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Gemeinsam mit Anderen extreme Armut besiegen
Aktualisiert: vor 22 Stunden 52 Minuten

27. Mai 2020

27. Mai 2020 - 14:42

1. Afrika: Corona-Kollateralschäden schlimmer als Virus selbst?
Antonio Cascais berichtet in der Deutschen Welle, dass Hilfsorganisationen vor Corona-Kollateralschäden in Afrika warnen. Die Restriktionen zur Einschränkung der Corona-Pandemie könnten zur Folge haben, dass in vielen afrikanischen Staaten andere Krankheiten unbehandelt bleiben und sich Hunger wieder stärker ausbreitet.  Bisher habe die Weltgesundheitsorganisation (WHO) über 100.000 Coronafälle in Afrika registriert. Die Dunkelziffer werde jedoch deutlich höher geschätzt. Dennoch sei klar, dass die Corona-Pandemie insgesamt auf dem Kontinent bisher weniger tödlich verlaufe als etwa in Europa. Anne Jung, Referentin für Globale Gesundheit bei der Hilfsorganisation Medico International warnt, dass die weitreichenden Lockdowns dazu führen, dass Routineimpfungen für Kinder ausfallen. Dadurch steigen die Fälle anderer Infektionskrankheiten wieder stark an. Laut aktueller Studien der WHO könnten 117 Millionen Kinder in 24 Ländern, davon ein Großteil in Afrika, wegen der Coronapandemie womöglich nicht gegen Masern geimpft werden. Die Impfallianz Gavi geht davon aus, dass bisher bereits 13,5 Millionen Menschen wichtige Impfungen nicht erhalten haben, die sie ohne die Maßnahmen erhalten hätten. Infektionskrankheiten wie Masern oder Polio können sich dadurch wieder verbreiten. Auch der Kampf gegen Aids und Tuberkulose werde durch die Pandemie eingeschränkt. Zahlreiche Routineprogramme seien unterbrochen. Masken, die auch für die Behandlung von Tuberkulosepatient*innen notwendig sind, seien Mangelware. Weiterhin bleibe zudem Malaria die größte Todesursache in Afrika, wie der spanische Mediziner Javier Macias bestätigt, der seit über 30 Jahren in verschiedenen afrikanischen Ländern als Berater arbeitet. In diesem Jahr könnten doppelt so viele Menschen an Malaria sterben als bisher, wenn der Kampf gegen die Krankheit durch die Corona-Pandemie eingeschränkt werde.

2. Gewalt in Mali nimmt zu
In der Tageszeitung (taz) berichtet Westafrika-Korrespondentin Karin Gänsler über die sich zuspitzende Situation im Krieg gegen Islamisten in Mali und Burkina Faso. Hinrichtungen und Armeegewalt nehmen zu. Immer wieder komme es zu schweren Massakern wie etwa in Zentralmali, erklärt Abdoul Aziz Diallo, früherer Präsident der Vereinigung der Peul-Volksgruppe in Mali. Obwohl die Region mit Satelliten überwacht werde, verhindere niemand die Ausbreitung der Gewalt, beklagt Diallo. Laut eines zehnseitigen Berichts der UN-Blauhelmmission in Mali (Minusma) habe sich die Menschenrechtslage in Mali in den ersten drei Monaten des Jahres „sehr verschlechtert“. 598 Vorfälle von Gewaltausschreitungen seien in dem Zeitraum gemeldet worden. Verantwortlich seien erst an dritter Stelle islamistische Gruppen. An erster Stelle stehen lokale Selbstverteidigungmilizen, an zweiter Malis eigene Streitkräfte. Die malische Armee habe dem Bericht zufolge zwischen Januar und März 2020 101 Hinrichtungen ohne Strafverfahren und Urteil vollzogen. 34 weitere seien durch die nigrische Armee erfolgt.

3. Bäume gegen die Wüste
Martin Franke thematisiert in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung das Mega-Bewaldungsprojekt „Great Green Wall“ in Afrika, das von der Afrikanischen Union initiiert wurde. Bei dem Vorhaben sollen 7775 Kilometer Wald gepflanzt werden, der in Nordafrika von der West- bis an die Ostküste des Kontinents reicht. Der riesige Wald soll als Schutzwall fungieren und so die Ausbreitung der Saharawüste stoppen. Durch die CO2-Aufnahme soll dem Klimawandel entgegengewirkt werden. Durch die Rodung von Wäldern für landwirtschaftliche Flächen und zur Energiegewinnung sei der der Wald in der Region verdrängt worden. Der Boden sei mittlerweile zunehmend erschöpft. Die Wüstenbildung (Desertifikation) in Afrika schreite insbesondere wegen der Erderwärmung, Abholzung und des Bevölkerungszuwachses voran. Franke schreibt, der „Great Green Wall“ sei „so etwas wie eine Hoffnung für den gesamten Kontinent“. Durch die Aufforstung soll bis zum Jahr 2030 hundert Millionen Hektar begrünter Boden entstanden sein.

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5 Apps von inspirierenden Frauen

27. Mai 2020 - 11:31

Apps können die Gesellschaft stark beeinflussen und dort eine Veränderung bewirken, wo sie am dringendsten gebraucht wird. In der Vergangenheit war die Entwicklung von technischen Anwendnungen und Apps ein von Männern dominierter Industriezweig. Nun steigen immer mehr Mädchen und Frauen in das Business ein und steuern ihre Innovationen bei.

Wir haben Dir unsere Top 5 Apps zusammengestellt, die von Mädchen entwickelt wurden und das Zeug dazu haben, die Welt zu verändern.

Die ‚Restorers’

Foto von Dorcas Wangari’s Bericht “The App and the Cut.”

2017 machten die „Restorers“ Schlagzeilen mit Ihrer App „I-Cut“. Die App hilft Mädchen, die eine Genitalverstümmelung befürchten müssen, Kontakt zu einer Rettungsstelle aufzunehmen. Zudem können Mädchen, die bereits Opfer dieses Brauchs geworden sind, rechtliche und medizinische Beratung erhalten.

Drei Jahr später geht die Erfolgsgeschichte weiter. Die ‚Restorers’ sind auf der Suche nach Partnern, die ihnen bei der Weiterentwicklung und Markteinführung der App helfen. Unvorstellbar, welchen Einfluss die App auf das Leben von Mädchen und Frauen haben kann, wenn sie erst einmal auf dem Markt ist!

Betelhem Dessie

Als sie neun Jahre alt war, bat Betelhem Dessie ihren Vater um Geld, um ihren Geburtstag zu feiern. Als er Nein sagte, nahm sie die Sache selbst in die Hand und verdiente sich ihr Geburtstagsgeld durch das Bearbeiten von Videos und Installieren von Software.

Jetzt, 20 Jahre später, unterstützt Betelhem die Regierung mit ihren technischen Kenntnissen. Sie entwickelte eine App mit der die äthiopische Regierung Flüsse kartieren kann, um Bewässerungssysteme ausfindig zu machen. Außerdem inspiriert sie die nächste Generation von Mädchen: sie vermittelt Mädchen technische Skills, die Entwicklung von Apps und Websites inbegriffen – durch die Initiative ‚Girls Can Code’.

Sie glaubt daran, dass die Weitergabe ihres Wissens in den kommenden Jahren Großes bewirken wird. „Die junge Generation ist das größte Kapital Afrikas. Wenn wir die junge Generation im Tech-Sektor ausbilden, werden wir etwas für die Ewigkeit schaffen.“

 Salissou Hassane Latifa

Photo credit; Friends of Europe

Salissou Hassane Latifa rettet Leben mit ihrer App ‚Saro’. Sie gibt Menschen, die in einen Unfall verwickelt sind, die Möglichkeit, Kontakt zu medizinischem Personal aufzunehmen. Mit Hilfe der App können Menschen jeden Tag erste Hilfe leisten, während sie auf den Notarzt warten. Zudem ermöglicht der GPS-Tracker der in die App eingebaut ist, dem Notarzt den Unfallort einfacher zu finden.

Salissou Hassane Latifa gewann 2018 den ‚Miss Geek Africa Award’ für ihre lebensrettende Erfindung. Derzeit arbeitet sie daran andere Mädchen in die Informations- und Kommunikationstechnologie einzuführen. Für sie ist es ein Lebenstraum Leuten durch Informations- und Kommunikationstechnologie helfen zu können.

„Ich habe auch begonnen Pharmazie zu studieren, es war immer meine Leidenschaft und mein Traum das Leben der Menschen im Niger mithilfe von Informations- und Kommunikationstechnologie zu verbessern,“ sagt sie. „Somit entschied ich mich einen Universitätsabschluss in Informations- und Kommunikationstechnologie zu machen, um noch besser zu werden und mein Talent für technologische Innovation im Niger einzusetzen.“

 Lisa Michael Jones

Als Lisa Michael Jones 14 Jahr alt war, fiel ihr auf, dass viele Bauern – ihr eigener Großvater eingeschlossen – sich schwer taten große Felder zu bewirtschaften. Mit dem Ziel diese Problem zu lösen, erfand sie ‚SmartShamba’. Die App ermöglicht es den Bauern mit Agrarfachleuten zu kommunizieren, die ihren Rat geben und ihnen dabei helfen, bessere Ernteerträge einzufahren.

„Ich kann meinen Gesellschaft durch Technologie in vielerlei Hinsicht beeinflussen. Dazu braucht es nicht viel Geld, aber gut Ideen.“ sagt sie.

Elizabeth Kperrun

Was als eine Lösung für das schnelle Erzählen afrikanischer Geschichten anfing, wuchs zu einem ganzen Unternehmen heran, das sich der Bildung verschrieben hat. Elizabeth Kperrun startete ihr Business ‚ZenAfri’, eine Lern- und Spiel-App für Kinder in ihrem Heimatdialekt. Diese App lehrt die Kinder Zählen, Lesen, Lebensführung und vieles mehr – und das alles auf eine Weise, die die Kinder mit ihrem Heimatdialekt verbindet.

Elizabeth und ihr Unternehmen ernteten im vergangenen Jahr internationale Aufmerksamkeit. Sie erhielt den ‚Commonwealth International Award’, landete als erste  nigerianische Frau auf der Shortlist für den afrikanischen Preis für Ingenieurs-Innovationen und wurde für den ‚Quartz African Innovators’ Preis 2019 nominiert.

Solche Apps sollten nicht die Ausnahme sein, sondern die Norm in der Welt der Technologie. Wenn sichergestellt ist, dass Mädchen und Frauen gleichberechtigten Zugang zum Internet und zu technischer Bildung haben, wird noch mehr Mädchen eine Bühne für Erfindung und Entwicklung von Apps geboten, die die Welt braucht.

Übersetzung von: ONE-Unterstützerin Nina Plaat

Original-Text: Sadof Alexander, Februar 2020

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26. Mai 2020

26. Mai 2020 - 22:11

1. KfW will Entwicklungsstaaten in Coronakrise unterstützen
Wie unter anderem der Tagesspiegel, die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) und die Frankfurter Rundschau berichten, will die staatliche Förderbank KFW Firmen und Staaten während der Corona-Pandemie unterstützen. Nach eigenen Angaben will die KFW einen „substantiellen Beitrag“ im Kampf gegen Corona in Entwicklungs- und Schwellenländern leisten. Joachim Nagel, Vorstandsmitglied der Bankengruppe erklärt am Montag bei einem Online-Bilanzgespräch, dass die KFW das Sofortprogramm des Entwicklungsministeriums durch Eigenmittel ergänzen wolle. Zuletzt habe Entwicklungsminister Gerd Müller die Umschichtung von einer Milliarde Euro aus dem Budget des BMZ plus weitere drei Millionen Euro aus dem Nachtragshaushalt für ein Corona-Sofortprogramm angekündigt. Bisher habe Nagel keine konkreten Zahlen zur Höhe der Unterstützung der KFW genannt. Er rechne jedoch im laufenden Jahr mit mindestens so hohen Hilfsvolumen wie 2019. Im Fokus stehe weiterhin der afrikanische Kontinent, auf dem mit 29 Prozent aller Zusagen auch der Schwerpunkt 2019 gelegen habe.

2. Schwächere Gesundheitssystem, repressivere Maßnahmen?
In der Tageszeitung (taz) diskutiert Jan Zier, warum in Afrika viele Staaten mit repressiver Politik auf das Coronavirus reagieren. Laut dem Bremer Politologe und Afrikanist Klaus Schlichte bestehe ein klarer Zusammenhang zwischen schwächeren Gesundheitssystem und repressiveren Reaktionen zur Eindämmung des Virus. Etwa in Uganda oder Nigeria setze die Polizei die Ausgangssperren „massiv“ durch. Aufgrund steigender Lebensmittelpreise und einer drohenden Hungersnot, könnten soziale Unruhen entstehen, warnt Schlichte. Die Polizeigewalt habe bereits massiv zugenommen. Etwa in Nigeria seien Ende April 18 Menschen erschossen worden, weil sie die Ausgangssperre verletzten. Staaten, die schon früher in stärkere Gesundheitssystem investiert haben, seien nun besser für die Pandemie gerüstet. Etwa Ruanda gelte als Positiv-Beispiel mit nur 330 Infizierten und bisher keinen Toten. Um Pflegekräfte und Ärzt*innen zu schützen seien sogar Roboter in Krankenhäusern eingesetzt worden. Nicht nur durch die Beschränkungen innerhalb der jeweiligen Staaten, auch durch ausbleibende Geldströme von Familienmitgliedern im Ausland, seien Menschen in Afrika nun besonders betroffen von den Folgen der Pandemie.

3. Wahlen in Burundi: Widerspruch der Opposition
Wie die Süddeutsche Zeitung meldet, hat Évariste Ndayishimiye die Präsidentschaftswahl in Burundi gewonnen. Er sei Kandidat der Regierungspartei CNDD-FDD und habe mit einem vorläufigen Endergenis von 68,7 Prozent die Wahl für sich entschieden, wie Pierre Claver Kazihise, Vorsitzender der Wahlkommission, am Montag mitteilte. Ndayishimiye tritt die Nachfolge von Pierre Nkurunziza an, der seit Ende des Bürgerkriegs 2005 Präsident regiert habe. Agathon Rwasa, von der Oppositionspartei CNL habe 24,2 Prozent der Stimmen erhalten. Er habe gegenüber der burundischen Zeitung Iwacu schwere Vorwürfe erhoben, da es Unregelmäßigkeiten in der Wahl gegeben habe. Er habe den Sieg für sich reklamiert und schloss einen Kompromiss mit der Regierungspartei aus. Er habe am Montag offiziell Widerspruch gegen das Wahlergebnis eingereicht.

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Gebärmutterhalskrebs und Armut: Die Hindernisse und Lösungen

26. Mai 2020 - 10:12

Armut ist sexistisch. Denn häufig, sind Frauen stärker von Armut betroffen, als Männer. Diese Ungerechtigkeit verschärft sich in Ländern, die von extremer Armut betroffen sind.  Es gibt viele Bereiche, in denen Mädchen und Frauen es ungleich schwerer haben, zum Beispiel beim Zugang zu Gesundheitsversorgung.

Bei den Impfraten weltweit zeigt sich, dass Mädchen und Jungen ungefähr gleich viel geimpft werden. Auf den ersten Blick scheint also alles in Ordnung. Doch es gibt regionale Unterschiede bei dem Zugang zu geschlechterspezifischen Gesundheitsbedürfnissen.

Der Humane Papillomavirus (HPV), die größte Ursache für Gebärmutterhalskrebs, ist einer der Krankheiten die ausschließlich Frauen betrifft. Mit einer Impfung kann eine Erkrankung verhindert werden – vorausgesetzt, Mädchen & Frauen haben Zugang zu diesem Impfstoff. Doch hier fangen die Probleme an. In diesem Beitrag erklären wir euch, was HPV ist, wie es bekämpft werden kann & wie sich die Impfallianz Gavi für die Prävention einsetzt.

Der Humane Papillomavirus (HPV)

Der Virus HPV gilt als die größte Ursache für Gebärmutterhalskrebs. Weltweit sterben jedes Jahr über 300.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs – das ist eine Frau alle zwei Minuten. Von diesen Frauen leben 85% in Ländern, die ein niedriges oder mittleres Durchschnittseinkommen haben. Vor allem für die Frauen, die von Armut betroffen sind, ist eine präventive Behandlung deshalb besonders wichtig. Wenn keine Maßnahmen getroffen würden, könnte die Sterberate bis zum Jahr 2035 auf 400.000 anwachsen.  Und das obwohl der HPV-Impfstoff, den Gebärmutterhalskrebs eigentlich in 90% der Fälle verhindern kann.

Die Hindernisse

In fast allen Ländern auf der Welt ist die Nachfrage nach dem HPV-Impfstoff in die Höhe geschossen. Dadurch entsteht eine weltweite Angebotsknappheit für diesen Impfstoff. Erst im Jahr 2024 wird voraussichtlich das Angebot soweit vorhanden sein, dass die Nachfrage gedeckt werden kann. Dieser Mangel ist gravierend. Deshalb empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), Mädchen im Alter zwischen 9 und 14 bei den Impfungen Vorrang einzuräumen, um das Risiko an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, zu begrenzen.

Alles rund um den Impfstoff und die Impfung ist natürlich mit Kosten verbunden.

Diese sind teilweise jedoch schwer zu decken. Obwohl die Nachfrage aus den Ländern mit niedrigem Einkommen zunimmt, werden die Impfdosen vorrangig an Länder mit mittlerem und hohem Einkommen verteilt. Diese sind nämlich dazu in der Lage, dies aus privaten Märkten zu finanzieren. Ein Unternehmen welches zwei der drei verfügbaren Impfstoffe herstellt, legt den Schwerpunkt seines Verkaufes auf Länder mit hohem Einkommen. Dadurch soll der eigene Gewinn maximiert werden. Dies führt dazu, dass nur ein Fünftel der Länder mit niedrigem Einkommen Zugang zu dem Impfstoff hat. Dem steht gegenüber, dass vier Fünftel der Länder mit hohem Einkommen Zugang zu dem Impfstoff haben. Als Konsequenz sind Millionen von Mädchen, die in Armut leben, nicht vor dem Virus geschützt.

Wie die Situation vor Ort aussieht, kannst du in diesem Blogpost nachlesen. Für das Land Malawi war die Einführung der Impfung ein wichtiger Schritt, denn Gebärmutterhalskrebs ist dort die häufigste Krebserkrankung bei Frauen.

Und wo kommt die Impfallianz Gavi ins Spiel?

Gavi begann im Jahr 2012 die Bekämpfung von HPV in deren Programm aufzunehmen. Seither konnten fast 4 Millionen Mädchen vor HPV geschützt werden. Gavi plant, bis Ende 2020 nochmals 10 Millionen Mädchen zu impfen und damit 300.000 Leben zu retten.

Derzeit erhalten 27 Länder von Gavi Unterstützung bei der Bekämpfung von HPV. 18 dieser Länder haben den HPV-Impfstoff in ihre nationalen Impfprogramme aufgenommen. Zu diesen Ländern zählen unter anderem Malawi, Uganda, Tansania, Sambia und Simbabwe, die die höchste Prävalenz  bei Gebärmutterhalskrebs aufweisen.

Gavi arbeitet mit den Herstellern des Impfstoffes zusammen, um die Kapazitäten zu erhöhen und den Versorgungsengpass zu beheben. In der Zwischenzeit passen sich die von Gavi unterstützten Länder an den Mangel an und stellen sicher, dass die Impfstoffe zu denjenigen gelangen, die sie am meisten benötigen. Dies gilt auch für Bevölkerungsgruppen, in denen Krebsvorsorgeuntersuchungen und -behandlungen weniger zugänglich sind.

Gavi arbeitet aber nicht nur daran, die Zahl der Impfstoffe zu erhöhen, sondern auch daran, dessen Kosten zu senken. Während früher der niedrigste Preis für den Impfstoff 13 US-Dollar betrug, ist er mittlerweile für nur 4,50 US-Dollar in den Ländern mit niedrigem Einkommen erhältlich. Dies ist zwar ein großer Schritt auf dem Weg zu Verbesserung, jedoch für viele immer noch zu teuer. Gavi setzt sich deshalb für tragbare Preise für diesen Impfstoff weltweit ein.

Zusammen mit Gruppen, die über Krebs aufklären, und Frauenorganisationen, arbeitet Gavi daran, bei den Kosten und bei dem Zugang zu dem Impfstoff behilflich zu sein.

Zusätzlich bieten sie weitere Gesundheitsmaßnahmen an, wenn sie mit den Menschen in Kontakt kommen, die einen HPV-Impfstoff benötigen. Zu den Angeboten zählen Aufklärung über Familienplanung, HIV-Präventionsmaßnahmen, Ernährungsberatung, Vorsorgeuntersuchungen und die Behandlung von Gebärmutterhalskrebs.

Die Gavi – Wiederauffüllungskonferenz

Wir müssen sicherstellen, dass Frauen und Mädchen überall auf der Welt einen Zugang zu dem HPV-Impfstoff haben. Solange, bis keine Frau mehr an Gebärmutterhalskrebs stirbt. Gavi kann einen wesentlichen Einfluss auf die Gestaltung der Märkte und der Verbesserung des Zugangs ausüben. Im Juni entscheiden die politisch Verantwortlichen, in welcher Höhe Gavi in den kommenden fünf Jahren finanziell unterstützt wird.

Wir fordern die Staats- und Regierungschef*innen der Welt auf, die Impfallianz Gavi auf der Wiederauffüllungs-Konferenz diesen Sommer zu unterstützen. Damit können sie dazu beitragen, den Kampf für die Bereitstellung des lebensrettenden Impfstoffes für alle sicherzustellen.

Originaltext: Veröffentlicht am 06.03.2020 / von Sadof Alexander

 

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25. Mai 2020

25. Mai 2020 - 15:22

1. Corona führt zu sinkenden Impfraten
Wie unter anderem Tagesschau.de, Spiegel und das Redaktionsnetzwerk Deutschland thematisieren, schlagen die Weltgesundheitsorganisation (WHO), das UN-Kinderhilfswerk Unicef sowie die Impfallianz Gavi Alarm. In vielen Ländern seien wegen der Corona Pandemie Routineimpfungen kaum noch möglich. Durch die ausbleibenden Routineimpfungen steige das Risiko insbesondere für Kleinkinder, an schweren Krankheiten wie Polio, Diphtherie und Masern zu erkranken deutlich. Dabei seien sowohl ärmere als auch wohlhabendere Staaten betroffen. Die Erfolge der letzten Jahre bei der Eindämmung von Krankheiten wie Masern seien gefährdet. Gemachte Fortschritte könnten um Jahre zurückgeworfen werden. Neben Lieferengpässen seien auch die Ausgangsbeschränkungen Ursachen für den Rückgang der Impfrate. Aus Angst vor einer Ansteckung mit Corona verlassen Eltern seltener mit ihren Kindern das Haus. Der Zugang zu Gesundheitseinrichtungen sei zudem mitunter eingeschränkt. Impfaktionen in ländlichen Gebieten ärmerer Staaten können aufgrund der Corona-Maßnahmen nicht mehr durchgeführt werden. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus fordert die Staatengemeinschaft auf, die Bemühungen für einen universellen Impfschutz aufrechtzuerhalten. Weitere Maßnahmen sollen am 4. Juni bei der Wiederauffüllungskonferenz der Impfallianz Gavi beschlossen werden.

2. Bill Gates im Fokus
In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) beleuchtet Roland Lindner die Rolle und öffentliche Wahrnehmung von Microsoft-Gründer und Stifter Bill Gates in der Coronakrise. Unter anderem wegen eines TED Talks von 2015, in dem Gates vor den Risiken einer globalen Pandemie warnt, sei seine Weitsicht zu Beginn der Pandemie gelobt worden. Im Verlauf der Pandemie kursierten jedoch mehr Stimmen, die Gates im Zentrum von Verschwörungstheorien wähnten. Ohne ihre Behauptungen zu belegen, verorten Impfgegner*innen Gates als „Drahtzieher“, der sich an der Pandemie bereichern wolle oder wahlweise Teile der Weltbevölkerung sterilisieren lassen wolle. Die Gruppe der Verschwörungstheoretiker*innen sei laut FAZ-Autor Lindner ein „unübersichtlicher Mix“ aus dem rechten politischen Rand, Impfgegner*innen und Trump-Anhänger*innen. Die meisten Theorien rührten aus der Wut über Restriktionen im öffentlichen Leben und werden in entsprechenden Internetforen und auf Demonstrationen verbreitet. Diese Theorien haben wenig mit der immer wieder auftretenden Kritik an der Stiftungsarbeit von Superreichen im Allgemeinen zu tun. Hier werde oft kritisiert, dass viele Wohlhabende einerseits Steuern vermeiden und andererseits als Wohltäter*innen auftreten.

3. Europa & Afrika: Muss  Partnerschaft wegen Corona pausieren?
In der Deutschen Welle thematisiert die Brüssler Korrespondentin Marina Strauß die neue Afrika-Strategie der EU und ihre Umsetzung angesichts der Corona Pandemie. Primäres Ziel der neuen EU-Afrika-Strategie, die Anfang des Jahres vorgestellt wurde, sei eine Partnerschaft auf Augenhöhe zwischen der Europäischen und Afrikanischen Union sowie eine engere Zusammenarbeit bei den Themen Handel, Migration, Klima, Frieden und Sicherheit. Ende des Jahres sollte diese neue Partnerschaft bei einem AU-EU-Gipfel in Brüssel zelebriert werden. Angesichts der Corona-Pandemie ändere sich nun aber der Fokus der Zusammenarbeit der beiden Kontinente. Es werde kritisiert, dass die Strategie von Anfang an zu wenig auf die Themen Gesundheit und Pandemiebekämpfung ausgelegt worden sei. Faten Aggad, die die Afrikanische Union in EU-Fragen vertritt, kritisiert die Strategie, weil sie eine rein europäische Perspektive einnehme. Zwar seien sich EU und AU in den vier Grundpfeilern der Strategie (Handel, Migration, Frieden und Sicherheit, Klima) einig, jedoch sei die Herangehensweise verschieden. Während die AU im Bereich Handel eine Freihandelszone auf dem afrikanischen Kontinent (CFTA) forciere, halte die EU an den umstrittenen „Wirtschaftspartnerschaftsabkommen“ (EPAs) fest. Durch freien Handel sollen die Deals zu Wohlstand in Afrika führen. Die EPAs werden jedoch kritisiert, da sie die lokale Wirtschaft in Afrika durch subventionierte Billigimporte aus Europa schwächen oder gar zerstören.

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22. Mai 2020

22. Mai 2020 - 10:53

1. Coronakrise: Merkel für gemeinsames Handeln
Wie unter anderem ZDF, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Süddeutsche Zeitung und das Wochenblatt berichten, warnt Bundeskanzlerin Angela Merkel nach einer Videokonferenz mit den Vorsitzenden von fünf Wirtschafts- und Finanzorganisationen vor Protektionismus. Sie plädiert für eine stärkere internationale Zusammenarbeit: „Gemeinsames, abgestimmtes Handeln“ sei in der Coronakrise nötig, um der globalen Rezession zu begegnen. Armutsbekämpfung werde in den nächsten Jahren wichtig sein, um die Folgen der Pandemie zu bearbeiten, so die Kanzlerin. Unterdes warnt António Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen, dass die Coronapandemie die Armutsbekämpfung in Afrika bedrohe. Bestehende Ungleichheiten, Hunger, Fehlernährung, Anfälligkeit für Krankheiten würden durch die Pandemie noch gesteigert werden. Er fordert daher „globale Solidarität“ und 200 Milliarden Dollar zusätzliche Hilfen zur Bekämpfung der Coronakrise in Afrika. Wie unter anderem Spiegel, das Redaktionsnetzwerk Deutschland und BR24 berichten, überlassen Weltstars in der Coronakrise ihre Social-Media-Kanäle Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft. Bei der Aktion #PassTheMic der Entwicklungsorganisation ONE sind unter anderem Hollywoodstars wie Julia Roberts, Penelope Cruz oder Hugh Jackman dabei. Julia Roberts habe etwa auf ihrem Instagram-Account den US-Immunologen Dr. Anthony Fauci interviewt, der die moralische Verantwortung gegenüber Staaten mit schwächeren Gesundheitssystemen in der Krise betone. Auch deutsche Prominente und Expert*innen würden sich daran beteiligen.

2. Weltbank unterstützt Opfer der Heuschreckenplage mit 500 Millionen Dollar
Wie unter anderem Spiegel, Frankfurter Rundschau und der österreichische Kurier berichten, will die Weltbank die Opfer der Heuschreckenplage einem millionenschweren Hilfspaket unterstützen. In Ostafrika und im Nahen Osten spitze sich die Heuschreckenplage weiter zu. Die Plage sei laut Weltbank die schlimmste seit 70 Jahren. Es könnten allein um die Region am Horn von Afrika Schäden im Wert von Milliarden Dollar entstehen. Die Heuschrecken greifen die Ernte an und fressen etwa in Kenia innerhalb von 24 Stunden die Menge an Ertrag, von denen sich die Einwohner*innen des Landes zwei Tage lang ernähren könnten, erklärt Weltbank-Manager Holger Kray. Die Bekämpfung mit Pestiziden sei kaum erfolgreich, da die Bedingungen durch den Regen in Ostafrika ideal für die Insekten sei. Die Coronakrise erschwere das Vorgehen gegen die Plage zusätzlich, wie Weltbank-Präsident David Malpass sagt. Die Weltbank wolle daher Betroffene, insbesondere ärmere Kleinbäuer*innen, Viehhirt*innen und Familien in ländlichen Gebieten durch direkte Geldtransfers unterstützen und in den Wiederaufbau von Landwirtschaft und Viehbeständen investieren.

3. Müller fordert Schließung von Wildtiermärkten
Wie unter anderem die Welt, T-Online und Mainpost berichten, fordert Entwicklungsminister Gerd Müller die Schließung von Wildtiermärkten. Zudem fordere er mehr Artenschutz und warne vor dem Aussterben vieler Tier- und Pflanzenarten. Da Covid-19 auf einem Wildtiermarkt auf den Menschen übergesprungen sei, werden immer mehr Stimmen laut, die diese Märkte verbieten wollen. Müller will konkret 50 Wildtiermärkte in Asien und Afrika schließen, um die Übertragung gefährlicher Krankheiten auf den Menschen einzudämmen. Es müsse entschlossener vorgegangen werden, um die natürlichen Lebensräume von Tieren zu schützen und gegen Wildtierhandel und –märkte vorzugehen. Er wolle daher eine internationale Allianz gemeinsam mit dem WWF, der Wildlife Conservation Society und der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt gründen.

 

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20. Mai 2020

20. Mai 2020 - 12:41

1. Afrika: Hungerkrise bereits „im vollen Gange“
In einem Interview mit Zeit Online mahnt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt, an, dass in Afrika bereits jetzt eine schwere Hungerkrise herrscht. Diese werde von den reicheren Ländern bisher ignoriert. Sie kritisiert, dass viel zu lang nicht in die schwachen Gesundheitssysteme investiert worden sei. Impfungen durch private Finanziers seien wichtig, aber effektiver sei die langfristige Investition in Gesundheitssysteme. Um das Coronavirus einzudämmen, seien die in den meisten afrikanischen Staaten verhängten Lockdowns die richtige Vorgehensweise. Andere Schutzmaßnahmen für das öffentliche Leben wie die Verteilung von Masken sei leider oft zu teuer. Zudem seien kaum Beatmungsgeräte vorhanden. Jedoch habe der Lockdown fatale soziale und wirtschaftliche Folgen für die ohnehin schon gebeutelten Länder, so Füllkrug-Weitzel. Die vorausgesagte Hungerkrise, sehe sie schon jetzt „im vollen Gange“. Im Interview mit dem ZDF warnt auch Wirtschaftswissenschaftler Robert Kappel davor, dass das Virus die Entwicklungsfortschritte der letzten Jahre in Afrika wieder zerstören kann. Durch die Unterbrechung von Lieferketten, den Anstieg der Arbeitslosigkeit sowie auch ausbleibende Zahlungen von im Ausland lebenden Familienmitgliedern seien zusätzlich 80 Millionen Menschen von extremer Armut bedroht. Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung plädiert Entwicklungsminister Gerd Müller für ein stärkeres Engagement Europas und Deutschlands, um die ärmsten Staaten Afrikas in der Krise zu unterstützen. Die bisher getätigten Zusagen werden nicht reichen, meint Müller. Er fordere daher von Finanzminister Olaf Scholz weitere drei Milliarden Euro für den Entwicklungsetat 2020.

2. WHO: Kritik an Chinas Einfluss berechtigt?
Wie unter anderem das Hamburger Abendblatt und die Westdeutsche Allgemeine Zeitung thematisieren, wird der Weltgesundheitsorganisation (WHO) derzeit häufiger zu starke Nähe zu China vorgeworfen. US-Präsident Donald Trump drohe mit dem Ausstieg der USA und mache die WHO für die hohe Zahl der Toten verantwortlich. Trumps harsches Vorgehen werde kritisiert. Allerdings herrsche Zustimmung, dass China durch frühere Kommunikation die Pandemie besser hätte eindämmen können. Laut Bundesnachrichtendienst habe Peking die WHO dazu gedrängt, eine weltweite Warnung hinauszuzögern. Vier bis sechs Wochen seien dadurch beim Kampf gegen das Virus verloren gegangen. Die WHO betonte wiederholt ihre Unabhängigkeit. Entwicklungsminister Gerd Müller befürwortet Chinas weitreichende Unterstützung ärmerer Staaten in der Pandemie-Bekämpfung. In der Deutschen Welle kritisiert DW-Redakteur Dang Yuan die Coronahilfen Chinas. Er wirft China vor, damit eine eigene geopolitische Strategie zu verfolgen. Die Lücken, die die USA durch den Rückzug aus internationalen Organisationen unter der Trump-Administration erfahren, suche China nun zu füllen. Durch die Hilfen für Entwicklungsstaaten solle die Unabhängigkeit von den ehemaligen Kolonialmächten unterstützt werden. Gleichzeitig entstehe jedoch eine neue Abhängigkeit der Entwicklungsländer zu China, kritisiert Yuan.

3. Noch immer tödlich: HIV und Tuberkulose
Wie Hans Peter Seitel in der Rheinpfalz thematisiert, gibt es noch immer keinen Impfschutz gegen HIV. Jedoch sei die Bedrohungslage heute anders, da man gelernt habe mit der Krankheit umzugehen. Nach der Entdeckung und Bekanntmachung des HI-Virus vor 37 Jahren sei intensive Aufklärungsarbeit geleistet worden. Analogien zwischen Covid-19 und HIV seien mit Vorsicht zu betrachten, dennoch sei das Vorgehen des Robert-Koch-Instituts ähnlich. Es werde intensiv getestet, um so früh wie möglich eine Behandlung einleiten zu können. In einem Beitrag im SWR2 wird berichtet, dass Tuberkulose noch immer die tödlichste Infektionskrankheit der Welt ist. 500.000 Menschen sterben jedes Jahr an der vermeidbaren Krankheit. In den letzten Jahren seien immer mehr und besser verträgliche Medikamente zugelassen worden. Diese seien jedoch sehr teuer. Arzneimittelhersteller seien bereit, für ärmere Länder Rabatte zu gewähren. Trotzdem koste die Behandlung pro Person in Mosambik rund 8000 US-Dollar bei einem Pro-Kopf-Einkommen von rund 500 US-Dollar pro Jahr.

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19. Mai 2020

20. Mai 2020 - 12:36

1. WHO: Trump droht mit Ausstieg
Unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Welt berichten über die Jahresversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Das 73. Treffen der 194 Mitgliedsstaaten findet aufgrund der Corona-Pandemie erstmalig digital statt. Viele Ländern fordern eine Diskussion darüber, wo das Coronavirus seinen Ursprung gefunden habe. China sei dadurch unter Druck gesetzt und habe sich für eine „Vorwärtsverteidigung“ entschieden. Chinas Präsident Xi Jinping habe zur Eröffnung der Jahresversammlung eine Hilfsinitiative für ärmere Länder, die besonders von der Pandemie betroffen sind, angekündigt. Die Volksrepublik wolle einen etwaigen Impfstoff als „globales öffentliches Gut“ zur Verfügung stellen, um auch Entwicklungsstaaten den Zugang zu ermöglichen, so Xi. Zudem sei Taiwan auf Betreiben Chinas nicht zur Konferenz eingeladen worden. Zuvor hatten sich unter anderem Deutschland, Großbritannien, Frankreich, die USA, Australien und Neuseeland dafür eingesetzt, dass Taiwan als unabhängiger Beobachter der Versammlung beiwohnen solle. Wie die Tagesschau, die Bild, die Rheinische Post, die Frankfurter Rundschau und T-Online berichten, droht US-Präsident Donald Trump mit einem entgültigen Austritt seines Landes aus der WHO. Er wolle der Organisation 30 Tage Zeit für „wesentliche Verbesserungen“ geben. Er wirft der WHO mangelnde Unabhängigkeit von China vor. Wie evangelisch.de meldet, fordert der entwicklungspolitische Dachverband Venro einen garantierten Zugang zu Corona-Medikamenten und Impfstoffen für alle. Dabei dürfen vor allem Entwicklungsländer nicht vergessen werden.

2. Burundi: Gewalt gegen Opposition
Wie unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Deutsche Welle und evangelisch.de thematisieren, geht die Regierung Burundis im Wahlkampf gewaltsam gegen Oppositionelle vor. Der autoritär herrschende Präsident Pierre Nkurunziza habe wenige Tage vor der morgen stattfindenden Präsidentschaftswahl mehr als 70 Mitglieder der Oppositionspartei „Nationaler Freiheitsrat“ (CNL) verhaftet. Darunter sei auch die populäre Abgeordnete Cathy Kezimana. Der Generalstaatsanwalt Burundis, Sylvestre Nyandwi, habe der Zeitung „Iwacu“, eine der wenigen unabhängigen Zeitungen des ostafrikanischen Landes, erklärt, die Oppositionspolitiker*innen hätten zur Gewalt aufgerufen. Vier der Journalist*innen der Zeitung seien derzeit in Haft. Seit Beginn des Wahlkampfs komme es in Burundi immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Regimegegner*innen und Militär, Polizei und Anhänger*innen der Regierungspartei. Zwei Menschen seien bereits durch die Ausschreitungen ums Leben gekommen. Bisher gebe es in dem Land erst 15 Corona-Infizierte. Massenveranstaltungen und Versammlungen seien nach wie vor erlaubt.

3. Mindestens 20 Zivilist*innen bei Terrorangriff in Nigeria getötet
Wie unter anderem Zeit Online und Yahoo News melden, wurden bei einem Anschlag in Nigeria mindesten 20 Menschen getötet. Es handele sich um einen terroristischen Angriff der dschihadistischen Miliz Boko Haram. Mit Raketenwerfern haben Anhänger der Terrorgruppe das Dorf Gajiganna im Nordosten des Landes beschossen. Die Bewohner*innen seien gerade dabei gewesen, im Ramadan das Fasten zu brechen. Dabei seien mindestens 20 Menschen getötet worden. Mindestens 24 weitere seien bei dem Angriff auf das Dorf verletzt worden. Bereits seit 2009 kämpfe Boko Haram gewaltsam für einen eigenen Staat im Nordosten Nigerias. Dabei seien mehr als 36.000 Menschen getötet worden. Fast zwei Millionen seien auf der Flucht. Das Dorf Gajiganna sei in der Vergangenheit wiederholt Angriffsziel dschihadistischer Kämpfer geworden.

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Covid-19-Schuldenerleichterungen: Was muss als nächstes passieren?

18. Mai 2020 - 18:10

Die Kosten der COVID-19-Pandemie werden gewaltig sein. Nach Schätzungen benötigt allein Afrika 100 bis 200 Milliarden US-Dollar, um die Auswirkungen der Pandemie zu bewältigen. In Ländern mit höherem Einkommen haben die Regierungen Billionen von Konjunkturpaketen geschnürt. Aber die Mehrheit der Entwicklungsländer hat nicht das Geld, um die Folgen dieser Pandemie finanziell zu bewältigen. 

Der Schuldenerlass ist eines der schnellsten und wirksamsten Mittel, um Geld in den Haushalten der Entwicklungsländer freizumachen. Sie müssen dann einen Teil ihrer Schulden für einen bestimmten Zeitraum nicht zurückzahlen – und können die eingesparten finanziellen Mittel an anderer Stelle einsetzen. Die jüngste Vereinbarung der G20, die Schuldenrückzahlungen für die ärmsten Länder für den Rest des Jahres 2020 auszusetzen, wird einige dringend benötigte Mittel freisetzen. Aber das reicht nicht aus. 

Die G20-Vereinbarung betrifft nur bilaterale Schulden, also Darlehen anderer Regierungen wie zum Beispiel Deutschlands, die etwa die Hälfte des gesamten Schuldendienstes für diese Länder ausmachen. Schulden bei multilateralen Institutionen und private Schulden bei Anleihegläubigern und Geschäftsbanken machen weitere 24 Milliarden US-Dollar aus. 

Die Befreiung des restlichen Schuldendienstes ist von entscheidender Bedeutung, um den Regierungen die größtmögliche Flexibilität zu gewähren und um sicherzustellen, dass die durch bilateralen Schuldenerleichterungen eingesparten Gelder nicht zur Finanzierung von Schuldenzahlungen an multilaterale oder private Gläubiger verwendet werden. Kein Land sollte während dieser Pandemie vor die unmögliche Wahl gestellt werden, Leben zu retten oder Schuldenrückzahlungen zu leisten. 

Schuldendienstzahlungen durch Länder der G20-Initiative zur Aussetzung des Schuldendienstes.

Analyse von ONE Campaign auf Basis der Datengrundlage der Weltbank.

So müssen die Schuldenerleichterungen ausgeweitet werden, um mehr Finanzmittel für die Länder freizusetzen, die sie am dringendsten benötigen:  Das Schuldenmoratorium muss bis 2021 verlängert werden und alle afrikanischen Länder abdecken 

Das aktuelle G20-Abkommen deckt nur die verbleibenden acht Monate des Jahres 2020 ab. Es ist aber klar, dass wir nicht so schnell zur Normalität zurückkehren können. 

Das Schuldenmoratorium muss daher auf das gesamte Jahr 2021 ausgeweitet werden, um den Entwicklungsländern mehr Sicherheit und Planbarkeit bei der Verwendung der freiwerdenden Mittel zu geben. Für die 73 Länder, die unter das aktuelle G20-Abkommen* fallen, bedeutet dies zusätzliche 22 Milliarden US-Dollar, die im Rahmen der bilateralen Schuldenaussetzung für 2021 für die Krise zur Verfügung stehen. 

Die Krise trifft alle Länder – unabhängig von ihrem Einkommensniveau. Kein einziges Land hatte mit so einem Schock geplant. Daher sollte sich die Solidarität, wie von afrikanischen Staats- und Regierungschefs gefordert, auf alle Länder Afrikas erstrecken, die sich in Schwierigkeiten befinden. Diese Ausweitung des bilateralen Schuldenmoratoriums auf ganz Afrika würde zusätzliche 7,6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020 und mindestens 6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 freisetzen. 

Multilaterale Gläubiger müssen der G20-Initiative beitreten 

Die G20 forderten auch multilaterale Kreditgeber auf, ein vergleichbares Schuldenmoratorium zu gewähren. Die gesamten multilateralen Schulden der für Schuldenerleichterungen in Frage kommenden Länder belaufen sich 2020 auf 12 Milliarden US-Dollar. Von etwa einem Drittel ist die Weltbank die Gläubigerin. Entwicklungsländern müssen nach derzeitigem Plan 2021 mindestens 13 Milliarden US-Dollar an multilaterale Gläubiger zurückzahlen. Bei einer Ausweitung auf alle afrikanischen Länder würden diese Länder insgesamt etwa 6,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020 und 5,8 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 selbst nutzen können, statt Schulden zurückzuzahlen. 

Bisher hat nur der IWF über seinen Catastrophe Containment and Relief Trust Fund (CCRT) einen sechsmonatigen Schuldenerlass für die 25 ärmsten Länder in Höhe von etwa 214 Millionen US-Dollar genehmigt. Dies ist zu begrüßen. Nun muss auch die Weltbank einen vergleichbaren Entschuldungsfonds einrichten. 

Multilaterale Organisationen zögern, sich an einem Schuldenmoratorium zu beteiligen, da sie Bedenken hinsichtlich ihres Cash-Flows und ihrer Kreditwürdigkeit haben. Kurzfristig befürchtet die Weltbank, dass sie ohne Gelder aus der Schuldentilgung nicht in der Lage wäre, neue Kredite und Zuschüsse vorzeitig zu vergeben. Langfristig ist die Bank darüber besorgt, wie sich eine Aussetzung auf ihr Kreditrating und damit auf ihre Fähigkeit auswirken könnte, Geld auf den Märkten zu den niedrigsten verfügbaren Zinssätzen zu leihen und dieses Geld an Entwicklungsländer weiter zu verleihen. Die Rating-Agentur Fitch hat bereits eine Warnung vor einer Aussetzung ohne Entschädigung durch die Aktionäre ausgesprochen. 

Aber: Keiner dieser Bedenken ist unüberwindbar. Die realistischste Option – zur Beruhigung der Rating-Agenturen und zur Gewährleistung eines gesunden Cash-Flows – wäre, dass die Anteilseigner der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung sowie der International Development Association (also deren Mitgliedsstaaten abhängig von der Höhe der Einlagezahlungen) Zahlungen an multilaterale Entwicklungsbanken aufstocken, um die Aussetzung der Schuldenzahlungen zu kompensieren. Zu diesem Zweck könnte die Weltbank einen CCRT-ähnlichen Fonds einrichten, der durch die Hilfe der Geberländer kapitalisiert würde. 

Private Gläubiger müssen nachziehen 

Die privaten Gläubiger müssen nachziehen und sich ebenfalls beteiligen. 2020 müssen die ärmsten Länder mindestens 12 Milliarden US-Dollar an private Gläubiger zurückzahlen. Weitere 13 Milliarden US-Dollar werden von anderen afrikanischen Ländern geschuldet, die nicht in das G20-Abkommen einbezogen sind. Und die Zinszahlungen für private Schulden sind oft viel höher als für öffentliche Schulden. 

Afrikanische Finanzexperten haben einen vielversprechenden Vorschlag für eine Zweckgesellschaft für Afrika vorgelegt, die private Schulden gegen neue konzessionäre Kredite tauschen könnte. Die Zweckgesellschaft muss von einer multilateralen Entwicklungsbank oder Zentralbank verwaltet und teilweise von Gebern kapitalisiert werden. Experten des Centre for Policy Research, einem Think Tank, schlugen vor, dass der IWF oder die Weltbank eine Zentrale Kreditfazilität einrichten solle. Jeder dieser Vorschläge muss von offiziellen Gläubigern unterstützt und von privaten Gläubigern genehmigt werden. 

Bei jeder freiwilligen Initiative könnten sich einige private Gläubiger der Stimme enthalten und es stattdessen vorziehen, Länder zu verfolgen, die einen Staatsbankrott erleiden. Um sicherzustellen, dass Geierfonds säumige Länder nicht verklagen und ihre Vermögenswerte beschlagnahmen können, müsste man sich um Gesetzesänderungen in den wichtigsten Gerichtsbarkeiten bemühen, in denen Schuldverträge vereinbart werden – in erster Linie in den USA und in Großbritannien. 

Was kommt danach? 

Ein Schuldenmoratorium ist ein wichtiger erster Schritt, aber angesichts des Ausmaßes der Krise schiebt er das Problem nur auf die lange Bank. Letztlich bedarf es eines sorgfältig gesteuerten Prozesses zur Umschuldung oder zum Erlass nicht tragfähiger Schulden für Länder, deren Wirtschaft sich nicht schnell erholt. Auch wenn nicht alle Länder einen Schuldenerlass brauchen oder wollen (da dies unweigerlich ihren Zugang zu Krediten in der Zukunft beeinträchtigen wird), muss es dennoch einen umfassenderen und faireren Prozess zur Ermittlung des Umschuldungsbedarfs geben, der nicht für jedes Land unterschiedlich ist. 

Dies sollte Hand in Hand gehen mit der Sicherstellung, dass die Mittel für den Schuldenerlass transparent für die Nothilfe und den sozialen Sektor ausgegeben werden. Das Aussetzungsabkommen der G20 verlangt von den Ländern, dem IWF darüber Bericht zu erstatten, wie sie diese Mittel ausgeben. Es sollte für alle durch Umschuldung oder Schuldenerlass zur Verfügung gestellten Mittel wiederholt werden und die Zivilgesellschaft in die Überwachung und Verfolgung dieser Mittel einbeziehen. 

Vollständige Daten zu Schuldenbeständen und fälligen Schuldendienstzahlungen der afrikanischen und G20-DSSI-Länder finden Sie auf dem Debt Dashboard von ONE.  

 

* Die G20-Schuldenaussetzung umfasste alle IDA-fähigen Länder (76 Länder) sowie Angola. Allerdings sind nur Länder berechtigt, die keine Zahlungsrückstände gegenüber der Weltbank und dem IWF haben, was Syrien, Sudan, Eritrea und Simbabwe ausschließt. 

 

 

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18. Mai 2020

18. Mai 2020 - 10:12

1. BMZ 2030 unter der Lupe
Sowohl die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) als auch die Frankfurter Rundschau (FR) thematisieren die Reform des Entwicklungsministeriums (BMZ), die bereits Anfang Mai unter dem Titel „BMZ 2030“ vorgestellt wurde. Mit 24 der bisher 85 Partner-Länder solle die bilaterale Zusammenarbeit eingestellt werden. Zudem soll sich die künftige Kooperation an vier Kriterien orientieren: Mehr Eigenleistung der Partnerländer, gute Regierungsführung, Korruptionsbekämpfung sowie Wahrung der Menschenrechte. Thematisch wolle sich das BMZ insbesondere auf „Ernährungssicherung, Gesundheit und Familienplanung, Ausbildung sowie Energie und Klima“ konzentrieren. In der FAZ beobachtet Manfred Schäfers, dass einige Länder in Anbetracht der erhaltenen Zuwendungen „erstaunlich wenig Fortschritte“ gemacht haben. Während die Verbrechen an den Rohingya ein Grund für Entwicklungsminister Gerd Müller gewesen seien, die Zusammenarbeit mit Myanmar einzustellen, werde die Kooperation mit Ägypten trotz der dortigen Repressalien fortgesetzt. Insgesamt sei es gut, die Zusammenarbeit zu konzentrieren statt „überall ein bisschen“ aktiv zu sein. Vor allem in Staaten, die Rechtsstaatlichkeit achten und in Bildung und ihre Infrastruktur investieren, seien deutsche Investitionen unterstützenswert, so Schäfers. Auch Tobias Schwab urteilt in der FR, es sei längst „überfällig“, dass Deutschland seine Entwicklungszusammenarbeit einer Revision unterzieht. Die Programm- und Förderlandschaft des BMZs sei unübersichtlich gewesen. Allerdings kritisiert auch er, dass korrupte Staaten wie Ägypten oder Afghanistan wegen ihrer strategischen Bedeutung auf der Liste bleiben, während armen Ländern wie Sierra Leone oder Liberia „der Geldhahn zugedreht“ werde. Die Neuausrichtung folge in erster Linie migrations- und wirtschaftspolitischen Interessen, so Schwab. Während der deutschen EU-Ratspräsidenschaft plane Minister Müller zudem, die europäische Entwicklungszusammenarbeit zu harmonisieren. In einem Gastbeitrag in der Welt am Sonntag fordert Gerd Müller, dass die internationale Staatengemeinschaft mehr tun muss, um sowohl die UN-Nachhaltigkeitsziele als auch das Pariser Klimabkommen umzusetzen.

2. Finanzier des Genozids von Ruanda gefasst
Am Wochenende meldeten unter anderem Spiegel, Tagesschau.de, die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und der Tagesspiegel, dass der ruandische Unternehmer Félicien Kabuga bei Paris gefasst wurde. Kabuga soll den Genozid in Ruanda 1994 maßgeblich finanziert haben. Er habe der Justiz unter anderem daher so lange entkommen können, da er unter falschen Namen gelebt habe. Ihm werde nicht nur Beteiligung am Völkermord vorgeworfen, sondern auch Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Mit seiner Hilfe sei die berüchtigte Interahamwe-Miliz aufgebaut worden, die einen Großteil der Morde an mehr als 800.000 Tutsi und gemäßigten Hutu verantworte.

3. Fördert EU Zwangsarbeit in Eritrea?
Eine Gruppe Exil-Eritreer geht gerichtlich gegen die Europäische Union vor, wie Johannes Dieterich in der Frankfurter Rundschau meldet. Der EU werde vorgeworfen, den Einsatz von Zwangsarbeit bei einem eritreischen Straßenbauprojekt zu unterstützen. Konkret handele es sich um Strafgefangene sowie Menschen, die sich in der zeitlich unbegrenzen Wehrpflicht in Eritrea befinden. Mit dem Infrastruktuprojekt wolle die EU die Verkehrsverbindung zwischen dem „Binnenland Äthiopien“ Eritreas Hafenstadt Massawa verbessern, wovon nicht nur beide Seiten profitieren sollen sondern auch die EU. Die EU habe ein Interesse daran, Eritrea zu stabilisieren, um den Migrationsdruck in die EU zu mindern. Da bei dem Projekt Zwangsarbeit vollzogen werde, fordert die ‚Stiftung Menschenrechte für Eritreer‘ (FHRE), dass die EU das Projekt umgehend einstellt.

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15. Mai 2020

15. Mai 2020 - 15:38

1. Afrika: Hungersnot durch Ausgangssperren?
Anne Backhaus und Ella Okunmwendla berichten in einer Spiegel-Reportage über die Auswirkungen des Lockdowns in Afrika auf Straßenverkäuferinnen in Ghana. Afrika habe insgesamt mit schnellen und konsequenten Maßnahmen auf das Coronavirus reagiert. Die Gesamtzahl der Infizierten auf dem Kontinent sei mit unter 50.000 im Vergleich zu Europa mit 1,7 Millionen gut eingedämmt worden. Gerade die Schutzmaßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen und Abstandsregelungen rauben aber vielen Menschen ihre Verdienstmöglichkeiten. Ein Großteil der Bevölkerung, etwa 60 bis 90 Prozent, arbeiten im informellen Sektor. Genau diese Tätigkeiten seien derzeit nicht mehr möglich. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) warnt, dass dadurch das Einkommen von gut 1,6 Milliarden Menschen aus diesem Sektor gefährdet sei. Die meisten haben keine Rücklagen und können sich ohne ihr Einkommen keine Nahrung leisten und stehen vor einer Hungersnot. Wie unter anderem das Redaktionsnetzwerk Deutschland und evangelisch.de melden, gibt es in zwei Geflüchtetenlagern im Südsudan die ersten Infektionen mit dem Coronavirus. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hatte bereits vor diesem Szenario im Südsudan gewarnt. Das Gesundheitssystem des Landes gelte als eins der schwächsten weltweit. Die Lager mit bis zu 120.000 Vertriebenen seien besonders von einer raschen Ausbreitung gefährdet. Körperliche Distanz sei unmöglich, wie Claudio Migletta, Landesdirektor von Ärzte ohne Grenzen, erklärt.

2. „Nicht auf neue Pandemie warten“
In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung appelliert Novartis-Chef Vasant Narasimhan dafür, bereits jetzt nachhaltig Gesundheitssysteme zu stärken. Ermahnt an, damit nicht bis zu einer nächsten globalen Gesundheitskrise zu warten. Laut Narasiman scheitere die möglichst baldige Bereitstellung eines Impfstoffs gegen Corona nicht an der Finanzierung, sondern an dem Aufwand und der Zeit, die es benötige, um einen neuen Impfstoff zu entwickeln, testen und produzieren. Während er die Lage für Europa optimistisch einschätzt, bleibe das Szenario für Afrika noch kritisch. Dort könne es noch zu stärker steigenden Infektionszahlen als bisher kommen, so Narasimhan. Die Erfahrungen mit früheren Epidemien wie etwa der Schweinegrippe 2009 zeige, dass reichere Länder immer zuerst mit Impfstoffen versorgt werden. Er appelliert, dass die Produktionskapazitäten deswegen so ausgebaut werden sollten, dass Menschen auf der ganzen Welt zur gleichen Zeit Zugang zu einem Impfstoff bekommen können.

3. Burundi weist WHO-Mitarbeiter*innen aus
Wie unter anderem die Tageszeitung (taz), Focus Online, Yahoo Finanzen und die Deutsche Welle melden, weist Burundis Regierung Expert*innen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus. Vier Mitglieder des Expertenteams der WHO seien vom burundischen Außenministerium in einem Brief an die afrikanische WHO-Vertretung zu „unerwünschten Personen“ erklärt worden. Bis Freitag müssen sie das Land verlassen. In dem Schreiben sei kein Grund für die Ausweisung genannt worden. Derzeit stehe die Präsidentschaftswahl in Burundi kurz bevor. Der Wahlkampf für den derzeitigen Präsidenten Pierre Nkurunziza laufe wie gewohnt ab, ohne Hygienemaßnahmen für Corona. Ein burundischer Beamter habe berichtet, der Gesundheitsminister werfe der WHO eine „unangemessene Einmischung in dem Umgang mit dem Coronavirus“ vor. Der burundische Menschenrechtsaktivist Pacifique Nininahazwe sei wenig überrascht über die Entwicklung. Er vermutet, die Regierung wolle so vor der Präsidentschaftswahl am 20. Mai „Zeugen“ loswerden, da das Land keine internationalen Beobachter*innen für die Wahlen akkreditiert habe.

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Corona ist sexistisch! 5 geschlechterspezifische Auswirkungen der Pandemie

15. Mai 2020 - 9:31

Hier erklärt ONE-Jugendbotschafterin und Frauenrechtsaktivistin Shila, warum Frauen stärker von COVID-19 betroffen sind, als Männer. 

Das Corona-Virus hat mittlerweile alle Länder der Welt erreicht. Doch nicht alle sind gleich stark von den Auswirkungen des Virus betroffen. Bestehende Ungerechtigkeiten, wie Hunger oder Armut, werden durch die Pandemie verstärkt werden. So werden auch Frauen und Mädchen die Auswirkungen stärker und länger zu spüren bekommen als Männer und Jungen.

  1. Mehr Frauen im Gesundheitssektor

Auch das Risiko, sich mit dem Virus anzustecken ist abhängig vom Geschlecht. Dies könnte daran liegen, dass fast 70 Prozent des weltweiten Gesundheitspersonals weiblich sind. Während Männer immer noch leitende Positionen im Gesundheitssektor innehaben, sind es Frauen, die im Einsatz gegen COVID-19 ohne genügend Schutzmaterial und unter hoher Belastung an den Krankenbetten stehen. Somit sind sie einem erhöhten Risiko ausgesetzt, sich mit dem Virus zu infizieren.

Jugendbotschafterin Amina im Gespräch mit Arlinda. Seit 14 Jahren arbeitet sie im Gesundheitszentrum Xipamanine in Mosambik. (Foto: Gavi / Isaac Griberg)

  1. Weniger Zugang zu Verhütungsmitteln und Beratungsstellen

Die Schutzmaßnahmen gegen Corona führen auch zum Herunterfahren der Kondomproduktion und zur Schließung von Beratungsstellen für Familienplanung. Dies führt dazu, dass Mädchen und Frauen keinen oder nur einen eingeschränkten Zugang zu Verhütungsmitteln und Beratung haben. Die UN-Agentur für sexuelle und reproduktive Gesundheit, UNFPA, geht davon aus, dass mehr als 47 Millionen Mädchen und Frauen ihren Zugang zu Verhütungsmitteln verlieren. In den kommenden Monaten könnte das zu 7 Millionen ungewollten Schwangerschaften führen.

Eine Knappheit von Kondomen wird zudem auch Auswirkungen auf die Verbreitung von sexuell übertragbaren Krankheiten haben. Gerade in Subsahara-Afrika könnte das zu Problemen in der Eindämmung von HIV führen.

  1. Weniger Mädchen in der Schule

Durch die weltweiten Schulschließungen erhöhen sich auch die Schulabbrecherquoten. Wird heranwachsenden Frauen eine Schulbildung verweigert, haben sie ein erhöhtes Risiko von sexueller Ausbeutung, einer Frühschwangerschaft sowie von Früh- und Zwangsheirat, warnt die UNESCO.

Safi Mballo in ihrer Schule in der Kolda-Region im Senegal. Sie sagt, dass Bildung für Mädchen wichtig ist und es ein Problem ist, dass Mädchen früher von der Schule genommen werden, um verheiratet zu werden. (Foto: ONE Senegal)

  1. Mehr Armut

Wir bei ONE wissen: Armut ist sexistisch. Die wirtschaftliche Instabilität, die durch die Corona-Krise ausgelöst wurde und in der Zukunft noch verstärkt wird, werden besonders verheerende Auswirkungen auf Frauen haben. Denn schon vor Corona haben Frauen weniger verdient, weniger Zugang zu Sozialleistungen gehabt und überproportional häufig im informellen Sektor gearbeitet. Die UN geht davon aus, dass diese Startvoraussetzungen dazu führen, dass Frauen den wirtschaftlichen Schock der Pandemie weniger gut verkraften können als Männer und länger unter den wirtschaftlichen Auswirkungen leiden werden.

  1. Mehr Gewalt gegen Mädchen und Frauen

Aktuelle Zahlen zeigen, dass sich seit dem Ausbruch von COVID-19 Gewalt gegen Mädchen und Frauen und insbesondere häusliche Gewalt vervielfältigt hat. Da zur Eindämmung des Virus in vielen Ländern Quarantäne-Maßnahmen angeordnet wurden, werden Mädchen und Frauen, die mit gewalttätigen Partnern zusammenleben, von Hilfseinrichtungen und Unterstützung aus ihrem Umfeld isoliert.

António Guterres, UN-Generalsekretär, appelliert an die Weltgemeinschaft, dass die Erholung von der Corona-Krise zu einer besseren Welt führen muss. Das kann jedoch nur gelingen, wenn geschlechterspezifische Auswirkungen der Krise analysiert und adressiert werden. Alle Reaktionspläne, Rettungspakete und Finanzierungsmaßnahmen müssen umfassend geschlechtersensibel sein. Außerdem sollten Frauen und Frauenrechtsorganisationen an der Gestaltung dieser Lösungsansätze teilhaben. Nur so ist es uns möglich, die geschlechterspezifischen Auswirkungen der Pandemie zu überwältigen und einen Schritt vorwärts – und nicht rückwärts – in Richtung einer geschlechtergerechteren Welt zu machen.

Du möchtest dich dafür einsetzten, dass wir nach der Krise besser dastehen als vorher? Dann unterzeichne jetzt unsere Petition und rufe führende Politiker*innen weltweit zu einem internationalen und inklusiven Pandemie-Reaktionsplan auf!

 

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Couch-Aktivismus hat´s voll drauf!

14. Mai 2020 - 16:56

Hier bloggt unsere Jugendbotschafterin Toni über ihre Erfahrungen mit „Home Activism“.

Zurzeit verbringen wir alle mehr Zeit zuhause in den eigenen vier Wänden. Selbst wer noch regulär zur Arbeit oder wieder zur Schule geht, verbringt meist den Rest des Tages kaum unter Menschen oder unterwegs. Durch die entschleunigte Welt des Konsumierens und des Unterwegsseins bleiben doch mehr kleine Momente der Ruhe, des Nachdenkens und der Zeit in der Natur. Aber wie kann man sich in dieser schwierigen Zeit für etwas einsetzen, das einen bewegt? Wir ONE-Jugendbotschafter*innen haben mal ausprobiert, was vom Sofa aus alles so möglich ist.

E-Mails für den Minister

Am 8. April 2020 haben sich die Entwicklungsminister*innen der Europäischen Union virtuell getroffen. Ihr Anliegen? Wie die EU bei der weltweiten Bekämpfung der Corona-Pandemie unterstützen und helfen kann. Das haben wir zum Anlass genommen, um Kontakt zu unserem Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller aufzunehmen. Viele von uns haben ihm eine persönliche E-Mail geschrieben und unsere Sorgen zur Krise und Bitten für die anstehende Konferenz mitgeteilt. Das Virus stoppt nämlich nicht an unserer Haustür oder Ländergrenze. Es trifft vor allem Länder, in denen extreme Armut herrscht, wo die Gesundheitssysteme schon jetzt überlastet sind und eine solche Pandemie die Kapazitätsgrenzen des Landes sprengt. Umso wichtiger sind jetzt globale Solidarität, Menschlichkeit und finanzielle Unterstützung für diejenigen, die besonders stark betroffen sind. Denn nur wenn langfristig und dauerhaft in die Stärkung der Gesundheitssysteme weltweit investiert wird, können extreme Armut und vermeidbare Krankheiten erfolgreich bekämpft werden.

Toni schreibt eine E-Mail an den Minister

Und es wirkt!

Zu unserer großen Überraschung haben wir tatsächlich zwei Wochen später eine Antwort vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung erhalten, welche mit dem persönlichen Dank von Minister Müller für unseren Einsatz versehen ist. Das Antwortschreiben stimmt uns sehr zuversichtlich: Das Ministerium sichert zu, sein „Engagement im Gesundheitsbereich breiter aufstellen und erheblich verstärken“ zu wollen. Dies soll „Priorität in den kommenden Monaten sein“ und die Arbeit „darüber hinaus entscheidend prägen“. Das ist ein super Schritt in die richtige Richtung und deswegen werden wir in den kommenden Wochen und Monaten auch immer wieder nachhaken und den Minister an seine Vorsätze erinnern. Vor allem muss sichergestellt werden, dass das Engagement nicht nach der Eindämmung der Corona-Pandemie aufhört, sondern wie angekündigt, die nachhaltige Stärkung der weltweiten Gesundheitssysteme Priorität wird.

Brief von Minister Müller an die ONE-Jugendbotschafter*innen

Couch-Aktivismus – let´s get started!

Jeder kann, egal von wo und in welchem Ausmaß etwas bewirken. Das zeigt die Antwort von Herrn Müller nochmal deutlich. Hast Du jetzt auch Lust auf ein wenig Couch-Aktivismus bekommen? Dann unterschreibe und verbreite doch unsere ‘ONE World‘-Kampagne und setz dich so für eine globale Reaktion auf die Covid-19-Pandemie ein. Falls Dir das noch nicht reicht, gibt es auf unserem Blog noch mehr Ideen für dein Engagement in den eigenen vier Wänden.

Und hier noch ein Zitat von der wunderbaren Anne Frank für alle, die schon als Couch-Aktivist*innen aktiv sind und an alle, die es noch werden wollen:

Viel Spaß und ich versichere Euch: Es lohnt sich!

 

 

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Wieso du das Global Agriculture and Food Security Programme (GAFSP) kennen solltest 

14. Mai 2020 - 16:24

Für das Jahr 2030 streben wir das Erreichen der Nachhaltigen Entwicklungsziele an. Diese umfassen in Ziel 2 (Sustainable Development Goal 2, SDG2) das Vorhaben, dass kein Mensch auf der Welt mehr an Hunger leiden soll. Viele Organisationen setzen sich seit vielen Jahren für nachhaltige Landwirtschaft und stabile Ernährungssysteme ein. Dazu gehören Regierungen und die Welternährungsorganisation (FAO) genauso wie Nichtregierungsorganisationen.  

Was ist GAFSP?  

Einen besonderen Ansatz hat dabei das Global Agriculture and Food Security Programme (GAFSP). Die 2010 von den G20 ins Leben gerufene Organisation ist eine nachfrageorientierte globale Partnerschaft, bei der die direkte Unterstützung von Kleinbäuer*innen, und besonders von Frauen in der Landwirtschaft, im Mittelpunkt steht. Die Herangehensweise von GAFSP regt lokale Regierungen zu effektiver Zusammenarbeit mit Produzent*innen an, da diese sich erst nach Rücksprache mit Bäuer*innen für Gelder bewerben können. So stellt GAFSP sicher, dass seine Mittel an die Stellen fließen, an denen sie tatsächlich gebraucht und auch direkt eingesetzt werden.  

Landwirtschaft ist ein Schlüsselsektor in vielen Ländern Afrikas (Credit: A.Fleuret, USAID)

Ernährungssicherheit in Zeiten von COVID-19 

Mehr als 1 Milliarde Menschen auf der Welt haben täglich mit Unterernährung und fehlendem Zugang zu Lebensmitteln zu kämpfen. Viele von ihnen leben in den am wenigsten entwickelten Ländern (Least Developed Countries, LDCs), von denen eine Großzahl in Subsahara-Afrika liegt. Diese Menschen treffen Gesundheitskrisen wie COVID-19 und finanziellen Engpässe besonders hart. Wirtschaftlicher Abschwung, Wegfall an Einkommen und Rücküberweisungen und steigende Lebensmittelpreise erschweren den Zugang zu Lebensmitteln zusätzlich. Deshalb müssen Pandemien wie COVID-19 dringend auch als Krisen für globale Ernährungssicherheit erkannt werden. Organisationen wie GAFSP denken hier schnell und ergreifen Maßnahmen für akute Auswirkungen in der Landwirtschaft sowie Post-Pandemieszenarien.  

Nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung müssen in einem globalen Pandemie-Reaktionsplan mitgedacht werden. Durch COVID-19 könnte sich die Zahl der an Hunger leidenden Menschen auf der Welt bis Ende 2020 verdoppeln und Millionen zurück in die extreme Armut gedrängt werden. Um das zu verhindern, müssen Programme wie GAFSP erfolgreich ausfinanziert werden.  

Finanzierungskonferenz für 2020 – 2025 

Diesen Sommer ruft GAFSP erstmals weltweit Regierungen und Geber*innen auf, seine wichtigen Projekte für die kommenden fünf Jahre mit 1,5 Mrd. US-$ zu finanzieren. Mit diesen Geldern würde ein Erreichen von SDG2 in Reichweite rücken. Eine erfolgreiche Finanzierungskonferenz stellt nicht nur sicher, dass akute Schwachstellen globaler Ernährungssysteme unterstützt, sondern diese auch auf lange Sicht für Herausforderungen wie Pandemien, Wirtschaftskrisen und die Auswirkungen des Klimawandels gerüstet werden. Diese Hürden hat GAFSP frühzeitig erkannt und zu Kernelementen des kommenden 5-Jahres-Plans gemacht. Die deutsche Bundesregierung wird die virtuelle Konferenz im Sommer 2020 ausrichten und hat damit die Chance, sich in der Gastgeberrolle besonders vehement für eine starke Finanzierung auszusprechen.  

10 Jahre … 

Diese Zeit bleibt uns noch für das Erreichen der Nachhaltigen Entwicklungsziele. Organisationen wie GAFSP verknüpfen viele dieser Ziele in ihrem Einsatz und setzen sich so beispielsweise für einen Zugang zu Lebensmitteln für alle Menschen auf der Welt, nachhaltige Landwirtschaft mit gleichberechtigter Beteiligung von Frauen und Klimaschutz ein. Wenn diese Ansätze ineinandergreifen, haben wir eine reelle Chance, globale Herausforderungen zu meistern und unvorhergesehenen Katastrophen und Pandemien vorzubeugen.  

Mehr zu GAFSP erfährst du auf der Website der Partnerschaft und bei Twitter kannst du zu aktuellen Projekten auf dem Laufenden bleiben. Zu den Nachhaltigen Entwicklungszielen kannst du bei 17 Ziele Genaueres nachlesen.

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14. Mai 2020

14. Mai 2020 - 15:39

1. Corona in Südafrika: Lockerungen in Sicht?
Wie Thilo Thielke in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung thematisiert, will der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa in den nächsten Wochen rund 19.000 Strafgefangene auf Bewährung entlassen. Grund sei, dass sich das Coronavirus derzeit in den Gefängnissen ausbreite. Es gebe dort bereits knapp 200 registrierte Fälle. Die Pandemie solle durch die Entlassung eingedämmt werden. Die Opposition sehe die geplante Freilassung Strafgefangener kritisch. Sie befürchtet einen Anstieg der Kriminalitätsraten. Südafrika gelte bereits als Land mit ausgesprochen hoher Kriminalität. Wie unter anderem Focus Online meldet, wolle Ramaphosa wegen der verheerenden wirtschaftlichen Folgen bereits Ende Mai Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen in Südafrika vorantreiben.  Nur in Hotspot-Gegenden sollen die strikten Ausgangssperren weiterhin bestehen bleiben. Simone Schlindwein thematisiert in der Tageszeitung (taz), wie  das Coronavirus durch LKW-Transporte in Ostafrika verbreitet wird. Besonders Fahrer aus Tansania und Kenia schleppen das Virus über die Grenzen nach Uganda und Ruanda ein. Die Staats- und Regierungschefs der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC) wollen daher ein regionales Überwachungssystem für Lastwagenfahrer in der Region einrichten, um Covid-19 einzudämmen.

2. Wirtschaftlicher Aufschwung in Afrika nach Corona?
Nicolas Martin beleuchtet in der Deutschen Welle, inwiefern eine Neuausrichtung der Lieferketten vieler westlicher Unternehmen eine Chance für die afrikanische Wirtschaft sein könnte. Die konsequenten Ausgansbeschränkungen der meisten afrikanischen Staaten treffen Bevölkerung und Wirtschaft des Kontinents hart. Der Tourismus sei zum Erliegen gekommen und die Rohstoffpreise im Keller. Gerade die vor Corona bereits verschuldeten Staatshaushalte seien zusätzlich belastet. Christoph Kannengießer, Hauptgeschäftsführer des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft, sieht aber nach der Pandemie neue Chancen für Afrikas Wirtschaft. Viele Unternehmen würden ihre Lieferketten umdenken. Dabei solle Afrika in den Blick genommen werden, so Kannengießer. Laut Alexander Demissie von der Beratungsfirma AfricaRising seien viele Staaten Afrikas bereits durch Sonderwirtschaftszonen und günstigere Investitionsbedingungen Teil globaler Wertschöpfungsketten. Deutsche Unternehmen hätten Afrika jedoch im Gegensatz zu anderen Staaten noch nicht auf dem Schirm, so Demissie.

3. Nigeria: Regierungsoffensive gegen Boko Haram
Wie die Zeit, Deutschlandfunk und die Deutsche Welle melden, haben Regierungstruppen in Westafrika 75 Kämpfer der extremistischen Organisation Boko Haram getötet. Zuvor haben Mitglieder der islamistischen Terrorgruppe bei Angriffen auf drei Dörfer im Westen Nigers mindestens 20 Menschen getötet. Bereits am Montag haben Streitkräfte aus Niger, Nigeria, Kamerun und dem Tschad dem nigerianischen Verteidigungsministerium zufolge ihre Offensive mit Luftangriffen auf Boko-Haram-Verstecke in der Tschadseeregion im Nordosten Nigerias gestartet. Seit 2009 kämpfe die islamistische Terrormiliz gewaltsam für einen islamischen Staat im Nordosten Nigerias. Auch Nigerias Nachbarländer seien mittlerweile in den Konflikt verstrickt. Bereits mehr als 36.000 Menschen seien im Zuge dessen getötet worden und fast zwei Millionen befinden sich auf der Flucht.

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6 Dinge, die du über einen Corona-Impfstoff wissen solltest

13. Mai 2020 - 17:18

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen und die Zahl der Neuinfektionen zu senken, hat sich die Welt zurecht darauf konzentriert, das öffentliche Leben herunterzufahren und soziale Kontakte auf ein Minimum zu begrenzen.

Diese Maßnahmen müssen unbedingt aufrechterhalten werden. Der einzige Ausweg aus dieser Krise ist jedoch ein wirksames Medikament oder ein Impfstoff. Wir können die Krankheit nur dann endgültig besiegen, wenn wir sie überall besiegen. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass alle gefährdeten Menschen Zugang zu einem Impfstoff und Medikamenten bekommen – und zwar unabhängig davon, wo sie leben, welcher Nationalität sie angehören oder wie viel sie verdienen.

Hier beantworten wir dir sechs wichtige Fragen zum Thema Corona-Impfstoff:

Wie ist der aktuelle Stand in Bezug auf einen Corona-Impfstoff?

Derzeit gibt es keinen zugelassenen Impfstoff gegen COVID-19. Allerdings befinden sich mittlerweile fast 100 Corona-Impfstoff-Kandidaten in der Entwicklung. Fünf davon werden bereits in klinischen Studien erforscht, drei sogar schon an Menschen getestet.

Gibt es noch andere Möglichkeiten, COVID-19 zu behandeln?

Bis ein wirksamer Impfstoff entwickelt wurde, könnte die Behandlung mit einem geeigneten Medikament die Überlebenschancen von Menschen erhöhen, die sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Bislang wurden keine Arzneimittel gegen COVID-19 zugelassen. Aktuell befinden sich aber mehr als 200 Medikamente in der Entwicklung und über 70 werden in laufenden Studien getestet. Das ist das erfreuliche Ergebnis weltweiter Anstrengungen mit dem Ziel, die Forschung und Entwicklung im Rahmen von globalen Partnerschaften zu koordinieren und voranzutreiben. Die vielversprechendsten Optionen sind momentan Medikamente, die bereits zur Bekämpfung anderer Krankheiten zugelassen sind und auch gegen Corona wirken könnten.

Wie lange dauert es in der Regel, um einen Impfstoff zu entwickeln?

Unter normalen Umständen dauert die Forschung und Entwicklung eines neuen Impfstoffs durchschnittlich zehn Jahre. Manchmal kann es aber auch schneller gehen, wie wir bei früheren Krankheitsausbrüchen gesehen haben. Der Weg eines neuen Impfstoffs von der Entwicklung bis in die Kliniken und Arztpraxen ist in der Regel lang – und das aus gutem Grund. Denn zunächst muss nachgewiesen werden, dass die Impfung nicht nur wirksam, sondern vor allem auch sicher ist. Deshalb durchläuft jeder Impfstoff ein strenges, mehrstufiges Zulassungsverfahren, bis er schließlich Menschen verabreicht werden darf.

Was braucht es, um einen Corona-Impfstoff zu entwickeln?

Im Fall von Corona dürfen wir keine Zeit verlieren. Wir müssen jetzt alle unsere Kräfte bündeln, um die Forschung und Entwicklung voranzutreiben und die nötigen Kapazitäten aufbauen, damit ein wirksamer Impfstoff und Medikamente für alle verfügbar gemacht werden können, die darauf angewiesen sind – und zwar schnell. Am 4. Mai fand eine internationale Geberkonferenz statt, bei der vor allem Regierungen, aber auch Unternehmen und Stiftungen, 7,4 Milliarden Euro für die Forschung und Entwicklung von Medikamenten sowie deren gleichmäßige und gerechte Verteilung zusagten. Dies ist ein guter Anfang! Diese Gelder sind auch dafür nötig, gesundheitspolitische Maßnahmen in Ländern mit den schwächsten Gesundheitssystemen zu fördern. Aber es ist noch nicht genug: Regierungen, Unternehmen und Stiftungen werden weitere Gelder bereitstellen müssen, bis wir alle vor dem Coronavirus geschützt sind.

Angesichts der dringlichen Lage könnten Regierungen erlauben, dass Versuchsimpfstoffe noch vor ihrer endgültigen Zulassung Hochrisikopatient*innen verabreicht werden. Eine weitere Möglichkeit, den Prozess zu beschleunigen, wäre eine Präqualifizierung durch die Weltgesundheitsorganisation. Diese besagt, dass ein Impfstoff internationalen Standards für Sicherheit und Wirksamkeit entspricht, und ist Voraussetzung dafür, dass die Impfallianz Gavi und die Vereinten Nationen den Impfstoff für gefährdete Ländern beschaffen dürfen.

Wie läuft die weltweite Verteilung von Impfstoffen normalerweise ab?

In der Regel verstreichen sieben Jahre, bis ein neues Medikament oder ein neuer Impfstoff nach der erstmaligen Zulassung in einem Industrieland auch in den weniger entwickelten Ländern verfügbar ist. Die Corona-Pandemie mahnt uns jedoch nachdrücklich, dass Krankheiten und Viren keine Grenzen kennen. Wenn sich das Coronavirus weiter ausbreitet, bedroht es uns alle. Deshalb muss ein wirksamer Impfstoff oder ein wirksames Medikament sofort nach seiner Entwicklung für alle Menschen verfügbar gemacht werden – unabhängig von Nationalität oder Wohlstand.

Wie können wir einen gerechten Zugang zu einem künftigen Corona-Impfstoff sicherstellen?

Es ist keine Option, die Schwächsten zurückzulassen. Obendrein können wir es uns nicht leisten. Deshalb müssen wir faire Bedingungen schaffen, um sicherzustellen, dass ein künftiger Impfstoff gegen COVID-19 weltweit für jede und jeden verfügbar ist. Dies setzt voraus, dass wir Preiskontrollen einführen, schon jetzt eine bestimmte Menge an Impfstoffdosen kaufen und einen niedrigeren Preis für LDCs aushandeln. Zudem müssen wir 7,4 Mrd. US-Dollar in die Impfallianz Gavi investieren, um zu verhindern, dass ohnehin bereits gebeutelte Gesundheitssysteme während der Corona-Krise zusammenbrechen, und sicherzustellen, dass die Immunisierung auch die ärmsten Länder der Welt erreicht.

Du möchtest mehr über die Akteur*innen erfahren, die an der weltweiten Verbreitung eines Impfstoffs gegen Covid-19 mitwirken würden? Hier findest du alle Infos zu aktuellen und wichtigen Anstrengungen der Impfallianz Gavi.

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13. Mai 2020

13. Mai 2020 - 15:17

1. Entwicklungsländer in der Schuldenfalle
Martin Hesse und Michael Sauga thematisieren im aktuellen Spiegel, wie durch die wirtschaftlichen Hilfspakete in der Coronakrise eine Schuldenkrise für afrikanische Staaten folgen könnte. Nachfolgende Generation hätten die anschließende Finanzkrise dann zu tragen. Nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich habe keine andere Rezession Firmen bisher weltweit so stark getroffen wie die Corona-Krise. Jedes zweite Unternehmen müsse staatliche Hilfen beziehen. Die Rückzahlung der Kredite können aber nur stattfinden, wenn der erhoffte wirtschaftliche Aufschwung auch folgt, was aber noch ungewiss sei. Besonders betroffen seien Staaten, die bereits vor der Pandemie hoch verschuldet gewesen seien. Das betreffe besonders viele Schwellen- und Entwicklungsstaaten, die hohe Kredite aufgenommen haben. Da die Rohstoffmärkte einbrechen und kein Tourismus stattfinde, können sie die bisherigen Schulden noch weniger bedienen. Die vorübergehende Schuldenstundung für die 25 ärmsten Länder seitens des Internationalen Währunsgfonds sei lediglich von symbolischem Wert, kritisieren die Autoren. Ohne ein Schuldenerlass drohe einigen Staaten in Afrika, Lateinamerika oder Asien ein Staatsbankrott.

2. Ohne Ausweis kein Arztbesuch
Andrea Grunau thematisiert in der Deutschen Welle, wie Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung in der Coronakrise gefährdet werden. Aus Angst vor Kontrollen scheuen Menschen, die sich nicht Auswiesen können, Arztpraxen aufzusuchen, erklärt Maike Jansen, Hebamme bei der Praxis Andocken der Diakonie Hamburg. Die Praxis nimmt kaum noch Patient*innen auf, auch die Clearingstelle für Menschen ohne Krankenversicherung sei nur noch telefonisch erreichbar. Jansen befürchtet, viele Patient*innen bleiben daher unversorgt. Dadurch könnten aber potentielle Covid-19-Infizierte unentdeckt bleiben und das Virus weiterverbreiten. Schätzungsweise 200.000 bis 600.000 Menschen seien derzeit in Deutschland ohne legalen Aufenthaltsstatus. Diese Menschen seien aber berufstätig in Deutschland, meist in prekären Verhältnissen. Medibüros und NGOs fordern daher schon seit längerem einen anonymisierten Krankenschein für Menschen ohne Papiere.

3. Lesotho: Umstrittener Premierminister tritt zurück
Wie unter anderem die Süddeutsche Zeitung und die schweizerische Baseler Zeitung melden, hat Thomas Thabane, Premierminister von Lesotho, seinen Rücktritt angekündigt. Der 80-Jährige und seine jetzige Ehefrau seien angeklagt, an der Ermordung seiner zweiten Ehefrau beteiligt gewesen zu sein. Diese habe sich zuvor nicht scheiden lassen wollen und es der neuen Ehefrau so nicht ermöglicht, den privilegierten Status der First Lady einzunehmen. Immer wieder habe Thabane seinen Rücktritt angekündigt. Er habe zudem Truppen in der Hauptstadt aufmarschieren lassen und vor dem Obersten Gericht des Landes gestanden. Seine eigene Partei habe nun genug von ihm und am Montag die Koalition aufgekündigt. Er habe seinem politischen Ende zugestimmt. Jedoch sei die Öffentlichkeit in Lesotho skeptisch und traue dem Premier zu, mit allen Mitteln an der Macht bleiben zu wollen.

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SDGs voranbringen auf der Terrasse – Das Festival der Taten 2020 Wohnzimmer Edition

13. Mai 2020 - 10:49

Über 400 junge Menschen haben beim Festival der Taten 2020 gemeinsam nach Lösungen für lokale und globale Herausforderungen gesucht. Unsere Jugendbotschafterin Lilith hat das Event als Design Thinking-Trainerin begleitet und berichtet hier über ihre Eindrücke.

Auf meinem Bildschirm sehe ich weit aufgerissene Münder. Aus meinem Laptoplautsprecher ertönt ein Klangteppich aus „I Ahhh, I Ahhh“. Als nächstes ist der Hund an der Reihe und nach 30 Sekunden Schnellzeichnen prangert auch schon eine bunte Collage an Bleistifttieren auf meinem Screen.

„Es ist ein Experiment“

Wir befinden uns gerade mitten in der ersten Warm Up-Übung namens „Die Bremer Stadtmusikanten“ bei der Festival der Taten Wohnzimmer Edition. Anstelle in einem Workshopraum in Bremen, befinde ich mich, aufgrund aktueller Ausgangsbeschränkungen, zu Hause auf der Terrasse. Über 60 Themen in Bezug auf die Nachhaltigkeitsziele wurden eingereicht und knapp 400 junge Menschen haben sich als Teilnehmende registriert. „Es ist ein Experiment“, wird immer wieder vom Organisationsteam betont. Schließlich hat es vor uns noch keiner gewagt ein solch großes Design Thinking-Event in den virtuellen Raum zu verlegen.

Design Thinking ist die Methode, mit der bereits vor zwei Jahren beim Kick Off des Festivals der Taten gearbeitet wurde. Eine Möglichkeit, um sehr nutzerzentriert und lösungsorientiert aus dem Nichts Lösungen und Umsetzungsvorschläge zu erarbeiten. Normalerweise werden diese in einer Abschlusspräsentation vorgeführt, es werden im Prototyping komplexe Anwendungen gebastelt und aus Whiteboards entstehen imaginäre Roboter. In diesem Jahr ist alles ein wenig anders. Die Ideen werden gemeinsam auf Folien gestaltet, auf die alle Teilnehmenden Zugriff haben und die Abschlusspräsentation nimmt die Form eines Videos ein.

Liliths Team beim digitalen Festival der Taten

Nachhaltigkeitsaktivist*innen in Aktion

Nach einigen Startschwierigkeiten bei der Zuteilung der Räume und dem digitalen Einloggen, kann ich mit meiner Gruppe durchstarten. Ich bin begeistert davon, wie viel Spaß die Warm Ups auch online machen und wie viel Energie ich selbst virtuell von den Teilnehmenden erfahre. In Windeseile entwickeln sich interessante Diskussionen und spannende Lösungsansätze.

Samstag 13.00 Uhr: Ich bin beeindruckt. Zehn Filme werden insgesamt ausgelost, die zum Abschluss in der großen Runde allen Teamer*innen und Teilnehmer*innen vorgespielt werden. Eine Plattform, um Gutes zu tun und als Belohnung zu Events eingeladen zu werden, ein „soziales Glücksrad“ bei dem Fragen zu Fairtrade gestellt und Gutscheine für nachhaltige Produkte gewonnen werden können, ein Konzept für Festivals ohne Massenmüllberge. Die Themen sind genauso vielfältig, wie die Gestaltungstechniken. Einige Teilnehmenden haben ihre Zeichenkünste ausgepackt, andere erscheinen verkleidet vorm Bildschirm, wieder andere haben sich schnell in die Bedienung von Erklärfilm-Tools hineingefuchst und lassen nun kleine Männchen auf dem Bildschirm herumturnen und sich unterhalten.

Clevere Ideen schnell zu Papier gebracht

Frische Ideen für die Zukunft

Ich hoffe, dass diese Projekte und Ergebnisse nicht nur inspirieren, sondern auch zum Handeln anregen. Diese tollen Ideen sollen weitergetragen werden und ich freue mich bereits jetzt auf ein generationsübergreifendes Festival der Taten 2021 in einem autolosen Stadtviertel ohne Plastikabfall.

Du bist neugierig geworden und willst wissen welche Lösungsideen die jungen Menschen zusammen entwickelt haben? Dann schau dir hier nochmal die Abschlusspräsentation mit den besten Ideen an.

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12. Mai 2020

12. Mai 2020 - 18:22

1. UN befürchten 500.000 zusätzliche Aids-Todesfälle
Wie unter anderem Stern, die Presse aus Österreich und der Schweizer TV- und Radiosender SRF melden, befürchten die Vereinten Nationen, dass sich durch die Corona-Pandemie die Zahl  der Menschen in Afrika verdoppelt, die an den Folgen von Aids sterben. Die gegenwärtige Covid-19-Welle führe zu Engpässen in der Versorgung von HIV-Patient*innen. UNAIDS, das UN-Programm zur Bekämpfung von HIV und Aids, rechne konkret mit 471.000 bis 673.000 zusätzlichen Aids-Toten. Tedros Adhanom Ghebreyesus, Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), spricht von einem historischen Rückschritt. Zuletzt sei die Zahl der Aids-Todesfälle in Subsahara-Afrika fast halbiert worden. Im Jahr 2018 seien 470.000 Menschen an Aids gestorben, zehn Jahre zuvor noch 950.000.

2. Britische Entwicklungsministerin wirbt für Gavi
In einem Gastbeitrag in der Welt fordert Anne-Marie Trevelyan, britische Ministerin für internationale Entwicklung, eine globale Lösung der Coronakrise. Sie lobt, dass die internationale Krisenantwort durch die Geberkonferenz am 4.Mai an Dynamik gewonnen hat, insbesondere durch den Einsatz der beteiligten Staaten. Das Ziel müsse ein gerechter Zugang zu einem Corona-Impfstoff für alle sein. Dabei dürfen gerade Staaten nicht vergessen werden, die am härtesten von Armut betroffen sind, so Trevelyan. Am 4. Juni werde Großbritannien Gastgeber einer globalen Impfstoffkonferenz sein, bei dem Mittel für die Impfallianz Gavi bereitgestellt werden sollen. Sie fordert im Namen Großbritanniens alle Partnerstaaten dazu auf, sich an der Finanzierung Gavis entsprechend zu beteiligen. Nur so könne die globale Gesundheit gestärkt werden.

3. Sahelregion weiter instabil
Wie Johannes Leithäuser in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung thematisiert, herrscht Uneinigkeit in der Großen Koalition bezüglich des militärischen Engagements der Bundeswehr in der Sahelzone. Die Union forciere einen Ausbau der Aktivität in der Sahelzone inklusive einem Drohneneinsatz, um gegen islamistische Terrormilizen vorzugehen. Die SPD hingegen stehe einer Ausweitung des Einsatzes kritisch gegenüber. Wie unter anderem der SWR, und junge Welt melden, sind kürzlich Blauhelm-Soldat*innen bei einem Terroranschlag in Mali getötet worden. Nach UN-Angaben seien drei Soldat*innen bei einem Konvoi im Norden Malis unterwegs gewesen, als eine Bombe am Straßenrand explodiert sei. Die Soldat*innen stammen aus dem Tschad. Derzeit seien mehr als 12.000 Soldat*innen aus über 50 Ländern im Einsatz. Darunter seien auch bis zu 1.100 Bundeswehrsoldat*innen.

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Die Kosten einer Pandemie in Reiskörnern

12. Mai 2020 - 17:15

Expert*innen warnen, dass teure Reaktionen auf Pandemien zum Normalzustand werden könnten. Das muss aber nicht sein.

Über 3 Millionen Menschen sind bereits mit COVID-19 infiziert. Die persönlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie überschreiten unser Vorstellungsvermögen bei weitem. Deshalb haben wir uns mit Humphrey Yang (@humphreytalks) zusammengetan. Gemeinsam mit ihm wollten wir zeigen, was für einen Unterschied es machen kann, wenn man gut auf eine Pandemie vorbereitet ist.

Vorbereitung vs. Reaktion auf eine Pandemie

Bekannt geworden ist Humphrey Yang durch sein TikTok-Video, in dem er den Unterschied zwischen 1 Million und 1 Milliarde in Reiskörnern bildlich darstellt. Mit dem gleichen Ansatz haben wir nun den Unterschied zwischen den Kosten für dieVorbereitungauf eine Pandemie und für dieReaktionauf eine Pandemie veranschaulicht. Das Ergebnis ist eindrucksvoll. Schaut selbst:

Das Video zeigt: Die Vorbereitung auf eine bevorstehende Pandemie würde die Welt 10 Mrd. USD jährlich kosten. Das entspräche 1 USD pro Person in den reichsten Ländern der Welt und 1,69 USD pro Person in den einkommensschwächsten Staaten. Diese Investition würde ausreichen, um sicherzustellen, dass alle Staaten effektive Systeme zur Vorbereitung und Früherkennung auf Epidemien sowie auf die Reaktion auf einen Ausbruch hätten. Denn, wie uns COVID-19 zeigt: Solange nicht alle Menschen in Sicherheit sind, ist niemand von uns sicher.

Im Vergleich dazu wurden weltweit bisher schon 5Billionen USD in die Reaktion auf die COVID-19-Pandemie gesteckt. Das ist 500 Mal so viel, wie eine gute Vorbereitung auf eine Pandemie kosten würde.

Vorsorge ist besser als Nachsorge

ONE fordert daher politisch Verantwortliche weltweit dazu auf, Maßnahmen gegen COVID-19 zu unterstützen. Was wir super finden: Es beteiligen sich bereits viele Privatpersonen sowie Staaten und internationale Organisationen aktiv am Kampf die weitere Ausbreitung der Pandemie zu verhindern und ihre Folgen abzumildern. Und trotzdem gilt auch bei Pandemien: Vorsorge ist besser als Nachsorge. Nur mit einer guten Vorbereitung, können wir auch effektiv auf eine Pandemie reagieren.

Investitionen retten Menschenleben

Und wir können mit Sicherheit davon ausgehen, dass COVID-19 auf absehbare Zeit nicht die letzte Pandemie gewesen sein wird. Daher muss sichergestellt werden, dass die weltweite Reaktion auf COVID-19 uns auch bei der Vorbereitung auf die nächste gesundheitliche Bedrohung helfen wird. Dafür sind fortlaufend Mittel zur dauerhaften Stärkung der Gesundheitssysteme nötig, auch nach der unmittelbaren Bedrohung durch COVID-19.

Wie der TikTok-Beitrag von Humphrey Yang deutlich zeigt, können Investitionen in die Vorbereitung nicht nur Geld sparen, sondern auch Menschenleben retten. Wir sind „ONE World“ – und gemeinsam ist es an der Zeit, jetzt und in Zukunft, für Menschlichkeit einzutreten und gegen Epidemien zu kämpfen.

Unterstütz auch du unsere Petition und fordere mit uns eine globale, solidarische Reaktion der Politik auf das Coronavirus.

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