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Gemeinsam mit Anderen extreme Armut besiegen
Aktualisiert: vor 13 Stunden 51 Minuten

23. März 2021

23. März 2021 - 11:28
1. Sahelzone: AKK fordert vernetzten Ansatz von Sicherheits- und Entwicklungspolitik

Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet, plädiert Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer für einen „vernetzten Ansatz“ von Militär und Entwicklungszusammenarbeit in der westafrikanischen Sahelzone. In der Region gebe es zwar eine Terrorbekämpfung durch französische Soldat*innen, aber die Streitkräfte Malis müssen mit militärischen Mitteln dazu befähigt werden, selbst für die Sicherheit ihres Landes zu sorgen, so die Ministerin. Das sei nötig, um die Region auf Dauer voranzubringen und zu befrieden. Allerdings betonte sie, dass die Sahelregion auch „im Sinne der Entwicklungszusammenarbeit“ aufgebaut werden müsse. Luxemburgs Verteidigungsminister François Bausch, der Kramp-Karrenbauer gestern zu einem Arbeitsbesuch in Luxemburg empfing, betonte, der eigentliche Hintergrund der Konflikte in der Sahelzone seien Wasserknappheit und der Mangel an fruchtbarem Boden.

2. Welt-Tuberkulose-Tag: Drei Todesfälle pro Minute

Wie Mehrere Medien, darunter das Redaktionsnetzwerk Deutschland, Deutschlandfunk und der Bayerische Rundfunk, melden, wirkt sich die Corona-Krise nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) negativ auf die Bekämpfung der Tuberkulose aus. Im Vergleich zum Vorjahr seien 2020 rund 1,4 Millionen weniger Tuberkulose-Erkrankte behandelt worden, erklärte die WHO anlässlich des morgigen Welt-Tuberkulose-Tags. Tuberkulose sei eine Infektionserkrankung, die in der Regel gut behandelbar sei. Trotzdem sterben pro Minute drei Menschen daran. Damit gehöre sie zu einer der tödlichsten Infektionskrankheiten der Welt.

3. Weltwassertag: UN warnt vor weltweiter Wasserknappheit

Bei der Vorstellung ihres Weltwasserberichts, den die UNESCO gestern anlässlich des Weltwassertages veröffentlichte, fordern die Vereinten Nationen (UN), mehr in die lebenswichtige Ressource zu investieren. Das schreiben unter anderem Tagesschau, MDR, Rheinische Post Online, das Nürnberger Blatt und Heise Online. Wasser werde weltweit knapper und zu oft privatisiert, kommerzialisiert, verschmutzt und verschwendet. Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser und zu Hygieneeinrichtungen. Dabei sei gerade Handhygiene äußert wichtig, um die Ausbreitung von Pandemien wie Covid-19 zu verhindern. Auch Entwicklungsminister Gerd Müller und Umweltministerin Svenja Schulze warnen vor einer globalen Wasserkrise. Am 1. Juli solle es eine internationale Minister*innen-Konferenz geben, um die für 2030 vereinbarten Entwicklungsziele in Bezug auf Wasser noch zu erreichen.

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22. März 2021

22. März 2021 - 13:43
1. Überschattete Wahl in der Republik Kongo

Mehrere Medien, darunter Deutschlandfunk, die Deutsche Welle und die Tageszeitung (taz), berichten von der gestrigen Präsidentschaftswahl in der Republik Kongo. Beobachter*innen rechnen mit einem Sieg des amtierende Präsident Denis Sassou-Nguesso, der bereits seit 36 Jahren an der Macht sei. Der stärkste Oppositionskandidat Guy-Brice Parfait Kolélas sei am Tag der Präsidentenwahl an den Folgen einer Corona-Erkrankung gestorben, melden Deutschlandfunk und Spiegel. Kolélas seien keine Chance gegen Nguesso eingeräumt worden:  Der Präsident regiere das Land autokratisch. Die größte Oppositionspartei boykottierte aus Protest gegen fehlende Transparenz die Wahl. In der Hauptstadt Brazzaville sei zum Wahltag am Sonntag das Internet abgeschaltet worden, um die zu erwartenden Proteste zu erschweren.

2. Schutzzonen in Ozeanen sollen Nahrung sichern

30 Prozent der Ozeane unter Schutz zu stellen, könne die Menge an gefangenen Fisch um mehr als acht Millionen Tonnen steigern und somit Nahrung für mehr Menschen sichern. Das schreibt der Tagesspiegel und bezieht sich dabei auf die neue Studie der “National Geographic Society” in den USA. Der Vorschlag, vier Mal so große Schutzzonen wie bisher einzurichten, könne gegen die Klimakrise und das Artensterben helfen. Wissenschaftler*innen sprechen wegen dem dramatischen Rückgang von Tier- und Pflanzenarten seit Jahren von einem sechsten “Massensterben”. Fangnationen reagieren auf den Rückgang der Bestände mit neuen Technologien und immer weiteren Fahrten. Ihre eigenen Küsten sind oft leer gefischt, so die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Mit wachsender Weltbevölkerung wachse auch der Bedarf an Protein.

3. Umstrittene Ausstellung der Benin-Bronzen im Berliner Humboldt Forum

Zahlreiche Medien, darunter Spiegel, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Zeit Online, die Frankfurter Rundschau und das Monopol Magazin, thematisieren die umstrittene Ausstellung der Benin-Bronzen im Berliner Humboldt Forum. Das Ethnologische Museum verfüge über rund 530 historische Objekte aus dem Königreich Benin, darunter etwa 440 Bronzen, die weitgehend als Objekte aus Unrechtskontexten kolonialer Zeiten gelten. Die Kunsthistorikern Bénédicte Savoy spricht sich erneut gegen eine Präsentation der Benin-Bronzen aus. Zur geplanten Eröffnung 2019 sei eine Präsentation gerade noch denkbar gewesen, „aber mit jedem Monat, mit jedem Tag sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass die Bronzen gezeigt werden können, ohne sich zu blamieren“, sagt Savoy dem Spiegel. Sie und andere Aktivist*innen fordern die Rückgabe der Benin-Bronzen.

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19. März 2021

19. März 2021 - 10:29
1. Tansania bekommt neue Präsidentin

Nach dem Tod von Präsident John Magufuli wird die ehemalige Vizepräsidentin Samia Suluhu laut Verfassung nun das neue Staatsoberhaupt der Republik Tansania, wie die Süddeutsche Zeitung und Der Tagesspiegel berichten. Sie sei damit die erste Frau in ihrem Amt. Ihr Vorgänger sei am Mittwoch nach offiziellen Angaben an einem Herzversagen gestorben. Viele vermuten jedoch eine Corona-Erkrankung als Ursache. Magufuli habe die Gefahr der Pandemie geleugnet und unter seiner Regierung keine Angaben zu Infektionszahlen veröffentlicht. Suluhu gelte nicht nur deswegen als Hoffnungsträgerin. Als Muslimin aus Sansibar könne sie den Konflikt mit der größtenteils von Muslim*innen bewohnten Inselgruppe befrieden. Hier sei es nach Wahlbetrugsvorwürfen gegenüber Magufuli Ende Oktober zu Gewalt und Toten gekommen.

2. Kommt eine Kapitalspritze für arme Länder?

Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet, haben sich die sieben führenden Industriestaaten (G7) wohl darauf geeinigt, den Internationalen Währungsfonds (IWF) mit frischem Kapital in Höhe von 650 Milliarden Dollar auszustatten. Diese sollen über sogenannte Sonderziehungsrechte geschaffen werden, einer Art künstliche Währung des IWF. Die Mittel sollen insbesondere ärmeren Ländern zugutekommen, um sich gegen die Folgen der Corona-Krise stemmen zu können. Zuletzt seien die IWF-Mittel 2009 im Zuge der globalen Finanzkrise um 250 Milliarden Dollar erhöht worden. Heute tagen die G7-Finanzminister*innen und beraten unter anderem zum Thema Sonderziehungsrechte.

3. Niger kämpft weiterhin gegen den Terror

Philipp Sandner thematisiert in der Deutschen Welle den verzweifelten Kampf der nigrischen Regierung gegen den Terrorismus und die ethnische Gewalt. Am vergangenen Montag habe es in Niger einen Anschlag gegeben, bei dem 58 Menschen auf ihrem Heimweg vom Markt erschossen worden seien. Das Massaker habe sich in der Grenzregion zu Mali und Burkina Faso ereignet. Auch auf malischer Seite seien am Mittwoch elf Soldaten bei einem Angriff getötet worden. Das Dreiländereck sei im Zuge der internationalen Anti-Terror-Bemühungen im Sahel militärisch aufgerüstet worden. UN-Generalsekretär Antonio Guterres habe die Angriffe am Mittwoch verurteilt. Die Vereinten Nationen würden das Land weiter im Kampf gegen den Terror, für sozialen Zusammenhalt und eine nachhaltige Entwicklung unterstützen.

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Der EU-Haushalt: Eine Kampagne auf Achterbahnfahrt

19. März 2021 - 8:32

ES IST GESCHAFFT! Mit der Schlussabstimmung des Europäischen Parlaments im Dezember 2020 wurde der nächste Mehrjährige Finanzrahmen (MFR) der EU verabschiedet. Der MFR legt den europäischen Haushalt für die nächsten sieben Jahre von 2021 bis 2027 fest. Das Ganze bedeutete für uns nicht ein, nicht zwei, sondern ZWEI EINHALB JAHRE Kampagnenarbeit – begleitet von unzähligen Diskussionen der EU-Staats- und Regierungsvorsitzenden, Verhandlungsrunden zwischen dem Europäischen Parlament und den Mitgliedsstaaten, zwei Vorschlägen der Europäischen Kommission, Vetos der Mitgliedsstaaten und einer globalen Pandemie, die die Welt, in der wir leben, auf den Kopf gestellt hat…

959 Tage, in denen unsere Aktivist*innen und Unterstützer*innen zu keinem Zeitpunkt die Hoffnung und Entschlossenheit verloren haben, sich für ein Budget der EU einzusetzen, das niemanden zurücklässt.

Wie unsere Unterstützer*innen diese lange Kampagne ins Ziel gebracht haben

Es führt kein Weg daran vorbei: Mit 71,8 Milliarden Euro ist das internationale Entwicklungsbudget im nächsten MFR weniger ambitioniert als das, was wir als ONE gefordert haben. Gerade in Anbetracht der aktuellen COVID-19-Pandemie, die droht jahrzehntelange Fortschritte im Kampf gegen extreme Armut zurück zu werfen, hatten wir uns ein mutiges Budget für die Entwicklungszusammenarbeit der EU erhofft. Denn das bildet die Grundlage, um die eventuell größten Herausforderungen der kommenden Generationen zu meistern: von globaler Ungleichheit über zukünftige Pandemien bis hin zur Klimakrise. Darum konnten wir das Ergebnis der Haushaltsvereinbarung, auf das sich die EU-Regierungen im Juli geeinigt haben, nicht hinnehmen.  Es sah eine tiefgreifende Kürzung der Mittel für die internationale Entwicklungszusammenarbeit in den nächsten sieben Jahren vor.

ONE-Jugendbotschafter*innen bei einer Aktion vor dem Brandenburger Tor.

Kürzungen während einer globalen Pandemie – die Katastrophe ist vorprogrammiert

Doch unsere Aktivist*innen und Unterstützer*innen waren in ihren Bemühungen unermüdlich: Seit Juli verschafften sie sich Gehör bei den wichtigen Entscheidungsträger*innen im EU-Haushaltsprozess, um so die bisherigen Einigungen noch zu ändern. Und was ist passiert? Wie immer hat sich die Mühe am Ende ausgezahlt.

ONE-Jugendbotschafter*innen übergeben Petition an Außenminister Heiko Maas.

In der letzten Verhandlungsrunde zwischen dem Europäischen Parlament und den EU-Mitgliedsstaaten Mitte November machten die Mitgliedsstaaten schließlich erhebliche finanzielle Zugeständnisse in Bezug auf Ausgaben innerhalb des MFR. Darunter eine weitere Milliarde Euro für die Entwicklungszusammenarbeit der EU (JA!) und zusätzliche 3,4 Milliarden Euro für das EU4Health-Programm (DOPPEL JA!). Diese Gelder können zur Finanzierung neuer Verpflichtungten der EU verwendet werden, um COVID-19-Impfstoffe und -Behandlungen weltweit verfügbar zu machen.

Das bedeutet mehr Geld, um den Schulunterricht für Kinder zu gewährleisten, jungen Menschen zu helfen, ihre volles Potenzial auszuschöpfen und um sicherzustellen, dass mehr Menschen die Gesundheitsversorgung erhalten, die sie benötigen. Mit anderen Worten: mehr Geld, um einer stärkere, widerstandsfähigere Welt zu schaffen und zukünftige Krisen zu verhindern.

Wie konnten wir das erreichen? An unseren Forderungen war online und offline nicht vorbeizukommen

ONE-Aktivist*innen und Unterstützer*innen versenden tausende Postkarten an Entscheidungsträger*innen für ein starkes und ehrgeiziges Budget in Entwicklungszusammenarbeit im Vorfeld einer wichtigen Abstimmung.

Im Vorfeld einer besonders wichtigen Abstimmung schickten ONE-Unterstützer*innen und -Aktivist*innen unzählige Postkarten an Entscheidungsträger*innen. Sie riefen zur Unterstützung eines ehrgeizigen EU-Budgets für die Entwicklungszusammenarbeit auf.

Insgesamt wurden unsere Unterstützer*innen und Aktivist*innen über 100.000 Mal aktiv, indem sie zahlreiche Emails, Briefe und Tweets and Entscheidungsträger*innen verfassten und unsere Petition mit ihrem Namen unterstützten.

Und unsere Forderungen kamen an! EU-Ratspräsident Charles Michel antwortete persönlich auf einen offenen Brief, den die ONE-Unterstützer*innen an ihn gerichtet hatten. Er dankte ihnen für ihr Engagement zur Beendigung der extremen Armut.

Wir sprachen mit wichtigen Entscheidunsträger*innen

ONE Jugendbotschafter*innen sprechen mit der “CODEV Gruppe” über unsere Forderungen.

Mitarbeiter*innen und Aktivist*innen von ONE führten über 380 Gespräche mit EU-Politiker*innen. Darunter waren Mitglieder des Europäischen Parlaments, EU-Kommissar*innen und Minister*innen der Mitgliedsstaaten.  Darüber hinaus präsentierte eine Gruppe von ONE-Aktivist*innen den Vertreter*innen der 27 EU-Mitgliedstaaten, die sich speziell mit Fragen in der Entwicklungszusammenarbeit beschäftigen (“CODEV-Gruppe”), die Empfehlungen von ONE zum EU-Budget.

Wir waren auf der Straße unterwegs

ONE-Aktivist*innen bringen Plakate im Europäischen Viertel in Brüssel im Vorfeld eines Treffen des Europäischen Rates an.

ONE-Aktivist*innen in Aktion im Berliner Regierungsviertel.

ONE-Aktivst*innen in ganz Europa sammelten Hunderte von Unterschriften für unsere Petition bei Veranstaltungen und Festivals und führten spektakuläre Kampagnen-Stunts durch – auch wenn das bedeutete, um 5 Uhr morgens aufzustehen, um vor wichtigen Treffen der europäischen Staats- und Regierungschef*innen Plakate vor den Regierungsgebäuden zu platzieren!

Wir waren mit unserer Botschaft auch in den Medien vertreten

Medienberichterstattung über einen italienischen Jugenbotschafter in der seiner lokalen Zeitung: Der Titel lautet “Mehr Geld, um Extreme Armut zu beseitigen”

393 Mal! So oft waren wir den Medien vertreten! In lokalen Medien in ganz Europa sprachen wir über die Notwendigkeit eines ehrgeizigen EU-Budgets für Entwicklungszusammenarbeit. Damit machten sie auf die unglaublichen Ergebnisse im EU-Haushaltsprozess aufmerksam.

Und auch wenn es manchmal sehr anstrengende Zeiten waren, kam der Spaß nicht zu kurz!

https://cdn.one.org/de/wp-content/uploads/2021/02/23114442/YA-Group-Boomerang-2.mp4 Was kommt als nächstes?

Nachdem sich auf das Budget für die Entwicklungszusammenarbeit einigen konnten, wird nun darüber verhandelt, wie dieses Geld eingesetzt werden soll.

Wir fordern, die Investitionen in den Ländern zu priorisieren, in denen der Bedarf am größten ist. Wir fordern Investitionen in die Gleichstellung der Geschlechter, im Gesundheitswesen, in der Bildung und in den Kampf gegen gegen extreme Armut. Darüber hinaus verabschiedet die EU jedes Jahr ein Budget, das innerhalb der vom MFR vorgegebenen Ausgabengrenzen bleiben muss. Da bleiben wir dran! Wir werden uns dafür einsetzen, den Kampf gegen extreme Armut ganz ob der Agenda EU zu platzieren. Wir wollen die Entscheidungsträger*innen dazu bewegen, sich mit den am meisten gefährdeten Ländern zu solidarisieren.

Liebe EU-Politiker*innen seid gewarnt: Unsere Aktivist*innen beobachten euch!

Wir haben die vergangenen zweieinhalb Jahre in einem Video zusammengefasst! Schaut es euch an und folgt uns auf Twitter @ONEDeutschland!

Alle Bilder, die eine Ansammlung von Menschen zeigen, wurden 2018/19 aufgenommen – vor Beginn der Pandemie.

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18. März 2021

18. März 2021 - 11:56
1. Tansanias Präsident John Magufuli ist tot

Zahlreiche Medien, darunter Tagesschau.de, Welt, Spiegel und die Deutsche Welle, melden, dass Tansanias Präsident John Magufuli tot ist. Der 61-Jährige sei am Mittwoch in einem Krankenhaus in der Stadt Daressalam an Herzversagen gestorben, wie die Vizepräsidentin Samia Suluhu Hassan mitteilte. Ende Februar sei der Präsident des ostafrikanischen Landes zuletzt in der Öffentlichkeit gesehen worden. Seit Tagen habe es deswegen Gerüchte gegeben, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert habe. Magufuli habe die Corona-Pandemie lange heruntergespielt und das Land nach dreitägigen Gebeten für Corona-frei erklärt. Seit Mai seien keine Zahlen zu Infektionen und Todesfällen veröffentlicht worden. 

2. Große Chancen für erneuerbare Energien in Afrika

Jens Thurau und Michael Springer thematisieren in der Deutschen Welle und bei Spektrum die Chancen erneuerbarer Energien für Afrika. Darum ging es unter anderem bei dem virtuellen Kongress über die globale Energiewende, an dem 50 Energie- und Umweltminister*innen teilnahmen. Die Regionen mit den stärksten Emissionen – Nordamerika, Europa und China – haben sich vorgenommen, ab Mitte des Jahrtausends klimaneutral zu sein. Umweltaktivist*innen aus Afrika machten auf der Konferenz auf die erhebliche Lücke zwischen diesem Anspruch und der Realität aufmerksam. Der afrikanische Kontinent trage nur wenig zum globalen Treibhauseffekt bei, leide aber besonders darunter. Große Chancen bieten erneuerbare Energien in Afrika, besonders die Geothermie und Solarenergie. 60 Milliarden Dollar seien notwendig, um beide Energiequellen voranzubringen. Auch Forscher*innen empfehlen gezielt eingesetzte Finanzmittel der internationalen Entwicklungszusammenarbeit und die konsequente Förderung durch die jeweilige Regierung. Dann könnten viele Länder des Erdteils die Phase fossiler Stromversorgung überspringen und gleich auf erneuerbare Energien setzen.

3. Anti-Piraterie-Einsatz “Atalanta” am Horn von Afrika verlängert

Wie die Süddeutsche Zeitung und die Badische Zeitung berichten, will das Bundeskabinett die deutsche Beteiligung an den zwei Marine-Einsätzen der Europäischen Union (EU), “Operation Irini” im Mittelmeer und “Atalanta” am Horn von Afrika, um ein weiteres Jahr verlängern. Für beide Missionen sollen jeweils bis zu 300 Soldat*innen entsandt werden können. Bei der Mission Atalanta vor der Küste Somalias, die bereits seit 2008 laufe, gehe es darum, die Piraterie in diesem Gebiet zu bekämpfen und die Seehandelsrouten zu schützen. Die Linke-Abgeordnete Ulla Jelpke kritisierte die Entscheidung im Neuen Deutschland. Die Piraterie sei vor allem eine Folge der illegalen Ausbeutung der somalischen Gewässer durch ausländische Großfischfangschiffe, die damit einheimischen Fischer*innen die Lebensgrundlage entzogen haben.

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17. März 2021

17. März 2021 - 10:48
1. COVAX nicht von AstraZeneca-Sorgen betroffen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) empfehlen trotz Berichten über Nebenwirkungen mit dem Impfen des AstraZeneca-Vakzins fortzufahren. Das schreiben die Tagesschau, das ZDF, die Deutsche Welle und die Frankfurter Rundschau. Die Vorteile des Einsatzes würden deutlich die Risiken überwiegen, so die WHO. Neben vielen EU-Ländern haben aber auch die Demokratische Republik Kongo, Indonesien und Thailand den Beginn ihrer Impfkampagne mit AstraZeneca verschoben. Laut dem Redaktionsnetzwerk Deutschland bleibt die weltweite Verteilung von Impfdosen über COVAX nach Ansicht der WHO unberührt von den wachsenden Sorgen. Die Dosen für die Impfinitiative würden in Indien und Südkorea produziert. Die Debatte über Sicherheit betreffe Dosen, die in Europa hergestellt würden. Das Mittel von AstraZeneca spiele für das COVAX-Programm eine wesentliche Rolle. Bis Ende Mai sollen über die Initiative mehr als 200 Millionen Dosen verschifft werden.

2. Mehr als 50 Tote bei Anschlag im Niger

Das Redaktionsnetzwerk Deutschland, die Deutsche Welle und NDR Info melden, dass bei einer Anschlagsserie im westafrikanischen Niger 58 Menschen getötet worden sind. Die Angriffe ereigneten sich am Dienstag in der Unruheregion Tillabéri nahe der Grenze zu Mali. Bewaffnete Männer auf Motorrädern überfielen zunächst einen Reisebus. Zudem seien mehrere Dörfer in der Region attackiert worden. Bisher habe sich niemand zu dem Angriff bekannt. Jedoch seien in der Region Tillabéri Ableger der Terrorgruppe Islamischer Staat aktiv. Bereits Anfang Januar waren in der Region bei Angriffen auf zwei Dörfer etwa hundert Menschen getötet worden. 

3. Entscheidung im Grenzstreit zwischen Somalia & Kenia

Wie Deutschlandfunk und Euronews berichten, hat der Internationale Gerichtshof in Den Haag Somalia erlaubt in einem bestimmten Gebiet an der Grenze zu Kenia weiter zu fischen. Seit elf Jahren streiten sich die Nachbarländer um den Grenzverlauf im indischen Ozean. Das Gebiet soll reich an Fischen sein und möglicherweise erhebliche Rohölreserven aufweisen.

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16. März 2021

16. März 2021 - 12:07
1. Globale Impfgerechtigkeit braucht Patentaufhebung

Clemens Schwanhold von der Entwicklungsorganisation ONE antwortet Natalie Amiri im Weltspiegel Thema darauf, wie eine globale Impfgerechtigkeit ermöglicht werden kann. Erstens müssen die politischen Zusagen für COVAX schnellstmöglich in Verträge umgewandelt werden, damit die Initiative von dem bereitgestellten Geld Impfdosen kaufen kann. Zweitens müssen reiche Staaten aufhören Impfstoffe zu horten und überschüssige Dosen abgeben. Um die Produktionskapazitäten zu erhöhen, müsse drittens anderen Unternehmen Lizenzen zum Nachproduzieren gewährt werden. Auch die neue Generaldirektorin der Welthandelsorganisation (WTO), Ngozi Okonjo-Iwe­ala, appelliert an die Hersteller von Corona-Impfstoffen, den Weg für eine Lizenzfertigung ihrer Vakzine durch andere Unternehmen freizumachen. Es gebe weltweit mehr als 130 Staaten „ohne eine einzige Dosis“ Impfstoff, sagte die WTO-Chefin der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Weiterhin setzen sich die zehn Missionswerke im Evangelischen Missionswerk in Deutschland (EMW) für eine Aussetzung der Patentrechte auf Impfstoffe ein und fordern von der deutschen Regierung und der Europäische Union eine gerechtere Verteilung, wie die Evangelische mitteilt.

2. Migrationszusammenarbeit mit Drittstaaten

Zahlreiche Medien, darunter das Handelsblatt, die Frankfurter Rundschau, Deutschlandfunk, das Nürnberger Blatt und die Augsburger Allgemeine, berichten, dass die EU-Innen- und Außenministern gestern über eine gemeinsame Linie in den Beziehungen zu Transit- und Herkunftsstaaten von Migrant*innen beraten haben. Schon seit Jahren werde um eine Reform der Asyl- und Migrationspolitik gestritten. Außenminister Heiko Maas fordere umfassende und maßgeschneiderte Partnerschaften mit den Ländern, aus denen die Menschen nach Europa kommen. Er warne in der Zusammenarbeit mit Drittstaaten davor, sich zu sehr auf die Rückführung abgelehnter Schutzsuchender zu konzentrieren.

3. Kritik an der Biomassepartnerschaft zwischen Hamburg und Namibia

Gernot Knödler thematisiert in der Tageszeitung (taz) die Kritik an der Biomassepartnerschaft zwischen Hamburg und Namibia. In dem Projekt „Bush Control & Biomass Utiliziation“ (BCBU) der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) sollen Dornbüsche und Bäumchen, die weite Landstriche in Namibia überwuchern, als Ressource für Zäune, Kochlöffel oder Pressspanplatten, aber auch Holzkohle dienen. Doch was in dem südafrikanischen Land selbst verarbeitet werden kann, entspreche nur einem Zehntel dessen, was an Biomasse nachwächst. Die überschüssige Biomasse solle nun statt Kohle im Kraftwerk Tiefstack in Hamburg verbrannt werden. Kritik komme nun aber vom Hamburger Energietisch (HET): Die Biomassepartnerschaft sei ein Geschäft, das vor allem deutsche Interessen bediene. Darüber hinaus halten viele Umweltorganisationen das Verbrennen von Biomasse an sich schon für einen Irrweg. Das Verbrennen sei die ungeschickteste Art und Weise, Biomasse zu nutzen, so Jana Ballenthien von Robin Wood. Im Vergleich zu Kohle setze das Verbrennen von Holz pro Energieeinheit mehr CO2 frei.  

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12. März 2021

12. März 2021 - 11:41
1. Corona-Impfungen in 19 afrikanischen Ländern

Tagesschau.de und der Tagesspiegel melden, dass die Corona-Impfungen in 19 der 54 Länder auf dem afrikanischen Kontinent begonnen haben. Über das Impfprogramm der Vereinten Nationen, COVAX, seien demnach bisher 518.000 Dosen verabreicht worden. Covid-19-Impfstoffe erreichen laut der Afrika-Direktorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Matshidiso Moeti, den Kontinent jedoch noch in beschränktem Umfang. Die Impfkampagnen bleiben hinter den Programmen in europäischen Ländern weiterhin deutlich zurück. Gleichzeitig verzeichnet Afrika bei der Zahl der nachgewiesenen neuen Corona-Fälle einen spürbaren Rückgang von neun Prozent, wie Welt und das Handelsblatt schreiben. Anna-Katharina Hornidge schreibt in der Frankfurter Rundschau, dass die globalen Ungleichheiten in Bezug auf Zugang und Bezahlbarkeit von Impfstoffen abgebaut werden müssen. Bisher seien die Chancen in den Jahren 2021 und 2022 geimpft zu werden für Nichtrisikogruppen in Hocheinkommensländern deutlich höher als für Risikogruppen und medizinisches Personal in Ländern mit niedrigem Einkommen.  

2. Steuerflucht: Weniger Geld für globale Herausforderungen

Nach einem neuen Bericht der Nichtregierungsorganisation Tax Justice Network gehen Regierungen weltweit durch Steuerflucht jedes Jahr 427 Milliarden Dollar verloren, davon 245 Milliarden Dollar an Unternehmensteuern. Das berichten das Handelsblatt und der WDR. Für zwei Drittel dieser Steuerausfälle seien der Studie zufolge Regelungen in reichen OECD-Ländern verantwortlich. Daher sei es laut Liz Nelson, Direktorin beim Tax Justice Network, an der Zeit, dass globale Steuerregeln von den Vereinten Nationen (UN) festgelegt werden. Das globale Finanzwesen mit Steuermissbrauch, Korruption und Geldwäscherei behindere Bemühungen, globale Herausforderungen wie die Pandemie oder die Klimakrise zu bewältigen. Während die Coronakrise 170 Millionen Menschen weltweit in extreme Armut stürzen werde, würden etwa zehn Prozent des globalen Finanzvermögens in Steueroasen versteckt. 

3. Abschiebungen nach Afrika in der Corona-Pandemie

Daniel Pelz thematisiert in der Deutsche Welle die Abschiebung von Migrant*innen in afrikanische Länder während der Corona-Pandemie. 755 Menschen habe Deutschland 2020 nach Afrika abgeschoben. Dabei sei die Lage in vielen Herkunftsländern gerade jetzt besonders hart. Flüchtlingsorganisationen und Kirchen fordern Abschiebestopps. Denn viele afrikanische Länder haben nicht genug Ärzt*innen, Intensivbetten oder Beatmungsgeräte, um Corona-Patient*innen zu behandeln. Außerdem fehle durch die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie vielen abgeschobenen Migrant*innen Möglichkeiten ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

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11. März 2020

11. März 2021 - 12:29
1. Johnson & Johnson: Wunderwaffe gegen die Pandemie?

Vor der für heute erwarteten EU-Zulassung für den Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson berichten mehrere Medien, darunter das Redaktionsnetzwerk Deutschland, das Handelsblatt und die Badische Zeitung, über die Forderung der Entwicklungsorganisation ONE an den US-Pharmakonzern, die Vakzine gerecht zu verteilen. Der Impfstoff könne eine echte Wunderwaffe gegen die Pandemie werden, so One-Deutschland-Direktorin Karoline Lerche. Da das Präparat nicht tiefgefroren aufbewahrt werden muss und eine Dosis reicht, sei es besonders gut für den Einsatz in von Armut betroffenen Ländern geeignet. Um die knappen Produktionskapazitäten zu erhöhen, solle der Pharmakonzern Lizenzvereinbarungen abschließen, fordert Lerche. Die Deutsche Welle schreibt, dass die US-Regierung bereits zusätzliche 100 Millionen Impfdosen von Johnson & Johnson bestellt habe und erst nach der Impfung aller Amerikaner*innen nicht benötigte Dosen anderen Ländern zur Verfügung stelle. Die Dringlichkeit die Impfstoffe solidarisch zu verteilen, zeigt ein anderer Artikel der Deutschen Welle über die immensen wirtschaftlichen Folgen der Pandemie für den afrikanischen Kontinent.

2. Gefälschte Impfstoff in Südafrika

Anna Reuss und Björn Finke beleuchten in der Süddeutschen Zeitung den Handel mit gefälschten Corona-Impfstoffen auf dem afrikanischen Kontinent. In einer Provinz in Südafrika habe Interpol 2.400 gefälschte Impfdosen sichergestellt, in China gleich ein ganzes Fälscher-Netzwerk aufgedeckt. Die derzeit ungleiche Impfstoff-Verteilung werde von Fälscher*innen ausgenutzt. Schwache Regierungsführung und unzureichende Gesundheitsversorgung erleichterten die Verbreitung. Laut der Weltgesundheitsorganisation sterben in Afrika jedes Jahr etwa 100.000 Menschen an gefälschten Medikamenten. 

3. Erster friedlicher und demokratischer Machtwechsel in Niger

Die Süddeutsche Zeitung und die Berner Zeitung melden, dass sich Nigers Präsident Mahamadou Issoufou zurückzieht. Nach seinen laut Verfassung erlaubten zwei Amtszeiten werde Issoufou das Amt in Kürze an seinen demokratisch gewählten Nachfolger, Ex-Außenminister Mohamed Bazoum, übergeben. Es sei der erste friedliche und demokratische Machtwechsel in Niger seit der Unabhängigkeit von Frankreich im Jahr 1960. Unter anderem deswegen wurde Issoufou der Mo-Ibrahim-Preis verliehen, der in Afrika seit 2007 jene Regierungschefs auszeichnet, die sich für gute Regierungsführung, demokratische Wahlen und die Einhaltung der Amtszeitbeschränkung verdient gemacht haben.

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10. März 2021

10. März 2021 - 11:43
1. Parlamentswahl in Côte d‘Ivoire und Äthiopien

Deutschlandfunk meldet, dass die Partei RHDP von Präsident Alassane Ouattara die Parlamentswahl in Côte d‘Ivoire mit absoluter Mehrheit gewonnen hat. Mit 137 von 254 Sitzen habe die Partei aber 30 Mandate weniger als bisher und damit keine Zwei-Drittel-Mehrheit mehr. So sei es ihr nicht mehr erlaubt, Verfassungsänderungen durchzusetzen. Die größte Oppositionspartei PDCI habe nach der Wahl Betrugsvorwürfe erhoben. Bereits die Präsidentenwahl Ende Oktober, in der Ouattara seine dritte Amtszeit verteidigte, habe die Opposition boykottiert. Im Zuge der Proteste seien 80 Menschen getötet worden. Laut Verfassung seien für einen Präsidenten maximal zwei Amtszeiten vorgesehen. Von den Parlamentswahlen in Äthiopien, die im Juni anstehen, habe sich die zweitgrößte Partei OLF zurückgezogen, wie die Welt schreibt. Ursache sei die Inhaftierung von OLF-Anführer*innen und die Schließung ihrer Büros seitens der Partei des Ministerpräsidenten Abiy Ahmed. 

2. 2020 weltweit zweitwärmstes Jahr

Das Jahr 2020 war nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes weltweit das zweitwärmste Jahr. Das berichten der Spiegel, der Tagesspiegel, die Sächsische Zeitung und die Frankfurter Neue Presse. Trotz weltweit zurückgefahrener Wirtschaft in der Pandemie sei die Konzentration des Treibhausgases Kohlendioxid in der Atmosphäre auch 2020 erneut angestiegen. Das Ziel des Pariser Klimaabkommens sei kaum noch erreichbar. Auch eine Zunahme von Wetterextremen konnte weltweit beobachtet werden. So habe es in der Sahel-Region und um das Horn von Afrika 2020 besonders viel Niederschlag gegeben, der um 500 Prozent über dem vieljährigen Mittel gelegen habe. Gleichzeitig warnen Expert*innen ein Jahr nach Beginn der Heuschrecken-Plage in Ostafrika vor einer verheerenden neuen Welle, wie die Süddeutsche Zeitung und die Frankfurter Rundschau schreiben. Die Plage sei durch den vermehrten Niederschlag und das gestiegene Futterangebot für Insekten schwer in den Griff zu bekommen.

3. „Hotel Ruanda“-Held vor Gericht

Bernd Dörries und Claudia Bröll thematisieren in der Süddeutsche Zeitung sowie in der Frankfurter Allgemeine Zeitung den Fall Paul Rusesabaginas, bekannt durch den Film “Hotel Ruanda”. Er erzähle die Geschichte des Hotelmanagers, der während des Genozids durch radikale Hutu an den Tutsi und gemäßigten Hutu mehr als 1000 Menschen in seinem Hôtel des Mille Collines in der ruandischen Hauptstadt Kigali versteckte. Jetzt stehe Paul Rusesabagina als Terrorist vor Gericht. Er soll eine terroristische Vereinigung unterstützt und Anschläge auf Zivilisten in Auftrag geben haben. Es gehe um Anschläge in den Jahren 2018 und 2019, die der Nationalen Befreiungsfront (FLN) zugeordnet werden und deren Vorsitzender Rusesabagina gewesen sein soll.

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09. März 2021

9. März 2021 - 12:44
1. Explosionen erschüttern Äquatorialguinea

Zahlreiche Medien, darunter ZDF.de, die Welt, der Spiegel, die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und Deutschlandfunk melden, dass sich am Sonntag vier Explosionen auf einem Militärstützpunkt in der Stadt Bata im zentralafrikanischen Äquatorialguinea ereigneten. 98 Menschen seien bei der Explosion gestorben, teilte die Regierung am Montagabend mit. Zudem gebe es 615 Verletzte. Nach Angaben der Behörden explodierten mehrere Waffen- und Munitionsdepots. Staatschef Teodoro Obiang Nguema, seit 42 Jahren an der Macht, sprach von einem “Unfall aufgrund von Fahrlässigkeit”. Ihm werden immer wieder Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. 

2. Weltfrauentag: Krise wirft Gleichberechtigung zurück

Die Corona-Krise wirft die Gleichberechtigung der Frauen nach Einschätzung von Entwicklungsminister Gerd Müller weltweit um Jahre zurück. Das schreiben unter anderem das Handelsblatt, das Hamburger Abendblatt und die Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Politiker*innen der Colorado State University warnten am gestrigen Internationalen Frauentag, dass Frauen und finanzschwache Menschen als erste ihre Arbeit verlieren. Die weltweite Hunger- und Wirtschaftskrise führe auch dazu, dass rund 13 Millionen Mädchen zu Früh- oder Zwangsheiraten gedrängt werden und häusliche Gewalt durch die verordneten Lockdowns steige, so Müller. Stefan Seewald schreibt darüber hinaus in der Welt, dass laut UNESCO immer noch 130 Millionen Mädchen das Menschenrecht auf Bildung verwehrt werde. Auch Mimi Mefo erklärt in einem Meinungsbeitrag in der Deutsche Welle, dass es ihr schwer fällt die Euphorie am Weltfrauentag zu teilen. 56,4 Prozent der Frauen in ihrem Heimatland Kamerun erleiden Tag für Tag mindestens eine Form von Gewalt – mit oder ohne COVID-19. Nur ein konkretes Ereignis, dass Grund zum Feiern gebe, falle der Autorin ein: Der neuliche Rücktritt des Vizepräsidenten von Simbabwe, Kembo Mohadi, wegen des Vorwurfs moralischer Unredlichkeit.

3. Senegal: Proteste drohen zu eskalieren

Die Süddeutsche Zeitung, die Tageszeitung (taz) und die Deutsche Welle berichten von schweren Protesten in Senegal, einer der stabilsten afrikanischen Demokratien. Die Proteste waren am Mittwoch in der Hauptstadt Dakar und anderen Teilen des Landes ausgebrochen, nachdem der Oppositionskandidat Ousmane Sonko verhaftet worden war. Das sei jedoch nur der Auslöser, Gründe für die Demonstrationen gebe es viele: Enttäuschung von einer politischen Elite, Perspektivlosigkeit, Arbeitslosigkeit. Und es gebe auch Wut auf Neokolonialismus, also den Einfluss, den Frankreich noch immer in den ehemaligen Kolonien Westafrikas habe. Bei den Zusammenstößen mit Sicherheitskräften seien Berichten zufolge mehrere Menschen getötet und verletzt worden.

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05. März 2021

5. März 2021 - 13:13
1. UN: Lebensmittelpreise steigen weltweit

Spiegel, Reuters und SRF berichten, dass laut der Welternährungsorganisation FAO die Weltmarktpreise für Lebensmittel den neunten Monat in Folge steigen. Sie erreichen damit den höchsten Stand seit Juli 2014. Besonders Zucker und Pflanzenöle kosten mehr. Weiterhin seien 2019 einem UNO-Bericht zufolge rund 17 Prozent der verkauften Lebensmittel weltweit im Müll gelandet. Gleichzeitig konnten im selben Jahr fast 700 Millionen Menschen nicht ausreichend mit Lebensmitteln versorgt werden. In der Tageszeitung (taz) schreibt Katrin Gänsler über zwei Initiativen, die Organisation für Nahrung und lokale Entwicklung (OADEL) und Slow Food, die in den westafrikanischen Ländern Togo und Mali die Verwendung lokaler Lebensmittel propagieren, um sich aus der Abhängigkeit von importierten Produkten zu lösen.

2. Dschibuti: Schmuggler werfen Migrant*innen von Bord

Die Hannoversche Allgemeine Zeitung und Nau melden, dass Schmuggler auf der Überfahrt von Jemen nach Dschibuti 80 Migrant*innen über Bord eines überfüllten Schiffes geworfen haben. Mindestens 20 Menschen seien dabei ertrunken. Dies sei der dritte Vorfall dieser Art in weniger als sechs Monaten. Jedes Jahr überqueren Tausende Migrant*innen das Meer in den kriegsgebeutelten Jemen, um von dort aus die Golfstaaten zu erreichen.

3. IWF: Mehr Geld gegen steigende Armut

Der Internationale Währungsfonds (IWF) wolle dem afrikanischen Kontinent mehr Geld zur Verfügung stellen, berichtet Kerstin Schweizer für die Deutsche Welle. Die Corona-Pandemie habe in vielen Ländern für steigende Arbeitslosigkeit und Armut gesorgt. Der geplante Aufbau von Infrastruktur sei durch den Zusammenbruch des Tourismus und geringe Rücküberweisungen aus dem Ausland ins Stocken geraten. Die Vereinten Nationen schätzen demnach, dass die Wirtschaft in Afrika um 3,4 Prozent geschrumpft ist. Über den IWF sollen nun fünf Milliarden US-Dollar Hilfsgelder fließen. Wie schnell die Krise überwunden werden kann, hänge aber vor allem auch davon ab, wie schnell in den Ländern geimpft werden kann.

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04. März 2021

4. März 2021 - 12:14
1. UN-Sicherheitsrat zur Lage in Tigray

Der UN-Sicherheitsrat befasst sich heute erneut mit der humanitären Lage in der nordäthiopischen Konfliktregion Tigray, berichten Nau und das Nürnberger Blatt. Ob es bei der Sitzung hinter geschlossenen Türen zur Verabschiedung einer gemeinsamen Erklärung kommt, sei offen. Seit Beginn des Jahres fordern Nichtregierungsorganisationen eine öffentliche UN-Sicherheitsratssitzung zur Lage in Tigray, einen verbesserten Zugang für humanitäre Hilfsorganisationen sowie eine Untersuchung zu mutmaßlichen Kriegsverbrechen. Letzter Forderung schlossen sich am Dienstag die USA, Estland, Frankreich, Norwegen und Großbritannien an. Tigray mit seinen geschätzten sieben Millionen Einwohner*innen sei seit der Regierungsoffensive praktisch vom Rest der Welt abgeschnitten. Berichte von Augenzeugen seien nur über die wenigen humanitären Helfer*innen vor Ort und die rund 60.000 Geflüchteten, die es bislang in den Sudan geschafft haben, möglich. Patrick Witte lässt für Zeit Online den Augenzeugen und Geflüchteten Amanuel Tesfay zu Wort kommen. 

2. Bundeswehreinsatz im Südsudan verlängert

Das Redaktionsnetzwerk Deutschland meldet, dass der Einsatz der Bundeswehr im Südsudan vom Bundestag verlängert wurde. Eine breite Mehrheit habe der Verlängerung des Mandats um ein weiteres Jahr zugestimmt. An der Mission der Vereinten Nationen im Südsudan (UNMISS) können demnach bis zu 50 deutsche Soldatinnen und Soldaten teilnehmen. Aktuell seien es laut Verteidigungsministerium elf.

3. Afrikanische Berichterstattung und ausländische Medien

Uta Steinwehr thematisiert in der Deutschen Welle, wie afrikanische Medien über ihren Kontinent berichten. Eine Studie der südafrikanischen Organisation Africa No Filter, die sich für eine ausgewogene Afrika-Berichterstattung einsetze, zeige, dass 35 Prozent der Berichte von nicht-afrikanischen Medien oder Nachrichtenagenturen stammen. An der Spitze liege damit die französische Agentur AFP, gefolgt von dem britischen Sender BBC. Das hätte finanzielle Gründe, so Moky Makura, Direktorin von Africa No Filter. Afrikanische Medienunternehmen hätten oft nicht die Möglichkeit, Korrespondent*innen in andere Länder des Kontinents zu schicken. Sie seien stattdessen auf externe Quellen, darunter auch Al Jazeera oder chinesische Anbieter, angewiesen.

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03. März 2021

3. März 2021 - 12:36
1. COVAX stellt Impfplan vor

Deutschlandfunk, das Handelsblatt und der Merkur berichten heute, dass die internationale Impfstoff-Initiative COVAX bis Ende Mai 237 Millionen Dosen des AstraZeneca-Impfstoffs an 142 ärmere Länder verteilen will. Zudem werden bis Ende März 1,2 Millionen Dosen des BioNTech/Pfizer-Impfstoffs erwartet. Die Impfstoffe, die bereits in Ghana und in Côte d’Ivoire eingesetzt werden, seien inzwischen auch nach Kolumbien, Nigeria, Angola und in die Demokratische Republik Kongo geliefert worden. COVAX könne in diesem Jahr womöglich 500 Millionen mehr Impfdosen einkaufen und verteilen als bisher geplant, insgesamt 1,8 Milliarden, so Seth Berkley, Chef der Impfallianz GAVI. Die Vereinten Nationen sprachen von einem Meilenstein von historischem Ausmaß. Auch Tedros Adhanom Ghebreyesus, Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), zeigte sich erfreut über die Impfungen von medizinischem Personal in ärmeren Ländern. Er äußerte allerdings auch sein Bedauern, dass dies erst jetzt geschehe, drei Monate, nachdem in reichen Ländern bereits geimpft werde.

2. EU geht deutsches Lieferkettengesetz nicht weit genug

Die EU-Kommission drängt für ihren eigenen Entwurf auf ein Lieferkettengesetz, das über den deutschen Entwurf hinausgeht, wie heute die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), Arte.tv und Stern.de thematisieren. Der EU-Justizkommissar Didier Reynders sagte der FAZ, es helfe zwar “enorm”, wenn Deutschland ebenso wie Frankreich und die Niederlande die Unternehmen stärker zur Verantwortung ziehen, allerdings sei die festgelegte Schwelle von Mitarbeiter*innen, ab denen das deutsche Gesetz gelte, zu wenig. Das Lieferkettengesetz komme ab 2023 für Unternehmen mit mehr als 3.000 in Deutschland Beschäftigten zur Anwendung, ab 2024 dann für Unternehmen ab 1.000 Beschäftigten. Die EU-Kommission wolle dagegen in ihrem für Juni geplanten Vorschlag Unternehmen jeder Größe einbeziehen. Die EU-Regeln sollen zudem auch für Unternehmen gelten, die keinen Sitz in der EU haben, aber ihre Produkte im Binnenmarkt verkaufen wollen. Auch das Pariser Klimaschutzabkommen solle entlang der gesamten Lieferkette berücksichtigt werden, so Reynders. Im deutschen Entwurf werde Umweltschutz bisher nicht ausreichend berücksichtigt, schreibt Steven Hanke im Tagesspiegel Background

3. Demokratien in Afrika: Quo vadis?

Christian Putsch beleuchtet heute in der Welt die Veröffentlichung einer neuen Studie der Mo-Ibrahim-Stiftung zur Entwicklung der Demokratien auf dem afrikanischen Kontinent. Einige afrikanische Staatsoberhäupte haben demnach die Pandemie ausgenutzt, um Wahlen zu verschieben oder scharfe Restriktionen zu verordnen, so der britisch-sudanesische Mobilfunk-Milliardär und Gründer der Stiftung, Mo Ibrahim. Der Ibrahim Index of African Governance (IIAG) habe in den vergangenen zehn Jahren einen positiven Trend der Regierungsführung gezeigt. 2019 habe es jedoch zum ersten Mal eine Verschlechterung im Vergleich zum Vorjahr gegeben. Der Index zeige unter anderem, dass sich Bürgerrechte und demokratische Partizipationsmöglichkeiten im Durchschnitt verschlechtert haben. Auch die öffentliche Wahrnehmung der allgemeinen Regierungsführung sei auf einem Tiefpunkt im letzten Jahrzehnt angekommen. Die Ergebnisse decken sich mit verwandten Studien vom Meinungsinstitut Afrobarometer oder von Reporter ohne Grenzen.

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Wie steht es um die globale Verteilung der COVID-19-Impfstoffe?

2. März 2021 - 15:15

Seit über einem Jahr leben wir nun mit dem Corona-Virus. Ein Jahr, indem wir unsere Kontakte auf das Minimum reduzieren müssen, Schulen und Büros oft geschlossen bleiben und unser Leben auf dem Kopf steht. Aber auch ein Jahr, in dem große Versprechen gemacht wurden: Impfstoffe müssen entwickelt werden, die allen Menschen überall zur Verfügung stehen – sozusagen Impfstoffe für die Welt.

Jetzt, da diese Impfstoffe gefunden wurden, hat die versprochene globale Solidarität starke Risse bekommen. Während sich die Industrieländer mehr Impfdosen zugesichert haben als nötig, gehen Länder im globalen Süden weiterhin leer aus. Wir geben Euch ein Update, wann, wo und wie bereits geimpft wird und wie wir einen gerechten und globalen Zugang zu Impfstoffen für alle Menschen voranbringen können.

Ein Blick auf die Weltkarte – Länder in Subsahara-Afrika gehen leer aus

Werfen wir einen Blick auf die Weltkarte, stellen wir fest: Während sich reiche Länder wie Israel und Großbritannien als Musterschüler in Massenimpfungen hervortun, laufen die COVID-19-Impfungen in Subsahara-Afrika erst in wenigen Ländern langsam an. Dabei konnten die meisten Dosen bisher in Südafrika geimpft werden. Dort wurden mittlerweile über 70 500 Impfdosen verabreicht (Stand: 28. Februar 2021), bei einer Einwohnerzahl von knapp 60 Millionen Menschen. Zum Vergleich: In Deutschland leben 83,1 Millionen Menschen und hierzulande konnten bereits 6,17 Millionen Dosen (Stand: 28. Februar) verteilt werden.

Setzt sich dieser Trend fort, könnten Impfstoffe in allen afrikanischen Staaten erst 2022 für die allgemeine Bevölkerung verfügbar sein – für einen Großteil der Länder sogar erst zwischen April 2022 und 2023.

Industrieländer horten über eine Milliarde Impfdosen

Reichen Ländern gelang es bereits mit Beginn der Pandemie, Verträge mit Impfstoffherstellern zu schließen und sich so eine große Zahl an Impfdosen zu sichern. Konkret haben sich die Mitgliedsstaaten der EU, Kanada, Japan, das Vereinigte Königreich, Australien und die USA drei Milliarden Impfdosen der führenden Impfstoffhersteller gesichert. Im Gegensatz hierzu stehen die vereinbarten Impfdosen der restlichen Staaten. Sie konnten sich bei den Herstellern BioNTech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca, Johnson & Johnson und Novavax gerade einmal 2,5 Milliarden Dosen sichern.

Gemessen an ihrer Bevölkerungsgröße, können die EU, Kanada, Japan, Australien, die USA und das Vereinigte Königreich alle ihre Bürger*innen mit den vorgeschriebenen zwei Impfungen versorgen und es bliebe dennoch ein Überschuss von über einer Milliarde Impfdosen. Allein diese überschüssigen Dosen würden ausreichen, um beispielsweise die gesamte erwachsene Bevölkerung auf dem afrikanischen Kontinent zu impfen. Wird der Berechnung zugrunde gelegt, dass sich aufgrund der Impfskepsis in etwa nur 75% der Bevölkerung in der EU, UK, USA, Kanada, Japan und Australien impfen lassen werden, blieben gar 1,7 Milliarden Impfdosen übrig.

Impfstoffüberschüsse teilen – Eine Frage der Menschlichkeit

Lobend sei an dieser Stelle festgehalten, dass die Bundesregierung mit ihrer Zusage von 1,5 Milliarden Euro zur Ausfinanzierung des ACT-A kürzlich einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung im globalen Kampf gegen COVID-19 gegangen ist. Bei dem ACT-A handelt es sich um einen globalen Mechanismus mehrerer Organisationen und der WHO, der die Entwicklung, Produktion und den Zugang zu COVID-19-Medikamenten voranbringen soll.

Gleichzeitig zeigen die oben aufgeführten Zahlen: Deutschland und die EU können mehr tun, indem sie ihre überschüssigen Impfdosen mit ärmeren Ländern teilen. Und auch Bundespräsident Steinmeier sagte kürzlich, dass das Teilen der überschüssigen Impfdosen eine  „Frage der Menschlichkeit“ sei, die im Interesse Deutschlands liegt. Denn solange das Virus sich in anderen Teilen der Welt weiter ausbreiten kann, steigt das Risiko, dass es mutieren wird – und Mutationen machen an keiner Landesgrenze halt. Das Horten von Impfdosen durch die reichen Länder könnte letztlich die Todeszahlen infolge von COVID-19 verdoppeln und auch für die Weltwirtschaft gravierende Folgen haben. Insgesamt könnte es die Weltwirtschaft bis zu 9.2 Billionen US-Dollar zusätzlich kosten. Dabei würde die Hälfte der Kosten infolge von unterbrochenen Lieferketten und Nachfragerückgang auf die reichen Länder entfallen.

Bundespräsident #Steinmeier für globale Solidarität in der #COVID19-Pandemie: Abgabe von #Impftstoffen sei eine "Frage der Menschlichkeit und eine Frage der Maßstäbe, an denen wir uns messen lassen“ & in ???????? Interesse. #EndCovidEverywhere https://t.co/lRrQIPn8Hd

— ONEDeutschland (@ONEDeutschland) February 23, 2021

Wie können die überschüssigen Impfdosen gerecht verteilt werden?

Aktuell sitzen zwar die Länder noch nicht auf ihren überschüssigen Impfstoffen, da sie aufgrund der gestaffelten Liefer- und Produktionspläne erst nach und nach geliefert werden. Doch sie wurden mit den Herstellern in rechtsverbindlichen Verträgen vereinbart. Die Lieferung an die potenziellen Geberländer ist daher nur eine Frage der Zeit.

Die Weitergabe der Impfstoffe empfiehlt sich daher bereits, bevor die Länder auch einen real existierenden Überschuss angehäuft haben. Beispielsweise schlägt die WHO vor, dass zunächst alle Länder mindestens 20% ihrer Bevölkerung impfen und anschließend erst mit der Impfung der breiteren Bevölkerung beginnen. Die vorgeschlagenen 20% umfassen in etwa die Risikogruppen. Daher könnten die Länder mit Impfdosenüberschuss die Weitergabe beginnen, sobald sie diese 20%-Schwelle erreicht haben. So könnten auch Länder mit niedrigerem Einkommen die Schwelle durch weitergegebene Dosen schneller erreichen. Das wiederum würde die am stärksten gefährdeten Gruppen dort früher vor dem Virus schützen.

Damit die Impfdosen dort ankommen, wo sie am Dringendsten benötigt werden, sollte die Weitergabe über die Impfstoffinitiative COVAX koordiniert werden. COVAX verfügt in Ländern mit niedrigem Einkommen bereits über die notwendigen Verteilungskanäle. Das kann die Verteilung erleichtern und sicherstellen. Bisher hat Norwegen bereits damit begonnen, Impfdosen mithilfe von COVAX weiterzugegeben.

Und werfen wir nun erneut einen Blick nach Subsahara-Afrika, stellen wir fest: Die Verteilung der Impfstoffe durch COVAX funktioniert. Denn mittlerweile konnte COVAX erste Ladungen von COVID-19-Impfstoffen nach Ghana und Côte d’Ivoire liefern und die ersten Impfungen haben dort begonnen (Stand 02.03.2021).

Es ist soweit: Die erste Ladung an #Covid19 Impfstoffen im Rahmen der weltgrößten Impfaktion #COVAX treffen in #Ghana ein. Ein historischer Moment! @UNICEFGhana https://t.co/FvLEZWPqCX

— UNICEF Deutschland (@UNICEFgermany) February 24, 2021

Was musst du noch wissen?

Wie die Weitergabe der Impfstoffe im Detail ablaufen könnte und alle Zahlen rund um den Impfstoffüberschuss der EU, USA, Großbritannien, Australien, Japan, Kanada kannst du in unserer Analyse nachlesen.

Wie das temporäre Aussetzen von Patentrechten auf COVID-19-Impfstoffe und Mittel einen weiteren Beitrag zur globalen Bekämpfung des Virus leisten kann, haben wir hier erklärt.

Mehr zu Deutschlands Beitrag im globalen Kampf gegen die Pandemie und zu den einzelnen Verträgen mit den Impfstoffherstellern kannst du in unserem Impffairness-Test nachlesen.

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02. März 2021

2. März 2021 - 10:59
1. Erste Impfungen durch COVAX

Mehrere Medien, darunter die Frankfurter Rundschau, Deutschlandfunk und Yahoo News, berichten über den Start der ersten Impfungen durch die Impstoff-Initiative COVAX. Dieser habe am Montag bzw. Dienstag in der Elfenbeinküste und Ghana begonnen. Mithilfe von COVAX hatten die beiden afrikanischen Länder vergangene Woche insgesamt mehr als eine Millionen Impfdosen des Herstellers AstraZeneca erhalten. Die weltweit erste ‘COVAX-Impfung’ erhielt Ghanas Präsident Nana Akufo-Addo vor laufenden Kameras. Damit habe er demonstrieren wollen, dass die Impfung sicher sei. In beiden Ländern sollen Mitarbeiter*innen im Gesundheitswesen zuerst geimpft werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht von einem historischen Schritt für Afrika. Auch in Lateinamerika starteten die COVAX-Lieferungen mit Kolumbien als erstem Land, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland meldet. Am Montag habe das Land 117.000 Dosen des Impfstoffs von BioNTech und Pfizer erhalten. Erste Erfolge der Impfungen lassen sich bereits in Südafrika abzeichnen, wie die Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Tagesschau schreiben. Hier seien nach Angaben des National Institute for Communicable Diseases (NICD) zuletzt weniger als 1.200 Neuinfektionen im Sieben-Tage-Durchschnitt gemeldet worden. Auf dem Höhepunkt der zweiten Infektionswelle Anfang Januar seien es fast 20.000 gewesen. Die Impfungen haben hier vor knapp zwei Wochen begonnen.

2. Lieferkettengesetz sieht harte Strafen vor

Unter anderem MDR, Spiegel und Handelsblatt thematisieren den aktuellen Gesetzesentwurf für das sogenannte Lieferkettengesetz. Mit dem Gesetz will die Bundesregierung ab 2023 deutsche Unternehmen dazu verpflichten, auch bei ausländischen Zulieferern auf die Einhaltung der Menschenrechte und Umweltvorgaben zu achten. Verstoßen große Firmen gegen die Auflagen, drohe ihnen ein Bußgeld von bis zu zwei Prozent ihres weltweiten jährlichen Umsatzes. Mittelständische Unternehmen seien von dem Gesetz bislang ausgenommen. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD), Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) haben zuvor monatelang um eine Einigung gerungen. Der Gesetzentwurf soll morgen im Bundeskabinett verabschiedet werden.

3. Wie die Pandemie Terrorismus verschärft

Alfred Hackenberger thematisiert in der Welt, wie die Pandemie zur Verschlimmerung des islamistischen Terrors beiträgt. Die Militäroperation ’Eclipse’, in der die malische Armee gemeinsam mit französischen Truppen drei Wochen lang 100 Terroristen im Grenzgebiet zu Burkina Faso und zum Niger neutralisiert habe, sei ein seltener Erfolg im Kampf gegen islamistische Gruppierungen. Zumeist dominieren negative Nachrichten über immer neue Terroranschläge. Der Terrorismusbericht des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen (UN) zeige eine „besorgniserregende Entwicklung“ mit einer Steigerung islamistischer Gewaltakte um 43 Prozent im vergangenen Jahr. Die UN erwartet, dass sich die Situation mit der Lockerung von Corona-Restriktionen wie Bewegungs- und Reisebeschränkungen noch verschlimmern könne. Terrormilizen wie der sogenannte Islamische Staat haben während der Pandemie Zeit sich erneut zu gruppieren. Außerdem könnten sozioökonomische Auswirkungen der Krise den Terroristen in die Hände spielen, so Vladimir Voronkov, Leiter des Anti-Terrorismus-Büros der UN.

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01. März 2021

1. März 2021 - 13:13
1. Entführte Schülerinnen in Nigeria wieder frei

Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet, sind in Nigeria am Wochenende hunderte entführte Schülerinnen und Schüler von bewaffneten Banden freigelassen worden. Am Freitag seien 317 Schülerinnen aus dem Bundesstaat Zamfara verschleppt worden, wie mehrere Medien, darunter die Tagesschau, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, der Tagesspiegel und die Deutsche Welle, meldeten. Sie seien nach Verhandlungen zwischen der Regionalregierung und den Entführern am Sonntag freigekommen. Am Samstag waren bereits 42 Personen, darunter 27 Schüler eines Internats im Ort Kagara im Nachbarbundesstaat Niger, die am 17. Februar entführt worden waren, freigelassen worden.

2. Kein ‘weiter so wie bisher’ bei der WTO

Ngozi Okonjo-Iweala aus Nigeria tritt heute ihr Amt als neue Chefin der Welthandelsorganisation (WTO) an, wie die Frankfurter Rundschau und die Deutsche Welle scheiben. Die promovierte Ökonomin, die 25 Jahre bei der Weltbank arbeitete, sowie zweimal Finanzministerin und einmal Außenministerin von Nigeria war, gelte als „hochqualifiziert“. Die WTO stecke nach geplatzten Projekten einer transatlantischen oder einer transpazifischen Freihandelszone, durch den Trend der vergangenen Jahre zu immer mehr bilateralen Handelsabkommen und durch einen Handelsstreit zwischen den USA und China in einer tiefen Krise. Außerdem sei die Organisation als Schlichtungsinstanz seit Herbst 2019 nicht mehr handlungsfähig. Wenn jemand die WTO aus diese Krise holen könne, dann Okonjo-Iweala, ist die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, überzeugt. Bei ihrer ersten digitalen Pressekonferenz als offiziell gewählte WTO-Generaldirektorin sagte Okonjo-Iweala, es könne bei der WTO kein ‘weiter so wie bisher’ geben. Um allen Menschen weltweit den Zugang zu einem Impfstoff gegen COVID-19 zu ermöglichen, habe sie existierenden Handelsschranken für medizinische Grundstoffe oder Impf- und Wirkstoffe den Kampf angesagt. Dass Handelsbeschränkungen, die die zügige Impfstoffproduktion verhindern, für die Dauer der Pandemie gelockert werden, fordern auch Marion Lieser, geschäftsführende Vorstandsvorsitzende von Oxfam Deutschland, und Stephan Exo-Kreischer, Direktor von ONE Deutschland, in einem Gastbeitrag im Tagesspiegel. Temporäre Aussetzung des internationalen Patentschutzes sei eine vielversprechende Maßnahme, um es verschiedenen Herstellern zu ermöglichen, in die Produktion von Corona-Impfstoffen einzusteigen, so die beiden Autor*innen. Heute, am 1. März, berate die WTO auf Antrag Indiens und Südafrikas über eine befristete Ausnahmeregelung vom sogenannten TRIPS-Abkommen, das den Schutz geistiger Eigentumsrechte regelt.

3. Multilateralismus beim G20-Treffen

Nach dem G20-Finanzminister*innen-Treffen am Freitag schreibt Bernd Riegert in der Deutschen Welle, dass der Regierungswechsel in den USA der internationalen Zusammenarbeit der G20 wieder neuen Aufschwung bringt. Die neue amerikanische Finanzministerin Janet Yellen habe die Blockade der G20 durch die abgelöste Trump-Administration aufgehoben. Sie trete für eine Stärkung des Internationalen Währungsfonds (IWF) ein, um arme Staaten stärker zu unterstützen. Um die durch die Corona-Pandemie ausgelöste Wirtschaftskrise zu bekämpfen, haben die G20-Staaten fast zwölf Billionen Dollar mobilisiert.

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26. Februar 2021

26. Februar 2021 - 13:14
1. Corona: Genug Impfstoff für alle?

Kaja Klapsa in der Welt sowie Maria Stöhr und Bernhard Riedmann im Spiegel, thematisieren, dass arme Länder kaum Corona-Impfstoffe erhalten. Bis jetzt seien 11,3 Milliarden Dosen Corona-Impfstoff weltweit bestellt worden – wobei lediglich 5,8 Milliarden Menschen im Alter über 15 auf der Erde leben, die potentiell geimpft werden können. Die Idee einer gerechten Impfstoffverteilung sei bisher jedoch nichts als schöne Theorie, so die Autor*innen im Spiegel. Während zehn Länder bereits 75 Prozent der weltweit vorhandenen Impfstoffe verwenden, haben über 130 Länder noch nicht eine einzige Dosis erhalten, so UN-Generalsekretär António Guterres. Die Entwicklungsorganisation ONE fordert deshalb, dass die Bundesregierung ihre Impfdosen sukzessive mit ärmeren Ländern teilt, nachdem Risikogruppen und Gesundheitspersonal in Deutschland geimpft worden sind. Würde sie mit dem Verteilen warten, bis allen Deutschen ein Impfangebot erhalten haben, wäre es viel zu spät. Auf dem virtuellen EU-Gipfel sei von einer Impfdosen-Abgabe an ärmere Länder von bis zu fünf Prozent debattiert worden, wie die Deutsche Welle und Euractiv schreiben. Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüße zwar den Vorschlag, legte sich jedoch auf keinen genauen Zeitpunkt zur Verteilung weltweit fest. Der französische Präsident Emmanuel Macron forderte hingegen, 13 Millionen Dosen so schnell wie möglich in afrikanische Länder zu senden.

2. G20: Kommt die große Entschuldung?

Die Weltbank, der Internationale Währungsfonds (IWF) sowie die Finanzminister und Notenbankchefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) beraten heute virtuell über die Corona-Krise und die Folgen für die Weltwirtschaft. Das schreiben unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Deutsche Welle und Stern.de. Es gehe darum, stark überschuldeten Ländern in der Corona-Pandemie möglichst effektiv zu helfen. Während Finanzminister Olaf Scholz vorab auf beschlossene Erleichterungen verweise, fordert Entwicklungsminister Gerd Müller Schuldenerlasse. Die Schuldensituation sei für viele afrikanische Länder prekär, so der Entwicklungsminister. Die Chefin des Internationales Währungsfnds (IWF), Kristalina Georgiewa, befürchtet, dass die Fortschritte der vergangenen Jahre bei der Armutsbekämpfung zunichte gemacht werden. Knapp 60 Prozent der ärmsten Länder drohen zurückzufallen.

3. Äthiopien: Hunderte tote Zivilisten bei Massaker

Mehrere Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung, Stern.de und die Deutsche Welle berichten heute von einem Massaker in Äthiopien, bei dem hunderte Zivilist*innen getötet worden seien.  Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) seien einheimische Einheiten sowie Soldat*innen aus dem benachbarten Eritrea an der systematischen Ermordung der Menschen beteiligt gewesen. Zu dem zweitägigen Massaker sei es in der Stadt Axum in der Region Tigray Ende November gekommen, teilte AI mit. Augenzeugen berichteten, dass Bewohner*innen der Stadt getötet, Häuser willkürlich beschossen und Gebäude geplündert worden seien. Während der Kampfhandlungen zur Einnahme Axums hätten äthiopische und eritreische Truppen etliche Kriegsverbrechen begangen, sagte Deprose Muchena, Leiter für Ostafrika und das südliche Afrika bei AI. Menschenrechtler*innen sprechen von einem “Verbrechen gegen die Menschlichkeit”.

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Ein historischer Februar: Im Zeichen des Multilateralismus und der Gleichberechtigung

26. Februar 2021 - 12:39

Gute Neuigkeiten muss man feiern – insbesondere momentan. Der Februar hielt einige davon bereit. Zentrale Positionen in drei führenden multilateralen Organisationen wurden neu mit Afrikaner*innen, darunter zwei Frauen, besetzt. Das setzt nicht nur enorm positive Zeichen für globale Zusammenarbeit und Gleichberechtigung. Auch die immensen Potentiale des afrikanischen Kontinents für die Weltwirtschaft, Handel und nachhaltige Entwicklung werden damit verstärkt auf die internationale Agenda gesetzt. Welche Chancen das birgt? Sie sind zahlreich.  

Frischer Wind in der Afrikanischen Union

Anfang des Monats ging die Afrikanische Union (AU) im Rahmen ihrer Wahlen der Führungsspitze für die kommenden vier Jahre mit gutem Beispiel voran: Dr. Monique Nsanzabaganwa, Ökonomin und Politikwissenschaftlerin aus Rwanda, wurde zur neuen stellvertretenden Vorsitzenden der AU-Kommission gewählt. Damit bekleidet mit der ehemaligen Vize-Gouverneurin der National Bank of Rwanda erstmals eine Frau das Amt. Dr. Nsanzabaganwa setzte sich in den letzten Jahren als Mitgründerin und Vorsitzende des rwandischen Landesverbands der pan-afrikanischen Initiative New Faces, New Voices für die finanzielle Inklusion und wirtschaftliche Teilhabe von Frauen ein. Viele sehen mit ihr eine reelle Chance, die African Continental Free Trade Area über die Ratifizierung des Deals von 2018 aller 54 Mitgliedsstaaten erfolgreich auf den Weg zu bringen.  

Ein neuer Aufbruch für globalen Handel

Am 15. Februar verabschiedete der Allgemeine Rat der Welthandelsorganisation (WTO) eine weitere bahnbrechende Entscheidung: Die Nigerianerin Dr. Ngozi Okonjo-Iweala wurde zur siebten Generaldirektorin gewählt. Als erste Frau und Afrikanerin wird sie das Amt am 1. März antreten. Die Entwicklungsökonomin und ehemalige Finanzministerin Nigerias war seit 2016 Vorstandsvorsitzende der Impfallianz Gavi. Mit über 30 Jahren Erfahrung im Entwicklungs- und Finanzbereich und einer 25-jährigen Karriere bei der Weltbank bringt Dr. Okonjo-Iweala herausragende Expertise für den neuen Posten mit. In ihrer Antrittsrede kündigte sie an, die Erholung der globalen Wirtschaft von den Auswirkungen der Pandemie zur Priorität zu machen. Außerdem möchte sie, dass die Organisation handlungsfähiger und resilienter für kommende Krisen wird – und mit den Herausforderungen unserer Zeit Schritt halten kann. Viele sprachen von einem „historischen Moment“ – nicht nur für Afrikaner*innen, sondern für alle Frauen.  

Spitzenwechsel im Banksektor

Seit kurzem steht außerdem fest: Die International Finance Corporation (IFC), eine Entwicklungsbank der Weltbank-Gruppe, die auf die Zusammenarbeit mit dem Privatsektor spezialisiert ist, wird seit 18. Februar 2021 vom Senegalesen Makhtar Diop geführt. Diop, vorher Vize-Präsident für Infrastruktur bei der Weltbank, wird damit als erster Afrikaner den Vorsitz von Philippe Le Houérou übernehmen. Die Erwartungen sind groß: Viele sprechen davon, dass Diop mit seiner umfangreichen Erfahrung die Verknüpfung von Privatsektor und dem Ziel der nachhaltigen Entwicklung weiter und stabiler ausbauen könnte.  

Diese Schritte sind großartig, vielversprechend und insbesondere schon lang überfällig. Denn Afrikaner*innen in internationalen Führungspositionen sind für globale Zusammenarbeit unerlässlich. Bleibt auf dem Laufenden – zum Beispiel auf dem Twitter-Account von Dr. Ngozi Okonjo-Iweala.

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Black History Month – mehr als ein Monat

25. Februar 2021 - 14:00

Jedes Jahr feiern Schwarze Communities weltweit den Black History Month. Während Großbritannien dies im Oktober tut, hat sich Deutschland mit der Wahl des Februars den USA und vielen weiteren Ländern angeschlossen. Der Black History Month gibt uns allen die Möglichkeit, unseren Fokus auf Schwarze Geschichte zu richten und auf Biografien aufmerksam zu machen, die in der Mehrheitsgesellschaft oft marginalisiert oder vergessen werden, um dann dieses Wissen mit ins ganze restliche Jahr zu tragen.

Wir von ONE wollen zum Abschluss des Black History Months die Initiativen hervorheben, die sich hierzulande das ganze Jahr über für die Verbesserung der Lebensrealitäten Schwarzer Menschen einsetzen und für mehr Sichtbarkeit Schwarzer Geschichte in der Gesamtgesellschaft sorgen.

Ursprung in den USA

Seinen Ursprung hat der Black History Month in den USA. Im Jahr 1926 initiierte der Historiker Carter G. Woodson erstmals eine Woche, in der die Leistungen von Afroamerikaner*innen in den Mittelpunkt gestellt wurden. Dabei wählte Woodson bewusst den Februar, denn so fällt der Black History Month mit den Geburtstagen wichtiger Schlüsselfiguren der afroamerikanischen Geschichte zusammen: Abraham Lincoln, Frederick Douglas und Langston Hughes. Ein halbes Jahrhundert später, 1976, wurde die jährlich wiederkehrende Wochenfeier auf den ganzen Monat Februar ausgeweitet. Seitdem wird der Black History Month jedes Jahr begangen und fand in den 1990er Jahren auch in Deutschland Einzug.

Wie steht es um den Black History Month in Deutschland?

Ein Blick in Kulturinstitutionen zeigt: Die Sichtbarkeit und Biografien Schwarzer Menschen ist weiterhin auch hierzulande sehr gering. Trotz Familiengeschichten Schwarzer Deutsche*r, die bis zum Kaiserreich zurückreichen,  jahrzehntelanger Arbeit von Aktivist*innen hierzulande, wie May Ayim in den 80ern oder Natasha Kelly heutzutage, und weitreichender Aufklärungsarbeit diverser Organisationen. Wenn im Februar im Deutschen öffentlichen Diskurs also an die  Schwarze Geschichte und die Errungenschaften Schwarzer Menschen gedacht wird, dann ist dies ein wichtiger aber auch nur ein kleiner Schritt, um marginalisierten Lebensrealitäten den verdienten Raum zu geben. 28 Tage sind ein Anfang, um Sichtbarkeit zu schaffen, Communitites zu empowern und starken Schwarze Stimmen im Diskurs hervorzuheben.

Du willst dich über den Black History Month hinaus engagieren? Folgende Initiativen gehen mit gutem Beispiel voran.

Die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland Bund e.V.

Der Arbeit von May Ayim und der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) ist es maßgeblich zu verdanken, dass der Black History Month seit den 90ern auch in Deutschland zelebriert wird. Der Verein vertritt die Interessen Schwarzer Menschen in Deutschland, unterstützt die Schwarze Community und setzt sich gegen Rassismus ein. Dabei verwirklichte der ISD bereits Projekt wie „Homestory Deutschland“ – eine Ausstellung, die Schwarze Biografien in der Geschichte und der Gegenwart in den Mittelpunkt stellte.

Jena: Schwarze Selbstporträts aus drei Jahrhunderten | Die Ausstellung „Homestory Deutschland“ greift die Erinnerungstraditionen Schwarzer Menschen auf. https://t.co/3Pn1HxhORH

— ISD Bund e.V. (@ISDBund) September 5, 2019

Center for Intersectional Justice

Das Center for Intersectional Justice macht auf Mehrfachdiskriminierung aufmerksam und setzt sich dafür ein, die Antidiskriminierungs- und Gleichstellungspolitik inklusiver zu gestalten und strukturelle Ungleichheiten in Europa effektiver zu bekämpfen. Aus dem Black History Month machen sie dieses Jahr den „Black Theirstory Month“ und stellen dafür Schwarze Frauen, Schwarze Mitglieder der LGBTQ*-Community und Schwarze Frauen* mit Behinderung vor, welche die Bewegung für soziale Gerechtigkeit weltweit vorangetrieben haben. Es lohnt sich also insbesondere im Februar ein Blick auf ihre Social Media-Kanäle zu werfen.

Black Trans people's stories are a reminder to all of us that our fight for equality and justice needs to continue. There will be no #intersectionaljustice without the liberation of Black Trans people from oppression and discrimination. https://t.co/5fnYh5Opx3

— CIJ Berlin (@CIJBerlin) February 14, 2021

Each One Teach One (EOTO) e.V.

Each One Teach One sitzt in Berlin und sieht sich als Community-basiertes Bildungs- und Empowermentprojekt für die Schwarze Community. Durch verschiedene Projekte und Veranstaltungen unterstützen sie insbesondere junge Schwarze Menschen in der Hauptstadt. Mit ihrer Bibliothek zu afrodiasporischer Literatur, Philosophie und Kultur tragen sie zudem dazu bei, Schwarze Geschichte sichtbarer zu machen. Veranstaltung von EOTO e.V. und Partnerinitiativen im Rahmen des Black History Months 2021 findest du hier.

Reminder Heute, 19 Uhr: »BLACK DIASPORA LIBRARIES TALK«. Literatur & Archive der Schwarzen, afrikanischen & afrodiasporischen Communities in Deutschland. Ein Gespräch mit Millicent Adjei, Lamin Kargbo & Khabo Koepsell.
Auf EOTOs Youtube Kanal zu sehen: https://t.co/x5WH5OXzeU

— Each One Teach One (@EOTOBerlin) February 14, 2021

AfricAvenir International

AfricAvenir wurde in Kamerun gegründet und arbeitet seit 2000 auch in Deutschland. Die Nichtregierungsorganisation hat es sich zum Auftrag gemacht, politische Bildung und Wissensproduktion und -verbreitung aus afrikanischer Perspektive voranzutreiben. Dabei arbeiten sie in Europa sowohl auch in Afrika. Ihnen ist es wichtig, das Bild eines selbstbewussten Afrikas in einer gerechten Weltordnung zu vermitteln und einen (selbst-)kritische Aufarbeitung der afrikanisch-europäischen Geschichte voranzutreiben.

Berlin Postkolonial e.V.

Berlin Postkolonial e.V. wurde 2007 ins Leben gerufen. Die Initiative setzt sich seitdem mit der kritischen Aufarbeitung der regionalen Kolonialgeschichte in ihrer globalen Dimension auseinander. Dabei sollen auch postkoloniale und rassistische Denk- und Gesellschaftsstrukturen der Gegenwart aufgedeckt werden. Gleichzeitig möchte der Verein, die Bundesregierung zu einem Bekenntnis zur historisch-politischen Verantwortung für die Verbrechen der deutschen Kolonialzeit bewegen. Hierfür arbeitet der Verein mit gleichgesinnten Initiative zusammen.

TANG e.V. – The African Network of Germany

TANG e.V. ist der Dachverband von etwa 800 afrikanischen Vereinen und Einzelpersonen in Deutschland. Ihr Ziel: Die Teilhabe und Sichtbarkeit von Menschen mit afrikanischer Herkunft. Ob Wohnungssuche oder Bewerbungsgespräch: Viele Afrodeutsche Menschen erleben tagtäglich Alltagsrassismus und Diskriminierung. Die Anerkennung solcher Erfahrungen und die Illegalisierungen solcher Handlungen möchte TANG e.V. voranbringen. Konkret bedeutet das für die Arbeit von TANG e.V., dass sie die Interessen Schwarzer Menschen in Deutschland in Fachkommissionen, Foren und Arbeitsgruppen auf Bundesebene vertreten.

Wir freuen uns, dass unsere Vorsitzende #SylvieNantcha
heute auf Einladung der #Bundeskanzlerin und von @AWidmannMauz an der 2. Sitzung des Kabinettsausschuss gegen #Rassismus und #Rechtsextremismus teilnehmen konnte. https://t.co/MfnZZeuQX3

— The African Network of Germany e.V. (@TANG_eV) September 2, 2020

Und was passiert im Rest des Jahres?

Schwarze Geschichte findet nicht nur im Februar statt, sondern das ganze Jahr über. Die Initiativen, die wir hier aufgelistet haben, repräsentieren nur einen Bruchteil der Arbeit, die Schwarze Menschen weltweit tagtäglich tun, um für mehr Sichtbarkeit zu sorgen, die Interessen Schwarzer Menschen nach vorne zu bringen und gegen strukturelle Diskriminierung zu kämpfen. Wir wollen diese in ihrer Arbeit unterstützen und ihnen deswegen eine Plattform geben.

 

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