, legt er nun einen Zehn-Punkte-Plan für das Einläuten eines erneuerbaren Zeitalters ein. Der Tenor: 100 Prozent Erneuerbare Energien sind notwendig - und nur der Anfang für notwendige Klimastabilisierungsaktionen.

Denn eine neue Ära in der Geschichte der Menschheit hat begonnen, mit einer neuen Phase in der fossil befeuerten Transformation der Arktis: Eine russisch-schwedische Gruppe von Wissenschaftlern meldete Ende Oktober vom Forschungsschiff R/V Akademik Keldysh nie vorher gefundene Mengen an Methan, die entlang einer 150 Kilometer langem und zehn Kilometer breitem Streifen des kontinentalen Abhangs 600 km von der ostsibirischen Küste in der Laptev-See bis in Tiefen zu 350 Metern aufsteigen. Dies ist ein weiteres Indiz, dass der Prozess begonnen hat, Teile oder alle der 1.400 Gigatonnen an Carbon, noch gebunden in Methaneishydraten am Meeresboden, aufwecken könnten. Dies, kombiniert mit der Permafrostschmelze, verstärkt die Möglichkeit einer abrupten Klimaänderung. Obschon dieser Mechanismus und dessen Risiko lange bekannt sind, geschah bisher fast nichts, dies aufzuhalten. Fossiler Energieverbrauch steigt weiter an, Erneuerbare werden gebremst.

Nun ist es Zeit für die Wende in das Regenerative Zeitalter

Bisherige Maßnahmen wie Zielsetzungen auf weiter emittierende Klimaneutralität in angesichts der rapiden Klimadynamik viel zu langen Zeiträumen von 20 bis 30 Jahren entpuppen sich heute als völlig unzureichend. Das nachhaltige Ziel für Temperaturanstieg liegt nicht bei 1,5 oder 2 sondern bei Null Grad gegenüber vorindustriellen Zeiten. So sind nicht nur die CO2-Konzentrationen mittlerweile auf einen 150%-igen Überschuss gestiegen, von 280 auf über 415 Millionstel: Auch Methankonzentrationen liegen bereits dreimal so hoch wie ein stabiles Klima es über Zeitalter hinweg brauchte, angestiegen von 600 auf knapp 1900 Milliardstel, großteils als Resultat der Fossilindustrie. Noch mehr ignoriert als fossile Methanüberschüsse ist der Sauerstoffentzug aus Atmosphäre und Ozeanen. Steigende Temperaturen und schwindende Wasserressourcen verlangen auch ein schnelles Umsteigen auf dezentrale, redundante,  und erneuerbare Ressourcen. Wesentlich schlagkräftigere Methoden sind nötig als sie heute in Deutschland, Europa und weltweit in Kabinetten und Parlamenten überlegt werden, einer generellen Mobilmachung gleich.

Dazu gehören die Forderungen und Konzepte dieser 10-Punkte:

1. Das Einführen eines Klimaverteidigungshaushaltes für den rapiden Ausstieg aus fossilen Energien und Umstieg auf Erneuerbare Energien ist nötig dieser mag mindestens fünf bis zehn Prozent des Bruttosozialproduktes ausmachen, ein Vier- bis Achtfaches des deutschen Verteidigungshaushaltes.
2. Die Einführung einer Klimanot-Diplomatie ist nun gefragt, die das Beenden kriegerischer Akte und Kriege, im gemeinsamen Interesse im Kampf ums Überleben verfolgt- gegen den gemeinsamen Feind der Klimaerhitzung. Dies beinhaltet einen europa- und weltweiten Klimamigrationsmanagementplan: denn Milliarden von Mitmenschen werden sehr bald nach einem neuen Zuhause suchen müssen.
3. Die gezielte Umstrukturierung fossiler Industrien durch technische Substitutionsprogramme, die Beseitigung fossiler Subventionen und, wo nötig, strukturelle Maßnahmen wie Transformationshilfe sind essenziell - sowie der sofortige Abbau der massiv blockierenden Regelungen für erneuerbare Netze, Speicher und distributive Systeme - gestützt durch die Neue Energiemarktordnung.
4. Das Ersetzen von Arbeitsplätzen in den fossilen Industrien durch priorisierte Strukturreformen hin zu regenerativen Branchen wird zu einer zentralen Aufgabe der öffentlichen und privaten Beschäftigungspolitik.
5. Die Umkehrung von Emissionszielen ist die logische Schlussfolgerung aus der Erkenntnis, dass Klimaneutralität allein nicht genug ist, und auch sogenannte Nullemissions-Ziele gegenüber 1990 nicht ausreichen: Das Referenzjahr für Temperatur muss vor der Industrierevolution liegen. Die weltweite Wirtschaft braucht Strategien, die geeignet sind, die Treibhausgas-Konzentrationen in der Atmosphäre zu reduzieren.
6. Die Einstufung fossiler Ressourcen als giftig ist gefragt: Ihre Förderung und Verbreitung sollte nach kurzer Übergangsfrist als nicht weiter vertretbar erklärt, oder zumindest stark besteuert werden.
7. Der rapide Aufbau und die Regeneration gesunder, klimaaktiver landwirtschaftlicher Böden, Feuchtgebiete und Wälder als effektivste Karbonsenke ist eine höchst dringliche Aufgabe.
8. Die Umgestaltung der Bauwirtschaft und aller Industrien und Manufakturen in karbonsequestrierende Prozesse muss zentraler Fokus der Wirtschaftspolitik sein: dies bedeutet großmaßstäbliche Umwandlungen atmosphärischen CO2s in Holz, Karbonfasern und andere feste Karbonprodukte.
9. Volle Ausschöpfung der noch nie dagewesenen Produktivitäts- und Innovationsschübe für massiven Ausbau hochwertiger Beschäftigungsmöglichkeiten für alle Bürgerinnen und Bürger, bestehende und neue Migranten, ist die ganz große Chance, unsere Gesellschaft wirtschaftlich, sozial wie ökologisch stark zu gestalten.
10. Ein neuer Finanzierungsmechanismus ist nötig, der langfristige Investitionen wie Defossilierung, landwirtschaftliche Reform und Bewaldung heute mit höherer Rendite belohnt als kurzfristige. Hierzu sind Zukunftsbanken gefordert, die Währungen mit investitionsanreizenden negativen Zinsen schöpfen, und deren Ausgaben an nachhaltige Produkte und Dienstleistungen gebunden sind.

EUROSOLAR fordert eine Fokussierung und Verschärfung des Europäischen Green Deals, von Klimaneutralität hin zu 100% Erneuerbaren Energien, karbonsequestrierender Landwirtschaft, Aufforstung mit dürreresistenten Wäldern und die Umwidmung der europäischen Kreislaufwirtschaftsrichtlinien in wirtschaftsweite Karbonsequestrierungsregelungen: Ziel muss ein klimapositives, emissionsnegatives Europa sein, auf der Basis eines kurzfristig umgesetzten 100-%-Energiezieles bis 2030, mit praktischen, näheren Umsetzungshorizonten. Hierfür mangelt es an verfügbaren politischen Werkzeugen wie etwa einem überzeugenden Energie-Einspeise-Gesetz, Erneuerbaren-Energien-Technologien und erfolgreichen Beispiele nicht: EUROSOLAR hat sie seit Jahrzehnten im Rahmen der Solarpreis-Verleihungen zelebriert und in Solarstadt-, Speicher- und vielen anderen Konferenzen verbreitet.

Die EEG-Novelle in Deutschland ist ein wichtiger Baustein in dieser Agenda: Sie muss Klimaschutz entfesseln und als Beispiel für andere Staaten weltweit dienen - für eine Solaroffensive, die Arbeitsplätze schafft und Energiesicherheit durch heimische Erneuerbare aufbaut. EUROSOLAR setzt sich dafür ein, dass mit dem Gesetzentwurf zum EEG 2021 Impulse für eine Beschleunigung der Energiewende gesetzt werden.

Dazu bitten wir um Beachtung unserer EUROSOLAR-Stellungnahme zur EEG-Novelle 2021.

 

Stopp des EU-Mercosur Handelsabkommen & Transparenz in der Handelspolitik

11. November 2020 - 0:23

Gemeinsame Pressemitteilung 


Heutiger EU-Handelsministerrat: Zivilgesellschaftliche Organisationen fordern weiterhin Stopp des EU-Mercosur Handelsabkommens und Transparenz in der Handelspolitik

09. November 2020 - Bei der heutigen Videokonferenz der Handelsminister*innen aller EU-Staaten steht das umstrittene EU-Mercosur-Abkommen nicht auf der Agenda. Noch zu Beginn der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im Juli war erwartet worden, dass das Abkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay bei der Sitzung am 9. November bereits zur Abstimmung stehen könnte.

In den letzten Wochen ist in Deutschland wie auch innerhalb der EU weitere Kritik an dem Abkommen geäußert worden, so vom Europäischen Parlament, von den Konfererenzen der Agrarminister und Agrarministerinnen auf europäischer wie nationaler Ebene sowie von Umweltministerin Schulze. Auch die jüngsten, von den Regierungen Frankreichs und Schwedens und vom Europäischen Parlament in Auftrag gegebenen Studien belegen die gravierenden Folgen des Abkommens für Klima, Landwirtschaft, globale Gerechtigkeit und Menschenrechte. 
EU-Handelskommissar Dombrovskis zufolge finden derzeit Gespräche mit den Mercosur-Staaten statt, um diese zu weiteren Selbstverpflichtungen zum Schutz des Amazonas-Regenwaldes und des Klimas zu bewegen.

Dazu sagt Bettina Müller, Handelsreferentin von PowerShift: „Mit einem breiten, europaweiten und transatlantischen Bündnis ist es uns gelungen, auf die gravierenden Folgen des Abkommens aufmerksam zu machen. Nun kommt es darauf an, die richtigen Schlüsse aus der Kritik zu ziehen. Selbstverpflichtungen sind wirkungslose Papiertiger, da sie ebenso wie die bereits im Abkommen festgeschriebenen Verpflichtungen zur Nachhaltigkeit nicht mit einem Durchsetzungsmechanismus verbunden sind."

Sven Hilbig, Handelsexperte von Brot für die Welt, ergänzt: „Weder Öffentlichkeit noch Parlamente wissen, welche Vorschläge die EU-Kommission gegenüber den Mercosur-Staaten auf den Tisch gelegt hat und in welchem Rahmen sie diese verhandelt. Diese fehlende Transparenz ist absolut inakzeptabel. Unsere Partner in Südamerika sind zunehmend besorgt darüber, dass Brüssel einen Deal aushandelt, der Kleinbauern und Indigenen keinen wirklichen Schutz bietet."

Handelsexperte Jürgen Knirsch von Greenpeace sagt: „Dieses Abkommen steht für eine Politik von gestern, die einseitig den Interessen der Automobil-, Chemie- und Agrarindustrie dient und die Umweltzerstörung weiter befeuert. Mit Zusatzerklärungen und kleinen Nachbesserungen ist dieses Abkommen nicht zu retten, stattdessen brauchen wir eine europäische Handelspolitik, die soziale Gerechtigkeit und den Schutz von Klima und Artenvielfalt in den Mittelpunkt stellt."

Das Handelsabkommen der EU mit den Mercosur-Staaten steht seit langem in der Kritik. Die Kritik richtet sich insbesondere gegen die mit dem Abkommen einhergehenden Landvertreibungen und Abholzungen, die die Klimakrise weiter verschärfen würden, sowie gegen die Verhinderung existenzsichernder landwirtschaftlicher Erzeugerpreise. In Deutschland sprechen sich über 70 zivilgesellschaftliche Organisationen mittlerweile in einem gemeinsamen Aufruf gegen das Abkommen aus. Das Klima-Bündnis, dem über 1.800 Städte und Gemeinden aus 27 europäischen Ländern angehören, hat in einer Resolution den Europäischen Rat aufgefordert, das Abkommen in seiner jetzigen Form abzulehnen. Auch die Bevölkerung lehnt das Abkommen mehrheitlich ab: Drei von vier Bürger*innen in Deutschland sowie in der EU sprechen sich für seinen Stopp aus.


Weitere Informationen:




 

Global Education Week am 16. November 2020 - It’s our world. Let’s take action!

11. November 2020 - 0:22
Start der europaweiten Global Education Week am 16. November 2020 Motto „It's our world. Let's take action!"Für Demokratiebildung und das gesellschaftliche Engagement junger Menschen

Die diesjährige Global Education Week vom 16. bis 20. November 2020 steht unter dem Motto „It's our world. Let's take action!". Ihr Ziel ist es, gesellschaftliches Engagement gerade auch von Jugendlichen zu unterstützen und Demokratiebildung zu fördern. Die Aktionswoche wird in Deutschland von der Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd beim World University Service (WUS) koordiniert. Vielfältige Projekte sind bereits beim WUS eingereicht worden.

„Die diesjährige Global Education Week nimmt Impulse der weltweiten Protestbewegungen gegen Rassismus und für Klimaschutz auf und stellt die Aktionswoche unter das Motto „It's our world. Let's take action!". Damit soll das demokratische Engagement, gerade auch von jungen Menschen, gefördert werden", führt Dr. Kambiz Ghawami, Vorsitzender des WUS, aus. „Aus einem weitgespannten Netz von Schulen, Universitäten, NGOs und staatlichen Institutionen sind bei uns in diesem Jahr wieder spannende Projektvorschläge eingegangen. Darunter sind viele digitale Angebote, die zeigen, dass gesellschaftliches Engagement auch unter Pandemiebedingungen möglich ist. Wir laden alle ein, sich aktiv an der demokratischen und nachhaltigen Gestaltung unserer Gesellschaft zu beteiligen", so Dr. Ghawami weiter. Die Vielfalt der eingereichten Projekte ist groß: Der Verein FEMNET lädt zur Teilnahme an dem Mitmachprojekt „Gemeinsam ändern wir die Zukunft der Modeindustrie, Schritt für Schritt!" ein, um menschenwürdige Arbeitsbedingungen in der globalen Bekleidungsindustrie zu erreichen. Der Berliner Verein „Deutschland sicher im Netz" bietet in Kooperation mit dem Anne-Frank-Zentrum Berlin eine dreiteilige Online-Fortbildungsreihe an, die interaktive Materialien vorstellt, um Schüler*innen für digitale und analoge Formen der Diskriminierung zu sensibilisieren. Die Zukunftsstiftung Landwirtschaft erklärt jungen Menschen und Lehrkräften in 90-minütigen Online-Seminaren den Zusammenhang von Landwirtschaft und Klimawandel.

Die Global Education Week basiert auf den von den Vereinten Nationen verabschiedeten 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030. Die Aktionswoche wird in Deutschland von der Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd koordiniert, einem Projekt der 16 Deutschen Länder, das beim WUS angesiedelt ist. Auf europäischer Ebene wird die Aktionswoche vom Nord-Süd-Zentrum des Europarates in Lissabon getragen.


Die beim WUS eingereichten Projekte und weitere Aktionsmaterialien sind unter www.globaleducationweek.de zu finden. Mehr zur Arbeit der Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd beim WUS finden Sie unter www.informationsstelle-nord-sued.de. Für Rückfragen stehen Ihnen Dr. Ursula Grünenwald und Anne-Sophie Tramer (infostelle@wusgermany.de) gerne zur Verfügung.

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Machen Sie mit bei der GLOBAL EDUCATION WEEK 2020 – It's our world. Let's TAKE ACTION!

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World University Service (WUS) * Deutsches Komitee e. V.

Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd

Goebenstr. 35 * 65195 Wiesbaden

Tel. +49 611 9446170 * Fax +49 611 446489

www.informationsstelle-nord-sued.de 

Europäische Datenbank Globales Lernen (ENGLOB)

 

 

 

Online-Seminar Entwicklungspolitik heute: Woher wissen, was wirkt? 15. - 17.11.20

11. November 2020 - 0:21

Entwicklungspolitik heute: Woher wissen, was wirkt?

vom 15.11. – 17.11.2020 online bei zoom

Bekämpfung der Armut, Wahrung des Friedens, Förderung von Demokratie und Menschenrechten, der Erhalt der Umwelt… All dies sind Ziele, die die deutsche Entwicklungszusammenarbeit (EZ) seit ihrer Gründung Anfang der 60er Jahre zu erreichen versucht. Tatsächlich hat sich die Situation für den Globalen Süden in vielerlei Hinsicht gebessert, doch die Wirksamkeit der EZ wird auch immer wieder infrage gestellt, gerade auch von Menschen aus dem Globalen Süden. Durch den steigenden Druck auf staatliche sowie nicht-staatliche Organisationen wurde die Wirkungsorientierung zu einem der zentralen Paradigmen der heutigen EZ. Doch was heißt das in der Praxis für einzelne Projekte – in der Planung und vor Ort? Wie wird Wirksamkeit in komplexen Systemen gemessen? Und schränkt die Fokussierung auf messbare Indikatoren die Flexibilität der EZ ein?

In diesem Online-Seminar wollen wir uns gemeinsam intensiv und kritisch mit dem Thema Wirksamkeit der deutschen EZ auseinandersetzen. Dabei werden wir mit Euch Vertreter*innen von Durchführungs-organisationen der staatlichen EZ (GIZ, BMZ) von NROs (Don Bosco e.V.) sowie eine Projektmitarbeiterin aus Honduras digital treffen und so verschiedene Perspektiven und Erfahrungen kennen lernen.

 

Die Veranstaltung richtet sich an junge Erwachsene ab 18 Jahren. Auch online wird es interaktiv und abwechslungsreich! Damit das gut gelingen kann, ist die Teilnehmendenzahl begrenzt.

 

Seminargebühr: Kostenfrei

Anmeldung: https://www.vfh-online.de/seminare/entwicklungspolitik-heute-4/

Neues Gutachten: Landwende im Anthropozaen

4. November 2020 - 17:53

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Neues Gutachten
Landwende im Anthropozän: Von der Konkurrenz zur Integration Berlin, den 3. November 2020. Der WBGU übergibt heute sein neues Gutachten „Landwende im Anthropozän: Von der Konkurrenz zur Integration" an die Bundesministerinnen Anja Karliczek (Bildung und Forschung) und Svenja Schulze (Umwelt). Nur wenn sich unser Umgang mit Land grundlegend ändert, kann Klimaschutz gelingen, der dramatische Verlust der biologischen Vielfalt abgewendet und das globale Ernährungssystem nachhaltig gestaltet werden, so die zentrale Botschaft des Gutachtens.

Fünf Mehrgewinnstrategien zur Überwindung von Landnutzungskonkurrenzen
Die Überwindung von Landnutzungskonkurrenzen erfordert die Ausrichtung der Politik auf Synergien. Dafür hat der WBGU beispielhaft fünf Mehrgewinnstrategien entwickelt.
Der WBGU empfiehlt erstens einen massiven Ausbau der Renaturierung von Landökosystemen. Das im Rahmen der Bonn Challenge gesteckte Ziel der Renaturierung von 350 Mio. Hektar degradierter Landfläche bis 2030 sollte nicht nur erreicht, sondern deutlich erweitert werden. Die Bonn Challenge ist eine Initiative Deutschlands und der Weltnaturschutzunion zur Wiederherstellung von Wäldern und waldreichen Landschaften weltweit. Hierbei sollte die Wiederherstellung biodiverser und standortgerechter Wälder, Feuchtgebiete und Graslandschaften im Vordergrund stehen, um gleichzeitig einen Mehrgewinn durch die Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre zu erzielen. 350 Mio. Hektar entsprechen 2% der Landfläche der Erde. CO2-Entfernung aus der Atmosphäre ist allerdings kein Ersatz für die notwendige massive Reduktion von CO2-Emissionen und sollte daher in Klimaschutzstrategien nicht in einem pauschalen Klimaneutralitätsziel gegen CO2-Minderung aufgerechnet werden, sondern unabhängig von dieser verfolgt werden.
Effektive, vernetzte Schutzgebietssysteme bilden zweitens das Rückgrat des Ökosystemschutzes. Ausweitung und Aufwertung der Schutzgebiete sind entscheidende Voraussetzungen dafür, die globale Biodiversitätskrise zu entschärfen. Die terrestrischen Schutzgebietssysteme sollten auf 30% der Erdoberfläche ausgeweitet werden, unter konsequenter Anwendung international vereinbarter Qualitätskriterien. Auch dies trägt im Sinne eines Mehrgewinns zum Klimaschutz bei und erhält langfristige Potenziale für die Ernährungssicherung.
Drittens ist die Förderung einer auf Vielfalt beruhenden Landwirtschaft eine weitere Mehrgewinnstrategie, mit der die globale Landwende gelingen kann. Für die EU-Agrarpolitik empfiehlt der WBGU eine Abkehr von der industriellen Landwirtschaft durch ihre umfassende Ökologisierung. Damit werden gleichzeitig Ernährungssicherung, Klimaschutz und Erhaltung der Biodiversität gefördert.
Viertens liegt ein vielversprechendes Potenzial, um den Druck auf die Landökosysteme zu entschärfen, in der Transformation der Ernährungsstile in den Industrieländern, insbesondere durch die Verringerung des Anteils an Tierprodukten. Eine Orientierung an der „Planetary Health Diet" sollte als Grundsatz in Ernährungsleitlinien verankert und auch seitens der Bundesregierung empfohlen werden.
Fünftens bietet das Bauen mit Holz effektive Möglichkeiten, langfristig Kohlenstoff zu speichern. Das Holz dafür muss aber aus standortgerechter, nachhaltiger Waldwirtschaft stammen, die weder Biodiversität noch Ernährungssicherung gefährdet. Dazu sollte mit internationalen Partnern eine weltweite „Mission nachhaltiges Bauen" initiiert und mit der EU-Initiative für ein „neues europäisches Bauhaus" verknüpft werden.

Fünf Governance-Strategien für die globale Landwende
Zur Umsetzung der globalen Landwende schlägt der WBGU fünf Governance-Strategien vor:
Erstens wird die Anwendung neuer Formen der multilateralen Zusammenarbeit durch die Errichtung von Kooperationsgemeinschaften durch gleichgesinnte Staaten und/oder subnationale Regionen empfohlen.
Zweitens sollte die internationale Zusammenarbeit beim Umgang mit Land verbessert und ein „Global Land Summit" als gemeinsame Vertragsstaatenkonferenz der UN-Konventionen zu Klima, Biodiversität und Desertifikation einberufen werden.
Drittens sollte die Europäische Union im Rahmen des European Green Deal neben der Klimaneutralität bis 2050 auch eine Landwende zur Nachhaltigkeit vorantreiben.
Viertens sollten Staaten Rahmenbedingungen schaffen, negative Auswirkungen der Landnutzung auf Ökosysteme konsequent einzupreisen oder etwa durch Standards einzuhegen. Schutz oder Renaturierung von Ökosystemen sollten gesellschaftlich honoriert werden.
Fünftens sollten Pionier*innen des Wandels unterstützt werden, die neue landbasierte Schutz- und Nutzungspraktiken erproben.

Hintergrund: Landökosysteme in der Krise
Die Bilanz der internationalen Nachhaltigkeitspolitik Anfang der 2020er Jahre fällt ernüchternd aus. Die Klimaschutzziele des Pariser Übereinkommens scheinen nur noch erreichbar, wenn Landflächen verstärkt genutzt werden, um der Atmosphäre Kohlendioxid zu entziehen, was außer mit Chancen auch mit erheblichen Risiken verbunden ist. Das globale Ernährungssystem ist in einer Krise: Für ein Viertel der Menschheit ist die Ernährungssicherung gefährdet, ein weiteres Viertel leidet an gesundheitsschädlichem Überkonsum. Zudem bedrohen die externen Effekte der industriellen Landwirtschaft die natürlichen Lebensgrundlagen. Nicht zuletzt erlebt die Biodiversität derzeit weltweit ein dramatisches Massenaussterben.All dies geschieht in einer Situation, wo sich der Multilateralismus in einer tiefgreifenden Krise befindet und die Covid-19-Pandemie die Lage zusätzlich erschwert. Die Knappheit des Gemeinguts Land und die Gemengelage der nicht länger tragbaren Konflikte um terrestrische Ökosysteme zeigen einen dringenden Handlungsbedarf. Insofern stellen der kommenden Vertragsstaatenkonferenzen der Biodiversitätskonvention und der Klimarahmenkonvention sowie die UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen wichtige Foren dar, um einem nachhaltigen Umgang mit Land wertvollen politischen Rückenwind zu geben.

Hier geht es zum Gutachten: https://www.wbgu.de/landwende 

Der WBGU: Politikberatung zum Globalen Wandel
Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) wurde 1992 im Vorfeld der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung („Erdgipfel von Rio") von der Bundesregierung als unabhängiges wissenschaftliches Beratergremium eingerichtet. Der WBGU hat die Aufgabe, globale Umwelt- und Entwicklungsprobleme zu analysieren und zur Lösung dieser Probleme Handlungs- und Forschungsempfehlungen zu erarbeiten. Karen Pittel und Sabine Schlacke sind aktuell die beiden Ko-Vorsitzenden des WBGU. 



WBGU
Luisenstraße 46
10117 Berlin
Deutschland

0302639480
wbgu@wbgu.de
https://www.wbgu.de/


Schuldspruch: Journalist*in

2. November 2020 - 13:28
Keine Straflosigkeit für Verbrechen gegen Journalisten



Viele Journalist*innen auf der ganzen Welt sind noch immer Opfer von Verfolgung,
beklagt die UNO-Flüchtlingshilfe in Bonn. Anlässlich des „Internationalen Tags zur Beendigung der Straflosigkeit für Verbrechen gegen Journalisten" (2.11.) stellt die UNO-Flüchtlingshilfe zwei Biografien im Blog „blauPause" vor: Die Eritreerin Yirgalem Fisseha Mebrahtu musste für ihre Arbeit psychische und körperliche Folter durchleben. Sie und Fatuma Nurye Yimam, eine ebenfalls geflüchtete Journalistin aus Äthiopien, sprechen über ihre Geschichte, ihre Arbeit und ihre Motivation weiterzumachen.

„Die Biografien dieser starken Frauen müssen uns motivieren und verpflichten, überall auf der Welt und auch in Deutschland weiter für das hohe Gut der Presse- und Meinungsfreiheit einzutreten. Jeden Eingriff in oder Angriff auf diese Freiheit müssen wir mit Haltung und klarer Kante entgegenwirken", fordert Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe, dem nationalen Partner des
UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR).


Wie wichtig der Kampf für Presse- und Meinungsfreiheit ist, verdeutlichen prominente Fälle wie Jamal Kashoggi, Daphne Galicia und Ján Kuciak. Das Ranking der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen dokumentiert jährlich, wie viele Länder die Arbeit von Journalist*innen massiv und systematisch behindern. Oft werden Medienschaffende entführt, gefoltert oder ermordet. Die Schuldigen werden dort meist nicht zur Rechenschaft gezogen. Eritrea liegt im Ranking auf dem drittletzten Platz.


„Ich glaube, der Kampf für Meinungsfreiheit ist keine Option, sondern ein Mandat."

Yirgalem Fisseha Mebrahtu ist eine eritreische Lyrikerin, Journalistin und
Schriftstellerin. Bis zu ihrer Freilassung im Januar 2015 musste sie sechs Jahre lang
unter schlimmsten Bedingungen im „Mai Swra" Gefängnis ausharren.


„Die Meinungsfreiheit in Deutschland ist erstaunlich."

Die äthiopische Journalistin und Aktivistin Fatuma Nurye Yimam recherchierte über illegale Migrationsrouten nach Dschibuti und andere Nachbarländer Äthiopiens. Ihre Geschichte zeigt, wie gut Deutschland vergleichsweise in Sachen Meinungs-und Pressefreiheit aufgestellt ist – auch wenn laute Minderheiten im Corona-Kontext von einer „Meinungsdiktatur sprechen".



Beide Frauen leben nach ihrer Flucht mittlerweile in Deutschland, im Interview
erzählen sie ihre Biografie, geben Einblicke in ihren Werdegang und ihre Arbeit. Und
schildern, was es bedeutet, wenn der Schuldspruch lautet: Journalist*in.


Die vollständigen Interviews im Blog blauPause unter:

https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/informieren/aktuelles/news/uebersicht/detail/artikel/schuldspruch-journalist/


PRESSEMELDUNG DER UNO-FLÜCHTLINGSHILFE 45/2020

Bonn, 1. November 2020

Deutschlands Antrag zum Schutz des Wedellmeeres im Südpolarmeer gescheitert

31. Oktober 2020 - 7:21

Hamburg, 30. Oktober 2020 (World Future Council) Die Antarktis erwärmt sich in einem noch nie dagewesenen Tempo – Dies ist ein weiterer Weckruf dafür, wie bedroht der fragile Planet Erde ist und, dass wir nicht nur seine aussergewöhnliche Tierwelt gefährden, sondern auch uns selbst in Gefahr bringen.
 
Heute wurde bei der internationalen CCAMLR Sitzung zum Schutz der Meereslebewesen der Antarktis ein Antrag Deutschlands, Norwegens und der EU zum Schutz des Wedellmeeres im Südpolarmeer vorgebracht und diskutiert. Dies wäre das größte Meeresschutzgebiet der Welt. Es gab eine breite Mehrheit der 25 Mitgliedsländer für diesen und einen weiteren Antrag Frankreichs weitere zusätzliche Gebiete unter Schutz zu stellen. Allerdings wurde die Annahme beider Anträge von Russland und China blockiert und sie konnten daher nicht verabschiedet werden.
 
Der Schutz des Südpolarmeeres spielt eine außerordentliche Rolle sowohl bei der Bewahrung der globalen Artenvielfalt als auch bei der Bewältigung des Klimawandels. Die beiden Schutzvorschläge sollen Teil eines Netzwerkes von Schutzgebieten um die Antarktis sein. Der Beschluss, ein solches Netzwerk zu schaffen, wurde bereits 2011 von CCAMLR* einstimmig verabschiedet. 2016 wurde das Schutzgebiet im  Ross Meer der Antarktis verabschiedet, allerdings erst nach einem vertraulichen Gespräch zwischen dem russischen und dem amerikanischen Außenminister. Dies deutet darauf hin, dass die Entscheidung für ein solches Schutzgebiet in Russland und auch in China aus geopolitischen Gründen auf allerhöchster Ebene getroffen wurde.
 
Der Tagung vorangegangen ist ein Beschluss des Deutschen Bundestages mit der Forderung an die Bundesregierung, sich auf höchster Ebene für die antarktischen Schutzgebiete einzusetzen.
 
„Trotz aller wissenschaftlichen Argumente und der globalen Bedeutung dieses Ökosystems wurde der Schutz des Wedellmeeres erneut von Russland und China blockiert. Dies ist eine schwere Enttäuschung und eine verpasste Chance, den dringend notwendigen Schutz der Weltmeere voranzubringen", sagt Dr. Ralf Sonntag, der als Meeresbiologe des World Future Councils an der Sitzung teilnahm. „Jetzt müssen Frau Merkel und Herr Maas aktiv werden und mit ihren Kolleginnen und Kollegen in Russland und China sprechen . Ohne ihren Einsatz wird es nicht gehen! Das zeigte die Schaffung eines früheren Schutzgebietes in der Ross See der Antarktis. Dort kam es erst zum Durchbruch, nachdem sich der damalige US-Außenminister mit dem russischen Außenminister verhandelt hatte."
 
„Das Südpolarmeer ist in seiner Unberührtheit eine Schatzkammer der Artenvielfalt. Der Erhalt dieses einzigartigen Ökosystems ist für die Zukunft der gesamten Menschheit von großer Bedeutung", sagt Alexandra Wandel, Vorstandsvorsitzende des World Future Councils.
 
Der World Future Council engagiert sich für eine Zukunft mit gesunden Ozeanen. Dafür setzt sich die Hamburger Stiftung ein und informiert über die globale Situation, über Lösungsansätze und versucht, dahingehend zu überzeugen, wie notwendig der Schutz großer Teile der Meeresumwelt ist . Wir fordern dass bis 2030 mindestens 30% der Meere unter Schutz gestellt werden.
 
*CCAMLR ist die Konvention zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis. Sie besteht aus 25 Mitgliedsstaaten und der EU. Die Mitglieder treffen sich normalerweise jährlich in Hobart, Tasmanien um zum einen mögliche Fischfangquoten festzusetzen, aber insbesondere auch um über Schutzgebiete zu diskutieren und Verstöße gegen Fischereiregeln zu ahnden. Dieses Jahr fand die Tagung auf Grund der Pandemie online statt.

LHÜ-Info Oktober 2020

30. Oktober 2020 - 21:36


LHÜ-INFO Oktober 2020

AKLHÜ-Feature Wie ist Friedensarbeit jetzt überhaupt noch möglich?

Im LHÜ-Leitartikel gibt Stefanie Wurm, vom Weltfriedensdienst e.V., einen Einblick in den Arbeitsalltag von WFD-Fachkräften in ihren Einsatzländern und berichtet darüber, wie Friedensarbeit zusammen mit den Partnerorganisationen trotz schwierigster Umstände weitergeht. Über internationale Partnerstrukturen, Friedensförderung und Gewaltprävention in Zeiten von Corona, deren friedensstiftende Wirkungen gerade in Zeiten gewaltiger Herausforderungen unerlässlich sind.

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Personelle Zusammenarbeit (PZ) Partner stärken, Netze knüpfen - Ein Blog-Beitrag von Prälat Dutzmann, Bevollmächigter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), zu 60 Jahre Personaldienst

Mit Personeller Zusammenarbeit zu einer Entwicklung nach menschlichem Maß.

"Die Globalisierung unserer Welt schreitet unaufhaltsam voran. Manchmal macht sie uns Angst und verunsichert viele Menschen. Aber wir können die Globalisierung nicht aufhalten. Wir haben vielmehr den Auftrag, sie gerechter zu gestalten. Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung bleiben Auftrag und Ziel unseres Dienstes in der Welt. Der entwicklungspolitische Personaldienst der Kirchen leistet nach meiner Überzeugung einen unverzichtbaren Beitrag zu dieser Aufgabe."

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  Aachener Friedenskonferenz appelliert: Religionen, Zivilgesellschaft und Politik sollen in der internationalen Friedensarbeit stärker zusammenarbeiten

Vom 7. bis 9. Oktober fand die internationale digitale Konferenz zu weltweiten Handlungsansätzen der Friedensarbeit unter dem Motto "Selig, die Frieden stiften" statt, die mit einem Appell zu einem engeren Bündnis zwischen den Kirchen, anderen Religionsgemeinschaften, Zivilgesellschaft und Politik in der internationalen Friedensarbeit endete.

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  Africa-Europe Civil Society Survey: Engere Zusammenarbeit absolut notwendig

Über 360 Vertreter/innen zivilgesellschaftlicher Organisationen aus Afrika und Europa haben Anfang Oktober an der Umfrage „Africa-Europe Civil Society Survey" teilgenommen. Die Bedeutung der afrikanisch-europäischen Beziehungen wurde dabei als hoch bewertet, die Qualität hingegen in Zweifel gezogen.

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  Als Fachkraft im Zivilen Friedensdienst in Timor Leste - Lernen und Lehren mit friedlichen Mitteln

Sandra Schweiger, ZFD-Fachkraft für Friedenspädagogik und partizipative Unterrichtsmethodik, berichtet über ihr Leben in Dili, die gewaltvolle Geschichte des Landes und darüber, wie sie ihre Arbeit und die Menschen erlebt.

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Tipps & Termine Handreichung Sicherheitsmanagement in internationalen Freiwilligendiensten

Eine vom AKLHÜ e.V. erarbeitete Handreichung zur Entwicklung eines ganzheitlichen organisationsspezifischen Sicherheitsmanagements für Trägerorganisationen in internationalen Freiwilligendiensten, soll als Leitfaden für begleitendes Fachpersonal dienen.

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  Lesetipp: Voluntaris Sonderband "Entwicklungspolitische Freiwilligendienste im Fokus der Forschung"

Der Voluntaris Sonderband vertieft die Diskussion der ersten wissenschaftsorientierten Fachtagung zu entwicklungspolitischen Freiwilligendiensten in Deutschland, die im September 2018 an der TH Köln anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des Freiwilligendienstprogramms Weltwärts stattfand. Der Band beschäftigt sich mit den Themenfeldern „Lernen und Bildung", „Postkoloniale Perspektiven", „Einschluss und Ausschluss" sowie „Internationale Perspektiven".

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  Aktionswoche #internationalheart: Internationalen Jugendaustausch nachhaltig sichern!

In der Aktionswoche vom 9. bis 15. November, die 2020 bereits zum dritten Mal stattfindet, sprechen Träger, Teilnehmende, Aktive und Unterstützer/-innen internationaler Austauschprojekte bundesweit mit Abgeordneten in ihrem Wahlkreis, um Wünsche und Forderungen für die Zukunft des Internationalen Jugendaustausches zu diskutieren.

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IMPRESSUM
Herausgeber: AKLHÜ e.V. – Netzwerk und Fachstelle für Internationale Personelle Zusammenarbeit
Redaktion: Wanja Amling, Tel.: 0228-9089914, aklhue@entwicklungsdienst.de 
Redaktionsschluss der nächsten Ausgabe: 24.11.2020

Bildnachweis: Oben: Weltfriedensdienst e.V., Mitte: Pixabay License, Unten: Unsplash License


EWIK Newsletter November: Menschenrechte

30. Oktober 2020 - 21:33

Newsletter Eine Welt Internet Konferenz

Der Infodienst des Portals Globales Lernen

Ausgabe November 2020: Menschenrechte

„Demokratie und Menschenrechte können nur mit dem und durch den Willen der Menschen verwirklicht werden (…) ." - Shirin Ebadi, iranische Juristin und Friedensnobelpreisträgerin


Liebe Leserinnen und Leser,

am 10. Dezember 1948, seitdem als Tag der Menschenrechte bekannt, verabschiedete die UN-Generalversammlung die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR). Damit bekräftigte die internationale Staatengemeinschaft „die grundlegenden Menschenrechte, […] die Würde und den Wert der menschlichen Person" (UNRIC, S. 1).

Das Wissen um Rechte, das Verstehen, was sie sind, und das Lernen, wie sie erkämpft und aufrechterhalten wurden/werden, sind wichtige Elemente des Lebens in einer pluralistischen (Welt-)Gesellschaft. Wie das oben genannte Zitat der Menschenrechtsaktivistin Shirin Ebadi verdeutlicht, ist zur Umsetzung der Menschenrechte das Wissen und der Wille eines/r jede/n einzelnen essenziell. Aufgrund dessen spielt die Menschenrechtsbildung (MRB) bei der Bemühung, neuen Generationen das Wissen über ihre unveräußerlichen Rechte und die Mittel zu ihrer Ausübung und Verteidigung zu vermitteln, eine wichtige Rolle. Das Ziel ist es eine Kultur der Menschenrechte zu fördern, in der alle Menschen ihre Rechte, Pflichten und Freiheiten kennen und Menschenrechtsverletzungen erkennen und aktiv bekämpfen können.

Die Achtung der Menschenrechte ist für eine nachhaltige Entwicklung und die Erreichung der SDGs eine zentrale Voraussetzung und bildet somit für die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) einen normativen Werterahmen. Sowohl MRB als auch die BNE beruhen auf dem Recht auf Bildung (Art. 26), welches gleichzeitig als Voraussetzung zur Erfüllung der Ziele gesehen wird, und haben eine chancengerechte Bildung als Ziel. Doch gerade diese und das Recht auf Bildung (Art.26) wurde durch den Ausbruch der Covid-19 Pandemie vor extreme Herausforderungen gestellt.

Menschenrechtsbildung ist eine Bildung für, über und durch Menschenrechte. Der Grundsatz "Bildung durch Menschenrechte" meint ein Bildungsformat, das es allen ermöglicht, in einer Weise zu lernen und zu lehren, in der die Rechte aller geachtet werden. Zu diesen Rechten gehört auch das Recht auf Partizipation und Teilhabe aus Art. 12 der UN-Kinderrechtkonvention: "Die Vertragsstaaten sichern dem Kind, das fähig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Meinung in allen das Kind berührenden Angelegenheiten frei zu äußern, und berücksichtigen die Meinung des Kindes angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife." (Art. 12, KRK)

Gerade in diesen Zeiten braucht es Raum für junge Menschen, in denen sie partizipieren und mitentscheiden können, wenn es um ihre Bildungsbiografie und somit um ihre Zukunft geht. Sie müssen als Subjekte wahrgenommen werden und es braucht die Möglichkeit einer echten Beteiligung an relevanten Prozessen. Denn junge Menschen sind wesentliche Akteur*innen für eine gesellschaftliche Transformation hin zu einer Kultur der Menschenrechte. In Ausnahmesituationen wie dieser ist die Demokratie, und damit das Wissen um unsere Rechte als Menschen, gefordert. Der Grundsatz der Partizipation, also die Mitentscheidung, wie und was gelernt werden soll, ist für eine Lern- und Lehrweise, in der und durch die die Rechte sowohl der Lehrenden als auch der Lernenden geachtet werden, notwendig.

In diesem Sinne: lassen Sie uns Mut beweisen und echte Partizipation ermöglichen!

Lydia Grulke und Kim Paczkowski, peace brigades international | Deutscher Zweig e. V.
EWIK - Kooperationspartner

Die Angebote für Menschenrechtsbildung sind zahlreich und vielfältig, und dieser Newsletter kann nur eine kleine Auswahl präsentieren. Dennoch ist er sehr lang geworden und liefert Ihnen hoffentlich einige Anregungen. Weiterhin darin zu finden sind schwerpunktunabhängige aktuelle Meldungen, Neues vom Blog und aus den Fokusrubriken sowie Veranstaltungstipps.

Anregende Lektüre!
Aktuelles

Global Education Week vom 16. - 20. November 2020: "It's our world. Let's TAKE ACTION!"

Die europaweite GLOBAL EDUCATION WEEK findet in diesem Jahr vom 16. bis 20. November 2020 statt und ruft dazu auf, sich die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung zu eigen zu machen:
It's our world. Let's take action! Die Welt gehört uns, wir entscheiden, was mit ihr passiert.
Dieses Jahr steht ganz im Zeichen der Covid-19-Pandemie und u. a. der weltweiten Proteste gegen Rassismus. Viele Lebensbereiche verändern sich gerade grundlegend. Die GLOBAL EDUCATION WEEK lädt alle ein, sich aktiv an der demokratischen und nachhaltigen Gestaltung unserer Gesellschaft zu beteiligen. Vor allem junge Menschen und ihre Vorstellungen sind gefragt, weshalb gerade Lehrkräfte und Schüler*innen dafür gewonnen werden sollen, sich mit Projekten aller Art zu beteiligen, zum Beispiel mit Videoclips, Kunstprojekten, Unterrichtseinheiten oder Workshops. 

11. KMK/BMZ-Fachtagung zum Orientierungsrahmen Globale Entwicklung vom 23. - 24. November 2020 in Berlin und online

Auf der diesjährigen KMK/BMZ-Fachtagung zum Orientierungsrahmen Globale Entwicklung (OR) sollen aktuelle bildungspolitische Themen wie der Umgang mit Unsicherheit und Komplexität in Beziehung zu Bildung für Nachhaltige Entwicklung in globalen Zusammenhängen diskutiert werden. Zudem wird auch die Erweiterung des OR auf die gymnasiale Oberstufe in den Blick genommen. Wie gewohnt werden in den Workshops Akteurinnen und Akteure der interessierten Zivilgesellschaft und der Fachöffentlichkeit die Möglichkeit haben, sich an den aktuellen Arbeitsprozessen rund um den Orientierungsrahmen zu beteiligen. Anmeldeschluss ist der 6. November 2020. Bitte beachten Sie: Aufgrund der sehr dynamischen Covid-19 Situation behalten sich die Veranstalter kurzfristige Änderungen bzgl. Ablauf und Durchführung der Fachtagung vor. Entsprechende Änderungen werden auch auf der Programm- und Anmeldeseite bekannt gegeben.

Aktionswochen Niedersachsen "Gemeinsam Welt gestalten!"

Unter dem Motto „Weltwechsel Niedersachsen: Gemeinsam Welt gestalten! Wenn nicht jetzt, wann dann?" laden Gruppen, Vereine und Einzelpersonen vom 2. – 22. November 2020 in ganz Niedersachsen zu Veranstaltungen ein, die sich mit Themen der globalen Nachhaltigkeitsziele auseinandersetzen.

Kampagne "Diensteid-Dilemma"

Lehrkräfte sollen Werte vermitteln, deren politische Umsetzung derzeit nicht erkennbar ist. Dass dies ein „No go" ist, zeigt die Fridays For Future-Bewegung. Ob Lehrer*in oder nicht: Alle, die sich für eine Klimapolitik einsetzen, die Schüler*innen eine sichere Zukunftsperspektive bietet und den Bildungsanstrengungen der Schulen wieder Sinn verleiht, können mit wenigen Klicks den Offenen Brief an die politischen Entscheidungsträger*innen unterzeichnen. Die Kampagne läuft noch bis Anfang Dezember 2020.

Online-Forbildung "WIRKLICH ALLE IM BLICK? Wen adressiert entwicklungspolitische Bildungsarbeit?" am 10. November 2020

In dieser Online-Fortbildung des Portals Globales Lernen soll der Frage nachgegangen werden, ob im Bereich der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit der Aspekt der Bildungsgerechtigkeit eigentlich ausreichend bedacht wird. Es sollen die Angebote und Materialien im Bereich Globales Lernen / Bildung für nachhaltige Entwicklung hinsichtlich ihrer Ausrichtung, ihrer Themen, Sprache und Methodik kritisch betrachtet und alternative Bildungsansätze und -projekte z.B. aus der offenen Jugendarbeit vorgestellt werden. Mögliche Zugänge auch für bildungssystemferne Zielgruppen sollen aufgezeigt, weiterhin Ideen für sprachbewusste Bildungsmaterialien vorgestellt werden.

UN im Klassenzimmer

Mit diesem Angebot für Schulklassen vermittelt die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. auf spielerische Art und Weise grundlegendes Wissen über die Arbeit und Ziele der Vereinten Nationen. Das Format "UN im Klassenzimmer" gibt jungen Menschen die Möglichkeit, internationale Zusammenarbeit, politische Prozesse und die Ziele der Vereinten Nationen in der Praxis kennenzulernen. Studierende werden zu Teamerinnen und Teamern ausgebildet und vermitteln in den Schulen die Module.

Zum Schwerpunkt: Bildungsmaterialien

Material zur Menschenrechtsbildung von Amnesty International

Amnesty International bietet auf seiner Website vielfältige und methodisch abwechslungsreiche Materialien für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit zu verschiedenen Aspekten des Themas Menschenrechte an. Auch gibt es in vielen Regionen ehrenamtliche Gruppen und Expert*innen, die an Schulen und anderen Einrichtungen Veranstaltungen mit Jugendlichen und Erwachsenen zum Thema Menschenrechte durchführen.

10 Jahre Menschenrechte auf Wasser und Sanitärversorgung…

…dann haben doch jetzt alle eine sichere Toilette, oder? Leider nein und auch der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist längst nicht global gesichert. Nicht nur weltweit, sondern auch hier in Deutschland sind diese Privilegien nicht allen Menschen zugänglich. Die Unterrichtsmaterialien der German Toilet Organization e. V. befassen sich unter dem Titel "Klobalisierte Welt" genau mit diesen Thematiken und bringen die Inhalte altersstufengerecht ins Klassenzimmer. Im Mittelpunkt stehen Informationen und Gestaltungsmöglichkeiten für den Unterricht, schulform- und fachübergreifend einsetzbar.

Menschenrechte. Materialien für die Bildungsarbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen des Deutschen Instituts für Menschenrechte

Was sind Menschenrechte? Wo sind sie verankert und wer schützt sie? Was hat Diskriminierung mit Menschenrechten zu tun und warum ist der Zugang zum Recht unverzichtbarer Bestandteil der Menschenrechte? Welche Menschenrechtsverletzungen erleben Menschen mit Behinderung, was steht in der UN-Kinderrechtskonvention und wo ist das Recht auf Asyl festgeschrieben? Auf diese Fragen geben die Bildungsmaterialien des Deutschen Instituts für Menschenrechte e. V. Antworten.

Gleiche Rechte für alle – Bildungsmaterialien zum Thema Behinderung 

Alle Menschen haben das Recht, gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Dennoch werden Menschen mit Behinderungen ungleich behandelt: Viele sind beim Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und Arbeit benachteiligt und werden im Alltag oftmals ausgegrenzt. In den Bildungsmaterialien der Christoffel-Blindenmission (CBM) wird diese Problematik aufgegriffen und für die Sekundarstufe I aufbereitet. Mit Hilfe des Lernbausteins „Chancengleichheit weltweit – ein Menschenrecht" untersuchen die Jugendlichen, inwieweit Menschen mit Behinderungen in Deutschland und weltweit eine Ungleichbehandlung erfahren und welche Barrieren es gibt, die eine gleichberechtigte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben erschweren. Ein Themenheft für Lehrkräfte zum Thema Behinderung sowie die dazugehörige Methodensammlung mit praktischen Anregungen unterstützen bei der Umsetzung des Themas im Unterricht.

Bildungsmodule für eine sozial- gerechte Modeindustrie

Unter dem Motto „FairSchnitt - Studieren für eine sozial gerechte Modeindustrie" entwickelt FEMNET Formate, Netzwerke und Strukturen, um an Hochschulen Themen wie Unternehmensverantwortung, Sozial- und Umweltstandards oder Arbeits- und Menschenrechte am Beispiel der Bekleidungsindustrie zu diskutieren. Dabei gilt es das Bewusstsein der Studierenden für die globalen Zusammenhänge der Textilindustrie zu schärfen, das Hintergrundwissen über soziale Standards und Arbeitsbedingungen in der Modeproduktion zu vergrößern und ihre Verantwortung der für die gesamte Branche zu betonen. Mit dem vorliegenden Toolkit stehen die entwickelten Inhalte auch öffentlich zur Verfügung und können so über die Zielstudiengänge hinaus genutzt und eingesetzt werden.

Bilinguale Erziehung in den Anden - Bildungsmaterial für den Spanisch-Unterricht

Das Unterrichtsmaterial von Brot für die Welt zeigt auf, wie wichtig bilingualer Unterricht in den Anden ist: als Schutz vor Diskriminierung und zur Stärkung der indigenen Bevölkerung. Vorgestellt wird dabei auch die Arbeit der Partnerorganisation TAREA in Peru, die an Schulen den zweisprachigen Unterricht ermöglicht. So können die Kinder auch in ihrer Muttersprache lernen statt nur auf spanisch.

"Alles, was Menschen Recht ist" – Kurzeinheit zum Thema Menschenrechte für die Sek. I

Dieses Unterrichtsmaterial wurde von Misereor für eine Doppelstunde zum Thema Menschenrechte entwickelt. Es ist einsetzbar ab Klasse 9 in den Fächern Politik, Sozialkunde und Religion. Eingestimmt durch eine kurze Übung in der Gruppe lernen die Jugendlichen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte kennen. Im Anschluss vertiefen sie ihre Eindrücke anhand eines Beispiels aus Kambodscha zum Recht auf angemessenes Wohnen.

Kinderrechte: Unterrichtsbausteine für die 3.-6. Klasse

Die UN-Kinderrechtskonvention feiert ihr mittlerweile 30jähriges Bestehen – Anlass genug für das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" e.V., sich diesem komplexen und wichtigen Thema erneut zu widmen. Dieser Publikation geht ein Malwettbewerb voraus, bei welchem Kinder und Jugendliche ihre Ideen und Gedanken zum Thema Kinderrechte wiedergaben. Einige der Ergebnisse dieses Projektes sind im Sternsinger- Magazin "30 Jahre Kinderrechte" zusammengefasst und bilden Teil dieses Materialpaketes.
Ausserdem stehen ein Film, ein Plakat und ein Kartenset zur Verfügung und ermöglichen Schülerinnen und Schülern, sich zum Teil auf spielerische Art und Weise mit dem Thema zu befassen.

Lernpfad "Kinderrechte"

Die Plattform ZUM – Unterrichten stellt freie Lernmaterialien zu vielen Unterrichtsthemen bereit, macht Vorschläge für eine konkrete Umsetzung im Unterricht und verlinkt mit anderen Anbietern, Organisationen und deren Materialangeboten.
Bei diesem Unterrichtsentwurf wird das Thema Kinderrechte am Beispiel des Kakaoanbaus erarbeitet. Das OER Material beinhaltet (kurze) Videos, zugeschnittene Aufgaben und die Möglichkeit zur Vertiefung des Themas sowie weiterführende Links. Die Unterrichtseinheit ist für die Klassenstufe 7/8 konzipiert.

Zum Schwerpunkt: Aktionen, Angebote, Fortbildungen
Menschenrecht auf Bildung - Weltklasse!-Siegel für Schulen und Projekte

Das Weltklasse!-Siegel ist eine Auszeichnung, mit der bundesweit Schulen und Projekte von jungen Weltbürger*innen ausgezeichnet werden, die sich im Rahmen der Weltklasse!-Aktion der Globalen Bildungskampagne für das Menschenrecht auf Bildung starkmachen und ihre Botschaften aktiv in die Politik tragen. Das Weltklasse!-Siegel wird jährlich vergeben.

Deutscher Menschenrechts-Filmpreis

Der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis wird seit 1998 alle zwei Jahre Anfang Dezember anlässlich des Internationalen Tags der Menschenrechte verliehen. Er zeichnet herausragende Film- und Fernsehproduktionen aus, welche die Bedeutung der Menschenrechte thematisieren. Zugleich würdigt der Preis den oftmals lebensgefährlichen Einsatz engagierter Filmemacher*innen für den Schutz der Menschenrechte. So schärft der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis das Bewusstsein für die Bedeutung der Menschenrechte in der Öffentlichkeit und der Politik.

FEMNET-Workshops zum Themenkomplex "Arbeitsbedingungen in der Modeindustrie"

Mit den Workshops (auch online) möchte FEMNET junge Menschen für die globalen Zusammenhänge rund um das Thema Kleidung sensibilisieren. Im Mittelpunkt der Workshops steht die Auseinandersetzung mit den eigenen Handlungsspielräumen, um die negativen Auswirkungen von Kleidung auf Mensch und Umwelt zu reduzieren.

Learn4Life!-Angebot "Menschenrechtbildung an Schulen" im Rhein-Main-Gebiet

Lernen über den Lehrplan hinaus: Schüler*innen beschäftigen sich in den „Learn4Life!"-AGs von Masifunde mit dem Thema „Menschenrechte".
Im nunmehr vierten Jahr beschäftigen sich Schüler*innen dreier Schulen im Rhein-Main-Gebiet in den „Learn4Life!"-AGs von Masifunde wöchentlich mit verschiedenen Themen des Globalen Lernens. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie wirtschaftliche und soziale Gerechtigkeit sowie ein friedliches Zusammenleben in einer global vernetzten Welt erreicht werden können. In Vorbereitung auf den Tag der Menschenrechte im Dezember steht das Modul „Menschenrechte" auf dem Programm.

100 Millionen-Kampagne gegen Kinderarbeit

Die globale Kampagne 100 Million setzt sich dafür ein, dass jedes Kind an jedem Ort der Welt frei, sicher und gebildet aufwachsen kann. Sie hat das Ziel, im Rahmen der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) Kinderarbeit bis 2025 zu überwinden und will dafür 100 Millionen Jugendliche weltweit aktivieren. Im Rahmen der Kampagne wurde ein Aktionskit erstellt, das Lehrer*innen für ihren Unterricht nutzen können, auch ein sehenswerter Dokumentarfilm zur Kampagne steht zur Verfügung.

Menschen & Rechte sind unteilbar – Ausstellung zu den Themen Menschenrechte und Europa

Menschenrechte sind die unveräußerliche Grundlage demokratischer Gesellschaften. Dies wird gegenwärtig in Europa in Frage gestellt: Die Untergrabung der Unabhängigkeit von Gerichten, Angriffe gegen die Pressefreiheit, Einschränkung von Bürgerrechten und des Rechts auf Asyl – all das kann man da beobachten, wo Rechtspopulisten regieren. Die PRO ASYL-Ausstellung behandelt verschiedene Aspekte der Menschenrechte von ihrer Entstehung bis heute. Die Ausstellung besteht aus 15 Einzelplakaten im Format DIN A2 und ist online bestellbar.

Achtung von Menschenrechten durch Unternehmen: Streit um Inhalte des Lieferkettengesetzes

Kinderarbeit auf Plantagen, Vertreibung für Rohstoffabbau, ungeschützter Umgang mit gefährlichen Chemikalien in Fabriken: Mit einem Lieferkettengesetz sollen Unternehmen verpflichtet werden, derartigen Menschenrechtsverstößen in ihren Auslandsgeschäften vorzubeugen. In der Initiative Lieferkettengesetz engagieren sich über 100 Organisationen für einen starken gesetzlichen Rahmen zur Achtung von Menschenrechten und Umweltstandards. Interessierte finden auf der Website der Initiative Fallbeispiele, aktuelle Meldungen zum politischen Prozess und Mitmach-Aktionen.

Mehr.Wert! Menschenrechte in globalen Lieferketten

Immer wieder kommt es zu gravierenden Menschenrechtsverletzungen durch Wirtschaftsunternehmen weltweit. Besonders globale Lieferketten sind davon betroffen. Dies geschieht auch durch deutsche Unternehmen und deren Tochterunternehmen oder Zulieferer. Um Menschenrechte in globalen Lieferketten effektiver zu schützen, hat der UN-Menschenrechtsrat die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte in 2011 verabschiedet. Die Bundesrepublik Deutschland setzte die UN-Leitprinzipien Ende 2016 mit dem Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte um. Diese Form der nationalen Umsetzung bleibt jedoch hinter dem Anspruch der UN-Leitprinzipien zurück, da sie auf eine freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft abzielt. Das Projekt „Mehr.Wert! – Menschenrechte in globalen Lieferketten" soll das verantwortliche Handeln in Niedersachsen für den Schutz von Menschenrechten in globalen Lieferketten stärken und ausweiten.

Fachstelle Globale Wirtschaft und Menschenrechte

Die im Rahmen des Eine-Welt-Promotor*innen-Programms NRW eingerichtete Fachstelle für Globale Wirtschaft und Menschenrechte möchte auf menschenrechtsverletzende Strukturen globalen Wirtschaftens hinweisen und Wege zur Veränderung aufzeigen. Dies geschieht über Bildungsarbeit und die Qualifizierung von Mulitiplikator*innen, die Entwicklung und Bekanntmachung von Handlungsangeboten sowie Netzwerkarbeit.
Zum Schwerpunkt: Hintergrundinformationen

Maßstab Menschenrechte. Bildungspraxis zu den Themen Flucht, Asyl und rassistische Diskriminierung

Das Handbuch "Maßstab Menschenrechte – Bildungspraxis zu den Themen Flucht, Asyl und rassistische Diskriminierung"  ist die Essenz des gleichnamigen Projekts, das im Oktober 2019 zu Ende gegangen ist. Die 108-seitige Publikation richtet sich an alle Personen, Gruppen und Institutionen, die pädagogisch zu Menschenrechten, Flucht, Asyl und/oder rassistischer Diskriminierung arbeiten oder daran interessiert sind.

Themenseite "Rassistische Diskriminierung"

Aus der Menschenwürde ergibt sich der Anspruch aller Menschen, als Gleiche geachtet zu werden. Rassismus negiert diesen Achtungsanspruch und steht der Menschenrechtsidee damit fundamental entgegen. Der Kampf gegen Rassismus ist daher ein Kernanliegen der Menschenrechte. Das Deutsche Institut für Menschenrechte beleuchtet auf seiner Website verschiedene Aspekte Rassistischer Diskriminierung und liefert Beiträge u.a. zum  Thema Verbreitung rassistischen Gedankenguts versus Meinungsfreiheit und dem Neutralitätsgebot in der politischen Bildung.

Factsheet: Zwangsarbeit in Xinjiang. Europäische Unternehmen profitieren von der Unterdrückung der Uigur*innen

Ein neues SÜDWIND-Factsheet macht auf den globalen "Aktionsaufruf gegen Menschenrechtsverletzungen im Textil- und Bekleidungssektor in der uigurischen Autonomen Region Xinjiang" aufmerksam. Die Autonome Region Xinjiang im Westen Chinas gehört zu den wichtigsten Baumwollanbauregionen der Welt. Seit Jahren ist bekannt, dass die dort lebende muslimische Minderheit – die Uigur*innen- massiv unterdrückt wird. Aktuelle Recherchen zeigen nun, dass Uigur*innen und andere Minderheiten in Xinjiang auch zur Arbeit in globalen Wertschöpfungsketten, u.a. der Textilproduktion, gezwungen werden. Damit besteht ein hohes Risiko, dass Textilien und Bekleidung, die in Europa verkauft werden, unter Einsatz von Zwangsarbeit hergestellt werden.

Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 20/2020) zum Thema Menschenrechte

Als politische Norm haben die Menschenrechte eine beachtliche Wirkmächtigkeit entfaltet und gehören heute zu den Leitmotiven des internationalen Diskurses. Doch die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit des internationalen Menschenrechtsschutzes ist groß, und jüngere Entwicklungen geben Grund zur Sorge. Die Zeitschrift der Bundeszentrale für politische Bildung kann kostenlos online bestellt werden und steht auch zum Download und online lesen bereit.

Broschüre: Klimawandel und Menschenrechte

Zum Jahresthema "Klimaschutz und Menschenrechte" hat FIAN die 40-seitige Broschüre "Klimawandel und Menschenrechte" verfasst. Dargestellt werden darin die Gefährdung zentraler Menschenrechte durch die Erderwärmung, die wichtigsten UN-Klimaabkommen sowie menschenrechtliche Anforderungen an die Klimapolitik aus Sicht von FIAN. Aufgegriffen werden u.a. die Folgen des Klimawandels für das Recht auf Nahrung und das Recht auf Wasser sowie Anforderungen an die internationale, europäische und deutsche Klimapolitik. Das Heft bildet die theoretische Grundlage für anstehende Seminare und Aktionen.

Mädchenbeschneidung – ein dringendes Thema auch für Schulen und Kitas

Die Weltgesundheitskonferenz schätzt, dass weltweit 200 Millionen Frauen an ihren Genitalien beschnitten worden sind und jährlich etwa 4 Millionen Mädchen das gleiche Schicksal erleiden.
Das Bildungsportal Kutairi setzt den Fokus auf die Aufklärung zur Mädchenbeschneidung. Mit Förderung des Gleichstellungsministeriums NRW werden seit 13 Jahren Fortbildungen organisiert und Material zum Thema weibliche Genitalbeschneidung entwickelt. Auf dem Portal zu finden sind 20-Minuten-Exkurse, Hintergrundinformationen und Hinweise auf regelmäßige Fortbildungsangebote zum Thema weibliche Genitalbeschneidung für pädagogische Fachkräfte.

Aus unseren Fokusrubriken
Das Portal Globales Lernen setzt mit seiner Rubrik "Im Fokus" thematische Schwerpunkte, um aktuelle Themen des Globalen Lernens und der Bildung für nachhaltige Entwicklung ausführlicher behandeln zu können.

Diese Schwerpunkte sind aktuell:

Rassismus
Fridays for Future
Digitalisierung und Globales Lernen
Weniger ist mehr / Degrowth
Sustainable Development Goals (SDG)
Flucht und Asyl
Abfall und Müllexporte weltweit
Lebensmittelverschwendung

Im Folgenden präsentieren wir Ihnen aktuelle Meldungen aus diesen Rubriken.


Auf den Spuren des Widerstands gegen Rassismus

Was ist Rassismus und wie hängt er mit Kolonialismus zusammen? Ob Wirtschaft, Bildung, Kultur oder Sprache: Koloniale Herrschaft zeichnete sich durch die gewaltsame Umstrukturierung quasi aller Lebensbereiche aus. Ihre Nachwirkungen sind bis heute spürbar. Doch so alt wie die europäische Expansion ist, ist auch der Widerstand dagegen. Das Projekt "Auf den Spuren des Widerstands gegen Rassismus" stellt Geschichten des antikolonialen Widerstands in Kamerun in den Fokus und möchte junge Menschen dazu anregen, sich kritisch mit der kolonialen Geschichte und bestehenden Machtverhältnissen zu beschäftigen.

7 Kurzfilme: SDGs und Fairer Handel

In den sieben kurzen Clips berichten Fairtraide-Produzent*innen über ihre persönlichen Herausforderungen und darüber, wie der faire Handel ihr Leben positiv verändert. Verschiedene SDGs stehen dabei mit im Fokus. Die Clips eignen sich gut für den Einsatz im Unterricht.

Schöne neue Welt? Materialheft zum Thema "Menschenrechte und Digitalisierung"

Gesellschaft, Wirtschaft und Staat: Innerhalb kürzester Zeit hat eine atemberaubende Digitalisierung nahezu aller Lebensbereiche stattgefunden. Das verändert, wie Menschenrechte weltweit wahrgenommen und verteidigt, aber auch missachtet werden können. Mit einem Materialheft nimmt die EKD in den Blick, was Menschenwürde und Menschenrechte im digitalen Zeitalter bedeuten.

Unterrichtsmaterial - Aufbrechen Ankommen Bleiben

Anhand der Lebensgeschichten von sieben jungen Flüchtlingen und Asylsuchenden, wie z.B. Aras, der ohne seine Eltern aus Syrien nach Österreich geflüchtet ist, kann mit den Schüler*innen Wissen zum Thema Flucht und zum Leben in einer vielfältigen Gesellschaft erarbeitet werden. Im ersten Kapitel "Aufbrechen" erarbeiten die Schüler*innen anknüpfend an die eigene Biographie unterschiedliche Ursachen für Migration. Im zweiten Kapitel "Ankommen" beschäftigen sie sich mit den weltweiten Fluchtbewegungen und dem österreichischen Asylsystem. Das dritte Kapitel "Bleiben" greift verschiedene Themen in Bezug auf das Leben von Flüchtlingen und subsidiär Schutzberechtigten in Österreich (Grundbedürfnisse, Vorurteile, Diskriminierung und Zivilcourage sowie Sprache) auf.

Global lernen. Das Thema: Klimagerechtigkeit

Die Klimakrise ist das drängendste Problem unserer Zeit. Die Frage danach beschäftigt viele Jugendliche weltweit, denn es ist ihre Zukunft, die auf dem Spiel steht. Deswegen gibt es sowohl Interesse als auch die dringende Notwendigkeit, Klimagerechtigkeit zu thematisieren. Diese Ausgabe der Zeitschrift "Global Lernen" richtet sich gleichermaßen an die schulische wie außerschulische Bildungsarbeit und enthält vielfältige Ideen und Materialien (analog und digital) zum direkten Einsatz im Unterricht.

Neues vom Blog EineWeltBlaBla.de


Auf EineWeltBlaBla begann der Oktober inhaltlich mit dem Konflikt um Bergkarabach.

Wir haben anschließend Aktionen gegen Catcalling vorgestellt, in der übergriffige und sexuell anzügliche verbale Angriffe im wahrsten Sinne des Wortes öffentlich angekreidet werden.

Dann wurde es mit der neuen Youtube-Serie Berlin Perspectives Unwrapped digital: Eine Au-pair und Aktivistin aus Südafrika trifft verschiedene Menschen und spricht mit ihnen über globale Themen.

Im weiteren Verlauf des Monats stand das Thema Mobilität im Fokus: Fahrradwege in Städten. Darin geht es auch um Pop-up-Radwege, die seit der Corona-Pandemie in immer mehr Städten entstanden und Radfahrer*innen mehr Sicherheit bieten.

Zum Abschluss des Monats wurde es nochmal globaler. Anlässlich des Tages der Vereinten Nationen am 24. Oktober befassten wir uns mit der Struktur, den Chancen, aber auch der Kritik, die hinter dieser Organisation stecken. Passend dazu ging es im Blog auch um Weltbürgertum.

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Wir freuen uns, wenn ihr mitredet!

Neues aus den Datenbanken
Datenbank Eine Welt Unterrichtsmaterialien

In der Datenbank Eine Welt Unterrichtsmaterialien können sich Lehrkräfte und Interessierte über das aktuell verfügbare Angebot an didaktischen Printmaterialien zur Einen Welt informieren. Die Datenbank bietet die Möglichkeit, über eine umfassende Suchmaske gezielt nach Publikationen zu suchen. Hier gelangen Sie zu einer Zusammenstellung aktueller Bildungsmaterialien.

Datenbank Eine Welt Medien – Filmtipps zum Thema Menschenrechte

Die Datenbank Eine Welt Medien hat eine Liste mit ausgewählten Filmempfehlungen im Themenfeld  Menschenrechte zusammengestellt, jeweils mit ausführlicher Beschreibung, Altersempfehlung und Verleihstellen.
Veranstaltungen
Demokratietag in Rheinland Pfalz "Demokratie verteidigen – gemeinsam gegen Hass und Hetze"
04.11.2020 - 06.11.2020 online Conference - Reconnecting in a post pandemic world. Citizenship education for democracy and sustainability.
05.11.2020 - 07.11.2020 online
Workshop: entwicklungspolitsche Themen klar & überzeugend formulieren
05.11.2020 - 06.11.2020 online Digitaler Fachworkshop "Filmreihen in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit"
06.11.2020 online Jugendkongress - youcoN 2020: Gerecht & Digital? – Zukunftsbildung für Alle!
08.11.2020 - 14.11.2020 Stiftung Bildung online WIRKLICH ALLE IM BLICK? Wen adressiert entwicklungspolitische Bildungsarbeit?
Fortbildung des Portals Globales Lernen

10.11.2020 online Fachtagung "Was ist mit dem Lieferkettengesetz? Wirtschaft und Menschenrechte"
11.11.2020 Stuttgart Fachforum Rheinland-Pfalz: Globales Lernen " Nachhaltige Entwicklung im digitalen Zeitalter"
11.11.2020 Vallendar und online Filmtage Globale Perspektiven
11.11.2020 - 13.11.2020 online Konferenz "Die Digitale Berlin: Globale (Un-)Gerechtigkeit der Digitalisierung"
12.11.2020 - 13.11.2020 online 8. Asientag: Solidarität mit Asien in der Pandemie
13.11.2020 - 14.11.2020 online Tagung: Vom Besserwissen zum Bessermachen – Umweltpsychologische Ansätze für nachhaltiges Handeln
14.11.2020 online Seminar: Geschlechtergerechtigkeit in weltweiten Lieferketten
16.11.2020 online Fortbildung „UND WENN ES AUCH ANDERS MÖGLICH WÄRE? Bildung zu einer sozial-ökologischen Transformation gestalten"
17.11.2020 online Bildungsurlaub "Zukunft der Arbeit weltweit: Wirtschaften in den ökologischen Grenzen, aber wie?"
22.11.2020 - 27.11.2020 Hattingen 11. KMK/BMZ-Fachtagung zum Orientierungsrahmen Globale Entwicklung
23.11.2020 - 24.11.2020 Berlin und online NARUD Fachtag 2020: Dekolonisierung jetzt! Perspektiven für Europa und Afrika
28.11.2020 Berlin
Fachveranstaltung "Berufsausbildung und Kooperation von Berufsschulen im Rahmen kommunaler Partnerschaften"
02.12.2020 online „Wasser ist ein Menschenrecht" – Fortbildung für Multiplikator*innen
11.12.2020 - 13.12.2020 Kassel Vorschau Ausgabe Dezember 2020: 
Die nächste Ausgabe des Newsletters der Eine Welt Internet Konferenz erscheint Ende November 2020 zum Thema

Nachhaltiges Leben hier: unser ökologischer Fußabdruck

Zusendungen sind bis zum 20. November 2020 willkommen.
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Um Ihre Suche nach passenden Bildungs- und Unterrichtsmaterialien, nach aktuellen Aktionen, Veranstaltungen und Kooperationsmöglichkeiten zu erleichtern, versuchen wir stets, die Vielfalt der Angebote im deutschsprachigen Raum möglichst umfassend darzustellen.

Wir möchten daher gerne wissen: Werden wir unserem Anspruch gerecht, einen schnellen und übersichtlichen Zugang zu allen relevanten Informations- und Bildungsangeboten zum Globalen Lernen zu bieten?

Hier geht es zur Umfrage. Das könnte Sie auch interessieren:
Publikationen der Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd
Print-Rundbrief  –  Ausgabe September 2020SDG Nr. 17 –Partnerschaften
zur Erreichung der Ziele


Der Rundbrief erscheint viermal jährlich und berichtet über die entwicklungspolitische Bildungsarbeit in Bund und Ländern, Fortbildungsangebote, Veranstaltungen, neue Materialien, Kampagnen und Aktionen.
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Dr. Kambiz Ghawami (V. i. S. d. P)

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Chile hat abermals Pinochet abgewählt

30. Oktober 2020 - 7:05

Nach über 50 wird es wieder eine demokratisch ausgerichtete Verfassung geben können – Bildung entprivatisieren

 

Wiesbaden, den 27.10.2020. Mit 78,3 % stimmten Chileninnen und Chilenen am 25. Oktober 2020 für die Ausarbeitung einer neuen Verfassung durch einen Bürgerrat, der bis 2022 einen Verfassungsentwurf vorlegen soll. Somit könnte Chile nach 1970 wieder eine demokratisch legitimierte Verfassung bekommen. Die letzte Verfassungsreform erfolgte 1970 unter dem damaligen christdemokratischen Präsidenten Eduardo Frei. Die Reform wurde 1973 durch die Putschisten unter Pinochet außer Kraft gesetzt und 1980 durch eine von Pinochets Junta ausgearbeitete Verfassung ersetzt.

 

„Es ist unvergessen, dass an der Pinochet-Verfassung maßgeblich Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Dieter Blumenwitz von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg als juristischer Berater der Junta unter Pinochet beteiligt war. Er war wie sein Kollege Prof. Dr. Lothar Bossle auf ausdrückliche Vermittlung des damaligen Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß nicht nur als Berater Pinochets zu Diensten, sondern beide verteidigten Pinochet auch noch öffentlich, indem dem Regime u. a. eine Art demokratische Fürsorge mit ihrer Verfassung attestiert wurde", so Dr. Kambiz Ghawami, Vorsitzender des World University Service.

 

Kernpunkte der neuen Verfassung Chiles werden die Abschaffung der Privatisierung öffentlicher Güter und der Daseinsvorsorge sein. Die soziale Grundversorgung wie Renten und der Bildungs- und Gesundheitssektor wurden seitens der Pinochet-Junta privatisiert – mit fatalen Folgen für die Mehrheit der chilenischen Bevölkerung bis heute.

 

„Eine demokratische Verfassung wird u. a. die Grundlage eines neuen Bildungssystems in Chile mit der Möglichkeit des freien und unentgeltlichen Zugangs zu Kitas, Schulen und Universitäten und somit zum Menschenrecht auf Bildung sein wie es die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte in ihrem Artikel 26 formuliert. Die dafür notwendigen Mittel kann sich Chile in Zukunft ohne weiteres leisten, wenn die berühmten 10 % der gesamten Kupfereinnahmen des Staatskonzerns CODELCO in Miliardenhöhe nicht mehr auf ein Konto der Militärs transferiert werden, sondern für die notwendigen Bildungsausgaben genutzt werden ", so Dr. Ghawami abschließend, der den chilenischen Wählerinnen und Wählern zum Ausgang des Referendums gratulierte.

 

Der WUS hatte im Rahmen des Referendums chilenische Menschenrechtsorganisationen bei ihren Kampagnen für eine Verfassungsreform unterstützt.

 
 

 

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