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Aktuelle Meldungen der Engagement Global gGmbH - Service für Entwicklungsinitiativen
Aktualisiert: vor 17 Stunden 3 Minuten

Fairer Advent

5. Dezember 2022 - 13:45
Wie der Advent nachhaltig gestaltet werden kann, stand im Mittelpunkt des Themennachmittags in Stendal. Foto: Engagement Global

Ein Adventsnachmittag kann nicht nur gemütlich, sondern auch lehrreich sein. Die Außenstelle Leipzig von Engagement Global hatte am 29. November 2022 in die Kleine Markthalle in Stendal eingeladen zu Kaffee, Tee und Schokolade – alles nachhaltig angebaut und fair gehandelt. Denn im Mittelpunkt der Veranstaltung, die sich gezielt an Seniorinnen und Senioren richtete, stand das Thema fairer Handel in der Lebensmittelproduktion.

Von Hintergrundwissen zum eigenen Konsumverhalten

Luis Guillermo Ordonez Ocampo, Referent für Globales Lernen, nahm die Teilnehmenden mit auf eine Reise, beginnend beim ressourcenschonenden Anbau beliebter Lebensmittel wie Kakao oder Zucker über menschenrechtskonforme Arbeitsbedingungen bei der Ernte bis hin zu fairen oder unfairen Preisen für Produkte in deutschen Geschäften. Er gab einen Einblick in die globalen Zusammenhänge im Lebensmittelhandel und informierte über Möglichkeiten, das persönliche Konsumverhalten anzupassen.

Besonders interessiert waren die Seniorinnen und Senioren an Informationen, wie fair gehandelte Lebensmittel erkannt werden können. Sie stellten Fragen zu verschiedenen Arten von Siegeln und deren Glaubwürdigkeit. Die Gruppe signalisierte Bereitschaft zum fairen Einkauf, ebenso aber auch ihr Bedürfnis nach verlässlichen Informationsquellen.

Was wird fair gekauft?

Im zweiten Teil der Veranstaltung tauschte sich Luis Guillermo Ordonez Ocampo in einem moderierten Gespräch mit Karin Stöwesandt vom Weltladen Stendal aus. Themen waren unter anderem Vorlieben und Eigenheiten der Kundschaft in Bezug auf fair gehandelte Produkte. Karin Stöwesandt wusste von Verkaufsschlagern zu berichten, wie dem Blumentopf „Pflanzhühner“, und auch von Lebensmitteln, die nicht gut angenommen werden, wie etwa Kaugummis.

Der Adventsnachmittag mit entwicklungspolitischer Note fand im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) von Engagement Global statt.

Ziel des EBD-Programms ist es, Menschen durch Informations- und Bildungsmaßnahmen zu einer kritischen Auseinandersetzung mit globalen Entwicklungen zu motivieren und zu eigenem entwicklungspolitischem Engagement zu ermutigen.

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Kritische Begegnung mit Kolonialismus

2. Dezember 2022 - 17:00

Begegnungsreisen zwischen Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Ländern dienen unter anderem dem Perspektivwechsel, dem Erleben anderer Kulturen und dem Identifizieren von Gemeinsamkeiten. Bei der Schulpartnerschaft zwischen der Tansania-AG des Kurt-Huber-Gymnasiums Gräfelfing (KHG) und den Schülerinnen der Emmaberg Girls Secondary School aus Tansania zeigt sich, wie aus einer langfristigen Partnerschaften viele nachhaltig wirksame Projekte entstehen. Ein zentrales Thema der gemeinsamen Arbeit: Kritische Auseinandersetzung mit dem Kolonialismus.

Nicht vergessen, sondern reflektieren

Kolonialismus ist Teil der Geschichte, liegt aber nicht in der Vergangenheit. Noch immer sind Zwangsarbeit und -heirat eine reale Bedrohung. Nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation waren 2021 mehr als 10 Millionen Menschen in einem sklavenähnlichen Verhältnis beschäftigt. Deswegen fokussiert Ziel 8 der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainale Development Goals; SDG) „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“. Es muss international daran gearbeitet werden, dass die Wirtschaft nachhaltig wächst und gleichzeitig faire Arbeitsbedingungen geschaffen und eingehalten werden.

Auch dafür braucht es eine kritische Erinnerungskultur – um sich damit auseinandersetzen und daraus lernen zu können. Zugleich gilt es auch, Folgen dieser kolonialen Vergangenheit wie etwa Rassismus gegen Schwarze zu problematisieren und sich diesem entgegenzustellen. Das machen die Schülerinnen und Schüler des KHG in Zusammenarbeit mit ihrer Partnerschule in Tansania in verschiedenen Formen.

Auslöser war die von ENSA geförderte Begegnungsreise der deutschen Schülerinnen und Schüler nach Tansania im Jahr 2019. Die Erkenntnisse aus dieser Reise wurden diskutiert und auf ihnen aufbauen Projektideen für den jahrgangsübergreifenden Unterricht entwickelt. Ein besonderer Fokus lag stets auf dem Thema Gleichberechtigung zwischen der Schülerschaft.

Für die Begegnungsreise 2022 ist die Entwicklung eines Kurzfilms geplant, der die Themen Augenhöhe und Anti-Rassismus über die Partnerschaftsgruppen hinaus visualisieren soll. Auch soll er genutzt werden, um die verschiedenen Perspektiven auf Aspekte rund um Klimawandel, Ressourcenverknappung und Artensterben in den Blick zu nehmen. Eine zentrale Frage dabei: Was können wir gemeinsam für eine gute Zukunft tun und wo können wir dabei aus der Vergangenheit lernen?

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Fair gehandelt auf dem Land

1. Dezember 2022 - 9:28
Bei der Veranstaltung „Fair Würzen“ lauschten die Teilnehmerinnen dem Vortrag des Journalisten-Duos lobOlmo. Foto: lobOlmo

Der Preis der schnellen Mode ist weit höher als der Betrag, der auf dem Etikett steht. Das verdeutliche Hildegard Scheu, Expertin für nachhaltige Bekleidung und Vereinsmitglied von FEMNET e.V. bei ihrem Vortrag in der Reihe „Fair im Land. Was trägt mein Einkauf zu globaler Gerechtigkeit bei?“. Die Außenstelle Mainz von Engagement Global hat gemeinsam mit den Landfrauen Pfalz e.V. die Reihe über Fairness und Nachhaltigkeit im Kleidungs- und Lebensmittelkonsum organisiert. Insgesamt 164 Landfrauen aus sechs verschiedenen Kreisverbänden kamen dafür an fünf Abenden zwischen 19. Oktober 2022 und 23. November 2022 im rheinland-pfälzischen Bornheim zusammen.

Hildegard Scheu gab an zwei Veranstaltungsterminen einen Einblick in globale Zusammenhänge und Entwicklungen in der Modeindustrie. Mit dem Kauf fairer Produkte werde ein Beitrag zur Verbesserung des problematischen Status quo geleistet. „Wir haben es mit untragbaren Zuständen zu tun: Lange Arbeitszeiten, keine oder nur kurzfristige Arbeitsverträge, extrem niedrige Löhne, Gewalt und sexuelle Übergriffe am Arbeitsplatz und oft ein Klima der Angst“, beschreibt die Referentin die Situation in den Nähereien im Globalen Süden.

Was getan werden kann

Die anwesenden Frauen gingen nach dem Input mit der Expertin tiefer ins Gespräch und interessierten sich vor allem dafür, wie die Überproduktion von Textilien gestoppt werden kann – in dem weniger gekauft wird – und an welche Sammelstellen aussortierte Kleidungsstücke sinnvoll abgegeben werden können – beispielsweise bei Kleiderkammern der Caritas oder an Second-Hand-Läden. Die Anwesenden tauschten sich auch darüber aus, in welchen Läden der Region aus zweiter Hand oder fair eingekauft werden kann. „Tauschpartys finde ich gut. Die Kleidung bleibt im Umlauf und ich muss mir kein brandneues Kleidungsstück kaufen, indem noch alle Chemikalien vorhanden sind“, sagte eine Teilnehmerin.

Helen Strauss von der Christlichen Initiative Romero gab an einem weiteren Veranstaltungsabend eine Einführung zum Thema Konsum. Sie sprach darüber, wie massiv der Modekonsum seit 2000 gewachsen ist, dass trotz Preissteigerungen in vielen anderen Bereichen die Preise für Kleidung fast stagnieren und im Durchschnitt lediglich 4 Prozent der Konsumausgaben für Bekleidung aufgewendet werden. Die sozialen und ökologischen Folgen der aktuellen Textilproduktion wurden von ihr anschaulich aufgezeigt: „Natürlich kann man ausrangierte Kleidung zu Putzlappen verarbeiten. Aber so viele Putzlappen braucht ja kein Mensch.“ Sie riet dazu, weniger zu kaufen und wenn, dann nachhaltiger.

Von Kleidung zu Lebensmitteln

Das Journalisten-Duo „LoBolmo“ aus Frankfurt am Main nahm die Teilnehmenden mit einer visuell aufbereiteten Präsentation rund um faire und gesunde Gewürze mit auf eine Reise nach Sri Lanka. Eine Inselnation, die vor allem für den Anbau einiger uns aus dem alltäglichen Gebrauch vertrauter Gewürze wie Pfeffer, Zimt oder Muskatnuss bekannt ist. Im Fokus stand hierbei die Arbeit der Kleinbauern auf den Plantagen und die Weiterverarbeitungsprozesse, die häufig noch immer in aufwändiger Handarbeit stattfinden. Ebenso wie Jutta Ulmer, die in ihrem Vortrag am letzten Veranstaltungsabend den Schokoladenkonsum der Deutschen auf den Prüfstand stellte, machte das Journalisten-Duo deutlich, dass fairer Handel zu einem Wandel der Produktionsbedingungen beitragen kann – und darum auch die Kaufentscheidung für fair gehandelte Lebensmittel einen Unterschied macht.

Die abschließende Verköstigung einiger mit passenden Gewürzen zubereiteter Snacks aus dem lokalen Weltladen rundeten den Abend ab. So war der faire Handel an diesen Abenden in sprichwörtlich „in aller Munde“.

Die Außenstelle Mainz hatte in Kooperation mit den Landfrauen Pfalz e.V. im Rahmen des Programms „Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland“ (EBD) Themen des fairen Handels in den ländlichen Raum gebracht. Ziel des EBD-Programms ist es, Menschen durch Informations- und Bildungsmaßnahmen zu einer kritischen Auseinandersetzung mit globalen Entwicklungen zu motivieren und zu eigenem entwicklungspolitischem Engagement zu ermutigen. Die Außenstellen von Engagement Global führen das Programm dezentral durch, um entwicklungspolitisches Engagement auch regional und lokal dauerhaft zu verorten.

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13. KMK/BMZ-Fachtagung zum Orientierungsrahmen

30. November 2022 - 13:30

Am 25. und 26. November 2022 kamen mehr als 200 Vertreterinnen und Vertreter aus Ministerien, Wissenschaft, Lehrkräftebildung, Schulen und Zivilgesellschaft zur 13. KMK/BMZ-Fachtagung zum Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung (OR) zusammen. Unter den Teilnehmenden in Leipzig waren wie auch in den vorherigen Jahren zahlreiche Schülerinnen und Schüler.

Der OR dient der Verankerung und Umsetzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in der Schule. Im thematischen Fokus der Workshops und Open Spaces stand seine Erweiterung auf die gymnasiale Oberstufe, die derzeit in einem partizipativen Prozess erarbeitet wird. Engagement Global richtete die Tagung im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Kultusministerkonferenz (KMK) aus.

Für Udo Michallik, Generalsekretär der KMK, bildet der OR die Grundlage für die Konzeptionierung und Umsetzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in der Schule; er sei „der zentrale Referenzrahmen in der Lehrkräftebildung und im Lehramtsstudium.“ 2007 erstmals erschienen, wurde der OR 2016 mit Kapiteln zu allen Unterrichtsfächern der Sekundarstufe I aktualisiert. Nun folge die Erweiterung des OR für die gymnasiale Oberstufe. Zentrales Merkmal sei dabei der Fokus auf die Wissenschaftspropädeutik, die die Fähigkeit der Lernenden fördere, aktiv an wissenschaftlichen und öffentlichen Diskursen zur nachhaltigen Entwicklung teilzuhaben.

Ingrid Arenz, administrative Geschäftsführerin von Engagement Global, befand: „Der Ukrainekrieg hat den Blick auf unsere Welt verändert, und wir fragen uns, wie wir nachhaltige Entwicklung verstehen und Bildung danach ausrichten können.“ BNE biete hier ein lösungsorientiertes und kompetenzorientiertes Bildungskonzept, das inzwischen auf allen Ebenen schulischer Bildung eine Rolle spiele. Ingrid Arenz freute sich besonders über die rege Beteiligung von Schülern und Schülerinnen an der Fachtagung.

In seinem Impulsvortrag skizzierte Jochen Steinhilber, Leiter der Abteilung „Flucht, Krisenprävention, Zivilgesellschaft“ im BMZ, aktuelle „Krisenkaskaden“ und die sich hieraus ergebenden gesellschaftlichen Herausforderungen. Deren Komplexität, Verschränkung, bestehende Dilemmata und Zielkonflikte machen vielfältige und kreative Lösungsansätze notwendig. Das BMZ hat in diesem Zusammenhang zentrale Handlungsfelder und Ziele („4+2“) definiert. Hierzu zählen unter anderem die Schaffung gerechter Übergänge in Transformationsprozessen, die sogenannte Just Transition, die Stärkung eines feministischen Ansatzes in der Entwicklungszusammenarbeit aber auch Digitalisierung. Bildung, insbesondere BNE, sei der Schlüssel zur Erreichung dieser Ziele.

„Mit dem Orientierungsrahmen“, so Jochen Steinhilber, sei es in enger Kooperation mit der KMK früh gelungen, „zukunftsweisende Bildungsansätze zu finden (…) um insbesondere in Lernprozessen Orientierung für Analyse, Urteilen und Handeln zu geben“. Jochen Steinhilber begrüßte, dass diese Bildungsansätze nun mit der Erweiterung des OR auf die gymnasiale Oberstufe fortgeschrieben werden.

Erstmals schloss sich unmittelbar an die Fachtagung das EINE WELT-Wochenende, „Zeit für Action!“ mit rund 400 Jugendlichen und Lehrkräften an. Die vielfältigen Erkenntnisse und Ergebnisse der Fachtagung wurden dort an die Teilnehmenden weitergegeben und flossen in Diskussionen und interaktive Workshops zu der Frage, wie die Schule von morgen aussehen und welchen Beitrag Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte dazu leisten können, ein.

Die vollständige Dokumentation der Fachtagung wird im Frühjahr 2023 auf der Internetseite Globale Entwicklung in der Schule veröffentlicht.

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Markt der Möglichkeiten: Engagier Dich!

28. November 2022 - 14:09
Der digitale Markt der Möglichkeiten lädt zu Austausch und Information ein. Foto: Sarah Larissa Heuser

Die Zivilgesellschaft trägt dazu bei, die großen Herausforderungen unserer Zeit zu bewältigen. Dazu gehören die Corona-Krise, der Krieg in der Ukraine, die Inflation und die Klimakrise. Seit 2016 lädt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gemeinsam mit dem Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement engagierte Bürgerinnen und Bürger sowie Interessierte zu einer zweitägigen Fachtagung ein, um Wissen auszutauschen, miteinander zu diskutieren und sich zu vernetzen. In diesem Jahr liegt der Fokus der zweitägigen Veranstaltung auf dem Thema „Gestaltungskraft der Zivilgesellschaft: Frieden stiften, Gemeinschaft bilden, Demokratie stärken“.

Am Donnerstag, 1. Dezember 2022, finden neben Vorträgen und Podiumsgesprächen auch Workshops statt, die aktuelle Themen wie die Situation in der Ukraine aufgreifen oder Fragen zur Zukunft der Zivilgesellschaft diskutieren.

Am Freitag, 2. Dezember 2022, lädt der digitale Markt der Möglichkeiten zu Austausch und Information ein. Zwischen 10:45 und 12 Uhr können Interessierte mit Institutionen und Organisationen ins Gespräch kommen und sich Informationen und Ideen für das eigene Engagement holen. Auch Engagement Global wird mit der Außenstelle Berlin und der Mitmachzentrale in einem Breakout-Raum vertreten sein.

Die Veranstaltung wird hybrid durchgeführt. Am Donnerstag, 1. Dezember 2022, werden 80 bis 100 Teilnehmende vor Ort im KINDL Zentrum in Berlin anwesend sein können. Am Freitag, 2. Dezember 2022, findet die Veranstaltung ausschließlich digital statt.

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„Mein Körper gehört mir!“

25. November 2022 - 8:49
Jamilah und Hadaya setzen sich dafür ein, dass alle ein Recht auf Selbbestimmung haben. Foto: Thomas Kölsch

Nachhaltige Entwicklung ist nur Hand in Hand mit einer Gleichberechtigung der Geschlechter möglich. Ziel 5 der 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung fokussiert deshalb auf Geschlechtergleichheit. Bis 2030 soll Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen weltweit erreicht werden. Mit einer feministischen Entwicklungspolitik will das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Fragen von entwicklungspolitischer Zusammenarbeit mit Fragen von Frauenrechten verknüpfen. Ein wichtiger Schritt um Frauen weltweit zu stärken, ihren Schutz strukturell zu verankern und ihnen Selbstbestimmung zu ermöglichen.

Damit Frauen und Mädchen aktiv am sozialen, politischen und wirtschaftlichen Leben teilhaben können, müssen sie frei von Diskriminierung und Gewalt leben können. Doch Gewalt gegen und Ausbeutung von Frauen ist weltweit ein gravierendes Problem. Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen soll auf diese Missstände aufmerksam machen und ruft Menschen auf der ganzen Welt dazu auf, sich gegen geschlechtsspezifische Gewalt einzusetzen.

Rappen für das Recht auf Selbstbestimmung

Die jungen Künstlerinnen Jamilah und Hadaya machen sich dafür stark, dass alle das Recht haben, über ihren eigenen Körper zu bestimmen. Mit ihrem Song „Mein Körper gehört mir“ haben die beiden Schwestern aus Köln an der dritten Runde des Song Contests „Dein Song für EINE WELT!“ teilgenommen und es unter die Top 5 geschafft. „Wir wollten einen Song gegen Sexismus machen und entschieden uns für Rap. Denn gerade in diesem Musikgenre, welches sehr männlich dominiert ist, werden sexistische Botschaften und Bilder transportiert, die in den Köpfen hängen bleiben. Dem wollten und wollen wir mit unserem Song gezielt entgegenwirken.“

In ihrem Lied thematisieren Jamilah und Hadaya den Alltagssexismus gegenüber Frauen und Mädchen in Deutschland und auf der ganzen Welt. Sie möchten betroffenen Mädchen und Frauen Mut zusprechen. Der Song Contest „Dein Song für EINE WELT!“ bietet den beiden Künstlerinnen ein Sprachrohr, um auf ihre Botschaft aufmerksam zu machen. „Wenn wir eine globale Veränderung wollen, müssen wir bei uns selbst anfangen. Wir müssen eine Gesellschaft schaffen, wo jede Sicht in gleichem Maße zählt und jede und jeder mit Stolz sagen kann: ‚Mein Körper gehört mir!‘“ Neben 22 weiteren Songs, welche die Positionen und Gefühle junger Menschen zu globalen Themen zum Ausdruck bringen, ist der Song „Mein Körper gehört mir“ auf dem EINE WELT-Album Vol. 3 zu hören.

Der Song Contest „Dein Song für EINE WELT!“ ist eine Begleitmaßnahme zum Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik „alle für EINE WELT für alle“ und wird von Engagement Global gGmbH – Service für Entwicklungsinitiativen im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung durchgeführt. Anfang 2023 startet der Song Contest in seine fünfte Runde. Dann können junge Menschen zwischen 10 und 25 Jahren erneut ihre Songs für die EINE WELT einreichen und zeigen, welche globalen Themen sie beschäftigen

Geschlechtergerechtigkeit in Deutschland und weltweit

Schülerinnen und Schüler der Kurt Schwitters Schule in Berlin haben zusammen mit ihren Partnerinnen und Partnern aus der Colégio de Aplicação in Porto Alegre, Brasilien, einen anderen Weg gefunden, den Blick auf die Rechte und den Schutz von Frauen und der LSBTTIQ*-Community zu lenken. Schon bei Beginn der Schulpartnerschaft 2018 einigten sich die Jugendlichen und Lehrkräfte darauf, den inhaltlichen Schwerpunkt ihrer Zusammenarbeit auf Geschlechtergerechtigkeit und Anti-Diskriminierung zu legen. Im Zusammenschluss mit Nichtregierungsorganisationen wie dem Berliner Arbeitskreis für politische Bildung e.V. und der brasilianischen Organisation Nuances wurden verschiedene Möglichkeiten entwickelt, wie die Themen niederschwellig und langfristig aufbereitet werden können.

Mit Workshops, zum Beispiel zu Alltagssituationen Schwarzer Frauen und Projektwochen, während denen in der Schule sichere Räume für die Schülerinnen und Schüler geschaffen wurden, trägt die Schulpartnerschaft zum Empowerment junger Frauen bei. Die Austauschgruppen arbeiten zudem daran, Themen wie sexuelle Vielfalt oder Genderidentität im Unterricht zu verankern. So fördern sie die Auseinandersetzung mit geschlechtsspezifischen Herausforderungen und Diversität. Weitere Begegnungen, lokale Aktionen und Workshops sind geplant.

Das Entwicklungspolitische Schulaustauschprogramm (ENSA) fördert internationale Schulpartnerschaften zwischen Schulen aus Deutschland und Schulen aus Ländern in Afrika, Asien, Lateinamerika und Südosteuropa. Teilnehmende Schulen werden dabei durch ein pädagogisches Begleitprogramm und finanzielle Mittel unterstützt.

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Freiwilligenarbeit im Frauennetzwerk in Kolumbien

25. November 2022 - 8:00
Jamilah und Hadaya setzen sich dafür ein, dass alle ein Recht auf Selbbestimmung haben. Foto: Thomas Kölsch

Nachhaltige Entwicklung ist nur Hand in Hand mit einer Gleichberechtigung der Geschlechter möglich. Ziel 5 der 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung fokussiert deshalb auf Geschlechtergleichheit. Bis 2030 soll Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen weltweit erreicht werden. Mit einer feministischen Entwicklungspolitik will das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Fragen von entwicklungspolitischer Zusammenarbeit mit Fragen von Frauenrechten verknüpfen. Ein wichtiger Schritt um Frauen weltweit zu stärken, ihren Schutz strukturell zu verankern und ihnen Selbstbestimmung zu ermöglichen.

Damit Frauen und Mädchen aktiv am sozialen, politischen und wirtschaftlichen Leben teilhaben können, müssen sie frei von Diskriminierung und Gewalt leben können. Doch Gewalt gegen und Ausbeutung von Frauen ist weltweit ein gravierendes Problem. Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen soll auf diese Missstände aufmerksam machen und ruft Menschen auf der ganzen Welt dazu auf, sich gegen geschlechtsspezifische Gewalt einzusetzen.

Rappen für das Recht auf Selbstbestimmung

Die jungen Künstlerinnen Jamilah und Hadaya machen sich dafür stark, dass alle das Recht haben, über ihren eigenen Körper zu bestimmen. Mit ihrem Song „Mein Körper gehört mir“ haben die beiden Schwestern aus Köln an der dritten Runde des Song Contests „Dein Song für EINE WELT!“ teilgenommen und es unter die Top 5 geschafft. „Wir wollten einen Song gegen Sexismus machen und entschieden uns für Rap. Denn gerade in diesem Musikgenre, welches sehr männlich dominiert ist, werden sexistische Botschaften und Bilder transportiert, die in den Köpfen hängen bleiben. Dem wollten und wollen wir mit unserem Song gezielt entgegenwirken.“

In ihrem Lied thematisieren Jamilah und Hadaya den Alltagssexismus gegenüber Frauen und Mädchen in Deutschland und auf der ganzen Welt. Sie möchten betroffenen Mädchen und Frauen Mut zusprechen. Der Song Contest „Dein Song für EINE WELT!“ bietet den beiden Künstlerinnen ein Sprachrohr, um auf ihre Botschaft aufmerksam zu machen. „Wenn wir eine globale Veränderung wollen, müssen wir bei uns selbst anfangen. Wir müssen eine Gesellschaft schaffen, wo jede Sicht in gleichem Maße zählt und jede und jeder mit Stolz sagen kann: ‚Mein Körper gehört mir!‘“ Neben 22 weiteren Songs, welche die Positionen und Gefühle junger Menschen zu globalen Themen zum Ausdruck bringen, ist der Song „Mein Körper gehört mir“ auf dem EINE WELT-Album Vol. 3 zu hören.

Der Song Contest „Dein Song für EINE WELT!“ ist eine Begleitmaßnahme zum Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik „alle für EINE WELT für alle“ und wird von Engagement Global gGmbH – Service für Entwicklungsinitiativen im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung durchgeführt. Anfang 2023 startet der Song Contest in seine fünfte Runde. Dann können junge Menschen zwischen 10 und 25 Jahren erneut ihre Songs für die EINE WELT einreichen und zeigen, welche globalen Themen sie beschäftigen

Geschlechtergerechtigkeit in Deutschland und weltweit

Schülerinnen und Schüler der Kurt Schwitters Schule in Berlin haben zusammen mit ihren Partnerinnen und Partnern aus der Colégio de Aplicação in Porto Alegre, Brasilien, einen anderen Weg gefunden, den Blick auf die Rechte und den Schutz von Frauen und der LSBTTIQ*-Community zu lenken. Schon bei Beginn der Schulpartnerschaft 2018 einigten sich die Jugendlichen und Lehrkräfte darauf, den inhaltlichen Schwerpunkt ihrer Zusammenarbeit auf Geschlechtergerechtigkeit und Anti-Diskriminierung zu legen. Im Zusammenschluss mit Nichtregierungsorganisationen wie dem Berliner Arbeitskreis für politische Bildung e.V. und der brasilianischen Organisation Nuances wurden verschiedene Möglichkeiten entwickelt, wie die Themen niederschwellig und langfristig aufbereitet werden können.

Mit Workshops, zum Beispiel zu Alltagssituationen Schwarzer Frauen und Projektwochen, während denen in der Schule sichere Räume für die Schülerinnen und Schüler geschaffen wurden, trägt die Schulpartnerschaft zum Empowerment junger Frauen bei. Die Austauschgruppen arbeiten zudem daran, Themen wie sexuelle Vielfalt oder Genderidentität im Unterricht zu verankern. So fördern sie die Auseinandersetzung mit geschlechtsspezifischen Herausforderungen und Diversität. Weitere Begegnungen, lokale Aktionen und Workshops sind geplant.

Das Entwicklungspolitische Schulaustauschprogramm (ENSA) fördert internationale Schulpartnerschaften zwischen Schulen aus Deutschland und Schulen aus Ländern in Afrika, Asien, Lateinamerika und Südosteuropa. Teilnehmende Schulen werden dabei durch ein pädagogisches Begleitprogramm und finanzielle Mittel unterstützt.

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Welttoilettentag: Ziel 6 sichtbar machen

18. November 2022 - 15:07

Unsichtbares muss sichtbar werden. Unter diesem Motto steht der diesjährige Welttoilettentag. Immer am 19. November lenkt der Internationale Tag, der 2013 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen wurde, die Aufmerksamkeit auf die globalen Herausforderungen in den Bereichen Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH). In diesem Jahr steht die Gefahr der Wasserverschmutzung durch unzureichende Sanitärsysteme im Vordergrund – ein häufig unsichtbares Problem.

Besonders im Globalen Norden fehlt zumeist noch ein Bewusstsein für diese und ähnliche strukturelle Schwierigkeiten. Die Wichtigkeit von funktionierenden WASH-Einrichtungen und zugleich deren Mangel in vielen Ländern ist kein präsentes Thema im Globalen Norden. Noch mehr scheint es an Wissen zu fehlen, welche positiven Auswirkungen individuelle und lokale Maßnahmen haben können.

Um das Bewusstsein dafür zu schärfen, setzt sich die German Toilet Organization e. V. (GTO) mit ihrem Projekt „Klobalisierte Welt – klobal denken, lokal handeln“ ein. Gefördert wird das Projekt unter anderem durch das Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung (FEB) von Engagement Global. Das Ziel des Projektes ist es, Lernende, Lehrkräfte, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren – wie etwa Verwandte, Vereine oder Freundeskreise – für das Themenfeld zu sensibilisieren und ihnen Möglichkeiten für lokales Engagement aufzuzeigen.

Workshops und Aktionstage für eine „Klobalisierte Welt“

Seit über zehn Jahren organisiert die GTO in diesem Sinne unter anderem Workshops und Events in Schulen in Berlin und Umland. Für mehr Aufmerksamkeit und Bewusstsein werden etwa öffentliche Aktionstage durchgeführt. In Workshops erarbeiten die Schülerinnen und Schüler Vorträge, kreieren Aktionen und entwickeln Ideen zu Aspekten rund um den Bereich Sanitärversorgung, die sie am Aktionstag kreativ und selbstständig präsentieren. Auch öffentlichkeitwirksame Fachkonferenzen werden besucht, Arbeitsgruppen gegründet und regelmäßige Initiativen geplant. Perspektivwechsel und Selbstwirksamkeit sind nur zwei der Erfahrungen, die die Schülerinnen und Schüler dabei sammeln. Zugleich machen sie die Öffentlichkeit auf WASH aufmerksam und tragen ihre Kenntnisse weiter.

Damit auch langfristig mehr Wissen über WASH in den Schulalltag integriert werden kann, wurden im Zuge des Projektes Unterrichtsmodule entwickelt. Auf diese können Lehrkräfte zurückgreifen, wenn sie ihre Klassen in die globalen Herausforderungen nahebringen, Diskussionen anregen oder Engagement fördern wollen. Unter anderem mithilfe von konkreten Projektbeispielen, angereichert mit Bildern und Videos, werden die WASH-Themen damit im Unterricht greifbarer gemacht.

Die GTO organisiert ferner bundesweite Präsenz- und Onlinefortbildungen, in denen Lehrkräfte und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ihre Kompetenzen im Themenkomplex stärken können. Im Zuge dieser Fortbildungen werden gemeinsam auch Materialien und Maßnahmen erarbeitet, um die Verbreitung von WASH-Themen im Unterricht, im beruflichen Umfeld oder der breiten Öffentlichkeit weiter voranzutreiben.

Entwicklungspolitische Möglichkeiten sehen

Die Bildungs- und auch Öffentlichkeitsarbeit des Vereins trägt sowohl dazu bei, die WASH-Themen in den Fokus zu rücken, als auch die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung im schulischen Kontext zu etablieren. Das Projekt „Klobalisierte Welt“ zielt konkret auf Ziel 6 „Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten“ ab. Es ermöglicht aber darüber hinaus auch eine Auseinandersetzung mit entwicklungspolitischen Themenbereichen, die ansonsten wenig sichtbar sind.

Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen der Schülerinnen und Schüler, interessanten Unterrichtsmaterialien für Lehrkräfte und Projektideen von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren holt die GTO mit dem Projekt die schulischen Akteurinnen und Akteure da ab, wo sie stehen. Gemeinsam kann das Grundrecht auf eine sanitäre Grundversorgung weltweit gefördert und das Engagement dafür sichtbar gemacht werden.

Das Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung (FEB) fördert in Deutschland durchgeführte Projekte, die lebensnah und anschaulich über entwicklungspolitische Themen aufklären und zeigen, wie sich Bürgerinnen und Bürger entwicklungspolitisch engagieren können.

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BMZ nimmt Dublin Deklaration zum Globalen Lernen an

17. November 2022 - 14:27

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat beim Europäischen Kongress zum Globalen Lernen die „Dublin Declaration on Global Education“ angenommen. Der neue „Strategierahmen für das Globale Lernen bis 2050“ zielt darauf ab, das politische Commitment und die Verbesserung der hochwertigen Bildung für nachhaltigen Entwicklung zu stärken - national und in ganz Europa.

Die Stärkung der Handlungsfähigkeit im Kontext globaler Gerechtigkeit und planetarischer Nachhaltigkeit steht im Mittelpunkt der unterzeichneten Deklaration. Regierungen in ganz Europa bekennen sich dazu, das Konzept „Global Education“ – Bildung für nachhaltige Entwicklung mit globaler Perspektive - zu unterstützen. Dabei steht Bildung im Vordergrund, die Menschen befähigt, sich kritisch für eine soziale und klimagerechte Welt einzusetzen sowie Menschenrechte und Diversität wertzuschätzen. Mit der Adaption verpflichten sich die Regierungen in ganz Europa, Bildung für nachhaltige Entwicklung in ihrer Politik und in ihren Strategien und Strukturen zu stärken.

Die Deklaration wurde in einem partizipativen Prozess unter Mitwirken von Zivilgesellschaft, Jugendorganisationen, Forschungs- und Bildungsinstitutionen sowie einer Reihe „kritischer Freunde", vor allem aus dem Globalen Süden, entwickelt. Die Europäische Kommission und der Europarat waren ebenso eingebunden wie internationale Organisationen (UNESCO, UNECE, OECD). Initiiert wurde der Prozess vom Global Education Network Europe (GENE). Engagement Global ist Vorstandsmitglied von GENE und war Teil des Redaktionsausschusses.

Die Erklärung ist Nachfolge der „Maastricht Declaration" von 2002 und reicht über den zeitlichen Horizont der Agenda 2030 mit den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung hinaus. Das Grundanliegen des Globalen Lernens richtet sich an alle Akteurinnen und Akteure der formalen, nicht-formalen und informellen Bildung.

Global Education versetzt Menschen in die Lage, lokale und globale Geschehnisse sowie die eigene Rolle und das eigene Verhalten kritisch zu hinterfragen. Anhand von Themen wie der Anerkennung von Menschenrechten oder Diversität und Inklusion werden zudem Kenntnisse vermittelt, die es für den Einsatz für eine sozial wie ökologisch gerechtere Welt langfristig braucht.

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Geschlechtergerechtigkeit weltweit

14. November 2022 - 16:43

Die Bedeutung globaler Geschlechtergerechtigkeit stand im Zentrum der Veranstaltungsreihe „Geschlechtergerechtigkeit weltweit“, die vom 8. bis 10. November 2022 in Mainz stattfand.

Bei der Auftaktveranstaltung am 8. November 2022 im Frankfurter Hof ging es ganz konkret um das Thema „Feministische Entwicklungspolitik: Mehr Geschlechtergerechtigkeit für eine nachhaltige Entwicklung“. Impulsvorträge und eine Podiumsdiskussion brachten den rund 120 Teilnehmenden Ziel 5 – Geschlechtergleichstellung und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen erreichen – der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung nahe.

Dr. Rolf Meier, Abteilungsleiter im Ministerium des Innern Rheinland-Pfalz, und Dr. Jens Kreuter, Hauptgeschäftsführer von Engagement Global, hoben bei Ihrer Begrüßung die Relevanz von Ziel 5 für alle Menschen hervor. Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze betonte in ihrer Videobotschaft außerdem die Notwendigkeit einer feministischen Entwicklungspolitik und stellte in diesem Zusammenhang die „drei R“ vor: Rechte verwirklichen, Ressourcen einsetzen, Repräsentanz verbessern.

Nora Teuma, Vorstandsmitglied von UN Women Deutschland, stellte in ihrem Impuls eine feministische Bestandsaufnahme der internationalen Entwicklungspolitik vor. Sie zeigte auf, an welchen Stellen noch besonders viel Bedarf besteht und vertiefte dies anhand von Beispielen zur Umsetzung politischer Rahmenbedingungen in Nigeria, Müttergesundheit in Yemen sowie dem für die weltweite Ernährungssicherung bedeutenden Landwirtschaftssektor.

Perspektiven aus dem Alltag in Ruanda vermittelte Tete Loeper, Autorin, Schauspielerin und Bildungsakteurin. Sie berichtete von der Zeit nach dem Genozid von 1994 und dass es heute zahlreiche feministische Initiativen und Frauengruppen im Land gibt. Ihren Impuls schloss sie mit einer Frage an alle: Was ist dein Beitrag zu mehr Geschlechtergerechtigkeit?

Projekt „Movements and Moments - Feminist Generations“

Um die Vielfalt des Feminismus im Globalen Süden deutlich zu machen, stellte Sonja Eismann, Mitherausgeberin des Missy Magazins, das Projekt „Movements and Moments - Feminist Generations“ vor. Die Initiative des Goethe Instituts Jakarta (Indonesien) betont die Bedeutung des Feminismus als eine der wichtigsten sozialen Bewegungen und korrigiert westlich geprägte Narrative. Schwerpunkte der Comics, die im Mittelpunkt der Initiative stehen, sind die Verwobenheit feministischer Anliegen mit Ökologie, Bildung, sexuellen Rechte, der LGBTQIA+-Bewegung, Arbeitsrechten sowie Traditionsüberlieferungen. Auszüge aus den Comics wurden im Foyer des Veranstaltungsorts ausgestellt.

Der Austausch zwischen Nora Teuma, Tete Loeper, Sonja Eismann und Dr. Christina Alff, Gutachterin und Trainerin für Gender Equality in der Entwicklungszusammenarbeit, drehte sich um die Frage, inwieweit eine feministische Entwicklungspolitik einen Beitrag zur Erreichung der Ziele leisten kann. Die Diskutantinnen waren sich einig, dass schon sehr lange sehr viele gute Projekte in dem Bereich existieren. Notwendig seien jedoch vor allem mehr finanzielle Ressourcen. Eine feministische Entwicklungspolitik könne den Fokus hier erhöhen und Projekte der Entwicklungszusammenarbeit geschlechtergerechter machen.

Theaterperformance „Learning Feminism from Rwanda“

Dass auch Kunst und Kultur in der entwicklungsbezogenen Bildungsarbeit geeignete Formate sind, zeigten am 9. und 10. November 2022 die Aufführungen der Theaterperformance „Learning Feminism from Rwanda“ von Flinn Works. Über 300 Besucherinnen und Besucher sahen die Aufführungen im Mainzer Staatstheater. „Learning Feminism from Rwanda“ hinterfragt die Frauen-Quote als politisches Instrument und wie sich Kultur und Geisteshaltung dadurch verändern. Das ostafrikanische Land hat 1994 Geschlechtergerechtigkeit zur Basis seiner Politik gemacht. Fünf Performerinnen und Performer folgten der Spur des ruandischen „Fast-Track-Feminismus“ mit Reden, Statistiken und Protestchoreografien.

Vor den Aufführungen wurde jeweils eine Einführung im Foyer des Staatstheaters angeboten. Hier wurde die Partnerschaft des Landes Rheinland-Pfalz mit Ruanda vorgestellt und wie es zum Kontakt mit der Theatergruppe kam. Zudem wurde Engagement Global im Allgemeinen sowie die 17 Ziele der Agenda 2030 und im Speziellen das Zeil 5 „Geschlechtergleichstellung und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen erreichen“ vorgestellt. Um den Bezug zum Globalen Süden zu verdeutlichen wurden auch hier Auszüge aus dem Comic-Projekt „Movements & Moments - Feminist Generations“ im Foyer ausgestellt und weitere Hintergrundinformationen vermittelt.

Im Anschluss an die drei Aufführungen gab es jeweils Nachgespräche mit den Performenden Lisa Stepf und Wesley Ruzibiza sowie der Regisseurin Sophia Stepf. Fragen des Publikums bezogen sich unter anderem auf aktuelle Perspektiven und Einschätzungen zur Situation in Ruanda, die Entstehung und Entwicklung des Stücks, die länderübergreifende Zusammenarbeit und allgemeine Einordnungen zum Thema Geschlechtergerechtigkeit weltweit.

Die Veranstaltungsreihe wurde von der Außenstelle Mainz von Engagement Global in Kooperation mit dem Ministerium des Innern und für Sport Rheinland-Pfalz (MdI) – Referat Partnerland Ruanda/Entwicklungszusammenarbeit – im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) durchgeführt.

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Soziale Sicherheit – weltweit nachhaltig gerecht

10. November 2022 - 16:16
Von links nach rechts: Prof. Dr. Esther Schüring, Dr. Bärbel Kofler, Andrea Dorneich, Karin Kortmann. Foto: BMZ/Janine Barbier-Neubacher

Weltweite soziale Sicherung ist das Thema der diesjährigen Ringvorlesung „Transformation unserer Welt – Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“. An vier Abenden stellen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Entwicklungszusammenarbeit ihre Perspektiven zu diesem Teilaspekt der Agenda 2030 vor.

Eröffnet wurde die Ringvorlesung am 7. November 2022 von Dr. Bärbel Kofler, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, und Prof. Dr. Esther Schüring, Inhaberin der Professur für Systeme sozialer Sicherheit an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

In ihrer Ansprache ordnete Dr. Bärbel Kofler soziale Sicherung als zentrale entwicklungspolitische Antwort auf Krisen, Armut und Hunger ein. Klimakrisen und die Pandemie hätten gezeigt, dass soziale Sicherungssysteme unerlässlich seien, um Menschen vor Armut zu schützen und Krisen gesellschaftlich gut zu überstehen. Der Bedarf für verstärktes Engagement zu sozialer Sicherung sei enorm: 4 Milliarden Menschen und damit die Hälfte der Menschheit haben keinen Zugang zu sozialer Absicherung, in Afrika sind es sogar 83 Prozent der Bevölkerung.

Prof. Dr. Esther Schüring erläuterte, dass soziale Sicherung laut einer Definition der Internationalen Arbeitsorganisation (International Labour Organization, ILO) ein Begleiter während des ganzen Lebenszyklus sei. Konkrete Beispiele für soziale Sicherungssysteme seien familienbedingte Leistungen sowie Leistungen für Mutterschutz, Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfälle, Krankheit, Alter oder Behinderung. Da diese Leistungen beitrags- und steuerfinanziert seien, überrasche es jedoch nicht, dass in finanzschwachen Staaten weniger als 20 Prozent der Bevölkerung Zugang zu sozialer Sicherung hätten.

  • Montag, 14. November 2022: Feministische Perspektiven auf soziale Sicherungssysteme
  • Montag, 21. November 2022: Soziale Sicherung im internationalen Vergleich
  • Montag, 5. Dezmeber: Gesundheitskrisen, Klimwandel, Flucht – Herausforderungen und Potenziale für soziale Sicherungssysteme

Die Veranstaltungsreihe gibt einen Überblick über aktuelle politische sowie wissenschaftliche Debatten. Sie fragt nach Ansätzen aus feministischer und intersektionaler Perspektive und thematisiert soziale Sicherung im internationalen Vergleich. Abschließend betrachtet sie soziale Sicherung in Krisensituationen. In Vorbereitung auf die Abschlussveranstaltung werden vertiefende öffentliche Workshops zu sozialer Sicherung im Kontext von Gesundheit/ Pandemie, Klima sowie Flucht angeboten.

Die Ringvorlesung ist eine Kooperation zwischen der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), der Außenstelle Berlin von Engagement Global und der Alice Salomon Hochschule Berlin (Professur für Sozialpolitik). Sie findet im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) von Engagement Global statt.

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Einsatz mit ASA

10. November 2022 - 14:44
Bis Mitte Januar 2023 können sich Interessierte für die Projekte bewerben. Foto: Team Black Image

Mit dem ASA-Programm können junge Menschen ein Festival oder eine Ausstellung organisieren, Aufmerksamkeit für Sanitärprojekte schaffen oder Studien zu Blindheit bei Kindern unterstützen. Um nur vier der insgesamt etwa 150 unterschiedlichen Projekte zu nennen, die im Programm 2023 zu finden sind. Bis Mitte Januar 2023 können Studierende, Bachelor- und Ausbildungsabsolventinnen und -absolventen sich für die Projekte bewerben. Im April 2023 starten die Initiativen im In- und Ausland.

Zur Durchführung der Projektvorhaben kooperiert das ASA-Programm mit einer Vielzahl von Partnerinstitutionen aus verschiedenen Feldern der nachhaltigen Entwicklung – von Nichtregierungsorganisationen (Non-government organisations, NGO) und Stiftungen über Durchführungsorganisationen staatlicher Entwicklungszusammenarbeit bis zu Unternehmen und Hochschulen. Junge Menschen aus allen Fachrichtungen sind eingeladen, sich mit den Partnern für die Themen einzusetzen.

Das ASA-Programm ist ein internationales Austauch- und Stipendienprogramm für alle junge Menschen, die sich für eine gerechtere Welt einsetzen möchten – feministisch, nachhaltig und fair. Gemeinsames Lernen für Teilhabe und verantwortliches gesellschaftliches Handeln für nachhaltige Entwicklung, das ist der Kern des ASA-Programms.

ASA umfasst mehrere Teilprogramme. Darunter ist die Programmkomponente ASA NGO, in der mit NGO und Institutionen der Entwicklungszusammenarbeit kooperiert wird. Bei ASApreneurs wird mit Unternehmen sowie wirtschaftsnahen Organisationen zusammengearbeitet und im Rahmen von ASA-Hochschule mit Universitäten und Hochschulen.

Mit Kunst nachwirken

Jedes Jahr wird in der Nähe von Lilongwe in Malawi ein interkultureller Begegnungsort der Musik und Lyrik des Tanzes und des Schauspiels geschaffen. Es ist ein Kunstfestival, das von Menschen aus Malawi und aus dem Geflüchtetenlager Dzaleka organisiert und bespielt wird. Kunst und Menschen stehen dabei gleichermaßen im Mittelpunkt. Akteurinnen und Akteure unterschiedlicher Hintergründe kommen zusammen und kreieren ein Event, dass Aufmerksamkeit auf die Situation von Geflüchteten lenkt sowie Lebensumstände verbessern und Menschenrechte stärken kann.

Welchen Mehrwert die Organisation einer solchen Veranstaltungen für die ASA-Teilnehmende neben den fachlichen Fähigkeiten mit sich bringt, erzählt Olivia Bott, die 2018 mitwirkte. Sie habe durch ihre Teilnahme mehr über Entwicklungszusammenarbeit und Kooperationen nachgedacht und gelernt, diese kritisch zu hinterfragen. Für 2023 werden wieder ASA-Teilnehmende gesucht, die sich mit ihren gesellschafts- oder sozialwissenschaftlichen Hintergründen und ihren Erfahrungen mit sozialen Medien oder Veranstaltungsmanagement einbringen, um das Festival für und von Geflüchtete vom 4. bis 6. November 2023 erneut zum Leben zu erwecken.

Interessierte, denen eher Themen rund um Naturwissenschaften und Klimawandel liegen, können sich bei den Aktivitäten des Zentrums für Europäische und Orientalische Kultur e.V. (ZEOK) einbringen. Diese stellen 2023 in Algerien eine Ausstellung mit junger Zielgruppe auf die Beine, die den Schwerpunkt auf das Ökosystem der Wüste Sahara legt. Beide Projekte laufen unter der Komponente ASA NGO.

Für Wasser campaignen

Projekte für Wasser, Sanitäranlagen und Hygiene (WASH-Projekte) brauchen Unterstützung. Die Mittel, um entsprechende Anlagen einzurichten, sind genauso notwendig, wie Maßnahmen, um für deren Nutzung zu sensibilisieren. Unter anderem diesen Zielen hat sich Viva con Agua verschrieben. Im Globalen Norden schaffen sie Bewusstsein für die Thematik, im Globalen Süden agieren sie als Partner für Maßnahmen und Aktionen rund um WASH-Themen.

2023 werden die ASA-Teilnehmenden für die Erarbeitung von Konzepten, Aktionen und Kampagnen in Uganda mit in ins Boot geholt. Sie könnten an Sensibilisierungskampagnen für Hygiene und Wassernutzung mitarbeiten, sich an der Bewerbung und Verbreitung von Wasserfiltern beteiligen oder an der Bekanntmachung der Thematik wirken. Das Projekt ist Teil von ASApreneurs, bei dem die Interessierten Akteurinnen und Akteure soziale Organisationen kennenlernen und unterstützen.

Mit Forschung bewegen und mit sozialen Medien erreichen

Zum ASA-Programm gehört auch die Komponente ASA-Hochschule. Internationale Teilnehmende haben als Teil des Programms die Möglichkeit, an einem konkreten Forschungsvorhaben mitzuarbeiten. 2023 haben Studierende zum Beispiel die Gelegenheit, sich auf die Mitwirkung an eine Studie zu bewerben. Ziel ist es, in ghanaischen Schulen Daten über Blindheit und Sehstörungen in Schulen zu sammeln. Zudem sollen Lehrkräfte im Umgang mit Sehbehinderungen geschult und mehr Wissen über Augengesundheit verbreitet werden.

Unter anderem um mehr Wissen geht es auch bei dem Projekt von Anna Lindner, die als ASApreneurin in Indien an einer Marketingstrategie für ökologische und faire Babytrageprodukte arbeitet. Ein Ziel: Fakten über natürliche Materialien und faire Arbeitsbedingungen zielgerichtet vermitteln. Im Interview auf dem Blog von Engagement Global erzählt Anna Lindner mehr darüber, warum speziell die nachhaltige Textil- und Modeindustrie sie interessiert, welchen Herausforderungen sie im Ausland begegnet ist und wem sie das ASA-Programm empfiehlt.

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Parlamentarischer Staatssekretär bei Engagement Global in Hamburg zu Besuch

4. November 2022 - 8:45
Der Parlamentarische Staatssekretär Niels Annen war bei der Außenstelle Hamburg zu Gast. Foto: Till Bernstein

Ende Oktober 2022 besuchte Niels Annen, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die Außenstelle Hamburg von Engagement Global. Grund seines Besuchs war, die entwicklungspolitische Arbeit der Außenstellen von Engagement Global besser kennenzulernen.

Zu einer der Hauptaufgaben der Außenstellen gehört es, Menschen niedrigschwellig zu einer kritischen Auseinandersetzung mit globalen Entwicklungen zu motivieren und zu eigenem entwicklungspolitischem Engagement zu ermutigen. Darauf bezugnehmend hob der Parlamentarische Staatssekretär Niels Annen hervor, wie wichtig entwicklungspolitische Bildungsarbeit auch in der aktuellen Zeit sei.

Niedrigschwellige Aktivitäten der Außenstelle Hamburg sind beispielsweise ein Brettspiel zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG) oder ein Escape Game in der Seehundstation Friedrichskoog. Darüber hinaus ist die Außenstelle in der Zusammenarbeit mit der Führungsakademie der Bundeswehr, durch Aktionstage im Bereich faire Mode und durch die Veranstaltung von Qualifizierungsseminaren engagiert, die in Kooperation mit den norddeutschen Eine Welt-Landesnetzwerken veranstaltet werden. Durch die verschiedenen Zielgruppen, die mit diesen Aktivitäten angesprochen werden, werden entwicklungspolitische Themen in die Fläche getragen und zivilgesellschaftliches Engagement regional und lokal verortet.

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Fair und sozial auf dem Bazaar Berlin 2022

28. Oktober 2022 - 9:08
Nachhaltige Modenschau auf dem Bazaar Berlin 2021. Foto: Engagement Global

Kunsthandwerk, Textilien, Naturwaren sowie fair gehandelte und nachhaltig produzierte Erzeugnisse. Das bietet die Verkaufsmesse Bazaar Berlin vom 2. bis 6. November 2022.

Engagement Global ist mit einem Informationsstand im Palais vertreten und lädt mit einem Quiz-Glücksrad und dem Afrika-Puzzle dazu ein, das eigene Wissen rund um die Eine Welt zu testen und zu erweitern. Ganz nebenbei können sich Interessierte am Stand darüber informieren, auf welche Weise Engagement Global ihr Engagement für globale Gerechtigkeit und eine nachhaltige Entwicklung unterstützen kann.

Eine Rallye bietet die Möglichkeit, selbst zu erforschen, was Fairer Handel und nachhaltiger Konsum bewirken. Die Rallye führt an unterschiedliche Stände der Themenwelt FAIR & SOCIAL im Palais der Messehallen. Teilnehmende erfahren mehr über den Fairen Handel, die Vielfalt der angebotenen Produkte und darüber, welchen Beitrag diese zu einer gerechteren und nachhaltigeren Welt leisten. Nach erfolgreichem Abschluss der Rallye erhalten die Teilnehmenden am Rallye-Stand im Eingangsbereich des Palais eine kleine Überraschung.

Die Rallye ist eine Zusammenarbeit vom Bazaar Berlin mit Engagement Global und ihrer Außenstelle Berlin im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD).

Ein weiterer Programmpunkt ist eine nachhaltige Modenschau. Sie findet am 4. und 5. November 2022 jeweils um 14 und 17 Uhr statt, in der Eingangshalle 19 vor der Treppe zum Palais.

Tickets zur Messe können nur online erworben werden.

  • Wo: Messegelände Berlin, Palais, Stand 215 (Eingang Nord)
  • Wann: Mittwoch, 2. November 2022, bis Sonntag, 6. November 2022
  • Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 19 Uhr
  • Modenschauen: Freitag, 4. November 2022, und Samstag, 5. November 2022, jeweils um 14 Uhr und 17 Uhr
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Synergien nutzen

24. Oktober 2022 - 16:40

Den Grundstein für einen Raum für gegenseitige Inspiration, gemeinsames Lernen und Engagement in den Regionen Dahme-Spreewald und Oder-Spree haben am 19. Oktober 2022 lokale Akteurinnen und Akteure gelegt. Bei dem Werkstattgespräch in der Burg Storkow im Naturschutzgebiet Dahme-Heideseen kamen pädagogische Fachkräfte, Vertreterinnen und Vertreter aus der Wirtschaft und Wissenschaft sowie Expertinnen und Experten aus der Land- und Forstwirtschaft zusammen.

Das gemeinsame Ziel: Nachhaltige Entwicklung in der Region fördern. Die Außenstelle Berlin von Engagement Global, der Naturpark Dahme-Heidessen und die Servicestelle Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) hatten zu dem Gespräch eingeladen, um den Aufbau der regionalen Bildungslandschaft zu fördern, die engagierten Gruppen zu vernetzen und lokale wie regionale Nachhaltigkeitsthemen in den Fokus zu rücken.

Gemeinsam handeln, mehr bewegen

Bestandteil des Gesprächs waren auch Überlegungen, wie Fragen globaler Gerechtigkeit, Methoden des globalen Lernens und entwicklungspolitische Inhalte in den jeweiligen Fachgebieten der Teilnehmenden zum Bestandteil der Bildungsarbeit werden können. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, um sich über verschiedene Ansätze auszutauschen und die dabei entstehenden Synergien zu nutzen.

Neben kurzen Impulsen dazu durch die Teilnehmenden wurden auch methodische Ansätze des globalen Lernens, der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung und der Bildungsarbeit im Naturpark vorgestellt. Sie ergänzten die vielfältigen bilateralen Gespräche um inhaltliche Inputs. Zusammen ergaben sich Vorstellungen, wie eine nachhaltige Entwicklung in der Region gefördert werden kann und erste Ideen zur Verknüpfung. Darunter der Aufbau eines regionalen Wissenspools, zu dem der Austausch von Best Practice-Fällen und diversen Bildungsaktivitäten gehören könnte.

Ein Teilnehmer erklärte: „Wir bieten hier eine gute Grundlage auch für öffentliche Akteure zu sehen, dass wir etwas erreichen möchten und dafür auch gerne mit anpacken wollen. Ich denke, wir sind uns einig, dass wir gerne in Entscheidungen, die unsere Region umfassen, miteinbezogen werden wollen.“

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Erwachsenenbildung – global und nachhaltig

21. Oktober 2022 - 11:50

Die Fachtagung „Global.Nachhaltig.Wirtschaften“ am 17. und 18. Oktober 2022 rückte Möglichkeiten, wie Verständnis und Engagement für nachhaltige Entwicklung in der Erwachsenenbildung verankert werden können, in den Fokus. Gemeinsam wurde im Kloster Irsee eine Antwort auf die Frage gesucht, was im Bildungsbereich geschehen kann, um nachhaltige Entwicklung in Wirtschaft und Gesellschaft global voranzubringen. Die Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit der Außenstelle Stuttgart von Engagement Global, dem Volkshochschulverband Baden-Württemberg, dem Bayerischen Volkshochschulverband und der Schwabenakademie Irsee realisiert.

„In der Bildung für nachhaltige Entwicklung kann und muss die Erwachsenenbildung mit ihrer flächendeckenden und kommunal verankerten Infrastruktur eine wesentliche Rolle spielen. Hier sehen wir eine zentrale Aufgabe der nächsten Jahre, um einerseits unsere Gesellschaft bei der Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft zu unterstützen und andererseits die Erwachsenbildung selbst zukunftssicher auszurichten“, führte Direktor des Volkshochschulverbandes Baden-Württemberg Dr. Tobias Diemer in seiner Begrüßungsrede aus.

Strukturen nutzen, Nachhaltigkeit verankern

Die rund 350 Volkshochschulen und Außenstellen sowie andere Akteurinnen und Akteure in der Erwachsenenbildung haben die Chance, große Teile der Gesellschaft zu erreichen, so Dr. Tobias Diemer. Zudem würden im Bildungssektor die Kompetenzen vermittelt, die es zur Gestaltung nachhaltiger Entwicklung und dem Vorantreiben einer sozial-ökologischen Transformation braucht.

Nach dem Einführungsvortrag von Professor Dr. Dr. Johannes Wallacher von der Hochschule für Philosophie, der insbesondere die hohe Auslagerung von sozialen und ökologischen Kosten als Grundübel der Fehlentwicklung unserer Wirtschaft ausmacht, wurden mehr als 20 Praxisbeispiele vorgestellt. Mache der angeführten Bildungsformate integrieren das Thema global nachhaltiges Wirtschaften lebensnah, wie das Kurssystem „Enkeltauglich leben“ des katholischen Bildungswerks Traunstein oder die von sechs Volkshochschulen gemeinsam umgesetzte „Slow Fashion Week“.

Wer tiefer einsteigen und sich weiter fortbilden möchte, erhielt auf der Tagung Einblicke in das BNE Fortbildungskonzept der Volkshochschule Pforzheim und das Xpert Green Future Certificate des Volkshochschulverbandes Niedersachsen. Auch auf die flächendeckende Unterstützung, die es durch das Eine Welt Promotorenprogramm und das Programm Bildung trifft Entwicklung gibt, wurde Aufmerksam gemacht. Die Fachtagung bot viele Gelegenheit, tiefer in die Thematik einzusteigen und in den Austausch zu gehen – um die Erwachsenenbildung global und nachhaltig zu gestalten.

Die Tagung wurde von Engagement Global im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) ermöglicht, einem Programm das sich mit Themen und Methoden der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) insbesondere an Erwachsene in ganz Deutschland richtet.

BNE befähigt die Menschen zu zukunftsfähigem Denken und Handeln und ermöglicht, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen. Dabei verbindet BNE verschiedene Dimensionen von Nachhaltigkeit – die ökologische, ökonomische und soziale Dimension, die in der Agenda 2030 und den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung in globaler Perspektive ausformuliert wurden. Ein zentrales Ziel von BNE ist es, vom Wissen zum Handeln zu kommen.

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#ukrainianvibes

17. Oktober 2022 - 19:02

Auf der Dachterrasse des Haus am Dom – dem Zuhause der Katholischen Akademie Rabanus Maurus, die Kooperationspartner des Abends war – bewiesen die Teilnehmenden von „FAIR raten. Open Air Fashion Quiz über den Dächern Frankfurts“ ihr Modewissen: Geclustert nach der ökologischen, ökonomischen und sozialen Dimension von Nachhaltigkeit beantworteten die Rategruppen beispielswiese, wie viele Tonnen CO2 die Bekleidungsindustrie jährlich verursacht, was mit Altkleidercontainern geschieht und wie niedrig der Durchschnittsverdienst einer Näherin in Bangladesch ist. In den Rundenpausen stellte Jana Neumark, CSR Senior Expert bei Hessnatur, das Unternehmen mit Sitz im hessischen Butzbach als Best Practice-Beispiel vor. Dass die Leinen-Totebags, die das erstplatzierte Team später als Preis nach Hause nehmen durften, aus französischem Flachs produziert wurden, verdeutlichte einmal mehr den ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz, den das Unternehmen lebt.

Viele praktische Tipps hatte Jennifer Najarian dabei. Die studierte Mode- und Textilmanagerin sensibilisierte nicht nur dafür, dass bei sogenanntem veganen Leder häufig die Materialien einfach nur mit Polyurethanen – also Kunststoffen – überzogen werden, sondern erklärte auch, dass gerade große Modeketten durch wohlklingende Namen wie „Capsule Collection“ oder „Conscious Line“ Greenwashing betreiben. „Und wie kann ich mich nachhaltig einkleiden bei kleinem Geldbeutel?“, fragte eine Teilnehmerin. Auch hier hatte Jennifer Najarian ein paar Ideen. Die Expertin zählte auf, secondhand einzukaufen, bei nachhaltigen Unternehmen und Marken auf Rabatt-Aktionen zu achten sowie Kleider zu tauschen oder zu leihen. Vor allem aber riet sie: „Pflegt eure Kleidung richtig. Häufig verwendet man zu viel Waschmittel und lässt die Kleidung im falschen Waschprogramm laufen.“ Sie erklärte auch, dass Textilsiegel eine Qualitätsgarantie für Käuferinnen und Käufer darstellen. „Die für die Siegel notwendigen Prüfverfahren garantieren eine bestimmte Qualität in bestimmten Bereichen – und das gibt uns eine gute Orientierung.“

Das sah das Publikum bei der Veranstaltung „Leute machen Kleider. Lesung und Gespräch“ am Folgetag etwas kritischer: „Wie relevant sind Textsiegel für die Konsumentinnen und Konsumenten wirklich?“, fragte Dr. Lucia Klöcker, Inhaberin der Buchhandlung Weltenleser, mit der die Außenstelle Mainz für die Veranstaltung kooperiert hatte. Die Frage stieß beim Publikum auf zustimmendes Kopfnicken – fragen sich doch viele, wie sinnvoll die Flut an Zertifizierungen überhaupt ist und wie realistisch es ist, im Laden stehend mit dem Smartphone auf der Homepage von Modeunternehmen nach Antworten zu suchen. „Ich selbst schaue nie auf Siegel, sondern achten darauf, ob die Modemarken und –unternehmen die beworbenen Werte wirklich leben“, erklärte Marina Chahboune, Gründerin der Nachhaltigkeitsagentur „Closed Loop Fashion“ mit Sitz in Indonesien.

Auszüge aus dem Buch „Kleider machen Leute“ von Imke Müller-Hellmann waren Stichwortgeber für das Gespräch zwischen Marina Chahboune und der Modejournalistin Lisa Wagner, die beide Blicke hinter die Kulissen der Modeindustrie gewährten. So würde das Zertifikat Ökotex 100 lediglich für 16 Chemikalien stehen, die nicht verwendet wurden, „wenn man aber weiß, dass in einer Hose bis zu 300 verschiedene Chemikalien verwendet werden, ist das wenig aussagekräftig“, sagte Marina Chahboune und empfahl, im Laden Fragen zu stellen. Sie machte aber auch deutlich, dass die Anforderungen an Kleidungsstücke gestiegen seien. Farbe dürfe nicht ausbluten, ein Hemd solle möglichst knitter- und bügelfrei sein. „Um diese Performance zu ermöglichen, die auch nach vielen Wäschen noch hält, was sie verspricht, muss einiges an Chemie aufgetragen werden“, so die Expertin. Das Lieferkettengesetz wurde von beiden Expertinnen positiv gesehen, da die staatliche Regulierung einen gewissen Standard ermögliche. „Ich wünsche mir jedoch, dass es ein globales Lieferkettengesetz gibt“, sagte Lisa Wagner abschließend.

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Einsatz gegen Armut

17. Oktober 2022 - 12:45
Flashmob in weißen Shirts für faire Mode. Foto: Ben Kilb

55 Menschen braucht es, um ein T-Shirt zu produzieren. Dass diese Menschen meist unter menschenrechtsverletzenden Bedingungen arbeiten, stand im Zentrum der Aktion des Bildungs- und Kompetenzzentrums „Lust auf besser leben gGmbh“ auf der Fashion Revolution Week in Hamburg. Gefördert vom Aktionsgruppenprogramm von Engagement Global haben sie eine mehrteilige Installation in der Frankfurter Innenstadt realisiert, die das Bewusstsein für die Missstände in der Modeindustrie schärfen sollte.

Menschenwürdige Arbeit

Mode kostet. Mehr als den Preis, der im Laden für sie bezahlt wird. Die Modeindustrie trägt zur Verschmutzung der Umwelt bei, hat einen großen Ressourcenverbrauch und produziert Emissionen. Zudem erhalten die Menschen, die diese Industrie mit ihrer Arbeitskraft am Laufen halten, meist keine angemessene Bezahlung. Die Forderung an die Modebranche ist: Langlebige Produkte mit fairen Löhnen und unter menschenwürdigen Umständen zu produzieren. Das Armutsrisiko sehr vieler Menschen könnte dadurch reduziert werden.

Fast jeder zehnte Mensch auf der Welt gilt als extrem von Armut betroffen. 120 Millionen Menschen weltweit waren 2020 zurück in die Armut gefallen. Der 17. Oktober erinnert daran, dass Armut häufig ein Teufelskreis ist. Darum ist die Beseitigung von Armut und Hunger in zwei von 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 festgeschrieben. Am Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut wird zudem deutlich gemacht, dass auch von Armut betroffene Menschen Respekt verdient haben, eine Stimme erhalten müssen und nicht vergessen werden dürfen.

Modeindustrie revolutionieren

Speziell in der Modeindustrie sind die Arbeits- und Lohnbedingungen häufig schlecht. „Lust auf besser leben gGmbh“ hat während der Fashion Revolution Week im April 2022 in Frankfurt dieses Problem sichtbar gemacht. Bei einer Live-Aktion haben sie 55 Menschen in weißen T-Shirts für einen Flashmob an zentraler Stelle in der Frankfurter Innenstadt versammelt. Als Symbol für die 55 Jobs, die es braucht, um ein Shirt herzustellen. Durch die Ansammlung konnte die Aufmerksamkeit der Passantinnen und Passanten erregt und Interesse für das Thema geweckt werden. Interessierte wurden mit in die Aktion einbezogen und Teil des Flashmobs.

Zeitgleich wurde über einen Lautsprecher über die Modeindustrie und Berufsfelder informiert. Mit passenden Affirmationskarten, also Karten mit Denkanstößen, gaben die Organisatorinnen und Organisationen auch Fakten zum Mitnehmen aus. Sie gingen auf Fragen ein wie „Was ist ein existenzsichernder Lohn?“ oder „Wie wirkt sich ein gerechter Lohn auf den Preis eines Shirts aus“.

Ein digitaler Kleiderberg in der Frankfurter Einkaufsmeile ergänzte den Flashmob um eine symbolische Komponente. Mit einem QR-Code konnten neugierige Passantinnen und Passanten das Werk mit entwicklungspolitischer Botschaft auf ihren Handys sichtbar machen.

Nachhaltigkeit sichtbar machen

Das Bildungs- und Kompetenzzentrum für nachhaltige Entwicklung „Lust auf besser leben gGmbH“ möchte mit seinen Projekten und Aktionen Nachhaltigkeit erlebbar machen. Das Zentrum arbeitet gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, Betrieben, Vereinen und lokalen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für eine bewusste und nachhaltig handelnde Gesellschaft. Ziel der Installation war es, den Scheinwerfer auf die Modeindustrie zu werfen – auf Ressourcenverschwendung, schlechte Arbeitsbedingungen und die Armut der Beschäftigten.

Das Aktionsgruppenprogramm bietet Vereinen, Schulen, Kindergärten und -tagesstätten und deren Fördervereinen sowie gemeinnützigen Akteuren finanzielle Förderung für Informationsveranstaltungen, Tagungen, Seminare und Workshops, die sich mit entwicklungspolitischen Themen beschäftigen.

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Mädchen brauchen Räume

12. Oktober 2022 - 15:41

Auf der Dachterrasse des Haus am Dom – dem Zuhause der Katholischen Akademie Rabanus Maurus, die Kooperationspartner des Abends war – bewiesen die Teilnehmenden von „FAIR raten. Open Air Fashion Quiz über den Dächern Frankfurts“ ihr Modewissen: Geclustert nach der ökologischen, ökonomischen und sozialen Dimension von Nachhaltigkeit beantworteten die Rategruppen beispielswiese, wie viele Tonnen CO2 die Bekleidungsindustrie jährlich verursacht, was mit Altkleidercontainern geschieht und wie niedrig der Durchschnittsverdienst einer Näherin in Bangladesch ist. In den Rundenpausen stellte Jana Neumark, CSR Senior Expert bei Hessnatur, das Unternehmen mit Sitz im hessischen Butzbach als Best Practice-Beispiel vor. Dass die Leinen-Totebags, die das erstplatzierte Team später als Preis nach Hause nehmen durften, aus französischem Flachs produziert wurden, verdeutlichte einmal mehr den ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz, den das Unternehmen lebt.

Viele praktische Tipps hatte Jennifer Najarian dabei. Die studierte Mode- und Textilmanagerin sensibilisierte nicht nur dafür, dass bei sogenanntem veganen Leder häufig die Materialien einfach nur mit Polyurethanen – also Kunststoffen – überzogen werden, sondern erklärte auch, dass gerade große Modeketten durch wohlklingende Namen wie „Capsule Collection“ oder „Conscious Line“ Greenwashing betreiben. „Und wie kann ich mich nachhaltig einkleiden bei kleinem Geldbeutel?“, fragte eine Teilnehmerin. Auch hier hatte Jennifer Najarian ein paar Ideen. Die Expertin zählte auf, secondhand einzukaufen, bei nachhaltigen Unternehmen und Marken auf Rabatt-Aktionen zu achten sowie Kleider zu tauschen oder zu leihen. Vor allem aber riet sie: „Pflegt eure Kleidung richtig. Häufig verwendet man zu viel Waschmittel und lässt die Kleidung im falschen Waschprogramm laufen.“ Sie erklärte auch, dass Textilsiegel eine Qualitätsgarantie für Käuferinnen und Käufer darstellen. „Die für die Siegel notwendigen Prüfverfahren garantieren eine bestimmte Qualität in bestimmten Bereichen – und das gibt uns eine gute Orientierung.“

Das sah das Publikum bei der Veranstaltung „Leute machen Kleider. Lesung und Gespräch“ am Folgetag etwas kritischer: „Wie relevant sind Textsiegel für die Konsumentinnen und Konsumenten wirklich?“, fragte Dr. Lucia Klöcker, Inhaberin der Buchhandlung Weltenleser, mit der die Außenstelle Mainz für die Veranstaltung kooperiert hatte. Die Frage stieß beim Publikum auf zustimmendes Kopfnicken – fragen sich doch viele, wie sinnvoll die Flut an Zertifizierungen überhaupt ist und wie realistisch es ist, im Laden stehend mit dem Smartphone auf der Homepage von Modeunternehmen nach Antworten zu suchen. „Ich selbst schaue nie auf Siegel, sondern achten darauf, ob die Modemarken und –unternehmen die beworbenen Werte wirklich leben“, erklärte Marina Chahboune, Gründerin der Nachhaltigkeitsagentur „Closed Loop Fashion“ mit Sitz in Indonesien.

Auszüge aus dem Buch „Kleider machen Leute“ von Imke Müller-Hellmann waren Stichwortgeber für das Gespräch zwischen Marina Chahboune und der Modejournalistin Lisa Wagner, die beide Blicke hinter die Kulissen der Modeindustrie gewährten. So würde das Zertifikat Ökotex 100 lediglich für 16 Chemikalien stehen, die nicht verwendet wurden, „wenn man aber weiß, dass in einer Hose bis zu 300 verschiedene Chemikalien verwendet werden, ist das wenig aussagekräftig“, sagte Marina Chahboune und empfahl, im Laden Fragen zu stellen. Sie machte aber auch deutlich, dass die Anforderungen an Kleidungsstücke gestiegen seien. Farbe dürfe nicht ausbluten, ein Hemd solle möglichst knitter- und bügelfrei sein. „Um diese Performance zu ermöglichen, die auch nach vielen Wäschen noch hält, was sie verspricht, muss einiges an Chemie aufgetragen werden“, so die Expertin. Das Lieferkettengesetz wurde von beiden Expertinnen positiv gesehen, da die staatliche Regulierung einen gewissen Standard ermögliche. „Ich wünsche mir jedoch, dass es ein globales Lieferkettengesetz gibt“, sagte Lisa Wagner abschließend.

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Nachhaltigkeit im Militär

11. Oktober 2022 - 15:57

Plattform für Akteurinnen und Akteure der zivil-militärischen Zusammenarbeit, Raum für entwicklungspolitische Themen und Zeit für Erfahrungsaustausch und Vernetzung – das bot die Konferenz „Coping with Culture“. Vom 5. Oktober 2022 bis 7. Oktober 2022 haben die Außenstellen Leipzig und Hamburg von Engagement Global gemeinsam mit dem Zentrum für Innere Führung (ZInfü) der Bundeswehr unter anderem mit entwicklungspolitischen Impulsen die Konferenz gestaltet. Ein Fokus lag dabei auf der Umsetzung der Agenda 2030.

Gemeinsam für Frieden und Nachhaltigkeit sorgen

„Mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung hat die Weltgemeinschaft 2015 erstmals ganz ausdrücklich den untrennbaren Zusammenhang von Frieden und Sicherheit mit nachhaltiger Entwicklung und der Geltung der Menschenrechte anerkannt“, so heißt es im Weißbuch zur Sicherheitspolitik und zur Zukunft der Bundeswehr (2016). Wie dieser Grundsatz in der Praxis von zivilgesellschaftlichen und militärischen Organisationen umgesetzt werden kann, war ein zentrales Thema der Konferenz. Dr. Matthias Gerner von der Technischen Universität (TU) Dresden lieferte dazu unter Einbezug der Teilnehmenden einen Impuls mit dem Thema „Nachhaltigkeit & Frieden zusammen denken“.

Die Zusammenarbeit über Disziplinen und Grenzen hinweg fördert interkulturelle Kompetenzen und innovative Denkweisen. Wie möglichst früh damit begonnen werden kann, war ebenfalls Thema auf der Konferenz. Konkret sprachen die Teilnehmenden darüber, globale Perspektiven auf Nachhaltigkeit in der Aus- und Weiterbildung der Streitkräfte zu verankern. Dazu gab es einen Input von Oberstleutnant Thomas Baum von der Unteroffiziersschule des Heeres (USH) Delitzsch.

Zusammenarbeit und Entwicklung

Die Teilnehmenden aus Militär, Zivilgesellschaft und Wissenschaft nutzten die Konferenz zudem dafür, aus ihren Bereichen zu berichten. Sie teilten Erfahrungen und Ideen. Alle Inputs waren mit „Good Practice“-Beispielen angereichert, um konkrete Ansatzpunkte zu geben und praxisnah zu vermitteln, wie mit Herausforderungen und Erfolgen umgegangen werden kann. Nina Bendzko von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) legte den Schwerpunkt ihres Impulses auf diesen Aspekt und sprach darüber, wie der Beitrag der GIZ zur Agenda 2030 aussieht.

Die interdisziplinäre Konferenz, die den Schwerpunkt auf unterschiedliche Aspekte des Themas Kultur legte, diente dazu, das Verständnis zwischen zivilen und militärischen Akteurinnen und Akteuren zu fördern. Der Wissensaustausch, die entwicklungspolitischen Impulse ebenso wie die Vernetzung der verschiedenen Gruppen trägt – so die Hoffnung – dazu bei, die zivil-militärische Zusammenarbeit der Beteiligten in Deutschland wie im Ausland zu stärken sowie entwicklungspolitische Themen in den Curricula der Aus- und Weiterbildung der Bundeswehr zu verankern.

Die Konferenz „Coping with Culture“ fand im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) von Engagement Global und in Kooperation mit dem Zentrum für Innere Führung (ZInFü) der Bundeswehr. Ziel des EBD-Programms ist es, Menschen durch Informations- und Bildungsmaßnahmen zu einer kritischen Auseinandersetzung mit globalen Entwicklungen zu motivieren und zu eigenem entwicklungspolitischem Engagement zu ermutigen. Die Außenstellen von Engagement Global führen das Programm dezentral durch, um entwicklungspolitisches Engagement auch regional und lokal dauerhaft zu verorten.

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