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Gemeinsam mit Anderen extreme Armut besiegen
Aktualisiert: vor 9 Stunden 48 Minuten

22.Oktober 2021

vor 10 Stunden 36 Minuten
1. Sudan: Massenproteste gegen Übergangsregierung

Zehntausende haben in der Hauptstadt Khartum und anderen Städten die Auflösung der Übergangsregierung gefordert. Darüber berichten Tagesschau.de, die Tageszeitung (taz) und Deutschlandfunk. Die Demonstrierenden verlangen den Rücktritt des Präsidenten des Souveränen Rats, Armeegeneral Burhan, und des Kommandeurs einer militärischen Spezialeinheit. Der Übergangsregierung werde einen Mangel an Reformen sowie schlechter werdende wirtschaftliche Bedingungen und wachsende Armut vorgeworfen. Premierminister Hamduk spreche von der “gefährlichsten politischen Krise”, die das Land seit dem Sturz von Diktator Baschir 2019 erlebt habe.

2. Armut macht Fehlbildungen tödlich

In einem Gastbeitrag für die Frankfurter Rundschau thematisieren der Kinderarzt und Ernährungswissenschaftler Michael Krawinkel sowie die Kinderchirurgin Judith Lindert angeborene Fehlbildungen des Verdauungstraktes bei Kindern. Diese gehören zu den fünf häufigsten Todesursachen bei Kindern, tauchen aber in Programmen zu Globaler Kindergesundheit nicht auf. Für Gastroschisis, einem Defekt der vorderen Bauchwand, seien die Unterschiede in der Sterblichkeit besonders groß: Mit dieser Fehlbildung sterben 90 Prozent der Betroffenen in einkommensschwachen Ländern, aber nur 1,4 Prozent in Ländern mit hohem Einkommen. Inwieweit Beatmungsgeräte und künstliche Ernährung verfügbar sind, sei ein entscheidender Faktor bei der Behandlung. Im Gegensatz zu Aids, Tuberkulose und Malaria beziehe sich die Behandlung nicht auf die Anwendung von Medikamenten, sondern auf kinderchirurgische, ärztliche und pflegerische Dienstleistungen. Es brauche vor allem funktionierende Überweisungs- und Transportsysteme für die Patient*innen.

3. Gesundes Wirtschaftswachstum für Afrika

Wirtschaftswissenschaftler Robert Kappel macht in der Welt mehrere Vorschläge für ein gesundes Wirtschaftswachstum in Afrika. Je ein Prozent Wirtschaftswachstum generiere in Subsahara Afrika gerade einmal 0,4 Prozent Jobwachstum. Ausländische Investitionen fließen nach wie vor in den Rohstoffsektor und in die landwirtschaftliche Produktion von Blumen oder Kaffee, “Kolonialwaren des alten Schlags”, deren Wertschöpfung im Ausland erfolge. Im Durchschnitt seien in den letzten Jahren gerade einmal 140.000 Arbeitsplätze jährlich auf dem gesamten Kontinent entstanden. Hoffnung mache die in diesem Jahr in Kraft getretene afrikanische kontinentale Freihandelszone (AfCFTA) die ein Jobwachstum von einem Prozent pro Jahr generieren kann. Laut Kappel soll sich Europa nicht wie in den letzten Jahrzehnten immer wieder mit neuen Vorschlägen einbringen, sondern den Kontinent eine eigene Dynamik entwickeln lassen. Es brauche eine umsichtige Strategie zur Entwicklung eines afrikanischen Mittelstandes, der wettbewerbsfähig gegenüber ausländischer Konkurrenz werden und Impulse für Beschäftigung geben kann.

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21. Oktober 2021

21. Oktober 2021 - 9:15
1. Bilanz über vier Jahre deutsche Entwicklungspolitik

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller hat sich gegen die Überlegung ausgesprochen, sein Ministerium mit dem Auswärtigen Amt zusammenzulegen. Das erklärte er anlässlich der Vorstellung des Entwicklungspolitischen Berichts der Bundesregierung, wie unter anderem die Süddeutsche Zeitung, die Tageszeitung (taz), die Frankfurter Rundschau und der Bayerischer Rundfunk berichten. Weltweit sterben täglich 15.000 Kinder an Unterernährung, so Müller. Sein Ministerium habe erstmals 2016 und 2020 die internationale Verpflichtung eingehalten, jeweils 0,7 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung als Entwicklungsausgaben zur Verfügung zu stellen. Mit Blick auf die kommende Regierung fordere er eine weitere Erhöhung des Entwicklungsetats auf ein Prozent, ein europäisches Lieferkettengesetz und einen europäischen “Green Deal” für den afrikanischen Kontinent.

2. Die Türkei soll Afrikas führender Handelspartner werden

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan besucht diese Woche Angola, Nigeria und Togo und will damit den Einfluss der Türkei in Afrika vergrößern. Das berichten das Redaktionsnetzwerk Deutschland und die Frankfurter Rundschau. Die Türkei wolle „Afrikas führender Handelspartner in der Welt werden“, so Erdogan. Bis 2025, so sein Ziel, soll sich das Handelsvolumen der Türkei mit Afrika auf 50 Milliarden Dollar verdoppeln. Die türkische Afrika-Strategie sei breit angelegt und reiche von Bildungseinrichtungen, Medienprojekten und sozialen Einrichtungen über humanitäre Hilfe in Somalia bis zu Infrastrukturprojekten. Gleichzeitig entwickle dich der afrikanische Kontinent zu einem immer größeren Absatzmarkt für die Produkte der türkischen Rüstungsindustrie. Marokko und Äthiopien wollen türkische Kampfdrohnen anschaffen. Damit riskiere die Türkei aber auch ein Aufflammen regionaler Auseinandersetzungen wie den Bürgerkrieg in der äthiopischen Provinz Tigray oder den Streit Ägyptens und Äthiopiens um den Staudamm am Blauen Nil.

3. UN-Klimakonferenz: Ruf nach globaler Gerechtigkeit

Andrea Böhm thematisiert in der Zeit die globalen Herausforderungen des Klimaschutzes am Beispiel Madagaskar mit Blick auf die Weltklimakonferenz in Schottland. Die Insel liege in einer Region, in der die Erderwärmung doppelt so schnell vor sich geht wie im globalen Durchschnitt. Derzeit seien auf Madagaskar mehr als eine Million Menschen von Hunger bedroht. Dabei verursache die Bevölkerung weniger als 0,01 Prozent der weltweiten Treibhausgas-Emissionen. Selbst mit den “neuen” Klimazielen der mächtigsten Industrie-und Schwellenländer steuere die Welt laut einer Analyse von Climate Transparency auf eine Erderhitzung von 2,4 Grad zu. Der kenianische Klimaexperte Mohamed Adow nennt die G20-Staaten deswegen eine “Bedrohung für die Menschheit”. Die mangelnde globaler Gerechtigkeit müsse Grund genug sein, dass die Politik endlich entschlossener handelt, so Böhm.

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20. Oktober 2021

20. Oktober 2021 - 10:48

1. Klimakrise trifft Menschen in Afrika am härtesten

Der afrikanische Kontinent ist vom menschengemachten Klimawandel besonders stark betroffen. Darüber berichten Tagesschau.de, Zeit Online, Spiegel.de, Stern.de, die Welt, die Tageszeitung (taz), die Hamburger Morgenpost und die Deutsche Welle. Die Folgen der Erderwärmung wie Überschwemmungen, Dürren oder Erdrutsche seien in Afrika stärker zu spüren als im weltweiten Durchschnitt. Zu dem Schluss komme der neue Bericht “The State of the Climate in Africa 2020” der Weltwetterorganisation (WMO) und der Afrikanischen Union (AU). Der Klimawandel habe bereits im vergangenen Jahr zu mehr Ernährungsunsicherheit, Armut und Vertreibung auf dem afrikanischen Kontinent beigetragen. Die Zahl der von Hunger Bedrohten in ganz Afrika sei im letzten Jahr um fast 40 Prozent gestiegen. In Ostafrika und am Horn von Afrika haben Dürren, Flut- und Sturmkatastrophen 1,2 Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Besonders betroffen seien Menschen in extremer Armut, die von weniger als 1,90 Dollar am Tag leben müssen.

 

2. Deutschland droht Ziel von 100 Millionen Impfdosen-Spenden zu verfehlen

Tagesschau.de und NDR.de berichten, dass Deutschland dieses Jahr wahrscheinlich nicht die versprochenen 100 Millionen Corona-Impfdosen an ärmere Ländern spenden kann. Den Herstellern der Impfstoffe werden schwere Vorwürfe gemacht. Grund für das Verfehlen des Ziels seien bürokratische Hürden, Preisfestsetzungen und wenig planbare Liefermengen, die dafür sorgen, dass die Spenden nicht wie gewünscht abfließen können. In vielen EU-Mitgliedsstaaten bauen sich derzeit Impfstoff-Überschüsse auf, während sich global eine Notfallsituation bei den Verteilungen abzeichne, warne Staatssekretär Thomas Steffen in einem Brief an Pierre Delsaux, den Direktor der neuen EU-Gesundheitsbehörde Hera. Die Behörde unterstehe der EU-Kommission. Die Bundesregierung hatte angekündigt, dass sie bis Ende des Jahres 100 Millionen Impfdosen an ärmere Länder abgeben werde. Laut dem Auswärtigen Amt seien bisher insgesamt knapp 17,1 Millionen Impfdosen an 21 Länder gespendet worden.

 

3. Sudans Regierung beruft Krisenstab gegen Proteste

Nach tagelangen Protesten gegen die Regierung hat Sudans Premierminister Abdullah Hamduk einen Krisenstab einberufen. Darüber berichten das Redaktionsnetzwerk Deutschland und die Deutsche WelleDas Gremium solle die „gefährlichste politische Krise“ seit des Sturzes von Diktator Omar al-Baschir 2019 lösen, so Hamduk. Tausende Demonstrant*innen veranstalten seit Samstag einen Sit-In vor dem Palast der Republik in der Hauptstadt Khartum. Hamduk habe sie zur Zurückhaltung und zum Dialog aufgerufen. Die Protestierenden fordern die Armee auf, die Übergangsregierung aufzulösen, die den Krisenstaat seit al-Baschirs Sturz zurück zur Demokratie hatte bringen sollen. Sie werfen der Regierung zunehmend schlechter werdende wirtschaftliche Bedingungen und wachsende Armut vor. Im Osten hatten Demonstrant*innen Anfang Oktober für mehr als zwei Wochen Sudans größten Hafen blockiert. Das Parlament hatte daraufhin gewarnt, dass lebensrettende Medikamente, Benzin und Weizen bald ausgingen. Auch die Stromversorgung sei aufgrund der Versorgungsausfälle unsicher. Ende September hatte das Militär einen Putschversuch in der Nähe der Hauptstadt vereiteln können.

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19. Oktober 2021

19. Oktober 2021 - 10:52

1. Dutzende Tote bei Angriff auf Markt in Nigeria

Im Nordwesten Nigerias haben Bewaffnete bei einem Angriff auf einen Markt mindestens 43 Menschen getötet. Darüber berichten Zeit Online, Stern.de und die Neue Zürcher Zeitung. Die Angreifer hatten wahllos in die Menschenmenge auf dem Markt von Goronyo im Bundesstaat Sokoto geschossen. Frühere Angriffe hatten vor allem in abgelegenen Gegenden stattgefunden. Die Gruppen seien im Nordwesten und Zentrum Nigerias seit Jahren aktiv. Sie hatten zuletzt auch immer wieder Hunderte Kinder entführt. Die meisten seien freigelassen worden, oft nach Zahlung eines Lösegelds. Viele werden immer noch festgehalten. Vor kurzem hatte die nigerianische Armee spezielle Militäroperationen in Auftrag gegeben, um die zunehmende Gewalt im Land unter Kontrolle zu bringen. Tausende Menschen in Nigeria und im Nachbarland Niger seien wegen der Gewalt auf der Flucht. Hilfsorganisationen befürchten, dass sich die Lage zu einer humanitären Krise ausweiten könnte.

 

2. Südafrika lehnt Genehmigung für Sputnik-Impfstoff vorerst ab

Tagesschau.de und ntv berichten, dass der russische Corona-Impfstoff Sputnik V vorerst nicht in Südafrika zum Einsatz kommen wird. Die medizinische Zulassungsbehörde Sahpra begründe ihre Entscheidung mit einem möglicherweise höheren HIV-Infektionsrisiko für männliche Sputnik-Geimpfte und verweise auf die hohe HIV-Prävalenz in Südafrika. Laut der Behörde habe das Unternehmen hinter Sputnik V die Sicherheit seines Mittels in einer Bevölkerung mit vielen HIV-positiven Menschen bislang nicht dargelegt. Das russische Gamaleja-Institut, welches Sputnik V entwickelt hatte, habe angekündigt, entsprechende Informationen nachzuliefern. Die Bedenken von Sahpra seien “völlig unbegründet”. Südafrika sei das Land mit den meisten Corona-Infektionen in Afrika. Zudem leben dort weltweit die meisten HIV-positiven Menschen. Bislang sei nur rund ein Viertel der für eine Corona-Impfung infrage kommenden Bevölkerung vollständig geimpft. Grund dafür sei neben fehlendem Impfstoff auch die weit verbreitete Impf-Skepsis.

 

3. Die Pandemie vergrößert globale Ungleichheiten

Stefan Reinecke spricht in der Tageszeitung (taz) mit dem Wirtschaftshistoriker Adam Tooze über die Folgen der Corona-Pandemie für die globale Politik. Tooze bemängelt, dass die Europäische Union keine verlässliche Struktur der Finanz- und Geldpolitik habe. Ihr 750-Milliarden-Programm sei zu klein gewesen und zu spät gekommen. Die Corona-Pandemie habe die soziale Kluft noch vertieft. Die Vergrößerung bestehender Ungleichheiten betreffe Jobs, Klasse und Geschlechter. Auch global gesehen sei die Schere zwischen OECD-Staaten und “Ländern mit Favelas und informellen Sektoren” in Asien, Afrika und Lateinamerika extrem auseinander gegangen. Die Initiative zur Entschuldung der ärmsten Länder im Jahr 2020 sei nicht ausreichend gewesen. Von der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) hatte es “minimale Subventionen” gegeben. Die Entschuldung der G20 sei nur ein Aufschub gewesen, an dem sich die Weltbank nicht einmal beteiligt hatte. Die ärmeren Länder müssen die Zinsen, die sie jetzt nicht bezahlen, in Zukunft durch höhere Zinsen ausgleichen, so Tooze. Das veranschauliche, in welchem Ausmaß Marktmechanismen öffentliche Strukturen unterworfen haben.

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18. Oktober 2021

18. Oktober 2021 - 10:08

1. Sudan: Tausende Menschen fordern Militärputsch

Tausende Menschen gingen am Wochenende in Sudans Hauptstadt auf die Straße und forderten einen Putsch der Armee gegen die Regierung. Darüber berichten die Frankfurter Allgemeine Zeitung und Deutschlandfunk. Demonstranten hatten vor dem Präsidentenpalast Zelte aufgebaut und Parolen wie „Nieder mit der Regierung des Hungers“ und „Eine Armee, ein Volk“ gerufen. Seit einigen Wochen gebe es schwere Spannungen in der gemeinsamen zivil-militärischen Übergangsregierung, die das ostafrikanische Land seit dem Sturz des Langzeitdiktators Omar al-Baschir im April 2019 führe. Die Forderung des Putsches richte sich insbesondere an den früheren Armeechef Abd al-Fattah al-Burhan. Er stehe an der Spitze des „Souveränitätsrats“ und sei damit de facto Staatschef Sudans. Die Lage hatte sich seit des Putschversuches von Teilen der Armee in Khartum am 21. September verschärft. Zwar sei der Putsch verhindert worden, er hatte aber zu verhärteten Fronten zwischen den zivilen und den militärischen Mitgliedern der Übergangsinstitutionen geführt. Beide Seiten beschuldigen einander, für die Krise verantwortlich zu sein.

 

2. Regierung der Zentralafrikanischen Republik verkündet Waffenruhe

Die Vereinten Nationen haben das von der Regierung erklärte Ende der Kämpfe in der Zentralafrikanischen Republik begrüßt, berichten das Redaktionsnetzwerk Deutschland und evangelisch.de. Der Präsident des Landes, Faustin-Archange Touadéra, hatte alle militärischen Aktivitäten gegen Rebellen auf dem gesamten Staatsgebiet für beendet erklärt. Die Waffenruhe habe auch humanitäre Gründe. So solle die Zivilbevölkerung gegen Gewalt geschützt und der Zugang zu humanitärer Hilfe sichergestellt werden. Es bleibe offen, ob sich auch Rebellengruppen daran halten. Laut UN-Generalsekretär António Guterres sei die einseitige Waffenruhe ein entscheidender Schritt. Seit dem Sturz des früheren Präsidenten Francois Bozizé im Jahr 2013 sei es zu blutigen Kämpfen gekommen, durch die rund ein Viertel der Bevölkerung vertrieben worden sei. Im Februar 2019 hatten 14 bewaffnete Oppositionsgruppen und die Regierung eine Vereinbarung für Frieden und Versöhnung unterzeichnet. Die Gewalt habe jedoch trotzdem angedauert. Die Mitgliedsstaaten der internationalen Konferenz der Region der Großen Seen (ICGLR) hatten Mitte September auf einem Gipfeltreffen die Erklärung einer Waffenruhe im Bürgerkrieg gefordert.

 

3. Eswatini: Schulen landesweit geschlossen

Sambulo Dlamini thematisiert in der Tageszeitung (taz) die erneut eskalierenden Proteste von Schüler*innen und Student*innen gegen König Mswati III. und das gewaltsame Vorgehen der Sicherheitskräfte in Eswatini. Schulgelände seien zu “Kampfzonen” geworden. Mindestens zwei Schülerinnen seien durch Schüsse verletzt worden, eine unbekannte Anzahl sei verhaftet worden. Premierminister Cleopas Dlamini hatte am Samstag die Schließung aller Schulen des Landes „auf unbestimmte Zeit mit sofortiger Wirkung“ verkündet. Durch den Anschluss der Schüler*innen und Student*innen an die Demokratiebewegung sei der Unterricht vorher bereits großteils zum Stillstand gekommen. Seit Eswatinis Unabhängigkeit 1968 sei die absolute Monarchie noch nie mit solchen Protesten konfrontiert worden. Die Proteste fokussieren sich auf die Forderung nach Freilassung der reformorientierten Parlamentsabgeordneten Bacede Mabuza und Mthandeni Dube. Sie sitzen seit der gewaltsamen Niederschlagung von Demokratieprotesten Ende Juli in Haft.

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15. Oktober 2021

15. Oktober 2021 - 10:36

1. Dritte Impfung in Deutschland, fehlende Impfdosen für Covax

Franca Wittenbrink thematisiert in der Frankfurter Allgemeine Zeitung die ungleiche globale Impfstoffverteilung. In Deutschland haben schon mehr als eine Millionen Menschen eine dritte Corona-Impfung bekommen, während 97 Prozent der ärmeren Weltbevölkerung noch ungeimpft seien. Für das neue Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO), bis Mitte 2022 70 Prozent der Bevölkerung zu impfen, werden laut WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus insgesamt elf Milliarden Impfstoffdosen benötigt. Die meisten einkommensschwachen Länder seien von der internationalen Impfstoff-Initiative Covax abhängig, doch der Großteil der Lieferungen lasse auf sich warten. Ferner berichtet Marc Engelhardt in der Tageszeitung (taz) über die fehlende Einigung der EU, wie der Patentschutz auf Corona-Impfstoffe aufgehoben werden könnte. Es seien nur noch eine “Handvoll” Staaten, vor allem aus der EU, die dem von Südafrika und Indien modifizierten Vorschlag nicht zustimmen wollen. Am Mittwoch hatte die EU einen neuen Vorschlag gemacht, der allerdings laut der WTO-Expertin Yuanqiong Huein ein Rückschritt sei. Die Zeit dränge, da die Vereinbarung über die Aufhebung der Patente für Ende November angestrebt werde.

 

2. Ruanda: Bildungssituation verschlechtert sich

Nasra Bishumba und Alex Ngarambe thematisieren in der Deutsche Welle die Bildungskrise in Ruanda. 60.000 Schüler*innen müssen dort dieses Jahr eine Klassenstufe wiederholen. Vor der Corona-Pandemie hatten Schüler*innen nicht sitzen bleiben können. Die neu eingeführte Maßnahme solle nun die Qualität der Schulbildung verbessern. Für viele Eltern, Schüler*innen und Lehrkräfte sei die Anordnung überraschend gekommen. Einige machen die Schließungen vieler Schulen im Lockdown während der Corona-Pandemie für die nicht bestandenen Prüfungen verantwortlich. Der Bildungsexperte Jean Francois Munyakayanza hingegen begrüße die Änderung in der Bildungspolitik. Die Wiederholung der Klasse werde den Schüler*innen helfen, den Lernstoff besser zu verstehen. Man solle es als Chance betrachten. Ruandas Regierung wolle zudem die Ursachen für das schlechte Abschneiden der Lernenden herausfinden. Ein weiteres Problem, das es zu beheben gelte, sei der Lehrkräftemangel.

 

3. Deutschlands Außenpolitik muss gestärkt werden

Stefan Mair, Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik, macht in einem Gastbeitrag in der Süddeutsche Zeitung Vorschläge, wie die neue Regierung die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik verbessern könnte. Die Verhandler*innen der neuen Koalition haben die seltene Chance, die langfristige Orientierung deutscher Außenpolitik zu überprüfen und “Weichen neu zu stellen”. Dabei seien vor allem drei Faktoren zu beachten: der Umgang mit China, die gesunkene Bereitschaft und Fähigkeit der USA, als ordnende Macht tätig zu werden und die “systemische Rivalität” zwischen liberalen Demokratien und repressiven Autokratien. Europas Interesse müsse es sein, das internationale Durcheinander in eine “multipolare, möglichst kooperative Weltordnung” zu überführen. Zudem müsse sich Europa als eigenständig behaupten. Dafür sei Deutschlands Beitrag wesentlich.

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14. Oktober 2021

14. Oktober 2021 - 9:50

1. Welthunger-Index: Dramatisches Abkommen vom Kurs “Zero Hunger”

Die Welthungerhilfe hat einen Anstieg an Hungersnöten bemängelt und die Politik aufgefordert, die mit Nahrungsknappheit zusammenhängenden Krisen zu bekämpfen. Darüber schreibt Alisha Mendgen in der Hannoversche Allgemeine Zeitung. Auf der UN-Klimakonferenz in Glasgow Ende Oktober seien verbindliche Vereinbarungen zur Bekämpfung des Klimawandels nötig. Aktuell hungern rund 811 Millionen Menschen weltweit und 41 Millionen stehen kurz vor einer Hungersnot, so Mathias Mogge, Vorstandsvorsitzender und Generalsekretär der Welthungerhilfe. Kriege und Konflikte, der Klimawandel und die Folgen der Corona-Pandemie verschlechtern die weltweite Ernährungslage. Julie Reversé, Laetitia Bezain und Kristin Palitza berichten in der Frankfurter Rundschau außerdem über die Hungersnot in Madagaskar. Der Süden des Landes erlebe die schlimmste Dürre seit 30 Jahren. Es gebe kein sauberes Trinkwasser und kaum Nahrungsmittel. Seit vier Jahren habe es in der Region kaum geregnet, weshalb auf den Feldern nichts mehr wachse. Momentan seien in Madagaskar eine gute Million Menschen auf Nahrungsmittelnothilfe angewiesen, darunter seien Tausende akut unterernährte Kinder.

 

2. UN-Gerichtshof entscheidet Grenzstreit mit Kenia zugunsten Somalias

Der Internationale Gerichtshof hat Somalia nach einem jahrelangen Streit mit Kenia die Kontrolle über den Großteil eines umstrittenen Seegebiets vor der ostafrikanischen Küste zugesprochen. Darüber berichten Tagesschau.de und die Deutsche Welle. Das Gebiet im Indischen Ozean sei etwa 100.000 Quadratkilometer groß und habe möglicherweise große Öl- und Gasvorkommen, die beide Länder beanspruchen. Laut der Richter*innen sei keine vereinbarte Seegrenze in Kraft. Damit sei in weiten Teilen einer Klage Somalias stattgegeben. Kenia bekomme nur einen kleinen Teil des umstrittenen Gebiets. Kenias Präsident Uhuru Kenyatta lehne die Entscheidung “in Gänze ab” und erkenne sie nicht an. Kenia werfe dem Gerichtshof vor, seine Kompetenzen zu überschreiten. Laut Kenyatta können internationale Tribunale nur im Rahmen der Zustimmung der Staaten entschieden werden. Die kenianische Regierung unterstütze stattdessen eine Verhandlungslösung. Das UN-Gericht erklärte, der Widerruf Kenias wirke nicht rückwirkend und habe keinen Einfluss auf das Urteil.

 

3. Mali: Autorität des Staates ist unabdingbar

Paul Lorgerie interviewt in der Deutsche Welle den Chef der UN-Mission MINUSMA, El-Ghassim Wane, zur Lage Malis. Ein Ziel der Mission sei es, den politischen Übergang in Mali zu begleiten. Sie leiste technische und logistische Unterstützung bei der Organisation der Wahlen. Ob die Wahlen tatsächlich stattfinden, sei noch unklar. Momentan sei die Situation “äußerst besorgniserregend”. Angriffe auf die Zivilbevölkerung, die malischen Streitkräfte und die MINUSMA-Truppen nehmen zu. Die sich zuspitzende Lage im Süden Malis sei ein Anreiz, viel stärker und schneller zu handeln, um die Sicherheitslage zu beherrschen und zu verhindern, dass sich das ganze Land destabilisiere. Zuletzt hatte sich die französische Armee zurückgezogen. Allerdings habe man die Zusicherung, dass die Unterstützung bei Bedarf fortgesetzt werde. Die Unterstützung Frankreichs wisse man sehr zu schätzen.

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13. Oktober 2021

13. Oktober 2021 - 10:05

1. IWF: Erholung der Wirtschaft verliert an Kraft

Aufgrund hochansteckender Virusvarianten, wachsender Impfmüdigkeit und fehlender Impfstoffdosen im globalen Süden werde die wirtschaftliche Erholung nach der Corona-Pandemie langsamer vorangehen als bisher gedacht. Über diese Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) berichten die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Rundschau und die Hannoversche Allgemeine Zeitung. Das Fortschreiten der Pandemie lege unter anderem in Afrika die Wirtschaft lahm. Als Folge seien Millionen Menschen arbeitslos. In verschiedenen Regionen komme es zu stärkeren Unterbrechungen der globalen Lieferketten als erwartet. Viele Länder leiden unter ihren schwachen Währungen, was Einfuhren verteuere und Inflation importiere. Dadurch werde die Schere zwischen den Industriestaaten und dem globalen Süden größer, warne der IWF. Es gelte auch, die zweite herannahende Krise, den Klimawandel, zu bewältigen. Werde er nicht schnell eingedämmt, drohen aus Sicht der Expert*innen größte ökonomische und gesellschaftliche Einbrüche.

 

2. Die Daseinsberechtigung des Entwicklungsministeriums

Entwicklungsminister Gerd Müller plädiert in einem Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeine Zeitung für die Wichtigkeit seines Ministeriums. Das Ministerium mit einem Investitionsetat von mehr als 13 Milliarden Euro zu einer Abteilung im Auswärtigen Amt herabzustufen – wie zuletzt von Christoph Heusgen und Wolfgang Ischinger gefordert – sei laut Müller falsch. Die Ausgliederung der humanitären Hilfe ins Auswärtige Amt vor zehn Jahren habe beispielsweise schon zu “Reibungsverlusten” geführt und solle rückgängig gemacht werden. Das Entwicklungsministerium sei angesehener Partner für viele kirchliche und zivilgesellschaftliche Organisationen. Das weltweit entgegengebrachte Vertrauen in die Zusammenarbeit basiere auf lange gewachsenen Strukturen mit dem globalen Süden. Deutschland sei dadurch zu einem strategischen Wirtschafts- und Entwicklungspartner für viele Länder geworden. Man brauche allerdings dringend eine stärkere europäische Koordinierung der Entwicklungspolitik und ein stärkeres Engagement Europas in der Außenwirtschafts- und Entwicklungspolitik. Denn “globale Herausforderungen brauchen letztlich globale Lösungen”, so Müller.

 

3. Äthiopiens Regierungstruppen starten Offensive

Äthiopiens Regierungstruppen haben nach Angaben der oppositionellen Volksbefreiungsfront Tigrays (TPLF) eine großangelegte Offensive in der an Tigray angrenzenden Nachbarprovinz Amhara begonnen. Darüber berichten der Tagesspiegel und die Frankfurter Rundschau. In die Kämpfe seien „Zehntausende“ von Panzern, Kampfjets und Drohnen begleitete Soldat*innen an mehreren Fronten verwickelt. Tausende seien durch den Großangriff bereits getötet worden. Es sei zu Bombardierung mehrerer an der Grenze zu Tigray gelegenen Städten gekommen. Die Regierung in Addis Abeba teile mit, dass der Widerstand gegen die Zerstörung, Gewalt und Morde der TPLF fortgesetzt werde. Nach der Rückeroberung weiter Teile der Tigray-Region seitens der TPLF hatte Äthiopiens Regierung Ende Juni einen einseitigen Waffenstillstand erklärt. Gleichzeitig hatte Addis Abeba eine Blockade über die Provinz verhängt, die seitdem von der Außenwelt fast vollkommen abgeschottet sei. Sowohl das Mobilfunknetz wie auch der Zugang zum Internet seien blockiert und es herrsche akuter Mangel an Nahrungsmitteln, Treibstoff und Medikamenten.

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12. Oktober 2021

12. Oktober 2021 - 10:39

1. Burkina Faso: Historischer Prozess wegen Präsidenten-Mord begonnen

In Ouagadougou wird seit Montag der Mord an Thomas Sankara, einem Revolutionshelden und ehemaligen Präsidenten von Burkina Faso, vor Gericht verhandelt. Darüber berichten die Tageszeitung (taz) und die Neue Zürcher Zeitung. Für viele Angehörige der jungen Generation sei Sankara bis heute ein Held der Dekolonisierung, er gelte als Afrikas Che Guevara. Er sei ein sozialistischer Revolutionär gewesen und hatte bereits 1980 vor Aids gewarnt und sich für Frauenrechte eingesetzt. Er sei am 15. Oktober 1987, nach vier Jahren an der Macht, bei einem Militärputsch gestorben. Den Putsch hatte sein Vertrauter Blaise Compaoré angeführt, der das Land daraufhin regiert habe, bis er 2014 durch wochenlange Proteste der Balai Citoyen zum Rücktritt gezwungen worden sei. Compaoré sei beim Prozess nicht anwesend. Der heute 70-Jährige sei nach seinem Sturz ins Exil in der Côte d’Ivoire gegangen und hatte die ivorische Staatsbürgerschaft angenommen. Laut seiner Anwälte sei er nie zu einer Vernehmung vorgeladen worden. Außerdem erwarten sie kein faires Verfahren.

 

2. WHO verlangt ehrgeizigere Klimaziele

Wenige Wochen vor Beginn der UN-Klimakonferenz COP26 in Glasgow hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor einer medizinischen Katastrophe gewarnt. Darüber berichten Tagesschau.de und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Laut eines Sonderberichts stelle der Klimawandel die größte Gesundheitsbedrohung der Menschheit dar. Die Folgen seien vor allem für die am meisten verletzlichen und benachteiligten Menschen zu spüren. Immer häufigere Extremwetterereignisse wie Hitzewellen, Stürme und Überschwemmungen betreffen Millionen von Menschen direkt, gefährden Gesundheitssysteme, bedrohen die Ernährungssicherheit und führen zur Verbreitung zahlreicher Krankheiten. Allein durch Luftverschmutzung sterben nach Angaben der WHO jedes Jahr rund sieben Millionen Menschen frühzeitig. Zudem wirke sich der Klimawandel auch auf die psychische Gesundheit aus. 300 Verbände haben im Namen von 45 Millionen Pflegekräften weltweit einen Appell an die Regierungen und die Delegationen der Klimakonferenz veröffentlicht, in dem schärfere Klimaschutzmaßnahmen gefordert werden.

 

3. Höchste Zeit für gerechte globale Verhältnisse

Thomas Gebauer, langjähriger Geschäftsführer der Menschenrechtsorganisation Medico International, hält in der Frankfurter Rundschau ein Plädoyer für eine Reform des Entwicklungsministeriums. Wie auch Entwicklungsminister Gerd Müller betont habe, bestehe keine Zukunft darin, dauerhaft auf Kosten anderer zu leben. Der Wohlstand in Deutschland gründe sich auf das Elend, das im globalen Süden verursacht werde. Es seien unsere Krisen, die wir “der Welt aufgenötigt haben” und die sich nun auch bei uns bemerkbar machen, so Gebauer. Die neue Regierung müsse sich für eine spürbare Reduktion der angewachsenen sozialen Ungleichheit einsetzen. Ungerechte Handelsverträge mit dem globalen Süden müssen überarbeitet werden und transnationale Unternehmen müssen sich zur Einhaltung der Menschenrechte verpflichten. Das Entwicklungsministerium selbst müsse transformiert werden. Es solle in ein Ministerium für gerechte Globalisierung umgewandelt werden. Es müsse “frei von eigennützigen Überlegungen” die sozial-ökologische Transformation der Welt vorantreiben.

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11. Oktober 2021

11. Oktober 2021 - 9:54

1. Regierungstruppen starten Offensive gegen Tigray-Rebellen

Äthiopische Regierungstruppen und ihre Verbündeten haben in der Region Amhara im Norden des Landes eine neue Offensive gegen die Tigray-Rebellen gestartet. Darüber berichten Stern.de, die Tageszeitung (taz) und das Hamburger Abendblatt. Das Militär habe am Donnerstag und Freitag in mehreren Gebieten Amharas Luft- und Bodenangriffe gestartet. Es handele sich um ein „massives Vorgehen“ der Regierungstruppen, „hauptsächlich aus der Luft, mit Drohnen und Artillerie“, so Getachew Reda, ein Sprecher der in Tigray herrschenden ehemaligen Regierungspartei Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF). Die Armee habe Zehntausende Soldaten zusammengezogen. Äthiopiens Ministerpräsident Abiy Ahmed sei am Montag für eine neue fünfjährige ­Amtszeit vereidigt worden und hatte geschworen, „Äthiopiens Ehre“ zu verteidigen.

 

2. Entführte Nonne in Mali befreit

In Mali ist eine im Jahr 2017 von Islamisten entführte kolumbianische Nonne freigelassen worden. Darüber berichten die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Tageszeitung (taz), die Hannoversche Allgemeine Zeitung, die Bergische Morgenpost und die Deutsche Welle. Gloria Cecilia Narváez sei am Samstag in der Hauptstadt Bamako eingetroffen und nach Rom weitergeflogen. Die Freilassung sei „der Höhepunkt” von vier Jahren und acht Monaten “gemeinsamer Bemühungen mehrerer Geheimdienste“ gewesen, so das Präsidialamt von Mali. Die 59-jährige Franziskanerin sei am 7. Februar 2017 in der Nähe von Koutiala, 400 Kilometer östlich von Bamako, entführt worden. Sie sei dort Missionarin gewesen. Narváez soll sich ihren Entführern freiwillig angeboten haben, als diese zwei jüngere Nonnen entführen wollten. Der amerika­nischen Beobachtungsorganisation ACLED zufolge habe es seit 2017 mehr als 900 Entführungen in Mali gegeben. Insbesondere Ausländer*innen werden häufig als Geiseln genommen, um Lösegelder für die Finanzierung terroristischer Aktivitäten zu erpressen.

 

3. Neuer Ebola-Fall in der Demokratischen Republik Kongo

Die Süddeutsche Zeitung, Spiegel.de und Deutschlandfunk berichten über die Registrierung eines neuen Falls der lebensgefährlichen Ebola-Krankheit in der Demokratischen Republik Kongo in der östlichen Provinz Nord-Kivu. Ein junges Kind sei am Mittwoch gestorben, nachdem es für Ebola typische Krankheitssymptome entwickelt hatte. Man versuche jetzt, rund 100 Kontaktpersonen aufzuspüren. Erst im Mai sei ein Ebola-Ausbruch in Nord-Kivu offiziell für beendet erklärt worden. Der Fall sei nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der Region Butsili in der Nähe der Stadt Beni aufgetreten, wo es bereits von 2018 bis 2020 immer wieder Ebola-Ausbrüche gegeben hatte. Beni sei ein Handelsknotenpunkt in der Region mit engen Verbindungen in die Nachbarländer Ruanda und Uganda. Eine Ebola-Infektion führe meist zu hohem Fieber und inneren Blutungen und sei lebensgefährlich. 2014 und 2015 hatte es den größten Ausbruch der Krankheit in Westafrika mit mehr als 11.000 Toten gegeben.

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Storytelling für Bildungsgerechtigkeit

8. Oktober 2021 - 17:26

Dies ist ein Gastbeitrag von Dianne Charles, Kommunikationskoordinatorin und Creative Content Creator bei Tai Tanzania. 

Geschichten haben die Macht, uns in ihren Bann ziehen und gesellschaftliche Veränderungen zu bewirken. Das ist von jeher in der Geschichte der Menschheit so gewesen – angefangen von der Tradition des Geschichtenerzählens am Lagerfeuer unserer Urahnen bis zu modernen Kinofilmen und Theatervorstellungen. Wie eine Geschichte erzählt wird, entscheidet darüber, ob sie sich positiv oder negativ auf ihre Zuhörer*innen auswirkt.

Das weiß auch das Team von Tai Tanzania. Die tansanische Nichtregierungsorganisation kombiniert traditionelles Storytelling mit modernsten Medientechnologien, um Jugendliche mit ihren Inhalten positiv zu beeinflussen und für mehr Bildungsgerechtigkeit in der tansanischen Gesellschaft zu sorgen.

Hinter Tai Tanzania steht eine Gruppe kreativer junger Menschen, die gemeinsam Projekte umsetzen und Dialoge fördern, um gleiche Bildungschancen für alle zu erkämpfen. Im Sinne von Vielfalt und Inklusion besteht das Team auch aus Animatorinnen und kreativen Storytellerinnen, die Geschichten über Menschen in Form von 3D-Animationen, Hörspielen und Comic-Postern erzählen. Dabei geht es immer darum, die Hauptzielgruppe – jugendliche Schüler*innen in Tansania – auf unterhaltsame Weise zu informieren, aufzuklären und zu inspirieren.

Das Team von Tai Tanzania

Die größte Inspirationsquelle für Jugendliche sind andere junge Menschen, die mit gutem Beispiel vorangehen. Dementsprechend haben wir uns bemüht, Figuren zu erschaffen, in die sich die Jugendlichen hineinfühlen können und die sie gleichzeitig ermutigen, sich für den Wandel in ihren Dörfern und Gemeinden einzusetzen.

Ngeti: Heldin der tansanischen Jugend

Wer wäre besser geeignet, um Jugendliche zu einer intensiven Diskussion über die Herausforderungen anzuregen, die Schüler und vor allem Schülerinnen in ihrer Pubertät erleben, als eine Schülerin selbst? Ngeti, eine leidenschaftliche junge Frau, setzt sich aktiv für die Rechte ihrer Mitschülerinnen in den Bereichen Menstruationshygiene, Sexualerziehung und Zugang zu Bildung ein. Sie kämpft für die Überwindung kultureller Normen, welche die Bildungschancen von Mädchen beschneiden.

Mit unseren Zeichentrickfilmen rund um die Figur Ngeti wollten wir die Lebenswirklichkeit von jugendlichen Schülerinnen und Schülern in Tansania realistisch nachzeichnen. Deshalb haben wir uns für ein afrikanisches Mädchen entschieden, das nicht nur die Sprache der tansanischen Jugend spricht, sondern auch Lösungen für die Probleme in Bezug auf den gleichberechtigten Zugang zu Bildung skizziert. Wir bezeichnen Ngeti gerne als „Heldin der Jugend“ – auf Swahili: „Shujaa wa Vijana“.

Ngeti, aus der Serie „Harakati Za Ngeti

Njaro: modern und furchtlos

Alle Kinder und Jugendlichen haben das Recht auf Bildung, ungeachtet von Geschlecht, Herkunft oder Behinderung. Denn zur Vielfalt der heranwachsenden Schüler*innen gehören auch Menschen, die vermeintlich anders sind. In Wahrheit gibt es keine Unterschiede zwischen ihnen: Sie sind alle Schüler*innen und sollten deshalb auch gleiche Bildungschancen haben.

Njaro ist eine moderne und ehrgeizige junge Frau mit Albinismus. Sie stammt aus einem Dorf, wo sie ausgegrenzt und für abergläubische Riten missbraucht wird. Njaro weigert sich jedoch, ängstlich zu sein und ihre Talente zu verbergen. Ungeachtet der Grenzen und Hürden, die ihr Umfeld ihr auferlegt, geht sie ihren eigenen Weg auf der Suche nach Bildung und Innovation – ihren beiden größten Leidenschaften. Und sie ermutigt andere Mädchen und Jungen in ähnlichen Situationen, ihre Angst zu überwinden und nicht aufzuhören, ihre Träume zu verfolgen. Die Figur Njaro wurde extra detailreich gezeichnet, um die Lebenswirklichkeit von Menschen mit Albinismus in der tansanischen Gesellschaft realitätsgetreu wiederzugeben.

Njaro, aus der Serie „Mwangaza“: Nivushe

Storytelling für den gesellschaftlichen Wandel

Tai Tanzania ist eine NGO mit Sitz in der tansanischen Stadt Daressalaam und kombiniert traditionelles Storytelling mit modernsten Medientechnologien, um die Gesellschaft Tansanias positiv zu beeinflussen. Mit steigender Nachfrage nach unserem Content wächst Jahr für Jahr auch unsere Reichweite. In enger Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen wie der UNESCO, UNICEF, UNFPA und vielen anderen wollen wir in Tansania ein Umfeld schaffen, in dem Mädchen gleichberechtigten Zugang zu Bildung bekommen. Bis heute haben wir mit unseren Inhalten rund 8.000 Schüler*innen in 80 Schulen in sieben Regionen sowie mehr als 3 Millionen Online-User erreicht.

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8. Oktober 2021

8. Oktober 2021 - 10:40

1. 500 Millionen Impfstoffdosen aus Afrika

Der Impfstoffhersteller Moderna will mRNA-Impfstoffe in Afrika herstellen. Darüber berichten die Süddeutsche Zeitung und die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Jährlich sollen mithilfe von Investitionen von umgerechnet 432 Millionen Euro bis zu 500 Millionen Impfstoffdosen produziert werden. Im August hatte BioNTech angekündigt, man wolle Malaria- und Tuberkulose-Impfstoffe in Afrika herstellen und prüfe dazu den Aufbau nachhaltiger Produktionsmöglichkeiten in Ruanda und Senegal. Ende 2022 sollen klinische Studien für die mRNA-Impfstoffe beginnen. Auch in Südafrika soll nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein Zentrum zur Herstellung von mRNA-Impfstoffen entstehen. Ferner berichten das Redaktionsnetzwerk Deutschland und evangelisch.de über die erneute Forderung der WHO, bis Mitte 2022 70% der Weltbevölkerung zu impfen. Sie habe alle Länder der Welt aufgerufen, an einem Strang zu ziehen und die Impfung der gefährdetsten Menschen in allen Ländern der Welt schnellstens zu ermöglichen. Das ursprüngliche Ziel der WHO, bis Ende September zehn Prozent der Bevölkerungen in allen Ländern zu impfen, hatten 56 Länder überwiegend in Afrika nicht erreicht.

 

2. Das unauflösbare Dilemma in Mali

Stefan Brändle thematisiert in der Frankfurter Rundschau den Konflikt zwischen Frankreich und mehreren Sahel- und Sahara-Anrainern. Die malische Staatsführung habe diese Woche ihren Botschafter in Paris zurückgerufen. Sie protestiere damit unter anderem gegen die Behauptung Macrons, sie sei ohne die französische Barkhane-Operation hilflos gegen die Dschihad-Kommandos. Frankreich sei ebenso frustriert. Man habe das Gefühl, dass sich die 5000 französischen Soldat*innen im Sahelgebiet seit Jahren “aufopfern”. Die europäischen Partner Frankreichs in Mali, darunter Deutschland, zeigen sich um die Zukunft des Landes, den Sahel-Schlüsselstaat in Sachen regionaler Terrorbekämpfung, besorgt. Es komme immer wieder zu Gewalt. Am Donnerstag seien bei einem mutmaßlich dschihadistischen Angriff im Zentrum Malis nach örtlichen Angaben mehr als ein Dutzend malische Soldaten getötet worden. Über den Anschlag berichten die Bergische Morgenpost und evangelisch.de. Das fragile Regime in Bamako setze immer offener auf andere Schutzmächte. Vor allem Russland etabliere sich zunehmend. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer stelle „Konsequenzen“ in Aussicht, falls Bamako russische Söldner anheure.

 

3. Ökologische Bedrohungen und Konflikte bilden einen Teufelskreis

Politische Konflikte und ökologische Bedrohungen hängen laut einer aktuellen internationalen Analyse des Institute for Economics and Peace eng miteinander zusammen. Das thematisiert ein Artikel in der Deutsche Welle. Die Zerstörung von Umweltressourcen mache Konflikte wahrscheinlicher und diese führen wiederum zu einer weiteren Zerstörung. Die Autor*innen des “Ecological Threat Report” fordern die Industriestaaten dazu auf, entsprechende Mittel bereitzustellen, um die Widerstandsfähigkeit von Krisenregionen zu stärken. Elf der 15 Länder, die am stärksten unter ökologischen Bedrohungen leiden, seien aktuell auch von Konflikten betroffen. Zu diesem Schluss kommen die Wissenschaftler*innen auf Basis einer Auswertung von Daten aus 178 Staaten. Das am stärksten gefährdete Land sei Afghanistan, gefolgt von Niger, Madagaskar, Malawi und Pakistan. Das Institut sehe einen Zusammenhang zwischen Unterernährung und höherer Gewaltbereitschaft, die noch weiter erforscht werden müsse.

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7. Oktober 2021

7. Oktober 2021 - 10:58

1. Durchbruch im Kampf gegen Malaria

Erstmals hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die breite Anwendung eines Impfstoffes gegen Malaria empfohlen. Darüber berichten Tagesschau.de, Zeit Online, Stern.de, die Stuttgarter Nachrichten und die Deutsche Welle. Der Impfstoff RTS,S solle an Kinder in Subsahara-Afrika und in anderen Malaria-Regionen verabreicht werden. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus betone, dies sei ein “historischer Moment” und ein “Durchbruch für die Wissenschaft”. Zusammen mit bisherigen Präventionsmaßnahmen können nun jährlich Zehntausende Menschenleben gerettet werden, so Tedros. Die Empfehlung basiere auf Pilotversuchen mit rund 800.000 Kindern in Ghana, Kenia und Malawi. Unter den Geimpften seien tödliche Krankheitsverläufe um 30 Prozent zurückgegangen. Jedes Jahr gebe es rund 200 Millionen Malaria-Infektionen, überwiegend in Afrika. An der Infektion sterben jährlich 400.000 Menschen, vor allem Kinder unter fünf Jahren.

 

2. Google will eine Milliarde Dollar in Afrika investieren

Google will über die nächsten fünf Jahre mit umgerechnet 862 Millionen Euro die Digitalisierung in Afrika vorantreiben. Darüber berichten Zeit Online, Stern.de, das Handelsblatt, die Frankfurter Rundschau und die Berliner Morgenpost. Die Einrichtung einer neuen Untersee-Kabelverbindung solle schnellere Internetgeschwindigkeiten und geringere Verbindungskosten ermöglichen, so Google-Chef Sundar Pichai. Das «Equiano» genannte Glasfaserkabel soll durch Südafrika, Namibia, Nigeria und die Insel St. Helena verlaufen und den Kontinent mit Europa verbinden. Ein Unternehmenszusammenschluss um den Facebook-Konzern baue ebenfalls ein neues Unterseekabel in Afrika. Es solle Afrika von Ägypten aus mit Europa und über Saudi-Arabien mit dem Nahen Osten verbinden. In Afrika hatten gerissene Unterseekabel mehrmals zu massiven Internetproblemen geführt. Anfang 2020 seien gleichzeitig zwei Kabel im Atlantik ausgefallen, die mehrere Länder Afrikas mit Europa verbinden. Dadurch seien auch internationale Anrufe sowie mobiles Roaming beeinträchtigt gewesen.

 

3. Zunehmender Terror in Afrika

Christian Putsch thematisiert in der Welt den Terror in Afrika und dessen Bedeutung für Europa. Der Kontinent gelte als die am meisten durch Terror betroffene Weltregion. Die Zahl der Anschläge sei über die letzten Jahre um ein Vielfaches gestiegen. Grund dafür seien der Vormarsch des Islamischen Staates (IS) und al-Qaida. In Afrika gebe es drei Krisenherde: die Sahelzone, das Tschadseebecken und Somalia. In der Sahelzone gehe die Gewalt vor allem vom Konflikt zwischen dem “Islamic State in the Greater Sahara” (ISGS) und “Jamaat Nasr al-Islam wal Muslimin” (JNIM) aus. Der Bürgerkrieg in Libyen habe die gravierendsten Auswirkungen. In Nigeria habe Boko Haram an Einfluss verloren und die Gruppe “Islamic State West Africa Province” (ISWAP) gelte als die stärkste Bedrohung. Dabei sei Nigeria als bevölkerungsreichstes Land Afrikas von großer Bedeutung für Europa, so Putsch. In Somalia verstärke neben der Terrormiliz al-Shabaab vor allem der Konflikt zwischen IS und al-Qaida die Brutalität des Terrors. Europa habe großes Interesse an einer Deeskalation, insbesondere aufgrund Somalias geografischer Lage. Der Vormarsch von al-Shabaab könne außerdem erhoffte Investitionen in den afrikanischen Kontinent erschweren.

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6. Oktober 2021

6. Oktober 2021 - 10:38

1. Klimawandel bringt Wasserhaushalt aus dem Gleichgewicht

Die meisten Länder sind laut Weltwetterorganisation (WMO) nicht auf die steigende Anzahl von Überschwemmungen und Trinkwassermangel vorbereitet. Darüber berichten ZDF.de, Deutschlandfunk und der Mannheimer Morgen. WMO-Generalsekretär Petteri Taalas mahne, die Welt müsse aufwachen und sich der drohenden Wasserkrise stellen. Der Klimawandel verschärfe Überschwemmungen wie zuletzt in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sowie in einigen asiatischen Ländern. Die Zahl der Katastrophen durch Fluten sei in den vergangenen 20 Jahren um 134 Prozent gestiegen, die Zahl der Dürren um 29 Prozent. Weltweit hatten 2018 rund 3,6 Milliarden Menschen mindestens einen Monat lang nicht genügend Wasser. Die Zahl werde bis 2050 auf mehr als 5 Milliarden steigen. Besonders betroffen seien unter anderem der Nahe Osten, die Sahelzone in Afrika, der Mittelmeerraum und der Westen der USA sowie Südamerikas. Zu den UN-Nachhaltigkeitszielen gehöre, dass bis 2030 alle Menschen sauberes Trinkwasser und eine Abwasserentsorgung haben. Um das zu erreichen, müssen die Anstrengungen vervierfacht werden.

 

2. Praxis der Außen- und Entwicklungspolitik muss auf den Prüfstand

Christoph Heusgen und Wolfgang Ischinger, beide Vorsitzende des Stifterkreises der Münchner Sicherheitskonferenz, thematisieren in der Frankfurter Allgemeine Zeitung die Zusammenlegung der Außen- und Entwicklungsministerien zu einem Verbund. Bereits während des Wahlkampfes seien Forderungen nach einer Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik aus einer Hand gestellt worden. Zuständigkeiten beider Ministerien seien schwer voneinander zu trennen. Eine Zusammenlegung könne laut der Autoren Kohärenz, Effizienz und Effektivität der deutschen Sicherheitspolitik stärken. Die Lage in Afghanistan sei das jüngste Beispiel für ein Scheitern der außen- und entwicklungspolitischen Zusammenarbeit. Trotz milliardenschwerer Investitionen in die Regierung Kabuls sei alles, was man aufgebaut hatte, in kurzer Zeit zusammengebrochen. Entwicklungspolitischer Einsatz müsse – insbesondere auch vor dem Hintergrund der Geschehnisse in Mali – in Zukunft noch stärker politisch koordiniert werden, so die Autoren. Zudem müsse man sich mit einer Anpassung der Ressortstruktur der Ministerien auseinandersetzen.

 

3. “Zero Rating”: Digitaler Kolonialismus im globalen Süden

Andrian Kreye thematisiert in der Süddeutsche Zeitung den Komplettausfall der digitalen Infrastruktur des Facebook-Konzerns am Montag. Für die meisten Menschen in Europa und Amerika sei der Ausfall ein Luxusproblem gewesen, oder sogar eine willkommene “Besinnungspause”. Doch er hatte dramatische Auswirkungen für Hunderte Millionen Nutzer*innen in afrikanischen, asiatischen und lateinamerikanischen Ländern. Dort seien die Anwendungen von Facebook nicht nur ökonomische Infrastruktur sondern “buchstäblich das ganze Internet”. Nutzer*innen können über besondere Funktionen der App für einen geringen Betrag oder gratis auf das Internet zugreifen. Das nenne sich “Zero-Rating”. Diese Praxis sei allerdings keine Wohltätigkeit, sondern ein Geschäftsmodell. Dadurch wollen die großen digitalen Anbieter im globalen Süden Nutzer*innen gewinnen und das Erreichen der Konkurrenz verhindern. Facebook wandele sich durch die Abhängigkeit seiner Nutzer*innen an seine Dienste so vom Anbieter zum Versorger digitaler Infrastruktur. Das mache einen Ausfall so fatal.

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5. Oktober 2021

5. Oktober 2021 - 10:22

1. Äthiopien: Abiy kann Land weitere fünf Jahre regieren

Abgeordnete haben den seit 2018 amtierenden Regierungschef Abiy Ahmed mit großer Mehrheit zum Ministerpräsidenten wiedergewählt. Darüber berichten Tagesschau.de, Spiegel.de, Zeit Online, RP Online und die Deutsche Welle. Die Wahl folge einer im Juli von den größten Oppositionsparteien boykottierten Parlamentswahl, die Abiys Partei mit einem klaren Sieg gewonnen hatte. Wahlbeobachter*innen hatten beklagt, dass internationale Standards für faire Wahlen dabei weit unterschritten worden seien. Die Abstimmung sei aufgrund eines monatelangen und noch immer andauernden Konflikts zweimal verschoben worden. Die politische Lage in Äthiopien sei extrem angespannt, seit die Regierung im November 2020 eine Militäroffensive gegen die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) begonnen hatte. Zudem gebe es eine der schlimmsten Hungerkrisen seit Jahrzehnten. Die USA und andere Länder drohen mittlerweile mit gezielten Sanktionen im Zusammenhang mit dem Tigray-Konflikt.

 

2. Steuereinnahmen können Menschenleben retten

Thomas Balbierer und Hannes Munzinger interviewen in der Süddeutsche Zeitung die schottische Kinderärztin Bernadette O’Hare und den englischen Ökonomen Stephen Hall, die zusammen mit ihrem Forscher*innenteam ein wissenschaftliches Modell für die Folgen von Steuerflucht entwickelt haben. Laut des Modells können Regierungen durch die Verhinderung von Steueroasen innerhalb von zehn Jahren die Leben von rund 680.000 Kindern und Müttern retten. Je nach Land koste es unterschiedlich viel, ein Menschenleben zu retten. In sehr armen Ländern seien die Investitionen in Gesundheit, Bildung, Wasser und Hygiene niedrig. Bruttoinlandsprodukt und Staatseinnahmen müssen deutlich steigen, bevor arme Länder Geld in ihr Gesundheitssystem investieren können. Sei das aber geschehen, können relativ kleine Geldbeträge die Kurve der geretteten Leben exponentiell steigen lassen. Deshalb sei es wichtig, die öffentliche Gesundheit der ärmeren Länder durch die Erhöhung von Staatseinnahmen zu stärken. Dabei sei es entscheidend, dass reiche Länder die Einnahmen von armen Ländern nicht durch das Zulassen von Steuermissbrauch gefährden.

 

3. KfW will klimaneutral werden

Jan Diesteldorf thematisiert in der Süddeutsche Zeitung die Klimaschutzmaßnahmen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die Staatsbank sei eines der wichtigsten Instrumente in der Entwicklungspolitik. Sie sei ein Vehikel, mit dem die Bundesregierung Investitionen der Privatwirtschaft lenke und gezielt Investitionen fördere. In Zukunft wolle die KfW zudem eine wichtige Rolle im Klimaschutz einnehmen. Seit diesem Jahr soll jede KfW-Finanzierung mindestens eines der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele erfüllen. Unternehmen sollen künftig nur noch Geld für “Paris-kompatible” Finanzierungen erhalten. Wie das möglichst präzise funktionieren kann, finde die Finanzindustrie gerade noch heraus, so Diesteldorf. Berechnungen zur Ermittlung der CO2-Emissionen seien sehr komplex. Wichtig dabei sei, dass die Anforderungen erfüllbar bleiben, damit die Förder- und Finanzierungsprogramme des staatlichen Instituts auch weiterhin nachgefragt werden.

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4. Oktober 2021

4. Oktober 2021 - 9:54

1. UN-Blauhelmsoldat in Mali getötet

Im Norden Malis ist ein ägyptischer UN-Blauhelmsoldat durch die Explosion eines Sprengsatzes getötet worden. Darüber berichten die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Welt, die Frankfurter Rundschau und die Berliner Zeitung. Vier weitere Soldaten seien schwer verletzt worden, als ihr Konvoi auf einen Sprengsatz traf. UN-Generalsekretär António Guterres verurteile den Angriff und fordere die malischen Behörden auf, die Verantwortlichen zu finden. In den vergangenen Wochen und Monaten habe es immer wieder Anschläge auf ausländische Soldat*innen in Mali gegeben. Vergangene Woche sei ein Soldat der französischen Operation Barkhane getötet worden. Die UN-Mission Minusma sei eine der teuersten und gefährlichsten Friedensmissionen der Vereinten Nationen. Die Bundeswehr beteilige sich mit bis zu 1100 Einsatzkräften. Außerdem seien deutsche Truppen im Rahmen der EU-Ausbildungsmission EUTM mit bis zu 600 Soldat*innen in Mali vertreten.

 

2. Deutschland: 17 Millionen Impfdosen-Spenden

Deutschland hat inzwischen mehr als 17 Millionen Corona-Impfdosen an andere Staaten abgegeben, berichten die Welt, Deutschlandfunk und RP Online. Davon seien zehn Millionen Imfpfstoffdosen von AstraZeneca über die internationale Impfstoff-Initiative Covax verteilt worden. Gut sieben Millionen Impfdosen seien direkt an Länder mit akutem Bedarf gegangen, darunter die Ukraine, Namibia, Vietnam, Ägypten und Ghana. Ab Oktober solle auch der Impfstoff von Johnson & Johnson an Covax geliefert werden. Deutschland hatte zugesagt, bis Jahresende 100 Millionen Impfdosen für andere Länder bereitzustellen. Gesundheitsminister Jens Spahn habe insbesondere der Bundeswehr für ihre Unterstützung bei der Logistik gedankt. Man könne sich darauf verlassen, dass Deutschlands gespendete Impfstoffe überall auf der Welt sicher ankommen, so Spahn. Tagesschau.de berichtet darüber hinaus, dass der weltweit größte Impfstoffhersteller Serum Institute ein halbes Jahr nach dem von der indischen Regierung verfügten Exportstopp ab diesem Monat wieder Corona-Impfstoffe iefert. Das Institut war Anfang des Jahres als einer der Hauptlieferanten für Covax vorgesehen. Man plane bis Ende des kommenden Jahres mehr als eine Milliarde Impfstoffdosen zu exportieren.

 

3. Zivile Helfer müssen kontrolliert werden

Dominic Johnson thematisiert in der Tageszeitung (taz) die Abmahnung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einer gemeinsamen Erklärung aller wichtigen Geberländer der Vereinten Nationen. Am 28. September hatte ein WHO-Bericht schwere Vorwürfe von Kongolesinnen über Vergewaltigung, sexuelle Übergriffe und sexuelle Ausbeutung durch WHO-Personal in der Demokratischen Republik Kongo bestätigt. Die Länder erwarten von der WHO „vollen Einsatz“. Wichtig sei eine „sofortige, gründliche und detaillierte Überprüfung” der institutionellen Politik, der operativen Prozesse sowie der Führungskultur und Umstände. Ein schneller Wandel sei dringend nötig. Nach wie vor mangele es an unabhängigen Beschwerdestellen für Opfer. Außerdem genießen UN-Mitarbeiter*innen Immunität vor nationaler Strafverfolgung. Die WHO sei kein Einzelfall. Seit Jahren häufen sich Berichte über Sexualverbrechen und sexuelle Nötigung durch Mitarbeiter von Hilfswerken weltweit, so Johnson.

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1. Oktober 2021

1. Oktober 2021 - 10:18

1. Müller fordert Aussetzung der Steuer für fairen Kaffee

Entwicklungsminister Gerd Müller fordert zum heutigen Weltkaffeetag eine neue Regierungskoalition auf, fair angebauten und verarbeiteten Kaffee von der Kaffeesteuer zu befreien. Darüber berichten das Redaktionsnetzwerk Deutschland, die Frankfurter Rundschau, der Bayerische Rundfunk und Evangelisch.de. Olaf Scholz habe diese Maßnahme als Bürgermeister von Hamburg selbst gefordert und als Finanzminister nicht umgesetzt, so Müller. Durch die Aussetzung der Steuer werde fairer Kaffee für die Verbraucher*innen in etwa so günstig wie herkömmlicher Kaffee. Das sei eine wirksame Maßnahme gegen Kinderarbeit, da dadurch die Eltern der Kinder auf den Kaffeeplantagen angemessene Einkommen bekommen, so Müller. Momentan leben die meisten Bäuerinnen und Bauern in Armut und hungern. Fairer Kaffee könne das ändern, doch dessen Marktanteil stagniere seit Jahren bei sechs Prozent. Die Kaffeesteuer betrage 2,19 Euro pro Kilo. Ohne die Steuer könne ein 500-Gramm-Päckchen fair gehandelter Kaffee, das derzeit etwa sieben Euro koste, für 1,10 Euro weniger angeboten werden.

 

2. Äthiopien verweist mehrere UNO-Mitarbeiter*innen des Landes

Das Redaktionsnetzwerk Deutschland, Deutschlandfunk und evangelisch.de berichten über die Ausweisung von sieben Mitarbeiter*innen humanitärer UN-Organisationen aus Äthiopien. Sie hatten sich laut des Außenministeriums in interne Angelegenheiten des Landes eingemischt und müssen innerhalb von 72 Stunden ausreisen. Unter ihnen seien die Chefin des Kinderhilfswerks Unicef in Äthiopien, Adele Khodr, und der stellvertretende Koordinator für humanitäre Hilfe in Äthiopien, Grant Leaity. UN-Generalsekretär António Guterres habe „schockiert“ reagiert. Er habe vollstes Vertrauen in die UN-Mitarbeiter*innen in Äthiopien. Man versuche die Regierung Äthiopiens dazu zu bewegen, die Mitarbeiter*innen im Land bleiben und „ihre wichtige Arbeit fortsetzen“ zu lassen. Anfang September hatte der UN-Koordinator für humanitäre Hilfen in Äthiopien der Regierung von Ministerpräsident Abiy Ahmed vorgeworfen, humanitäre Hilfen in Tigray zu blockieren. Impfungen seien nicht möglich und es drohe eine schwere Hungerkrise.

 

3. Separatismus in Kamerun

Antonio Cascais thematisiert in der Deutsche Welle den seit 2016 andauernden Bürgerkrieg in Kamerun. Anglophone Separatist*innen wollen ihren eigenen Staat “Ambazonien”, weil sie sich seit Jahrzehnten vernachlässigt fühlen. Die Zentralregierung reagiere mit brutaler Repression. Im Jahr 2016 seien Proteste gegen die frankophone Dominanz in Kamerun eskaliert. Daraufhin sei es zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen anglophonen separatistischen Gruppierungen und der Zentralregierung gekommen. Der Konflikt zwischen dem französisch geprägten Mehrheitsstaat und den kleineren englisch geprägten Landesteilen dauere schon seit Jahrzehnten an. Momentan komme es nach wie vor oft zu tödlichen Angriffen von unterschiedlichen separatistischen Milizen auf Militärposten und Fahrzeuge der kamerunischen Armee. Die kamerunischen Sicherheitskräfte bereiten sich auf starke Konfrontationen am 1. Oktober vor, an dem offiziell die Staatsgründung Kameruns gefeiert wird. Am selben Tag feiern die Separatist*innen die Ausrufung der unabhängigen “Republik Ambazonien” im Jahr 2017.

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30. September 2021

30. September 2021 - 10:28

1. Globales Impfziel der WHO wird verfehlt

Mehrere Medien, darunter Spiegel.de, Tagesschau.de und das Redaktionsnetzwerk Deutschland thematisieren die immer noch geringe Impfrate in zahlreichen Ländern des globalen Südens. Das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis Ende September in jedem Land mindestens zehn Prozent der Bevölkerung zu impfen, werde verfehlt. Insbesondere in Afrika liege die Impfquote deutlich darunter. In der Demokratischen Republik Kongo seien beispielsweise erst 0,15 Impfdosen pro 100 Einwohner*innen verabreicht worden, im Tschad 0,87. Die WHO rufe reiche Länder auf, mehr Impfdosen abzugeben. Es brauche jetzt eine “eisenharte globale Verpflichtung”, dass bis Ende des Jahres mindestens 40 Prozent der Bevölkerung in jedem Land geimpft werden, fordere WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Die reichen Länder haben mehr als eine Milliarde Impfdosen als Spende versprochen. Davon sei aber bislang weniger als ein Fünftel geliefert worden.

 

2. Vernetzte Risiken erfordern globale Lösungen

Nicole Heißmann thematisiert im Stern den Zusammenhang zwischen Katastrophen. Das Bonner Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit der UN-Universität habe den Verlauf großer Krisen analysiert und dabei festgestellt, dass viele Ereignisse miteinander vernetzt und Jahre im Voraus sichtbar seien. So habe beispielsweise der globale Klimawandel zur Erwärmung der Arktis geführt, gleichzeitig aber Regionen in Nordamerika abgekühlt und dadurch zur Kältewelle in Texas beigetragen. Auch die Heuschreckenplage in diesem Jahr habe sich schon 2018 abgezeichnet. Kriege im Jemen und Somalia hatten allerdings den Zugang zum Heuschreckengebiet blockiert, sodass die Plage nicht ausreichend bekämpft werden konnte und es zu verheerenden Erntevernichtungen gekommen sei. Es brauche mehr internationale Kooperation, so die Ökologin Zita Sebesvari. Einzellösungen wirken spezifisch auf manche Probleme, verschärfen dabei aber unter Umständen andere.

 

3. Menschenrechtsaktivistin aus Kamerun erhält Alternativen Nobelpreis

Mit dem Alternativen Nobelpreis der Right-Livelihood-Stiftung werden in diesem Jahr Aktivist*innen aus Kamerun, Russland, Kanada und Indien ausgezeichnet. Darüber berichten die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Rundschau, die Stuttgarter Nachrichten und die Deutsche Welle. Mit dem Preis solle der Mut von Menschen hervorgehoben werden, der unerlässlich sei für die Durchsetzung von Frieden, sozialer Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit. Erstmals gehe die Auszeichnung nach Kamerun. Dort kämpfe die Friedens- und Genderaktivistin Marthe Wandou gegen Kinderehen und sexualisierte Gewalt. Ihre im Jahr 1998 gegründete Organisation Aldepa setze sich für Bildung und die Bewältigung psychischer Traumata infolge von Krisen und Konflikten ein. Wandous Engagement sei bislang mehr als 50.000 Mädchen zugute gekommen. Sie schütze auch Menschen, die vor der Gewalt der islamistischen Terrormiliz Boko Haram geflüchtet seien.

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Mehr Fairness in die Kaffeetasse!

30. September 2021 - 10:23

Dies ist ein Gastbeitrag von Melanie Leucht, Referentin Öffentlichkeitsarbeit /Redaktion, Fairtrade Deutschland e.V. 

Am 1. Oktober feiert die Welt den internationalen Tag des Kaffees. In Deutschland wurden 2020 sagenhafte 168 Liter des aromatischen Wachmachers pro Kopf getrunken – damit bleibt Kaffee weiterhin das Nummer Eins-Getränk hierzulande, noch vor Bier und Mineralwasser. Eigentlich ein guter Grund zum Feiern für die Kaffeebäuerinnen und -bauern in den Ländern des Südens, die uns Kaffee-Fans mit den braunen Bohnen beglücken. Doch die Realität sieht leider anders aus.

Fairer Handel – Gemeinschaft, Planungssicherheit, Beratung

Während die Erfolgswelle der braunen Bohne ungebrochen bleibt und sich die Einnahmen der Röster und Händler in Deutschland seit 1994 mehr als verdoppelten, sanken die Einnahmen in den Produktionsländern um über zehn Prozent. Schwankende Weltmarktpreise und die Auswirkungen des Klimawandels machen die Kaffeeproduktion heutzutage so unrentabel, dass viele Kleinbauernfamilien in den Anbauländern ihre Felder aufgeben und sich neue Einkommensquellen suchen müssen.

Kaffeebäuerin Caroline Rono aus Kenia profitiert neben Fairtrade-Mindestpreis und -Prämie vor allem von einem Schulungsprojekt ihrer Kooperative speziell für Frauen. Bild: Nyokabi Kahura / Fairtrade / Fairpicture.org

Fairtrade hat etwas dagegen: Festgelegte Mindestpreise, die den Produzent*innen bei tiefen Weltmarktpreisen als finanzielles Sicherheitsnetz dienen, und eine zusätzliche Fairtrade-Prämie für lokale soziale Projekte eröffnen den Bäuerinnen und Bauern finanzielle Spielräume und mehr Planungssicherheit. Der Zusammenschluss der Kleinbauernfamilien zu Kooperativen sowie ein breites Angebot an Beratungen und Projekten, etwa zu Themen wie ressourcenschonender und klimaresistenter Anbau, stärkt die Widerstandskraft von Bäuerinnen und Bauern zusätzlich gegen Einflüsse von außen.

Wir fordern: Macht Kaffee Fair!

Vielen Kaffeeliebhaber*innen liegt nachhaltiger Konsum sehr am Herzen. Doch der Preisunterschied zu konventionell gehandeltem Kaffee spielt beim Griff ins Kaffeeregal ebenfalls eine große Rolle. Seit 2017 setzt sich Fairtrade Deutschland politisch dafür ein, nachhaltigen Kaffeegenuss für jeden Geldbeutel erschwinglich zu machen: durch die Abschaffung der Doppelbesteuerung für fair gehandelten Kaffee. Ursprünglich 1948 als Luxussteuer für ein rares Gut eingeführt, zahlen Kaffeefans noch heute 2,19 pro Kilogramm Röstkaffee an den Fiskus – zusätzlich zur Mehrwertsteuer!

15.000 Stimmen für ein Ende der Doppelbesteuerung von fair gehandeltem Kaffee: Dieter Overath, Vorstandsvorsitzender von Fairtrade Deutschland, übergab Bundesentwicklungsminister Müller das Ergebnis der Petition zum Coffee Fairday 2017, Bild: Phuong Tran Minh / Fairtrade

Wird die Kaffeesteuer für fair gehandelten Kaffee abgeschafft, ließe sich der Anteil fair und nachhaltig produzierten Kaffees am deutschen Markt, sowie die Vorteile, die sich daraus für die Produzent*innen ergeben, weiter ausbauen. „Der faire Handel zeigt, dass ein anderes Wirtschaften möglich ist, aber wir müssen raus aus der Nische. Dazu braucht es politischen Willen“, sagt Dieter Overath, Vorstandsvorsitzender von Fairtrade Deutschland e.V. „Die Steuerpolitik hat ein enormes Potenzial, Kaufentscheidungen hin zu fairem und nachhaltigen Konsum zu fördern.“ Darum werden wir auch die neue Regierung beharrlich auf ihre Verantwortung hinsichtlich fairem und nachhaltigem Handel(n) hinweisen.

Bewusster konsumieren – viel bewirken

Wie können wir also schon heute dafür sorgen, dass auch die Kleinbauernfamilien am Tag des Kaffees (und darüber hinaus) einen Grund zum Feiern haben? Wir tun einfach das, was wir gerne tun – aber bewusst! Jede genossene Tasse Fairtrade-Kaffee trägt dazu bei, den Menschen im Kaffeeanbau eine Perspektive zu bieten. Allein in Deutschland gibt es aktuell über 1.500 Kaffeeprodukte mit Fairtrade-Siegel. Ob daheim, im Café oder auf der Arbeit können wir uns aktiv für die Zukunft des Kaffees und der Menschen, die ihn anbauen, engagieren.

„Mach Kaffee fair!“ lautete die Forderung der Fairtrade-Kaffeekampagne, an der sich 2019 rund 40.000 Menschen beteiligten. Foto: Jakub Kaliszewski / Fairtrade

Unser Tipp: Trinken Sie ein Tässchen mehr – aber fair.

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29. September 2021

29. September 2021 - 10:19

1. Kommission bestätigt Vorwürfe sexueller Ausbeutung gegen WHO-Personal

Eine von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestellte Untersuchungskommission ist zu dem Schluss gekommen, dass humanitäre Helfer bei ihrem Ebola-Einsatz in der Demokratischen Republik Kongo zahlreiche Frauen und einige Männer sexuell ausgebeutet oder vergewaltigt haben. Darüber berichten mehrere Medien, darunter die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Tagesschau.de, Spiegel.de, die Tageszeitung (taz), die Rheinische Post und Deutsche Welle. Der Bericht dokumentiere neun Fälle von Frauen, die Vergewaltigungen meldeten, sowie 29 ungewollte Schwangerschaften. 83 mögliche Täter seien identifiziert worden, 21 von ihnen haben mit Sicherheit bei der WHO gearbeitet. Die Vorwürfe richten sich unter anderem gegen WHO-Ärzte und leitende Mitarbeiter. Die meisten Beschuldigten hatten Übergriffe abgestritten oder behaupten, der Sex sei einvernehmlich gewesen. Die Fälle waren vor einem Jahr durch Medienrecherchen ans Licht gekommen.

 

2. Das Geschäft mit den Impfstoffen

Christoph Schlautmann gibt im Handelsblatt Einblicke hinter die Kulissen von Logistikkonzernen, die Corona-Impfstoffe lagern. Das Handelsblatt habe als erstes Medium Zutritt zu den Hallen des Speditionskonzerns Kühne + Nagel gehabt. In einem der größten Verteilzentren der Welt werden mehr als ein Zehntel der globalen Corona-Impfstoffe umgeschlagen. Der weltweite Aufbau funktionierender Lieferketten für Impfstoffe habe dreimal so schnell stattgefunden wie normalerweise. Weltweit seien Hunderte Millionen Euro an Investitionen in die Corona-Logistik geflossen. Das erhoffte Wachstum im Geschäft mit den Impfstoffen soll die hohen Kosten ausgleichen. Doch die “Impfmüdigkeit” in Europa und den USA lasse Zweifel an den Prognosen aufkommen. Auch die Nachfrage nach Erstimpfungen aus dem globalen Süden stocke momentan. Ein Grund für den schleppenden Impffortschritt sei die Lieferblockade des Hauptexporteurs Indien, die erst im Oktober aufgehoben werden soll. Zudem seien bisher erst wenige der versprochenen Lieferungen aus Belgien und den USA eingetroffen.

 

3. Merkels Erbe in Afrika

Viele Arikaner*innen bedauern die endende Amtszeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel, schreibt Johannes Dieterich in der Frankfurter Rundschau. Das hänge vor allem mit ihrer Haltung in der Krise der Asylpolitik vor sechs Jahren zusammen. Es werde ihr hoch angerechnet, dass Merkel sich im entscheidenden Moment nicht von “politischem Kalkül sondern von humanitären Prinzipien” habe leiten lassen. Vor Ort sei sie allerdings selten gewesen. Subsahara-Afrika habe sie nur acht Mal besucht. Momentan gebe es einige Konflikte, die zu lösen bleiben. Darunter der Umgang mit afrikanischen Migrant*innen in Deutschland, die Diskussion um die Aufhebung der Patentrechte für Corona-Impfstoffe und die sich anbahnenden Konsequenzen des Klimawandels, die insbesondere für Afrika bedrohlich seien. Wer sich als Merkels Nachfolger*in dem hochkomplexen Kontinent Afrika zuwende, müsse “einen langen Atem haben”, so Expert*innen.

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