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Aktuelle Meldungen der Engagement Global gGmbH - Service für Entwicklungsinitiativen
Aktualisiert: vor 2 Stunden 43 Minuten

Grundgesetz verteilt Macht auf viele Schultern

25. Mai 2020 - 16:31
Bei einem Vernetzungstreffen der SKEW tauschten sich syrische Praktikantinnen und Praktikanten über ihre Erfahrungen in den Kommunen aus. Foto: Andreas Grasser

Am 23. Mai 1949 wurde das Grundgesetz verabschiedet. Nach den Jahren der Diktatur durch den Nationalsozialismus sollte es garantieren, dass sich ein solches Unheil in der neuen Bundesrepublik nicht wiederholen kann. Die Verankerung der Grundrechte schützt die Menschen vor staatlicher Willkür. Die Gewaltenteilung oder das Prinzip der Demokratie verhindern eine Machtkonzentration im Staat. Auch der Föderalismus ist im Grundgesetz verankert. Damit ist das Grundgesetz auch Grundlage allen kommunalen Handelns und Wirkens.

Die im Grundgesetz verankerten Prinzipien stellen für viele Menschen weltweit erstrebenswerte Grundsätze dar. Gerade in Diktaturen wie zum Beispiel in Syrien sind die Rechte des Einzelnen stark eingeschränkt und Menschenrechtsverletzungen keine Seltenheit. Viele Geflüchtete aus Syrien haben den Wunsch, dass auch in ihrem Herkunftsland zukünftig ein Rechtsstaat etabliert werden kann, der die Menschenrechte achtet, seinen Bürgerinnen und Bürgern Grundrechte zugesteht und in dem die Macht auf viele Schultern verteilt ist.

Wie das Grundgesetz in deutschen Kommunalverwaltungen gelebt und umgesetzt wird, erfuhren in den Jahren 2018 und 2019 25 syrische Geflüchtete. Im Rahmen der Initiative „Kommunales Know-how für Nahost“ hatten sieben Städte, Gemeinden und Landkreise – unterstützt von der SKEW – sechs- beziehungsweise zwölfmonatige Praktikumsplätze in ihren Verwaltungen angeboten. Die Gemeinde Beverstedt, die Städte Darmstadt, Krefeld und Maintal sowie die Landkreise Donau-Ries, Gießen und Hameln-Pyrmont setzten ihre neuen Kolleginnen und Kollegen in den Bereichen allgemeine Verwaltung, Demokratie, Soziales sowie Planen und Bauen ein. Auf diese Weise bekamen die Geflüchteten einen Einblick in kommunale Handlungsfelder, demokratische Strukturen und lokale Verwaltungsabläufe. Diese Erfahrungen helfen im Idealfall später beim Auf- und Ausbau von Kommunalstrukturen in Syrien.

Für den 23-jährigen Hane Moshmosh aus Damaskus beispielsweise war es ein Höhepunkt, dass er bei der Vorbereitung der bayerischen Bezirks- und Landtagswahl in 2018 mithelfen konnte. So erhielt er einen Einblick, wie demokratische Wahlen auf lokaler Ebene funktionieren. Außerdem konnte er an einer Bürgerversammlung teilnehmen, bei der es um den geplanten Bau eines Hallenbades ging. An einem konkreten Beispiel erfuhr er, wie Bürgerbeteiligung funktioniert. Dass er mit seiner Qualifikation „später einmal“ mithelfen könne, in seinem Heimatland funktionierende kommunale Strukturen aufzubauen, sei eine gute Perspektive – auch wenn der Zeitpunkt dafür aufgrund der politischen Lage in Syrien noch in weiter Ferne liegt.

Neue Kommunen für zweite Projektphase gesucht

Auch 2020/2021 unterstützt die SKEW wieder fünf Städte, Gemeinden und Landkreise, die Geflüchteten aus Syrien Praktika in der Kommunalverwaltung anbieten und ihnen Know-how für einen zukünftigen Wiederaufbau kommunaler Strukturen in Syrien weitergeben möchten. Noch bis zum 15. Juni 2020 können Kommunen ihr Interesse an einer Projektteilnahme bekunden.

Kontakt

Jennifer Ichikawa
Telefon: +49 228 20717-348
jennifer.ichikawa@engagement-global.de

Antje Tumbusch
Telefon: +49 228 20717-627
antje.tumbusch@engagement-global.de

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Afrika-Sonderpreis beim Song Contest

25. Mai 2020 - 13:05

Bonn, 25. Mai 2020. Den Afrikatag heute nehmen wir zum Anlass, auf einen international ausgerichteten Wettbewerb von Engagement Global hinzuweisen – den Song Contest „Dein Song für EINE WELT!“. In jeder Runde dieses Wettbewerbs wird ein Afrika-Sonderpreis vergeben und damit ein entwicklungspolitischer Song von Kindern und Jugendlichen des afrikanischen Kontinents ausgezeichnet. Die Gewinnerinnen und Gewinner erhalten ein Preisgeld von 3.000 Euro. Zudem wird der Song gemeinsam mit den weiteren Gewinnersongs des Wettbewerbs professionell produziert und auf einem EINE WELT-Album veröffentlicht.

In der dritten Runde des Song Contests ging der Afrika-Sonderpreis an „The Elites“ aus Malawi für ihren Song „Love and Unity“. Die zehn Mädchen gehen zusammen auf das Internat der St Mary Girls‘ Secondary School im Norden Malawis und schreiben gemeinsam schon seit längerer Zeit eigene Songs. In einem kurzen Interview haben uns zwei Mädchen aus der Band, Salome (16 Jahre) und Shalom (15 Jahre), Fragen zu ihrem Song beantwortet. Das Interview ist in Deutsch und Englisch nachzulesen in unserem Blog.

Zum Interview mit Salome und Shalom auf dem Engagement Global Blog

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EINE WELT-Album Vol. 3 jetzt erhältlich

15. Mai 2020 - 15:55
Das neue EINE WELT-Album ist ab sofort erhältlich. Foto: Engagement Global

Rund 500 musikalische Beiträge zu Themen der EINEN WELT wurden beim diesjährigen Song Contest von über 2.500 Kindern und Jugendlichen aus aller Welt eingereicht. Durch ein Juryverfahren und ein User-Voting wurden schließlich die Gewinnersongs gekürt, die nun zusammen auf dem EINE WELT-Album Vol. 3 zu hören sind. Das Album bietet eine Mischung aus Pop, Rock, Chanson, Soul, Rap, Hip-Hop und Chormusik. Die Interpretinnen und Interpreten des internationalen Wettbewerbs stammen aus Brasilien, Deutschland, Kolumbien, Malawi und Simbabwe und haben als Band, Solokünstlerin, Solokünstler oder Chor ihre Songs eingereicht. Mit ihren entwicklungspolitischen Botschaften möchten die jungen Musikerinnen und Musiker andere Menschen weltweit erreichen und setzen dabei auf Musik als universelle Sprache, die Menschen über Grenzen hinweg miteinander verbindet.

Neuer EINE WELT-Song: „Molotov zum Blumenstrauß“

Der Song „Molotov zum Blumenstrauß“ des Duos Byrd & Ward begleitet die neunte Runde des Schulwettbewerbs zur Entwicklungspolitik als Hymne.

Die Zweitplatzierten der aktuellen Runde, „Die Totenköpfe“, machen mit ihrem Song „Kinder dieser Welt!“ auf die Ungerechtigkeiten im Zusammenhang mit Kinderarbeit aufmerksam. Der Song „Mutter Erde“ von den Drittplatzierten, Alina & Mika, thematisiert den Klimawandel.

Neben dem Platz auf dem Album wurden alle Gewinnerinnen und Gewinnern des Song Contests mit Geld- und Sachpreisen ausgezeichnet, darunter Live-Auftritte, personalisierte Urkunden sowie Workshops aus den Bereichen Musik, Performance, Tanz und Medien. Darüber hinaus dürfen sich alle Gewinnerinnen und Gewinner noch auf einen ganz besonderen Auftritt freuen: Beim EINE WELT-Festival im Herbst 2020 stehen sie alle auf der großen Bühne und können ihre Songs live vor Publikum aufführen.

Das EINE WELT-Album Vol. 3 mit allen Gewinnersongs der dritten Runde des Song Contests kann ab sofort kostenfrei bestellt und heruntergeladen werden.

Über den Songt Contest

Der Song Contest „Dein Song für EINE WELT!“ ruft alle zwei Jahre Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 25 Jahren dazu auf, sich musikalisch mit Themen globaler Entwicklung auseinanderzusetzen und ihren eigenen Song für die EINE WELT zu schreiben und zu komponieren. Der Song Contest „Dein Song für EINE WELT!“ ist eine Begleitmaßnahme zum Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik „alle für EINE WELT für alle“ und wird von Engagement Global gGmbH – Service für Entwicklungsinitiativen im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung durchgeführt.

Ansprechpersonen

Bianca Klüser
Engagement Global gGmbH, Song Contest „Dein Song für EINE WELT!“
Telefon +49 (0) 228 20 717-307
bianca.klueser@engagement-global.de

Beate Wiese
wiese pr Agentur für Öffentlichkeitsarbeit
Telefon +49 (0) 30 60945-180
einewelt@wiese-pr.de

Weitere Informationen

Zum EINE WELT-Album Vol. 3
Zum Musikvideo des Gewinnersongs „Molotov zum Blumenstrauß“
Zur Internetseite des Schulwettbewerbs „alle für EINE WELT für alle“

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Ringvorlesung Flucht + Migration

12. Mai 2020 - 12:45
Die Ringvorlesung findet noch an sechs weiteren Terminen statt. Foto: jip Film

Yves aus Kamerun ist seit Jahren in einer Welt zwischen Afrika und Europa gestrandet, er kommt nicht weiter, geografisch nicht und im Leben auch nicht. Die Filmemacherin und Ethnologin Melanie Gärtner hat Yves über mehrere Jahre begleitet, seine Familie in Kamerun besucht und Videobotschaften überbracht. Ihr Dokumentarfilm „Yves‘ Versprechen“ kommt hautnah heran an den Protagonisten und vermittelt Einsichten in das komplexe Geschehen einer Migrationsgeschichte.

„Ich wollte die Geschichte von Yves würdevoll erzählen und damit wahrhaftig und glaubhaft sein“, sagte Melanie Gärtner, als sie in der Ringvorlesung am 7. Mai 2020 mit Studierenden über ihren Film sprach. Die Ringvorlesung lotet Fragen aus nach den Ursachen und Hintergründen von Flucht und Migration. Wie wird das in verschiedenen literarischen Genres verarbeitet? Welche besonderen Zugänge bieten Film, Drama, Lyrik und Prosa uns Lernenden?

Ursprünglich hatten die Veranstalterinnen die Ringvorlesung an Orten quer durch Stuttgart geplant – Hörsaal, Literaturhaus, Kino, Stadtbibliothek – aber daraus wurde aus den bekannten Gründen nichts. Nun gibt es bis Ende des Semesters im wöchentlichen Rhythmus ein digitales Format. Jede Woche wird ein Gast zugeschaltet, Studierende unterstützen aktiv die Online-Veranstaltung.

Gastgeberinnen sind Engagement Global mit der Außenstelle Stuttgart im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) und das Institut für Literaturwissenschaft der Universität Stuttgart.

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Fundraising lernen geht auch digital

5. Mai 2020 - 17:05
Zwei Webinare statt einer Präsenzveranstaltung: Fundraising lernen geht auch digital . Foto: unsplash

Die entwicklungspolitische Bildungsarbeit lebt von Austausch, braucht den Kontakt mit ihren Zielgruppen. Die behördlichen Vorgaben, um die Corona-Pandemie im Zaum zu halten, stellen deshalb die in der Bildungsarbeit Aktiven vor einige Herausforderungen. Digitale Formate können eine Alternative zu Präsenzveranstaltungen sein, sind jedoch keine Selbstläufer.

Wie es funktionieren kann, hat die Außenstelle Hamburg gemeinsam mit ihrem Kooperationspartner, dem Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern, probiert. Aus dem ganztägigen Seminar „Projekte mit Crowdfunding-Kampagnen erfolgreich umsetzen“ wurden zwei zweistündige Webinare. Berücksichtigt haben die Partner, dass bei der Umwandlung ins digitale Format nicht alle didaktischen Methoden digital ebenso funktionieren und die Interaktion zwischen den Teilnehmenden sehr eingeschränkt ist. Gerade diese eingeschränkte Interaktion hat auch Auswirkung auf die Aufmerksamkeit – ein Webinar sollte deshalb auch kurz sein.

Bei beiden Webinaren gab es eine durchgängige Moderation, die Elisabeth Möser vom Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern übernahm. Tatjana Giese, sonst Fachpromotorin für Fundraising beim Eine WeltNetz NRW, gab den fachlichen Input zum Fundraising. Sie informierte über Instrumente und Methoden des Fundraising und zeigte die ersten Schritte zu einem strategischen Fundraising-Plan auf. Wie ein strategisches Fundraising geplant werden kann, wenn Crowdfunding die Finanzierungsoption ist, griff dann das zweite Webinar auf. Die Teilnehmenden sahen sich einige erfolgreiche Kampagnen an, um mögliche Erfolgsfaktoren bestimmen zu können.

Gehostet wurden beide Webinare von der Außenstelle Hamburg, die Webex-Events einsetzte. Die Teilnehmenden, in beiden Webinaren mehr als 20 Personen, gaben positive Rückmeldung zu Inhalt und technischer Umsetzung. Die Erkenntnis bleibt, dass Seminare sehr gut in Webinare umgewandelt werden können. Ersetzen können sie die Präsenzseminare jedoch nicht.

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Gemeinsam Verantwortung übernehmen

23. April 2020 - 16:22
Ausgezeichnete Arbeit: Die Klimapartnerschaft des Rhein-Pfalz-Kreises mit La Fortuna ist Vorbild für andere. Foto: Svea Pietschmann

Jedes Jahr am letzten Sonntag im April wird weltweit der Tag der Partnerstädte gefeiert. In diesem Jahr fällt der Tag auf den 26. April. Kommunale Partnerschaften gehören seit vielen Jahrzehnten zum öffentlichen Leben in deutschen Kommunen. Waren sie in den 1950er und 1960er Jahren vom Gedanken der Aussöhnung nach dem zweiten Weltkrieg geprägt, entwickelten sie sich seit den 1980er Jahren auch zu einer wichtigen Säule der Entwicklungspolitik. Viele deutsche Kommunen knüpften neue Kontakte in den Globalen Süden und nach Osteuropa.

Im Zentrum einer kommunalen Partnerschaft stehen immer der Austausch und das Ziel, Menschen über Grenzen hinweg auf Augenhöhe zusammen zu führen. Mit der fortschreitenden Globalisierung und den damit verbundenen Herausforderungen weltweit haben sich die Aufgaben der kommunalen Partnerschaftsarbeit über die Jahre jedoch verändert. Heute steht neben dem kulturellen Austausch oft die Gestaltung einer nachhaltigen Entwicklung im Sinne der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung im Mittelpunkt. Kooperationen in vielen Bereichen kommunalen Handelns sind hinzugekommen. Engagement Global unterstützt mit ihrer Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) Städte, Gemeinden und Landkreise dabei, sich in Entwicklungs- und Klimapartnerschaften für die globalen Nachhaltigkeitsziele einzusetzen.

Die Klimapartnerschaft zwischen dem Rhein-Pfalz-Kreis und La Fortuna in Costa Rica ist nur ein Beispiel, wie Kommunen durch Partnerschaften Verantwortung übernehmen. Die SKEW unterstützt Kommunen dabei, ihre Städtepartnerschaft entwicklungspolitisch auszurichten.

Gemeinsam fürs Klima: Partnerschaft mit Vorbildcharakter

Der Rhein-Pfalz-Kreis und La Fortuna sind seit 2015 miteinander verbunden. Für beide Kommunen stehen der Schutz von natürlichen Ressourcen und Klima ganz oben auf der Agenda. In La Fortuna stehen schon für die Kleinsten Umweltthemen wie Müllvermeidung oder der Schutz der Ökosysteme auf dem Lehrplan. Aber auch der nachhaltige Anbau und Umgang mit Nahrungsmitteln wird in Kindertagesstätten und Schule anschaulich und praktisch vermittelt. Davon konnten sich Schülerinnen und Schüler aus dem Rhein-Pfalz-Kreis im Rahmen eines Schulaustauschs vor Ort überzeugen und viele Ideen mit nach Hause nehmen. Die costa-ricanische Seite war vor allem beeindruckt vom Recyclingsystem in Rheinland-Pfalz. Als eines der ersten gemeinsamen Projekte konnte ein Wertstoffhof für La Fortuna gebaut werden, der nun aufgrund seines vorbildlichen Konzepts zur Sammlung und Wiederverwertung von recyclingfähigen Abfällen als vorbildliches Beispiel weit in die Region ausstrahlt.

Weitere Informationen

Zum Handlungsfeld Kommunale Partnerschaften und Internationale Kommunalbeziehungen

Zum Video Kommunale Partnerschaften: Beispiel Rhein-Pfalz-Kreis - La Fortuna

Zum Beitrag Gemeinsam fürs Klima: Der Rhein-Pfalz-Kreis und La Fortuna in Costa Rica

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Öko, bio, fair – Welche Siegel halten ihr Versprechen?

22. April 2020 - 8:30
In der Lebensmittelindustrie steht besonders die Herstellung und Verwendung von Palmöl in der Kritik. Foto: Pixabay/tristantan

Der Tag der Erde wird jedes Jahr am 22. April begangen. Dieser Tag soll die Wertschätzung für die Umwelt stärken und dazu anregen, das eigene Konsumverhalten zu überdenken. Nachhaltig zu konsumieren und einzukaufen ist aber gar nicht so einfach. Zwar gibt es eine Vielzahl von Siegeln, die umwelt- und sozialverträgliche Produkte versprechen, doch sind sich viele Konsumentinnen und Konsumenten unsicher, was sich hinter den Logos verbirgt.

Um Konsumentinnen und Konsumenten eine Übersicht über die zahlreichen Siegel zu geben, hat die Christliche Initiative Romero e.V. (CIR) mit Fördermitteln von Engagement Global die Broschüre „Ein Wegweiser durch das Label-Labyrinth“ herausgebracht. Sie nimmt die gängigsten Siegel in den Bereichen Textilien und Lebensmittel unter die Lupe und zeigt auf, welche Produkte ihr Nachhaltigkeitsversprechen einhalten. Die Broschüre kann über die Internetseite der CIR bestellt werden. Einen Überblick über die Logos können sich Interessierte aber auch online verschaffen.

CIR setzt sich für Arbeits- und Menschenrechte in den Ländern Mittelamerikas ein. Dazu unterstützt sie Basisbewegungen und Organisationen vor Ort und führt Bildungsarbeit in Deutschland durch. Ziel der Arbeit der CIR ist eine gerechte und solidarische Welt, in der ein gutes Leben für alle möglich ist.

Nachhaltiges Palmöl?

In der Lebensmittelindustrie steht besonders die Herstellung und Verwendung von Palmöl in der Kritik. Laut des Vereins Watch Indonesia! - Für Demokratie, Menschenrechte und Umwelt in Indonesien und Osttimor e.V. ist Palmöl mit 62 Millionen Tonnen pro Jahr das meist produzierte Pflanzenöl weltweit und in etwa der Hälfte der Lebensmittel im Supermarkt enthalten. Grund dafür seien die guten stofflichen Eigenschaften und der günstige Preis.

Mit einer Flyerserie macht Watch Indonesia auf die Folgen für Umwelt und Menschen aufmerksam. Kernaussagen: Die enorme Nachfrage nach Palmöl führt zur Rodung von Regenwäldern und zum Schwund von vielseitig genutztem Ackerland, was wiederum einen Verlust der Artenvielfalt bedeutet. Die Nachfrage wirkt sich auch negativ auf die Lebensumstände der Menschen vor Ort aus, weil ihnen unter anderem Land geraubt wird und Arbeiterinnen und Arbeiter ausgebeutet werden. Die Flyerserie bietet auch einen Überblick über die verschiedenen Nachhaltigkeitssiegel für Palmöl und geht der Frage nach, ob es überhaupt ökologisch und sozialverträglich produziertes Palmöl gibt.

Gefördert wurde die Produktion der Flyer sowie Veranstaltungen zum Thema vom Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung (FEB) von Engagement Global. FEB fördert in Deutschland durchgeführte Projekte, die lebensnah und anschaulich über entwicklungspolitische Themen aufklären und zeigen, wie sich Bürgerinnen und Bürger entwicklungspolitisch engagieren können.

Weitere Informationen

Zum „Wegweiser durch das Label-Labyrinth“ auf der Internetseite von Christliche Initiative Romero

Zur Flyerserie „Nachhaltiges Palmöl? Was Nachhaltigkeitssiegel versprechen“ auf der Internetseite von Watch Indonesia

Zur Internetseite des Förderprogramms Entwicklungspolitische Bildung (FEB)

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Neu in der Mediathek: FAQ zu Corona

14. April 2020 - 9:24
Foto: Engagement Global

Träger und Partner in der Entwicklungszusammenarbeit sind mit ihren laufenden und geplanten Projekten in besonderer Weise durch die Corona-Schutzmaßnahmen herausgefordert. Ihre Fragen hat VENRO übermittelt, Engagement Global hat mögliche Anpassungen von Verfahren und Fristen mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) erörtert. Fragen und Ergebnisse der Erörterung finden Sie zusammengefasst in dem Dokument „FAQ Corona“.

Weitere Informationen
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Was auf den Tisch kommt …

1. April 2020 - 18:26
Die Videoreihe zeigt, was Ernährung mit den 17 Zielen für nachhaltige Entwucklung zu tun hat. Foto: Universität Göttingen

Was hat unsere Ernährung mit den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung zu tun? Sehr viel, wie die Videoreihe „Johann & Mathilda fragen nach(haltig)“ der Universität Göttingen zeigt. Die Universität spricht damit ganz gezielt junge Menschen an.

Die Videos behandeln die Erzeugung von Fisch, Geflügel und Tomaten und fragen, wie diese Erzeugung nachhaltiger gestaltet werden kann. Je Forschungsprojekt wurden zielgruppenspezifisch zwei unterschiedliche Videos gedreht: Während sich „Johann fragt nach(haltig)“ in erster Linie an Studierende richtet, spricht „Mathilda fragt nach(haltig)“ ein noch jüngeres Publikum an, etwa Schülerinnen und Schüler.

Die Videos können sowohl im Schulunterricht als auch zur allgemeinen Wissenschaftskommunikation eingesetzt werden. Sie verknüpfen universitäre Forschung mit schulischer Bildung – gerade im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Die Deutsche UNESCO-Kommission hat die Videos als Lehrmaterial auf dem BNE-Portal veröffentlicht. So können Lehrkräfte leicht auf die Videos zugreifen und sie in den Unterricht integrieren.

Die sechs Videos sind außerdem über die YouTube-Playlist „Nachhaltigkeit und Forschung“ abrufbar.

Sie wurden produziert vom Green Office der Universität Göttingen in Kooperation mit der Fakultät für Agrarwissenschaften und gefördert durch den Rat für Nachhaltige Entwicklung.

Weitere Informationen

Zum Portal Bildung für nachhaltige Entwicklung

Zur YouTube-Playlist „Nachhaltigkeit und Forschung“

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Film ab für Ihr entwicklungspolitisches Engagement

30. März 2020 - 10:19
Kommunale Entwicklungspolitik öffnet Türen. Wir beraten Sie gerne! Foto: Engagement Global

Was bedeutet eigentlich Kommunale Entwicklungspolitik? Und warum lohnt es sich, „vor der eigenen Haustür“ global und nachhaltig aktiv zu werden? Unsere neuen Videos veranschaulichen anhand erfolgreicher Beispiele, wie Städte, Gemeinden und Landkreise einen Beitrag leisten können, um globale Probleme anzugehen. Dabei spielt die Größe der Kommune keine Rolle - gerade in kleineren Städten sind die Wege oft kürzer, um die Bürgerschaft für ein Engagement zu begeistern. Wir als Servicestelle Kommunen in der Einen Welt bieten Ihnen unsere Unterstützung und langjährige Erfahrung in den Bereichen

  • Fairer Handel und Faire Beschaffung
  • Global Nachhaltige Kommune
  • Kommunale Partnerschaften
  • sowie Migration und Entwicklung an.

Lassen Sie sich von anderen Kommunen inspirieren und nehmen Sie unsere Unterstützungsangebote wahr! Wir helfen Ihnen dabei, Ihre lokalen Potentiale für eine global-nachhaltige Zukunft zu nutzen. Kommunale Entwicklungspolitik beginnt bei Ihnen vor Ort und wirkt global.

Zum Video „Kommunale Entwicklungspolitik“

Markkleeberg beschafft fair

Kommune: Markkleeberg, Sachsen
Einwohnerinnen und Einwohner: ca. 24.700

Seit 2015 fördert Markkleeberg auf kommunaler Ebene den Fairen Handel und setzt sich für eine nachhaltige öffentliche Beschaffung ein. Damit geht die kleine Kommune in Sachsen mit gutem Beispiel voran. Die örtliche Polizei trägt Uniformen, die unter transparenten und sozial-gerechten Bedingungen hergestellt wurden. Gleiches gilt für Büromaterialen in der öffentlichen Verwaltung oder die Natursteine, die auf dem Vorplatz des Bürgerzentrums verbaut worden. In der Steuerungsgruppe Fair Trade sind alle vor Ort aktiven Akteure miteinander vernetzt. Über gemeinsame Projekte soll ein noch größeres Bewusstsein für die Anliegen des Fairen Handels in der Stadt geschaffen werden.

Karsten Schütze, Oberbürgermeister: Schön wäre es, wenn noch mehr Partner dazu kämen. Auch eine kleine Stadt wie wir kann einen Beitrag leisten. Wir legen jetzt den Grundstein für die Zukunft.

Münsters Fahrplan für die 17 Ziele

Kommune: Münster, Nordrhein-Westfalen
Einwohnerinnen und Einwohner: ca. 310.000

In Münster ist der Einsatz für eine nachhaltige Zukunft im Sinne der Agenda 2030 mit ihren 17 Sustainable Development Goals (SDGs) fest verankert. Dafür wurde nicht nur ein Dezernat für Nachhaltigkeit gegründet, sondern auch eine Steuerungsgruppe, in der sowohl die Kommune als auch zivilgesellschaftliche Akteure mitarbeiten. Gemeinsam wurde ein Fahrplan für die Stadt entwickelt, der festschreibt, wie die 17 Ziele in konkreten Projekten erreicht werden sollen. 41 Stationen umfasst der Fahrplan: von Vorgaben für sozial-gerechte Bodennutzung, über Urban Gardening-Projekte als außerschulische Lernorte bis zu Ideen zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung hat Münster schon viele der SDGs mit Leben gefüllt.

Jutta Höper, Dezernat für Nachhaltigkeit: Die Agenda 2030 ist global formuliert, aber wir als Kommune sind den Bürgerinnen und Bürgern am nächsten. Und wir können gemeinsam die nächsten Schritte erarbeiten.

Gemeinsam fürs Klima: der Rhein-Pfalz-Kreis und La Fortuna in Costa Rica

Kommune: Rhein-Pfalz-Kreis, Rheinland-Pfalz
Einwohnerinnen und Einwohner: ca. 153.000

Auf der Suche von kommunalen Lösungen für globale Herausforderungen können Kommunen weltweit voneinander lernen. Der Rhein-Pfalz-Kreis ist mit La Fortuna in Costa Rica in einer kommunalen Klimapartnerschaft verbunden. Für beide Kommunen stehen der Schutz von Umwelt und Klima ganz oben auf der Agenda. Beim ersten Besuch in Costa Rica fiel der deutschen Delegation auf, wie vorbildlich die Umweltbildung in La Fortunas KiTas und Schulen integriert ist. Die Costa-ricanische Seite war vor allem beeindruckt vom Recyclingsystem in Rheinland-Pfalz. Als ihr erstes gemeinsames Projekt konnten die beiden Partnerkommunen einen Wertstoffhof für La Fortuna bauen.

Elke Bröckel, Kreisverwaltung Rhein-Pfalz-Kreis: In La Fortuna ist man uns in den Bereichen Ökotourismus, Umwelterziehung und in der nachhaltigen Entwicklung an vielen Stellen voraus. Deshalb können wir von La Fortuna lernen!

Menschen mit Migrationsgeschichte gestalten Ludwigsburg mit

Kommune: Ludwigsburg, Baden Württemberg
Einwohnerinnen und Einwohner: ca. 93.500

Migration ist Realität in den meisten deutschen Stadtgesellschaften. In Ludwigsburg werden Migrantinnen und Migranten bei allen Aktivitäten der kommunalen Entwicklungspolitik fest eingebunden. Eine von der SKEW geförderte Bestandsaufnahme ergab, dass es in der Kommune dreißig aktive Vereine und Organisationen gibt, die sich entwicklungspolitisch engagieren. Um Aktivitäten gemeinsam zu planen und Energien zu bündeln, wurde das Eine-Welt-Forum Ludwigsburg gegründet, unter dessen Dach nun alle Akteure miteinander vernetzt sind. Beim Erarbeiten eines gemeinsamen Handlungskonzepts stellte sich heraus, dass der Wunsch groß war, auch Jugendliche mit Migrationsgeschichte verstärkt in die entwicklungspolitische Arbeit zu integrieren. Daraus entstand das Jugend-Eine-Welt-Forum. Dessen Mission: Bewusstsein für globale Themen schaffen und gemeinsam aktiv werden!

Konrad Seigfried, Erster Bürgermeister: Wenn Sie mich nach einem Appell an andere Städte fragen, dann würde ich sagen: Macht es konkret! Wo liegen eure Stärken vor Ort und was könnt ihr der Bevölkerung vermitteln?

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Ausgezeichnete Ausbildung

27. März 2020 - 8:41
Engagement Global ist unter den Top Ten von Deutschlands besten Ausbildungsbetrieben 2020. Foto: Kolja Matzke

Seit mehreren Jahren geben die Zeitschriften Focus und Focus Money jährlich eine Studie heraus zur Qualität der Ausbildungsbetriebe in Deutschland. Nun landete Engagement Global unter den Top Ten und belegt den sechsten Platz im Segment Öffentliche Arbeitgeber bei „Deutschlands beste Ausbildungsbetriebe 2020“.

Engagement Global bildet zur Zeit neun Menschen aus: Veranstaltungskaufleute und Kaufleute für Büromanagement sowie Verwaltungsfachangestellte. Hohes Engagement der ausbildenden Facheinheiten und der Auszubildenden haben dazu geführt, dass mehr als drei Viertel der Auszubildenen ihren Abschluss mit guten bis sehr guten Noten krönen. 2019 wurde eine Veranstaltungskauffrau, die ihre Ausbildung bei Engagement Global absolviert hatte, als eine der Landesbesten in Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Sie arbeitet heute in der Organisation – wie übrigens die meisten der Auszubildenden in den vergangenen Jahren nach erfolgreicher Abschlussprüfung übernommen wurden.

Auszubildende mit besonders guten Leistungen erhalten eine Übernahmegarantie. Neben diesem Ansporn tragen zur Qualität der Ausbildung auch Kurse bei, die auf die Abschlussprüfung vorbereiten sowie Angebote, die das Teambuilding fördern und die Eigenverantwortung stärken. Verantwortung für eigene kleine Projekte zu übernehmen lernen die Azubis ebenso wie gemeinsam ein Projekt zu stemmen. So organisierten sie beispielsweise 2019 das Sommerfest von Engagement Global und zeigten damit eindrücklich, was sie gelernt hatten.

Für die Studie „Deutschlands beste Ausbildungsbetriebe 2020“ hat das IMWF Institut für Management und Wirtschaftsforschung die 20.000 mitarbeiterstärksten Unternehmen in Deutschland untersucht. Die Studie beruht auf umfassender Datenauswertung digitaler Medien sowie formalisierter Fragebögen, die von den Unternehmen beantwortet wurden. Für den 28. März 2020 ist ein großer Bericht in der Zeitschrift Focus geplant.

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ASA-Jahrgang 2020 findet nicht statt

25. März 2020 - 13:28

Vor dem Hintergrund der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus und der sich stetig verschärfenden Situation in Deutschland und in vielen Partnerländern wird das ASA-Programm im laufenden Jahr ‎ausgesetzt.

Angesichts des Gebots, alle physischen sozialen Kontakte einzuschränken, können weder die Vorbereitungsseminare noch Projekteinsätze in Deutschland durchgeführt werden. Aufgrund der massiven und unabsehbaren Einschränkungen in der internationalen Mobilität und mittelfristig weiterhin in der Arbeit der Partnerinstitutionen kann auch eine ordnungsgemäße Durchführung der Projektphase in den Partnerländern später in diesem Jahr nicht gewährleistet werden.

Wir bedauern zutiefst, dass die für den Jahrgang 2020 kürzlich ausgewählten Bewerberinnen und Bewerber ihre ASA-Teilnahme nicht werden antreten können. Uns ist bewusst, welche weitreichenden Auswirkungen dies für die Jahresplanung der Teilnehmenden und Partner hat, bei denen so kurzfristig keine ASA-Projekte realisiert werden können. Derzeit arbeiten wir unter Hochdruck daran, in Abstimmung mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und den Partnerinstitutionen, gangbare Lösungen zu finden, insbesondere zu Abrechnungsmodalitäten sowie mit Blick auf eine Perspektiven für das kommende Jahr.

Alle betroffenen Teilnehmenden, Partnerinstitutionen und Seminarteams wurden informiert. Sobald weitere Details feststehen, werden wir diese umgehend mitteilen. Bis dahin bitten wir um Verständnis, dass wir die Beantwortung von Einzelanfragen nur sehr eingeschränkt gewährleisten können.

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Rassismusktitisch denken lernen ist wichtig

19. März 2020 - 12:18
Foto: Engagement Global

Schutz vor einer Corona-Ansteckung und Prävention haben Vorrang: In Anbetracht der Empfehlungen der Gesundheitsbehörden und unter Beachtung der behördlichen Vorgaben bitten wir um Ihr Verständnis, dass wir in den kommenden Wochen Veranstaltungen aussetzen. Wo uns dies möglich ist, werden wir Veranstaltungen auf spätere Zeitpunkte verschieben.

Wir bedauern alle Unannehmlichkeiten, die durch diese Umstände entstehen. Sollten Sie für Veranstaltungen bereits Zugtickets gebucht haben, weisen wir Sie auf die Erstattungsmöglichkeiten hin, die von der Deutschen Bahn geboten werden.

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Kommunen entwickeln Ideen im Umgang mit Plastikmüll

15. März 2020 - 9:25
Ziel 12 der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung animiert zu bewussten Konsumentscheidungen. Foto: Stadt Baruth/ Mark

Wachsende Berge an Kunststoffabfällen stellen Kommunen rund um den Globus vor große Herausforderungen. Die weltweite Plastikproduktion ist in den letzten 70 Jahren um ein Vielfaches angestiegen. Sie trägt zur Verknappung wichtiger natürlicher Ressourcen bei und ihre Abfälle werden zunehmend eine Bedrohung für unseren Lebensraum. Der größte Teil des Plastikmülls landet auf Deponien oder in der Umwelt - nur etwa zehn Prozent werden weltweit dem Recycling zugeführt. Was können Kommunen tun, um das Problem mit dem Plastikmüll anzugehen?

Im September 2019 trafen sich Fachleute aus Afrika, Asien, Europa und Südamerika in Hamburg zu einer Dialogveranstaltung des Städtenetzwerks Connective Cities, um über den Umgang mit dem Plastikmüll auf kommunaler Ebene zu diskutieren.

Connective Cities - Internationale Städte-Plattform für Nachhaltige Entwicklung – wurde im Jahr 2013 im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gegründet. Die Plattform ist eine Kooperation zwischen Engagement Global mit ihrer Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW), der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) und dem Deutschen Städtetag. Ziel der Plattform ist es, städtische Akteure aus aller Welt miteinander zu vernetzten, gewonnene Erfahrungen nachhaltiger Stadtentwicklung auszutauschen und gemeinsam zu lernen.

Während der Dialogveranstaltung kamen die Teilnehmenden unter anderem zu den folgenden Ergebnissen:

  • Nur ein sehr geringer Anteil der Kunststoffe ließe sich sortenrein wiederverwerten und könne in einem geschlossenen Kreislauf verbleiben.
  • Das Recycling minderwertiger Plastiksorten sei dennoch sinnvoll, weil es Mülldeponien entlastet und in einigen Teilen der Welt Einkommen für ärmere Bevölkerungsgruppen ermöglicht.
  • An erster Stelle müsse es um eine Vermeidung von Kunststoffabfälle gehen.
  • Damit sei der Umgang mit dem Plastikmüll vor allem eine gesellschaftliche Herausforderung, denn für zukünftige Müllvermeidungsstrategien sei eine Änderung der Konsumgewohnheiten von Verbraucherinnen und Verbrauchern entscheidend
Baruth/Mark setzt auf Mehrwegbecher

Um das Thema Müllvermeidung sorgen sich auch die Einwohnerinnen und Einwohner von Baruth/ Mark. Die Kleinstadt im südlichen Brandenburg ist eine von über 140 deutschen Kommunen, die sich der Umsetzung der Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung vor der eigenen Haustür verpflichtet haben. Seit 2019 treffen sich die Barutherinnen und Baruther regelmäßig zu Bürgerdialogen, um nachhaltige Themen zu diskutieren und zu überlegen, welche wirksamen Ansatzpunkte es vor Ort im Zusammenhang mit den 17 Zielen gibt. Eines der ersten Projekte galt der Vermeidung von Einwegplastik, da den Bürgerinnen und Bürgern auffiel, das bei jeder größeren Veranstaltung Getränke wie selbstverständlich in Wegwerfbechern ausgeschenkt wurden.

Um zukünftig auf Einwegbecher verzichten zu können, ließ Baruth Mehrwegbecher für die ganze Stadt produzieren. Im vergangenen August kamen die 2.000 neuen Becher anlässlich des 120-jährigen Jubiläums der Feuerwehr erstmalig zum Einsatz. Seitdem wandern sie von Fest zu Fest. Aufgedruckt sind die bunten Symbole der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, die daran erinnern sollen, was auf dem Weg zu einer nachhaltigen Kommune noch zu tun ist.

Unsere natürlichen Ressourcen werden immer knapper. Daher muss es ab sofort darum gehen, Abfälle zu vermeiden und den Recyclinganteil am Müll zu erhöhen. Auch das Nachhaltigkeitsziel Nummer 12 appelliert an alle, bewusste und nachhaltige Konsumentscheidungen zu treffen - weg von der Wegwerfkultur, hin zu einer Kreislaufwirtschaft, in der weniger verschwendet und mehr recycelt wird.

Der Welt-Recyling-Tag, der jedes Jahr am 18. März stattfindet, macht auf die Bedeutung des Recyclings für eine nachhaltigere Zukunft aufmerksam. Der Aktionstag wurde 2018 vom Weltrecyclingverband (Bureau of International Recycling, BIR) ins Leben gerufen. BIR versteht sich als Interessensvertreter der internationalen Recyclingindustrie und ihrer nationalen Vertreter.

Weitere Informationen
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Veranstaltungen ausgesetzt

13. März 2020 - 15:51
Foto: Engagement Global

Schutz vor einer Corona-Ansteckung und Prävention haben Vorrang: In Anbetracht der Empfehlungen der Gesundheitsbehörden und unter Beachtung der behördlichen Vorgaben bitten wir um Ihr Verständnis, dass wir in den kommenden Wochen Veranstaltungen aussetzen. Wo uns dies möglich ist, werden wir Veranstaltungen auf spätere Zeitpunkte verschieben.

Wir bedauern alle Unannehmlichkeiten, die durch diese Umstände entstehen. Sollten Sie für Veranstaltungen bereits Zugtickets gebucht haben, weisen wir Sie auf die Erstattungsmöglichkeiten hin, die von der Deutschen Bahn geboten werden.

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Rechte von Textilarbeiterinnen stärken

5. März 2020 - 17:16
Inzwischen findet der Rellinger Frauen-Kleidermarkt zum 17. Mal statt. Foto: Stefan Flomm

Knapp die Hälfte der Weltbevölkerung ist weiblich. Frauen leisten den Großteil der Erwerbs- und reproduktiven Arbeit und werden in vielen Bereichen strukturell benachteiligt. Sie bekommen für die gleiche Arbeit weniger Lohn als Männer und sind seltener in Führungspositionen vertreten. Gewalt an Frauen und Mädchen gehört zu den am weitesten verbreiteten Menschenrechtsverletzungen. Laut der Organisation FEMNET e.V. ist die Lage in Ländern wie Indien und Bangladesch dramatisch: Gewalt ist in den Fabriken bitterer Alltag. Textilarbeiterinnen sind Misshandlungen und Schlägen, sexueller Belästigung, Beschimpfungen und Drohungen ausgesetzt.

Um dem entgegenzutreten, fördert der Faire Handel die Gleichberechtigung von Frauen. Die Förderung ist Teil der international definierten Grundsätze des Fairen Handels und Fair-Handels-Organisationen setzen sich aktiv für eine Gleichberechtigung der Geschlechter ein. Frauen bekommen einen gerechten Lohn für ihre Arbeit, werden in Entscheidungsprozesse einbezogen und bei der Entfaltung ihrer Potenziale gefördert.

Mit dem Ziel, die ungerechten Strukturen in der Kleiderproduktion aufzudecken, wurde im Jahr 2002 in Rellingen in Schleswig-Holstein der Frauen-Kleidermarkt ins Leben gerufen. „Das Modell weicht ab von einem „normalen“ Frauenflohmarkt. Die Frauen, die ihre Kleidung für den Weiterverkauf hergeben, sehen dafür keinen Cent,“ erklärt die Rellinger Gleichstellungsbeauftragte Dorathea Beckmann im Interview. Alle Einnahmen werden an Organisationen gespendet, die sich für Frauenrechte einsetzen. Aktuell gehen die Erlöse an die Organisation FEMNET e.V., die dafür sorgt, dass das Geld für menschenwürdige Arbeitsbedingungen von Textilarbeiterinnen in Indien und Bangladesch eingesetzt wird.

Inzwischen hat der Frauen-Kleidermarkt zum 17. Mal stattgefunden und ist ein großer Erfolg auf kommunaler Ebene. „Das Bewusstsein für ‚Saubere Kleidung‘, den Fairen Handel und Frauenrechte hat sich dank unseres Frauen-Kleidermarkts deutlich verändert. Das Tragen von „Second-hand-Kleidung“ ist selbstverständlich geworden […] und das Bewusstsein für ungerechte Strukturen wächst stetig“, sagt Dorathea Beckmann. „Über 50 Frauen richten den Markt aus, weitere werden durch die Veranstaltung selbst eingebunden. Das ist Frauenpower, durch den Markt ist ein starkes Miteinander gewachsen!“

Mit dem Frauen-Kleidermarkt als Projekt hat sich die Gemeinde Rellingen mehrfach beim Wettbewerb „Hauptstadt des Fairen Handels“ beworben. Alle zwei Jahre ruft die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt von Engagement Global Kommunen dazu auf, Aktivitäten und innovative Maßnahmen zur Stärkung des Fairen Handels einzureichen.

Der 8. März ist Internationaler Frauentag. Seit mehr als 100 Jahren wird der Internationale Frauentag begangen. An dem Tag demonstrieren Frauen weltweit für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung von Frauen. In Berlin wurde der Internationale Frauentag ab 2019 zum Feiertag erklärt.

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Welttag der sozialen Gerechtigkeit

19. Februar 2020 - 17:25
Die Kinder packen beim Bau einer inklusiven Modellstadt mit an. Foto: Stadt Leipzig

Der Welttag der sozialen Gerechtigkeit wurde 2009 von den Vereinten Nationen eingeführt und soll jährlich am 20. Februar an das Leitbild der sozialen Gerechtigkeit in Gemeinschaften erinnern. Auch Engagement Global unterstützt und fördert Einrichtungen, Vereine, Initiativen und Kommunen, die sich mit ihrer entwicklungspolitischen Arbeit aktiv für ein gerechtes globales Miteinander einsetzen.

Ein Beispiel für kommunales Engagement für eine sozial gerechtere Gesellschaft ist ein Projekt der Partnerstädte Leipzig und Addis Abeba. Gemeinsam entwickelten die Städte Ideen und Aktivitäten einer „inklusiven Kommune“. Sie fokussierten sich dabei auf den Bildungsbereich, um Kindern mit Behinderung die gesellschaftliche Teilnahme zu erleichtern und gleichzeitig die Akzeptanz und das Zusammenleben aller zu verbessern.

Umgesetzt wurde dies mit Hilfe von drei Pilotprojekten: dazu gehörte die Erstellung eines taktilen, ertastbaren Kinderbuchs – von Kindern und für Kinder, mit oder ohne Behinderung. Gleiches gilt für das Schulgartenprojekt, an dem sich Schulen beider Städte beteiligten; ein Projekt, mit dem vielfältige Bildungsthemen, aber auch Sinne angesprochen werden. Leipzig brachte zusätzlich seine Erfahrung beim inklusiven Planspiel „Stadt in der Stadt“ mit ein. Dazu wurde in Addis Abeba durch spielerisches Lernen eine inklusive Modellstadt geplant, gebaut und mit Leben erfüllt. Dabei wurden Kinder mit beeinträchtigtem Seh-, Hör- und Bewegungsvermögen gemeinsam mit Kindern ohne Behinderung selbst aktiv und ließen so 2019 an zwei Standorten der äthiopischen Hauptstadt eine Woche lang spielend eine neue Stadt aus Holz entstehen.

Die beiden engagierten Partnerstädte haben bei ihren Projekten gezeigt, dass sie gemeinsam einen Beitrag zu einer sozial gerechteren Kommune leisten können. Gefördert wurden die „Inklusiven Kommunen“ dabei von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global durch das Projekt „Nachhaltige Kommunalentwicklung durch Partnerschaftsprojekte“ (Nakopa).

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BNE inklusiv

17. Februar 2020 - 12:41
Die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen des Fachtreffens BNE und Inklusion im Rahmen der Umsetzung des Orientierungsrahmens Globale Entwicklung in der Schule wurden nun veröffentlicht. Foto: Engagement Global

Im Mai 2019 hatte das erste Fachtreffen „BNE inklusiv“ über 60 Lehrerinnen und Lehrer, Fachexpertinnen und Fachexperten, Vertreterinnen aus Wissenschaft und Lehre, Trägerorganisationen, Verbände, Bildungseinrichtungen, Stiftungen sowie Interessensvertretungen der Arbeitsbereiche BNE und Inklusion zusammengebracht. Im Fokus des Fachtreffens stand die Frage, wie Unterricht und Schule gestaltet werden müssen, damit alle Schülerinnen und Schüler unter Berücksichtigung ihrer individuellen Fähigkeiten globale Kompetenzen erwerben können. Das Fachtreffen machte deutlich, dass BNE und Inklusion hierbei nicht in Konkurrenz zueinanderstehen, sondern sich gegenseitig stützen und stärken.

Die nun vorliegende Veröffentlichung will den Akteurinnen und Akteuren in Schulen Mut machen, in ihrem konkreten Umfeld einzelne Schritte anzugehen. In den Kapiteln Unterricht, Lernmaterialien, Lehrkräfteausbildung und -fortbildung sowie Whole School Approach werden die jeweiligen Arbeitsergebnisse des Fachtreffens vorgestellt sowie die daraus abgeleiteten pädagogischen Handlungsempfehlungen für die schulische Praxis. Diese Handlungsempfehlungen bedürfen immer der kritischen Diskussion und Reflexion, um die Passung vor Ort für gegebene Umstände zu prüfen.

Das Treffen war Teil des Umsetzungsprozesses des Orientierungsrahmens für den Lernbereich Globale Entwicklung.

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Ausstellungs-Finissage „Ein Ort. Irgendwo“

10. Februar 2020 - 10:12
Bei der Finissage zum Thema Frauen auf der Flucht sprachen Expertinnen über Migrationsarbeit und ihre persönlichen Erfahrungen. Foto: Felix Schaaf, ISSO Institut.

Mit einer Finissage zum Thema „Frauen auf der Flucht“ wurde am Donnerstag, 6. Februar 2020, die Karikaturenausstellung „Ein Ort. Irgendwo“ im ISSO-Institut, Institute for Social and Sustainable Oikonomics, in Koblenz beendet. Lokal aktive Vertreterinnen aus der Migrations- und Integrationsarbeit erzählten über ihre persönlichen Erfahrungen und Eindrücke aus der Arbeit mit Betroffenen.

Beatrix Sieben, Geschäftsführerin des ISSO-Instituts, und Birgit Steck von Engagement Global stellten zunächst die Hintergründe und Entstehungsgeschichte der Karikaturenausstellung vor, die das Ergebnis eines internationalen, künstlerischen Wettbewerbs zu den Themen Flucht und Migration ist. Anschließend leitete Petra Keller von Medica Mondiale e.V. mit einem Einführungsvortrag das Thema des Abends ein. Die Veranstaltung drehte sich um genderspezifische Fluchtursachen und –erfahrungen und darum, wie eine traumasensible Integration ermöglicht werden kann.

Dabei sprach Petra Keller auch konkret das Publikum an: „Wir sind verantwortlich dafür, auf welches Umfeld Menschen nach ihren traumatischen Erfahrungen stoßen“. Sie forderte weiter, dass Gewaltschulkonzepte stärker vorangebracht werden müssten und es sowohl weitere Prävention sowie Intervention von und bei Gewalt an geflüchteten Frauen geben müsse.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion machten neben Petra Keller auch Roula Fallal von der Initiative Frauenzimmer Koblenz, Karima Faddane, Integrationslotsin und Mitglied im Beirat für Migration und Integration der Stadt Koblenz, sowie die Juristin und Journalistin Soumaia Talo Alolabi aus Syrien ihre Standpunkte zum Thema deutlich und berichteten von persönlichen Erfahrungen.

Nach dem thematischen Input hatten die Gäste die Gelegenheit, die Ausstellung zu besichtigen und gemeinsam über das Gehörte und Gesehene ins Gespräch zu kommen. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von der Musikschule zwischen den Weinbergen aus Koblenz. Durch den Abend führte Daniel Steiger von der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) in Koblenz.

Vernissage im saarländischen Kirkel

Interessierte können die Ausstellung noch bis Freitag, 14. Februar2020, im ISSO-Institut in Koblenz besuchen. Von Montag, 2. März, bis Freitag, 15. Mai 2020, ist die Ausstellung im Bildungszentrum Kirkel im Saarland zu sehen. Am Dienstag, 10. März, findet dort eine Vernissage statt, bei der Adonis, ein syrischer Geflüchteter, über seine Flucht- und Ankunftserfahrungen berichtet.

Die Finissage war eine Kooperationsveranstaltung von Engagement Global im Rahmen des Programms Entwicklungspolitische Bildung in Deutschland (EBD), dem ISSO-Institut Koblenz und dem Beirat für Migration und Integration Koblenz.

Hintergrund

Die Kulturkoordination Exile e.V. rief im Jahr 2017 in Kooperation mit Engagement Global weltweit Künstlerinnen und Künstler dazu aufgerufen, ihre Erfahrungen, Eindrücke und Sichtweisen zum Thema Flucht und Migration in künstlerischer Form darzustellen. Die Ausstellung zeigt das breite Spektrum der Themen Flucht und Migration, die Schwierigkeiten, Hürden und den Schmerz, die Heimat und Familie zu verlassen sowie die Hoffnung auf eine bessere Zukunft, Unterstützung und Akzeptanz.

Die Ausstellung kann kostenlos ausgeliehen werden. Interessierte können sich gerne an aussenstelle.mainz@engagement-global.de wenden

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