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Aktualisiert: vor 8 Stunden 10 Minuten

Voller Einsatz gegen HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria

30. September 2022 - 16:28

Der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria ist ein globale Organisation, die die Bekämpfung dieser drei vermeidbaren Krankheiten unterstützt. In diesem Jahr hatten die Staats- und Regierungschefs der Welt die Möglichkeit, erneut in den Globalen Fonds zu investieren, und es stand eine große Summe auf dem Spiel. Tatsächlich könnte der Globale Fonds mit den beantragten 18 Milliarden Dollar bis zum Jahr 2026 20 Millionen Menschenleben retten. In unserem Video erfährst du, wie groß die Auswirkungen wirklich sind.

Want to know how you can help save 20 million lives? ????

Watch and share this video to find out and #FightForWhatCounts. ???? pic.twitter.com/TJdSpsuPYx

— ONE (@ONECampaign) September 13, 2022

Wie viel haben die Staats- und Regierungschefs also der Welt dieses Jahr zugesagt? Sie haben dem Globalen Fonds eine historische Summe von 14,25 Milliarden Dollar zugesagt, wobei einige weitere Länder noch Zusagen machen müssen. Das ist zwar weniger als die angestrebten 18 Milliarden Dollar, aber dennoch ein beeindruckendes Ergebnis und die höchste Summe, die je für eine multilaterale Gesundheitseinrichtung aufgebracht wurde.

Unsere Aktivist*innen haben das ganze Jahr über hart gearbeitet, um dies zu erreichen – von der Besetzung des EU-Parlaments und des Times Square bis hin zu Treffen mit wichtigen Interessengruppen und vielem mehr. Hier ist ein Rückblick darauf, wie sie diese lebensrettende Investition gesichert haben.

Unsere Aktivist*innen wurden online aktiv

Von der Verbreitung von Quizfragen zu HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria bis hin zu Petitionen konnten unsere Aktivist*innen aus der ganzen Welt für den Globalen Fonds werben und Unterstützer*innen in aller Welt mobilisieren! Sie konnten über 55.000 Unterschriften für unsere Petition zum Globalen Fonds sammeln und durch Twitter direkt an die Staats- und Regierungschefs wenden, um das Bewusstsein zu schärfen.

Sie veranstalteten einen Lobbytag in London

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In diesem Sommer gingen unsere GenerAction-Aktivist*innen in London auf die Straße, um ihre Unterstützung für den Globalen Fonds und den Kampf gegen Epidemien wie HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria zu bekräftigen.

Sie trafen sich mit Melinda French Gates in Berlin

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In Berlin trafen sich unsere GenerAction-Aktivist*innen auch mit der globalen Aktivistin Melinda French Gates und der Politikerin Bärbel Kofler, um über den Globalen Fonds zu sprechen und darüber, wie wir vermeidbare Krankheiten beenden können.

Sie projizierten ein Video auf die Straßen von Paris

Vendredi dernier, nous avons projeté dans les rues de Paris un court film animé. Notre but? Faire comprendre à @EmmanuelMacron qu'en augmentant sa contribution au @GlobalFund, il peut sauver des millions de vies du sida, de la tuberculose et du paludisme.

Regardez notre vidéo ⬇️ pic.twitter.com/ixlB2DN0nA

— ONE France (@ONE_Fr) September 15, 2022

In Frankreich führten unsere Aktivist*innen einen Kurzfilm auf den Straßen von Paris vor, um die Aufmerksamkeit von Präsident Emmanuel Macron zu erregen. Das Thema des Films? Wie der Globale Fonds Millionen von Menschenleben vor HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria retten kann.

Sie besetzten das EU-Parlament

https://twitter.com/jonas_nitschke/status/1524442899789881344?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1524442899789881344%7Ctwgr%5Ea400d097c471f6f080331575c3f2102badf30d2e%7Ctwcon%5Es1_&ref_url=https%3A%2F%2Fwww.one.org%2Finternational%2Fblog%2Fone-youth-ambassadors-european-parliament-global-fund%2F

Unsere Aktivist*innen in Europa besetzten zwei Tage lang das Europäische Parlament, um sich mit Abgeordneten des Europäischen Parlaments zu treffen und sie über die bedeutende Wirkung des Globalen Fonds seit seiner Gründung im Jahr 2002 und die Bedeutung von Neuinvestitionen in diesen globalen Akteur bei der diesjährigen Wiederauffüllung zu informieren.

Sie waren bei Bonnaroo aktiv

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Bonnaroo ist ein jährliches Musikfestival, das Menschen aus aller Welt und mit verschienden Hintergründen zusammenbringt, und unsere Aktivist*innen nutzten diesen Moment. Auf dem diesjährigen Festival haben unsere ONE-Aktivist*innen in Amerika einen Stand aufgebaut, um die Festivalbesucher über den Globalen Fonds und seine Auswirkungen zu informieren.

Sie sorgten auf dem Capital Pride Festival in Ottawa für Aufsehen

We met these rad folks at @FierteCapPride and they helped give away thousands of stickers. All out to #EndAIDS #ottawapride and support the @GlobalFund pic.twitter.com/1fq1vtweIx

— ONE Canada (@ONE_in_Canada) August 28, 2022

 

ONE and allies are out to ensure Canada makes a #1Point2Billion to the Global Fund to #endAIDS #ottawapride #FightForWhatCounts pic.twitter.com/OCAmXKPBn4

— ONE Canada (@ONE_in_Canada) August 28, 2022

Unsere Aktivisten in Kanada nahmen am Capital Pride Festival in Ottawa teil, um das Bewusstsein für den Kampf gegen AIDS/HIV und für die Unterstützung des Globalen Fonds zu stärken!

Sie haben Bundeskanzler Olaf Scholz eine Botschafts ins Ohr gesetzt

"Malaria bleibt eine der tödlichsten Krankheiten der Welt. Das Tragische daran ist, dass diese Todeszahlen absolut vermeidbar sind." – @ExoKreischer. #EndMalaria
Warum es so wichtig ist, dass der @GlobalFund mit den nötigen Mitteln ausgestattet wird ➡️ https://t.co/dBAzsLM2tp pic.twitter.com/fL6i0NJklB

— ONEDeutschland (@ONEDeutschland) September 7, 2022

Das gefährlichste Tier der Welt besucht heute den @Bundeskanzler. Es ist kein ???? und auch kein ????, sondern die ????! #EndMalaria #FightForWhatCounts

????Ton an!???? pic.twitter.com/T2kINa3F2s

— ONEDeutschland (@ONEDeutschland) September 7, 2022

Um die Aufmerksamkeit von Bundeskanzler Olaf Scholz zu erregen, haben unsere Aktivist*innen in Deutschland buchstäblich für großes Summen um sein Büro gesorgt. Mit behelfsmäßig gebastelten Moskitos standen sie vor dem Kanzleramt und machten mit summenden Geräuschen auf sich und die Arbeit des Globalen Fonds im Kampf gegen Malaria aufmerksam.

Sie beendeten ein Sommerfestival in Belgien

Our #ONEactivists just wrapped up at their stand at the Solidarités Festival in Namur ???????? raising awareness of the @GlobalFund. It’s time to #FightForWhatCounts pic.twitter.com/rlRsgHS9Cb

— ONEinEU (@ONEinEU) August 28, 2022

Im Sommer beendeten unsere Aktivisten das Solidarités-Festival in Belgien, indem sie auf den Globalen Fonds aufmerksam machten!

Sie haben den kanadischen Premierminister Trudeau in den Ring gebeten

???? Hello Mr. Prime Minister!

We heard you like to box.???? Getting into the ring can be exhilarating. We get it!

We need you to bring that energy to #AIDS2022 to #FightForWhatCounts. End AIDS!

The clock is ticking! ????????????
But it isn’t too late to step up. #1point2billion pic.twitter.com/5C7hnAifww

— ONE Canada (@ONE_in_Canada) July 30, 2022

We’re at #AIDS2022 in Montreal, making noise in support of @GlobalFund!

We’re also collecting personalized postcards pushing @JustinTrudeau to #FightForWhatCounts. Happy to have @iasociety President @ProfAdeeba add her voice!#1point2billion pic.twitter.com/v51SL0rGQH

— ONE Canada (@ONE_in_Canada) July 29, 2022

Während der Internationalen AIDS-Konferenz im Juli haben unsere Aktivist*innen in Kanada versucht, die Aufmerksamkeit von Premierminister Justin Trudeau zu gewinnen, indem sie ihn in den “Ring” einluden, um bei der Bekämpfung und Beendigung von AIDS zu helfen! Sie schickten auch personalisierte Postkarten an Trudeau, um ihn zu drängen, den Kampf gegen HIV/AIDS voranzutreiben.

Sie veranstalteten ein klassisches Pub-Quiz

???? Let's get our *Pub Quiz Night started!*

❓ Our amazing #ONEActivists are ready with interesting and challenging questions on TB, Malaria, and other preventable diseases!

Can’t join? Watch out this space! ????#FightForWhatCounts pic.twitter.com/EU44OTe1aT

— ONEinEU (@ONEinEU) April 28, 2022

Ein Kneipenquiz, bei dem es um den Globalen Fonds geht. Unsere Aktivist*innen in Europa veranstalteten ein Kneipenquiz mit herausfordernden Fragen zu Malaria, Tuberkulose und anderen vermeidbaren Krankheiten, um das Bewusstsein der Kneipenbesucher in Brüssel zu schärfen und um sie aufzuklären.

Sie besuchten die Sommerfestivals in Frankreich

Le @GlobalFund, vous connaissez ? ???? Nos #ONEActivists sont présent-e-s au festival @lollapaloozafr pour sensibiliser au travail crucial du Fonds mondial. Venez les voir !

Si vous n’y êtes pas, soutenez le Fonds mondial en signant notre pétition ➡️ https://t.co/n7g2nB2Htx pic.twitter.com/31nL3iX43J

— ONE France (@ONE_Fr) July 17, 2022

 

On se prépare pour le festival @Solidays… ????

Venez retrouver notre équipe et nos #ONEActivists dès demain au Village Solidarité, stand n°51 ! On espère vous y voir nombreuses et nombreux ???? #GenerAction pic.twitter.com/hQykwPpMXX

— ONE France (@ONE_Fr) June 23, 2022

Wenn du in diesem Sommer auf dem Lollapalooza oder dem Solidays-Festival in Frankreich warst, dann hast du wahrscheinlich unsere Aktivist*innen in Aktion gesehen! Sie eröffneten auf beiden Festivals Stände, um für den Globalen Fonds zu werben.

Sie haben in NYC buchstäblich das große Summen erweckt

There is no stopping these #ONEActivists. They are all over Time Square telling people how they can help end malaria by making sure governments refund the @GlobalFund next week. @ONEinAmerica pic.twitter.com/UmXBCjgARk

— ONE (@ONECampaign) September 17, 2022

Nothing's more annoying than a mosquito's buzz. ????

We took to the streets of NYC to put a buzz to people's ears about the world's deadliest animal, and how we can all do our part to stop the swarm and #EndMalaria.

Share this video and join us! ???? pic.twitter.com/9zu7fotX0I

— ONE (@ONECampaign) September 21, 2022

Nichts ist lästiger als das Summen einer Mücke. Am Vorabend der Konferenz zur Wiederauffüllung des Globalen Fonds reisten unsere Aktivist*innen nach New York, um auf dem Times Square und darüber hinaus für den Globalen Fonds zu werben und die führenden Politiker der Welt aufzufordern, wieder in den Fonds zu investieren.

Sie erhielten eine besondere Überraschung von wichtigen Akteur*innen

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Fight against AIDS, TB, Polio, Malaria and other preventable diseases is a fight for our lives and future!#FightForWhatCounts

— Onyeka Nwigwe (@OnyekaNwigwe) September 20, 2022

Die Bemühungen unserer Aktivist*innen in den letzten Monaten sind nicht unbemerkt geblieben. Als sie sich auf die Fortsetzung ihrer Arbeit während der Konferenz vorbereiteten, überraschten der Mitbegründer von ONE, Bono, und Bill Gates unsere Aktivist*innen in New York, wo sie sich über ihre Kampagnen austauschten und sich über den neuesten Stand der Malariaforschung informierten.

Es ist offensichtlich, dass unsere Aktivist*innen sehr beschäftigt waren! Aber ihre Arbeit ist noch lange nicht vorbei. Nur durch aktives Handeln und Lobbyarbeit können diese vermeidbaren Krankheiten ein für alle Mal ausgerottet werden. Ob durch Kneipenquiz oder Online-Aktionen – jede Anstrengung zählt.

Wenn du bereit bist, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, schließ dich unseren Aktivist*innen an!

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Vielfalt auf Feldern und Tellern

27. September 2022 - 16:42
Der Weg aus Ernährungs- und Klimakrisa

Dies ist ein Gastbeitrag von Stefan Schmitz, Leiter des Globalen Treuhandfonds für Nutzpflanzenvielfalt (CROP TRUST). Der CROP TRUST, eine internationale Stiftung mit Sitz in Bonn, setzt sich für die Bewahrung der Vielfalt von Nutzpflanzen ein und unterstützt Erhalt und Betrieb der wichtigsten Saatgutbanken im globalen Süden. Die Konservierung und Nutzung dieser Vielfalt ist ein zentraler Schlüssel zur Sicherung der Ernährung im Klimawandel.

Warum Nutzpflanzenvielfalt?

Die Vielfalt von Nutzpflanzen ist für künftige Ernährungssicherheit unerlässlich. Ohne Nutzung dieser Vielfalt wird es nicht mehr möglich sein, die Menschheit im Klimawandel ausreichend und gesund zu ernähren – und dies mit einer Landwirtschaft, die umweltverträglicher ist als heute.

Weizen, Mais und Reis – diese drei Nutzpflanzen steuern heute mehr als 60% zur gesamten Welternährung bei. Viele andere Pflanzen, oft wenig beachtet, manchmal vom Aussterben bedroht, könnten den Speiseplan bereichern, eine abwechslungsreichere und gesündere Ernährung bieten. Einige dieser Pflanzen wie etwa Hirse benötigen zum Wachsen auch deutlich weniger Wasser. Neue Pflanzensorten, die auf Basis der vorhandenen und erhaltenen Vielfalt gezüchtet werden, können widerstandsfähiger gegen Hitze und Trockenheit oder gegen neue Schädlinge und Pflanzenkrankheiten sein.

Komplexe Reisterrassen, die von Bächen bewässert werden, befinden sich in verschiedenen Erntephasen. Die Betsileo-Gemeinden sind für ihre aufwendige Landschaftsgestaltung bekannt, die bis hoch in die Hügel ragt. © Toby Smith/Reportage von Getty Images für den Crop Trust.

Nur Wiederentdeckung von Vielfalt und Erzeugung neuer Vielfalt aus vorhandener Vielfalt ermöglicht eine Landwirtschaft, die an jeweilige lokale Verhältnisse angepasst ist. Viele Länder werden nur auf dieser Basis in der Lage sein, eine eigenständige, selbstverantwortete und leistungsfähige Landwirtschaft aufzubauen, die sie langfristig unabhängig von Nah-rungsmittelimporten macht. Größere Unabhängigkeit vom Weltmarkt trägt zur Vermeidung von Hungerkrisen bei.

Eine produktive Landwirtschaft durch wiederendeckte und neu gezüchtete Vielfalt fördert damit auch die Überwindung von Armut im ländlichen Raum, die in vielen Ländern des Südens verbreitet ist. Etwa durch Nutzung von solchen Sorten, die höhere Erträge liefern, bessere Lagerungs- und Verarbeitungseigenschaften besitzen oder weniger Dünger benötigen.

Wiederendeckte und neu gezüchtete Vielfalt kann auch solche Produkte auf den Teller bringen, die reicher an Mikronährstoffen und damit wertvoller für die menschliche Ernährung sind. Dies wird umso dringender, als bereits heute viele der herkömmlichen Nutzpflanzensorten unter steigenden Temperaturen nachweislich ihre Nährstoffgehalte einbüßen.

Pflanzen, die im Anbau weniger Wasser und Dünger benötigen, wären der richtige Weg zu einer umweltverträglicheren Landwirtschaft. Höhere Erträge pro Hektar durch neu gezüchtete Pflanzensorten verhindern auch, dass Kleinbauernfamilien ihre Anbauflächen ausdehnen und dabei aus purer Not Wälder und andere Naturräume zerstören. Und schließlich erleichtert ein höherer Proteingehalt von Nahrungspflanzen die Umstellung von einer stark fleischbasierten auf eine überwiegend pflanzlich basierte Ernährung.

Farbenfrohe Maissorten werden beim ‘Wettbewerb zum Größten Maiskolben der Welt’ in Jala, Mexiko zur Schau gestellt. © Shawn Landersz/Crop Trust.

Nutzpflanzenvielfalt ist massiv bedroht

Die Nutzpflanzenvielfalt, eine unserer wichtigsten Lebensversicherungen, ist auf breiter Front bedroht. Erstens ist Nutzpflanzenvielfalt, oder besser gesagt die Vielfalt der wilden Artverwandten unserer heutigen Nutzpflanzen, in ihren natürlichen Lebensräumen bedroht. Mit jedem Quadratkilometer an tropischem Regenwald, der gerodet wird, an Savanne, die degradiert, an Naturlandschaften, die Siedlungs- und Infrastrukturflächen weichen, verschwinden auch unzählige wilde Artverwandte von Nutzpflanzen. Diese besitzen aber möglicherweise genau die genetische Eigenschaften, die ein Schlüssel für die Züchtung neuer Nutzpflanzensorten sind, die widerstandsfähiger gegen harsches Klima oder neue Pflanzenkrankheiten und Schädlinge sind.

Zweitens ist Nutzpflanzenvielfalt auf den Feldern bedroht. Überall auf der Welt macht eine ehemals große Diversität an „alte Sorten“, Ergebnis jahrtausendelanger Landwirtschaft, einer kleinen Zahl an marktgängigen „hochgezüchteten“ Sorten Platz. Dies ist nicht nur ein Verlust an Vielfalt, der unmittelbar sichtbar ist. Während die Erbanlagen alter „Landrassen“ sehr vielfältig und von Pflanzen zu Pflanze unterschiedlich waren, keine Ähre der benachbarten glich, sind heutige Qualitätssorten genetisch sehr homogen. Dies ist züchterisch gewollt und hat erheblich zur Möglichkeit der Industrialisierung der Landwirtschaft – und damit auch zu wirtschaftlicher Entwicklung und Wohlstand in Teilen der Welt – beigetragen. Die Kehrseite, die „genetische Erosion“, darf jedoch nicht außer Acht gelassen werden.

Die Anstrengungen müssen verstärkt werden, Nutzpflanzenvielfalt in der Natur und auf den Feldern zu erhalten. Dies allein reicht aber nicht. Der Verlust in der Natur und in den Feldern lässt sich mit großer Wahrscheinlichkeit nicht vollständig stoppen. Sofern nicht bereits geschehen, muss von dort gerettet werden, was noch zu retten ist, und in Saatgutbanken dauerhaft eingelagert werden. Solche Saatgutbanken gibt es überall auf der Welt. Insgesamt sind es mehr als 1.750, etwa 130 von ihnen mit mehr als 10.000 Saatgutproben gelten als besonders bedeutend. Aber leider sind viele der Saatgutbanken im Süden chronisch unterfinanziert und in einem katastrophalen Zustand.

Damit ist drittens die Nutzpflanzenvielfalt auch selbst dort gefährdet, wo man eigentlich von ihrem besonderen Schutz ausgehen sollte, in den Saatgutbanken. Gesammelte und eingelagerte Schätze an wilden Artverwandten unserer heutigen Nutzpflanzen, alte Sorten, vernachlässigte und bislang zu wenig beachtetet Sorten drohen unwiederbringlich verloren zu gehen. Und solange das Geld selbst für die elementare Konservierung dieser Schätze in vielen Saatgutbanken nicht reicht, muss deren Nutzbarmachung für Züchtung und Anbau im Feld erst recht Utopie bleiben.

Das Kühllager des Instituts für landwirtschaftliche Genetik in Hanoi, Vietnam ist mit Maniok-Setzlingen gefüllt. Diese werden verwendet, um neue Sorten zu züchten, die gegen Schädlinge und Krankheiten resistent sind. © Brent Stirton/Reportage von Getty Images für den Crop Trust.

Die Rolle des Crop Trust

Der Erhalt der Nutzpflanzenvielfalt in Saatgutbanken, ihre Nutzbarmachung für Züchtung und Anbau sowie die Stärkung des öffentlichen Bewusstseins über ihre große Bedeutung sind Kernanliegen des Crop Trust. Der Crop Trust ist aktiver Fürsprecher und Unterstützer von ländlicher Entwicklung, von Armuts- und Hungerbekämpfung sowie von leistungsfähi-ger, eigenständiger und importunabhängiger Landwirtschaft im globalen Süden, vor allem in Zeiten eines beschleunigten Klimawandels.

Der Crop Trust kann gegenwärtig Gutes tun, besitzt aber bei Weitem noch nicht ausreichende finanzielle Mittel, seine Aufgaben ganz zu erfüllen. Täglich droht überall auf der Welt der unwiederbringliche Verlust von Nutzpflanzenvielfalt und damit der Schwächung einer unserer wichtigsten Lebensgrundlagen. Die weitere Stärkung des Crop Trusts und seiner finanziellen Möglichkeiten ist daher ein wichtiger Beitrag zur Bewahrung und zur gerechten Nutzung eines der wichtigsten globalen öffentlichen Güter.

Verscheidene Samenkörner aus dem International Crops Research Institute for the Semi-Arid Tropics (ICRISAT) in Hyderabad, Indien. © Michael Major/Crop Trust.

Erhalt von Nutzpflanzenvielfalt, Teil nachhaltiger und gerechter globaler Strukturpolitik

Es gibt kaum einen Lebensbereich, in dem internationale Zusammenarbeit so elementar wichtig für das Überleben der Menschheit ist wie im Bereich des Erhalts von Nutzpflanzenvielfalt und ihrer Anwendung. Der Internationale Saatgutvertrag, unter dessen Dach der Crop Trust operiert, stellt hierfür eine sehr wichtige Grundlage dar. Dieser Saatgutvertrag bedarf der Weiterentwicklung, nicht zuletzt wegen der sich immer wieder neu stellenden Fragen eines ungehinderten Zugangs zu pflanzengenetischen Ressourcen und eines gerechten Vorteilsausgleichs, und dies bei immer weiter steigender Bedeutung digitaler Sequenzinformationen für die Pflanzenzüchtung. Gleichzeitig muss erreicht werden, dass verschiedene Politikbereiche für eine Welt ohne Hunger und eine Welt mit nachhaltiger Landwirtschaft in Zeiten des Klimawandels nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeiten. Dies sind vor allem Agrarpolitik, Entwicklungspolitik, Außen- und Sicherheitspolitik, Forschungspolitik, Wirtschafts- und Klimaschutzpolitik.

Du möchtest dich auch für weltweite Ernährungssicherheit einsetzen? Dann unterzeiche jetzt unsere Petition und fordere die Politik zum Handeln auf! 

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HIV-Peer Educator Neema entfacht einen Funken in ihrer Gemeinde

23. September 2022 - 13:50

Neema ist eine von 400 sogenannten Peer Educators. Weil sie ähnliche Erfahrungen haben, können sie andere auf Augenhöhe unterstützen. Peer Education heißt so viel wie „Bildung unter Gleichen“. Das Wort Peer bedeutet Gleichgestellte oder Gleichaltrige. Peer Educators sind Teil eines vom Globalen Fonds unterstützten Programms, welches Mädchen und junge Frauen mit HIV-Prävention, Behandlung und Pflege erreichen soll. Die Mädchen werden auch über ihre Rechte aufgeklärt sowie zu mehr Selbstbewusstsein und Selbstbestimmung motiviert.

An einem Nachmittag im Mai geht Neema Waziri eine unbefestigte Straße in Dodoma, Tansania, hinauf. Ihre Tasche ist voll mit Kondomen. Neema, 22, alleinerziehende Mutter eines Kindes, ist hier, um sich ihrer Vergangenheit zu stellen – und ihrer Zukunft. Sie ist auf dem Weg zu einer der belebtesten Straßenkreuzungen in ihrem Viertel. Dort warten junge Männer mit Motorradtaxis auf Kund*innen.

Einen Funken entfacht

Als Gesundheitshelferin und HIV-Peer-Educator weiß Neema, wie frühe Schwangerschaften und HIV-Infektionen die Träume vieler Mädchen und junger Frauen in ihrer Gemeinde, ihrem Land und ihrem Kontinent zunichte gemacht haben. Junge Mädchen und Frauen im östlichen und südlichen Afrika sind überproportional stark von HIV betroffen. Im Jahr 2020 infizierten sich in Afrika südlich der Sahara jede Woche rund 4200 heranwachsende Mädchen und junge Frauen im Alter von 15 bis 24 Jahren mit HIV.

Um ihre Altersgenossinnen bei der Bewältigung dieser Herausforderung zu unterstützen, leitet Neema eine Gemeinschaftsinitiative zur Stärkung von Mädchen. Sie hat in ihrer Gemeinde eine Funken entfacht: Ein Funken, der junge Frauen dazu bringt, sich das Wissen, die Motivation und die Handlungsfähigkeit anzueignen, die sie brauchen, um ihr Schicksal selbst zu gestalten.

“Mit unserer Arbeit wollen wir verhindern, dass Mädchen und junge Frauen ungeplant schwanger werden oder sich mit HIV infizieren”, sagt Neema. “Wir wollen, dass Mädchen ihre Stimme erheben können. Wenn sie mit Männern zusammentreffen, können sie für sich selbst eintreten. Sie können die Verwendung von Kondomen einfordern.”

© The Global Fund/Ingrid van der Walt/Rooftop
Neema Wazziri unterstützt Mädchen und junge Frauen, die durch frühe Schwangerschaft und HIV-Infektion vor vielen Herausforderungen stehen.

Auch Männer müssen erreicht werden

Auf dem Weg dorthin sieht Neema ihre eigene Vergangenheit als lehrreichen Leitfaden. Sie weiß, dass sie, um die HIV-Epidemie unter jungen Frauen und Mädchen zu bekämpfen, auch Männer erreichen muss – vor allem solche aus Gruppen, die dafür bekannt sind, dass sie mit jungen Frauen und Mädchen in ihrer Nachbarschaft verkehren. Sie weiß aus erster Hand, wie wichtig diese Maßnahme ist, denn ihr Freund, ein Motorradfahrer, hatte sie vier Jahre zuvor geschwängert. Das war unmittelbar nachdem sie die Highschool abgeschlossen hatte. Der Mann verließ daraufhin die Stadt und kehrte nicht wieder zurück. Neema hat seitdem nie wieder was von ihm gehört.

An jenem Nachmittag auf dem Motorradparkplatz spricht Neema die Fahrer an und bietet ihnen HIV-Aufklärung und Kondome zur Vorbeugung des Virus an. Auch wenn sie ihren Traum, Ärztin zu werden, nicht verwirklichen konnte, ist sie froh. Denn nun spielt sie eine andere Rolle spielt, die viele Leben retten wird.

Als Peer Educatorin Leben retten

“Mein Traum, Ärztin zu werden, hat sich nicht erfüllt: Ich bin auf zu viele Herausforderungen gestoßen. Als sich mir dann die Möglichkeit bot, im Bereich der Mädchengesundheit zu arbeiten, habe ich sie ergriffen”, sagt Neema. “Heute liebe ich, was ich tue. Die Mädchen, mit denen ich arbeite, haben an Selbstvertrauen gewonnen, weil wir viel lernen. Gemeinsam haben wir viele Infektionen verhindert.”

Neema und andere HIV-Peer Educators in Tansania und darüber hinaus haben es sich zum Ziel gesetzt, die HIV-Epidemie, von der junge Frauen und Mädchen besonders betroffen sind, zu beenden. Sie stehen an vorderster Linie, um die heutigen Infektionskrankheiten wie HIV zu stoppen und sich auf andere Krankheiten vorzubereiten, die noch kommen werden.

Du möchtest wie Neema die Gesundheit und Selbstbestimmung von Frauen und Mädchen weltweit stärken? Dann unterzeiche jetzt unsere Petition zur Unterstützung des Globalen Fonds zur Bekämpfung von HIV/Aids, Malaria und Tuberkulose!

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Wie Nasra und Ezekiel Krankheiten eindämmen, Gesundheit stärken – und helfen, Tansania für die nächste Pandemie zu rüsten

30. August 2022 - 16:02

In ländlichen Regionen in Afrika und weltweit, spielen lokale Gesundheitsfachkräfte wie Nasra und Ezekiel eine zentrale Rolle für die Gesundheit der Menschen. Sie klären über Krankheiten und deren Prävention auf und übernehmen die medizinische Versorgung, auch in den entlegensten Dorfgemeinschaften, wo die nächste Klinik weit entfernt ist. Was die wenigsten ahnen: der Einsatz der beiden und tausenden weiteren Gesundheitshelfer*innen ist das Rückgrat der Pandemievorsorge. Sie sammeln Gesundheitsdaten und untersuchen und dokumentieren auffällige Vorkommnisse, die die Gesundheit der Menschen bedrohen könnten. Auf dieser Grundlage können die zuständigen Behörden aktiv werden, Krankheitsausbrüche verhindern oder eindämmen und die Gesundheit der Menschen schützen.

Nasra Salimu ist Bäuerin in Bereko, einem Dorf im Bezirk Dodoma im Herzen Tansanias. Aber das ist nicht ihr einziger Job. Wenn die Arbeit auf dem Hof erledigt ist, macht sie sich auf den Weg in die Nachbargemeinden. Mal auf dem Marktplatz, mal bei Hausbesuchen spricht sie mit den Menschen und es geht immer um eines: Tuberkulose (TB) und wie man die Verbreitung der Lungenkrankheit verhindern kann. Weil nicht alle Dorfbewohner*innen lesen können, erklärt Nasra auch anhand von Bildern, wie sich TB verbreitet. Dabei hält sie auch nach typischen Tuberkulose-Symptomen Ausschau wie Gewichtsverlust, Nachtschweiß oder hartnäckigem Husten. Bei Verdacht wird getestet. Durch ihre Besuche vor Ort kann sie außerdem im Blick behalten, ob Betroffene regelmäßig ihre Medikamente einnehmen. „Die Krankheit ist heilbar, wenn Menschen ihre Medikamente nehmen. All das tue ich jeden Tag, damit sich Tuberkulose nicht weiterverbreitet.“

Nasra, eine Gesundheitshelferin aus dem Dorf Bereko in Tansania, macht sich auf den Weg zu ihren Patient*innen im Dorfzentrum. © The Global Fund/Vincent Becker

1.000 Kilometer westlich von Bereko liegt Kigoma, direkt am Tanganjikasee. Hier ist Ezekiel Msumyi zu Hause, auch er ist Gesundheitsarbeiter. Neben der Eindämmung von Malaria und der Verbesserung der Gesundheit von Müttern und Kindern, kümmert sich Ezekiel vor allem um die Erhebung von Gesundheitsdaten: von der Zahl schwangerer Frauen bis hin zur genauen Menge verteilter Moskitonetze. Er sammelt Informationen aus den 193 Haushalten, die zu seinem Gebiet gehören. Aber auch ungewöhnliche Vorkommnisse behält er im Auge, um mögliche Gesundheitsbedrohungen der Bevölkerung rechtzeitig zu erkennen. „Wenn ich von einem Problem in der Gemeinde höre, fahre ich umgehend hin, um dem auf den Grund zu gehen. Falls es tatsächlich ein Gesundheitsproblem wie ein Ausbruch ist, dokumentiere ich es und sende die Information direkt an die Klinik“, berichtet Ezekiel. „Dieser Job liegt mir sehr am Herzen.”

Ezekiel sammelt Gesundheitsdaten, die er schließlich in Berichten an die nahe gelegene Klinik liefert, sodass sie dort in die Online-Datenbank einfließen können. © The Global Fund/Vincent Becker

Die Daten, die Ezekiel und seine Kolleg*innen sammeln, sind essentiell, um Gesundheitsbedrohungen schnellstmöglich zu erkennen und ihnen zu begegnen. In Kasulu ist Athmani Mwinyihaji verantwortlich für die Verarbeitung der Gesundheitsdaten. Er berichtet, dass dank der Meldeketten die Kommunikation zwischen der Gemeindeebene und der nationalen Ebene gut funktioniert. So konnte die Öffentlichkeit in der Vergangenheit bereits vor dem möglicherweise gefährlichen Verzehr von Fisch gewarnt werden, weil Gesundheitsarbeiter*innen eine ungewöhnlich hohe Anzahl toter Fische im Fluss meldeten, während das Ministerium sich um die Aufklärung des Vorfalls kümmerte.

Um mögliche Krankheitsausbrüche frühzeitig zu erkennen und schnell zu reagieren, sammelt der Gesundheitshelfer Ezekiel Msumyi die Daten von 193 Haushalten. © The Global Fund/Vincent Becker

Allein in Tansania wurden mit Unterstützung des Globalen Fonds über 10.000 Gesundheitsfachkräfte ausgebildet, um die Gesundheitsversorgung auf Gemeindeebene zu stärken. Zusammen genommen gibt es in den Partnerländern des Globalen Fonds mehr als zwei Millionen Gesundheitsarbeiter*innen, die meisten sind Frauen. Sie sind es, die die Eindämmung von HIV, Tuberkulose und Malaria voranbringen, indem sie auch die Menschen erreichen, die in weit abgelegenen Gemeinden leben. Im Mittelpunkt stehen dabei Menschen mit einem erhöhten Krankheitsrisiko und solche, die medizinische Versorgung benötigen. Was lokale Gesundheitsarbeiter*innen wie Nasra und Ezekiel so einzigartig macht? Sie kommen selber aus den Regionen und kennen die Menschen, die Gemeinden vertrauen ihnen. Und genau darin liegt auch der Erfolg ihrer Arbeit begründet.

Nasra besucht die Wohnung einer Person mit TB-Symptomen, um eine Sputumprobe zu entnehmen, die zur Untersuchung an ein Labor geschickt wird. © The Global Fund/Vincent Becker

Athmani betont, dass das dezentrale, eng geknüpfte Netz aus Gesundheitsarbeiter*innen nicht nur bei der Bekämpfung aktueller Pandemien eine wichtige Rolle spielt. Dank dieser Vernetzung und basierend auf der Arbeit von Menschen wie Nasra und Ezekiel, sind Tansania und andere Länder auch für künftige Gesundheitsbedrohungen gut gerüstet, die auf diese Weise früh erkannt und effektiv eingedämmt werden können.

Du möchtest wie Ezekiel und Nasra die Gesundheit von Menschen weltweit stärken? Dann unterzeiche jetzt unsere Petition zur Unterstützung des Globalen Fonds zur Bekämpfung von HIV/Aids, Malaria und Tuberkulose!

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Was kostet Globale Gesundheit?

24. August 2022 - 18:10

1, 3 Milliarden Euro – sind für die Bekämpfung von HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria in den nächsten drei Jahren allein von Deutschland notwendig. Diesen Betrag muss Deutschland mindestens beisteuern, um dem Finanzierungsbedarf des Globalen Fonds für die kommenden drei Jahre gerecht zu werden und dazu beizutragen, Millionen von Menschenleben zu retten.

Auf den ersten Blick klingt das nach einem hohen Beitrag, doch der Globale Fonds hat zahlreiche Erfolge erzielt, die es weiter zu verfolgen gilt. 

Besonders zu einer Zeit, in der wir noch mit den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie zu kämpfen haben, darf der Kampf gegen lebensbedrohliche Krankheiten wie HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria nicht aus den Augen verloren werden. Diese gehören zu den weltweit häufigsten Infektionskrankheiten. Sie bedrohen das Leben von Millionen Menschen weltweit – obwohl sie vermeidbar sind! Der Globale Fond hat diesen Krankheiten den Kampf angesagt und dabei viel erreicht: Seit seiner Gründung vor 20 Jahren wurden 44 Millionen Menschenleben gerettet. 

Was muss jetzt gemacht werden?

Deutschland hat als viertgrößtes Geberland schon viel beigesteuert (2,5 Milliarden Euro). Das ist ein guter Anfang. Doch nun ist mehr zu tun, um die vergangenen Erfolge zu sichern. Durch den Ausbruch der COVID-19 Pandemie ist zum ersten Mal in 20 Jahren der Fortschritt im Kampf gegen Hiv/AIDS, Malaria und Tuberkulose zurückgegangen. Zum Beispiel wurden 2020 im Vergleich zu 2019 18 % weniger Menschen mit Tuberkulose behandelt und 22 % weniger Menschen auf HIV/Aids getestet. Dies sind dramatische Zahlen, die auf die COVID-19 Pandemie zurückzuführen sind. Das bedeutet, dass jetzt umso mehr in die Finanzierung von Forschung für Prävention und Behandlung investiert werden muss!

Für den neuen Dreijahreszyklus von 2023-2025  gibt es in diesem September die siebte Wiederauffüllungskonferenz (Replenishment), um die Gelder für die kommenden Jahre zu sammeln. In diesem Jahr liegt das Ziel bei einer Summe von mindestens 18 Milliarden US-Dollar. Mit diesen 18 Milliarden Dollar, hätte der Globale Fonds die Möglichkeiten, den Kampf gegen HIV/Aids, Malaria und Tuberkulose wieder stärker aufzunehmen und dabei 20 Millionen Leben zu retten, die Todesraten zu reduzieren und über 450 Millionen Infektionen zu verhindern. Das alles würde uns dem Ziel der globalen Gesundheit und stärkeren globalen Gesundheitssystemen näherbringen.  

 Wenn uns die COVID-19 Pandemie etwas beigebracht hat, dann, dass wir nicht auf eine Gesundheitskrise warten dürfen, oder gar auf eine Eskalation dieser, um rechtzeitig und richtig zu handeln. Denn trotz des Rückgangs der Todeszahlen von beispielsweise Malaria, stirbt jede Minute ein Kind daran. Da möchte man sich gar nicht vorstellen, wie es ohne jegliche Maßnahmen und Hilfen aussehen würde. Um globale Sicherheit zu stärken, muss Deutschland für 2023-2025 1,3 Milliarden Euro in den Kampf gegen Malaria, Tuberkulose und HIV/Aids investieren

 

Was ist der Globale Fonds eigentlich?

Der Globale Fonds ist eine Partnerschaftsorganisation, die 2002 gegründet wurde, um die Forschung und Bekämpfung der Krankheiten HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria zu finanzieren. Im Jahr 2020 wurden über 20 Millionen Menschen in HIV-Behandlung gezählt, fast 5 Millionen in Behandlung für Tuberkulose und über 250 Millionen Menschen wurden auf Malaria getestet. 

Die Organisation arbeitet eng mit Regierungen, der Zivilgesellschaft, dem Privatsektor und den betroffenen Menschen vor Ort zusammen, um diese Krankheiten, die durch zu wenig Finanzierung und Forschung so hohe Sterberaten aufweisen, stark einzudämmen. Es soll vor allem in die Gesundheitsversorgung, also Ärzt*innen, Krankenpfleger*innen und innovative Technologien investiert werden.

Derzeit investiert der Globale Fond fast 39 % aller Ressourcen in den Kampf gegen Malaria: Mit der Behandlung der Krankheit und präventiven Maßnahmen wie der Verteilung von Insektennetzen und Sprays sowiemit Therapien für Kinder und Schwangere konnte ein Anstieg der Infektionsrate verhindert werden. Ebenfalls wurden die Todeszahlen in den letzten 20 Jahren um 21 Prozent gesenkt.

Auch im Kampf gegen HIV/Aids, vor allem bei Frauen zwischen 15 und 24, konnte dank der Gelder des Globalen Fonds seit 2010 ein Rückgang von 41 % in fast allen der 13 Hochrisiko-Ländern beobachtet werden. Das vermehrte Testen auf HIV/Aids und die Aufklärung über die Verbreitung und Prävention der Krankheit sind effektive Mittel, die der Globale Fonds zur Eindämmung der Infektion nutzt.

Vor allem die Diagnose und Behandlung sind ausschlaggebend für die Eindämmung von Tuberkulose. Dazu arbeitet der Globale Fonds mit seinen Partner*innen zusammen, um noch nicht diagnostizierte Infektionen zu entdecken und somit vor weiteren Ansteckungen zu schützen. In den letzten 20 Jahren sind in den Ländern, in denen der Globale Fonds investierte, die Todesfälle der Infektionskrankheit um 21 % gesunken.

 

Wie arbeitet der Globale Fonds?

Mittlerweile arbeiten viele Partner*innen des Globalen Fonds stark daran, den Zugang zur antiretroviralen Therapie möglich zu machen, um weiteren Menschen das Leben mit HIV/AIDS erträglicher zu machen.

Der Globale Fonds stellt alle drei Jahre Mittel bereit, um die Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria und die Stärkung von Gesundheitssystemen zu gewährleisten. Regierungen, der Privatsektor und Nichtregierungsorganisationen stellen Mittel zur Unterstützung für den Globalen Fonds zur Verfügung.

Die Länder, in die der Globale Fonds investiert, übernehmen die Führung bei der Entscheidung, wo und wie die drei Krankheiten am besten bekämpft werden können, und legen den verschiedenen Strukturen des Globalen Fonds Finanzierungsanträge zur Prüfung vor. Die Eigenverantwortung der Länder ermöglicht es ihnen, ihre eigenen Maßnahmen unter Berücksichtigung ihres politischen, kulturellen und epidemiologischen Kontexts zu gestalten.

Der Globale Fonds nimmt eine strenge Prüfung der Finanzierungsanträge vor. Sobald die Anträge genehmigt sind, arbeiten die Hauptempfänger und die Länderteams des Globalen Fonds zusammen, um einen Zuschuss vorzubereiten, den die Länder dann umsetzen können. Gemeinsam mit den durchführenden Ländern überwacht und bewertet der Globale Fonds die Aktivitäten durch verschiedene Überprüfungsstrukturen und -mechanismen, um sicherzustellen, dass die Mittel den beabsichtigten Zweck erfüllen. Die Ergebnisse dieser Bewertungen werden den Gebern mitgeteilt.

Hilf uns dabei für globale Gesundheit und die Ausfinanzierung des Globalen Fonds zu kämpfen und trage dich für unseren Newsletter ein!

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5 Dinge mit denen DU Bildungschancen verbessern kannst

22. August 2022 - 14:35

Bildung ist die mächtigste Waffe, um die Welt zu verändern. Das sagte schon Nelson Mandela. Gerade deshalb ist ein fairer und freier Zugang zu Bildung so wichtig. Bildung für alle ist deshalb auch eins der Nachhaltigen Entwicklungsziele der UN, die bis 2030 erreicht werden sollen.  

Leider sind unsere Bildungssysteme global betrachtet in keinem allzu guten Zustand. Manche sprechen sogar von einer globalen Bildungskrise, die nun durch Covid-19 nochmals verschärft wird. Konkret wird bemängelt, dass seit 2015 über 408 Millionen Kinder weltweit an ihrem 10. Geburtstag keine einfache Geschichte lesen und verstehen können. Damit verpassen sie einen wichtigen Meilenstein, um nicht mehr Lernen um zu Lesen, sondern Lesen um zu Lernen.  

Bildung ist wichtig. Das Foto zeigt eine Schülerin der Nyange Secondary School in der Kilombero-Region in Tansania. Foto: Sam Vox.

Gute Gründe, um sich für bessere Bildung starkzumachen. Und das Schöne am Thema Bildung: Es betrifft uns alle. Und das heißt, dass auch du in deinem Alltag zum Erreichen dieses Ziels beitragen kannst. Und wir verraten dir, wie: 

 

1. Bilde dich weiter

Ja, das klingt banal. Und das ist es auch. Um Bildung global voranzutreiben, müssen wir uns zunächst an die eigene Nase fassen und Bildung in unserem eigenen Leben zur Priorität machen. Und das egal in welchem Lebensabschnitt du dich gerade befindest. Denn lernen tut man bekanntlich nie aus. Vielleicht gibt es ja eine Sprache, die du schon immer mal lernen wolltest. Oder wie wäre es mal wieder mit einem Workshop oder einer Fortbildung in deinem Herzensthema? Wenn ja, geh es an!  Weiterbildung heißt zum Beispiel auch durch Bücher, Filme, Workshops etc. eigene Stereotype zu hinterfragen und sich kritisch mit verinnerlichten Rassismen auseinanderzusetzen. Hierfür bietet zum Beispiel glokal spannende Broschüren.  

2. Unterstütze Kinder beim Lernen

Gerade in jungen Jahren spielt Bildung eine wichtige Rolle. Auch, um den weiteren Lebensweg zu formen. Wenn du dich ehrenamtlich engagieren möchtest, ist deine Zeit daher sicher gut investiert, wenn du Kinder beim Lernen unterstützt. Natürlich insbesondere solche, die aufgrund ihres Hintergrunds vielleicht schlechtere Chancen in unserem Bildungssystem haben. Wenn du selbst noch zur Schule gehst, gibt es vielleicht auch an deiner Schule ein Programm, um jüngere Schüler*innen zu unterstützen. Als Student*in kannst du in deiner Freizeit Nachhilfe geben oder zum Beispiel bei Rock Your Life als Mentor*in bildungsbenachteiligte* Schüler*innen dabei begleiten ihr Potential zu entfalten.  

Für Kinder ist Unterstützung beim Lernen wichtig. Hier unterstützt Miss Mamae Sokhna Sougou einen ihrer Schüler an der El Hadj Mour Diop Schule in Dakar, Senegal. Foto: Sylvain Cherkaoui.

3. Teile dein Wissen

Ob Kochen, Gärtnern oder Reparieren: Jeder hat sie, diese verborgenen Talente. Doch um sie nur für dich zu nutzen, sind sie doch viel zu schade, oder? Deine Freund*innen freuen sich sicher, wenn sie ein bisschen von dir lernen können. Oder du nutzt das Internet, um dein Wissen mit der Welt zu teilen.  

4. Spende Bücher

Bücher können Ungerechtigkeiten auf eine Art und Weise einfangen, die einem im Gedächtnis bleibt und den Wunsch weckt, etwas dagegen zu tun. Das ist der Grund, warum sie so mächtig sind.“ – Malala Yousafzai  

Bücher übermitteln Wissen. Und sie halten eine halbe Ewigkeit. Zu schade, um sie in unseren Bücherschränken verstauben zu lassen. Deshalb ist Bücher-Tauschen in den letzten Jahren ein beliebter Trend geworden. Egal, ob du regelmäßig Bücher mit deinen Freund*innen tauschst oder ausgelesene Bücher über Internet-Portale verschenkst oder günstig verkaufst. Es gibt viele Wege Büchern ein neues Leben zu schenken und damit Lesestoff für mehr Menschen verfügbar zu machen. Wenn du gleich einen ganzen Stapel alte Bücher hast, kannst du diese natürlich auch spenden. Frag dazu doch mal in lokalen Bibliotheken, Schulen oder sozialen Einrichtungen nach.  

Öffentlicher Bücherschrank in Schwarzrheindorf/Vilich-Rheindorf am Dorfplatz.
Foto: © Axel Kirch

Eine besonders schöne Möglichkeit Bücher zu tauschen, sind öffentliche Bücherschränke, die es inzwischen in vielen Städten gibt. Dort kann jede*r ausgelesene Bücher hinbringen und dafür neuen Lesestoff mitnehmen. Über diese Online-Karte findest du öffentliche Bücherschränke auch in deiner Nähe.  

5. Fordere Bildung für alle

Last, but not least zählt natürlich jede Stimme im Einsatz für globale Bildungsgerechtigkeit. Auch deine! Nutze sie und mach dich stark, damit alle Kinder weltweit Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung haben. Dafür kannst du zum Beispiel deine Hand für die Globale Bildungspartnerschaft heben, um Staats- und Regierungschef*innen zu zeigen, dass Bildung zählt. In der Kampagne kannst du zur längsten Hand der Welt beitragen. Außerdem kannst du mit deiner Unterschrift unter unserer Petition ein Zeichen für Bildungsgerechtigkeit und für ein Ende der globalen Bildungskrise setzen.  

Übrigens: Mit diesem Quiz kannst du herausfinden, ob du im Klassenzimmer genauso gut abschneiden würdest, wie ein 10-jähriges Kind. 

Hier waren hoffentlich ein paar Tipps dabei, die dir helfen aktiv zu werden. Und vergiss nicht: Jeder Schritt zählt, denn das Ende der Pandemie erreichen wir nur gemeinsam!  

Du möchtest noch mehr coole Tipps und Infos zum Thema Bildung haben und lernen, wie du aktiv werden kannst? Dann trage dich noch heute auf unseren Verteiler an und werde Teil der ONE-Community.  

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Tuberkulose

16. August 2022 - 17:56
Gut heilbar – und trotzdem tödlich. Was ist Tuberkulose?

Tuberkulose (TB) ist nach Covid-19 die zweithäufigste Todesursache bei Infektionskrankheiten. Schätzungen zufolge erkrankten im Jahr 2020 weltweit 10 Millionen Menschen an TB. Im selben Jahr starben 1,5 Millionen Menschen an ihr. Und das, obwohl die Krankheit als gut behandelbar gilt. Was fehlt? Wie so oft der politische Wille und die finanziellen Mittel.

Wie infiziert man sich mit Tuberkulose?

Tuberkulose wird durch Bakterien ausgelöst. Die Erreger befallen überwiegend die Lunge, können aber auch fast jedes andere Organ betreffen. Bei der Diagnose einer Tuberkulose müssen die Ärzte feststellen, ob der Patient an latenter oder aktiver Tuberkulose erkrankt ist.

Aktive Tuberkulose bedeutet, dass die Infektion auf andere Menschen übertragen werden kann und den Erkrankten krank macht. Diese Art der Infektion kann Wochen oder Jahre nach der Ansteckung mit den Bakterien auftreten. Latente Tuberkulose ist eine Tuberkuloseinfektion, bei der es keine Symptome gibt und die Bakterien inaktiv sind. Diese Art der Tuberkuloseinfektion ist nicht ansteckend. Eine Behandlung ist dennoch wichtig, da sie zu einer aktiven Infektion werden kann.

Tuberkulose wird über die Luft von Mensch zu Mensch übertragen. Da die Krankheit die Lunge befällt, können Tuberkulosekranke husten, spucken oder niesen. Dabei gelangen Aerosole in die Luft und können anschließend von anderen Menschen eingeatmet werden. Tuberkulose ist nicht hochansteckend. Ob es zu einer Ansteckung kommt, hängt unter anderem davon ab, wie lange und intensiv der Kontakt mit Erkrankten war und wie empfänglich die Person für eine Infektion ist.

Interessanter Fakt: Vor der Entdeckung der eigentlichen Ursache der Tuberkulose wurde davon ausgegangen, dass die Krankheit vererbbar ist. Wie äußert sich eine Tuberkulose?

Symptome der Tuberkulose sind mehr als ein unangenehmer Husten. Je nachdem, ob du an latenter oder aktiver Tuberkulose leidest, können die Symptome von Fieber, Gewichtsverlust, Nachtschweiß, Husten, Brustschmerzen und Schwäche reichen. Wichtig ist jedoch, dass die Symptome monatelang mild bleiben können, wenn eine Person eine “aktive TB-Erkrankung” entwickelt. Dies kann zu Verzögerungen bei der Behandlung führen, so dass sich die Krankheit auf andere ausbreiten kann.

Übrigens: Aufgrund der Gewichtsabnahme wurde die Krankheit früher als Schwindsucht bezeichnet. Wer ist besonders betroffen?

Bei 9 von 10 Infizierten bleibt die Infektion lebenslang latent (ohne Tuberkulose-Symptome oder Beschwerden). Die Krankheit bricht erst aus, wenn das Immunsystem der Betroffenen geschwächt ist. Unbehandelt und in schweren Verlaufsformen kann sie dann zum Tod führen.

Bei Menschen, die mit HIV leben, ist die Wahrscheinlichkeit, an aktiver Tuberkulose zu erkranken, 18-mal höher als bei Menschen, die nicht mit HIV leben. Da HIV das Immunsystem einer Person beeinträchtigt, wird es für den Körper schwieriger, die Tuberkuloseerreger zu bekämpfen. Menschen, die an anderen Erkrankungen leiden, die ihr Immunsystem schwächen, wie z. B. Diabetes, haben ebenfalls ein höheres Risiko, an aktiver Tuberkulose zu erkranken. Auch Menschen mit schlechten Existenzbedingungen, die eine gesunde Lebensführung erschweren, haben ein höheres Risiko.

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind etwa 80 Prozent der Tuberkulose-Neuerkrankungen in Südostasien (45 Prozent) und Afrika (25 Prozent) zu verzeichnen. Zwei Drittel der neuen Fälle treten in nur acht Ländern auf. Geschätzte Inzidenzen liegen hier bei mehreren Hundert Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr. Die WHO geht davon aus, dass ein Viertel der Weltbevölkerung latent mit Tuberkuloseerregern infiziert ist.

Was tun gegen Tuberkulose?

Tuberkulose ist behandelbar und heilbar. Je nach dem allgemeinen Gesundheitszustand und dem Alter der Personen mit einer aktiven Tuberkuloseinfektion dauert die Behandlung aus bestimmten antimikrobiellen Mitteln ca. 6 Monate.

Obwohl es eine in der Regel gut behandelbare Infektionskrankheit ist, erkranken weltweit jedes Jahr etwa 10 Millionen Menschen daran. Etwa 1,5 Millionen davon sterben. Damit verursacht sie – nach Covid-19 – mehr Todesfälle als jede andere Infektionskrankheit! Das Problem: viele Menschen haben keinen Zugang zu Behandlungen. Ohne Behandlung sterben etwa 7 von 10 Erkrankten.

In den vergangenen Jahren wurde immer mehr in der Forschung gegen die Krankheit erreicht. So gibt es etwa verbesserte diagnostische Verfahren und neue Antibiotika für eine kürzere und verträglichere Behandlung.

Was muss politisch passieren?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich das Ziel vorgenommen, die globale Tuberkulose-Epidemie bis 2035 zu beenden und dafür die EndTB-Strategie entwickelt.

Doch die Bekämpfung von Tuberkulose scheitert zwar nicht an medizinischen Herausforderungen, sondern vor allem an ökonomischen. Betroffenen Ländern sind die finanziellen Mittel, die für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung zur Verfügung stehen, begrenzt.

Da die besonders betroffenen Staaten die Finanzierung der Tuberkulosebekämpfung alleine nicht stemmen können, gibt es den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose. Um diese drei Krankheiten zu bekämpfen, braucht es für die Widerauffüllungskonferenz des Globalen Fonds 18 Milliarden US-Dollar. Deutschlands Anteil wären 1,3 Millarden Euro! Die schon bestehenden Erfolge sind deutchlich zu sehen: Seit dem Jahr 2000 wurden 66 Millionen Menschenleben durch die richtige Diagnose und Behandlung vor Tuberkulose gerettet.

Auch du kannst deinen Teil dazu beitragen, Tuberkulose weltweit zu besiegen. Fordere gemeinsam mit uns, dass die führenden Politiker*innen der Welt in den Globalen Fonds investieren, um Millionen von Menschenleben zu retten. Hilf uns, das sicherzustellen, indem du unsere Petition mit deinem Namen unterzeichnest.

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Indigene Völker und die Klima- & Ernährungskrise

11. August 2022 - 10:14
Warum Indigene Landrechte so wichtig für die Bekämpfung der Klima- und Ernährungskrise sind

Die Bedeutung der Landrechte indigener Völker liegt in ihrer spirituellen Verbundenheit mit der Umwelt und der Verantwortung, die Natur zu schützen. Die Abholzung von Wäldern und das Eindringen in geschütztes Land und die Natur sind ein direkter Angriff auf die indigene Gemeinschaft. Das beste Beispiel ist das Amazonasgebiet. Seit der Kolonialzeit sind nicht-indigene Menschen hier eingedrungen und haben sowohl die natürlichen Ressourcen missbraucht, als auch die spirituelle Heimat der indigenen Völker zerstört. Viele Politiker*innen haben sich ihrer Rolle, indigene Landrechte zu schützen, entzogen und teilweise selbst dazu beigetragen, Landrechte zu schädigen.

Kohleminen wie die Lumbung-Mine haben enorme Auswirkungen auf die lokale und indigene Bevölkerung in Indonesien, zerstören die Umwelt und verschmutzen Flusswasser, das normalerweise zum Kochen verwendet wird.

Laut Schätzungen der Vereinten Nationen leben über 450 Millionen indigene Menschen auf der Welt verteilt. Meist leben sie in abgelegeneren Orten, entfernt vom Stadtleben. Oft sind es Orte mit den wertvollsten natürlichen Ressourcen und der größten biologischen Vielfalt. Fast 80 % der biologischen Vielfalt befindet sich auf indigenen Ländern. Durch Landraub, Abholzung, Minenarbeit und andere industrielle Arbeiten werden die Länder, auf denen sie leben, stark und teilweise sogar unumkehrbar beschädigt. Dieses Vorgehen bringt die indigenen Bevölkerungen in Gefahr: Hungernöte, Vertreibung und sogar die Auslöschung ganzer Gruppen sind die Folge. Sprecher*innen vieler verschiedener indigenen Völker, üben immer wieder Druck auf die Regierungen aus, den Missbrauch der Natur durch Abholzung für Landwirtschaft und Industrie zu stoppen. Denn das missachtet nicht nur ihre Rechte und ihr Territorium, sondern stellt auch eine große Gefahr für das Klima dar.

Die Klimakrise und Gesundheitskrisen, die von äußeren Einflüssen in indigene Gemeinschaften gebracht werden, löschen immer mehr indigene Völker aus. Krankheiten, gegen die sie keine Immunität besitzen, Erschwerung von Anbau und Viehhaltung durch sich verschlechternde Zustände des Klimas und der Umwelt, sowie gewaltvolle Angriffe sind Faktoren, die die indigene Bevölkerung über Jahre stark verkleinert hat. Die Ernährungsunsicherheit nimmt mit den Auswirkungen der Klimakrise in indigenen Gemeinschaften ebenfalls immer weiter zu. Sie führt unter anderem dazu, dass viele indigene Menschen aus ihrem Umfeld fliehen müssen, um sich ernähren zu können. Denn ihr natürliches Umfeld, an das sie und ihre Ernährungssysteme gewöhnt sind, ist beschädigt. Es wird schwerer sicheres Land zu finden, auf dem ihre Nahrungsmittel angebaut werden können, wo sie Nahrungsmittel sammeln können, oder gar leben können.

 

Ernährungssysteme indigener Bevölkerungen

Die der Vereinten Nationen sieht die indigene Bevölkerung und deren Wissen über Natur und Nahrung als einen wichtigen Bestandteil der Erfüllung der SDGs. So sind ihre Ernährungssysteme, sehr viel nachhaltiger als unsere westlichen Ernährungssysteme. Die Natur wird trotz Jagd und Sammeln geschützt, es wird nur so viel genommen wie gebraucht wird, damit die Natur nicht zu sehr überfordert wird und Abfälle gibt es nur sehr selten. Im Gegensatz zu dem Ernährungssystem, welches momentan stark zur ungerechten Lebensmittelverteilung auf der Welt beiträgt, orientiert sich das Ernährungssystem indigener Völker viel mehr an dem, was das Volk braucht und wie das nachhaltig verteilt und produziert werden kann. Momentan arbeiten die Vereinten Nationen daran, etwas über nachhaltige Ernährungssysteme und Produktion zu erlernen. Denn unser Ernährungssystem muss sich ändern, um die Klima- und Ernährungskrise zu beenden.

 

Was muss jetzt gemacht werden?
  • Die individuellen und kollektiven Rechte der indigenen Bevölkerungen müssen von den Regierungen respektiert werden, somit können große Teile der indigenen Länder geschützt werden. Damit kann sehr viel Biodiversität geschützt werden, die eine sehr große Rolle für die Bekämpfung der Klimakrise spielt. Indigene Völker sind somit ebenfalls weniger vor dem Aussterben bedroht. Sie können ihre Länder nutzen, um sich zu ernähren und um zu leben.
  • Die indigenen Menschen, die sich für die Erhaltung der Natur einsetzen, müssen eingebunden werden, um nachhaltige und gerechte Ernährungssysteme zu ermöglichen. Es gibt viele indigene Aktivist*innen und Organisationen, die sich für die Sensibilisierung gegenüber Ernährung und Natur einsetzen und versuchen Unternehmen und Regierungen, die stark profitieren wollen, zu stoppen.

Indigene, Fischer*innen und Klimaaktivist*innen protestieren während einer Öl- und Gasauktion in Rio

Indigene Bevölkerungen zu schützen, ist also nicht nur menschenrechtlich wichtig, um Menschen und Völker am Leben zu erhalten. Indigene Bevölkerungen müssen geschützt und in die Klima-, Ernährungs- und Umweltgespräche miteingebunden werden, um unsere Natur zu bewahren und die Bekämpfung der Klima- und Ernährungskrise voranzutreiben.

Willst du auch helfen die Ernährungskrise zu stoppen? Dann unterzeichne jetzt unsere Petition!

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Wie kann Bildung dazu beitragen, extreme Armut zu beenden?

3. August 2022 - 17:57
Bildung ist ein Menschenrecht

„Jeder hat das Recht auf Bildung“ – so heißt es in der der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte in Art. 26 AEMR. Das Recht auf Bildung ist also so fundamental für den Menschen, dass es den Status eines Menschenrechts genießt und ausnahmslos jedem Menschen zusteht. Doch der Status Quo sieht anders aus: Von den weltweit 64 Millionen Kindern im Grundschulalter, die 2019 keinen Zugang zu Bildung hatten, lebten mehr als 35 Millionen Kinder in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie haben diese Krise nur noch weiter verschärft. Aufgrund von Lockdowns konnte Unterricht nur beschränkt oder sogar gar nicht stattfinden und aktuell verpassen täglich fast 200.000 Kinder den Meilenstein, bis zu ihrem 10. Geburtstag Lesen gelernt zu haben.

Wieso kommt Bildung dem gesamten Land zugute?

Bildung bedeutet eine Chance – nicht nur für die individuelle Entwicklung und Entfaltung einer Person, sondern auch für ein gesamtes Land. Bildung kann dazu befähigen, sich selbst aus der Armut zu befreien. Eine gut gebildete Bevölkerung ist ein nachhaltiges Mittel, die Volkswirtschaft eines Landes zu stärken, denn Menschen können ihr Leben selbstbestimmt gestalten. Das führt häufig dazu, dass sie Berufe mit stabilem Einkommen und sozialem Sicherheitsnetz ausüben, sparen und Investitionen tätigen, die für das Wachstum eines Landes wichtig sind.
Zudem wird ein gewisses Know-How geschaffen, ohne auf ausländische Spezialist*innen angewiesen zu sein, was die Unabhängigkeit eines Landes stärkt und Partnerschaften auf Augenhöhe vorantreibt. Dies stärkt die Position des Landes im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit als gleichberechtigten Partner. Auch können Innovationen geschaffen werden, die für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes und Anpassungen an Bedrohungen wie die Klimakrise wichtig sind. Bildung hat auch eine essentielle Bedeutung für die Gesundheit der Bevölkerung eines Landes. Wer Zugang zu Bildungsmöglichkeiten erhält, kann häufig die Risiken und Folgen einer Viruserkrankung, wie beispielsweise einer Infektion mit COVID-19, und die Schutzmöglichkeiten gegen solche vermeidbaren Krankheiten besser verstehen. Diese Fähigkeit ermöglicht es den Menschen die notwendigen Informationen über Grundimmunisierungsprogramme sowie Impfungen gegen Krankheiten wie COVID-19 besser zu erfassen, was ein essentieller Schritt zur flächendeckenden Bekämpfung von Pandemien ist. Gut gebildete Bürger*innen wissen häufig besser über ihre Rechte und Möglichkeiten zur politischen Mitwirkung Bescheid und können so die Zukunft ihres Landes aktiv mitgestalten. Dabei können sie sich oft besser vernetzen und gesellschaftliche Herausforderungen gemeinsam angehen.

Wie hängt fehlende Bildung mit Armut zusammen?

Mangelnde Bildung und Armut stehen in einer Wechselbeziehung. Fehlt der Zugang zur Bildung gänzlich oder ist dieser nur begrenzt vorhanden, wie es in vielen Ländern des Globalen Südens der Fall ist, so haben Bürger*innen nur sehr geringe bis gar keine Chancen auf dem Arbeitsmarkt und demzufolge kommt ihnen auch nur ein – wenn überhaupt – geringes Einkommen zu. Das deckt in den seltensten Fällen die Bedürfnisse dieser Menschen und ihrer Familien, die zusätzlich nur geringe oder keine Ersparnisse anhäufen können. Dies führt dazu, dass Investitionen kaum möglich sind und die Folge dessen ist ein geringes oder kein Wachstum im Land und deshalb eine geringe wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Landes. Dabei bedeutet die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Landes die Schaffung von Arbeitsplätzen mit fairen Löhnen und vor allem, dass Menschen ein selbsterfülltes und selbstbestimmtes Leben führen können – unabhängig von ihrer Herkunft oder ihres Geschlechts. Keine Bildung ist also eine wesentliche Ursache für die Armut eines Landes.

Aufgrund von extremer Armut sind vielen Ländern die Hände gebunden: Sie können keine finanziellen Mittel zur Verfügungstellung von Bildungseinrichtungen aufwenden. Der Bau von Schulen ist nicht möglich und die Einrichtung von Klassenräumen, geschweige denn der geschlechtergerechte und ausreichende Zugang zu sanitären Einrichtungen, können nicht gewährleistet werden. Auch bleibt der notwendige Ausbau der Infrastruktur für einen zumutbaren Schulweg und die Ausbildung von Lehrer*innen auf der Strecke. Der Zugang zur Bildung ist also im Umkehrschluss nicht oder nur unzureichend gegeben.

Selbst wenn ein Zugang zur Bildung bestünde, könnten es sich die meisten Familien aufgrund ihres niedrigen oder sogar gänzlich fehlenden Einkommens ohnehin nicht leisten, ihre Kinder durchgängig in die Schule zu schicken. Ihnen fehlen die Mittel, um die notwendigen Kosten für Ressourcen wie Hefte, Stifte, usw. zu stemmen. Die im Land bestehende Armut ist daher eine Ursache für die mangelnde Bildung der Bevölkerung.

Schule in Afrika; Bild von nforngwa https://pixabay.com/de/photos/schule-bildung-afrika-1645201/

Was können Entscheidungsträger*innen tun, um Bildung für alle zu gewährleisten und Armut zu bekämpfen?
  1. Finanzielle Unterstützung

Für öffentliche Schulen fallen in der Regel keine Schulgebühren an. Jedoch entstehen notwendige Begleitkosten, wenn es um den Zugang zu einer hochwertigen Bildung geht. Dazu gehören u.a. Schreibmaterialien, Bilder, Hefte etc. Um Kindern weltweit einen hochwertigen Schulalltag gewährleisten zu können, muss die Bundesregierung ihrer globalen Verantwortung als viertgrößte Volkswirtschaft der Welt gerecht werden und mehr in die Förderung von Grundbildung investieren, beispielweise durch ausreichende Investitionen in multilaterale Organisationen wie die Globale Bildungspartnerschaft (GPE) .

  1. Aufklärung über die Wichtigkeit von Bildung

Bildung ist für viele Menschen, die von Armut betroffen sind, keine Priorität – besonders, wenn sie Tag für Tag um ihr Überleben kämpfen müssen und mit zahlreichen alltäglichen Problemen konfrontiert sind. Deshalb ist es unentbehrlich, im Rahmen von sachlichen Diskursen mit der Zivilgesellschaft vor Ort zu erläutern, inwiefern eine gute Bildung für den Kampf gegen Armut wichtig ist und vor allem inwieweit sie selbst von bildungspolitischen Maßnahmen profitieren würden. Im Rahmen diplomatischer Gespräche sollte Deutschland einen Beitrag zur Aufklärungsarbeit leisten. Insbesondere muss aufgezeigt werden, dass sich die deutsche Regierung ihrer Verantwortung zur finanziellen Unterstützung bewusst ist, um Chancengleichheit auf der Welt  zu fördern. Dieser finanzielle Rückhalt ermöglicht es den Regierungen einkommensschwächerer Länder und der Zivilgesellschaft vor Ort, entsprechende Prioritäten zu setzen.

  1. Ausbau von Infrastruktur und schulischen Einrichtungen

Damit Kinder einen Ort zum Lernen haben, benötigt es finanzielle Mittel zum Bau von Schulen und einen guten Ausbau von Schulwegen. In häufigen Fällen gibt es so wenige schulische Einrichtungen, dass die nächstgelegene Schule hunderte Kilometer entfernt ist. Es  müssen also weitere Bildungseinrichtungen geschaffen werden. Zu beachten ist dabei das Vorhandensein von sanitärer Ausstattung, die ein hygienisches Miteinander der Kinder erlaubt und die Ausbreitung ansteckender Krankheiten eindämmt sowie die Aufklärung rund um Themen wie die Periode. Außerdem muss die häufig spärliche Infrastruktur verbessert werden, so dass der Schulweg zumutbar wird.

  1. Weiterbildungsmöglichkeiten für Lehrer*innen

Eine hochwertige Bildung kann nur dann erreicht werden, wenn die das Wissen vermittelnden Personen selbst qualitativ hochwertig ausgebildet sind. Den Lehrer*innen müssen somit ausreichend Möglichkeiten zur eigenen Weiterbildung gegeben werden. Für die Schaffung von Ausbildungszentren ist eine Zusammenarbeit der afrikanischen Ländern mit Deutschland erforderlich, damit es zu einem effizienten Wissenstransfer kommen kann, der einen Mehrwert für die Bevölkerung beider Länder bietet.

  1. Schaffung weiterführender Bildungsangebote

Damit ein Kind bis zum berufstätigen Alter in der Weise ausgebildet werden kann, dass es sich im Berufsleben eine von ihm gewünschte Position erarbeiten und ein stabiles und angemessenes Einkommen erhalten kann, darf seine Ausbildung nicht nach der Grundschule enden. Es muss sichergestellt werden, dass jedes Kind zwölf Jahre qualitativer Schulbildung erhält. Deshalb muss ein Bildungsangebot geschaffen werden, das über Grundkenntnisse hinaus geht und fachspezifisches Wissen vermittelt. Dafür sind wiederum finanzielle Mittel unerlässlich.

Zusammenfassend …

Bildung ist als Schlüssel zur Bekämpfung extremer Armut nicht nur wichtig für die einzelne Person, sondern für ein gesamtes Land. Armut wird nicht mit der Schaffung eines besseren Zugangs zu Bildung sofort für alle beseitigt werden, aber sie ist von Generation zur Generation ein unverzichtbares nachhaltiges Instrument, selbstbestimmte und chancenreiche Leben zu führen.

Du willst mehr über die Auswirkungen von Covid-19 auf Bildung erfahren? Dann klick hier

Und hier erfährst Du, wieso Covid-19 die Schulbildung von Mädchen bedoht.

 

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Carolynes Einsatz: HIV und geschlechterspezifische Gewalt beenden!

29. Juli 2022 - 17:56

Der Einfluss, den ihre Arbeit auf das Leben junger Frauen und Mädchen in ihrer Gemeinde hat, motiviert Carolyne jeden Tag aufs Neue.

“Was ich an meinem Job liebe, ist, dass ich Leben verändern kann. Ich kann nicht alle verändern, aber ein paar einzelne Menschenleben kann ich verändern”, so Carolyne.

Carolyne hat nicht nur einen Job in ihrer Gemeinde – sie hat vier: Sie arbeitet als Unterstützerin der Gemeinde bei der Behandlung von Jugendlichen – sie hilft jungen Frauen, die an HIV sind. Dazu gehört beispielsweise die Einhaltung der antiretroviralen (ARV) Behandlung. Sie ist zudem Rechtsanwaltsgehilfin und darin ausgebildet, Fälle von geschlechtsspezifischer Gewalt zu erkennen und zu behandeln. Darüberhinaus ist Carolyne “Kenne deine Rechte”-Moderatorin und organisiert Jugendgruppen, damit sie ihre Rechte kennen und diese schützen. Außerdem ist sie Mentorin und bietet Unterstützung und Beratung auf individueller Basis. Ihre Energie und ihre Herzlichkeit sind ansteckend. Sie ist wortgewandt, leidenschaftlich und hochqualifiziert in dem, was sie tut.

“Wenn ich am Ende des Tages nach Hause komme, fühle ich mich erschöpft, so viel ist sicher. Aber ich fühle mich auch zufrieden”, sagt sie.

Carolyne ist eine von 400 sogenannten Peer Educators, Menschen, die durch ihre ähnlichen Erfahrungen andere auf Augenhöhe unterstützen. Sie sind Teil eines vom Globalen Fonds unterstützten Programms, welches allein in Kenia 20.000 Mädchen und junge Frauen mit HIV-Prävention, Behandlung und Pflege erreichen soll. Die Mädchen werden auch über ihre Rechte und deren Schutz aufgeklärt und erhalten sichere Kanäle, um Fälle von geschlechtsspezifischer Gewalt zu melden. Mehr als 25 % der HIV-Infektionen in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara entfallen auf jugendliche Mädchen, obwohl sie nur 10 % der Bevölkerung ausmachen.

Caroline spricht mit einer Gruppe junger Menschen während einer Schulung über sexuelle und reproduktive Gesundheitsrechte

Inspiriert durch einen liebevollen Vater und einen gesunden kleinen Jungen

Carolyne hat die Angst vor einem positiven HIV-Test als Teenagerin selbst erlebt. Sie war 17 Jahre alt, als sie herausfand, dass sie HIV-positiv war. Jahrelang wollte sie das nicht wahrhaben. Erst als sie schwanger wurde, nahm sie Medikamente, um ihren Sohn und sich selbst zu schützen.

“Ich habe die Medikamente nicht genommen. Ich beschloss, dass ich es nur für das Baby tun sollte. Das war mein Wendepunkt, und ich begann, meine Medikamente einzuhalten.”

Carolyne brachte einen gesunden Jungen zur Welt, den sie nach ihrem Vater Phillip nannte. Sie sagt, dass es ihr Vater war, der sie ermutigte, Peer Educator in ihrer Gemeinde zu werden, und dass er eine ständige Quelle der Liebe und Unterstützung war – selbst in den schwierigsten Zeiten.

“Mein Vater ist mein bester Freund. Ich liebe diesen Mann so sehr. Er hat mich nie aufgegeben. Das ist so etwas Besonderes, das kann ich gar nicht in Worte fassen”, sagt sie.

Carolyne mit ihrem Sohn und ihrem Vater.

Schnelle Anpassung an COVID-19

Als Covid-19 in Carolynes Gemeinde auftrat, wurden öffentliche Versammlungen, einschließlich Selbsthilfegruppen für Jugendliche, ausgesetzt. Die Schulen wurden für ein Jahr geschlossen und es gab eine Ausgangssperre. Viele Menschen hatten Angst, Gesundheitseinrichtungen aufzusuchen, weil sie befürchteten, sich mit dem neuen Virus anzustecken.

Weltweit waren Lockdowns und Schulschließungen besonders gefährlich für heranwachsende Mädchen und junge Frauen. Sie waren einem erhöhten Risiko häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt, wenn sie nicht die Schule besuchten, sondern sich zu Hause aufhielten.

Covid-19 stellte Carolyne und ihre Kolleginnen und Kollegen vor eine Reihe neuer Herausforderungen, aber das Peer-Educator-Netzwerk konnte sich schnell darauf einstellen und weiterhin wichtige Dienste anbieten. Dazu gehörten Tür-zu-Tür-Besuche, bei denen Carolyne jungen Menschen, die Probleme mit ihrer Behandlung hatten oder nicht in der Lage waren, eine Gesundheitseinrichtung aufzusuchen, Medikamente verabreichte, Unterstützung, Beratung und Kontrollbesuche anbot und auf vermutete Fälle von Gewalt reagierte.

“Die Art und Weise, wie ich gearbeitet habe, hat sich geändert. Die Bewegungsfreiheit war eingeschränkt, so dass wir an einem Tag zwei oder drei Menschen besuchen konnten. Außerdem hat man Angst, dass man sich selbst anstecken könnte”, sagt sie.

Doch trotz dieser Herausforderungen hat Carolyne ihre wichtige Arbeit während der Pandemie fortgesetzt. Die Mittel aus dem Covid-19-Reaktionsmechanismus des Globalen Fonds wurden verwendet, um die Arbeit der Peer Educators zu unterstützen, die sich um Klient*innen kümmern, die Gewalt erfahren haben. Dies schließt der Vermittlung von Anwält*innen für eine kostenlose Rechtsberatung, der Sensibilisierung für COVID-19-Eindämmungsmaßnahmen sowie anderer wichtiger Gesundheitsüberweisungsdienste ein.

Eine strahlende Zukunft vor sich

Heute sagt Carolyne, sie sei ein ganz anderer Mensch als das 17-jährige Mädchen, das ihren HIV-Status verleugnete. Und in gewisser Weise führt sie sogar ihren persönlichen beruflichen Erfolg darauf zurück, dass sie HIV-positiv ist.

“Wenn ich negativ gewesen wäre, hätte ich wohl nicht das erreicht, was ich jetzt erreicht habe. Ich glaube, ich bin jetzt gelassener. Ich bin gebildeter”, sagt sie.

Carolyne ist besonders stolz auf den kleinen Phillip und hofft, dass sie und ihre ganze Familie eine gute Zukunft vor sich haben. Außerdem will sie sich weiterhin für andere junge Frauen in ihrer Gemeinde einsetzen.

“Wenn ich meine Geschichte erzähle, wird ein 17-Jähriger sie hören, und er oder sie wird das Selbststigma überwinden können, das ich hatte. Er oder sie kann ein normales Leben führen. Sie wird ein negatives Baby zur Welt bringen können. Er oder sie wird von der Familie geliebt und unterstützt werden und ein gutes Leben führen.”

Es wird erwartet, dass bis 2024 durch die wichtige Arbeit von Carolyne und Hunderten von anderen Peer Educators, die durch Investitionen des Globalen Fonds in fünf Bezirken Kenias unterstützt werden, 20.000 heranwachsende Mädchen und junge Frauen erreicht werden.

Du möchtest wie Carolyne Mädchen und junge Frauen im Kampf gegen HIV/Aids unterstützen? Dann unterzeiche jetzt unsere Petition zur Unterstützung des Globalen Fonds zur Bekämpfung von HIV/Aids, Malaria und Tuberkulose!

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SDG 13: 5 Dinge mit denen DU Klimaschutz fördern kannst

27. Juli 2022 - 10:09

Dass der Klimawandel ein globales Problem ist, haben inzwischen die meisten mitbekommen. Millionen von Menschen weltweit können die Folgen bereits täglich spüren. Häufig sind es Menschen aus dem Globalen Süden, die bereits von extremer Armut betroffen sind, die den Auswirkungen des Klimawandels besonders stark ausgesetzt sind. Und das obwohl der afrikanische Kontinent für nur 4 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich ist.  

Und dabei hat die menschengemachte Zerstörung unseres Planeten auch noch Folgen, die über extreme Wetterphänomene hinausgehen. Die zunehmende Zerstörung der Natur und der Verlust von Biodiversität schafft zum Beispiel ideale Bedingungen für den Ausbruch neuer Krankheiten, wie das Covid-19-Virus.  

Aber wenn wir eins aus der Corona-Pandemie lernen sollten, dann, dass wir globale Herausforderungen nur gemeinsam angehen können. Die Weltgemeinschaft hat sich deshalb als eines der Nachhaltigkeitsziele – „SDG 13“ – vorgenommen den Temperaturanstieg bis 2030 auf 1,5°C zu begrenzen und Länder im Globalen Süden dabei zu unterstützen sich an die Auswirkungen des Klimawandels anzupassen.  

Und politischer Wandel ist hier dringend nötig, wenn wir die Erderwärmung noch stoppen wollen. Eine Studie hat herausgefunden, dass nur 100 Unternehmen für insgesamt 70 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich sind. Deshalb ist es wichtig hier politischen Druck auszuüben, um Politiker*innen und Unternehmen zum Umdenken zu bewegen.  

Du hast Lust dich dafür aktivistisch zu engagieren? Dann schließe dich am besten einer Bewegung, wie Fridays for Future an. Doch auch mit unserer individuellen Lebensweise können wir schon einiges dazu beitragen die Klimaerwärmung aufzuhalten. Du fragst dich, was du tun kannst? Hier sind unsere Top 5 Tipps:  

1. Beziehe grünen Strom 

Unser täglicher Stromverbrauch ist verantwortlich für den größten Teil unseres individuellen C02-Ausstoßes und ist damit der größte Hebel, an dem wir im privaten Bereich drehen können. Strom sparen ist daher sicher eine wichtige Maßnahme klimafreundlicher zu leben. Aber sind wir mal ehrlich: Ganz ohne Strom werden wir in der heutigen Zeit nicht leben können  Gut, dass es auch grüne Wege gibt Strom zu beziehen, dank zahlreicher Ökostrom-Anbieter. Utopia.de bietet dafür eine super Bestenliste zum Vergleichen der Anbieter. Und keine Angst vorm Wechsel: Der geht schneller, als du denkst. 

Erneuerbare Energien helfen uns auf dem Weg in die Klimaneutralität. Bild: ONE/Morgana Wingard

2. Konsumiere weniger Fleisch und Fisch

Ethische Prinzipien und Tierwohl sind die häufigsten Gründe sich vegetarisch oder vegan zu ernähren. Doch eine vegetarische oder vegane Lebensweise wirkt sich auch positiv auf deinen CO2-Fußabdruck aus. Warum? Weil die Tiere, die auf deinem Teller landen auch ernährt werden müssen, bis sie geschlachtet werden.

Laut BUND nimmt allein in Deutschland der Anbau von Futtermitteln sowie die Haltung von Tieren mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen genutzten Flächen ein. Und damit nicht genug: Auch im Ausland belegen wir landwirtschaftliche Flächen, um unseren Fleischhunger zu stillen. Insgesamt 11,7 Millionen Hektar. Unvorstellbar oder? Vor allem, weil für die Anbauflächen teilweise riesige Flächen Urwald zerstört werden und mit ihnen eine einzigartige Biodiversität, die unsere Erde zum Überleben braucht.

Übrigens: Wer bisher dachte, dass Fisch eine gute Alternative ist, der sollte mal einen Blick in die Dokumentation Seaspiracy werfen

Fleisch und Fisch haben häufig lange Transportwege bis auf unsere Teller und belasten so die Umwelt. Bild: ONE

Ein bisschen mehr Gemüse und weniger Fleisch und Fisch auf deinem Teller fördern deshalb nicht nur deine Gesundheit, sondern auch die Gesundheit unseres Planeten.

3. Verzichte auf unnötige Autofahrten

Noch ein Tipp, der sowohl dir als auch der Welt guttut: Lass öfter mal das Auto stehen und schwing dich für kurze Distanzen auf deinen Drahtesel. Dabei bekommst du mehr frische Luft und Bewegung und die Atmosphäre weniger CO2. Win-win-Situation oder? Für längere Distanzen lohnt sich natürlich auch der Umstieg auf Bus und Bahn. Innerhalb der Stadt bringen dich meist auch die Öffentlichen von A nach B. Bei kurzen Strecken freuen sich Gesundheit und Klima natürlich auch, wenn du den Weg mal zu Fuß zurücklegst.

Und wer sagt, dass Busfahren langweilig ist? Im Sommer 2021 hat Comedienne Negah Amiri für uns Wartende an unserer ONE-Bushaltestelle am Berliner Nollendorfplatz zur anstehenden Bundestagswahl interviewt. Bild: Marco Urban

Das alles ist in der Stadt natürlich leichter umzusetzen, als in ländlichen Gebieten. Aber vielleicht schaffst du es dort ja vielleicht zumindest eine Fahrgemeinschaft zu gründen. Das ist besser für die Umwelt und schafft dazu noch nette Gesellschaft beim Fahren.

4. Mach deine Stadt grüner

In der Schule haben wir bereits gelernt, was dabei hilft CO2 in der Luft zu binden. Richtig, Pflanzen! Bäume pflanzen und dabei der Erde Biodiversität zurückgeben, ist ein Weg den Klimawandel aufzuhalten. In mehreren afrikanischen Ländern wird gerade mit dem „Great Green Wall“-Projekt genau das versucht, um die sich ausbreitende Wüstenbildung zu stoppen.

Selbst gärtnern macht glücklich. Bild: ONE

Auch du kannst in deiner Stadt damit anfangen. Du hast einen eigenen Garten oder Balkon? Dann weißt du, was zu tun ist. Aber auch ohne eigene Fläche kannst du aktiv werden. Schließ dich doch zum Beispiel einem Gemeinschaftsgarten in deiner Nachbarschaft an oder verschönere deine Stadt durch eine Guerilla-Samenbomben-Aktion. Je mehr Grün, desto besser für die Umwelt und auch für deine Lebensqualität.

5. Nutze deine Stimme für mehr Klimasolidarität

Solidarisiere dich mit Menschen, die der Klimawandel am härtesten trifft und setze ein Zeichen dafür, dass wir den Klimawandel nur gemeinsam bekämpfen können. Dafür kannst du auf Klimademos gehen oder unseren Aufruf zu globaler Klimasolidarität unterschreiben. Deine Stimme zählt!

Klimademo in Glasgow 2021 mit ONE-Aktivist*innen. Bild: Giulia Candussi

Hier waren hoffentlich ein paar Tipps dabei, die dir helfen aktiv zu werden. Und vergiss nicht: Jeder Schritt zählt, denn gemeinsam können wir es schaffen unsere Welt nach unseren Vorstellungen zu verändern.

Du möchtest direkt aktiv werden? Dann unterschreibe jetzt unsere Petition für mehr Klimagerechtigkeit!

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SDG 3: 5 Dinge mit denen DU Globale Gesundheit fördern kannst

22. Juli 2022 - 10:08

In Zeiten von Covid-19 ist Gesundheit zu einem zentralen Thema geworden. Nicht nur die eigene Gesundheit und die der eigenen Familie ist nun mehr im Fokus – auch politisch steht das Thema nun wieder ganz oben auf der Agenda. Dabei wurden auf globaler Ebene in den letzten 20 Jahren große Erfolge erzielt. Seit 1990 ist die Zahl der HIV-Neuinfektionen um 40% gefallen, die Sterblichkeit der unter Fünfjährigen konnte halbiert werden und Menschen rund um den Globus werden durchschnittlich fünf Jahre älter.  

Nun droht die Pandemie viele dieser Fortschritte zunichte zu machen. Damit ist auch das Ziel gefährdet bis 2030 allen Menschen weltweit ein gesundes Leben zu gewährleisten und Wohlergehen zu fördern. Dieses Nachhaltigkeitsziel hat sich die globale Gemeinschaft im Rahmen der Agenda 2030 gesetzt. Um es jetzt noch zu erreichen, müssen wir die Pandemie effektiv bekämpfen und in Globale Gesundheit investieren. Und das Gute daran: Auch du kannst deinen Teil dazu beitragen!  

1. Beachte die AHA-Formel 

In den vergangenen Monaten haben wir gelernt: Nur gemeinsam können wir diese Pandemie besiegen. Wenn wir uns alle an bestimmte Regeln halten, können wir weitere Ausbrüche und die Verbreitung neuer Varianten verhindern. Damit schützen wir also nicht nur uns selbst, sondern auch andere. Und diese Regeln heißen: Abstand halten, Hygieneregeln beachten und im Alltag Maske tragen. Solange die Pandemie noch nicht überall besiegt ist, sind das neben einer Impfung die effektivsten Mittel, um dich und andere zu schützen.  

Auch Aktivismus ist mit Maske und Abstand möglich – hier setzen sich zwei unserer britischen Aktivist*innen beim G7-Gipfel in Cornwall für eine gerechtere Impfstoffverteilung ein

2. Treibe Sport  

Insbesondere in einer Zeit, in der wir alle viel zu viel Zeit in unseren eigenen vier Wänden verbringen, kommt eins oft zu kurz: Bewegung. Und das, obwohl sie so wichtig für unsere Gesundheit ist. Bewegungsmangel führt zu einem höheren Risiko an Krankheiten, wie Krebs oder Diabetes zu erkranken. Wer sich zu wenig bewegt schadet zudem seiner mentalen Gesundheit und seinem allgemeinen Wohlbefinden. Trotzdem bewegen sich laut WHO-Schätzungen 80% der Erwachsenen zu wenig. Überliste also doch mal wieder deinen inneren Schweinehund und tu deinem Körper etwas Gutes. Ob Joggen, Tanzen, Klettern oder Fußball spielen – bei so vielen Möglichkeiten Sport zu treiben, ist sicher auch der richtige Sport für dich dabei.  

Sport ist wichtig für deine Gesundheit – hier: Sire Cisse, Ringerin im senegalesischen Frauennationalteam

Und natürlich gehört neben ausreichend Bewegung auch eine ausgewogene Ernährung zu einem gesunden Lebensstil. Hier findest du Tipps, wie du mit deiner Ernährung dazu beitragen kannst, dass weniger Menschen weltweit unter Hunger leiden müssen.  

3. Gehe Blutspenden  

Es gibt wenig andere Dinge mit denen du auf direktem Wege nicht nur die Gesundheit anderer Menschen positiv beeinflussen, sondern Leben retten kannst. Laut dem Deutschen Roten Kreuz werden in Deutschland täglich 15.000 Blutspenden benötigt. Und Spenden kannst du ganz unkompliziert in deiner Stadt. Wer zum ersten Mal Blutspenden gehen will, findet hier alle nötigen Informationen. Noch besser: Nicht nur Blut spenden, sondern auch Knochenmark und Stammzellen. Und natürlich besonders wichtig: Immer einen Organspendeausweis dabei haben. Wenn du noch keinen hast, kannst du hier einen beantragen.  

 4. Achte auf deine Mitmenschen  

Gerade in einer Pandemie ist es besonders wichtig die eigene psychische Gesundheit sowie die seiner Mitmenschen im Blick zu behalten. Denn physische Isolation kann schnell zu Einsamkeit und Depressionen führen. Daher ist es umso wichtiger jetzt mit unseren Freund*innen und/oder Familienmitgliedern im Kontakt zu bleiben, füreinander da zu sein und Hilfe anzubieten, wenn nötig. Hier findest du hilfreiche Tipps, um mit Stress in der Pandemie umzugehen.   

5. Fordere ein schnelles Ende der Pandemie  

Um die Pandemie zu besiegen, müssen wir sie überall besiegen. Denn Viren kennen keine Grenzen und wir haben gelernt: Niemand von uns ist sicher, solange nicht alle in Sicherheit sind. Dafür setzen wir uns bei ONE ein und fordern eine faire Verteilung von Covid-Impfstoffen weltweit. Denn mit Impfnationalismus kommen wir nicht weiter. Unterstütze uns mit deiner Stimme unter unserer Petition und trage damit zu einem schnellen Ende der Pandemie bei.

 

Hier waren hoffentlich ein paar Tipps dabei, die dir helfen aktiv zu werden. Und vergiss nicht: Jeder Schritt zählt, denn das Ende der Pandemie erreichen wir nur gemeinsam!  

Du möchtest noch mehr coole Tipps und Infos zum Thema Globale Gesundheit haben und lernen, wie du aktiv werden kannst? Dann trage dich noch heute auf unseren Verteiler an und werde Teil der ONE-Community.  

 

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Malaria

19. Juli 2022 - 12:10

Malaria gehört zu den Infektionskrankheiten mit den meisten Todesopfern weltweit. Aber warum ist die Krankheit eigentlich so gefährlich und was können wir dagegen tun? Wir haben hier die wichtigsten Punkte für dich gesammelt.

Was ist Malaria?

Malaria ist eine Infektionskrankheit, die durch einzellige Parasiten, sogenannte Plasmodien, verursacht wird. Eine Infektion macht sich zunächst durch Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen bemerkbar. Je nach Malariatyp kommen weitere Symptome wie rhythmische Fieberanfälle, Schüttelfrost, Schweißausbrücke und Krampfanfälle hinzu. Im schlimmsten Fall kann die Krankheit auch tödlich sein: Jährlich sterben ungefähr 600.000 Menschen an Malaria.

 

Wie infiziert man sich mit Malaria?

Die Tropenkrankheit wird fast immer durch Mückenstiche übertragen. Unter anderem deshalb gilt die Stechmücke (genauer: Anophelesmücke) auch als das für Menschen gefährlichste Tier der Welt. Andere Übertragungswege gibt es zwar auch – beispielsweise infizierte Blutkonserven – sie sind aber im Vergleich weitgehend unbedeutend. Jedes Jahr erkranken schätzungsweise 200 Millionen Menschen weltweit an Malaria – 90 Prozent (!) davon auf dem afrikanischen Kontinent.

 

Wer ist besonders betroffen?

Besonders gefährlich ist die Krankheit für Kinder: 80 Prozent der Menschen, die in afrikanischen Ländern an Malaria sterben, sind Kinder unter fünf Jahren. Auch für Schwangere und für HIV-positive Personen kann eine Infektion mit erhöhter Wahrscheinlichkeit tödlich enden. Nach einer überlebten Erkrankung besteht allerdings eine zeitlich begrenzte Teilimmunität. Durch diese wird der Verlauf einer erneuten Erkrankung abgeschwächt.

Ob man aber der Gefahr ausgesetzt ist, an Malaria zu erkranken, hängt in erster Linie davon ab, wo man sich gerade aufhält. Etwa 40 Prozent der Weltbevölkerung lebt in sogenannten Malaria-Endemiegebieten. So nennt man Gebiete, in denen die Krankheit für gewöhnlich auftritt – dazu gehören in etwa 100 Länder weltweit. Die am meisten betroffenen Regionen befinden sich im sogenannten „Malaria-Gürtel“.

Ein entscheidender Grund für die Ausbreitung der Krankheit in bestimmten Regionen sind die klimatischen Bedingungen. Sowohl die Anophelesmücke als auch der Krankheitserreger von Malaria, das Plasmodium, entwickeln sich besonders gut bei höheren Temperaturen. Dementsprechend begünstigt voraussichtlich auch der Klimawandel die Verbreitung von Malaria.

Interessant: Auch in Europa gab es bis ins 20. Jahrhundert Malaria-Epidemien. Ausgerottet wurde die Krankheit vor allem durch das Trockenlegen von Sümpfen, Kanalisationsbau und Flussregulierungen, wodurch die Brutstätten der Anophelesmücke zerstört wurden.

Was tun gegen Malaria?

Die Bekämpfung von Malaria beginnt bei der Prävention. Zunächst ist dabei der Schutz vor dem Überträger – also der Stechmücke – wichtig. Besonders erfolgreich sind dabei mit Insektiziden behandelte Moskitonetze, die Menschen in Gefahrenregionen effektiv vor Infektionen schützen. Außerdem ist eine sogenannte Chemoprophylaxe möglich. Dabei werden Medikamente genommen, die auch für die Behandlung von Malaria eingesetzt werden. Sie wirken, indem sie die Vermehrung der Erreger (Plasmodien) stören oder sie an der Vermehrung hindern. Die Prophylaxe kann die Infektion an sich also nicht verhindern, die Medikamente töten aber den Krankheitserreger im Blut ab – sofern keine Resistenzen gegen das Medikament vorliegen. Eine Impfung gegen die Krankheit gibt es nicht. Auch eine bereits ausgebrochene Infektion ist mit Medikamenten behandelbar. Dabei ist es allerdings wichtig, dass die Krankheit rechtzeitig erkannt wird. Da die Symptome oft erst verzögert auftreten, kann das schwierig sein – deshalb ist das Testen besonders wichtig.

Bis zum Beginn der Pandemie wurden Erfolge in der Bekämpfung von Malaria erzielt. Allerdings gibt es schon länger Probleme: Die Finanzierung stagniert, es gibt vermehrt Resistenzen gegen Medikamente und Insektizide, und der Klimawandel droht, Malariaepidemien in neue Regionen zu verlagern. Die durch COVID-19 verursachten Unterbrechungen und Einschränkungen bei der Gesundheitsversorgung führten zu einem Anstieg der Malariafälle und Todesopfer: Im Jahr 2020 gab es weltweit schätzungsweise 241 Millionen Malaria-Fälle und 627.000 Todesfälle – im Vergleich zu 2019 sind das 14 Millionen Fälle mehr und 69.000 zusätzliche Todesopfer!

Was muss politisch passieren?

Die Bekämpfung von Malaria scheitert nicht (nur) an medizinischen Herausforderungen, sondern vor allem an ökonomischen. Insbesondere in afrikanischen Ländern sind die finanziellen Mittel, die für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung zur Verfügung stehen, begrenzt: Nigeria zum Beispiel hat 2020 beinahe doppelt so viel für die Schuldentilgung ausgegeben wie für Gesundheit und Bildung zusammen.

Da die besonders betroffenen Staaten die Finanzierung der Malariabekämpfung alleine nicht stemmen können, gibt es den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose. Der Globale Fonds stellt 56 Prozent aller internationalen Finanzmittel für Malariaprogramme bereit – bis April 2022 waren das schon 16 Milliarden US-Dollar.

Und die Investitionen zeigen Wirkung: 188 Millionen mit Insektiziden behandelte Moskitonetze wurden allein im Jahr 2022 verteilt. Im gleichen Jahr konnten 30 Millionen Kinder eine saisonale Malaria-Chemoprophylaxe erhalten und 11,5 Millionen Schwangere eine präventive Therapie machen. Außerdem wurden 259 Millionen Tests bei Malariaverdachtsfällen durchgeführt und 135 Millionen Fälle behandelt.

Diese Erfolge können wir feiern, aber sie reichen nicht aus, um alle Menschen vor Malaria zu schützen. Deshalb rufen wir die Bundesregierung auf, ausreichend Fördermittel für den Globalen Fonds bereit zu stellen. Unterstütze uns mit deiner Stimme!

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Warum gibt es Hunger?

18. Juli 2022 - 18:34
… wenn es mehr als genug Nahrungsmittel gibt?

Hunger und Ernährungsunsicherheit sind weltweit ein großes Problem – und die aktuelle Statistik ist mehr als nur besorgniserregend: Zwischen 2019 und 2021 ist die Zahl der Menschen, die in Hunger leben, um 43 % gestiegen. Aktuell, im Jahr 2022, sind damit rund 2,5 Milliarden Menschen von unterschiedlichen Stufen der Ernährungsunsicherheit betroffen. Am stärksten ballt sich das Problem in einigen afrikanischen Ländern. Gründe für Ernährungsunsicherheit gibt es viele: Die wirtschaftlichen Folgen von Corona und der Klimawandel sind dabei zentral, aber auch bewaffnete Konflikte wie der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine lassen die Zahl der Menschen, die in Hunger leben, weiter steigen.

Kaum zu glauben: Wir produzieren 1,5-mal so viele Nahrungsmittel, wie wir bräuchten, um jeden Menschen auf der Welt zu ernähren. Trotzdem wird der globale Hunger größer und größer. Woran liegt das? Es gibt #MehrAlsGenug Nahrungsmittel für alle, aber…

Der Anbau wird immer schwieriger

Der Anbau von Nahrungsmitteln gerade im Globalen Süden wird immer schwieriger. Durch den Klimawandel gibt es häufiger verheerende Dürren, Überschwemmungen und Wasserknappheit. Diese führen wiederum zu schlechten jährlichen Ernten. Außerdem behindern bewaffnete Konflikte den Anbau und die Ernte. Beide Faktoren führen schließlich zu einer größeren globalen Abhängigkeit von importierten Nahrungsmitteln.

Der Handel wird immer herausfordernder

Bewaffnete Konflikte wie der russische Krieg in der Ukraine schränken nicht nur landwirtschaftliche Produktion ein, sondern beeinflussen auch Handelsrouten und die Bereitschaft von Ländern, miteinander Handel zu treiben. Russland blockiert aktuell mehrere ukrainische Häfen, weshalb es unmöglich ist, dass dort gelagerte Getreide in andere Weltregionen zu verschiffen. Auf unsichere Versorgungssituationen reagieren Länder mit weiteren Handelseinschränkungen: Seit April 2022 haben insgesamt 16 Länder Exportbeschränkungen eingeführt. Das heißt, dass auch aus diesen Ländern Lieferungen ausfallen. Viele Länder in Afrika sind allerdings seit jeher abhängig vom Import von Grundnahrungsmitteln wie Weizen, Mais und Reis sowie von Düngemitteln für den Anbau. Ihre lokalen Produktionen können Engpässe im weltweiten Handel nicht oder nur unzureichend abfedern. Sie haben in diesem Fall nicht ausreichend Nahrung und Ressourcen für ihre Bevölkerung.

Die Preise für Nahrungsmittel steigen weiter an

Die Folge der Schwierigkeiten bei Anbau und Handel sind steigende Preise für Nahrung und Düngemittel. Durch die hohen Inflationsraten der durch die Pandemie angegriffenen Wirtschaftssysteme wird dieser Effekt noch verstärkt. Seit dem letzten Jahr sind Lebensmittelpreise dementsprechend um 30 Prozent angestiegen, Preise für Grundnahrungsmittel wie Weizen teilweise sogar um 80 Prozent. Während reiche Länder, vor allem im Globalen Norden, die Ressourcen haben, um ihre Wirtschaft und ihre Bevölkerung zu unterstützen, sind armutsbetroffene Länder in ihren Handlungsmöglichkeiten extrem eingeschränkt. Viele von ihnen müssen einen Großteil ihrer Staatskasse für internationale Schuldenrückzahlungen ausgeben, während sich ihre Wirtschaft zeitgleich von den Nachbeben

Aus diesen Faktoren ergibt sich eine globale Hungerkrise von historischem Ausmaß. Aber was uns die Zahlen auch zeigen: Ernährungssicherheit ist nicht nur ein Problem von zu wenig Produktionskapazitäten sondern eine Frage gerechter Verteilung. Und das bedeutet auch, dass wir etwas dagegen tun können.der Pandemie erholen muss. Somit können sie ihre Bürger*innen, die teilweise bis zu 80 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben, kaum zusätzlich unterstützen.

Was kannst du gegen Hunger tun?

Auch du kannst einiges tun, um die Hungerkrise zu bekämpfen. Neben einem bewussten Umgang mit Lebensmitteln ist es aber vor allem wichtig, Forderungen an die Politik zu richten. Denn die internationale Gemeinschaft kann noch mehr erreichen als jede*r Einzelne von uns allein.

  • Die Gründe für schlechte und ausgefallene Ernten an der Wurzel anpacken – das heißt, den Klimawandel stoppen und bewaffnete Konflikte beenden.
  •  Das World Food Programme und andere wichtige multilaterale Organisationen finanzieren und andere humanitären Bestrebungen unterstützen, die biodiverse und “mehr als selbstversorgende” Landwirtschaft und gleichberechtigten Zugang zu Landbesitz fördern.
  • Exportbeschränkungen und das Horten von Nahrungsmitteln und anderen Ressourcen beenden, stabile Preise für Grundnahrungsmittel und Dünger sicherstellen und internationalen Handel insbesondere auf dem afrikanischen Kontinent vereinfachen.
  • Schuldenerleichterungen ermöglichen und finanziellen Spielraum für Ländern mit niedrigem Einkommen schaffen, damit sie ihre Bevölkerung effektiv unterstützen und Krisen abwenden können.

Damit die Politik endlich handelt, müssen wir gemeinsam unsere Stimme erheben und Druck ausüben: Wir kämpfen für globale Ernährungssicherheit und fordern Regierungen auf, alles zu tun, was nötig ist, um die sich anbahnende globale Hungerkrise zu stoppen und die globale Gemeinschaft für kommende Krisen resilienter zu machen. Jeder Mensch überall sollte einen sicheren Zugang zu Lebensmitteln haben, die seinen*ihren Bedürfnissen entsprechen. Wir wissen, dass Ernährungssicherheit möglich ist, denn wir wissen, es gibt #MehrAlsGenug.

Unterzeichne jetzt unsere Petition an die Bundesregierung und teile diesen Blog sowie unsere Petition mit deinen Mitmenschen. Bitte sie, sich uns anzuschließen. Je mehr Stimmen unsere Kampagne tragen, desto mehr Gewicht verleihen wir unseren Forderungen gegenüber der Politik.

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SDG 2: 5 Dinge, mit denen DU weltweiten Hunger bekämpfen kannst

12. Juli 2022 - 12:59

Dieses Gefühl, wenn der Magen so laut knurrt, dass es einem unangenehm ist und einem schon bei der kleinsten Vorstellung an Essen das Wasser im Mund zusammenläuft. Jede*r von uns hatte schonmal Hunger. Hunger ist schließlich menschlich. Doch was ist, wenn der Hunger nicht gekommen ist, weil du zu spät angefangen hast zu Kochen oder vergessen hast einzukaufen, sondern, weil schlicht kein Essen da ist? Vielleicht weil du vor einem Krieg auf der Flucht bist, eine Dürre gerade keine Lebensmittel in deinem Land wachsen lässt oder einfach, weil du heute nicht genug verdient hast, um dich und deine Familie zu ernähren. Und das nur, weil du zur falschen Zeit am falschen Ort geboren bist.

Laut dem World Food Programme hat Stand heute einer von neun Menschen weltweit nicht genug zu Essen. Und nicht nur Unter- sondern auch Mangelernährung ist insbesondere in Krisenkontexten ein großes Problem. Die internationale Gemeinschaft hat sich mit den Nachhaltigkeitszielen (SDGs) vorgenommen bis 2030 chronischen Hunger zu beenden und Ernährung generell zu verbessern.

Unsere Jugendbotschafter setzen sich für eine Welt ohne Hunger ein.

Das klingt erstmal nach einem großen Ziel. Doch das Gute ist: Jede*r von uns kann dazu beitragen, dass dieses Ziel erreicht wird. Und zwar indem du bei deiner eigenen Ernährung anfängst.

1. Verschwende weniger Lebensmittel

Noch verrückter erscheint die Zahl der an Hunger leidenden Menschen, wenn man bedenkt, dass wir eigentlich genug Essen haben, um den kompletten Planeten zu ernähren. Oder hätten – wenn wir nicht so viele Lebensmittel verschwenden würden. Rund ein Drittel unseres Essens landet nämlich im Müll. Dabei verschwenden wir in reichen Ländern fast so viel, wie in Subsahara-Afrika an Lebensmitteln produziert wird. Die gute Nachricht ist: Würden wir sofort damit aufhören Lebensmittel zu verschwenden, könnten wir damit sofort ein Drittel der gesamten Nahrungsmittelversorgung der Welt decken. Das ist immens, oder? In Deutschland entsteht der größte Teil der Lebensmittelverschwendung – 52% – in privaten Haushalten. Das heißt auch: Wir können direkt damit anfangen diese zu stoppen!

Und damit kannst du bereits beim Einkaufen anfangen. Nimm dir eine Einkaufsliste mit, um unnötige Spontankäufe zu vermeiden und gib auch krummem Gemüse eine Chance. Achte zuhause darauf deine Lebensmittel richtig zu lagern. Und wenn du doch mal etwas übrig hast, kannst du das mit kreativen Rezepten immer noch neu verwerten. Weitere Tipps gegen Lebensmittelverschwendung findest du auf utopia.de.

2. Werde Essens-Retter*in

Weniger Lebensmittel verschwenden ist super, verschwendete Lebensmittel retten noch einen Schritt besser. Die wohl bekannteste Möglichkeit hierfür ist die Foodsharing-Community, der du dich ganz leicht anschließen kannst. Foodsharer*innen retten nicht mehr verkaufbare Lebensmittel aus Supermärkten, Bäckereien und Biomärkten und verteilen diese umsonst weiter. Dazu nutzen sie zum Beispiel sogenannte FairTeiler, wo jede und jeder kostenlos Lebensmittel mitnehmen kann. Und es gibt noch andere super Möglichkeiten deine geretteten Lebensmittel an deine Nachbar*innen zu bringen: Veranstalte doch einfach eine KüFa (kurz: Küche für alle). Dort kochst du mit Gleichgesinnten leckere Gerichte und verteilst sie an deine Freund*innen oder auch an Bedürftige aus deiner Stadt.

Darüber hinaus bietet die „Surplus“-Bewegung (engl. für Überschuss) einen neuen Markt für Lebensmittel, die sonst keine Abnehmer finden würden. In Deutschland gibt es bereits die ersten Läden und auch Online-Shops, die unter anderem Gemüse mit Schönheitsfehlern zu kleinem Preis verkaufen. Etepetete bietet zudem auch eine Gemüsekiste mit krummem Gemüse an mit der du jede Woche frisches Gemüse nach Hause geliefert bekommst.

3. Iss saisonal und regional

Weißt du wo und unter welchen Bedingungen die Lebensmittel hergestellt wurden, die du gerade erst im Supermarkt geshoppt hast? Essen kaufen ist sehr einfach, doch bleiben die Produktionsbedingungen oft im Dunkeln. Schlechte Arbeitsbedingungen und lange Transportwege befördern häufig Armut und den Klimawandel. Kaufst du dagegen Produkte, die aus deiner Region kommen und gerade Saison haben, kannst du dir sicher sein, dass dein Mittagessen nicht um die halbe Welt gereist ist. Welches Gemüse gerade Saison hat, kannst du ganz einfach in einem Saisonkalender nachgucken.

Gemüse der Saison aus deiner Region muss nicht um die halbe Welt fliegen, um bei dir auf dem Teller zu landen.

4. Achte auf Fairtrade

Ja, zugegeben, ab und zu hat man natürlich schon Lust auf eine Banane, ein Stück Schoki oder einen guten Kaffee. Zum Glück gibt es all diese Produkte auch fair produziert. Mit dem Kauf eines Fairtrade-Produkts stellst du sicher, dass die Menschen, die für deine Lebensmittel gearbeitet haben, auch fair bezahlt werden, gute Arbeitsbedingungen haben und somit weniger häufig in Armut leben und unter Hunger leiden. Hier gibt es einen guten Überblick über verschiedene Fairtrade-Siegel und was sie bedeuten.

5. Ernähre dich vegetarisch oder vegan

Natürlich gibt es verschiedene Gründe für vegetarische oder vegane Ernährung. Doch kann sie auch dazu beitragen die Anzahl der an Hunger leidenden Menschen zu reduzieren? So einfach geht die Rechnung natürlich nicht auf. Doch es gibt einen deutlichen Zusammenhang zwischen Fleischkonsum, Massentierhaltung und der Rodung von Regenwäldern, die Menschen in Brasilien oder Indonesien die Lebensgrundlage wegnimmt und zur Klimaerwärmung beiträgt. Und das aus einem ganz einfachen Grund: Rinder, Schweine und Hühner brauchen auch Essen, um zu wachsen – und zwar ganz schön viel. Das Problem dabei: So, wie wir uns aktuell ernähren schaden wir nicht nur der Erde und unserer Gesundheit, sondern werden auch bald den Bedarf einer stark wachsenden Erdbevölkerung nicht decken können.

Mozambique Department of Agriculture Programme, Foto: ONE

Die gute Nachricht: Wir können mit unserem Konsum etwas daran ändern. Der WWF hat errechnet, dass eine flexitarische Ernährung ausreicht, um den Bedarf an landwirtschaftlichen Flächen, die zur Erzeugung der in Deutschland konsumierten Lebensmittel benötigt werden, bereits um 18% zu reduzieren. Würden wir uns alle vegan ernähren, wären wir schon bei 50%.

Hier waren hoffentlich ein paar Tipps dabei, die dir helfen aktiv zu werden. Und vergiss nicht: Jeder Schritt zählt, denn SDGs erreichen wir nur gemeinsam! Und ein letzten Tipp, wie du selbst im Kampf gegen Ernähungsunsicherheit aktiv werden kannst, haben wir noch: Unterzeichne unsere Petition, in der wir die Bundesregierung auffordern, die Hugerkrise zu beenden!

 

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SDG 1: 5 Dinge, mit denen DU Armut bekämpfen kannst

10. Juli 2022 - 8:48

Schonmal was von dem globalen Ziel gehört Armut weltweit bis 2030 zu besiegen? Das haben sich Staats- und Regierungschef*innen im Jahr 2015 im Rahmen der SDGs (Sustainable Development Goals, dt.: Ziele für nachhaltige Entwicklung) vorgenommen. Damit wollen sie erreichen, dass niemand mehr von unter 1,90 US-Dollar am Tag leben muss, egal wo man geboren ist.

Und die gute Nachricht ist: Jede und jeder von uns kann dazu beitragen dieses Ziel Wirklichkeit werden zu lassen! Und dafür musst du auch nicht gleich zu Robin Hood werden. Auch mit kleinen Schritten kannst du die Welt jeden Tag ein kleines Stück besser machen. Und wir verraten dir, wie: 

1. Bestücke Gabenzäune

Sie existieren schon länger, sind aber seit Beginn der Corona-Pandemie nochmals bekannter geworden. Und das Gute: Du hast sicher auch einen ganz bei dir in der Nähe. Die Rede ist von Gabenzäunen. Diese bieten gerade jetzt in der Pandemie eine gute Möglichkeit bedürftige Menschen direkt und kontaktlos zu unterstützen. Lebensmittel- und auch Sachspenden können in beschrifteten Tüten an den Zaun gehängt werden und bedürftige Menschen können sich daran bedienen. Hier findest du eine Übersicht mit bereits bestehenden Gabenzäunen sowie wichtige Tipps fürs richtige Spenden. Und falls es bei dir in der Nähe noch keinen gibt, kannst du Nachbarschaftsportale, wie nebenan.de nutzen, um dich mit deinen Nachbar*innen zu organisieren.

2. Biete Wohnungslosen deine Hilfe an

Wohnungslose Menschen sind von der Corona-Pandemie in besonderem Maße betroffen. Doch auch ohne diese Sondersituation sind sie besonders auf Unterstützung angewiesen. Im Jahr 2018 waren Schätzungen zufolge 678.000 Menschen in Deutschland ohne feste Unterkunft. Möglichkeiten zu unterstützen sind vielfältig: Von Geld über ein persönliches Gespräch bis hin zu Kleiderspenden. Hier findest du kleine Aktionen, die wirklich helfen. Wenn du dich weiter engagieren möchtest, kannst du dich auch in deiner Stadt umhören, welche Einrichtungen es für wohnungslose Menschen gibt und wie du diese unterstützen kannst. Auch der Kauf einer Straßenzeitung hilft Wohnungslosen ein stabiles Einkommen zu sichern.

3. Achte auf Fair Trade

Faire Arbeitsbedingungen verhindern, dass Menschen trotz Arbeit in Armut leben. Hast du dir schonmal überlegt, wo dein Smartphone, deine Jeans oder dein Kaffee produziert wurde und, wie es den Menschen geht, die für dein Produkt am anderen Ende der Welt gearbeitet haben? Übermäßiger Konsum und unfaire Handelsbeziehungen führen zu schlechten Arbeitsbedingungen und Armut, insbesondere in Ländern des Globalen Südens. Kaufst du fair produzierte und zertifizierte Produkte, schenkst du den Menschen, die für dein Produkt gearbeitet haben Wertschätzung und ermöglichst ihnen ein faires Einkommen.

4. Teile mehr

Fairer Handel ist natürlich nur ein Teil der Lösung. Noch besser: Weniger konsumieren und mehr teilen. Das Teilen eine gute Sache ist, lernen wir schon beim Pausenbrot in der Schule. Doch warum braucht eigentlich jeder Haushalt eine eigene Bohrmaschine oder eine eigene Camping-Ausrüstung? Solche Dinge kann man sich prima bei seinen Nachbarn leihen oder bei Sharing-Portalen im Internet selbst anbieten. Dies ist auch eine tolle Gelegenheit deine Nachbarschaft besser kennenzulernen.

5. Werde ONE-Unterstützer*in

Als ONE-Unterstützer*in nutzt du deine Stimme, um dich für globale Gerechtigkeit und ein Ende extremer Armut starkzumachen. Ob als gelegentliche*r Unterstützer*in, als Jugendbotschafter*in oder bei ONE Regional – bei ONE gibt es für jede und jeden die richtige Möglichkeit sich dem Kampf gegen extreme Armut anzuschließen. Ein guter erster Schritt? Trag dich in unseren Verteiler ein und erfahre von mehr spannenden Möglichkeiten, dich bei uns einzubringen.

ONE-Jugendbotschafter*innen beim Lollapalooza 2019

Hier waren hoffentlich ein paar Tipps dabei, die dir helfen aktiv zu werden. Und vergiss nicht: Jeder Schritt zählt, denn SDGs erreichen wir nur gemeinsam!

Du möchtest noch mehr coole Tipps und Infos zum Thema Armutsbekämpfung haben und lernen, wie du aktiv werden kannst? Dann trage dich noch heute auf unseren Verteiler an und werde Teil der ONE-Community.

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Unsere 10 Lieblingsmomente der Generation Action-Roadshow

1. Juli 2022 - 16:15

Bei uns war einiges los in letzter Zeit. Die Welt befindet sich weiterhin im Krisenzustand. Die Klimakrise, Krieg und die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie bedrohen unser aller Zukunft. Anstatt zu verzweifeln, haben unsere Aktivist*innen beschlossen diesen Sommer zu nutzen, um für eine gerechtere Zukunft zu kämpfen. Im Rahmen unserer Generation Action Kampagne haben sie die Staats- und Regierungschef*innen der G7 aufgefordert diese Krisen gemeinsam zu bewältigen.

In den vergangenen Wochen sind ONE-Aktivist*innen durch ganz Europa gereist und haben in mehreren Großstädten und sogar auf Musikfestivals Halt gemacht. Sie waren auf Marktplätzen, in Fußgängerzonen und Bars, haben mit neugierigen Passant*innen und mehreren Abgeordneten sowie Regierungsvertreter*innen gesprochen, damit unsere Forderungen von möglichst vielen gehört werden. Im Laufe der Roadshow haben unsere Aktivist*innen tausende Postkarten und Nachrichten an die Politiker*innen der G7 gesammelt, die wir vor dem Gipfeltreffen an die Bundesregierung überreicht haben.

Unsere Roadshow war ein voller Erfolg und unsere Aktivist*innen hatten unglaublich viel Spaß. In diesem Blogpost erfährst du mehr über unsere zehn Lieblingsmomente.

1. In Turin haben wir gemeinsam mit Fußballfans Fanlieder gesungen

In Turin sind wir gemeinsam mit Fußballfans aus Barcelona durch die Straßen gezogen, die dort das Finale der UEFA Women’s Champions League schauten, und haben in ihre Fanlieder eingestimmt. Dutzende Fans wurden neugierig auf uns und schlossen sich unserer Kampagne an.

Spot #GenerAction ????⚡️ pic.twitter.com/kr2x6R6H8D

— ONE in Italia (@ONEinItalia) May 21, 2022

2. Unsere Werbeplakate in der Londoner U-Bahn erregten Aufsehen

Unser Ziel war es, dass die Politik unsere Forderungen nicht übersieht. Deshalb haben wir großflächige Plakate in der Londoner U-Bahn Station nahe des Parlaments in Westminster organisiert. Unser Engagement hat sich gelohnt! Denn im direkten Gespräch mit Abgeordneten hat sich herausgestellt, dass viele von ihnen durch diese Plakate auf unsere Kampagne aufmerksam wurden. Sogar Regierungsvertreter*innen hatten von unserer Kampagne Wind bekommen, wie ein Beamter uns mitteilte. Das ist ein klarer Beweis dafür, dass unsere Aktion funktioniert hat!

3. Wir haben ein Shout-Out auf einem französischen Musikfestival erhalten

Die Festivalsaison hat begonnen und unsere Aktivist*innen haben sich es nicht nehmen lassen diese Bühne für ihre Kampagne zu nutzen. Während des El Dorado Festivals in Südfrankreich trafen unsere Aktivist*innen viele der Besucher*innen und Künstler*innen vor Ort. Sie haben fleißig Postkarten und selbst verfasste Nachrichten an die G7-Politiker*innen gesammelt. Auf diese Weise haben ONE-Aktivist*innen noch mehr Unterstützung für ihre Forderungen gewonnen und sogar ein live Shout-Out während einer der musikalischen Darbietungen erhalten!

Dans le cadre de #GenerAction les #ONEActivists rencontrent le public et les artistes du festival El Dorado pour interpeller @EmmanuelMacron en lui demandant d’agir contre les inégalités mondiales en amont du #G7 pic.twitter.com/WxDApCeTpT

— ONE France (@ONE_Fr) June 5, 2022

Aber das war noch längst nicht alles. Beim Solidays Festival haben ONE-Aktivist*innen die Bürgermeisterin der Stadt Paris, Anne Hidalgo, getroffen. In den kommenden Monaten wird ONE noch auf weiteren Festivals in verschiedenen europäischen Städten vertreten sein. Sei gespannt und schau auf unserem Kanal in den sozialen Medien vorbei, um uns besser kennenzulernen.

4. Unsere gigantischen Postkarten waren ein echter Hingucker

Ein treuer Begleiter während unserer Roadshow waren unsere überdimensionalen Postkarten, die uns dabei halfen, noch mehr Unterschriften zu sammeln. Wir haben sie durch die Straßen von Paris, Berlin und London getragen und damit viel Aufsehen erregt. Anschließend haben Aktivist*innen in Ottawa (Kanada) und Washington DC (USA) sich uns angeschlossen und gigantische Postkarten gebastelt. Die Riesenpostkarte war also international unterwegs!

5. Karl Lauterbach und Svenja Schulze kamen zu unserer Demo in Berlin

Anlässlich der politischen Vorbereitungstreffen für den G7 Gipfel haben ONE-Aktivist*innen eine Demo in Berlin organisiert, um die Politik an unserer Forderung für eine gerechtere Zukunft zu erinnern. Wir waren so laut, dass gegen Ende der Demonstration Svenja Schulze und Karl Lauterbach vorbeikamen und mit uns für ein Foto posierten.

ONE-Aktivist*innen fordern die G7-Staaten beim Treffen der Gesundheits- und Entwicklungsminister*innen in Berlin auf, mehr zu tun, um die nächste Pandemie zu verhindern

6. EU Abgeordnete haben unser symbolisches ‘Crush the Crisis’ Brettspiel gespielt

Unsere Roadshow hat auch in Brüssel vor dem Europäischen Parlament Halt gemacht. Abgeordnete des EU Parlaments schauten an unserem Infostand vorbei und spielten unser ‘Crush the Crisis’ Spiel. Dabei ging es darum, die verschiedenen Krisen unserer Zeit anzugehen, wie zum Beispiel die Klimakrise und die aktuelle Hungersnot. Es dauerte nicht lange, bis der Kampfgeist bei einigen Abgeordneten geweckt war!

???? When #ONEActivists asked @Europarl_EN members to ‘crush the crises’ of conflict, COVID-19, climate change, and famine, they showed up!

Can we expect the same quick reaction time from the ???????? at the G7 next week?
#EUtweets #GenerAction pic.twitter.com/VNBvpkXNF9

— ONEinEU (@ONEinEU) June 15, 2022

7. Unsere Aktivist*innen und Unterstützer*innen sind über sich hinaus gewachsen

Ihr wart die Stars unserer Roadshow! Wir sind jedem Einzelnen von euch dankbar für eure Unterstützung und dafür, dass ihr euch die Zeit genommen habt, mit uns zu sprechen und uns kennenzulernen. Ebenso sind wir stolz auf unsere ONE-Aktivist*innen, die diese Roadshow zum Leben erweckt haben.
Besonders inspirierend war die Aktion von ONE-Aktivist Anish Subramaniam, der eine Schule besuchte, um Kindern von unserer Kampagne Generation Action zu erzählen.

Our amazing #ONEactivist @anishsub17 bringing our #GenerAction campaign to his school ???? Way to go! https://t.co/RLWUZr3QKs

— ONE UK (@ONEintheUK) June 2, 2022

8. Wir haben den ‘Africa Day’ in den Niederlanden gefeiert

ONE Aktivist*innen haben den Africa Day in den Straßen Amsterdams gefeiert und eine Veranstaltung zu den Themen Internationale Zusammenarbeit mit Afrika besucht. Die nächste Station war Den Haag, wo Aktivist*innen Abgeordnete zum Eis essen einluden. In direkten Gesprächen mit Politikern, wiederholten Aktivist*innen ihre Forderungen und warben für politische Unterstützung. Die Parlamentspräsidentin, Vera Bergkamp, teilte sogar ein Foto davon auf Instagram!

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9. Übergabe der gesammelten Postkarten

Im Verlauf der Roadshow haben wir tausende Postkarten und Nachrichten für die Politiker*innen der G7 Staaten gesammelt. Im Vorfeld des Gipfels haben wir diese an Vertreter*innen der EU, der britischen Regierung, und der Bundesregierung überreicht. In Berlin nahm Wolfgang Schmidt, der Chef des Bundeskanzleramtes, einen Großteil der gesammelten Nachrichten entgegen. Damit auch die übrigen G7 Regierungen von unseren Forderungen hören, haben wir zusätzliche eine symbolische Übergabe in Garmisch Partenkirchen organisiert.

Today is the start of the #G7 summit in #Elmau , our #ONEActivists hand over our demands to the @G7 leaders✉️ Will you implement them and make the world a fairer place? Or can we expect broken promises again?

#GenerAction ⚡️ #G7GER https://t.co/iJaCnxFsT5

— ONE (@ONECampaign) June 26, 2022

10. Unser Aufruf an die G7 projiziert auf die Skischanze in Garmisch

Wir haben uns von nichts und niemandem Aufhalten lassen und unsere Nachricht an die G7 per Lichtprojektion auf die olympischen Skisprungschanze in Garmisch geworfen. Unsere Aktion kam gut an und wurde von vielen Medien aufgegriffen.

Werden die @G7 den Absprung schaffen? ⛷

➡️ https://t.co/DafCYQ7izs#G7GER pic.twitter.com/JOW4OXc980

— ONEDeutschland (@ONEDeutschland) June 26, 2022

Was steht als nächstes an?

Das G7-Gipfeltreffen ist inzwischen vorüber, aber unser Aktivismus geht weiter. Denn obwohl die G7 einige begrüßenswerte Ansätze verkündet haben, haben sie es versäumt, sich die aktuellen Krisen in ihrer Gänze und Komplexität zu stellen. Edwin Ikhuoria, unser Afrika-Direktor, hat dies in einer Stellungnahme auf den Punkt gebracht: “Die Unfähigkeit der G7, die erforderliche globale Führung aufzubringen, um die aktuellen Krisen anzugehen, stellt ein kollektives Versagen dar, das fatale Konsequenzen für Menschen auf aller Welt hat.

Unsere Arbeit ist also noch lange nicht getan. Wir sind sehr dankbar für all die Unterstützung, die wir bisher erhalten haben. Wir sind motivierter denn je und werden uns weiterhin für eine gerechtere Zukunft stark machen – diesen Sommer und darüber hinaus. Gemeinsam können wir die Zukunft neu schreiben.

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Youth7 – die Stimme der Jugend im G7-Prozess

13. Juni 2022 - 13:05

Unser Jugendbotschafter Josias hat dieses Jahr als Youth7 (Y7)-Delegierter die Stimme der Jugend im G7-Prozess repräsentiert. Hier berichtet er von seinen Erfahrungen.  

Der G7-Gipfel ist ein (in der Regel) jährliches Treffen der sieben Staats- und Regierungschef*innen Frankreichs, Italiens, Japans, Kanadas, des Vereinigten Königreichs, der USA, Deutschlands und der EU als zusätzliches Beobachtermitglied. Das nächste Treffen findet im Rahmen der rotierenden Präsidentschaft vom 26. bis 28. Juni 2022 in Elmau statt.

Um mehr Meinungen im G7-Prozess berücksichtigen zu können, beziehen die G7-Länder auch ihre Zivilgesellschaft mit ein. Neben Business7, Civil7, Labour7, Science7, Think7 und Women7 gibt es auch eine so genannte “Engagement Group” Youth7 (Y7), welche die Stimme der Jugend vertritt. Der gesamte Beteiligungsprozess liegt in den Händen von uns jungen Menschen. In diesem Jahr durfte ich Teil der EU-Delegation sein.

Den G7-Prozess inklusiver gestalten

Pro Land konnten vier junge Menschen im Alter von 18 bis 35 Jahren teilnehmen. Jedes Land sollte durch eine Person in einem der vier Themenbereiche vertreten sein: Klimaschutz, wirtschaftlicher Wandel, Resilienz von Demokratien und Gesundheit. Aufgrund des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine gab es ein zusätzliches Thema “Jugend, Frieden und Sicherheit”. Aufgrund meines Studiums sowie meiner Berufserfahrung und natürlich auch wegen meiner Tätigkeit als ONE-Jugendbotschafter durfte ich für die europäische Jugend den Themenbereich „wirtschaftliche Transformation für gemeinsamen Fortschritt“ vertreten.

Vier Monate Vorbereitungszeit

Beginnend mit einer Auftaktveranstaltung Ende Februar fanden wöchentliche Treffen innerhalb der einzelnen Arbeitsgruppen statt, um Themen zu diskutieren und gemeinsame Positionen zu erörtern. Angefangen mit einem Brainstorming, bei dem jede*r ihre*seine wichtigsten Themen nennen durfte, konnten langsam die wichtigsten Punkte festgelegt werden. Hierbei habe ich mich vor allem für die Bekämpfung globaler Ungleichheiten, Stärkung der ESG-Kriterien (Umwelt, Soziales und verantwortungsvolle Unternehmens- & Staatsführung), Förderung von nachhaltiger Finanzwirtschaft und fairen Wettbewerb eingesetzt. Bis zum Zwischenplenum wurde ein erster Entwurf zusammengefasst.

Die Y7-Delegation der EU

Der nächste Schritt war die Erarbeitung der Abschlusserklärung. Diese wurde im Vorfeld des Gipfels vorbereitet und schließlich in Berlin persönlich fortgesetzt. Begleitet wurde dies von interessanten Beiträgen von Expert*innen zu einzelnen Themen, wie dem Klimaclub, sozialen Sicherungssystemen und wirtschaftlicher Transformation. Besonders spannend für mich waren in dieser Phase die Diskussionen um einzelne Begrifflichkeiten, damit nationale Befindlichkeiten und Probleme Berücksichtigung finden. Dadurch durfte ich viele neue und andere Sichtweisen kennenlernen. Auch überrascht hat mich, dass teilweise Delegationen in den jeweiligen Heimatländern sehr genau beobachtet wurden, weshalb man gewissen Verhandlungsdruck verspürt hat.

Gemeinsamer Gipfel in Berlin

Der Gipfel selbst fand vom 16. bis 20. Mai in Berlin statt. Da die gesamte Organisation etwas kurzfristig war, war es umso eindrucksvoller, als ich das erste Mal am Ort des Geschehens angekommen bin und den hohen Aufwand begutachten durfte. Auf die Eröffnungsreden, u.a. von Frau Bettina Bundszus, Leiterin der Abteilung Kinder und Jugend im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, folgten Podiumsdiskussionen zu Jugend, Frieden und Sicherheit, feministische Außenpolitik sowie zu der Macht von Bildung. Danach wurde die Arbeit am Abschlusskommuniqué in Etappen fortgesetzt, die teilweise bis spät in die Nacht andauerten und erst mit der Abstimmung am letzten Abend endeten.

Y7 Summit im e-werk in Berlin

Auf dem Programm standen auch ein Besuch von Familienministerin Lisa Paus, ein Besuch im Bundestag und ein Austausch mit Abgeordnet*innen sowie ein Austausch mit Mitarbeitenden des Auswärtigen Amtes. Höhepunkt und Schlusspunkt des Y7-Gipfels war die offizielle Übergabe des Kommuniqués an Bundeskanzler Olaf Scholz am Freitagmorgen. Auf einer großen Tafel abgedruckt, wurde die Erklärung von den Vorsitzenden pressewirksam übergeben. Außerdem hatten wir nach einer Rede von ihm die Möglichkeit, dem Bundeskanzler vorab vereinbarte Fragen zu bestimmten Forderungen zu stellen. Die große Variation der Gesprächspartner*innen aus den Regierungskreisen fand ich sehr gelungen.

Ein starkes Kommuniqué mit klaren Forderungen als Vorlage für die G7

Es war nicht einfach, die verschiedenen Ansichten und Bedürfnisse in einem Kommuniqué zusammenzufassen. Dennoch wurden klare Forderungen formuliert und veröffentlicht. Was ich als sehr schwierig erachtet habe, war die begrenzte Wortzahl, die es unmöglich machte, Hintergrundinformationen, Erklärungen oder Umsetzungsstrategien einzubeziehen, was einige Passagen somit für viele schwer verständlich macht. Schließlich sind die Forderungen nicht frei erfunden, sondern beruhen oft auf gut recherchierten Fakten, Studien und Berechnungen.

Arbeitsgruppe zu “wirtschaftliche Transformation für gemeinsamen Fortschritt”

Mit dem Ende des Y7-Gipfels hat nun die Lobbyarbeit bei den Entscheidungsträger*innen in den jeweiligen Ländern begonnen. Für die Delegation der Europäischen Union mit mir steht beispielsweise neben Treffen mit Europaabgeordnet*innen auch ein Treffen mit dem G7-Sherpa Frédéric Bernard im Rahmen von Lobbytagen in Brüssel an. Generell habe ich den Eindruck, dass seitens der Politiker*innen ein großes Interesse besteht, zumindest unsere Meinungen anzuhören und sich zu treffen.

Darüber hinaus sollen natürlich möglichst viele Menschen die Forderungen hören und vor allem die Jugend darüber informiert werden. Zu diesem Zweck werden Artikel geschrieben, Podcasts aufgenommen, Interviews geführt und Videos gedreht. Es lohnt sich also, auf den sozialen Medien vorbeizuschauen und unserer Arbeit zu folgen.

Beim Besuch des Bundeskanzlers

Ob und wie unsere Forderungen jedoch Gehör finden und inwieweit sie auch in der Abschlusserklärung berücksichtigt werden, wird Ende des Monats in Elmau entschieden. Bis dahin werden wir Jugenddelegationen weiter unserer Arbeit nachgehen und darauf aufmerksam machen. Ich bleibe gespannt.

Du möchtest, dass auch deine Stimme von Olaf Scholz gehört wird? Dann schreibe ihm noch heute eine digitale Postkarte, die unsere Jugendbotschafter*innen vor dem G7-Gipfel ans Kanzleramt überbringen werden. 

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