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Gemeinsam mit Anderen extreme Armut besiegen
Aktualisiert: vor 11 Stunden 32 Minuten

01. Februar 2021

1. Februar 2021 - 13:07
1. Reiche Länder hamstern Impfstoffe

Im aktuellen Spiegel warnen Laura Höflinger, Katrin Kuntz und Fritz Schaap vor dem Scheitern der globalen Impfstoff-Initiative COVAX. Neun Monate nach der Gründung von COVAX sei von Solidarität wenig zu spüren. Laut dem Duke Global Health Institute haben sich 16 Prozent der Weltbevölkerung 60 Prozent des verfügbaren Impfstoffs gesichert. Anstatt sich allein auf COVAX zu verlassen, haben die EU, Großbritannien und Kanada Impfstoffe massenweise bei den Herstellern direkt bestellt. So sei der Markt erst einmal blockiert und die Preise in die Höhe getrieben worden. Damit geschehe genau das, was COVAX verhindern wollte. Anstatt zusammenzuarbeiten, machen die Staaten einander Konkurrenz. Für ärmere werde dabei wieder einmal deutlich, dass nicht jene die Impfstoffe erhalten, die sie am dringendsten benötigen, sondern diejenigen, die am meisten dafür bezahlen. Die WHO fürchtet, dass die Welt in zwei Impfblöcke zerfallen könnte. Auf der einen Seite stehe eine kleine Elite aus Ländern, die ihre Bevölkerung zu großen Teilen immunisieren und ihre Wirtschaft wieder ankurbeln. Auf der anderen Seite stehen große Teile Lateinamerikas, Afrikas und Asiens, wo die Mehrheit der Menschheit lebt und wo die Pandemie weiter wüten würde. Indien und Südafrika haben nun bei der Welthandelsorganisation gefordert, den Patentschutz auf Corona-Medikamente während der Pandemie auszusetzen, damit Impfstoffe in Schwellenländern lizenzfrei und wesentlich kostengünstiger hergestellt werden können.

2. Müller fordert Impfstoffe für Entwicklungsländer

In einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung mahnt Bundesentwicklungsminister Gerd Müller an, Impfstoffe auch ärmeren Ländern schnell bereitzustellen. Darüber berichten auch die Welt, das Redaktionsnetzwerk Deutschland, Deutschlandfunk.de und die Berliner Zeitung. Müller fordere Europa auf, sich stärker an der globalen Impffinanzierung zu beteiligen. Es fehlten 25 Milliarden Euro, um wenigstens 20 Prozent der Bevölkerung in den Entwicklungsländern zu impfen, so Müller. Der Impfstoff müsste auch den Ärmsten schon in diesem Jahr zur Verfügung stehen. Europa dürfe nicht den Fehler machen, zu glauben, das Virus nur auf dem eigenen Kontinent besiegen zu können. Müller plädierte dafür, in den Ausbau der weltweiten Produktionskapazitäten zu investieren und Impfstoffe auch in Afrika herzustellen. Dazu müsste Deutschland seinen Anteil an der globalen Impffinanzierung in diesem Jahr auf eine Milliarde Euro erhöhen. “Das wäre ein wichtiges Zeichen der internationalen Solidarität”, sagte Müller.

3. Shell muss Menschen in Nigeria entschädigen

Wie mehrere Medien, darunter die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung und das Redaktionsnetzwerk Deutschland melden, erhalten nigerianische Bäuerinnen und Bauern eine finanzielle Entschädigung vom Ölkonzern Shell. Ein niederländisches Gericht habe entschieden, dass ein Tochterunternehmen des Ölkonzerns Shell in Nigeria für die Ölverschmutzung im Niger-Delta aufkommen muss, die zwischen 2004 und 2005 durch ein Ölleck zustande gekommen sind. Die Höhe der Entschädigung werde später bestimmt. Vier Bauern aus den Dörfern Oruma und Goi sowie die Umweltorganisation Milieudefensie hatten das Unternehmen in Den Haag auf Schadenersatz verklagt und auch die Sanierung des Bodens im Niger-Delta gefordert. Wegen der schlechten Wartung der Infrastruktur verlieren Pipelines in Nigeria immer wieder Öl. Dadurch wurde den Klägern zufolge das Trinkwasser verseucht, der Fischbestand in Gewässern getötet und Ackerland unbrauchbar.

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29. Januar 2021

29. Januar 2021 - 12:13
1. Trotz EU-Streit: ONE begrüßt AstraZenecas Einsatz für gerechte Impfstoffverteilung


Zahlreiche Medien, darunter das Redaktionsnetzwerk Deutschland, die Tageszeitung und Focus Online berichten, dass die Entwicklungsorganisation ONE den Einsatz des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens AstraZeneca für gerechte Verteilung von Impfstoffen in der Welt begrüßt. AstraZeneca stehe derzeit wegen Lieferengpässe in der EU in der Kritik. Global gesehen leiste das Unternehmen laut ONEs Impffairness-Test von allen Corona-Impfstoffherstellern am meisten, um sicherzustellen, dass der Impfstoff weltweit gerecht zugänglich sei. So habe AstraZeneca der internationalen Impfstoff-Initiative Covax bereits 470 Millionen Impfdosen zugesagt. Außerdem biete das Unternehmen den Impfstoff zu einem niedrigen Preis an und habe versichert, während der Pandemie keinen Profit mit seinem Impfstoff erzielen zu wollen.

 

2. Corona: Zweite Welle trifft Afrika härter


Claudia Bröll schreibt in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, wie die zweite Infektionswelle den afrikanischen Kontinent härter trifft als die erste. Es habe anfangs so ausgesehen als würde Afrika vergleichsweise glimpflich durch die Pandemie kommen. Viele haben dafür die junge Bevölkerung sowie strenge Ausgangssperren als Gründe gesehen. Seit dem Jahreswechsel seien die Infektionszahlen jedoch rasant gestiegen. Während das Virus sich erst nur in Armenvierteln ausgebreitet habe, seien zuletzt innerhalb von zwei Wochen zehn Minister aus afrikanischen Staaten an den Folgen der Infektionskrankheit gestorben. Im globalen Vergleich machen die Infektionen in Afrika zwar noch einen geringen Anteil aus. Doch im vergangenen Monat seien die Infektionszahlen jede Woche um vierzehn Prozent gestiegen, so das Afrikanische Zentrum für Seuchenkontrolle und Prävention. Auch die Sterberate liege höher als der globale Durchschnitt.

 

3. Müller will Kampf gegen Korruption international verstärken


Mehrere Medien, darunter die Deutsche Welle und das Redaktionsnetzwerk Deutschland thematisieren den Korruptionsindex von Transparency International. Demnach gelten mehr als zwei Drittel der Länder weltweit als korrupt. Vor allem die Corona-Pandemie, und der damit einhergehende Ausnahmezustand, werde von manchen Regierungen ausgenutzt. Insgesamt bewege sich die Welt auf einem ähnlichen Korruptions-Level wie im Jahr zuvor. In den afrikanischen Staaten Somalia und Südsudan sei Korruption am meisten verbreitet. Wie das Handelsblatt und die Hannoversche Allgemeine Zeitung schreiben, fordert Entwicklungsminister Gerd Müller einen international verstärkten Kampf gegen Korruption. “Nach wie vor ist Korruption das Haupthemmnis von Entwicklung. Der neue Korruptionsindex zeigt, dass es weltweit viel zu langsam bei der Korruptionsbekämpfung vorangeht”, so der Minister. Deswegen bleibe der Kampf gegen Korruption ein Schwerpunkt und Voraussetzung der Entwicklungszusammenarbeit.

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28. Januar 2021

28. Januar 2021 - 12:35
1. Warnung vor der nächsten Pandemie

Die Süddeutsche Zeitung thematisiert heute in einem Interview mit Bill Gates und einem Beitrag von Werner Bartens über die drohende Gefahr einer nächsten Pandemie. Seit Jahren warnen Forscher*innen vor einem “Super-Virus”, das sowohl leichter von Mensch zu Mensch übertragen wird als auch tödlicher ist. Darauf sei die Welt nicht vorbereitet. Aber auch längst bekannte Erreger könnten wieder gefährlich werden. Neben Corona fordern vor allem Krankheiten in Entwicklungsländern wie Malaria, Dengue-, Chikungunya- und Gelbfieber mehr Todesopfer als jede andere Krankheit. Obwohl Hilfsorganisationen immer wieder darauf hinweisen, werden diese Krankheiten kaum beachtet. Dabei sind diese Leiden nicht nur nicht verschwunden, sondern breiten sich bedrohlich aus. Neben Mutationen sorge der Klimawandel dafür, dass sich die Tigermücke und tropische Krankheiten im südlichen Europa ausbreitet könnten. Im Interview mahnt Gates an, dass wir auf die nächste Pandemie nicht vorbereitet seien. Er kritisiere vor allem Logistikprobleme während der Corona-Pandemie. Er sehe aber auch Fortschritte: Früher habe es mehr als zehn Jahre gedauert, bis neu entwickelte Impfstoffe in Entwicklungsländern zum Einsatz kamen. Auch mithilfe der globalen Impfallianz Gavi gehe dies nun viel schneller vonstatten. 

2. Biden kippt Abtreibungsklausel bei Entwicklungsinvestitionen

Heiner Hoffmann schreibt heute bei Spiegel über die sogenannte Global Gag Rule der USA und ihre Folgen für den Kampf um das Recht auf Abtreibung in Afrika. Die Global Gag Rule sehe vor, dass ausländische Organisationen, die auch nur indirekt Geld aus dem US-Haushalt bekommen, keine Abtreibungsberatungen anbieten dürfen. Die 1984 von Ronald Reagan erlassene Vorschrift sei seit Bestehen von demokratischen Präsidenten gekippt und von republikanischen Präsidenten wieder eingeführt worden. Zuletzt sei die Verordnung unter dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump sogar noch verschärft worden. US-Hilfsgelder seien bei Abtreibungsberatungen im gesamten Gesundheitssektor gestrichen worden. Dem Reproductive Health Network Kenya (RHNK) sei dadurch 2017 die komplette Finanzierung weggebrochen. RNHK berate kenianische Frauen zu Verhütung, HIV und auch Abtreibungen. Durch die fehlenden Gelder haben sie Personal entlassen müssen und konnten nicht mehr kostenlos beraten. “Viele Frauen und Mädchen hatten keinen Zugang mehr zu adäquater Beratung und Aufklärung. Gerade während der Corona-Pandemie ist die Zahl der Teenager-Schwangerschaften explodiert”, so Nelly Munyasia,  Direktorin des Reproductive Health Networks Kenya im Spiegel-Interview. In Kenia sterben derzeit durchschnittlich sieben Frauen pro Tag wegen unsicherer Abtreibungen, so Munyasia. Der neue US-Präsident Joe Biden wolle die Global Gag Rule nun wieder kippen.

3. Ausstellung zeigt 500 Jahre antikolonialen Widerstand

Mehrere Medien, darunter Tagesspiegel.de, Deutschlandfunk Kultur, die Berner Zeitung und die Solinger Bergische Morgenpost berichten über die Benin-Bronzen und die Ausstellung “Resist!”. Die Sonderausstellung „Resist! Die Kunst des Widerstands“ des Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum beleuchte 500 Jahre antikolonialen Widerstand im globalen Süden sowie die bis heute reichenden Folgen kolonialer Unterdrückung. Ein 90-minütiger Film zur Ausstellung werde ab Freitag auf der Museums-Website abrufbar sein. Zu sehen sein werden Arbeiten von mehr als 40 zeitgenössischen Kunstschaffenden, die Geschichten von Rebellion, Krieg, Gewalt, aber auch von Überleben und Resilienz erzählen. Die Ausstellung beschäftige sich auch mit geraubten Kulturgütern aus dem Benin. Die Kunstwerke finden sich heute in mehreren Museen Europas wieder, unter anderem im Humboldt Forum Berlin. Viele Museen schweigen zu den geraubten Kunstwerken. 

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27. Januar 2021

27. Januar 2021 - 13:33
1. Merkel für globale Bereitstellung von Corona-Impfstoffen

Zahlreiche Medien, darunter Tagesschau.de, die Deutsche Welle, die Rheinische Post, Spiegel.de und Merkur.de melden, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel beim digitalen Weltwirtschaftsforum für eine enge globale Zusammenarbeit und eine fairere Verteilung von Corona-Impfstoffen ausgesprochen hat. Abschottung und Impfnationalismus hingegen kritisiert sie scharf. „Die Frage, wer auf der Welt welchen Impfstoff wann bekommt, wird natürlich auch Verbundenheiten und neue Erinnerungen schaffen“, mahnt Merkel. Sie sprach ihre Unterstützung für die internationale COVAX-Initiative aus, die auch ärmere Länder mit Impfdosen versorge. Sie sei froh, dass COVAX auch international Unterstützung finde. Darüber hinaus sprach Merkel sich für vermehrte Anstrengungen in der Entwicklungszusammenarbeit aus. Diese dürfe in Zeiten der Pandemie nicht vernachlässigt, sondern müsse verstärkt werden.

2. Hilfswerke drängen auf Schuldenerlass

Das Hilfswerk Misereor und das Bündnis Erlassjahr.de drängen auf einen Schuldenerlass in der Corona-Pandemie. Das melden das Handelsblatt, Heise Online und Domradio.de. Die Corona-Pandemie habe nach Einschätzung der Entwicklungsorganisationen die Schuldenkrise vieler Entwicklungsländer dramatisch verschärft. Das zeige ihr gemeinsamer Schuldenreport 2021. Der bisher gewährte Zahlungsaufschub reiche nicht aus. Verpflichtungen würden nur in die Zukunft verschoben. Weiterhin beteiligen sich private Gläubiger wie Banken nicht an dem Zahlungsaufschub, sondern kassierten weiter Zins- und Tilgungszahlungen. Misereor und Erlassjahr.de fordern daher Schuldenerlasse und Insolvenzrecht für betroffene Staaten. Viele Länder hätten in der Pandemie Kredite aufnehmen müssen, weil Rohstoffeinnahmen oder Tourismus durch Corona eingebrochen seien. Die Länder hätten keine Möglichkeit die Wirtschaft aus eigener Kraft wieder anzukurbeln und Investitionen in Gesundheit und Bildung zu tätigen. Es sei zu befürchten, dass viele Menschen ihr Leben wegen der wirtschaftlichen Corona-Folgen verlieren.

3. Somalias Frauen kämpfen für Mitspracherechte

Silja Fröhlich und Mohamed Odowa schreiben in der Deutschen Welle über den Kampf der Frauen in Somalia für mehr Mitspracherecht. In dem ostafrikanischen Land, das seit 1991 von Konflikten geprägt sei, dominieren Männer die Politik. Von den insgesamt 329 Sitzen in Somalias Unter- und Oberhaus besetzen Frauen derzeit 24 Prozent. Nun solle eine Frauenquote bei der Parlamentswahl am 8. Februar für mehr Gleichberechtigung sorgen. Mitte Januar habe der somalische Premierminister Mohamed Hussein Roble verkündet, dass bei den Wahlen im Februar ein knappes Drittel der Sitze für weibliche Abgeordnete reserviert werden soll. Frauenrechtsorganisationen fordern jedoch, dass die Quote als Gesetz in die Verfassung aufgenommen werde. Aktuell handele es sich nur um eine Empfehlung. Ein weiteres Problem sei das somalische Wahlsystem. Statt nach dem Prinzip “eine Person, eine Stimme”, das ursprünglich für die bevorstehende Wahl angedacht war, vorzugehen, werde nach der 4,5-Regel gewählt. Das heißt, die Parlamentarier*innen werden nicht vom Volk, sondern von Clan-Delegierten gewählt, die zuvor von den Ältesten ausgesucht werden. Konservative Clan-Älteste seien der Ansicht, dass Frauen nicht in die Politik gehören, so Amina Mohamed Abdi, Kandidatin für das Parlament.

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26. Januar 2021

26. Januar 2021 - 12:18
1. EU droht Impfstoffherstellern mit Exportverboten

Wie unter anderem Spiegel.de, Sueddeutsche.deWelt.de und die Neue Züricher Zeitung schreiben, droht die EU Impfstoffherstellern mit Exportverboten, wenn sie sich nicht an gemachte Lieferzusagen halten. Konkret wolle Brüssel Exporte von Unternehmen, die Corona-Impfstoffe in der EU herstellen, in Länder außerhalb der EU genehmigungspflichtig machen. Damit reagiere die EU auf die überraschende Ankündigung des Impfstoffherstellers AstraZeneca, zunächst deutlich weniger Impfstoff zu liefern als vertraglich vereinbart. Der britisch-schwedische Konzern hatte am Freitag mitgeteilt, nach der Zulassung seines Impfstoffs, die an diesem Freitag erwartet werde, lediglich 31 statt der vereinbarten 80 Millionen Dosen bis Ende März zu liefern. Die EU befürchte eine einseitige Benachteiligung, da alle andere Vertragspartner von AstraZeneca uneingeschränkt beliefert werden. Die sei “für die EU inakzeptabel”, so die EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. AstraZeneca-Chef Pascal Soriot wiederum werfe der EU Egoismus vor. Die Entwicklung der Impfstoffe hätte ein Grund zum Feiern sein können, sagte der Franzose am Montag beim virtuellen Weltwirtschaftsforum. Stattdessen haben sich einige Länder vorgedrängelt und eine “Ich zuerst“-Mentalität gezeigt. Auch die Entwicklungsorganisation ONE kritisiert die “Mein-Land-zuerst”-Strategie, die viele Industrieländer bei der Verteilung von Corona-Impfstoffen an den Tag legen. Darüber berichten unter anderem das HandelsblattTagesschau.de, der Bayerische Rundfunk und Stern.de. Wohlhabendere Länder sichern sich mehr Impfstoffe als nötig und kreieren so ein “Monopol”, so ONE. Das erschwere eine gerechte Verteilung von Impfstoffen und verlängere die Dauer der Pandemie um Jahre.

2. Klima-Anpassungsgipfels: Entwicklungsländer am stärksten betroffen

Mehrere Medien, darunter der Tagesspiegel, die Frankfurter Rundschau, die Rheinische Post und Stern.de, berichten über den Klima-Anpassungsgipfel in Amsterdam. Laut Klima-Risiko-Index der Entwicklungsorganisation Germanwatch treffen die Folgen des Klimawandels vor allem Entwicklungsländer. Im Pariser Klimaabkommen hatten sich 2015 die wohlhabenderen Länder dazu verpflichtet, den ärmeren Ländern jährlich 100 Milliarden US-Dollar für Klimaschutz und -anpassung zu zahlen. Nach aktuellen Studien liegen die tatsächlichen Zahlungen jedoch weit darunter. Ärmere Staaten, “die am wenigsten zur Klimakrise beigetragen haben, benötigen nun dringend finanzielle und technische Unterstützung”, erklärte David Eckstein von Germanwatch. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte bei dem Gipfel zusätzliche Millionenhilfen in Höhe von 220 Millionen Euro zu, um die ärmsten Länder der Welt im Kampf gegen den Klimawandel besser zu unterstützen. Auch die USA seien mit einem starken Bekenntnis zum Klimaschutz nach vier Jahren zu den internationalen Verhandlungen zurückgekehrt. Der Klima-Beauftragte der neuen US-Regierung, John Kerry, betonte, der neue US-Präsident Joe Biden habe die Bekämpfung des Klimawandels zu einer “Top-Priorität” seiner Regierung erklärt.

3. Gefechte zwischen somalischem und kenianischem Militär

Spiegel.de, die Westdeutsche Allgemeine Zeitung und das Hamburger Abendblatt melden Gefechte zwischen dem somalischen und kenianischen Militär. Die somalische Regierung habe am Montag das Nachbarland Kenia beschuldigt, den somalischen Grenzposten angegriffen zu haben. Mindestens zehn Menschen seien bei den Zusammenstößen getötet worden, darunter fünf Kinder, teilte der somalische Informationsminister Osman Dubbe mit. Somalia sei seit Längerem in teils unabhängige Regionen zersplittert. Kenia unterhalte enge Beziehungen zur somalischen Region Jubaland. Das Ziel Kenias sei, die Terrorgruppe Al-Schabab in Schach zu halten. Diese kontrolliere weite Teile des Südens und des Zentrums von Somalia und verübe immer wieder Anschläge auf Zivilist*innen und Sicherheitskräfte, auch in Kenia. Die Einmischung Kenias in die somalische Sicherheitspolitik verschärfe jedoch die Spannungen zwischen Kenia und Somalia. Bisher gebe es von kenianischer Seite noch keine Stellungnahme zum Vorfall.

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25. Januar 2021

25. Januar 2021 - 12:33
1. Pandemie & Wetterextreme treffen die Ärmsten am stärksten 


Ein neuer Bericht der Entwicklungsorganisation Oxfam zeigt, dass die Pandemie die Ärmsten der Welt am härtesten trifft, wie unter anderem die Süddeutschen Zeitung, die Frankfurter Allgemeinen Zeitung sowie Tagesschau.de schreiben. Die Pandemie verschärfe die globale Ungleichheit. Insbesondere Kinder seien betroffen: 2020 haben Kinder in den ärmsten Ländern der Welt auf vier Monate Schule verzichten müssen. In wohlhabenden Ländern seien es nur vier Wochen gewesen. Die Corona-Krise führe dazu, dass die Zahl der Menschen, die weltweit von extremer Armut betroffen sind, sich gegen den langläufigen Trend wieder erhöht. Statt des erwarteten Rückgangs um 31 Millionen Menschen, sei die Zahl der Menschen, die täglich mit weniger als 1,90 US-Dollar auskommen müssen, um etwa 88 Millionen Menschen gestiegen. Ihre Gesamtzahl sei nun wieder so hoch wie 2015. Neben der Pandemie treffen laut dem Klima-Risiko-Index der Denkfabrik Germanwatch auch Wetterextreme die Menschen in den ärmsten Ländern am stärksten, wie Tageschau.de, das Handelsblatt und der Bayerische Rundfunk berichten. Fast eine halbe Million Menschen seien in den vergangenen 20 Jahren in Folge von Extremwettern ums Leben gekommen. Zuletzt rückte Mosambik auf den fünften Platz vor, welches in jüngster Zeit besonders von Stürmen getroffen worden sei. 


2. Impfstoffhersteller & EU unterstützen COVAX


Der Tagesspiegel und das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichten über die ausbleibenden Corona-Impfungen in afrikanischen Ländern. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen will, dass die EU Impfstoffe an ärmere Länder weitergibt. Dies könne die internationale Impfstoff-Initiative COVAX unterstützen. In wenigen Monaten seien in Europa mehr Dosen vorhanden als gebraucht werden. Bislang unterstütze die EU COVAX finanziell mit 850 Millionen Euro. Eine Weitergabe von Impfstoffen sei bisher nicht erfolgt. COVAX sei eingerichtet worden, um weltweit einen gerechten Zugang zu Impfstoffen sicherzustellen. Allerdings beschaffen sich viele Länder Impfstoffe an COVAX vorbei. Auch einige EU-Länder haben ihre Verträge bilateral mit den Pharmafirmen geschlossen. Beobachter*innen haben die EU daher in der Vergangenheit mitverantwortlich für die Knappheit an Impfstoffen gemacht. Laut Deutschlandfunk und dem Manager Magazin beteiligen sich mit BioNTech und Pfizer nun auch Impfstoffhersteller an der internationalen COVAX-Initiative. Sie wollen bis zu 40 Millionen Dosen ihres Vakzins bereitstellen. COVAX habe eine entsprechende Vereinbarung mit den beiden Unternehmen unterzeichnet, sagte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus. Laut WHO habe COVAX außerdem eine Vereinbarung mit dem Serum Institute of India geschlossen. Dieses solle 100 Millionen Impfdosen des britisch-schwedischen Pharma-Unternehmens AstraZeneca bereitstellen.

 

3. Aufbruch für Afrika?  


Wie Johannes Dieterich in der Badischen Zeitung berichtet, entsteht in Afrika mit dem sogenannten African Continental Free Trade Area (AfCFTA) die größte Freihandelszone der Welt. Mit 54 Staaten bilde sie den größten zollfreien Zusammenschluss der Welt. “Wir stehen an der Schwelle einer neuen Ära unseres Kontinents”, sagte der Präsident der Afrikanischen Union (AU), Südafrikas Staatschef Cyril Ramaphosa. Es sei “das bisher deutlichste Anzeichen dafür, dass Afrika sein Schicksal in die eigenen Hände nimmt”. Wie Claudia Bröll in der Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt, rückt Afrika wieder stärker ins Wahrnehmungsfeld der US-Administration unter Präsident Joe Biden. Im Vergleich zu seinem Vorgänger Donald Trump sei eine “afrikafreundlichere” Politik sowie eine Wiederbelebung der Entwicklungszusammenarbeit zu erwarten.

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22. Januar 2021

22. Januar 2021 - 9:56
1. USA treten COVAX bei

Mehrere Medien, unter anderem Zeit OnlineSpiegelder Tagesspiegel und N-TV, thematisieren den Kurswechsel in der US-Corona-Politik. Bereits wenige Stunden nach seinem Amtsanritt habe US-Präsident Joe Biden den von seinem Vorgänger Donald Trump veranlassten Austritt der USA aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rückgängig gemacht. Nun wolle die USA sich auch an der globalen Impfstoff-Initiative COVAX beteiligen, welche einen weltweit gerechten Zugang zu Corona-Impfstoffen garantieren soll. Knapp 200 Länder gehören COVAX an, darunter die EU-Länder und China. Die USA wolle in der Krise so schnell wie möglich einen politischen Kurswechsel einleiten und Verantwortung für die weltweite Pandemiebekämpfung übernehmen. Das habe Dr. Anthony Fauci, medizinischer Berater des US-Präsidenten, gestern mitgeteilt.

2. Corona-Impfstoffe: Werden Patente ausgesetzt?

Bei Tagesschau.de gehen Christian Baars und Oda Lambrecht der Frage nach, ob Patente für Corona-Impfstoffe ausgesetzt werden sollten, um sie weltweit schneller verfügbar zu machen. Da trotz der neuen Impfstoffe insbesondere in ärmeren Ländern derzeit kaum geimpft werde, sprechen sich Wissenschaftler*innen und zivilgesellschaftliche Organisation für eine Aussetzung des Patentschutzes von Corona-Impfstoffen aus. Trotz eines entsprechenden Aufrufs der Weltgesundheitsorganisation (WHO) habe bisher noch kein Pharmaunternehmen die Patente für seine Corona-Impfstoffe freigegeben. Bisher beharre die Industrie auf den Schutz des geistigen Eigentums, der Investitionsanreize schaffe und Erfindungen erst möglich mache. Die Nichtregierungsorganisation Ärzte ohne Grenzen kritisiert, dass an der Profitmaximierung festgehalten werde und erwidert, dass “Steuern in Milliardenhöhe und Geld von Stiftungen die Haupttreiber” für die schnelle Impfstoffentwicklung gewesen seien. Im März berät ein Gremium der Welthandelsorganisation (WTO) über einen Antrag Südafrikas, der vorsieht, dass Patente von Produkten ausgesetzt werden können, die zur Eindämmung der Pandemie nötig sind. Unter anderem die USA, die EU und das Vereinigte Königreich seien bisher gegen die Aufhebung des Patentschutzes. Wie unter anderem die Bild, die Frankfurter Rundschau sowie T-Online.de melden, könne eine in Südafrika entdeckte Corona-Mutation selbst im Falle einer Impfung noch ansteckend sein.

3. Äthiopien: Militärkonflikt führt zu Hungersnot

Mehrere Nichtregierungsorganisationen warnen vor einer Hungersnot in der äthiopischen Konfliktregion Tigray, wie unter anderem der Deutschlandfunk und die Neue Züricher Zeitung melden. Die humanitäre Situation sei laut Caritas katastrophal. Die ersten Menschen dort verhungerten, so ein Sprecher der Hilfsorganisation. Rund 4,5 Millionen Einwohner*innen der Region bräuchten dringend Nahrungsmittelhilfen und medizinische Versorgung. Im Dezember hatte eine Militäroffensive der äthiopischen Zentralregierung in Tigray begonnen. Offiziell sei sie beendet. Die Volksbefreiungsfront TPLF wolle den Kampf aber fortsetzen. Besonders im Norden Tigrays sei die Situation nach UN-Angaben kritisch. Mehrmalige Gesuche des Geflüchtetenhilfswerks (UNHCR) um Zugang zu zwei Geflüchtetenlagern habe die äthiopische Regierung unbeantwortet gelassen. UN-Geflüchtetenkommissar Filippo Grandi gehe davon aus, dass die beiden Lager im Norden angegriffen und teilweise zerstört worden seien. Er erhalte regelmäßig Berichte von andauernden Kämpfen im Norden Tigrays, von schweren Menschenrechtsverletzungen, Tötungen und erzwungenen Rückführungen von Geflüchteten nach Eritrea.

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21. Januar 2021

21. Januar 2021 - 11:50
1. Biden stoppt WHO-Austritt der USA

Zahlreiche Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung, das Redaktionsnetzwerk Deutschland und Stern.de, berichten, dass US-Präsident Joe Biden den Austritt der USA aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stoppt. Bereits in seinen ersten Stunden als neuer Präsident habe Joe Biden ein Schreiben zum Verbleib der USA in der Organisation der Vereinten Nationen unterzeichnet. Mitten in der Corona-Pandemie habe Donald Trump aus Protest den Rückzug der USA aus der WHO angekündigt. Trump habe zuvor die WHO-Beiträge im April letztes Jahr eingefroren. Die USA waren bislang mit mehr als 100 Millionen Dollar wichtigster Geldgeber der Organisation. Der mit einer zwölfmonatigen Kündigungsfrist verbundene Austritt wäre Anfang Juli dieses Jahres wirksam geworden. Der damalige US-Präsident Trump habe der Organisation in Bezug auf ihren Umgang mit der Pandemie vorgeworfen, sie hätte zu spät über die Gefahr des Coronavirus informiert und stünde unter der Kontrolle der chinesischen Regierung. Zur Eindämmung der Pandemie wolle Biden so schnell wie möglich einen politischen Kurswechsel in der Krise einleiten. Vorher habe Biden bereits den Brief zur US-Rückkehr zum Pariser Klimaabkommen unterzeichnet. Anfang November letztes Jahr war der von Donald Trump initiierte Austritt aus dem Abkommen wirksam geworden.

2. Entwicklungsminister Müller: Mehr Impfstoffe für Entwicklungsländer

In einem Interview mit der Rheinischen Post mahnt Bundesentwicklungsminister Gerd Müller zu einer weltweit gerechteren Verteilung von Corona-Impfstoffen. Man dürfe nicht vergessen, dass es sich um eine Pandemie handle, die die Ärmsten der Armen am härtesten trifft, so Müller. Denn man könne die Pandemie nur gemeinsam besiegen. Deshalb fordert er unter anderem, dass die EU unter Beteiligung der Europäische Investitionsbank ein Sofortprogramm von vier Milliarden Dollar bereitstellen soll. Er appelliere dabei auch an private Geldgeber wie Amazon, Facebook und Google. Außerdem möchte er mit einer europäisch-afrikanischen Initiative Impfstoff-Produktionskapazitäten in Südafrika, Ghana oder Senegal ausbauen. Pharmaunternehmen sollten dazu Lizenzen vergeben. Müller mahnt, dass Entwicklungs- und Schwellenländer durch die Krise zehn oder 20 Jahre in ihrer Entwicklung zurückfallen und staatliche Strukturen dort zusammenbrechen könnten.

3. Mögliches Mittel gegen Malaria-Übertragung entdeckt

Wie der Deutschlandfunk meldet, haben Wissenschaftler möglicherweise ein Mittel gegen die Übertragung von Malaria entdeckt. Forschende der Universität von Pretoria in Südafrika haben entdeckt, dass zwei Stoffe, die auf ihre Wirksamkeit gegen Tuberkulose und Krebs untersucht werden, möglicherweise Malaria-Parasiten abtöten können. Dies soll auch dann möglich sein, wenn der Parasit infektiös sei. Die bisherigen Mittel wirken nur gegen den Malaria-Parasiten, wenn diese gerade die Leber oder rote Blutkörperchen befallen haben. Jedoch wirken sie nicht mehr, wenn der Parasit diese Zellen wieder verlässt. Dadurch kann er auf andere Menschen übertragen werden. Nach Angaben der WHO habe es im Jahr 2019 etwa 400.000 Malariatote gegeben. Für das vergangene Jahr befürchte die WHO noch mehr Opfer, weil wegen der Corona-Pandemie viele Präventionsmaßnahmen nicht durchgeführt werden konnten.

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20. Januar 2021

20. Januar 2021 - 11:25
1. Afrikanische Länder bereiten Impfkampagne vor

Wie Tagesschau.de und Stern.de berichten, rüsten sich die ersten afrikanischen Staaten für ihre Corona-Impfkampagnen auf. Angesichts der Ausbreitung einer neuen Virusmutation im Süden des Kontinents dränge der Impfstart. Als Beschaffungsinstrument diene eine Initiative der Afrikanischen Union (AU) namens AVATT. Die AU habe sich über das Indische Seruminstitut Vakzine von Pfizer/BioNTech, Johnson & Johnson und AstraZeneca gesichert. Die insgesamt 270 Millionen Impfdosen stünden jedoch erst ab April zur Verfügung. Parallel zur Impfkampagne der Afrikanischen Union laufe auch das Programm der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Covax an. Das Programm soll von Armut betroffene Länder mit Vakzinen versorgen. Covax soll zudem die Länder schon im März mit Vakzinen versorgen. Der Inselstaat der Seychellen und der westafrikanische Staat Guinea haben mit ersten Impfungen bereits begonnen – mit Präparaten aus China (Seychellen) und Russland (Guinea).

2. Jahrestag der Luanda Leaks: Kehrt Isabel dos Santos zurück?

Antonio Cascais von der Deutschen Welle berichtet über die mögliche Rückkehr Isabel dos Santos nach Angola, um bei den Wahlen 2022 als Präsidentschaftskandidatin anzutreten. Die Tochter des ehemaligen Präsidenten José Eduardo dos Santos habe bis zu den Enthüllungen rund um die Luanda-Leaks-Affäre als die reichste Frau des afrikanischen Kontinents gegolten. Mehr als 700.000 geleakte Dokumente machte der portugiesische Hacker und Whistleblower Rui Pinto vor einem Jahr der Öffentlichkeit zugänglich. Diese beweisen, wie sich Isabel dos Santos mit illegalen Geschäftspraktiken und Korruption jahrelang bereicherte. Ihr Vermögen sei zeitweise auf über drei Milliarden Dollar geschätzt worden. In Angola sei Isabel dos Santos schon vor den Luanda Leaks in Ungnade gefallen, nachdem ihr Vater nach fast vierzig Jahren im Amt die Macht an João Lourenço abgab. Dieser versprach Korruption zu bekämpfen und entließ Isabel dos Santos noch im selben Jahr als Chefin des staatlichen Ölunternehmens Sonangol. Isabel dos Santos verteidige sich seitdem vehement gegen jegliche Vorwürfe aus den Luanda Leaks. Sie sei das Opfer des aktuellen Präsidenten Lourenço. In Angola zweifele man derweil zunehmend an der Glaubwürdigkeit des Präsidenten. Seit den Luanda Leaks haben eine Reihe von Korruptionsaffären Lourenços Regierung überschattet.

3. Zehntausende Geflüchtete in Äthiopien weiter ohne Versorgung

Mehrere Medien, darunter Deutschlandfunk, die Hamburger Morgenpost sowie der Tagesspiegel, berichten, dass Zehntausende Geflüchtete aus Eritrea in Äthiopien seit Monaten fast komplett von Hilfslieferungen abgeschnitten seien. Die verzweifelten Menschen harrten in Camps in der umkämpften Tigray-Region aus und warteten auf Lebensmittel, Wasser und medizinische Versorgung, erklärte ein Sprecher des UN-Geflüchtetenhilfswerks (UNHCR) am Dienstag in Genf. Seit Beginn des Tigray-Konflikts Anfang November habe das Welternährungsprogramm nur einmal Essensrationen an eritreische Flüchtlinge verteilen können. Vor Beginn des Tigray-Konflikts seien nahezu 100.000 Geflüchtete aus Eritrea in Lagern in der nordäthiopischen Region untergebracht worden. Sie waren vor Gewalt und Unterdrückung in ihrem Heimatland nach Äthiopien geflohen. Trotz Zusagen der äthiopischen Zentralregierung in Addis Abeba haben die Vereinten Nationen und ihre Partnerorganisationen keinen ungehinderten Zugang in die Tigray-Region. Schätzungsweise 2,3 Millionen Kinder, Frauen und Männer seien in der Region auf Hilfe angewiesen.

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19. Januar 2021

19. Januar 2021 - 11:59
1. WHO kritisiert ungerechte Impfstoffverteilung

Wie mehrere Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung und der Bayerische Rundfunk, berichten, kritisiert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Verteilung des Corona-Impfstoffes erneut als ungerecht. Bisher seien Impfungen in einem einzigen von Armut betroffenen Land gestartet. In Guinea seien erst 25 Impfdosen verabreicht worden. In mindestens 49 reicheren Ländern hingegen schon mehr als 39 Millionen Impfdosen. Es sei nicht zu rechtfertigen, wenn junge, gesunde Erwachsene in reichen Ländern vor Mitarbeitenden des Gesundheitswesens sowie älteren Menschen in von Armut betroffenen Ländern eine Impfung erhielten. „Dieser ‘me-first-Ansatz’ gefährdet nicht nur die Ärmsten und Schwächsten der Welt, sondern ist auch selbstzerstörerisch“, sagte der WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Letztlich werde das die Pandemie nur verlängern. Auch Pharmafirmen stehen in der Kritik der WHO. Sie suchten vor allem in reicheren Ländern eine Zulassung für ihre Wirkstoffe, weil dort die Gewinnaussichten besser seien als in Staaten, die von Armut betroffen sind. Dabei gebe es genug Vakzine für alle Menschen auf der Welt, so der WHO-Chef. Über das Impfstoffprogramm “Covax” der WHO seien bereits zwei Milliarden Impfdosen bestellt worden. Die WHO plane mit den Lieferungen der Vakzine im Februar zu beginnen.

2. Zentralafrikanische Republik: Wahlsieg von Präsident Touadéra bestätigt

Stern.de, das Redaktionsnetzwerk Deutschland sowie das Hamburger Abendblatt melden, dass das Verfassungsgericht der Zentralafrikanischen Republik den Wahlsieg von Amtsinhaber Faustin-Archange Touadéra bestätigt hat. Der Staatschef sei mit 53,16 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden. Die vorläufigen Ergebnisse wurden bereits Anfang Januar verkündet. Das Land sei durch die Wahlen in weitere Unruhen durch eine von Rebellen unterstützte Allianz geraten. Ex-Präsident François Bozizé unterstütze nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) im Land die Rebellen-Allianz. Infolge der Kämpfe zwischen den Rebellen und Sicherheitskräften seien laut dem Geflüchtetenhilfswerk (UNHCR) mehr als 60.000 Menschen bislang in Nachbarländer geflohen. Tausende seien innerhalb des Landes auf der Flucht. Am Montag gab UN-Sprecher Stéphane Dujarric in New York den Tod zweier UN-Soldaten der Mission in der Zentralafrikanischen Republik bekannt.

3. Kämpfe im Sudan: UN-Generalsekretär “zutiefst besorgt”

Bei Kämpfen in Darfur im Westen des Sudans sind nach Angaben eines Ärzteverbands 83 Menschen getötet worden, wie die Süddeutsche Zeitung und die Salzburger Nachrichten mitteilen. Zudem seien 160 Menschen verletzt worden. Zu der Gewalt sei es am Wochenende in einem Vertriebenenlager in Al-Dschunaina, der Hauptstadt des Bundesstaates West-Darfur, gekommen. Zuvor habe ein Mitglied des Volkes der Masalit ein Mitglied einer arabischen Bevölkerungsgruppe getötet, so ein Anwaltsverband in Darfur. Die Region Darfur sei seit Jahren unruhig. Dort brachen 2003 Kämpfe zwischen Bevölkerungsgruppen, die mehr politische Mitbestimmung forderten, und der Regierung des damaligen Präsidenten Omar al-Baschir aus. UN-Generalsekretär António Guterres habe sich nach den Kämpfen in Darfur im Westen des Sudans “zutiefst besorgt” gezeigt. Guterres rief die sudanesischen Behörden dazu auf, die Lage zu deeskalieren, die Kämpfe zu beenden und die Zivilbevölkerung zu schützen.

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18. Januar 2021

18. Januar 2021 - 13:13
1. Wahlen in Uganda: Sechste Amtszeit für Museveni

Mehrere Medien, darunter die Süddeutsche Zeitungdie WeltTagesschau.deSpiegel und Zeit Online, thematisieren den Ausgang der Präsidentschaftswahlen in Uganda sowie seine Folgen. Laut Wahlkommission ist Präsident Yoweri Museveni nach 35 Jahren an der Macht für eine weitere Amtszeit bestätigt worden. Die Anhänger des Oppositionskandidaten Bobi Wine (38) sprechen von Wahlbetrug und akzeptieren das Ergebnis nicht. Uganda habe in den vergangenen Jahren als Musterland gegolten, mit wenigen Konflikten und einem stabilen Wirtschaftswachstum. Insbesondere die junge Generation des Landes profitiere bisher kaum davon. Besonders in der Kritik steht der wiedergewählte Präsident zurzeit wegen seines grausamen Vorgehens gegen die Opposition. Anhänger*innen von Wine seien vor der Wahl systematisch behindert, verhaftet, gefoltert oder gleich erschossen worden. Nun habe die Regierung den Oppositionskandidaten in seinem Haus eingesperrt, lasse keinen herein und ihn nicht hinaus. Das Internet sei im ganzen Land abgestellt, genauso wie die Telefone von Bobi Wine. Kritik werde von der Opposition jetzt auch an Europa geübt, das zu den Repressionen des Regimes weitestgehend schweigt.

2. Corona-Impfungen in Afrika

In einem Videobeitrag berichtet ZDF heute, dass Südafrika sich 20 Millionen Corona-Impfdosen gesichert hat. Viele afrikanische Länder können sich das nicht leisten. Die Impfstoffinitiative COVAX, die unter anderem von der Weltgesundheitsorganisation ins Leben gerufen worden sei, habe sich daher zum Ziel gesetzt, so viele Impfdosen zu sichern, dass bis Ende 2021 mindestens 20 Prozent der Bevölkerung in den ärmsten Ländern gegen Corona geimpft werden können. Dafür benötige COVAX jedoch circa sieben Milliarden US-Dollar. Bisher stehen der Initiative nur lediglich zwei Milliarden US-Dollar zur Verfügung. Das Prinzip hinter COVAX sei, dass reichere Länder einzahlen, damit ärmere Länder die Impfstoffe zu einem niedrigeren Preis erwerben können. Entwicklungsländer müssen dann noch immer rund drei US-Dollar pro Dosis zahlen. Doch auch das sei für viele Länder zu viel. “Damit ist unser gesamtes Budget aufgebraucht”, sagt der stellvertretende Gesundheitsminister von Liberia, Franics Kateh. 4,5 Millionen Menschen leben in Liberia. Im Juni erwarten sie die ersten 900.000 Dosen. Vielmehr können sie sich auch nicht leisten. Ohne COVAX werde in Liberia niemand geimpft, so Kateh.

3. Rückgang der Geburtenrate durch Bildung 

Norbert Lossau behandelt in der Welt den Einfluss von Bildung auf die Bevölkerungsentwicklung in Afrika. Fast acht Milliarden Menschen leben auf der Erde. Jedes Jahr wächst die Zahl um 80 Millionen Menschen. Dieser Trend sei ohne mehr Investitionen in Schulen und die Ausbildung von Frauen nicht aufzuhalten, so Professor Wolfgang Lutz, Direktor des Wittgenstein Centre for Demography and Global Human Capital in Wien. Die höchste Geburtenrate haben die afrikanischen Länder Mali, Burkina Faso und Niger. Dort bekämen Frauen im Durchschnitt sieben Kinder. Wissenschaftler*innen sehen als Voraussetzung für eine rückläufige Geburtenrate vor allem die Verfügbarkeit von Verhütungsmitteln und eine bessere Schulbildung der Frauen. Ausgebildete Frauen hätten tendenziell größere Einkommensverluste durch das Kinderkriegen als Frauen mit weniger Bildung. Außerdem können Frauen durch größere Unabhängigkeit von ihrem Mann einen Wunsch nach weniger Kindern besser durchsetzen. Vor allem Gesundheitsbildung, wie das Wissen über verschiedene Möglichkeiten der Verhütung, sei von zentraler Bedeutung. In Kenia könne man den Zusammenhang zwischen Schulausbildung und Rückgang der Geburtenrate gut beobachten. Einst habe Kenia als das Land mit der höchsten Geburtenrate der Welt gegolten. Heute bekommen Frauen dort durchschnittlich 3,5 Kinder. Das liege daran, dass ein Schulsystem etabliert wurde, in dem alle Kinder mindestens eine vierjährige Grundschule besuchen.

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15. Januar 2021

15. Januar 2021 - 12:30
1. Tigray: Humanitäre Lage im Norden Äthiopiens spitzt sich zu 


Wie mehrere Medien, darunter die Deutsche Welleder Standard und die Tageszeitung (TAZ), berichten, verschlechtert sich die humanitäre Lage der Schutzsuchenden in der äthiopischen Region Tigray immer weiter. Krankenhäuser seien in den vergangenen zwei Monaten bei Kämpfen zwischen der Regierungsarmee und der Tigray-Volksbefreiungsfront (TPLF) geplündert oder zerstört worden. Das Gesundheitswesen sei zusammengebrochen, Medikamente seien knapp. Die Vereinten Nationen (UN) befürchten einen massiven Anstieg der Übertragungen des Coronavirus. Dies könne die Situation weiter verschärfen. Auch nach dem offiziellen Ende des Militäreinsatzes der Regierung in der Region Tigray sei die Gefahr eines Übergreifens des Konflikts auf andere Landesteile hoch. Die Angst der Regierung, dass Rebellen fliehen oder sich unter Vertriebene mischen könnten, sei der Grund für die strikten Kontrollen der Grenzen Tigrays durch das äthiopische Militär, laut Politikwissenschafter Belachew Gebrewold. Dadurch werde auch der Zugang für humanitäre Hilfe eingeschränkt. Die UN fordern von der äthiopischen Regierung ungehinderten Zugang zu der gesamten Region. Nach UN-Angaben brauchen 2,3 Millionen Menschen dringend humanitäre Hilfe. In einem Interview mit der TAZ berichtet Chris Melzer vom UN-Geflüchtetenhilfswerk (UNHCR), dass „die Menschen wochenlang von jeder Versorgung abgeschnitten waren. Sie hatten weder Lebensmittel noch sauberes Wasser oder Medikamente.“ Über die Lage der Menschen nördlich des Flusses könne er keine Angaben machen. Das UNHCR könne die Gegend seit zwei Monaten nicht betreten.   

 

2. Digitale Innovationen made in Africa während der Corona-Pandemie 


Der Spiegel berichtet in einem Interview mit Moredreck Chibi, Experte für Innovationen im Gesundheitswesen des WHO-Regionalbüros im Kongo, über technische Innovationen auf dem afrikanischen Kontinent während der Pandemie. In vielen afrikanischen Ländern habe die Pandemie technische Innovationen beschleunigt. So gebe es dort Apps zur Kontaktverfolgung, Selbstdiagnose-Tools oder smarte Nachweise von Covid-Tests. Chibi betont im Interview: „Wir konnten schnell den Erfindergeist unserer jungen Leute nutzen, da kam uns das junge Durchschnittsalter der Bevölkerung zugute.“ Außerdem seien viele Länder wie Ruanda, Südafrika, Kenia und Nigeria schon lange sehr aktiv in der Techbranche, haben eine gute Internetinfrastruktur sowie gut ausgebildete und experimentierfreudige junge Programmierer*innen. Als Beispiel nennt der Experte ein Programm eines jungen Mannes aus Kenia zur Kontaktnachverfolgung in öffentlichen Kleinbussen. Das Programm basiere auf Handy-Überweisungen, mit denen die Fahrten bezahlt wurden. Das sei eine speziell auf den Kontinent zugeschnittene Erfindung. Es fehle noch am nötigen Geld, aber viele Innovationen aus Afrika hätten globale Relevanz bekommen. Es gebe ein Riesenpotenzial für Techfirmen, in Afrika zu investieren. 

 

3. WHO Kritik: 95 Prozent der Impfungen in zehn Ländern 


Zahlreiche Medien, darunter die Rheinische Postdas Nachrichtenportal Nau und das Migazin melden, dass zehn Länder 95 Prozent aller Corona-Impfungen für sich beanspruchen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) kritisiere diese ungleiche Verteilung von Corona-Impfdosen und fordere mehr Solidarität von Europa. Einer Analyse der Website “Our World in Data” zufolge handele es sich bei den zehn Ländern unter anderem um Deutschland, Israel, Italien, Spanien, Großbritannien, die USA, China und Russland. Menschen in afrikanischen Ländern müssten noch lange auf eine Impfung warten. Die ersten Lieferungen von Impfdosen für den afrikanischen Kontinent aus einem WHO-Programm würden erst im März eintreffen. Die WHO vereinbarte über ihr Covax-Programm mit verschiedenen Pharmafirmen den Erwerb von zwei Milliarden Impfdosen für dieses Jahr. Die sollen praktisch für alle Länder verfügbar sein. Schwerpunkt seien jedoch die 92 am stärksten von Armut betroffenen Länder. Covax werde im Laufe des Jahres insgesamt 600 Millionen Impfdosen für Afrika bereitstellen. Zudem habe die Afrikanische Union 270 Millionen Vakzin-Einheiten bestellt. Die WHO betone, jeder Mensch in jedem Land müsse Zugang zu Vakzinen haben. 

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14. Januar 2021

14. Januar 2021 - 12:39
1. Biden nominiert ehemalige UN-Botschafterin als Chefin des US-Entwicklungsministeriums

Der designierte US-Präsident Joe Biden hat Samantha Power als künftige Chefin der Entwicklungsbehörde USAID nominiert, wie der Spiegel heute berichtet. Unter Barack Obama sei Power von 2013 bis 2017 Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen in New York gewesen. Biden bezeichnete Power in einer Erklärung vom Mittwoch als “eine weltweit bekannte Stimme der moralischen Klarheit”. Sie werde eine “mächtige Stimme für die Verletzlichen” sein und zu einer neuen Epoche des “menschlichen Fortschritts und der Entwicklung” beitragen. Der US-Senat müsse Power noch im Amt bestätigen. Sie solle in ihrer künftigen Funktion Mitglied des Nationalen Sicherheitsrats der USA werden. Unter der Regierung des scheidenden Präsidenten Donald Trump hatte die Entwicklungspolitik an Bedeutung verloren. Der Demokrat Biden wolle den Bereich nach seiner Amtsübernahme wieder aufwerten.

2. Drei UN-Blauhelmsoldaten bei Anschlag in Mali getötet

Unter anderem der Spiegel und das Nürnberger Blatt melden, dass in Mali drei UN-Blauhelmsoldaten aus der Elfenbeinküste bei einem Anschlag auf ihren Konvoi getötet worden sind. Die Soldaten seien nach UN-Angaben im Zentrum des westafrikanischen Landes über einen Sprengsatz gefahren, bevor sie von bewaffneten Männern beschossen wurden. Sechs weitere Soldaten seien verletzt worden. Die UN-Friedensmission in Mali habe seit ihrem Start im Jahr 2013 mehr als 230 Mitglieder verloren. Es handele sich um die tödlichste Blauhelm-Mission der Welt. Auch andere Länder des afrikanischen Kontinents starteten mit grausamen Ereignissen ins neue Jahr, wie die Rhein-Neckar-Zeitung und die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichten. Mindestens 102 Tote und drei Dutzend Verletzte im Niger, fünf Todesopfer in Somalia, mindestens 43 im Ost- Kongo und diverse Opfer durch Rebellen in der Zentralafrikanischen Republik. Der oft religiös motivierte Terror werde in der Sahelzone immer blutiger.

3. Ringen um Lieferkettengesetz geht weiter

Wie zahlreiche Medien, darunter die Frankfurter Rundschau, Süddeutsche Zeitung und Reuters, berichten, dauert die Entscheidung um das Lieferkettengesetzt weiter an. Auch ein Krisengespräch am Mittwoch, an dem Bundeskanzlerin Angela Merkel, Vizekanzler Olaf Scholz sowie die Minister Gerd Müller (Entwicklung), Hubertus Heil (Arbeit) und Peter Altmaier (Wirtschaft) beteiligt waren, habe keine Lösung gebracht. Das Lieferkettengesetz solle deutsche Unternehmen für Verstöße gegen Menschenrechte und Umweltauflagen in ihren weltweiten Lieferketten verantwortlich machen. Streitpunkte seien dabei vor allem eine zusätzliche zivilrechtliche Haftung der Unternehmen, die Betriebsgröße und ob alle Stufen der Lieferketten einbezogen werden. Während sich Müller (CSU) und Heil (SPD) in den Grundzügen weitgehend einig seien, blockiere Altmaier (CDU) vor allem bei der Frage der Haftung und der Sanktionen. 70 Ökonom*innen forderten nun in einem Aufruf, ein Lieferkettengesetz mit ordnungs- und haftungsrechtlichen Konsequenzen noch in dieser Legislaturperiode zu verabschieden. Am Weltmarkt hätten sich Lieferketten mit erheblichen “Machtasymmetrien” durchgesetzt. Deshalb verbleibe ein viel zu geringer Anteil der Wertschöpfung in den produzierenden Ländern des globalen Südens, heißt es in dem Aufruf.

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13. Januar 2021

13. Januar 2021 - 13:16
1. Vergessene Krisen in der Corona-Pandemie


Mehrere Medien, darunter die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Deutsche Welle und die Ärzte Zeitung, weisen auf den Bericht “Suffering in Silence” der Hilfsorganisation CARE hin. Der Bericht liste zehn humanitäre Krisen auf, über die 2020 wenig berichtet wurde. Den traurigen ersten Platz belege Burundi. Mit Hunger und Naturkatastrophen benötigen in dem Land 2,3 Millionen Menschen humanitäre Hilfe. Auch die Krisen in der Zentralafrikanischen Republik, Madagaskar und Malawi seien auf der Liste vertreten. Im fünften “Suffering in Silence”-Bericht von CARE werde zudem deutlich: Die Corona-Pandemie verschlimmere die Situationen. Die Hilfsorganisation warne vor coronabedingten Einschnitten bei der humanitären Hilfe. Sie appelliere an Politik und Medien, trotz Pandemie mehr über Krisen zu berichten. „Die COVID-19-Pandemie hat globale Ungleichheiten und menschliches Leid auf unerträgliche Weise verschärft“, mahnt Karl-Otto Zentel, Generalsekretär der Hilfsorganisation CARE Deutschland. “Mediale Aufmerksamkeit ist eine starke Waffe im Kampf gegen das Vergessen, und daran möchte CARE mit dem Bericht ‘Suffering in Silence’ erinnern.”  

 

2. Wahl in Uganda: Polit-Popstar Bobi Wine als Hoffnungsträger 


Kurz vor der Wahl am Donnerstag in Uganda berichten unter anderem die Süddeutsche Zeitung (SZ) und die Tageszeitung (taz) über den gewaltsamen Wahlkampf. Nach 35 Jahren an der Macht wolle sich Präsident Yoweri Museveni wiederwählen lassen. Polit-Popstar Bobi Wine sei der aussichtsreichste Herausforderer des aktuellen Präsidenten. Musevini habe lange als Garant für Stabilität gegolten. Mittlerweile zeichne er sich durch brutale Unterdrückung der Opposition aus. So sei Bobi Wine seit Beginn seines Wahlkampfs immer wieder verhaftet und gefoltert worden. Seine Kinder habe er in die USA gebracht. Viele seiner Mitstreiter*innen seien ebenso verhaftet oder sogar erschossen worden. Bei vergangen Protesten seien mindestens 60 seiner Unterstützer*innen ums Leben gekommen. Während Museveni auf dem Land noch viel Unterstützung habe, stehe die ugandische Jugend hinter Bobi Wine. „Ich sehe mich als Vertreter der Mehrheit“, sagt Bobi Wine der taz. „85 Prozent der Ugander sind jünger als ich und kennen nichts außer Museveni. Wir haben eine erstklassige Bevölkerung, die in einem Dritte-Welt-Land festklebt. Museveni vertritt die Vergangenheit, ich vertrete die Zukunft“, so Wine. 

 

3. Vereinte Nationen richten Vorratslager für Ebola-Impfstoff ein 


Der Spiegel und die Deutsche Welle berichten, dass die Vereinten Nationen (UN) Vorratslager für den Ebola-Impfstoff anlegen. An dem Projekt seien neben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem UN-Kinderhilfswerk UNICEF auch die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) und Ärzte ohne Grenzen (MSF) beteiligt. Ebola gelte als eine der tödlichsten Viruskrankheiten. Vor allem in der Demokratischen Republik Kongo und in Westafrika starben in den vergangenen Jahren über zehntausend Menschen. Für einen möglichen neuen Ausbruch der gefährlichen Ebola-Seuche haben die Vereinten Nationen daher einen Impfstoff-Vorrat eingerichtet. Der Vorrat mit 500.000 Dosen solle in der Schweiz lagern. Bis diese Menge zusammengekommen ist, werde es jedoch einige Jahre dauern, sagte Seth Berkley, der Chef der internationalen Impfallianz GAVI. Mit dem gelagerten Ebola-Impfstoff sollen Regierungen im Falle eines Ausbruchs innerhalb von 48 Stunden Zugriff auf den Impfstoff haben. Mit dem Mittel seien in Guinea und in der Demokratischen Republik Kongo schon mehr als 350.000 Menschen geimpft worden. Zuletzt sei die Demokratische Republik Kongo in Zentralafrika mehrmals von Ebola betroffen gewesen. Der jüngste Ausbruch wurde erst im November 2020 für beendet erklärt. 

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12. Januar 2021

12. Januar 2021 - 12:02
1. Klimagipfel: “Große Grüne Mauer” in der Sahelzone

Mehrere Medien, darunter die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die tageszeitung (taz), berichten über den gestrigen Klimagipfel One Planet Summit in Paris. Rund 30 Regierungschef*innen und Expert*innen, unter ihnen Bundeskanzlerin Angela Merkel, seien per Video zu der von Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron initiierten Konferenz dazu geschaltet. Ein Hauptaugenmerk lege neben dem Artenschutz auf der Großen Grünen Mauer in der Sahelzone. Um das ins Stocken geratene Umweltprojekt zu retten, setze Macron verstärkt auf nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit. Dabei plane er rund zehn Milliarden Euro zu investieren. Bis zum Jahr 2030 sollen 100 Millionen Hektar Land in der Sahelzone fruchtbar gemacht werden. So werden die ausschreitende Wüstenbildung und damit einhergehende Dürre sowie Hungersnöte bekämpft. Die Sahelzone sei besonders vom Klimawandel betroffen, was zu zahlreichen Konflikten in der Region führe.

2. Textilsiegel “Grüner Knopf” büßt an Glaubwürdigkeit ein

Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, nimmt die Kritik an der Glaubwürdigkeit des staatlichen Siegels „Grünen Knopf“ zu. Dieser solle garantieren, dass Kleidung nach strengen ökologischen und sozialen Standards produziert werde. Organisationen wie Femnet beobachten jedoch, dass Firmen das Logo nutzten, ohne Schutz von Menschenrechten zu garantieren. So zeige eine Studie, dass Unternehmen zwar in allgemeiner Form über menschenrechtliche Risiken berichten. Allerdings bleibe die Antwort auf die Frage, wie es ganz konkret in der eigenen Lieferkette aussehe, aus. Zwei Drittel der Firmen nehmen beispielsweise geschlechterspezifische Gewalt in den Fabriken nicht als Menschenrechtsverletzung wahr. Das Entwicklungsministerium müsse dringend Indikatoren nachschärfen, um zu verhindern, „dass Greenwashing mit dem Grünen Punkt auch noch staatlich zertifiziert wird“, so Gisela Burckhardt, Vorstandsvorsitzende von Femnet. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) weist die Kritik zurück. Die Studie beruhe nur auf öffentlicher Berichterstattung von Unternehmen, so ein Sprecher des BMZ. Außerdem werden die Unternehmen von unabhängigen Prüfstellen geprüft.

3. Widerstandskomitees im Sudan bringen Hoffnung

Ilona Eveleen berichtet in der tageszeitung (taz) ausführlich über die derzeitige Lage im Sudan, knapp zwei Jahre nach dem Sturz von Diktator Omar al-Bashir. Die derzeitige zivil-militärische Übergangsregierung werde von einer kollektiven Präsidentschaft unter General Abdelfattah al-Burhan und einer Regierung unter Premierminister Abdalla Hamdok geführt. Mit ihrer Regierung sei die sudanesische Bevölkerung jedoch zunehmend unzufrieden. Die zivilen Bewegungen wie Gewerkschaften, Studierendengruppen und Frauenorganisationen, die den Aufstand gegen al-Bashir organisiert hatten, seien hoffnungslos zerstritten. Währenddessen versuche das Militär, immer mehr Macht an sich zu reißen. Hoffnung machen der Zivilgesellschaft sogenannte Widerstandskomitees. Die Gruppen konzentrieren sich darauf, die lokale Bevölkerung über den Stand der Politik zu informieren und Nachbarschaftsprobleme anzugehen. Der 30-Jährige Abdelmonim Ali, der sich in einem dieser Widerstandskomitee engagiert, meint entschlossen: „Die Revolution ist noch nicht vorbei, bis eine vollständige Zivilregierung eingerichtet ist.“

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11. Januar 2021

11. Januar 2021 - 10:43

+++ Liebe Leser*innen von ONEs Top Themen des Tages,
wir wünschen Ihnen ein frohes neues Jahr und melden uns wieder zurück. Ab heute erhalten Sie wieder täglich unsere entwicklungspolitische Presseschau – kurz, knackig und kostenfrei. Falls Sie Kolleg*innen oder Bekannte kennen, die ebenfalls unsere Top-Themen erhalten wollen – eine formlose Mail mit dem Betreff „Aufnahme Top-Themen“ an presse@one.org reicht aus. +++

1. Impfungen in den ärmsten Ländern stocken

Claudia Bröll und Till Fähnders berichten in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über die logistischen und finanziellen Herausforderungen bei den Impfungen in Ländern, die besonders von Armut betroffen sind. Die Kühlung der Impfstoffe stelle dabei ein grundsätzliches Problem beim Transport in den Ländern des globalen Südens dar. Unter anderem deshalb seien viele Entwicklungsländer auf die globale Impfstoffinitiative Covax angewiesen, so der Gesundheitsexperte des World Economic Forum, Arnaud Bernaert. Die Covax-Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Impfallianz Gavi soll 92 Entwicklungsländern den Zugang zu Impfstoffen ermöglichen. Dafür habe Covax bisher zwei Milliarden Impfstoffe angeschafft. Bernaert rechnet jedoch damit, dass in diesem Jahr nur 200 bis 500 Millionen Impfdosen verteilt werden können. Daher will die Afrikanische Union (AU) nun auch eigenständig Impfstoffe für rund 40 Prozent der Bevölkerung des Kontinents bereitstellen. Die AU verhandele derzeit mit mehr als zehn Herstellern. Bis April will die AU Impfstoffe zur Verfügung stellen. An der Finanzierung beteilige sich auch China. Bernaert warnt deshalb, China könne sich dadurch als Retter der Welt stilisieren. Die Covax-Initiative sei eine wichtige Alternative zur chinesischen Impfdiplomatie, so Bernaert weiter.

2. Äthiopien: Konflikte in der Tigray-Region dauern an

Wie unter anderem die Tageszeitung (taz) und der Deutschlandfunk berichten, halten die Kämpfe in der Region Tigray im Norden Äthiopiens an. Laut Angaben der Regierung seien wichtige Vertreter der Tigray-Volksbefreiungsfront (TLPF) entweder getötet oder verhaftet worden. Dennoch werden weiterhin Kämpfe in Teilen Tigrays sowohl von der Regierung als auch von den Vereinten Nationen (UN) gemeldet. Währenddessen habe ein Generalmajor der äthiopischen Streitkräfte zugegeben, dass die eritreische Armee in den Tigray-Konflikt involviert gewesen sei. Der Generalmajor habe dabei seine Missbilligung gegenüber dem Eingriff Eritreas geäußert. Die UN fordere zudem uneingeschränkten Zugang zu Tigray. Laut UN-Angaben benötigen dort 2,3 Millionen Menschen humanitäre Hilfe.

3. Deutscher Politikwissenschaftler wird UN-Missionschef im Sudan

Mehrere Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Deutsche Welle und der Deutschlandfunk, melden, dass der ehemalige Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), Volker Perthes, zum Sonderbeauftragten des UN-Generalsekretärs für den Sudan ernannt wurde. UN-Generalsekretär António Guterres lobte seine umfassende Erfahrung in Wissenschaft, Forschung, internationalen Beziehungen und Diplomatie. Auch Deutschlands Außenminister Heiko Maas bezeichnete Perthes als den perfekten Kandidaten. Perthes werde zukünftig die UN-Mission UNITAMS im Sudan leiten. Diese wurde vor kurzem ins Leben gerufen und soll den Übergang zu einer Demokratie im Sudan unterstützen.

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18. Dezember 2020

18. Dezember 2020 - 12:34

Anmerkung: Vom 21. Dezember 2020 bis einschließlich den 8. Januar 2021 werden wir die Top-Themen des Tages pausieren. Ab dem 11. Januar 2021 sind wir wieder für Sie da. Wir wünschen Ihnen eine erholsame Zeit. Bleiben Sie gesund!

1. Scholz und Merkel sollen über Lieferkettengesetz verhandeln

Wie mehrere Medien, darunter der SPIEGEL und die Rheinische Post, melden, zeigt sich Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) verärgert über die Blockade des lang geplanten Lieferkettengesetzes. Er mache insbesondere Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) dafür verantwortlich. Streitpunkte seien dabei eine zivilrechtliche Haftung für Unternehmen weltweit sowie die Betriebsgröße, ab der das Gesetz greifen solle. Altmaier erklärte, dass vor allem mittelständische Unternehmen davon ausgenommen werden sollen. Für ihn seien die Vorschläge Heils nicht praktikabel. Unterstützung für das Gesetzesvorhaben komme dagegen vom Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) sowie von mehreren Unternehmen. Deshalb sollen nun Bundeskanzlerin Angela Merkel und Vize-Kanzler Olaf Scholz im Januar eine Einigung erzielen.

 

2. Industriestaaten lehnen Aussetzung des Patentschutzes für Corona-Mittel ab

Nach einer Meldung des Handelsblatts lehnen mehrere Industriestaaten eine Aussetzung des Patentschutzes für Corona-Mittel im Allgemeinen Rat der Welthandelsorganisation (WTO) ab. Südafrika und Indien hatten den Vorschlag eingebracht. Dabei seien sie von mehreren Hilfsorganisationen unterstützt worden. Marco Alves von „Ärzte ohne Grenzen“ warnt, dass durch geistige Eigentumsrechte Impfstoffe, Medikamente und Schutzausrüstung künstlich verknappt werden. Dies sei Ländern nachteilig, die von Armut betroffen sind. Ein WTO-Botschafter eines Industriestaates betont dagegen, dass die Aussetzung eines Patentschutzes ein falsches Signal sei. Der Patentschutz sei der Grund, weshalb private Firmen Impfstoffe und Medikamente überhaupt entwickelten. Ähnliche Meinungen vertreten Generaldirektor des internationalen Pharmaverbandes IMFPA, dem Wissenschaftsdirektor von Johnson & Johnson und dem Chef von Pfizer. Wie der epd indes meldet, hatten die Mitgliedsstaaten der WTO am Donnerstagabend keine Entscheidung gefällt.

 

3. Äthiopiens Regierung verweigert unabhängige Untersuchungen zum Tigray-Konflikt

Wie der Standard berichtet, lehnt Äthiopiens Regierung eine unabhängige Untersuchung zum Tigray-Konflikt ab. In einem Interview mit der Deutschen Welle erklärte Äthiopiens Demokratisierungsminister Zadig Abraha, dass die äthiopische Regierung nicht auf eine Bewertung des Konflikts durch „westliche Institutionen“ warten und deren Entscheidung abnicken werde. Er betonte, dass Äthiopien vereinter denn je sei. Bei dem Konflikt in Tigray sei es laut dem Minister nicht um ethnische Auseinandersetzungen gegangen. Auch Eritrea sei nicht involviert gewesen. Das US-Außenministerium habe derartige Berichte jedoch zuvor als glaubwürdig eingestuft. Mittlerweile sei die Konfliktregion wieder für humanitäre Hilfsgüter offen. Donnerstag habe ein Konvoi der Vereinten Nationen Geflüchtetenlager erreicht und Nahrungsmittel verteilt. Außerdem haben die Vereinten Nationen ein Nothilfepaket in Höhe von 29 Millionen Euro für die Zivilbevölkerung in Tigray angekündigt.

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Jahresrückblick Teil 2: Was 2020 in Subsahara-Afrika noch so los war

17. Dezember 2020 - 17:15

Wohl kaum ein Kontinent hat so sehr damit zu kämpfen, in der Berichterstattung vorwiegend auf Krisen, Kriege und Konflikte reduziert zu werden, wie der afrikanische Kontinent. Dabei hat der unglaublich diverse und zweitgrößte Kontinent der Erde so viel mehr zu bieten. Wir haben für euch die Augen offen gehalten und einen minimalen Ausschnitt der Berichterstattung, die über regierungspolitische innerstaatliche Herausforderungen hinausgeht, in einem kleinen Jahresrückblick kurz zusammengefasst.

 Aufräumen mit Klischees: Gegenbeispiel Botswana

Dass das europäische Bild des afrikanischen Kontinents noch immer verzerrt ist, ist kaum von der Hand zu weisen. Und doch kommt es zu Momenten, wo Einem*Einer die Worte fehlen, um dagegen anzukämpfen. Um einen Beitrag zu einem ganzheitlicheren Bild zu leisten, könnte es sich lohnen, Erfolgsgeschichten zu erzählen. Der Spiegel veröffentlichte einen Artikel, der erklärt, warum Botswana westlichen Nationen in nichts nachsteht. Im Gegenteil – der im südlichen Afrika gelegene Staat könne in vielerlei Hinsicht als Vorbild dienen.

Obwohl die Nation bei der Erlangung der Unabhängigkeit 1966 vor vielen Herausforderungen stand, hat das Land diese gekonnt gemeistert – und steht heute bei einigen Dingen besser da als so manch westlicher Staat. Im weltweiten “Corruption Perception Index” von Transparency International belegt Botswana den 34. Platz und schneidet damit besser ab als Polen, Spanien und Italien. Das Gesundheitssystem, das in den USA größtenteils der reichen Bevölkerung vorenthalten ist, ist für die gesamte Bevölkerung Botswanas gratis. Zudem ist der nächstgelegene Gesundheitsposten für 84% der Bevölkerung weniger als fünf Kilometer entfernt – und das in einem Land, das größer ist als Frankreich und zugleich weniger Einwohner*innen hat als Berlin. Auch beim „Demokratieindex“ der britischen Zeitschrift „The Economist“ schneidet Botswana besser ab als Belgien, Tschechien, Polen und Italien. Bei dem Rating waren allem voran Wahlprozesse, die Funktionsweise der Regierung, politische Teilhabe, die politische Kultur und Bürger*innenrechte maßgeblich. Zudem ist Bildung in Botswana bis hin zur Promotion für die allermeisten kostenfrei – ein Modell, von dem beispielsweise die USA, wo die meisten Student*innen ihr Studium mit einer hohen Verschuldung abschließen, meilenweit entfernt ist. Und die Wirtschaft? Botswana hat geschafft, was bisher weltweit vielen anderen Staaten nicht gelang: die wenigen verfügbaren Ressourcen – in Botswanas Fall Diamanten – so gerecht wie möglich unter der Bevölkerung aufzuteilen. Zudem seien alle wichtigen ethnischen Gruppen ungefähr proportional zu dem jeweiligen Bevölkerungsanteil in Botswanas Regierungen und Parlamenten vertreten, so Andreas Wimmer, Professor an der Columbia-University. Laut Keith Jefferis vom botswanischen Thinktank Econsult habe die relativ heterogene Bevölkerung Botswanas zusammenwachsen können. Und das zu einer Zeit, zu der sich Botswanas Nachbarstaaten in der Apartheid befanden. Botswana ist in vielerlei Hinsicht ein Vorbild – und zwar nicht nur für andere afrikanische, sondern ebenso für westliche Staaten.

Okavango Delta, Botswana. © Nadja Grossenbacher

Kreativ gegen Corona: Wie Subsahara-Afrika der Pandemie trotzt

Auf die wohl am wenigsten vorhergesehene Herausforderung des Jahres 2020 – die globale Ausbreitung des Coronavirus – reagierten einige auf dem afrikanischen Kontinent lebende Menschen mit besonders viel Kreativität und Innovation. Während andernorts mit Angst und Schrecken Hamsterkäufe getätigt wurden, dürften viele Afrikaner*innen in der Herausforderung auch eine Möglichkeit gesehen haben. Schon zu Beginn des Covid-19-Ausbruchs zogen in Südafrika Leute von Tür zu Tür, die eigene Corona-Tests verkaufen wollten, und nutzten die Krankheit als Aufhänger für neue Ideen, um an Geld zu kommen. Doch auch in der Wissenschaft ließ die Kreativität auf dem Kontinent nicht lange auf sich warten. Der Erfindungsreichtum afrikanischer Erfinder*innen reichte von selbstgebauten Beatmungsgeräten in Kenia über automatische Handdesinfektionsspender in Uganda bis hin zu einem kontaktlosen elektrischen Seifenspender in Äthiopien, der durch einen eingebauten Sensor sogar bei Stromausfällen bedient werden kann. Auch künstlerisch wurde Covid-19 umgesetzt: von Lagos bis Nairobi wurden Hauswände zum Thema bemalt. Mable Etambo aus Kibera (Stadtteil Nairobis) erfand sogar einen trendigen Corona-Haarstyle, der an die Abstandsregelungen und das häufige Desinfizieren von Händen erinnern soll.  Diese und weitere Beispiele können in diesem Beitrag von der Deutschen Welle nachgelesen werden. Auch in der Welt am Sonntag schrieb Axel Bojanowski am 1.11. über die bemerkenswerten Erfindungen. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kamen 120 registrierte Erfindungen zur Pandemie-Bekämpfung aus Afrika. Das ist circa jede Achte von den rund tausend Innovationen, die die WHO bezüglich Corona untersucht hat. Die WHO hat die Kreativität Afrikas in dieser Hinsicht in höchsten Tönen gelobt und zudem auf das vielversprechende Potenzial des Kontinents verwiesen.

Du willst dem afrikanischen Kontinent – wie auch die WHO es getan hat – „Extra-Points for Creativity“ geben? Teile beispielsweise diesen verlinkten Beitrag auf den sozialen Medien und trage zu einem lösungsorientierten und selbstständigen Bild des afrikanischen Kontinents bei.

Baby-Boom bei Kenias Elefanten

Zumindest medial schien sich in diesem Jahr in Bezug auf Afrikas Fauna alles um die größten bekannten am Land lebenden Säugetiere zu drehen: die Elefanten. 2020 habe es in Kenia einen regelrechten Baby-Boom bei den Dickhäutern gegeben. Die Population habe sich laut dem Kenya Wildlife Service seit den 1990er-Jahren sogar verdoppelt. Während 1989 nur mehr 16 000 Elefanten im ganzen Land umherstreiften, wuchs die Zahl bis Ende vergangenen Jahres auf 34 800. Zudem seien auch weniger Elefanten von Wilderer*innen getötet worden: erlagen 2018 noch diesem qualvollen Tod, waren es 2019 34 und im August 2020 bis dahin nur mehr sieben. Dennoch sollte nicht übersehen werden, dass auch darüber berichte wurde, dass  2020 in Botswana und Simbabwe hunderte Elefanten an Cyanobakterien starben.

© Nadja Grossenbacher

Gefahr aus dem Globalen Norden: Fracking

Während in Kenia in Bezug auf die grauen Riesen Erfolge zu verbuchen sind, haben die Elefanten Botswanas und Namibias bald eine Gefahr zu fürchten, die von außerhalb des afrikanischen Kontinents kommt. Wie die Tageszeitung(TAZ) berichtete, will die kanadische Firma ReconAfrica in Kürze mit Öl- und Gaserkundungen in Okavango-Quellgebieten beginnen. Dies stellt nicht nur eine Bedrohung für die größte Elefantenpopulation des afrikanischen Kontinents dar, sondern gefährdet auch die vor Ort lebenden Menschen.

San Rock Painting. © Nadja Grossenbacher

Besonders betroffen sind die San, deren Lebensgrundlage durch Ölerkundungen zerstört wird. Sie wurden schon in der Vergangenheit oft aus auf Naturschutz und kapitalistischen Motiven basierenden Gründen von ihren Lebensmittelpunkten vertrieben und umgesiedelt. ReconAfricas Erkundungspläne schließen auch die Tsodilo Hills mit ein – ein UNESCO-Weltkulturerbe und heilige Stätte der San, die mehr als 4 500 Felsbemalungen beinhaltet. Manche dieser Zeichnungen sind 1200 Jahre alt. Auch die traditionelle Lebensweise der San wird durch die Präsenz der Arbeiter*innen von ReconAfrica und dem, was sie mit sich bringen – Geld, Straßen, Alkohol, Umweltverschmutzung – bedroht.

Der hohe Preis des Naturschutzes

Apropos Naturschutz: mit der offensichtlichen Bedrohung von Menschen und Tieren vor Ort ist noch lange nicht alles gesagt. Im Sinne des Naturschutzes kommt es immer wieder zu Menschenrechtsverletzungen bei der lokalen Bevölkerung, wie Simone Schlindwein in einer Serie in der TAZ berichtet. Finanziert wird der Natur- und Wildtierschutz, der mitunter auch zur prozesslosen Ermordung von Menschen führt, unter anderem von deutschen BMZ und KfWGeldern.

 

Du willst dich für den Schutz des Okavango-Deltas stark machen und Menschen und Tiere vor Ort schützen, indem du dich gegen die Öl- und Gaserkundungen von ReconAfrica aussprichst? Unterzeichne diese Petition!

Du willst etwas über politische Bewegungen und Umbrüche im letzten Jahr auf dem afrikanischen Kontinent erfahren? Wirf einen Blick auf diesen Blogbeitrag, den ersten Teil des Jahresrückblicks!

Du willst auch unterm Jahr auf dem aktuellen Stand bleiben, was politische Entwicklungen in Subsahara-Afrika angeht? Abonniere die Top-Themen von ONE per E-Mail oder lies sie hier auf unserem Blog nach.

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17. Dezember 2020

17. Dezember 2020 - 12:37

1. António Guterres plädiert für weltweiten Impfstoffzugang
In einem Interview in der Zeit Online äußerte sich UN-Generalsekretär António Guterres zu globaler Impfgerechtigkeit. Obwohl er der Zukunft hoffnungsvoll entgegenblicke, sehe er zwei große Herausforderungen: den Impfnationalismus einiger Staaten sowie wie die Skepsis mancher Teile der Gesellschaft gegenüber einer Impfung. Die von der Weltgesundheitsorganisation losgetretene Covax-Initiative solle für eine gerechte globale Impfverteilung sorgen. Allerdings fehlen der Covax-Initiative aktuell 4,2 Milliarden Dollar. Guterres plädiere für globale Solidarität in einer Pandemie. Er verweise zudem darauf, dass jene, die ihren Impfstoff nicht für alle zugänglich machen, sowohl an Einfluss als auch an gutem Ruf verlieren werden. Guterres gehe zusätzlich davon aus, dass China und Russland ihre Impfstoffe vermutlich als öffentliche Güter bereitstellen werden. Auch die westliche Welt habe zudem ein Interesse daran, sich solidarisch zu zeigen. Dies liege auch im Eigeninteresse der westlichen Staaten. Weiterhin äußert sich Guterres im Interview zum UN-Sicherheitsrat, zu notwendigen Investitionen in soziale Sicherungssysteme und zur Klimakrise.

2. EU friert finanzielle Unterstützung für Äthiopien ein
Wie die Tageszeitung (TAZ) und die Deutsche Welle berichten, hat die EU die für die Regierung Äthiopiens geplante finanzielle Unterstützung vorerst eingefroren. Die EU werde ein Unterstützungspaket in Höhe von 90 Millionen Euro für das Land aufschieben, so eine Sprecherin der EU-Kommission. Um diese Entscheidung zu revidieren, müsse freier humanitärer Zugang zur Tigray-Region geschaffen, Hatespeech und Diskriminierung gegen die Tigrayer*innen beendet, Menschenrechtsverletzungen untersucht sowie Telekommunikation in Tigray wiederhergestellt werden. Im Zuge der bewaffneten Auseinandersetzung in der Tigray-Region sei Berichten zufolge auf ein UN-Team geschossen worden. Die Genfer Konvention verpflichte jedoch Kriegsparteien zum Schutz von unabhängigen humanitären Organisationen. Außerdem gebe es laut einem weiteren TAZ-Artikel Hinweise auf eine Beteiligung eritreischer Truppen am bewaffneten Konflikt in Tigray. In dem Konflikt um Tigray gebe es bereits tausende Tote und 50 000 Menschen seien in den benachbarten Sudan geflohen.

3. Zivilgesellschaftlicher Widerstand auf dem afrikanischen Kontinent
Andrea Böhme schreibt in ihrer Kolumne in der Zeit Online über Protestbewegungen auf dem afrikanischen Kontinent im Jahr 2020. Der zivilgesellschaftliche Einsatz auf dem Nachbarkontinent mache Mut, obwohl viele afrikanische Länder gleichzeitig von Pandemien, der Klimakrise und einer Krise des Wachstumsmodells betroffen seien. Politische Forderungen auf dem afrikanischen Kontinent werden laut der Autorin im positiven Sinne radikaler. Als Beispiele nennt sie die #EndSars-Bewegung und das Engagement der „Feminist Coalition“ in Nigeria. Letztere habe zur medizinischen Versorgung und psychologischen Betreuung von #EndSars-Protestierenden beigetragen. Zudem habe die Feminist Coalition geholfen, die #EndSARS-Bewegung im Globalen Süden mit der Black Lives Matter-Bewegung im Globalen Norden zu vernetzen. Außerdem verweist die Autorin auf die Arbeit des Thinktanks „Power Shift Africa“ mit Sitz in Nairobi. Über diesen Thinktank beraten junge Wissenschaftler*innen afrikanische Klimaschutzgruppen und legen offen, wo bei den Energiewenden afrikanischer Staaten auf Worte auch Taten folgen, so Böhme. Weitere nennenswerte Bewegungen im Jahre 2020 seien die sudanesische Demokratiebewegung und die Antikorruptionsproteste in Mali.

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Das JugendbotschafterInnen-Programm 2015 vs. heute und warum Du jetzt JugendbotschafterIn werden solltest!

17. Dezember 2020 - 10:20

Hier berichtet Justin Treutlein, der sich bereits vor fünf Jahren das erste Mal als ONE-Jugendbotschafter engagiert hat, von seinen Erfahrungen.

2015, 2016, 2017 und 2020. Die Jahre vergingen wie im Fluge. Doch eines haben sie gemeinsam: Der Kampf gegen extreme Armut und vermeidbare Krankheiten waren und sind ONEs Kernanliegen, für die ich mich seit jeher einsetze.

Alles begann im Frühjahr 2015. Über die Facebook-Seite des Entwicklungsministeriums erfuhr ich, dass eine Nichtregierungsorganisation namens ONE sogenannte JugendbotschafterInnen suchte. Die ehrenamtlichen Tätigkeiten mit professioneller Background-Unterstützung klangen spannend und vielfältig. Sodann zögerte ich nicht lange und reichte meine Bewerbung ein – mit Erfolg.

Das machen die ONE-JugendbotschafterInnen

Die Abkürzungen wie SDG, IWF und GFATM sind Dir nur wenig geläufig? Mir zunächst auch! Nach den jährlich stattfindenden ONE-Auftakttreffen konnte ich mich mit umfassendem Know-How an die Arbeit, äh Ehrenamtstätigkeit, machen. Es folgten Blog-, Radio- und Zeitungsbeiträge in denen ich über die Ziele ONEs sprechen durfte. Ebenso mit einer Reihe von Politikerinnen und Politikern, wie dem Entwicklungsminister und auch dem heutigen Bundespräsidenten. Darüber hinaus nahm ich an zahlreichen entwicklungspolitischen Treffen teil. Dabei verschlug es mich nach Berlin, München, Paris und Brüssel. Pandemie-bedingt fanden in diesem Jahr fast alle Treffen ausschließlich digital statt.

Und was konnten wir erreichen? 

Einiges! So erhöhte Deutschland – mitunter durch das Engagement von ONE – seinen Beitrag zum Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose kontinuierlich. Doch auch hier gibt es noch einiges zu tun: So wurden anfängliche Zusagen nicht immer erfüllt. Deshalb ist es wichtig, dass Deutschland seinen Zusagen auch tatsächlich nachkommt. Und genau dafür braucht es engagierte junge Leute!

Noch ohne Abstand und Masken: 2016 traf Justin Treutlein den Bundesentwicklungsminister Gerd
Müller, um ihn an die Erhöhung des deutschen Beitrags für den Globalen Fonds zu erinnern.

Ein weiteres Kernanliegen: Die Bekämpfung extremer Armut. Hierbei konnten – u.a. durch das unaufhörliche Engagement ONEs – Erfolge erzielt werden. Dabei ist ein positiver Rückgang von 2015 bis 2019 von über 10% auf 8,4% der Weltbevölkerung zu verzeichnen. Und das bei global zunehmendem Bevölkerungswachstum. Doch Pandemie-bedingt bleibt jedoch noch mehr zu tun: So wird leider in diesem sowie im nächsten Jahr von einem Rückfall der extremen Armut auf bis zu 9,4 % der Weltbevölkerung erwartet. 

„Die Bekämpfung vermeidbarer Krankheiten war und wird 2021 wichtiger denn je!“

Hinzu kommt die Bekämpfung vermeidbarer Krankheiten, welche 2021 wichtiger denn je sein wird. Auch die Covid-19-Pandemie muss schnellstmöglich beendet werden: Bereits jetzt kannst Du ONE unterstützen, indem Du die Petition unterzeichnest!

Corona zeigt uns, dass ONEs zentrale Anliegen wichtiger und aktueller denn je sind. 

Denn hierfür muss das entwicklungspolitische Wissen und das damit einhergehende Verständnis, in breiten Teilen der Gesellschaft und in der Politik erhöht werden. Dafür braucht es engagierte junge Leute, die an morgen denken und sich auf vielfältigste Weise für ein entwicklungspolitisches Bewusstsein einsetzen.

Auf dem Bundesparteitag der SPD 2015 trafen die ONE-JuBos Amina Hikari Fall und Justin Treutlein den heutigen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, um ihm ONE vorzustellen.

Das klingt spannend? Dann solltest Du Dich unbedingt für das ONE-JugendbotschafterInnenprogramm bewerben! Denn das Jahr 2021 steht voller globaler Herausforderungen.

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