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Gemeinsam mit Anderen extreme Armut besiegen
Aktualisiert: vor 14 Stunden 27 Minuten

3. April 2020

3. April 2020 - 16:11

1. Malariamittel: Hoffnungsträger gegen Corona?
Wie unter anderem die Tagesschau und N-tv berichten, setzen viele westliche Staaten auf der Suche nach einem Mittel gegen Corona ihre Hoffnungen in den Wirkstoff Cloroquin des Malariamittels Resochin. In Laborversuchen sei festgestellt worden, dass die Malariaprophylaxe auch die Vermehrung des Coronavirus hemme. Bisher werde das Medikament nur in Pakistan gefertigt. Bayer wolle nun auch die Produktion in Europa aufnehmen. Weitere Studien seien jedoch nötig, um die Annahmen zu bestätigen. Ärzt*innen warnen vor dem Malaria-Mittel. Es werde nur bei äußerst schweren Erkrankungen eingesetzt und eine Selbstmedikation sei gefährlich. Zudem komme es bereits jetzt in Apotheken zu Engpässen. Gleichzeitig werden auch Beatmungsgeräte und Gesichtsmasken immer knapper. Daher gibt es bereits Versuche, diese mithilfe von 3D-Druckern herzustellen, wie Katharina Horban und Oliver Voss im Tagesspiegel thematisieren. Dabei werden bewusst Materialien genutzt, die auch in afrikanischen Ländern zur Verfügung stehen. Die Lösungen seien vor allem für Entwicklungsländer gedacht, in denen die entsprechenden Schutzmaterialien und Beatmungsgeräte kaum vorhanden seien. Derzeit sei eine Veröffentlichung von Bauplänen noch nicht erlaubt, da die Geräte noch keine medizinische Zulassung haben. Bisher hat sich die internationale Gemeinschaft auf noch keine konkreten Maßnahmen zur Unterstützung afrikanischer Staaten in der Coronakrise geeinigt, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Die Ausgangsbeschränkungen und Abstandsregelungen wie sie in Europa angewandt werden, seien vielerorts kaum umsetzbar. Viele Menschen sehen sich dem Virus hilflos ausgeliefert.

2. Gewalt wegen Ausgangssperren
Polizei und Militär gehen in einigen afrikanischen Staaten äußerst restriktiv und mitunter gewaltsam gegen Menschen vor, die sich nicht an die Ausgangssperren halten, wie die Rtl.de, Focus Online, und die Tageszeitung (taz) melden. In einem Großteil der afrikanischen Staaten seien aufgrund der Corona-Pandemie Ausgangssperren verhängt worden. Laut Human Rights Watch in Uganda habe es in dem Land mehrfach gewaltsame Ausschreitungen zwischen Sicherheitskräften und Bevölkerung gegeben, bei denen es zu Schlägen, Schüssen und willkürlichen Verhaftungen gekommen sei. Die Regierung selbst spreche von „isolierten Einzelfällen“. In Kenia sei ein 13-jähriger Junge von Sicherheitskräften erschossen worden, als er mit seinen Geschwistern auf dem Balkon gespielt habe. Auch in Südafrika häufen sich die Übergriffe. Das Institut für Sicherheitsfragen (ISS) kritisiert, dass bereits fünf Tage nach Verhängen der Ausgangssperre in Südafrika drei Menschen durch die Polizei getötet worden seien. Das ISS warnt zudem, dass illegitime Staatgewalt für die Bürger*innen zu einer größeren Gefahr als die Pandemie selbst werden könne.

3. Klimakonferenz 2020 abgesagt
Die für November geplante UN-Klimakonferenz in Glasgow wurde aufgrund der Coronakrise auf das nächste Jahr verschoben, wie unter anderem die Tagesschau, N-tv, die Welt, Deutschlandfunk und die Deutsche Welle melden. Ein neuer Termin sei noch nicht festgelegt worden. Bei der zehntägigen Konferenz seien rund 30.000 Teilnehmer*innen erwartet worden, darunter auch 200 Regierungsvertreter*innen. Laut UN-Generalsekretär António Guterres habe die Corona-Pandemie „oberste Priorität“ für die Vereinten Nationen. Umweltorganisationen zeigen sich verständnisvoll. Martin Kaiser, Geschäftsführer von Greenpeace in Deutschland, warnt aber auch davor, den Klimaschutz „links liegen zu lassen“. UN-Klimaschutzsekretärin Patricia Espinosa betont zudem, dass die Klimaerwärmung auf lange Sicht „die größte Bedrohung für die Menschheit“ darstelle. Derzeit sehe es danach aus, dass aufgrund des Einbruchs des Wirtschaftswachstums die Emissionen soweit zurückgehen, dass die Jahresziele 2020 doch noch erreicht werden können. Jedoch sei diese Entwicklung laut Bundesumweltministerin Svenja Schulze „nicht nachhaltig“, da durch die Wirtschaftskrise keine „klimafreundlichen Alternativen“ entwickelt werden.

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Kick Off 2020 – mein Start ins Jahr als ONE-Jugendbotschafterin

3. April 2020 - 10:56

Es wurde gelacht, gegessen, diskutiert und gelernt. Vor einem Monat haben sich unsere Jugendbotschafter*innen in Berlin getroffen und kennengelernt. Jugendbotschafterin Denise Klein war dieses Jahr zum ersten Mal dabei und erzählt über die Kick Off-Tage.

Die Tram bringt mich direkt zum Veranstaltungsort. Ich gehe in den Innenhof und erblicke ein großes Schild an der Wand “Youth Ambassadors – hier entlang”. Ich folge dem Pfeil bis an eine Tür, ziehe sie auf und betrete einen warmen Raum. Sandra Klaft hält mir strahlend eine Liste vor die Nase. Das ist also die Frau, mit der ich vor zwei Monaten ein Telefongespräch geführt habe. Ich blicke auf die Liste, es geht ums Mittagessen morgen. „Ja super“, denke ich. Der perfekte Start in den Tag.

Von null auf hundert in vier Stunden

Nach und nach füllt sich der Raum. Immer mehr Jugenbotschafter*innen drängen sich um die mit Snacks befüllten Tische. Als alle da sind, starten wir direkt mit den ersten Programmpunkten. Jetzt werden erstmal die grundsätzlichen Fragen geklärt: Was ist ONE? Was macht ONE? Und was machen wir hier? Der Direktor von ONE Deutschland stellt sich uns vor. Stephan Exo-Kreischer berichtet uns, dass für ihn die Kick Off-Tage immer sehr spannend und schön sind. Nach der kurzen Einführung geht‘s dann schon los. Ab ins Bundesfinanzministerium! Denn heute steht schon ein Lobby-Gespräch mit dem Staatssekretär Wolfgang Schmidt auf dem Plan. Clemens Schwanhold lotst uns in den Bus, vorher hatte er uns noch einen kleinen Crashkurs zum Thema Lobby-Arbeit gegeben. Für viele von uns ist es das erste Lobby-Gespräch.

ONE-Jugendbotschafter*innen mit Staatssekretär Wolfgang Schmidt

Und das Gespräch vergeht wie im Flug. Herr Schmidt nimmt sich viel Zeit für uns und plötzlich sind anderthalb Stunden um. Das Treffen sorgt noch stundenlang für Gesprächsstoff. Lief es gut? Hat er unser Anliegen wirklich verstanden? Wir verfolgen noch den ganzen Abend lang, wie der Staatssekretär unsere Tweets retweetet.

Wolfgang Schmidt nach unserem Gespräch auf Twitter

Der nächste Tag beginnt, wie der erste geendet hat

Noch etwas schläfrig tauschen wir uns am Morgen über den letzten Tag aus. Viele greifen erstmal zur Kaffeekanne, bevor es dann motiviert weitergeht. Zuerst steht die Kampagnenarbeit im Fokus, danach lernen wir etwas über Medienarbeit und wie man knifflige Fragen beantwortet. Mittags steht dann die ‚ONE Activists-Challenge‘ an. Wir bekommen einen Zettel mit Aufgaben, die uns quer durch Berlin führen. Das Ziel: Das Reichstagsgebäude. Die Sonne lacht uns entgegen, bestes Fotoshooting-Wetter also, wäre es nicht so ar***kalt. Luftballons und Europafähnchen werden verteilt. Gemeinsam winken, lachen und schreien wir in die Kamera.

Jugendbotschafter*innen fordern globale Gerechtigkeit

Die hohe Kunst des Lobbyierens (und des Essens mit den Fingern)

Zurück im Warmen lernen wir etwas über den Ablauf von Lobby-Gesprächen. Sechs Jugendbotschafter*innen stellen sich einer Simulation. Stephan Exo-Kreischer nimmt dafür die Rolle von unterschiedlichen Politikern ein, die mal freundlich und mal gereizt auf unsere Inhalte reagieren. Es wird viel gelacht und viel gelernt. Zum Dinner geht es diesmal in ein äthiopisches Restaurant. Dort wird (was ganz kurz für Verwirrungen sorgt) mit den Händen gegessen. Eine leckere Sauerei.

Lobby-Gespräche wollen geübt sein.

Goodbye (for now)

Wir können es kaum fassen, aber der letzte Tag ist tatsächlich schon gekommen. Nach spannenden Workshops und einer Ideen-Werkstatt, ist es dann auch an der Zeit sich zu verabschieden. Es werden Nummern ausgetauscht, Instagram-Namen und Twitter Handles verteilt und ein Versprechen gegeben: Wir werden uns wiedersehen!

Mit frischen Ideen und einem Jutebeutel voller Infomaterial fahre ich nun nach Hause.* Vorsichtig schiebe ich meine Finger in meinen Beutel und ertaste den Umschlag mit meinen Sugar Cubes – kleinen lieben Nachrichten, die wir uns gegenseitig im Laufe der drei Tage geschrieben haben. “Erst zuhause öffnen!”, höre ich Sandra sagen. Seufzend ziehe ich meine Hand heraus und muss lächeln. Das wird ein tolles Jahr.

Unser Treffen fand statt, bevor sich das öffentliche Leben in Deutschland durch die Corona-Pandemie komplett veränderte. Dieser Text ist eine Erinnerung, an eine Zeit, die hoffentlich bald wiederkommt.

Du willst auf dem Laufenden bleiben, was unsere Jugendbotschafter*innen dieses Jahr so auf die Beine stellen? Dann bleib immer auf dem neusten Stand und folge dem Hashtag #ONEActivists.

 

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2. April 2020

2. April 2020 - 17:49

1. Gates fordert Massenproduktion von Covid-19-Impfstoff
Mit Steuergeldern sollen sich die USA und andere Nationen auf die Massenproduktion eines Impfstoffs gegen das Coronavirus vorbereiten, der noch gar nicht existiert, fordert Bill Gates, wie unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Welt, der Stern, die Zeit und das Handelsblatt melden. Gates sei zuversichtlich, dass unter guten Umständen bereits innerhalb von 18 Monaten ein Impfstoff bereitstehe. Das wäre der schnellste Zeitraum, in dem jemals ein Impfstoff entwickelt worden sei. Gates setze sich bereits jetzt dafür ein, Anlagen zu bauen, in denen der Impfstoff hergestellt werden kann. Die großen Dosen sollen ausreichen, um potentiell alle Menschen zu versorgen, die dies benötigen. Dabei sehe er die Regierungen in der Position, dieses Vorhaben zu finanzieren.

2. Afrika: Tourismus bricht ein
In einer Reportage in der Süddeutschen Zeitung thematisiert Win Schumacher die Folgen des einbrechenden Tourismus in Afrika. Der Tourismus in Kenia sei bereits durch den Terrorismus und die Ebola-Epidemie unsteter geworden. Dennoch sei noch nie ein Rückgang der Besucher*innen wie derzeit zu beobachten gewesen. Ganze Dörfer leben von den Safari-Touren, die nun niemand mehr in Anspruch nehme. Ein Großteil der Menschen sei nun ohne den Tourismus arbeitslos. In den sogenannten Schutzgebieten in Kenia und Südafrika, ländliche Gebiete mit schwacher Infrastruktur und kaum bis keiner medizinischen Versorgung, seien bisher noch keine Corona-Fälle gemeldet worden. Jedoch leiden gerade diese Gebiete viele Menschen unter den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie. Die Entwicklungen in Südafrika seien wegweisend für den Rest des Kontinents. Die rasche Ausbreitung und der strikte Lockdown mache den Menschen Angst. Zunächst sei die weiße Oberschicht in Südafrika betroffen gewesen, jedoch verbreite sich das Virus zunehmend unter allen Bürger*innen. Für die Schutzgebiete könne dies katastrophale Zustände bedeutet.

3. Nigeria: Fake News gefährden Leben
In einem Gastbeitrag bei Zeit Online thematisiert Idayat Hassan, Direktorin des Centre for Democracy and Development (CDD) in Abuja in Nigeria, die Folgen der Verbreitung von Fake News in Nigeria. Gezielte Fehl- und Desinformation schüre Angst und nutze die Verwundbarkeit von Menschen aus, erklärt Hassan. Viele Nigerianer*innen würden die Existenz des Virus aufgrund von Fake News leugnen. Bereits zum Zeitpunkt der Ebola-Epidemie 2014 seien Fake News in Nigeria ein weit verbreitetes Problem gewesen. Das Befolgen von falschen Ratschlägen zum Schutz vor Ebola habe damals mehreren Menschen das Leben gekostet. Am Anfang des Corona-Ausbruchs haben sich Vermutungen über eine Wirksamkeit eines Malaria-Mittels gegen Covid-19 verbreitet. Auch Aussagen von US-Präsident Donald Trump haben diese Fake News unterstützt. Infolgedessen seien drei Menschen mit einer Überdosis des Mittels ins Krankenhaus eingeliefert worden. Diese Anfälligkeit für Fake News komme laut Hassan aufgrund des lokalen Kontextes zustande. In der nigerianischen Kultur werde Wunderheilung verehrt, dazu sei das Gesundheitssystem extrem schwach und die Regierung kommuniziere kaum mit den Bürger*innen.

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Mutmacher-Nachrichten in der Corona-Krise

2. April 2020 - 13:53

Seid ihr bereit für Geschichten, die Mut machen?

Die COVID-19-Pandemie erinnert uns: Viren kennen keine Grenzen. ONE setzt sich deshalb für starke Gesundheitssysteme weltweit ein.

Doch die Krise erinnert uns auch an etwas anderes: In diesen unsicheren Zeiten ist Solidarität und Zusammenhalt wichtiger denn je. Und trotz ‘social distancing’ beobachten wir, wie Menschen neue Wege finden, füreinander da zu sein.

In den vergangenen Tagen haben uns Nachrichten von ONE-Unterstützer*innen weltweit erreicht. Nachrichten, die uns Mut machen und Hoffnung geben.  Gemeinsam mit Aktivist*innen rund um den Globus möchten wir zeigen, dass Momente der Solidarität und Fürsorge in Zeiten der Krise zu finden sind. Die schönsten Nachrichten haben wir hier für euch zusammengestellt. Scrollt euch durch diese inspirierenden Zitate durch und lasst uns gerne auch eure Nachricht zukommen.

Die schönsten Nachrichten aus Deutschland & der Welt

Die größte Motivation in meinem Medizinstudium ist für mich die, dass jeder Mensch ein Recht auf eine angemessene Versorgung hat. In Zeiten wie diesen ist nichts wichtiger als ein stabiles Gesundheitssystem und die Versorgung eines jeden einzelnen. Daher engagiere ich mich bei ONE, denn die Erhaltung der Gesundheit und die Bekämpfung vermeidbarer Krankheiten sind eines der wichtigsten Ziele. Diese Krise betrifft uns alle und nur gemeinsam werden wir sie bekämpfen! – Alisha Q.

Liebe Menschen auf der ganzen Welt. Ich hoffe, dass wir alle aus dieser Krise lernen, und nicht einfach so weitermachen, wie bisher. In solchen Momenten lernt man Demut, und sieht, was wirklich wichtig ist. Ein großer Dank an alle, die dafür sorgen, dass wir medizinisch und mit dem Notwendigsten versorgt werden. Gott beschütze jetzt gerade die Hilfsbedürftigen, die in Lagern oder in Slums zusammengepfercht sind, uns nicht in beheizten Wohnzimmern sitzen. Gemeinsam schaffen wir eine bessere Welt. – Brigitta J.

Am Sonntag hörte ich in meiner Straße ein wunderschönes Flötenkonzert, es begann mit der “Ode an die Freude” und viele Nachbarn applaudierten. Das gab mir ein warmes Gefühl von Nähe in meiner Nachbarschaft. Ich berate als Betroffene Menschen mit Netzhauterkrankungen, dabei ist meine Hauptaufgabe, Anderen Mut zu machen, die Angst vor einer Erblindung haben. Empathie füreinander, anderen das Gefühl zu geben, nicht allein mit seinen Sorgen zu sein, das wird uns auch über diese Krise helfen. Seid miteinander füreinander da! – Hildegard I.

Media & Operations Intern Lina

 

Hiermit möchte ich erst mal meinen höchsten Respekt und Dank an Alle übermitteln, die in diesen Zeiten dafür sorgen das geholfen wird, wie Ärzte und Co und auch , vor allem an die LKW Fahrer, Verkäufer und Co , die die Versorgung aufrecht erhalten, damit wir versorgt sind. Danke,danke danke. – Dennis S.

Die Gefahr kann nicht mehr heruntergespielt werden. Ich glaube aber, dass wir – individuell, gesellschaftlich, politisch und institutionell – aus dem aktuellen Geschehen lernen werden und nach der Pandemie “gestärkter und weiser” hervorgehen werden. – Volker S.

Zusammenhalten mit Abstand! – Susann S.

Scherwin aus dem ONE-Presseteam

Wir sitzen alle in einem Boot, das ist mir jetzt noch mehr bewusst geworden als es vorher schon der Fall war. Ich denke, dieses kleine Virus, was uns gerade in Atem hält will uns sagen: Egoismen und Nationalismen haben hier keinen Platz mehr. Deshalb versuche ich mich noch stärker um andere zu kümmern, weit über die Grenzen hinaus. Ich glaube an eine bessere Welt danach. – Kornelia F.

Es ist eine schwierige Situation für jeden und jede, aber zusammen stehen wir sie durch! Es ist toll zu sehen, wie Menschen sich gegenseitig helfen und unterstützen. Mit Freunden skypen, die Großeltern anrufen oder mal einen Brief schreiben, den Schrank ausmisten, endlich 10-Finger-schreiben lernen – es gibt so viel, für das man nun Zeit hat. – Janice F.

In meinem Umfeld beobachte ich immer wieder, dass Menschen gerade jetzt in der Krise sich solidarisch miteinander zeigen – und kreativ werden. Da freut mich sehr. Menschen, die sonst nicht so sehr im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen, wie alte oder sozial schwächere Menschen und die vielen Menschen, die in so wichtigen, aber oft übersehen, unterschätzten und unterbezahlten Berufen arbeiten, wie Erntehelfer*innen, Krankenpfleger*innen oder Kassierer*innen erhalten endlich mehr Aufmerksamkeit. Aber wir sollten auch darauf achten, dass wir wirklich niemanden vergessen: Opfer häuslicher Gewalt zum Beispiel, Menschen in Kriegssituation wie in Syrien und die Geflüchteten an den EU-Außengrenzen und in den Lagern in Griechenland. Wenn wir jetzt zusammenstehen, können wir viel Menschlichkeit bewirken! – Lara W.

As a health worker, I get up every day to improve access to healthcare and health systems because health is a basic right for all of us. As a committed citizen, I see health as a keystone of human development. A few weeks ago, I became a ONE Youth Ambassador to join the fight against extreme poverty and preventable diseases. More than ever, by uniting our voices, we can make a difference. – Mario J., Frankreich

Ich habe in Syrien im Krieg in der Notaufnahme gearbeitet. Als Krankenpfleger hat mir dort Hoffnung gegeben, dass auch die schlimmsten Krisen vorbeigehen und Menschen im Notfall zusammenhalten. Wir Menschen sind in Krisen solidarischer als sonst, weil wir merken, dass wir am Ende mehr gemeinsam haben, als uns trennt. Das ist auch der Grund, warum ich mich als ONE-Jugendbotschafter engagiere. Ich bin mir sicher, dass wir zusammen auch diese Krise überstehen werden. – Ibrahim A., Heidelberg

 

Jugendbotschafter Ibrahim

Ich arbeite als Ernährungswissenschaftlerin in einem Krankenhaus in Kanada. Ich empfinde meinen Aktivismus bei ONE Canada zur Beseitigung extremer Armut und vermeidbarer Krankheiten heute als sinnvoller denn je. Ich spüre eine außerordentliche Solidarität und gegenseitige Hilfe meiner Kolleg*innen im Gesundheitssektor, um die Bedrohung, die jetzt über uns hängt, zu bekämpfen. Lasst uns gemeinsam die COVID-19-Pandemie zu Hause und in der Welt bekämpfen. – Isabelle L., Kanada

The whole world is going through an unprecedented crisis right now. We are currently working on a new series of videos specifically for women, because in these uncertain times, they are the most exposed because they take care of the people who are sick, make up the majority of the health care staff, and also take care of children. As part of our ongoing fight for Gender Equality, we believe it is important to show the world the challenges that women face and to congratulate the courage and strength that they demonstrate daily. – Fatou W. S., Senegal

Vielleicht konnten euch diese Nachrichten ja inspirieren, selbst etwas Gutes zu tun? Fügt jetzt eure Nachrichten hinzu.  Oder teilt den Blog mit Mitmenschen, die eine Mutmacher-Nachricht gerade gut gebrauchen können. 

 

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1. April 2020

1. April 2020 - 16:42

1. Wie steht es um die grüne Mauer in der Sahelzone?
Um die Ausbreitung der Saharawüste zu verhindern, wollen die Länder der Sahelzone bis 2030 zehntausende Quadratkilometer Bäume pflanzen, wie die Deutsche Welle berichtet. Diese „grüne Mauer“ solle sich von der Küste Senegals am Atlantik bis in den Osten Äthiopien erstrecken. Sie wäre 15 Kilometer breit und 7.775 Kilometer lang. Seit 2007 arbeite die Afrikanische Union (AU) an der Initiative. Das Ziel sei, den Verlust von fruchtbaren Böden und die Lebensgrundlage von Millionen Menschen durch die Ausbreitung der Wüste zu stoppen. Das Projekt würde außerdem 250 Millionen Tonnen Kohlenstoff Dioxid binden und zehn Millionen nachhaltige Arbeitsplätze schaffen. Auch die Europäische Kommission habe bereits mehr als sieben Millionen Euro in das Projekt investiert. Dennoch sei der Fortschritt bisher langsam und nach über der Hälfte der Laufzeit erst zu 15 Prozent der Arbeiten umgesetzt. In Äthiopien, Nigeria und dem Senegal seien laut Bericht der Vereinten Nationen bereits große Landflächen erfolgreich wiederhergestellt worden. Im mittleren Afrika, etwa in Burkina Faso, Mali und Niger, sei die Gefährdung durch den Terrorismus jedoch so stark, dass die Entwicklungen erheblich gelähmt worden seien. In diesen Regionen werde aufgrund der kritischen Sicherheitslage auch weniger investiert.

2. Wie afrikanische Machthaber die Coronakrise ausnutzen
In der Frankfurter Rundschau thematisiert Johannes Dietrich, dass einige der afrikanischen Staatsoberhäupter die Coronakrise zu ihren Gunsten instrumentalisieren. Die geplanten Wahlen in Malawi werden nun nicht wie geplant im Mai stattfinden. Aufgrund von Betrugsvorwürfen wäre eine Wiederwahl des langjährigen Staatspräsident Peter Mutharika unwahrscheinlich gewesen. Mit Bezugnahme auf die Corona-Pandemie habe er aber nun den Notstand über das Land ausgerufen. Als Folge können die Wahlen nicht stattfinden. Dabei sei noch kein einziger Covid-19-Fall in Malawi registriert worden. Ähnliche „Schicksalswahlen“ stehen auch in weiteren afrikanischen Staaten wie Guinea, Äthiopien, der Elfenbeinküste und Burkina Faso an. Zudem nutzen viele Staatsoberhäupter die aktuelle Situation, um Wahlkampf zu betreiben. Mit strikten Maßnahmen und schnellen Lockdowns wollen sie Vertrauen erwecken. Faktisch sei ein Lockdown in vielen Regionen, wie etwa in Slums, nicht möglich. Es sei daher bereits zu Protesten gekommen, die mit Gewalt unterdrückt worden seien.

3. Corona und die Folgen für HIV- und Tuberkulose-Patient*innen
In einer Spiegel-Reportage berichtet Anne Backhaus über die Situation für HIV- und Tuberkulose-Vorerkrankte in einem Krankenhaus in Simbabwe. Durch das geschwächte Immunsystem seien HIV-Infizierte einer größeren Bedrohung durch Covid-19 ausgesetzt. In medizinischer Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten, die eine Virusvermehrung hemmen, werde davon ausgegangen, dass die HIV-Patient*innen im Krankenhaus in Simbabwe relativ sicher seien. Jedoch seien viele der HIV-Infizierten zusätzlich von der bakteriellen Infektionskrankheit Tuberkulose betroffen. Laut einer neuen Studie seien Menschen mit Tuberkulose anfälliger, sich mit Corona zu infizieren. Häufiger werde hierbei ein schwerer Verlauf beobachtet. Laut Klinikgründer und Mediziner Ruedi Lüthy, müsse davon ausgegangen werden, dass eine mit HIV infizierte Person innerhalb von zehn Jahren nach Ansteckung auch eine Tuberkulose entwickle und dauerhafte Schäden an der Lunge davontrage. Derzeit bekommen alle 7000 Patient*innen der Klinik eine Tuberkuloseprophylaxe.

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31. März 2020

31. März 2020 - 15:11

1. Abwägen in Zeiten von Corona
Auch in afrikanischen Staaten werden drastische Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie getroffen, wie Thilo Thielke in der Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt. Allerdings könnten die wirtschaftlichen Folgen der Gegenmaßnahmen mitunter fast genauso folgenreich sein wie das Virus selbst, so Seán Mfundza Muller, Dozent am Public and Environmental Economics Research Centre der Universität Johannesburg. Die Geschichte zeige, dass Wirtschaftseinbrüche die Sterblichkeitsrate erhöhen, so der Ökonom. Hunger und soziale Unruhen halte er für sehr wahrscheinliche Folgen der jetzt getroffenen Maßnahmen. Die Maßnahmen einzelner afrikanischer Staaten seien zudem äußerst repressiv, wie Simone Schlindwein in der Tageszeitung (taz) berichtet. In zahlreichen Staaten seien strenge Ausgangssperren verhängt worden. In Ruanda seien so Patient*innen nicht mehr für lebenswichtige Behandlungen ins Krankenhaus gelassen worden. Zwei Männer, die sich daraufhin eine Auseinandersetzung mit Offizieren geleistet haben sollen, seien von der Polizei erschossen worden. Andere Staaten wie Uganda und die Demokratische Republik Kongo haben dagegen kaum Maßnahmen unterbreitet und scheinen mit der Lage überfordert. Die Vereinten Nationen und die Nichtregierungsorganisation Oxfam fordern daher die Weltgemeinschaft zu großzügiger Unterstützung auf, wie unter anderem die Deutsche Welle, Deutschlandfunk und der Bayrische Rundfunk melden. Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) rechne mit einem Einnahmeverlust von über 220 Milliarden US-Dollar für Staaten, die stark von Armut betroffen sind. Damit könne die Hälfte aller Arbeitsplätze in Entwicklungsstaaten aufgrund der Coronakrise verloren gehen.

2. Sierra Leone in der Schuldenfalle
In einer SpiegelReportage thematisiert Alicia Prager, wie die Rückzahlungen von Milliardenkrediten aus der Ebola-Epidemie 2014-2016 Sierra Leone noch heute belasten. Aufgrund der hohen Verschuldung werde vor allem im Gesundheitssektor gespart. Obwohl der Internationale Währungsfond (IWF) dem Staat am Anfang des Ebola-Ausbruchs mehrere hundert Millionen US-Dollar Schulden erlassen habe, seien zwischen 2014 und 2018 wieder 328,7 Millionen US-Dollar Kredite vergeben worden. So sollte die Gesundheitskrise überwunden werden. Die mittlerweile hohen Zinsen bei der Rückzahlung zeigen jedoch scherwiegende Folgen. Das westafrikanische Land sei auf Platz 3 der Länder mit der höchsten Mütter- und Säuglingssterblichkeitsrate. Die Kindersterblichkeitsrate sei extrem hoch. Die Angst vor der Corona-Pandemie sei nach den Erfahrungen mit Ebola extrem hoch. Obwohl noch keine Fälle bestätigt seien, sei der Flugverkehr bereits seit zehn Tagen eingestellt und große Veranstaltungen abgesagt worden. Die Regierung wolle kein Risiko eingehen. Aus dem Kampf gegen Ebola habe man zwar viel gelernt, wie Binsu Mansary, Ärztin in Sierra Leone, erklärt. Dennoch fehle es an Ressourcen wie medizinischem Sauerstoff und vor allem Beatmungsgeräten. Davon gebe es im gesamten Land nur vier Stück. Das Geld, das für die Rückzahlungen verwendet werde, werde im Gesundheitssystem dringend benötigt.

3. Guinea: Umstrittene Verfassungsreform abgesegnet
Bei einem Referendum am vergangenen Sonntag hat sich die Mehrheit der Bevölkerung Guineas für eine Verfassungsreform entschieden, wie Zeit Online und der Deutschlandfunk melden. Etwa 91,6 Prozent der Wähler*innen haben für die neue Verfassung gestimmt. Die Wahlbeteilig habe bei 61 Prozent gelegen. Das Referendum sei von Anfang auf Ende März verschoben worden, da die Opposition und mehrere NGOs zu Boykotten aufgerufen haben. Seit Oktober haben sich verschiedene Oppositionsgruppen in der Allianz National Front for the Defense of the Constitution (FNDC) organisiert. Dabei sei es immer wieder zu mitunter gewaltsamen Zusammenstößen gekommen. Einsatzkräfte seien teilweise mit Tränengas und Schusswaffen gegen Demonstrierende vorgegangen, so Human Rights Watch. Die Verfassungsreform sei umstritten, da sie Präsident Alpha Condé, der bereits seit zehn Jahren an der Regierung sei, eine dritte Amtszeit ermögliche.

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30. März 2020

30. März 2020 - 17:34

1. Corona in Afrika
Immer mehr Coronafälle werden auch in afrikanischen Staaten gemeldet, wie Paul Starzmann und Johannes Dieterich im Tagesspiegel melden. Für den Kontinent wären die Folgen einer Ausbreitung wie in Europa „verheerend“. Die bisher geringe Zahl an gemeldeten Fällen sei höchstwahrscheinlich mangelnder Tests geschuldet, so die Autoren. Tedros Adhanom, Generalsekretär der Weltgesundheitsorganisation (WHO), warnt, dass sich in den kommenden zwei Wochen das „Schicksal Afrikas“ in Bezug auf die Pandemie entscheiden werde. Die momentane Überlastung europäischer und amerikanischer Gesundheitssysteme lasse befürchten, wie katastrophal die Folgen in Staaten mit sehr schwachen Gesundheitssystemen sein werden. Entwicklungsminister Gerd Müller mahnt unterdessen in einem Gastbeitrag im Tagesspiegel an, Entwicklungsländer gerade jetzt nicht allein zu lassen. Wirklich beenden könne man die Pandemie nur mit einer globalen Herangehensweise. Er fordert daher ein entschlossenes internationales Vorgehen. Unterstützung der Industrienationen für stärker von Armut betroffene Staaten solle bereits jetzt erfolgen, so Müller. Er warnt ausdrücklich davor, erst eine etwaige Verschlimmerung der Ausbreitung abzuwarten.

2. Bill Gates: Mahner und Macher
Bill Gates plädiert im Zuge der Corona-Krise für eine Fokussierung auf das Thema Gesundheit und will die Wirtschaft erst einmal hintenanstellen, wie Andrian Kreye in einem Portrait in der Süddeutschen Zeitung schreibt. Gates warne bereits seit Jahren vor einer globalen Epidemie. Deshalb sei die Thematik einer der drei Hauptpfeiler der Bill & Melinda Gates-Stiftung, der er zusammen mit seiner Frau vorsitzt. Die größte Bedrohung der Menschheit sei kein Atomkrieg, sondern eine Epidemie, habe er bereits vor mehreren Jahren geäußert. Seth Berkley, Leiter der Impfallianz Gavi, sagt über Gates, dass er sich mit Impfstoffen wie auch mit Softwares mit großem Interesse auseinandersetze, weil sie günstig zu designen und produzieren seien. Gates plädiere in dem Vorgehen gegen die Corona-Pandemie dementsprechend für einen strategischen Ansatz. Das Militär solle gezielt für eine solche Situation geschult werden. Seine Stiftung arbeite zudem an günstigen Schnelltests.

3. Mali: Parlamentswahl und neue europäische Taskforce
Trotz der Corona-Pandemie und der kritischen Sicherheitslage, wurde in Mali ein neues Parlament gewählt, wie Deutschlandfunk, die Deutsche Welle und evangelisch.de berichten. Die Parlamentswahl sei ursprünglich für 2018 angesetzt gewesen. Aufgrund zahlreicher Terroranschläge islamistischer Gruppierungen sei die Wahl seitdem zweimal verschoben worden. Wegen des Coronavirus habe Präsident Ibrahim Boubacar Keita strenge Hygienemaßnahmen angekündigt, eine Verschiebung jedoch zurückgewiesen. Wie unter anderem die Tagesschau, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und Stern melden, haben elf europäische Staaten eine neue Taskforce für den Anti-Terror-Kampf in Mali und im Sahel gegründet. Mit der Taskforce „Tabuka“, an der sich auch Deutschland beteiligt, soll die Sicherheitslage in Mali und der gesamten Sahelzone verbessert werden. Mehrere hundert Sicherheitskräfte werden dazu unter französischem Kommando ab Sommer in der Region eingesetzt.

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27. März 2020

27. März 2020 - 12:13

1. Corona: Müller fordert Aktionsplan für Entwicklungskänder
Beim gestrigen G20-Sondergipfel per Videokonferenz zur Corona-Pandemie sicherten die teilnehmenden Staats- und Regierungsoberhäupter Entwicklungsländern Unterstützung zur Bewältigung der Pandemie zu, wie unter anderem der Tagesspiegel, Zeit Online und die Frankfurter Rundschau berichten. Insgesamt wollen die G20-Staaten fünf Billionen Dollar in die Weltwirtschaft investieren, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie abzumildern. Entwicklungsminister Gerd Müller orderte zudem ein „umfassendes, international abgestimmtes Stabilisierungspaket“. Darin sollen konkrete Maßnahmen festgelegt werden, wie Entwicklungsstaaten in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, soziale Sicherung und Wirtschaft unterstützt werden können. Er hob hervor, dass nicht nur die humanitären Folgen katastrophal, sondern auch die wirtschaftlichen Folgen weitreichend sein werden. Solche konkreten Maßnahmen seien beim G20-Treffen nicht erarbeitet worden. Jedoch zeigen sich die G20 grundsätzlich bereit, entwicklungspolitische und humanitäre Maßnahmen zu finanzieren.

2. UNICEF warnt vor Rückgang der Impfrate
Aufgrund der gegenwärtigen Corona-Pandemie werden weltweit weniger Kinder geimpft, warnt das UN-Kinderhilfswerk Unicef. Das melden unter anderem die Junge Welt und Yahoo Nachrichten sowie die Agentur AFP. Aufgrund der Ausgangssperren lassen weniger Eltern ihre Kinder impfen. Zudem komme es zu einer „Knappheit“ medizinischer Produkte. Dadurch neigen mehr Eltern dazu, die Impfung aufzuschieben. Dies könne in stärker von Armut betroffenen Ländern verheerende Folgen haben. In vielen Ländern sind andere Infektionskrankheiten wie Cholera oder Masern, für die es bereits einen Impfschutz gibt, weit verbreitet. Ohne Impfung steige auch das Risiko, sich mit diesen Krankheiten zu infizieren. Unicef-Chefin Henrietta Fore fordert daher, die „Immunisierungsbemühungen zu intensivieren“.

3. Mali: Oppositionsführer entführt
Soumaila Cissé, Vorsitzender der malischen Oppositionspartei URD, ist in seinem Wahlbezirk Niafunké entführt worden, wie die Tageszeitung (taz), die Junge Welt und Yahoo Nachrichten melden. Bei einer Wahlkampftour sei es zu einem Überfall mit Schusswechsel gekommen. Seitdem werden Cissé und elf Mitglieder seiner Delegation vermisst. Die URD gab am Donnerstag bekannt, dass die Leiche von Cissés Leibwächter gefunden worden sei. Die Entführung sei auch seitens der Regierung bestätigt worden. Sie bemühe sich um die Auffindung des Vermissten. Derzeit sei kein Erkennungsschreiben bekannt. Mehrere islamistische Terrorgruppen seien in der Region aktiv. Bereits eine Woche zuvor habe die Opposition Sicherheitsbedenken für Politiker*innen im Wahlkampf geäußert.

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26. März 2020

26. März 2020 - 16:06

1. G20: Retter in der Coronakrise?
Angesichts der Coronakrise fordern der Internationale Währungsfond (IWF) und die Weltbank die Stundung von Schulden ärmerer Staaten, wie die Welt, Focus Online und das Handelsblatt melden. Staatliche Kreditgeber sollen Ländern, die stark von Armut betroffen sind, ihre Schuldenrückzahlungen vorerst erlassen. Die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Pandemie seien für Entwicklungsländer ohnehin stärker spürbar. Durch eine Stundung könne ihnen mehr finanzieller Spielraum ermöglich werden, um die Krise zu bekämpfen. Kanzlerin Merkel hofft, im G20-Sondergipfel zu Corona eine international verbindliche Strategie zu erreichen, wie Stern, Welt und Arte berichtet. Das Treffen findet heute per Videokonferenz statt. UN-Generalsektretär António Guterres hat von den Regierungen der G20 Zugeständnisse an Entwicklungsländer und einen internationalen Konjunkturplan gefordert, wie unter anderem die Junge Welt, die Westdeutsche Zeitung der Nordkurier berichten. Er erwarte Informationen der dpa zufolge einen „Plan wie zu Kriegszeiten“ mit einer immensen Ressourcenzuführung. Er appelliert für einen Zinserlass gegenüber stärker von Armut betroffenen Ländern und eine Neuordnung des Handels mit Abbau bürokratischer Hürden im medizinischen Bereich.

2. Corona: Lockdown in Südafrika
Südafrikas Wirtschaft leidet besonders unter der Ausbreitung der Corona-Pandemie, wie die Frankfurter Rundschau und N-tv.de berichten. Die Zahl der Neuansteckungen steige täglich rasant an. Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa habe daher ab Freitag eine dreiwöchige totale Ausgangssperre verhängt. Mit nur 5000 Intensivbetten im ganzen Land und den Prognosen einer Londoner Studie mit bis zu einer Million Infizierten binnen drei Monaten habe die Weltgesundheitsorganisation (WHO) keinen anderen Ausweg gesehen. Jedoch habe eine Ausgangssperre weitreichendere Folgen als in Industriestaaten. Im informellen Wirtschaftszweig, in dem ein Großteil der Townshipbewohner*innen beschäftigt sei, gebe es bei ausbleibender Arbeit auch kein Geld. Die Arbeitslosenrate sei mit etwa 30 Prozent ohnehin schon hoch und der Staat sei stark verschuldet. Unternehmen können daher keine staatliche Unterstützung erhalten und werden wohl Pleite gehen. Die Umsetzung der Maßnahmen sei aber grundsätzlich fraglich, da die Bürger*innen sich nach wie vor in großen Menschenmengen bewegen. Die Lebensbedingungen in Slums lassen eine Umsetzung der Abstandsregelungen für die Bewohner*innen gar nicht erst zu, die geforderten Hygienebedingungen seien ebenfalls nicht gegeben. Es sei möglich, dass der Lockdown wirkungslos bleibt. Dadurch wäre die Wirtschaft sowie die Gesundheit der Bevölkerung durch eine weitere Ausbreitung der Pandemie gefährdet.

3. Terror im Tschad
Wie unter anderem das ZDF, die Frankfurter Rundschau, die Tageszeitung (taz) und die Deutsche Welle melden, sind bei zwei Angriffen der Terrormiliz Boko Haram in Nigeria und Tschad weit über hundert Soldaten getötet und Dutzende verletzt worden. Im Tschad alleine seien 92 Soldat*innen bei Kämpfen mit Boko Haram ums Leben gekommen. Die Armee sei in einen Hinterhalt auf dem Stützpunkt auf der Halbinsel Boma im Tschadsee geraten. Auch zur Verstärkung gesandte Gruppen seien von der Terrormiliz angegriffen worden. Ein ähnlicher Anschlag sei zur selben Zeit in Goneri in Nigeria verübt worden. Durch einen Angriff der Boko Haram seien auch hier Dutzende Soldat*innen gestorben.

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Themensammlung Coronavirus: Alle Infos auf einen Blick

26. März 2020 - 9:03

Das Coronavirus stellt uns vor eine nie dagewesene Herausforderung. Menschen weltweit sind betroffen, unser aller Alltag hat sich über Nacht völlig verändert. Die Pandemie ermahnt uns, wie wichtig es ist, für starke Gesundheitssysteme weltweit zu kämpfen

Doch die Krise erinnert uns auch: In diesen unsicheren Zeiten ist Solidarität und Zusammenhalt wichtiger denn je. In den kommenden Monaten werden wir bei ONE alles dafür tun, Menschen, die besonders stark von der Krise betroffen sind, zu unterstützen. Egal ob diese auf der anderen Straßenseite oder in einem weit entfernten Land leben. 

Auf dieser Seite haben wir einige wichtige Informationen zusammengetragen. Wie kann ich Corona vor meiner Haustür und in der Welt bekämpfen? Wie kann ich mich von meinem Sofa für eine bessere Welt engagieren? Was muss die Politik jetzt tun, um insbesondere Menschen in armen Ländern zu unterstützen? Für regelmäßige Updates von ONE, folgt uns bei Twitter und Facebook. Für medizinischen Rat und amtliche Statistiken besucht die Seite des Robert-Koch-Instituts oder des Gesundheitsministeriums.

Geschichten, die Mut machen

Ibrahim A., ONE-Jugendbotschafter:

Ich habe in Syrien im Krieg in der Notaufnahme gearbeitet. Als Krankenpfleger hat mir dort Hoffnung gegeben, dass auch die schlimmsten Krisen vorbeigehen und Menschen im Notfall zusammenhalten. Wir Menschen sind in Krisen solidarischer als sonst, weil wir merken, dass wir am Ende mehr gemeinsam haben, als uns trennt. Das ist auch der Grund, warum ich mich als ONE-Jugendbotschafter engagiere. Ich bin mir sicher, dass wir zusammen auch diese Krise überstehen werden.

Kornelia F., ONE-Unterstützerin:

Wir sitzen alle in einem Boot, das ist mir jetzt noch mehr bewusst geworden als es vorher schon der Fall war. Ich denke, dieses kleine Virus, was uns gerade in Atem hält will uns sagen: Egoismen und Nationalismen haben hier keinen Platz mehr. Deshalb versuche ich mich noch stärker um andere zu kümmern, weit über die Grenzen hinaus. Ich glaube an eine bessere Welt danach.

Uns erreichen unglaublich viele bewegende Nachrichten von Unterstützer*innen weltweit. Danke, das macht Mut!

Zusammen ist man weniger allein

Zusammen ist man weniger allein – doch in Zeiten von social distancing muss man sich neue Wege überlegen, um gemeinsam aktiv zu werden. Umso mehr freut es uns, wie viele kreative Initiativen und solidarische Aktionen auf Grund des Coronavirus gerade in ganz Deutschland entstehen. 

  • Im Gespräch bleiben: Der Besuch von Enkelinnen oder Pflegern bleibt aus, die große Einsamkeit klopft an? Das “Silbertelefon” bietet eine Hotline, an die sich ältere Menschen wenden können, die einfach mal reden wollen. 
  • Über den Tellerrand blicken: Einkäufe sind aufreibend geworden, die Stimmung angespannt, die Regale vorübergehend leer… Doch was für manche einfach nur lästig ist, kann für Menschen in Risikogruppen eine große Belastung werden. Umso mehr freuen wir uns über Nachbarschaftsinitiativen, die Senior*innen den Gang in den Supermarkt abnehmen. Oder über Menschen, die den Tafeln in diesen schwierigen Zeiten unter die Arme greifen. 
  • Helfende Hände digital: Über 25 000 Menschen haben an dem Wir vs. Virus Hackathon der Bundesregierung teilgenommen. Dabei sind viele großartige Ideen entstanden. Eine die uns besonders gut gefällt ist Match4Healthcare. Mit der App können medizinische Einrichtungen nach Helfer*innen suchen. 
  • Ohren auf: Musik verbindet. Deshalb kann jeder der sich traut, an Balkon-Konzerten teilnehmen. Auch wenn ihr sonst nur unter der Dusch singt – kramt das längst vergessenes Instrument hervor oder singt aus voller Kehle mit den Nachbarn um die Wette. Und auch einige Profimusiker*innen sind beim gemeinsamen Musizieren dabei. Der Pianist Igor Levit streamt jeden Abend ein Live Konzert aus seiner Wohnung und unsere Freund*innen von Global Citizen bringen Popstars weltweit bei der virtuellen Konzertreihe #TogetherAtHome zusammen. 
  • Niemanden zurücklassen: Die Krise trifft nicht nur Deutschland, sondern Menschen weltweit. Auch an den EU-Außengrenzen. Die Kampagne #LeaveNoOneBehind macht auf die Situation von Geflüchteten und Obdachlosen aufmerksam. Unterzeichne jetzt ihre Petition.

Kennt ihr weitere Initiativen, die gerade besonders wichtige und gute Arbeit machen? Dann schreibt es uns in die Kommentare.

Tipps und Leseempfehlungen
    • Wann gibt es einen Impfstoff und wie können wir in Zukunft solche Ausbrüche verhindern? Diese und andere Fragen rund um das  Coronavirus treiben uns gerade um – wir haben deshalb darüber geschrieben. 
    • Auch wenn uns das Coronavirus vor unserer eigenen Haustür gerade besonders beschäftigt, werfen wir auf unserer Website einen Blick auf die Entwicklungen in Afrika. Denn Viren kennen keine Grenzen, Solidarität übrigens auch nicht. 
    • Social Distancing ist notwendig, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Doch zum Glück gibt es viele gute Möglichkeiten, sich auch in den eigenen vier Wänden für eine bessere Welt zu engagieren. 
    • Leider sind aktuell viele Falschnachrichten im Umlauf. Uns hilft der Faktencheck von Correctiv, um den Durchblick zu behalten.  
    • Euch schwirrt der Kopf bei so vielen Nachrichten zu Corona? Wir lieben Quarks, ein öffentlich-rechtliches Wissensmagazin, für die super anschaulichen Erklärvideos. Auf ihrem YouTube-Kanal beantworten sie viele spannende Fragen rund um den Corona-Virus.
    • Ihr sprecht mit Kindern über Corona? Dann hilft euch vielleicht die ZDFtivi Logo – Themenseite. Dort findet ihr viele kindgerechte Informationen. Oder ihr beteiligt euch an der Regenbogen – Aktion. Wir freuen uns auf jeden Fall über jeden einzelnen Regenbogen, den wir entdecken.

In Zeiten von #COVID19 wollen wir hören, welche Nachrichten Euch in letzter Zeit Mut gemacht haben ???? @ONEscherwin sieht Zeiten wie diese als einen Test für uns alle, den wir bestehen, wenn wir zusammenhalten. Mach mit: https://t.co/CvxNswup1x ✍️ #MondayMotivation #ONEActivists pic.twitter.com/Q1KWDaTL3D

— ONE in Deutschland (@ONEDeutschland) March 30, 2020

Wir hoffen ihr findet diese Übersicht hilfreich. Falls wir was vergessen haben, lasst uns gerne einen Kommentar da. An dieser Stelle wollen wir von ONE noch Danke sagen. Danke an alle, die unseren Alltag in Krisenzeiten möglich machen. Und ein herzliches Dankeschön an alle Menschen, die in diesen unsicheren Zeiten Solidarität mit Schwächeren zeigen.

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Couch-Aktivismus – 5 Ideen für dein Engagement in den eigenen vier Wänden

25. März 2020 - 16:40

Du denkst Aktivist*in sein heißt auf Demos gehen und laut sein oder mit Menschen auf der Straße ins Gespräch kommen? Du glaubst, dass man vor die Tür gehen muss, um sich zu engagieren? Weit gefehlt! Auch aus dem eigenen Wohnzimmer heraus gibt es viele tolle Möglichkeiten aktiv zu werden. Und das Beste daran? Du musst dafür noch nicht mal von deinem Sofa aufstehen.

Die COVID-19-Epedemie zwingt uns aktuell zuhause zu bleiben. Und solange wir uns nicht im schwierigen Spagat zwischen Home Office und Kinderbetreuung befinden, haben wir auf einmal sehr viel von etwas, das sonst ein kostbares Gut ist: Zeit. Warum nutzen wir diese neu gewonnene Zeit nicht, um endlich sozial aktiv zu werden und uns für eine gerechtere Welt einzusetzen? Wie das in Zeiten sozialer Distanzierung gehen soll, fragst du dich? Wir haben dir hier ein paar Anregungen zusammengestellt.

  1. Informier dich

Du möchtest dich für das Ende extremer Armut einsetzen oder für Gleichberechtigung, aber du hast das Gefühl, dass dir dafür das Hintergrundwissen fehlt? Dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um dich über dein Herzensthema schlauzumachen. Schnapp dir ein Buch, recherchiere nach wissenschaftlichen Artikeln oder höre einen Podcast. Es gibt so viele Möglichkeiten dein Wissen zu erweitern. Vielleicht gibt es ja auch Filme oder Serien, die sich mit deinem Thema beschäftigen?

Wissen ist Macht.

Deine neu gewonnenen Perspektiven werden sich in deinem künftigen Engagement sicher auszahlen.

Dir fehlt die Inspiration für dein nächstes Leseabenteuer? Hier findest du die Insider-Tipps unseres Policy-Teams (auf Englisch).

Du möchtest die Zeit nutzen, um mehr afrikanische Autor*innen kennenzulernen? Dann findest du hier unsere Leseempfehlungen.

  1. Mobilisiere dein Umfeld

Du hast gerade keine Möglichkeit deine Freund*innen persönlich zu treffen? Kein Problem. Es gibt genug andere Wege dein Umfeld zu mobilisieren. Gerade, wenn du nicht rausgehen kannst, ist es umso wichtiger, deine sozialen Kontakte anderweitig aufrechtzuerhalten.

ONE-Jugendbotschafterin Anne spricht mit ihren Freund*innen übers Telefon über eine starke Europa-Afrika-Partnerschaft in Zeiten von COVID-19.

Du hast gerade ein spannendes Buch einer inspirierenden Aktivistin gelesen? Dann teile doch deine Buchempfehlungen mit deinen Freunden auf WhatsApp oder Telegram. Du hast gerade eine coole Kampagne entdeckt? Dann leite sie doch per E-Mail an deine Familie weiter. Und wolltest du nicht sowieso mal wieder mit deinen Freund*innen Skypen? Dann nutzt die Zeit, um euch über euer Engagement zu unterhalten oder, um eine gemeinsame Aktion zu planen.

  1. Werde Online-Aktivist*in

Das Internet bietet tolle Möglichkeiten, sich auch von zuhause aus zu engagieren – ohne, dass du dich dafür groß bewegen musst. Die einfachste Möglichkeit: Petitionen unterzeichnen und diese mit deinen Freund*innen teilen. Setz dich doch zum Beispiel mit ONE und Gavi für den Ausbau von Gesundheitssystemen weltweit ein.

Wenn du mehr Zeit hast, kannst du die sozialen Medien nutzen, um dich aktiv in gesellschaftliche Debatten einzubringen. Du bist bereits Social Media-Profi? Dann nutze Facebook, Instagram, Twitter und Co. doch für einen Online-Protest. Schreibe deine Botschaft auf ein Papp-Schild und poste es auf deinen Kanälen. So zeigst du auch in Zeiten sozialer Isoliertheit deine Solidarität. Wie hier zum Beispiel unser Team in Frankreich.

Das ONE-Team in Frankreich zeigt seine Solidarität.

Tipp: Als ONE-Unterstützer*in informieren wir dich immer über aktuelle Möglichkeiten online aktiv zu werden.

  1. Plane deine nächsten Aktionen

Ja, es wird auch eine Zeit nach Corona geben! Und genau dafür kannst du dich jetzt vorbereiten. Du hast Lust mal hinter einem Infostand zu stehen, eine Veranstaltung oder einen Workshop zu organisieren oder vielleicht sogar eine*n Politiker*in aus deinem Wahlkreis zu treffen? Dann ist jetzt genau die richtige Zeit deine Aktion zu planen. Gute Vorbereitung ist bereits die halbe Miete. Und mit einem gut ausgearbeiteten Plan in der Tasche, wirst du dich umso mehr freuen, wenn du dann endlich richtig durchstarten kannst.

ONE-Jugendbotschafter*innen in Aktion.

Du weißt noch gar nicht, wofür du dich engagieren willst? Dann starte doch ONE Regional in deiner Stadt!

  1. Werde kreativ mit deinen Kindern

Du musst dich den ganzen Tag um deine Kinder kümmern und hast eigentlich gar keine Zeit dich mit anderen Dingen zu beschäftigen? Warum engagierst du dich dann nicht einfach zusammen mit ihnen? Um ihnen zu zeigen, dass auch andere Kinder zuhause bleiben müssen und sie damit nicht alleine sind, kannst du mit ihnen zum Beispiel an dieser schönen Aktion teilnehmen. Viele Eltern in Deutschland und anderen Ländern malen aktuell Regenbögen mit ihren Kindern und hängen sie gut sichtbar für andere Kinder und Erwachsene ins Fenster.

Regenbögen an Fenstern geben nicht nur Kindern Hoffnung.

Du bastelst gerne? Dann ist „Craftivism“ genau das Richtige für dich! Und auch deine Kinder werden es lieben. Tob dich doch einfach kreativ aus und verbinde dein Werk mit einer politischen Message. Anregungen dafür findest du hier. Natürlich kannst du diese Ideen auch ohne Kinder umsetzen.

Wie du siehst, braucht es nicht viel, um aktiv zu werden. Also gib dir einen Ruck. Auch als Couchpotato kannst du dich für eine bessere Welt einsetzen. 

Dir fallen noch mehr Möglichkeiten ein sich von zuhause aus zu engagieren? Dann ab damit in die Kommentare!

 

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25. März 2020

25. März 2020 - 11:51

1. Tuberkulose noch immer die tödlichste Infektionskrankheit weltweit
Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind lebensrettende Medikamente gegen Tuberkulose für einen Großteil der Weltbevölkerung nicht zugänglich, wie Zeit Online, T-Online und Domradio.de berichten. Das Ziel bis 2030 Tuberkulose zu besiegen, sei damit noch in weiter Ferne. Nach wie vor sei Tuberkulose, die am weitesten verbreitete Infektionskrankheit der Welt mit den meisten Todesfällen. Täglich sterben mehr als 4000 Menschen weltweit an Tuberkulose. Ein Viertel der Weltbevölkerung, etwa zwei Milliarden Menschen, trage das Virus in sich. Beim letzten Tuberkulosegipfel 2018, haben die Regierungen der Welt versprochen bis 2022 mindesten 30 Millionen Menschen vorbeugend zu behandeln. 2018 seien nur etwa 2,2 Millionen Menschen vorbeugend behandelt worden. Nur ein Viertel der Kinder, die in Familien mit einer erkrankten Person leben, haben eine vorbeugende Behandlung erhalten. Trotz der Coronakrise dürfe der Kampf gegen Tuberkulose nicht unterbrochen werden, so WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus.

2. Mosambik: 64 Tote in LKW gefunden
Wie unter anderem der Tagesspiegel, die Frankfurter Rundschau, Spiegel und die Deutsche Welle melden, sind in Mosambik mindestens 64 Menschen in einem LKW-Container erstickt. 14 weitere haben überlebt. Am Dienstag seien sie in einem LKW in der Hauptstadt Maputo bei einer Kontrolle entdeckt worden. Es werde davon ausgegangen, dass es sich bei der Gruppe um Migrant*innen und Geflüchtete handelt. Vermutungen zufolge hätten sie aus Malawi kommend von Schleusern illegal nach Südafrika gebracht werden sollen. Mosambik gelte als eines der wichtigsten Transitländer für Geflüchtete aus Äthiopien nach Südafrika.

3. Kenia: Millionen Schutzmasken verschwunden
In Kenia ist eine Lieferung von sechs Millionen Atemschutzmasken der Bundeswehr verloren gegangen, melden unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Frankfurter Rundschau, die Welt, Spiegel und RTL. Das Bundesverteidigungsministerium prüfe den Vorfall noch. Eine Ministeriums-Sprecherin betonte jedoch, dass kein finanzieller Schaden entstanden sei, da die Masken noch nicht geliefert und bezahlt worden seien. Unklar sei noch, welche Rolle Kenia bei der Beschaffung der Masken spiele. Die Schutzmasken werden in deutschen Krankenhäusern angesichts der Corona-Pandemie dringend benötigt. Die Bundeswehr sei durch den Krisenstab der Bundesregierung mit dem Einkauf von Schutzmaterial beauftragt worden. Laut eines vertraulichen Ministeriumsberichts sei „die Ware am Flughafen in Kenia verschwunden“. Die Auswirkungen auf die Versorgung in Deutschland seien nicht besorgniserregend. Die sechs Millionen Masken seien eine von mehreren großen Lieferungen gewesen.

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Viren kennen keine Grenzen – COVID-19 in Afrika

25. März 2020 - 11:47

Seit Anfang des Jahres dominiert die Verbreitung des Coronavirus die Nachrichten, und das aus gutem Grund. Bislang hat das Virus weltweit über 200.000 Menschen infiziert, etwa 8.000 sind an ihm gestorben.

Wie entwickelt sich COVID-19 in Afrika?

Am 28. Februar meldete Nigeria den ersten bestätigten Fall von COVID-19 in Afrika südlich der Sahara. Das Virus wurde nach einer Europareise eingeschleppt. Auch in vielen anderen Ländern, z.B. in Ghana, Äquatorial-Guinea und der Demokratischen Republik Kongo, wurde das Coronavirus zuerst an den internationalen Flughäfen festgestellt.

Inzwischen gibt es in fast allen afrikanischen Ländern bestätigte Fälle. Wie sich diese entwickeln, kannst du in unserem Dashboard sehen. Auf der Startseite bekommst du einen Überblick über die Weltregionen im Vergleich. Wenn du „Country Detail“ auswählst, kannst du sehen, wie sich das Virus in einzelnen Ländern ausbreitet.

Und wo liegen die Herausforderungen?

In von Armut betroffenen Ländern – und dazu gehören viele in Afrika – gibt es drei Herausforderungen:

1) Die sofortige Reaktion

Auch in Afrika haben mehrere Länder ihre Grenzen komplett oder teilweise geschlossen. In der Mehrheit der Länder sind derzeit die Schulen geschlossen. Viele Kirchen, Moscheen und andere religiöse Einrichtungen haben zugemacht.

Aber nicht nur viele Staaten, sondern auch die Afrikanische Union haben Maßnahmen ergriffen: Das Afrikanische Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention (African Centre for Disease Control and Prevention, African CDC) hat über 40 Ländern Corona-Testkits zur Verfügung gestellt. Diese können allein dadurch über 10.000 Personen auf eine COVID-19-Infizierung testen. Auch Fieberscanner und weiteres dringend notwendiges medizinisches Material wird vom African CDC zur Verfügung gestellt. Die Fluggesellschaft Ethiopian Airlines hat angeboten, dies zu verteilen. Nicht zuletzt hat das African CDC Hunderte von Vertreter*innen der Mitgliedstaaten in verbesserter Überwachung, Infektionsprävention und -kontrolle, Risikokommunikation und Fallmanagement geschult und Personal zur Unterstützung der Reaktion in einigen betroffenen Mitgliedstaaten eingesetzt. Und während sich COVID-19 weiter verbreitet, passt das African CDC seine Aktivitäten an.

2) Der Aufbau von Kapazitäten, die zur Verhütung, Erkennung und Reaktion auf künftige Bedrohungen erforderlich sind

Afrikanische Länder werden aus einem Grund stärker unter den Folgen von COVID-19 leiden als wir: aufgrund schwacher Gesundheitssysteme. Das kann bedeuten, dass die nächste Ärztin oder der nächste Arzt zu weit weg ist. Dass es nicht genug Betten in Krankenhäusern gibt. Oder schlichtweg das Thermometer fehlt, um Fieber zu messen.

Wozu das führen kann, wurde beim Ebola-Ausbruch 2015, der vor allem in Westafrika viele Opfer forderte, sichtbar. Zum Glück haben viele Länder ihre Gesundheitssysteme in den letzten Jahren stärken können. So wird mithilfe deutscher Gelder in Guinea, Liberia und Sierra Leone Gesundheitspersonal ausgebildet und die universelle Gesundheitsversorgung gestärkt. In der ganzen Region wurden Pläne erstellt, um eine Epidemie früh zu erkennen und Maßnahmen ergreifen zu können.

Trotz aller Anstrengungen: Die Gesundheitssysteme sind weiterhin unterfinanziert. Wenn das Coronavirus auch in Afrika zu einer echten Pandemie wird, bricht die Gesundheitsversorgung wahrscheinlich zusammen.

Die Lehre daraus kann nicht klarer sein: Krankheiten kennen keine Grenzen. Die globale Gesundheitssicherheit ist nur so stark wie die schwächsten Gesundheitssysteme der Welt. Dies zeigen uns Epidemien wie das Coronavirus. Es liegt in unser aller Interesse, überall in bessere Gesundheitssysteme zu investieren, um die Menschen gesund, sicher und frei von vermeidbaren Krankheiten zu halten.

3) Die wirtschaftlichen Folgen

Die UN-Wirtschaftskommission für Afrika schätzt, dass das Wirtschaftswachstum in Afrika um die Hälfte zurückgehen könnte. Grund dafür sind Unterbrechungen in Lieferketten, sinkende Investitionen und geringere Rücküberweisungen.

Viele afrikanische Länder handeln mit Rohstoffen. Dazu gehört zum Beispiel Öl, aber auch Lebensmittel. Gleichzeitig wird in Afrika viel Kleidung produziert. Außerdem ist für viele Länder Tourismus eine oder sogar die wichtigste Einnahmequelle. Aufgrund der Wirtschaftskrise, die aus den Folgen des Coronavirus entstanden ist, sinkt die Nachfrage nach diesen Produkten und Dienstleistungen. Das bedeutet Preisverfall – und als Folge eine schlimme Wirtschaftskrise für die Staaten. Wenn die Wirtschaft einbricht, brechen auch die Einnahmen aus Rohstoffexporten, Einfuhrzöllen und Steuern ein – und damit wird es für die Regierungen noch schwerer, Bildungs- und Gesundheitssysteme zu finanzieren. Für viele Menschen bedeutet die Wirtschaftskrise den Verlust des eigenen Arbeitsplatzes.

Aufgrund der zu befürchtenden Rezession haben ausländische Investoren bereits begonnen, ihr Geld aus Aktien und Anleihen in Schwellenländern zu ziehen. Bereits in den ersten zwei Monaten des Jahres 2020 haben sie 78 Milliarden US-Dollar abgezogen. Das ist dreimal so viel wir in den ersten drei Monaten der globalen Finanzkrise 2008!

 

Umso länger es dauert, bis wir COVID-19 weltweit in den Griff bekommen, umso größer wird die Herausforderung, mit den Folgen umzugehen. Die Gesundheitsausgaben könnten auf dem afrikanischen Kontinent unerwartet um bis zu 11 Milliarden US-Dollar ansteigen, um das Virus einzudämmen. Gleichzeitig könnten Einnahmeverluste die Schuldenlast verschlimmern, da mehr als ein Drittel der afrikanischen Länder entweder bereits in Schuldennot ist oder Gefahr läuft, in Schuldennot zu geraten. Darum benötigen viele Staaten des Kontinents Unterstützung im Kampf gegen das Coronavirus – auch von Deutschland und der EU: Kurzfristig muss medizinisches Equipment zur Verfügung gestellt werden, langfristig die Gesundheitssysteme weiter gestärkt werden. Wirtschaftlich muss es in Afrika wie in Europa darum gehen, Jobs zu retten und verstärkt zu investieren.

 

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24. März 2020

24. März 2020 - 14:52

1. Corona in Afrika: Alarmglocken schrillen
Wie unter anderem das Süddeutsche Zeitung, ZDF und SAT.1 melden, warnt die Welthungerhilfe vor den drastischen Folgen einer bevorstehenden Corona-Pandemie auf dem afrikanischen Kontinent. Marlehn Thieme, Präsidentin der Welthungerhilfe, geht davon aus, dass mit vielen Toten zu rechnen sei. Vor allem in Gebieten mit kaum existenten Gesundheitssystem werden die Folgen des Virus verheerend sein. Die offiziell geringen Zahlen kommen aufgrund mangelnder Tests zustande, so Thieme. Die norwegische Regierung will einen Corona-Fonds unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen (UN) aufbauen, wie das Handelsblatt, Focus Online und die Deutsche Welle melden. Damit soll vor allem Entwicklungsländern bei der Bewältigung der Krise und den langfristigen Folgen geholfen werden. Die UN prüfe den Vorschlag. Zdf.de und Stern melden zudem, dass UN-Generalsekretär António Guterres angesichts der Corona-Pandemie einen weltweiten Waffenstillstand fordert. Eine Niederlegung aller gewaltsamen Konflikte sei nötig, um die Sicherheit in der Corona-Pandemie zu gewähren. Nur so könne man humanitäre Korridore für Zivilist*innen schaffen. Sie gelte es vor den Folgen der Pandemie zu schützen. Alle Staaten müssten ihre Kapazitäten auf die Bekämpfung des Virus fokussieren.

2. Kamerun: Wut gegen Deutsche
Nicht alle Deutschen werden bei den weltweiten Rückholaktionen des Auswärtigen Amts berücksichtigt, wie der Tagesspiegel, das Hamburger Abendblatt und die Tageszeitung (taz) berichten. Jenseits von Tourismusgebieten können Reisende nicht einfach vom Auswärtigen Amt oder privaten Reiseunternehmen zurückgeholt werden. Insgesamt seien rund 300.000 EU-Bürger*innen als Forscher*innen, Handlungsreisende oder Entwicklungshelfer*innen im Ausland und müssen um ihre Rückkehr bangen. Etwa zwei Forschungsteams der Hamburger Universität sowie Mitarbeiter*innen der Münchner Uniklinik sitzen in Kamerun fest. Die Grenzen des afrikanischen Staats seien geschlossen. Die Sicherheitslage sei vor allem für ausländische Reisende zunehmend angespannt. Im Land steige die Angst vor dem Coronavirus. Vor allem europäische Reisende werden dafür verantwortlich gemacht, das Virus ins Land zu bringen. Sie müssen mit Anfeindungen bis hin zu tätlichen Angriffen rechnen. Reisenden werde daher von der Botschaft geraten sich nicht derzeit nicht außerhalb ihrer Hotels aufzuhalten. Jedoch sei fraglich, wie lange diese noch geöffnet sind und wie dann die Lage für die Betroffenen aussieht. Um die Betroffenen aus dem Land ausfliegen zu können, bemühe sich die deutsche Botschaft derzeit noch um eine Sondergenehmigung.

3. Guinea: Tote bei Wahlen
In Guinea sind bei der Parlamentswahl am vergangenen Sonntag mehrere Menschen ums Leben gekommen, wie das ZDF, die Frankfurter Rundschau, die Deutsche Welle und der Deutschlandfunk melden. Die Wahlen seien zuvor bereits mehrmals verschoben worden. Trotz der Corona-Pandemie habe die Regierung dieses Mal auf die Durchführung des Urnengangs bestanden. Während der Wahl sei es in der Hauptstadt Conakry zu Ausschreitungen gekommen. Anhänger der Oppositionen seien in Kämpfe mit der Polizei geraten. Laut Opposition seien dabei zehn Menschen getötet worden. Die Regierung spreche von zwei Todesopfern. Seitens der Opposition werde befürchtet, dass der derzeitige Präsident Alpha Conde seine bereits zehnjährige Amtszeit weiter verlängert. Bei den Wahlen sei über ein neues Parlament und eine neue Verfassung abgestimmt worden, die eine dritte Amtszeit Condes ermöglichen würde. Insgesamt seien seit Oktober bei Ausschreitungen um die Proteste der Opposition über dreißig Menschen ums Leben gekommen.

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23. März 2020

23. März 2020 - 14:39

1. Afrikas Jugend optimistisch
In der Süddeutschen Zeitung thematisiert Anna Reuß die Ergebnisse der ‚African Youth Survey‘. Für die Umfrage seien junge Erwachsene auf dem gesamten afrikanischen Kontinent zu ihren Hoffnungen und ihrer Identität befragt worden. Ein Großteil der jungen Generation sei optimistisch. Sie glauben daran, etwas verändern zu können, würden in Bildung investieren, sparen und wollen gründen. Auch in Ländern mit kritischer Sicherheitslage oder Folgen von Naturkatastrophen seien die jungen Menschen zuversichtlich, dass sich ihre Situation verbessert. Anders als bei den älteren Generationen werden die Folgen des Kolonialismus von einer Mehrzahl der Befragten nicht mehr als Entwicklungsemmnis wahrgenommen. Die Haltung gegenüber der Europäischen Union sei überwiegend positiv. In Konfliktgebieten wünsche man sich vor allem Stabilität und Demokratie. In anderen Regionen wünschen sich die Menschen eine weitreichendere Digitalisierung sowie Finanzmittel, um Unternehmen zu gründen. Die meisten Befragten bewerten gutbezahlte Jobs, Frieden, Stabilität und die Eindämmung von Korruption als die wichtigsten Pfeiler für eine gute Zukunft.

2. UN beklagt: Wassermangel
Wie unter anderem Tagesschau.de, Zdf.de, Focus Online, Zeit Online, Wallstreet Online und der Deutschlandfunk melden, hat sich laut Weltwasserbericht der Vereinten Nationen (UN) der Wasserverbrauch in den letzten hundert Jahren versechsfacht. Zudem habe sich die Wasserqualität insgesamt verschlechtert. 2,2 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser, etwa ein Viertel der Weltbevölkerung. Laut Bericht führen Bevölkerungswachstum, Wirtschaftswachstum sowie veränderte Konsumgewohnheiten dazu, dass der Wasserverbrauch weiterhin um ein Prozent pro Jahr steige. Die Erderwärmung führe zur Häufung von Extremwetterereignissen. In bereits jetzt von Hitzewellen und Starkregenfällen betroffenen Gebieten werde sich die Lage noch verschlechtern. Auch noch nicht betroffene Regionen würden zukünftig die Folgen spüren und unter „Wasserstress“ geraten. Die UN schlägt in ihrem Bericht vor, die Wassernutzung an den Klimawandel anzupassen. Zudem sei die nachhaltige Nutzung von Wasserressourcen der Schlüssel für die Lösung der Klimakrise, wie Ulla Burchardt, Vorstandsmitglied der Deutschen UNSECO-Kommission, erklärt. Bisher sei das Wassermanagement unterfinanziert. Die UN fordere daher mehr Investitionen. Eine große Herausforderung werde in der Landwirtschaft gesehen. Zudem trage die deutsche Lebensmittelindustrie zur Wasserknappheit bei, indem sie mit ihren Lieferketten in die lokalen Begebenheiten von Flüssen eingreife, wie die Umweltorganisation WWF kritisiert.

3. Mali: Angriff auf Militärposten
In der Region Gao im Norden Malis wurde ein Anschlag auf ein Militärlager verübt, wie Zeit Online, der Deutschlandfunk und die Deutsche Welle berichten. 29 Soldat*innen seien getötet worden und fünf weitere verletzt. Die Armee mache Dschihadisten, die in Verbindung mit Al-Qaida stehen, verantwortlich. Offiziell seien die Täter noch nicht bekannt. Seit Jahren gebe es im Norden Malis gewaltsame Konflikte zwischen der Armee und islamistischen Gruppen. Die Milizen schaffen es immer wieder, Teile des Nordens zu kontrollieren. Sie wollen ihren Geltungsbereich weiter südlich erweitern. Durch Angriffe auf Militärposten können die Extremisten ihre Waffenlager immer weiter aufstocken. Trotz internationaler Einsätze sei die Lage in Mali laut Expert*innen „äußerst instabil“.

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20. März 2020

20. März 2020 - 15:16

1. Im Fokus: Naturschutz in der Entwicklungszusammenarbeit
Simone Schlindwein und Daniél Kretschmar thematisieren in der Tageszeitung (taz) den teilweise undurchsichtigen Einsatz deutscher Entwicklungsinvestitionen im Bereich Umweltschutz. Simon Counsell, langjähriger Direktor der britischen Rainforest Foundation und Anwalt für die Rechte indigener Bewohner*innen, kritisiert die Intransparenz der Mittelvergabe. Wenn durch Entwicklungsgelder Menschenrechtsverletzungen passieren, mache sich Deutschland   mitverantwortlich für das, was mit dem Geld passiere. Laut der Europäischen Kommission und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) haben sich die deutschen Entwicklungsausgaben zwischen 2007 und 2018 verdoppelt, während sich der darin enthaltene Anteil für Biodiversität versiebenfacht habe. Jüngste Tendenzen zeigen, dass das Geld für den Naturschutz zunehmend in Trustfonds investiert werde. So könne ein Basiskapital angelegt werden, anstatt immer wieder einzelne Projekte zu fördern. Die Finanzierung des Artenschutzes durch Treuhandfonds sei umstritten, da vielfach nur die Rendite und eigene Beschäftigungsbeschaffung westlicher Verwaltung im Fokus stehe, so die taz-Autor*innen. Counsell hebt hervor, dass eigentlich die Menschen, die in den Gebieten im Einklang mit der Natur leben, im Zentrum der Naturschutzbemühungen stehen sollten.

2. DR Kongo: Kommt der Staudamm?
Das Bauvorhaben eines dritten Teils des Staudamms „Grand Inga“ in der Demokratischen Republik Kongo sei umstritten, wie Clarissa Herrmann in der Deutschen Welle berichtet. Das Gesamtprojekt Grand Inga sei in drei Anlagen unterteilt, die insgesamt die Energieversorgung des halben Kontinents abdecken sollen. Kongo sei auf finanzielle Zusagen angewiesen, um den Bau zu realisieren. Die Weltbank habe sich bereits 2016 aus dem Projekt zurückgezogen. Zudem seien mehrere ausländische Geldgeber*innen abgesprungen. Auch die eigentlich zugesicherte Unterstützung Südafrikas sei finanziell und energetisch nicht sinnvoll, wie die Forschungsinstitute „Congo Research Group“ und „Phuzumoya Consulting“ in ihrem Projektbericht schreiben. Darüber hinaus seien die Auswirkung des Vorhabens auf Umwelt und Anwohner*innen kritisch. Zehntausende Menschen müssten ihre Heimat verlassen. Frauen, die in der Landwirtschaft arbeiten, würden ihre Lebensgrundlage verlieren. Zudem erlangen sie auch keinen eigenen Nutzen vom neuen Kraftwerk und keinen Zugang zu Elektrizität. Wasserkraft sei zwar abgesehen vom Dammbau selbst CO2-neutral, aber dennoch seien verheerende Auswirkungen auf das Ökosystem zu erwarten. Der neue kongolesische Präsident Félix Tshisekedi bevorzuge eine kleine Variante von Inga III. Die dezentrale Energiegewinnung werde aufgrund sinkender Kosten für Solar- und Windenergie immer attraktiver.

3. Parlamentswahl in Mali
Nach offiziellen Angaben gibt es noch keine bestätigten Corona-Fälle in Mali und die Parlamentswahlen am 29. März finden statt, wie Katrin Gänsler in der Tageszeitung (taz) berichtet. Es gebe jedoch Mutmaßungen, dass es Covid-19-Fälle in der Hauptstadt Bamako gebe. Durch internationale Truppen und Missionen gebe es einen regen internationalen Kontakt. Premierminister Boubou Cissé habe erklärt, dass die Wahlen unabhängig von bis dahin auftretenden Infektionen stattfinden werden, da es „um das Überleben der Nation“ gehe. Der Druck für neue Wahlen sei enorm, da die letzten Wahlen 2013 gewesen seien und die reguläre Legislaturperiode bereits beendet sei. Seit 2018 seien die Wahlen mehrfach verschoben worden. Die Sicherheitslage sei nach wie vor kritisch. Im Norden des Landes seien seit acht Jahren islamistische Gruppen aktiv. Es komme immer wieder zu schweren Menschenrechtsverletzungen. Zudem bestehe eine große Angst vor Anschlägen am Wahltag. Viele Orte seien gänzlich von Terrorgruppen kontrolliert und außerhalb des Einflussgebiets des Staats.

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Was du über das Coronavirus wissen solltest

20. März 2020 - 10:15

Der Ausbruch des Coronavirus (COVID-19) ist eine unglückliche Erinnerung daran, dass Krankheiten keine Grenzen respektieren. Innerhalb weniger Monate hat das Virus den Erdball überrollt und bereits über 200.000 Menschen in über 100 Ländern infiziert. Die Angst und Unsicherheit stört die Finanzmärkte und beherrscht die Nachrichten. Auch bei uns in Europa gibt es fast kein anderes Thema mehr.

Bei ONE verfolgen wir COVID-19 genau. Der Ausbruch erfordert eine sofortige Reaktion – aber wir sollten auch in die Zukunft schauen und überlegen, was nötig ist, um diese Art von Ausbrüchen zu verhindern.

Hier sind ein paar wichtige Dinge, die du unserer Meinung nach wissen solltest.

Wie sieht es mit einem Impfstoff aus?

Impfstoffe sind der wirksamste Weg, um Infektionen zu verhindern. Derzeit gibt es Impfungen, um einige der tödlichsten und ansteckendsten Krankheiten der Welt, wie Masern, Lungenentzündung, Keuchhusten, Grippe, HPV und Cholera, zu verhindern.

Da es sich bei COVID-19 jedoch um ein neuartiges Virus handelt, gibt es noch keinen Impfstoff. Ein Impfstoff gegen COVID-19 befindet sich in der Entwicklung, wobei mehrere Unternehmen zusammenarbeiten und einige potenzielle Impfstoffe in der Pipeline sind. Es wird jedoch mindestens 12 Monate dauern, bis ein wirksamer Impfstoff zur Verfügung steht, da die Zeit für Sicherheitstests, Herstellung und Vertrieb sehr lang ist.

Sobald sich ein Impfstoff als wirksam erweist, könnten internationale Akteure wie die Impfallianz Gavi eine entscheidende Rolle spielen, um sicherzustellen, dass der COVID-19-Impfstoff die Menschen in den ärmsten und am stärksten gefährdeten Ländern erreicht. Der jüngste Impfstoff für den Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo ist ein Beispiel dafür, wie dies funktionieren könnte.

Neugierig, wie Impfstoffe funktionieren? Wir haben fünf Fakten zu Impfungen.

Wie können wir diese Art von Ausbrüchen in Zukunft verhindern?

Vorsorge ist besser als Nachsorge! Dies trifft besonders auf die Vorbereitung und Reaktion auf Epidemien zu. Zu Recht haben viele Länder und internationale Organisationen schnell reagiert, als sich COVID-19 auszubreiten begann. Aber eine gute Reaktion hängt von einer noch besseren Vorbereitung ab.

Seit Jahren warnen Experten davor, dass die nächste große Pandemie eine Frage des “wann” und nicht des “ob” ist. Diese Warnung wird auch dann noch wahr sein, wenn die unmittelbare Bedrohung durch COVID-19 nachlässt.

Vor diesem Hintergrund muss die internationale Gemeinschaft sicherstellen, dass drei Arten von Finanzierung für COVID-19 und künftige Pandemien zur Verfügung stehen: 1) sofortige Reaktion, 2) Bewältigung der wirtschaftlichen Auswirkungen und 3) Aufbau der Kapazitäten, die zur Verhütung, Erkennung und Reaktion auf künftige Bedrohungen erforderlich sind.

Alle drei Interventionen werden benötigt, um die Gesundheitssicherheit heute zu verbessern und sicherzustellen, dass wir auf die nächste große Gesundheitsbedrohung vorbereitet sind.

Wir bei ONE setzen uns für starke und effektive Gesundheitssysteme überall ein, um die Menschen gesund, sicher und frei von vermeidbaren Krankheiten zu halten. Wir brauchen eine starke Finanzierung, eine wirksame Politik, den politischen Willen und gezielte Investitionen, um sicherzustellen, dass jeder überall die Gesundheitsversorgung erhält, die er braucht.

Aufklärung gefällig?

Was ist das Coronavirus? Wie wird es verbreitet? Was sind die Symptome? Wie bereite ich mich vor?

Es ist normal, dass man eine Menge Fragen zu COVID-19 hat, besonders wenn sich die Situation von Tag zu Tag ändert. Im Zuge des Ausbruchs und der Entwicklung in Deutschland ist das Robert-Koch-Institut eine gute Anlaufstelle für die aktuellsten Informationen darüber, wie du dich und andere schützen kannst.

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19. März 2020

19. März 2020 - 15:59

1. Afrika: Mehr Armut trotz Wirtschaftswachstum
Obwohl viele afrikanische Staaten in den letzten Jahren hohe Wachstumsraten verzeichnen konnten, ist die Armut wieder gestiegen, wie die Deutsche Welle berichtet. Laut Weltbank-Ökonom Luc Christiaensen sei der Anteil an Menschen, die in Afrika in monetärer Armut leben, zurückgegangen. Dies sei vor allem dem Ausbau von Infrastruktur und ländlichen Raum, Steigerung der Produktivität in der Landwirtschaft und dem stetigen Wirtschaftswachstum der letzten Jahre zu verdanken. Im Gegensatz zu der relativen Zahl habe sich die absolute Zahl der in Armut lebenden Menschen wegen des schnellen Bevölkerungswachstums von 278 auf 413 Millionen erhöht. Eine Studie des panafrikanischen Forschungsinstituts Afrobarometer hat den Index der gelebten Armut (Lived Poverty Index LPI) errechnet. Um die gelebte Armut zu beurteilen, seien Menschen aus über 30 afrikanischen Ländern zur Versorgung ihrer Grundbedürfnisse befragt worden. Die Ergebnisse zeigen, dass die gelebte Armut zwischen 2014 bis 2018 erstmalig seit über zehn Jahren wieder leicht angestiegen sei, insbesondere in Südafrika, Niger und Uganda. Laut der Studie sei der jüngste Anstieg damit zu begründen, dass die Demokratisierung nicht weiter voranschreite. Die autoritären Regime vieler Staaten priorisieren nicht die Reduzierung der Armut im eigenen Land. Henry Ushie von der Entwicklungsorganisation Oxfam in Nigeria erklärt, dass das Paradox zwischen steigendem Wirtschaftswachstum und gleichzeitig steigender Armut auf die Ungleichheiten, die die Menschen erfahren, zurückzuführen sei. Nicht alle profitieren von dem Wirtschaftswachstum.

2. Deutschland setzt Aufnahme Geflüchteter vorerst aus
Wie unter anderem die Zeit Online, Spiegel, Welt Online, T-Online.de und die Deutsche Welle berichten, wird die Bundesregierung wegen der Corona-Pandemie vorerst keine Geflüchteten mehr aufnehmen. Um die internationalen Reisebeschränkungen zur Eindämmung des Corona-Virus einzuhalten, habe auch die Internationale Organisation für Migration (IOM) und das UN-Geflüchtetenhilfswerk (UNHCR) offiziell alle Aufnahmeprogramme ausgesetzt. Die EU-Innenminister seien dennoch bemüht, minderjährige Geflüchtete vor den griechischen Inseln in mehreren EU-Staaten aufzunehmen. Entwicklungsminister Gerd Müller kündigte an, Entwicklungsländer im Kampf gegen Corona unterstützen zu wollen. Wie die Frankfurter Rundschau zudem berichtet, warnen Expert*innen vor der Ausbreitung des Virus in Aufnahmelagern mit mangelnden Hygienebedingungen.

3. Burkina Faso: Islamischer Staat setzt sich fest
In einer Recherche thematisiert Yassin Musharbash in der Zeit den noch immer anhalten Einfluss des Islamischen Staates (IS) in verschiedenen Ländern der Welt, unter anderem Burkina Faso. In dem westafrikanischen Staat seien die Dschihadisten seit mehreren Jahren aktiv. Allein 2019 seien mehr als 900 Menschen durch Terroristen ermordet worden. Dennoch sei in der internationalen öffentlichen Wahrnehmung von einem Rückgang des IS-Einfluss die Rede. Auch die Armut sei groß und die Klimawandelfolgen deutlich spürbar. Dennoch sei der Terror der Hauptgrund, warum derzeit rund 500.000 Menschen in Burkina Faso auf der Flucht seien. Das Nachbarland Mali werde seit 2012 in Teilen von der Terrorgruppe in Schach gehalten. In Burkina Faso weiten die Terroristen Einflussgebiet aus. Zahlreiche öffentliche Einrichtungen wie Moscheen, Kirchen, Gerichte und Schulen seien bereits attackiert worden und mussten geschlossen worden. Die Strategie der Extremisten sei zunächst den ländlichen Raum zu kontrollieren und sich dann weiter auszubreiten. Eine Eindämmung des Terrorismus sei derzeit nicht in Sicht.

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18. März 2020

18. März 2020 - 17:06

1. Haushalt in Zeiten von Corona
Das Bundeskabinett segnet die vorgelegten Eckwerte für den Bundeshaushalt 2021 des Bundesfinanzministers Olaf Scholz (SPD) ab, wie unter anderem zdf.de, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, T-Online und Focus Online melden. Scholz halte trotz Corona-Krise vorerst an der „schwarzen Null“ fest. Es sollen keine neuen Schulden gemacht werden. Auch die Investitionen für 2021 seien höher als bisher. Für 2021 sehe Scholz eine Steigerung des Bundesetats um 2,3 Prozent auf 370,3 Milliarden Euro vor. Allerdings seien die Kosten im Zuge der Coronakrise noch nicht in dem Entwurf berücksichtigt worden. Laut Tagesspiegel und Deutschlandfunk geben die Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit Anlass zur Sorge. Für 2021 seien keine zusätzlichen Mittel für sein Haus vorgesehen, beklagt Entwicklungsminister Gerd Müller. Mehrere hundert Millionen Euro fehlen. Verpflichtungen im Bereich Klimaschutz werden im Eckwert für 2020 nicht berücksichtigt.  Mehrere Nichtregierungsorganisationen forderten ebenfalls mehr Investition für die Bekämpfung extremer Armut und die Stärkung von Gesundheitssystemen. Gerade das Coronavirus zeige, wie wichtig eben diese seien. Gehe es nach Scholz, werde das Entwicklungsetat für die Jahre 2021 bis 2023 weiter sinken.

2. Corona: Ist Afrika vorbereitet?
Afrika ist auf eine weitflächige Ausbreitung des Corona-Virus schlecht vorbereitet, berichtet Christian Putsch in der Welt. Bisher halte sich die Verbreitung des Virus in den meisten Staaten in Maßen. Bereits Mitte Februar habe Microsoft-Gründer Bill Gates vor den möglichen Folgen einer Corona-Pandemie auf dem afrikanischen Kontinent gewarnt. Ihm zufolge könne eine ungebremste Verbreitung des Covid-19-Virus bis zu zehn Millionen Menschenleben in Afrika fordern. Eine ungebremste Ausbreitung würde dazu führen, dass Gesundheitssysteme kollabieren. In der Folge wären auch Menschen betroffen, die nicht an Corona leiden. Daher sei eine schnelle und angemessene Reaktion der einzelnen Staaten auf Corona-Fälle wichtig. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, verhängen viele afrikanische Staaten bereits strenge Einreisebeschränkungen für Europäer*innen. Die Zahl der bisher noch relativ überschaubaren 350 erkrankten Personen in Afrika solle so nicht noch weiter in die Höhe getrieben werden.

3. Migration aus Afrika als Chance?
Die Internationale Organisation für Migration (IOM) fordert legale Wege für Afrikaner*innen, die  nach Deutschland und Europa einwandern wollen, schreibt Martin Franke in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Maureen Achieng, Leiterin des IOM-Büros in Äthiopien, sehe in der afrikanischen Migration Potentiale für beide Seiten: Die älter werdende Gesellschaft in Europa stehe einer deutlich jüngeren Bevölkerung in Afrika gegenüber. Der Fachkräftemangel am europäischen Arbeitsmarkt könne durch junge afrikanische Bewerber*innen ausgeglichen werden. Diesen würde so zudem eine neue Perspektive geboten. Achieng bezeichnet eine Einwanderung aus Afrika im großen Stil als „unausweichlich“. Der Andrang sei da und es nur eine Frage der Zeit. Daher sei „eine gezielte und gesteuerte Einwanderung in den deutschen Arbeitsmarkt“ geboten. In der Abwanderung qualifizierter Arbeitnehmer*innen sehe Achieng für die afrikanischen Staaten kein Problem. In den Heimatländern biete sich ihnen ohnehin kaum eine Perspektive, so die Büroleiterin. Auch schnell wachsende Wirtschaften wie in Äthiopien seien nicht in der Lage, so viele Menschen in Arbeitsmarkt zu integrieren. Besonders gefährdet seien viele Menschen in afrikanischen Staaten aufgrund der bereits deutlich spürbaren Folgen des Klimawandels.

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17. März 2020

17. März 2020 - 15:50

1. Kulturförderung in Afrika
In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung erklärt Patrick Gaspard, Präsident der Open Society Foundations, warum seine Stiftung Initiativen zur Rückgabe kolonialer Objekte finanziert. Es gehe dabei nicht nur um den eigentlichen Besitz bestimmter Objekte, sondern auch um die gerechtere Verteilung von Wohlstand sowie darum, die Objekte dorthin zu bringen, „wo das spirituelle und gesellschaftliche Leben ist“. Die Stiftung wolle lokale Akteur*innen stärken und ein Netzwerk aus Künstler*innen und Aktivist*innen bilden, erklärt Gaspard. Forschungsprojekte und Konferenzen seien ebenso Teil des Engagements. Konkret wolle man so Museen in Afrika fördern und dort eine Nachwuchsgeneration im Kulturbereich ausbilden. Schwerpunkt der Investitionen werden die westafrikanischen Staaten Benin, Nigeria und Senegal sein. Gaspard sehe das Engagement von deutschen Akteuren wie dem Goethe-Institut oder dem Auswärtigen Amt mitunter kritisch. Zu oft werde sich nur auf angeblich mangelnde Infrastruktur oder Kompetenz seitens afrikanischer Museen fokussiert. Er betont, dass gerade in Deutschland Artefakte jahrelang inadäquat gelagert und behandelt worden seien. Gaspards betont, dass seine Stiftung bewusst keine Museen nach europäischen Vorbild bauen, sondern individuell für jedes Objekt den passenden Ort finden wolle. Dabei sei es im Ermessen der entsprechenden afrikanischen Expert*innen und der Gemeinschaft zu entscheiden, wo dieser Ort sei. In der politischen Debatte gehe es darum, ein Bewusstsein für das passierte Unrecht zu schaffen, damit koloniale Ansätze nicht einfach weiter reproduziert werden.

2. Gasexplosion in Nigeria
Wie Zeit Online, die Berliner Morgenpost und der österreichische Standard berichten sind bei einer Gasexplosion im nigerianischen Lagos mindestens 17 Menschen getötet worden. Weitere 25 Menschen seien verletzt. Etwa 50 Häuser seien zerstört worden, darunter eine Schule und ein Schlafsaal einer Mädchenschule. Die Explosion habe einen Großbrand ausgelöst. Ursache sei ein LKW-Unfall in einer Gasverarbeitungsanlage gewesen, wodurch auch eine Pipeline beschädigt worden sei. Unfälle wie diese seien keine Seltenheit in Nigeria, da immer wieder LKWs auf den schlecht ausgebauten Straßen verunglücken.

3. Repression in Niger
In der Tageszeitung (taz) thematisiert Christian Jakob die Repressionen der nigrischen Regierug gegen ihre Bevölkung. Bei Demonstrationen gegen die Korruption der Regierung seien die örtlichen Sicherheitskräfte hart gegen Oppositionelle vorgegangen. Dabei seien vier Menschen verbrannt, so der Präsident der Händlergewerkschaft von Niamey, Sani Chekraou. Bei internen Untersuchungen des Verteidigungsministerium sei herausgekommen, dass Mittel von bis zu bis 2,6 Milliarden Euro veruntreut worden seien – bei einem jährlichen Gesamthaushalt von umgerechnet rund zwei Milliarden Euro. Seitens der Armee seien Waffenkäufe angegeben worden, die nie stattgefunden haben. Viele vermuten zudem, dass Präsident Mahamadou Issoufou ebenfalls in diese Korruption verwickelt ist. Die Tatsache, dass die Regierung den Bericht nicht veröffentlichen wolle, verstärke für viele diesen Verdacht. Als Grund für die Nicht-Veröffentlichung werde seitens Regierung auch auf die Gefahren des Corona-Virus verwiesen, was die Opposition erzürne. Weder sei bisher ein Coronafall im Land bekannt noch seien bisher Einschränkungen bei anderen Veranstaltungen vorgenommen worden.  Gleichzeitig sitze der Journalist Mamane Kaka Touda wegen „Verbreitung von Informationen, die zur Störung der öffentlichen Ordnung führen“ im Gefängnis. Er habe zuvor über einen Coronaverdachtsfall berichtet und auch darüber, dass sich der Verdacht nicht bestätigt habe.

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