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Gemeinsam mit Anderen extreme Armut besiegen
Aktualisiert: vor 11 Stunden 59 Minuten

16. Dezember 2020

16. Dezember 2020 - 12:37

1. EU unterstützt Covax-Initiative mit 500 Millionen Euro
Das Redaktionsnetzwerk Deutschland meldet, dass die EU insgesamt 500 Millionen Euro für die Versorgung wirtschaftlich herausgeforderter Länder mit Corona-Impfstoffen zur Verfügung stellt. Dies finanziere eine Milliarde Impfstoffdosen, so die diplomatische Vertretung der EU in Genf. Empfängerin der finanziellen Unterstützung sei die Covax-Initiative der Weltgesundheitsorganisation. Die Covax-Initiative soll eine gerechte globale Impfstoffverteilung sicherstellen. An der Initiative nehmen mehr als 180 Länder teil. Die EU habe der Covax-Initiative bisher 850 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Damit sei die EU die größte finanzielle Unterstützerin der Impfinitiative, so EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Mehr als 90 Länder finanzieren den Kauf von Impfstoffen selbst. 92 Länder sollen dabei unterstützt werden.

2. Boko Haram bekennt sich zu Entführung von Schüler*innen in Nigeria
Wie zahlreiche Medien, darunter die Welt, die Tageszeitung (TAZ) und die Deutsche Welle, berichten, bekennt sich die Terrormiliz Boko Haram zu der Entführung hunderter Schüler*innen in Kankara in der Provinz Katsina im Nordosten Nigerias. Als Motivationsgrund für die Tat gab Boko Harams Anführer Abubakar Shekau in einer Audiobotschaft die westlich geprägte Ausbildung und Erziehung der Kinder an. Dass Boko Haram tatsächlich für die Tat verantwortlich sei, werde von manchen Beobachter*innen angezweifelt. Die Gruppe sei bisher vorwiegend in einer 500 Kilometer entfernten Region aktiv gewesen. Die Provinzregierung Katsinas habe zudem angegeben, mit den Kidnappern in Verhandlung zu sein. Die Tat in Kankara erinnere jedoch stark an die von Boko Haram in Chibok getätigte Entführung von hunderten Schulmädchen im Jahr 2014. Etwa Hundert von ihnen gelten bis heute als vermisst. Als Reaktion auf die Entführung 2014 sei eine Kampagne unter dem Motto “Bring back our girls” entstanden. Laut Dominic Johnson von der TAZ habe dies auch einen Einfluss auf die Wahlen in Nigeria in 2015 gehabt. Im Internet gebe es bereits erste Protestaktionen mit dem Hashtag #bringbackourboys. Dies könne sich nun unter Umständen destabilisierend auf die Präsidentschaft Muhammadu Buharis auswirken. Mittlerweile werde ihm sogar zunehmend innerhalb der Partei Führungsschwäche vorgeworfen.

3. Niger: Grenzkontrollkompagnie CMCF von Deutschland mitfinanziert
Christian Jakob schreibt in der Tageszeitung (TAZ), dass Deutschland maßgeblich zur Ausbildung und Finanzierung einer mobilen „Grenzkontrollkompanie” (CMCF) (Compagnie Mobile de Contrôle des Frontières) in Niger beiträgt. Hauptaufgabe der Polizeieinheit CMCF sei die Grenzkontrolle. Damit sei sie sowohl für die Terrorismusbekämpfung als auch für die „Bekämpfung der illegalen Einwanderung“ zuständig, so der Chef der CMCF Haro Ammani. Viele Menschen, die beispielsweise aus Nigeria vor dem Terrorismus fliehen, kommen auf der Trans-Sahara-Route zuallererst in Niger vorbei. Seit 2016 habe Niger mit mehr als eine Milliarde eine vergleichsweise hohe Summe in der Entwicklungszusammenarbeit aus Europa erhalten. Damit gehe die EU laut dem Autor vor allem gegen Migration aus Westafrika vor. Für die Ausbildung der Grenzkontrolleinheit CMCF haben Deutschland und die Niederlande einen zweistelligen Millionenbetrag zur Verfügung gestellt. Sicherheitskräften in der Region werden häufig Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Laut Amnesty International haben Soldat*innen in Niger, Mali und Burkina Faso allein zwischen Februar und April 2020 mindestens 199 Menschen unrechtmäßig getötet und gewaltsam verschwinden lassen. Nigers Nationale Menschenrechtskommission habe am 5. September den Fund von mindestens 71 Leichen bestätigt. Die Kommission mache Armeeangehörige für die Hinrichtung verantwortlich. Diese Vorwürfe richten sich allerdings nicht gegen die CMCF. Dennoch stelle sich die Frage, welche Mitverantwortung Deutschland für die Taten der Sicherheitskräfte trage, wenn es Polizei und Militär ausbilde, so der Autor des TAZ-Artikels. Das Beispiel der CMCF zeige zudem, wie sehr sich Sicherheits-, Migrations- und Entwicklungspolitik heute im Sahel vermischen, so der Autor weiter.

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Mehr globale Solidarität – Die Wünsche unserer Jugendbotschafter*innen für 2021

16. Dezember 2020 - 10:50

Social Distancing? Digitale Lobbytage? Und jede Menge Online-Stammtische? Dieses Jahr war auch für unsere Jugendbotschafter*innen anders als erwartet. Trotzdem konnten unsere ONE Activists auch 2020 jede Menge erreichen und haben auf den ersten digitalen Lobbytagen gezeigt: Nichts hält sie von ihrem Kampf gegen extreme Armut ab, egal wie ungewöhnlich die Situation im ersten Moment erscheint. 

Wir finden: Die bevorstehenden Feiertage und das Jahresende sind ein guter Zeitpunkt, um bei unseren Jugendbotschafterinnen Luisa und Lilith nachzufragen, was ihre Highlights im Jahr 2020 waren und was sie sich für das kommende Jahr wünschen. Außerdem haben uns die beiden verraten, wie sie das Beste aus Weihnachten in dieser ungewöhnlichen Zeit machen. 

 Jugendbotschafterin Luisa: An Weihnachten tanke ich Kraft für das kommende Jahr

Weihnachten und Silvester verbringe ich dieses Jahr im allerkleinsten Kreis – dafür möchte ich mir die Zeit zum Innehalten nehmen, das herausfordernde Jahr Revue passieren lassen und hoffentlich viel Kraft tanken, um mich nächstes Jahr wieder für die Themen einzusetzen, die mir am Herzen liegen.  

Unsere Jugendbotschafterin Luisa mit ihrem Wunschzettel für dieses Jahr.

Mir fällt es gar nicht so leicht, nur ein ONE Highlight auszuwählen, aber wenn ich mich entscheiden müsste, dann würde ich definitiv unser Treffen mit Entwicklungsminister Müller Anfang März nennen. Das war zu diesem Zeitpunkt sogar noch in Person möglich. Max, Moritz und ich haben uns mit Minister Müller über Ernährungssicherheit und Deutschlands Verantwortung bei diesem Thema unterhalten – auf dem Dach des Bundestags.  

Ich wünsche mir natürlich, dass das nächste Jahr auch wieder nicht-digitale ONE Aktionen zulässt und wir uns auch mal wieder persönlich treffen können. Bis das wieder möglich sein wird, setzen wir aber unseren Aktivismus online fort! Aus politischer Sicht erhoffe ich mir, dass wir weiter zusammenarbeiten, um globale Gesundheit zu gewährleisten, und auf Fairness und Gleichberechtigung setzen, wenn es beispielsweise um die weltweite Versorgung mit Impfstoffen geht.  

Jugendbotschafterin Lilith: Weihnachten – dieses Jahr online und mit Menschen aus der ganzen Welt

Ich werde in diesem Jahr ein digitales Online-Weihnachtsevent veranstalten mit Personen aus aller Welt, in der wir uns über unsere Weihnachts-/Neujahrstraditionen austauschen. Internationale exotische Rezepte zum Nachbacken werden im Voraus herumgeschickt.  

Meine Highlights sind stets Live-Interviews mit Expert*innen und Politiker*innen. Es lässt sich immer etwas Neues dabei erfahren, man kann als Moderatorin interessante Eindrücke und Sichtweisen einnehmen und bietet gleichzeitig einem breiten Publikum Zugang zu einem solch wichtigen Themenfeld.

Jugendbotschafterin Lilith hat dieses Jahr in einem Facebook-Live gemeinsam mit den Jugendbotschafter*innen Liza und Patrick und dem Bundestagsabgeordneten Christoph Matschie über globale Bildung während der globalen Pandemie gesprochen.

Ich wünsche mir einen stärkeren Solidaritätsgedanken in der Welt und dass wir es schaffen, dass ein Großteil der Bevölkerung miteinander anstatt übereinander spricht. 

Außerdem auf dem Wunschzettel unserer ONE-Activist*innen: Die Abschaffung der Kaffeesteuer auf fairen Kaffee

Einen Wunsch haben unsere ONE-Jugendbotschafter*innen in diesem Jahr alle gemeinsam: Die Abschaffung der Kaffeesteuer auf fair gehandelten Kaffee. Warum? Fairer Handel ermöglicht es den Kaffeebauern und –bäuerinnen im globalen Süden ihrer Arbeit eigenverantwortlich nachzugehen und mithilfe von fairen Löhnen den Lebensunterhalt ihrer Familien zu sichern. Auch ihr findet das gut und wünscht es Euch unter Eurem Weihnachtsbaum? Dann fordert gemeinsam mit uns und nuruCoffee Finanzminister Olaf Scholz auf, die Kaffeesteuer auf fair gehandelten Kaffee abzuschaffen. 

Lieber Herr @OlafScholz, ????Weihnachten steht vor der ????. Mein Weihnachtswunsch an Sie? ✨Befreien Sie fairen ☕️ von der #Kaffeesteuer! Denn: Nachhaltige Weihnachts-???? dürfen in Zukunft kein Luxus mehr sein! @BMF_Bund #keinLuxus #ONEActivists #ichwillfair pic.twitter.com/1xTFW5jNVz

— Liza Kummrow (@KummrowLiza) December 7, 2020

Auch im nächsten Jahr werden die ONE-Jugendbotschafter*innen uns wieder tatkräftig unterstützen. Ihr möchtet Teil dieser wunderbaren Community sein und Euch für das Ende von extremer Armut einsetzen? Dann bewerbt Euch jetzt für das Jugendbotschafter*innen-Programm 2021.  

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Unsere Podcast-Empfehlungen für die dunkle Jahreszeit

15. Dezember 2020 - 13:16

Dieser Winter fühlt sich ganz besonders lang an. Neben Kälte und Dunkelheit heißt es in diesem Jahr zudem: Zuhause bleiben und Kontakte beschränken. Kein Wunder also, wenn einem*r die eigenen vier Wände langsam zu eng erscheinen. Um da dem drohenden Lagerkoller vorzubeugen, haben wir für dich eine Liste mit aktivierenden Podcasts rund um die Themen zusammengestellt, die uns gerade beschäftigen.  Egal ob Fakten zu Kaffee, Geschlechterungerechtigkeiten, die EU-Afrika-Partnerschaft oder Aktivismus: Für jede*n ist etwas dabei – damit auch dieser Winter irgendwann ein Ende hat. 

1. Für Deine wöchentliche Portion Reis

Was passiert eigentlich in Deutschland, wenn woanders auf der Welt ein Sack Reis umfällt? Dieser Frage gehen die Journalist*innen Merve Kayikci, Malcolm Ohanwe und Ramin Sina in ihrem Podcast „Sack Reis“ auf den Grund. Gut nicht ganz wortwörtlich, aber die drei Journalist*innen sprechen abwechselnd mit Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt über ihr Leben zwischen den Schlagzeilen in täglichen Nachrichten. Egal ob im Gespräch mit dem Raver aus Beirut oder dem Aktivisten aus Hong Kong: Der Podcast macht deutlich, dass ihre Geschichten sehr wohl Auswirkungen auf unser alltägliches Leben hier in Deutschland haben.  

Apropos Reis: Was könnten Reiskörner mit einer globalen Pandemie zu tun haben? Wenn dich das interessiert, dann schau doch mal hier auf unserem Blog vorbei.  

Und auch die globale Pandemie zeigt: Niemand ist vor Covid-19 sicher, bis alle vor dem Virus geschützt sind. Daher hat der Zugang zu Covid-19-Impfstoffen in anderen Teilen der Welt auch entscheidende Auswirkungen auf unser alltägliches Leben in Deutschland. Fordere mit uns die Pharmaindustrie auf, ihr Wissen mit Weltgesundheitsorganisation zu teilen und so ein umfassende Impfstoffproduktion für alle Menschen überall zu gewährleisten. 

2. Von der ONE-Jugendbotschafterin zur Klimaaktivistin und Podcasterin

Die ehemalige ONE-Jugendbotschafterin und Klimaaktivistin Luisa Neubauer hat kürzlich ihren nächsten Coup gestartet: Mit ihrem Podcast 1,5 Grad klärt Luisa über alle wichtigen Fakten rund um die Klimakrise auf. Doch neben Fakten spricht sie selbst und auch mit anderen Aktivist*innen über ihre persönliche Motivation für ihr Engagement. Mit von der Partie sind dabei interessante und hochkarätige Gäste wie Jane Fonda und Stefan Rahmstorf.  

Du fragst Dich jetzt, was Luisa als ONE-Jugendbotschafterin gemacht hat? Dann schau mal hier vorbei und bewirb Dich als ONE-Jugendbotschafter*in 2021. 

3. Setz doch mal die lila Brille auf

Haus Lila heißt der Podcast, der gesellschaftliche Debatten aus der feministischen Brille betrachtet. Egal ob das Abtreibungsverbot in Polen, die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Gesellschaft oder schlichtweg feministische Streamingtipps für den Lockdown: Dieser Podcast bietet ein buntes Potpourri an Themen, bei dem für jede*r etwas dabei ist. 

Du möchtest noch mehr über die geschlechterspezifischen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie erfahrenDann les doch mal den Gastbeitrag unserer Jugendbotschafterin Frauenrechtsaktivistin Shila zu dem Thema. 

4. Der passende Podcast zu Deiner fairen Tasse Kaffee

Beim Namen unserer nächsten Podcast-Empfehlung musst Du vielleicht direkt an den Geruch eines frischgebrühten Kaffees denken? Doch anders als bei dem oben genannten „Sack Reis“, beschäftigt sich der Podcast „Kaffeesahne“ tatsächlich mit allem rund um das kulinarische Erlebnis Kaffee: Welche Geschichte steckt dahinter und wie wird Kaffee produziert? Und was ist eigentlich mit Nachhaltigkeit und der Wertschöpfungskette des Kaffees? Darüber und noch vieles mehr spricht Anna Schättgen in ihrem Podcast mit ihren Gästen aus der deutschen Kaffeeszene. Eine Hörempfehlung für alle Kaffeenerds und die, die es noch werden wollen. 

Auch wir bei ONE beschäftigen uns mit der Frage nach Kaffee und Nachhaltigkeit. Wenn Du mehr dazu wissen willst und was die Kaffeesteuer damit zu tun hat, erfährst Du hier. 

5. Immer auf dem neusten Stand zu den aktuellen Debatten in Brüssel

Die Europäische Union ist Dir manchmal zu komplex und Du verstehst häufig nur Bahnhof? Dann ist der Podcast „Brüsseler Bahnhof“ genau das Richtige für dich. In dem Podcast erklären acht junge Europäer*innen kinderleicht die Institutionen der EU und was in Brüssel gerade heiß debattiert wird. Besonders hörenswert: Die Folge im vergangenen November über eine EU-Afrika-Partnerschaft auf Augenhöhe. Zu Wort kommt in dieser Folge unter anderem die nigerianische ONE-Aktivistin Zigwai. Sie spricht darüber, was sie für eine gerechte und faire Zusammenarbeit zwischen den beiden Kontinenten nötig hält. 

Du willst Dich wie Zigwai in einem Programm von ONE für eine EU-Afrika-Partnerschaft einsetzen. Dann schau doch mal hier vorbei. 

 

Und jetzt wünschen wir Dir viel Spaß beim Reinhören! Für noch mehr Ablenkung in der kalten Jahreszeit schau doch mal hier vorbei. 

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Coffee Talk mit der Kaffee-Kooperative: Starke Frauen, starker Kaffee

15. Dezember 2020 - 13:15

Die Kaffee-Kooperative ist ein deutsch-afrikanisches Social Business im Kaffee-Sektor. Während der Kaffee von den Produzent*innen in Eigenverantwortung angebaut, geröstet und verpackt wird, übernimmt die Kaffee-Kooperative den Vertrieb des Fairtrade-Kaffees anschließend in Deutschland. In ihrem Gastbeitrag von Charlotte Lonitz wird erklärt, wie ihr Business mehr Gleichberechtigung in der Kaffeeproduktion fördert. Der Artikel gibt nicht zwangsweise die Meinung von ONE wieder. 

Wie eine eigene Kaffeemarke Frauen zu selbstbestimmten Produzentinnen macht und für mehr Gleichberechtigung im Kaffeebusiness sorgen kann

„Kaffee ist Männerbusiness!“ war (und ist) eine weit verbreitete Auffassung im Kaffeegeschäft weltweit. Kein Wunder, denn der Besitz von Kaffeepflanzen lag traditionell bei den männlichen Familienmitgliedern und auch die Schlüsselpositionen in der Produktion des „schwarzen Goldes“ waren fast immer in Männerhand.

Das, obwohl Frauen schon immer die eigentlichen Leistungsträgerinnen im Kaffeesektor waren: Sie erledigen rund 70 Prozent der körperlich anstrengenden Arbeiten wie Saat, Aufzucht, Ernte der Kaffeepflanzen sowie das Schälen, Waschen und Auslesen der Bohnen. Bis zu 15 Stunden arbeiten sie täglich, da nach der anstrengenden Feldarbeit meist noch Haushalts-, Erziehungs- und Pflegeaufgaben hinzukommen.

Frauen wie Thacianna erledigen den Großteil, rund 70 Prozent, der Feldarbeit im Kaffeeanbau (Foto: Charlotte Lonitz)

Strukturelle Benachteiligung in der Kaffeeproduktion

Trotz allem können Frauen meist nicht gleichberechtigt an der Wertschöpfung aus der Kaffeeproduktion teilhaben. Dies hat verschiedene Gründe:

  • Besitz: Weniger als 15 Prozent der landwirtschaftlichen Anbaufläche ist im Besitz von Frauen. Das ist beim Kaffee leider nicht anders, auch hier werden das Land und die Kaffeebäume meist an die männlichen Nachfahren vererbt. Hinzu kommt, dass Frauen oftmals erschwerten Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten wie Krediten haben, um sich neue Investitionen zu leisten.
  • Arbeitsteilung: Die Arbeitsteilung entlang der Wertschöpfungskette ist sehr ungleich und typische Geschlechterrollen sind hier noch sehr dominant: Frauen erledigen den Großteil der vorgelagerten Arbeiten (Anbau, Ernte und Auslese), die jedoch in der Regel nicht allzu viel Geld abwerfen. Die späteren Aktivitäten wie Transport, Verkauf oder Qualitätskontrolle, die mehr Gewinn erbringen sowie mehr Einfluss und Ansehen genießen, sind männerdominiert: Hier belegen Frauen im Durchschnitt nur 10-20 Prozent der Positionen.[1] In den Führungsrollen des Kaffeesektors sind Frauen weltweit unterrepräsentiert und die Aufstiegschance für sie sind meist gering.
  • Einkommen: Die unterschiedliche Verteilung der Arbeit entlang der Produktionskette sowie die ungleiche Besitzlage führt logischerweise auch zu ungleichen Einkommen. Eine Studie aus Ostafrika fand heraus, dass die Einkommensunterschiede zwischen männlichen und weiblichen Kaffeebäuer*innen, die gender pay gap, hier bei 39 Prozent liegt.[2]
Frauengeführte Alternativen

Doch es formiert sich schon seit einiger Zeit Widerstand. Kaffeeproduzentinnen fordern mehr Gleichberechtigung, Anerkennung und Mitbestimmungsrechte. 2003 gründete sich zum Beispiel die International Women’s Coffee Alliance (IWCA), ein internationaler Zusammenschluss von Kaffeebäuer*innen, -röster*innen und -händler*innen, der global für die Sichtbarkeit und Belange von Frauen im Kaffeesektor eintritt.

Angelique Karekezi, seit zwölf Jahren Geschäftsführerin von RWASHOSCCO (Rwanda Smallholder Specialty Coffee Company), einem Verband von sechs Kooperativen in Ruanda (Foto: Denyse K. Uwera)

Zur ruandischen Abteilung der IWCA gehört auch Angelique Karekezi. Sie ist seit 2008 Geschäftsführerin von RWASHOSCCO, dem ruandischen Kooperativenverbund mit dem wir zusammenarbeiten. Da sie die Lage der Frauen im ruandischen Kaffeebusiness mehr als gut kennt, schlug sie uns 2016 vor: Warum nicht eine Marke schaffen, die zu 100 Prozent von Frauen hergestellt wird?

Gesagt, getan. Gemeinsam mit den Frauengruppen der Kooperativen lancierten wir die Marke „Angelique’s Finest“. Von der Bäuerin bis zur Designerin und Geschäftsführerin – dieser Kaffee wird komplett unter der Kontrolle von Frauen produziert. Hinzu kommt: Die Marke, womit heutzutage hohe Gewinne im Kaffeebusiness gemacht werden, gehört den Produzentinnen. Alle wichtigen diesbezüglichen Entscheidungen werden von ihnen getroffen und alle Gewinne daraus fließen direkt und indirekt an die Produzentinnen zurück.

Kaffeebäuerin Laurence Mukakabera stolz mit der Angelique’s Finest-Packung (Foto: Denyse K. Uwera)

Kaffee & Empowerment

Doch welche Wirkung zeigt dies für die Frauen?

  1. Eigenes Einkommen

Für alle Kaffeekirschen, die die Bäuerinnen für Angelique‘s Finest abliefern, erhalten sie eine direkte Bezahlung sowie eine „Frauenprämie“. So erhalten die Frauen mehr Hoheit darüber, wie und wofür sie ihr Geld ausgeben. Das wiederum bedeutet mehr Selbstständigkeit und finanzielle Unabhängigkeit.

  1. Besitz

Um ihre Kaffeekirschen als „Frauenkaffee“ in die Produktion für Angelique‘s Finest einfließen zu lassen, müssen die Kaffeesträucher den Bäuerinnen auch gehören. Dies hat viele Ehemänner dazu veranlasst, ein Teil ihres Besitzes auf ihre Ehefrauen umschreiben zu lassen – mit nachhaltigen positiven Folgen und mehr Absicherung für die Frauen in Zukunft.

  1. Aufstiegschance

Durch die gestiegene Aufmerksamkeit werden Frauen vermehrt Weiterbildungen zur Rösterin, Cupperin (Testerin), Qualitätsmangerin oder Logistikerin angeboten und sie als solche eingestellt.

Chefrösterin Eugenie Mukandanga kontrolliert den Geruch der frisch gerösteten Bohnen in der Rösterei in Kigali (Foto: Denyse K. Uwera)

Die Qualitätsmanagerinnen Eugenie Mukandanga und Emerthe Mukabavugirije bei der Vorbereitung der Exporte (Foto: Denyse K. Uwera)

  1. Soziale Anerkennung und Partizipation

Dadurch, dass sie durch den „Frauenkaffee“ eine neue Einkommensquelle für die Kooperativen, die Familien und das Land als Ganzes schaffen, wird den Frauen mehr gesellschaftliche Anerkennung Teil. Die Produzentinnen finden, dass ihre Stimme nun mehr gehört wird. Es hat sie auch ermutigt, sich auf allen Ebenen der Kooperativen stärker einzubringen, wodurch sie aktiver an den Entscheidungsprozessen mitwirken. Heute findet man in vielen Vorständen und Leitungspositionen eine zunehmend ausgeglichenere Verteilung der Geschlechter.

  1. Stolz & Selbstbewusstsein

Der Fakt, dass sie mit Angelique‘s Finest ihr eigenes Produkt herstellen, das auf dem internationalen Markt Beachtung findet, erfüllt die Frauen mit Stolz und Selbstbewusstsein, was sich auch auf andere Bereiche des Lebens auswirkt.

  1. Gemeinschaftswachstum

Studien belegen, dass Frauen den Großteil ihres Einkommens in die Familie reinvestieren. So verbessern sie nachhaltig das Wohlergehen aller Mitglieder ihrer Gemeinschaft, beispielsweise in den Aspekten Ernährung, Gesundheit und Bildung.

Bäuerin Valerie Mukashyaka mit ihrer Familie – das gesteigerte Einkommen der Frauen kommt der gesamten Gesellschaft zugute (Foto: Denyse K. Uwera)

Fazit

Dieses Beispiel zeigt, dass Frauen aus ihrer „unsichtbaren“ Position im Kaffeegeschäft heraustreten und eine aktive, selbstbestimmte Rolle darin spielen können. Frauen produzieren nicht nur starken qualitätsvollen Kaffee, der Kaffee macht sie auch stärker. Davon profitieren im Endeffekt alle: die Produzentinnen, ihre Männer und Kollegen, ihre Gemeinschaften und die Konsumierenden.

Das Bild am Anfang des Beitrages zeigt: Kaffee ist Teamwork. Frauen der Kooperative Dukundekawa aus Musasa (Ruanda) tragen gemeinsam die getrockneten Kaffeebohnen (Foto: Maxim Schulz/BRIGITTE)

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15. Dezember 2020

15. Dezember 2020 - 11:38

1. Deutsche Pharmakonzerne verhindern weltweite Impfgerechtigkeit
Nils Klawitter berichtet im SPIEGEL , dass die beiden deutschen Impfstoffunternehmen Curevac und Biontech in einem Ranking zur fairen Impfstoffverteilung besonders schlecht abschneiden. Die Firmen unterstützen den ACT-Accelerator der Weltgesundheitsorganisation nicht. Dieser solle zu einer weltweit gerechten Impfstoffverteilung beitragen. Biontech habe keinen Preisnachlass für gemeinnützige Organisationen zugesagt. Curevac wiederum habe den Verkauf des Impfstoffs zum Selbstkostenpreis ausgeschlossen. Curevac behaupte zudem „im engen Austausch“ mit verschiedenen Impfstoffinitiativen zu stehen, sich an einer UNICEF-Ausschreibung beteiligen zu wollen sowie Studienprotokolle zum Impfstoff öffentlich einsehbar zu machen. Biontech habe gar nicht auf die Anfragen des SPIEGELS reagiert. Im Länder-Ranking des Fairness-Tests stehe Deutschland allerdings in den vorderen Rängen der Liste. Die Bundesregierung befinde sich hinter der EU und Großbritannien auf Platz drei, da sie unter anderem hohe Geldbeträge für den ACT-Accelerator zugesagt habe.

2. USA streichen Sudan von Terrorliste
Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Tageszeitung (TAZ) und die Deutsche Welle berichten, hat die USA den Sudan von der Terrorliste gestrichen. Das Lande habe seit 1993 auf der Liste gestanden. Als Voraussetzung für die Streichung musste der sudanesische Staat 335 Millionen US-Dollar an die amerikanische Regierung zahlen. Diese Zahlung solle als Entschädigung an amerikanische Bürger*innen für vergangene terroristische Akte dienen. Zudem habe US-Präsident Donald Trump darauf bestanden, dass der Sudan diplomatische Beziehungen zu Israel aufnehme. Jetzt nicht mehr auf dieser Liste zu stehen, bringe „Investitionen und Geldtransfers über offizielle Kanäle an, neue Arbeitsmöglichkeiten für junge Menschen und viele andere positive Dinge” mit sich, so der sudanesische Premier Abdullah Hamduk.

3. Niger: 27 Tote bei Boko Haram-Angriff
Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) meldet, dass die Terrorgruppe Boko Haram ein Dorf im Südosten Nigers angegriffen und dabei 27 Menschen getötet hat. Die Nachrichtenagentur AFP berichtet zudem, dass die Tat kurz vor dem Beginn der landesweiten Kommunal- und Regionalwahlen im Niger geschah. Das Dorf Toumour liege nahe der Grenze zu Nigeria. Es sei nach Angaben eines Lokalpolitikers zu 60 Prozent zerstört worden, nachdem etwa 70 Angreifer*innen dort stundenlang gewütet hatten. Boko Haram kämpfe seit 2009 im Nordosten Nigerias. Allerdings habe sich der Konflikt mittlerweile auch auf die Nachbarländer Niger, Kamerun und Tschad ausgeweitet. In den vergangenen Jahren haben Boko Harams und andere Dschihadisten rund 36.000 Menschen getötet. Zwei Millionen Menschen seien aus diesem Grund geflüchtet. Boko Haram sei seit 2016 in zwei Flügel aufgespalten: Die Gruppierung des Islamisten Abubakar Shekau und die Gruppierung Islamischer Staat in Westafrika, die größtenteils in der Gegend um den Tschadsee aktiv sei. Letztere ziele vor allem auf Militäranlagen und internationale Hilfsorganisationen ab. Abubakar Shekaus Gruppe bekannte sich zur Tötung von 76 Landarbeiter*innen bei Nigerias Kommunalwahlen Anfang Dezember.

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14. Dezember 2020

14. Dezember 2020 - 12:39

1. Mehr als 300 Schüler*innen in Nigeria entführt
Viele Medien, darunter die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Süddeutsche Zeitung, die Tageszeitung (TAZ) und die Stuttgarter Nachrichten, melden, dass es in Kankara im Bundesstaat Kantsina in Nigeria zu einem schweren bewaffneten Anschlag auf eine lokale Schule kam. Die Täter*innen haben mit schweren Schusswaffen um sich geschossen und vermutlich mehr als 300 Schüler*innen entführt. Etwa 200 Schüler*innen konnten entkommen. Laut einigen Berichten seien die Entführer*innen mit den Geiseln in den Wald geflohen. Dort sollen sie von der staatlichen Polizei entdeckt worden sein. Daraufhin sei es zum Schusswechsel gekommen. Wer genau hinter den Anschlägen stecke, sei nach wie vor nur Objekt von Spekulationen. Beobachter*innen schließen nicht aus, dass es sich um einen weiteren Anschlag von Boko Haram handeln könnte. Obwohl die radikalislamistische Miliz bisher nicht in Kantsina aktiv gewesen sei, sei eine regionale Ausbreitung der Gruppe nicht auszuschließen. Allerdings könnten die Täter*innen auch einer anderen bewaffneten Gruppe angehören. So könne es sich überdies um „Banditen“ handeln. Sie entführen ungeachtet des sozialen Status Personen, um Lösegeld zu fordern.

2. Südafrika muss weiter auf Impfstoffzugang warten
Wie Claudia Böll in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung schreibt, muss das afrikanische Land vermutlich bis zum zweiten Quartal 2021 auf einen Impfstoff warten. Südafrika sei mit insgesamt 830.000 Infektionen und 22.000 Toten das am stärksten betroffene Land auf dem afrikanischen Kontinent. Obwohl in Südafrika vier Impfstofftests verliefen, habe die Regierung es verpasst, mit den Pharmakonzernen über Preise und Lieferungen zu verhandeln. Südafrika sei bei klinischen Untersuchungen an vorderster Front und werde dennoch auf eine Implementierung warten müssen, so Shabir Madhi, Impfforscher an der Witwatersrand-Universität in Johannesburg. Trotz der fortwährenden Herabstufung des südafrikanischen Rand werde die Nation von der Weltbank als Land mit höherem mittlerem Einkommen eingestuft. Dadurch müsse Südafrika die gleichen Preise für Impfstoffe bezahlen wie reichere Staaten im Globalen Norden. Die Haushaltslage der südafrikanischen Regierung sei jedoch sehr angespannt. Demnach setze der Staat nun auf die Covax-Initiative der Weltgesundheitsorganisation und die Impfallianz Gavi, über die insbesondere afrikanische Länder bis Ende 2021 ca. 2 Milliarden Impfdosen erhalten sollen.

3. Koloniale Raubkunst überschattet Eröffnung des Humboldt-Forums
Unter anderem die Tageszeitung (TAZ) und der Tagesspiegel berichten, dass die Frage um die so genannten Benin-Bronzen kurz vor der Eröffnung des Humboldt-Forums noch immer nicht geklärt ist. So habe der nigerianische Botschafter in Deutschland in einem Brief an die Bundesregierung erneut die Rückgabe der Benin-Bronzen gefordert. Im Auswärtigen Amt sei das Schreiben der nigerianischen Regierung bereits im August 2019 eingegangen. Daraufhin seien Gespräche mit dem Verweis auf einen fortgeführten Dialog erfolgt. In dem Schreiben sehe die Bundesregierung jedoch offenbar keine offizielle Rückgabeforderung. Die Benin-Bronzen seien der berühmteste Fall von kolonialem Kunstraub, so der Historiker Jürgen Zimmermann. Die Blamage sei abzuwenden gewesen und schade dem internationalen Ruf Deutschlands, so Zimmermann weiter.

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Nachhaltig Weihnachten feiern: Geschenke grün verpacken

11. Dezember 2020 - 12:57

Verschenken macht Freude. Und für viele Menschen gehört der Prozess des Einpackens maßgeblich zur Tradition dazu. Doch während mittlerweile immer öfter nachhaltige Produkte verschenkt werden, entsteht dennoch jedes Jahr eine Menge Müll – rund 8.000 Tonnen an Geschenkverpackungen an einem durchschnittlichen Weihnachtsabend in Deutschland, um genau zu sein. So sind zwar viele Geschenke von innen durchdacht, stecken aber immer noch in Einmalverpackungen. Das lässt sich allerdings mithilfe recht einfacher Maßnahmen ändern. 

1. Verpackungen von letztem Jahr wiederverwenden

Die einfachste Art, direkt für das kommende Jahr vorzusorgen: Die eigenen Geschenke etwas vorsichtiger auspacken und Papier und Schleifenband aufheben. Für das nächste Weihnachten haben deine Geschenke dann bereits ein sicheres Gewand.  

2. Zeitungen

Eine tolle Möglichkeit, Tageszeitungen und Zeitschriften nicht direkt ins Altpapier wandern zu lassen, ist, sie als Geschenkpapier umzufunktionieren. Ob taz, Financial Times oder Le Monde Diplomatique – die bedruckten Seiten machen als Verpackung wirklich etwas her.  

3. Kalenderblätter

So kannst du das vergangene Jahr direkt weiterverwerten. Das funktioniert natürlich am besten mit großen Wandkalendern, die tolles Bildmaterial hergeben. Aber auch Tischkalender mit Zitaten oder Taschenkalender mit der eigenen Handschrift können zu interessantem Geschenkpapier werden.  

4. Kissenbezüge

Zweckentfremden und vor dem Müllcontainer retten: Hast du alte Kissenbezüge herumliegen, die nicht mehr zum Sofa passen? Oder Stoffreste vom letzten Nähprojekt? Statt in den Mülleimer können sie um deine Weihnachtsgeschenke enden – und dabei noch wirklich etwas hermachen.  

5. Jutebeutel …

… hängen millionenfach in beinahe jeder Küche. Und können ganz einfach umfunktioniert werden. Schnapp dir einen mit besonders schöner Farbe oder einem tollen Muster und schon kannst du auch große und unförmige Geschenke toll verpacken. Mit etwas recyceltem Schleifenband hält das Ganze auch gut. 

6. Gläser

Wer Selbstgemachtes verschenkt, ist mit abgespülten Gläsern der Lieblingsmarmelade am besten bedient. Es sieht nicht nur schick aus, sondern hält den Inhalt auch viel länger frisch. Die Verpackung kann danach ins Altglas wandern – oder aber der oder dem Beschenkten selbst als Aufbewahrung dienen. 

Noch mehr Tipps für ein nachhaltigeres Weihnachten

Mindestens genauso wichtig wie diese nachhaltigen Verpackungsideen selbst umzusetzen, ist aber, es weiterzusagen. Es ist toll, beschenkt zu werden – aber noch besser, wenn beim Auspacken keine Unmengen an Müll produziert werden müssen. Natürlich gibt es noch zahlreiche andere Möglichkeiten, dein Weihnachten dieses Jahr grüner zu gestalten: Second Hand verschenken. Den diesjährigen Weihnachtsbaum mieten statt kaufen. Versuchen, nicht zu viel zu kochen und damit große Lebensmittelabfälle vermeiden. Oder die Lichterketten ausschalten, wenn du das Haus verlässt.  

Nachhaltigkeit ist Dir nicht nur an den Feiertagen wichtig? Dann schau mal auf unserem Blog mit Tipps zu nachhaltigem Kaffekonsum vorbei oder unterstütze unserPetition an Olaf Scholz. Denn gemeinsam mit nuruCoffee fordern wir die Abschaffung der Kaffeesteuer auf fairen Kaffee, um so nachhaltige Entwicklung zu fördern. 

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11. Dezember 2020

11. Dezember 2020 - 12:35

1. EU-Ratspräsidentschaft: Haushaltseinigung erzielt
Wie die Deutsche Welle berichtet, fand am Donnerstag das letzte Treffen des Europäischen Rates unter der Präsidentschaft Deutschlands statt. Die Bundesregierung habe viele Ziele während der Präsidentschaft nicht erreicht. So seien beispielsweise keine Fortschritte bei der Afrika-Strategie zu verzeichnen gewesen. Lange Zeit hatten auch Ungarn und Polen den Haushaltsvorschlag ebenso wie den Corona-Fonds blockiert. Die Blockade sei unter anderem darauf zurückzuführen, dass beide Staaten die Überprüfung der Rechtsstaatlichkeit vor der Auszahlung von Haushaltsmitteln verhindern wollten. Tatsächlich werde die Rechtsstaatlichkeit beider Länder von der EU angezweifelt. Diesbezüglich laufen bereits Verfahren. Mittlerweile haben sich die EU-Staaten nach Meldungen von SPIEGEL Online, Euractiv der Deutschen Welle und auf den EU-Haushalt und verschärfte Klimaziele geeinigt. So habe der Europäische Rat beschlossen, die Rechtsstaatlichkeit nur noch bei der Verwendung von EU-Mitteln zu überprüfen. Zudem müsse erst noch der Europäische Gerichtshof über die Rechtmäßigkeit des Verfahrens entscheiden. Weiterhin habe der Rat beschlossen, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 um mindestens 55 Prozent der Werte von 1990 zu senken.

2. Gewaltsame Ausschreitungen nach Wahlen in Ghana
Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Süddeutsche Zeitung schreiben, kam es nach den Wahlen in Ghana zu gewaltsamen Ausschreitungen. Beobachter*innen hatten die Präsidentschaftswahl als glaubwürdig eingestuft. Nun fechte die Opposition jedoch das Wahlergebnis an. Bisher habe Ghana für die Durchführung von friedlichen Wahlen als Musterland gegolten. Im Zuge der Ausschreitungen habe die Polizei bisher fünf Tote und ein Dutzend Verletzte gemeldet. Dennoch habe die überwiegende Mehrheit der Wahlbeobachter*innen den Prozess als positiv, friedlich und organisiert bewertet.

3. Afrikanische Länder bei Impfstoffverteilung depriorisiert
Johannes Dieterich berichtet in den Stuttgarter Nachrichten, dass der afrikanische Kontinent vermutlich erst Mitte 2021 umfassende Mengen des Corona-Impfstoffs erhalten werde. Derzeit sterben täglich hunderte Afrikaner*innen an den Folgen des Coronavirus. Doch die derzeit produzierten Impfstoffe werden bisher nur für die wohlhabenden Staaten des Nordens abgefüllt. Die USA und die EU haben schon im Vorhinein den Großteil der Impfstoffdosen gekauft. Die Regierungen Indiens und Südafrikas haben der Welthandelsorganisation vorgeschlagen, die Patentrechte für die Impfstoffherstellung auszusetzen. Dadurch könnten Impfstoffe auch von anderen Pharmaunternehmen hergestellt und die Kosten deutlich gesenkt werden. Der Westen habe diesen Vorschlag jedoch blockiert. Geistiges Eigentum solle geschützt werden, so die wohlhabenden Staaten des Globalen Nordens. Die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ habe vergeblich für die Unterstützung des Vorschlags von Indien und Südafrika plädiert. Dadurch wäre „in einem entscheidenden Augenblick das Wohl der Menschen über die Profite der Unternehmen“ gestellt worden, so die Organisation.

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Ausmalbild zu Weihnachten im ONE-Style

10. Dezember 2020 - 16:49

Weihnachten rückt näher und Du suchst noch ein persönliches Geschenk für deine Liebsten? Wie wäre es da mit einem Ausmalbild im ONE-Style? Egal ob gerade Covid-19 ist oder auch wenn wir (hoffentlich bald) zur alten Normalität zurückgekehrt sind, jede*r freut sich sicherlich über ein selbst ausgemaltes Bild mit aktivistischen Grüßen im Postfach.

Du hast keinen Drucker? Dann speichere das Bild auf Deinem Telefon und mal es in deiner Instagram Story aus.

Download ONE Activist unter dem Weihnachtsbaum

 

Weihnachten ist nicht so dein Ding? Dann schau mal hier vorbei und finde noch mehr coole Ausmalbilder für Deine Entspannung im Home Office.

Du willst wie unsere Aktivistin auf dem Bild unterm Weihnachtsbaum aktiv werden? Dann schau mal auf unserem Blog über Couch-Aktivismus an Weihnachten vorbei.

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10. Dezember 2020

10. Dezember 2020 - 12:35

1. Plädoyer gegen Hunger
Exekutivdirektor des Welternährungsprogramms (WFP) David Beasley, Bundesaußenminister Heiko Maas und Entwicklungsminister Gerd Müller sprechen sich in einem Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung für eine Welt ohne Hunger aus. Dahingehende Bemühungen seien auch friedensfördernd, da Lebensmittel- und Ressourcenknappheit oft zu Konflikten führen. Statt auf Krisen zu reagieren, schlagen die beiden Minister und der WFP-Exekutivdirektor vor, präventiv dagegen vorzugehen. Hunger habe politische Ursachen und brauche deshalb politische Lösungen. Deutschland werde die finanzielle Unterstützung für das WFP kommendes Jahr erhöhen. Zudem sehen die Autoren die Verantwortung auch beim Privatsektor, insbesondere jenen Firmen, die von der Pandemie profitiert haben.

2. Der geopolitische Machtkampf um Corona-Impfungen
Mehrere Journalist*innen der ZEIT verweisen in einem Artikel auf die geopolitische und wirtschaftliche Bedeutung der Impfstrategien in Europa, den USA, China und Russland. Um das globale Problem der Corona-Pandemie zu lösen, verfolge jede Großmacht eine andere Strategie. Russland habe bereits Impfstoffdosen an diverse Länder verkauft, darunter Brasilien, Kasachstan und Mexiko. Auch China werde “globale öffentliche Güter” bereitstellen. Die EU müsse in dieser Krise ihr Modell des Multilateralismus gegenüber nationalem Egoismus verteidigen. Dabei stehen sich manche EU-Staaten gegenseitig im Weg. Zudem haben reiche Nationen im Vorhinein Unmengen an potenziellen Impfstoffdosen gekauft, die weit über die eigenen Bevölkerungszahlen hinaus gehen. Somit werde wirtschaftlich schwachen Staaten der Zugang zu etwaigen Impfstoffen verwehrt. Diesen Ländern bleibe, wenn überhaupt, nur die Wahl zwischen dem chinesischen und dem russischen Impfstoff. Der chinesische Impfstoff sei schon großen Teilen der chinesischen Bevölkerung „ohne nennenswerte Nebenwirkungen“ verabreicht worden. Nun werde er in anderen Ländern getestet. Den westlichen Ansprüchen genüge er jedoch nicht. Der russische Impfstoff Sputnik V sei ebenfalls umstritten. Putin selbst verzichte aus Solidarität auf die eigene Impfung.

3. Ghanaischer Präsident Akufo-Addo bleibt im Amt
Auf Basis der in Ghana abgehaltenen Wahlen wird Amtsinhaber Nana Akufo-Addo vermutlich Präsident des westafrikanischen Landes bleiben, so Katrin Gänsler in der Tageszeitung (TAZ). Er liege mittlerweile mit 6,6 Millionen Stimmen vor seinen Mitstreiter*innen. Es habe sich eine hohe Wahlbeteiligung abgezeichnet. Im Vergleich zum Jahr 2016 haben diesmal circa zwei Millionen mehr Menschen gewählt. Herausforderer John Mahama habe in der Region „Western Togoland“ die meisten Stimmen erhalten. Diese Region habe sich im September für unabhängig erklärt. Laut Beobachter*innen sei in der Woche vor den Wahlen ein großes Militäraufgebot in jene Gegend geschickt worden. Sowohl nationale als auch internationale Beobachter*innen haben die Wahl in Ghana gelobt. Für die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS sowie die Afrikanische Union (AU) zeige dies abermals, dass Ghana im Stande sei, seit 1992 erfolgreiche und friedliche Wahlen durchzuführen.

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Was war außer Corona auf der Welt los? Eine Presseschau zu Subsahara-Afrika

10. Dezember 2020 - 10:06

Das Corona-Virus hat die Welt 2020 ganz schön erschüttert. Doch das ist bei Weitem nicht alles, was in diesem außergewöhnlichen Jahr passiert ist. Wir werfen einen Blick in unsere Presseschau der letzten Monate und stellen euch in Kürze einige soziale (Protest-)Bewegungen und politische Umbrüche in Subsahara-Afrika vor.

#EndSARS-Proteste in Nigeria

Trotz Lockdown ging die Jugend des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas auf die Straße – und das mit schwerwiegenden Folgen. In Nigeria gibt es eine Polizeieinheit namens SARS, die laut Berichten gewaltsam ist und der seit Jahren Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden. Die Spezialeinheit, die die Bevölkerung eigentlich vor Überfällen schützen solle, wurde selbst zum Täter. Dabei hatte sie vor allem junge, männliche und vergleichsmäßig ökonomisch privilegierte Menschen im Visier. Dies berichteten viele verschiedene Medien. Im Oktober dieses Jahres ging ein Video viral, das zeigte, wie SARS-Polizisten einen jungen Mann auf offener Straße exekutierten – das war der nötige Tropfen, der noch gefehlt hatte, um die Proteste auszulösen. Präsident Buhari reagierte zu Beginn mit der Abschaffung von SARS. Doch es kam lediglich zu einer Umbenennung in SWAT und nicht zu einer Änderung der tatsächlichen Verhältnisse. Daraufhin protestierten die Demonstrierenden weiter. In Lekki, einem Vorort der Wirtschaftsmetropole Lagos, wurden zuerst jegliche Kameras und Straßenbeleuchtungen abgeschaltet. Später wurde auch das Telefonnetz gekappt und es kam zu Schüssen auf die friedlich Demonstrierenden. Es gab über 50 Todesopfer. Dennoch: die Protestbewegung geht weiter und hat sich sogar international Gehör verschafft. Musik-Größen wie Wizkid und Kanye West solidarisieren sich mit der Bewegung.

Du möchtest die Zivilbevölkerung Nigerias in ihrem Kampf gegen Polizeigewalt unterstützen und dich mit deiner Stimme für das Auflösen der SARS-Polizeieinheit einsetzen? Schreibe jetzt eine E-Mail an Muhammadu Buhari und Generalstaatsanwalt Abubakar Malami oder tweete zum Thema.

Der Kampf gegen Femizide: #ShutitallDown Namibia

In dem sonst so friedfertig erscheinenden Land im südlichen Afrika war es den Frauen* nun endgültig zu viel: Die Frauenrechtsorganisation Femnet berichtet von durchschnittlich 3 gemeldete Vergewaltigungen und 66 Fälle von häuslicher Gewalt täglich. Um unter anderem die Ausrufung eines nationalen Notstandes in Bezug auf die Femizide sowie den Rücktritt Doreen Siokas, der Ministerin für Geschlechtergleichstellung, Armutsbekämpfung und soziale Sicherheit, zu fordern, starteten Aktivist*innen friedliche Proteste, wie The Namibian berichtete. In Namibia sind Femizide leider keine Einzelfälle. Frauen* werden oftmals von ihren ehemaligen Partnern getötet, wenn sie die Beziehung beenden oder dies auch nur in Erwägung ziehen. Aktivist*innen fordern nun politisches Handeln seitens der Regierung.

Du willst dich soldiarisieren? Mach auf deinen Social Media Kanälen auf die soziale Bewegung aufmerksam und/oder unterschreibe eine Petition, damit zukünftig nicht die Protestierenden, sondern die Mörder und Sexualstraftäter festgenommen werden.

Die Fakten zu Gender-based violence sind schockierend – und das nicht nur in Namibia. Mach dieses Quiz und lerne mehr über das Thema.

Afrikanischer Herbst: Machtkämpfe, Rebellion und politischer Widerstand

Auch was Regierungspolitik betrifft, war auf dem afrikanischen Kontinent in den letzten Monaten Einiges los. Dominic Johnson ging in der TAZ sogar soweit, die Vorkomnisse in ihrer Geballtheit als „afrikanischen Herbst“ zu bezeichnen. In Tansania, Côte d’Ivoire und Guinea kam es laut mehreren Medien zu Ausschreitungen vor, während und nach Wahlen. Wie unter anderem die TAZ berichtet, feuerte Friedensnobelpreisträger Ahmed Abiy einen Bürgerkrieg im eigenen Land an, indem er den Befehl zum militärischen Angriff auf die nach Autonomie strebende Tigray-Region gab. Ugandas Machthaber verhaftete die politische Opposition. In Burkina Faso wurde laut der TAZ über einer Million Binnengeflüchteten und 300 000 weiteren Einwohner*innen die Stimmabgabe verwehrt. Die nördlichen Regionen Nigerias und Mosambiks wurden, wie die SZ berichtete, von radikalislamistischen Milizen terrorisiert und in Kamerun tobt laut Beiträgen der Deutschen Welle nach wie vor ein Sezesssionskrieg. Eine Auseinandersetzung schien die nächste zu jagen.

Äthiopiens Ministerpräsident nahm sich ein Beispiel an dem oben erwähnten Präsidenten Nigerias, Muhammadu Buhari. Auch er sorgte dafür, dass bei seinem Einschreiten Strom und Internet gekappt waren. Handelte es sich in Falle des Lekki-Massakers unter Buhari nur um den Teil einer Vorstadt, stellte Friedensnobelpreisträger Abiy dies sogar für eine gesamte Provinz (Tigray) sicher. Jetzt mag man sich noch fragen, wieso es in drei verschiedenen afrikanischen Ländern schon fast zeitgleich zu Ausschreitungen im Zuge der Wahlen kam. Eine der gemeinsamen Komponenten, die sich auftun, ist, dass die jeweiligen Amtsinhaber ihre Machtposition wohl nur sehr ungern aufgeben wollen würden. Dabei gingen sie zum Teil sogar so weit, ihre Amtszeiten verlängern zu lassen. Im Falle Äthiopiens, Côte d‘Ivoires, Guineas  und Tansanias wurde gar das Feuer auf die eigene Bevölkerung eröffnet, wenn diese die Legitimität der jeweiligen Machthaber anzweifelten. Dennoch: die Zivilbevölkerung, und allem voran Afrikas Jugend, lehnt sich weiter auf.

Du fragst dich, wie es nun in Äthiopien weitergehen soll? Lies HIER einen Beitrag von Hewan Goitom Berhane.

Du willst auch unterm Jahr auf dem aktuellen Stand bleiben, was politische Entwicklungen in Subsahara-Afrika angeht? Abonniere die Top-Themen von ONE per E-Mail (eine kurze E-Mail an nadja.grossenbacher@one.org genügt!) oder lies sie hier auf unserem Blog nach.

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9. Dezember 2020

9. Dezember 2020 - 10:54

1. Große Unterschiede bei Corona-Impfstoffpreisen
In einem Interview mit der Wirtschaftswoche erklärt der Wirtschaftsprofessor Markus Scholz, weshalb sich die unterschiedlichen Pharmakonzerne bei der Preisgestaltung ihrer Impfstoffe so stark unterscheiden. Laut Professor Scholz verrechne AstraZeneca lediglich 2,50 US-Dollar pro Impfstoffdosis, da der Pharmakonzern die Zusammenarbeit mit der Universität Oxford und die in diesem Zusammenhang erhaltenen öffentlichen Gelder berücksichtige. Pfizer betone dagegen, dass sie keine öffentlichen Gelder von der US-Operation ‘Warp Speed’ erhalten haben. Daher setzen sie den Preis in der USA bei etwa 19 US-Dollar an. In Europa soll der BioNTech-Pfizer-Impfstoff jedoch kostengünstiger ausfallen. Denn die Bundesregierung habe BioNTech mit 275 Millionen Euro gefördert. Moderna wiederum habe hunderte Millionen Dollar an Förderung von ‘Warp Speed’ erhalten. Dennoch verkaufe das Unternehmen den Impfstoff mit 32-37 US-Dollar pro Dosis am teuersten. Die Corona-Pandemie könne eine Chance für Pharmakonzerne sein, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen, so Scholz. Dies hänge davon ab, ob den Ländern des Globalen Südens ein logistischer und kostengünstiger Impfstoff-Zugang und vielleicht sogar Patentrechte freiwillig überlasse werde. Solle dies nicht der Fall sein, könne die Folge sein, dass etwa Indien und Südafrika selbst Impfstoffe produzieren, notfalls ohne Patent.

2. Äthiopien: Ein Krieg auf die Kosten der Ärmsten
Friedhilde Scholl wirft in der heutigen Ausgabe Frankfurter Rundschau die Frage auf, ob der bewaffnete innenpolitische Konflikt in Äthiopien vielleicht eine Folge des neu geschlossenen Friedens mit Eritrea sein könnte. Dieser habe ein Verlustgeschäft für die Waffenindustrie bedeutet. Von dem derzeitigen Bürgerkrieg in Äthiopien profitieren allem voran eine tigrinische Führungselite, der Westen, Journalist*innen und Hilfsorganisationen, so Scholl. Für sie seien Krisen ein Geschäft. Den Preis für die Krise im Norden Äthiopiens müssen die ökonomisch Ärmsten der Armen in Tigray bezahlen. Dies solle die Berichterstattung im Blick behalten.

3. Naturschutzgebiet von Ölbohrungen bedroht
Wie Francois Misser in der Tageszeitung (TAZ) berichtet, wird das kanadische Unternehmen ReconAfrica Testbohrungen an drei Stellen entlang des Kavango-Flusses in Namibia und Botswana durchführen. Die Firma wolle Öl- und Gaserkundungen vornehmen. Dies gefährde eines der größten transnationalen Naturschutzgebiete – KAZA (Kavango-Zambezi-Transfrontier-Area) – und die darin lebende Elefantenpopulation sowie die vor Ort lebenden Menschen. Zu Letzteren zählen auch die San, deren Lebensgrundlage durch die Bohrungen entzogen werde. Deutschland sei über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) finanziell in die Sache verwickelt. Die KfW sei seit 2010 Hauptfinanzier des KAZA-Naturparkprojekts. Sie habe 2018 eine Vereinbarung mit dem Umweltministerium Botswanas unterzeichnet, um den Ökotourismus im Okavango-Delta zu fördern. Die KfW spiele die Bedrohung durch die Öl- und Gasbohrungen herunter und halte das tatsächliche Vorkommen von Öl und Gas in der Region für unwahrscheinlich.

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Jahresrückblick 2020: Highlights aus dem ONE-Team

8. Dezember 2020 - 13:12

Egal ob viele Tage im Home Office oder unzählige Besprechungen per Videokonferenz: 2020 hatten wir uns ganz anders vorgestellt. Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft, der mehrjährige Finanzrahmen der EU oder unsere Kaffeekampagne waren nur einige Themen, die auf unserer Agenda standen. Doch dann kam Covid-19 und damit alles anders als erwartet. Plötzlich standen wir vor der Frage: Was können wir in einer globalen Pandemie auf die Beine stellen, wenn wir gleichzeitig zuhause bleiben? Als wir unsere Köpfe dann virtuell zusammen gesteckt haben, ist uns aufgefallen: Auch in einer Pandemie können wir aktiv werden – vielmehr ist es gerade jetzt wichtig, sich für globale Gerechtigkeit einzusetzen! Darum stellen wir Euch einige Highlights unserer Arbeit im Jahr 2020 vor. 

1. ONEs Support für die Impfallianz GAVI – ein Erfolg auf ganzer Linie

Den Anfang im ONE-Jahresrückblick 2020 macht unser Media Manager Scherwin. Mit kühlem Kopf und schnellen Fingern tippt Scherwin unsere Pressemitteilungen und ist unser Ansprechpartner für Journalist*innen und Presseanfragen. Er kümmert sich darum, dass unsere Aktionen und Forderungen in den Medien aufgegriffen werden und wir so Druck machen können. Wird er nach seinem Highlight 2020 gefragt, dann zögert Scherwin nicht lang: Unser erfolgreicher Support für die Impfallianz Gavi.

Gavi kümmert sich darum, dass auch die Menschen Zugang zu Impfungen erhalten, die in extremer Armut leben. Sehr wichtig, findet ONE. Bisher hat die Impfallianz dazu beigetragen, über 760 Millionen Kinder zu impfen und damit mehr als 13 Millionen Leben gerettet. ONE hat nichts unversucht gelassen, um die Arbeit von Gavi bekannter zu machen und zu zeigen, wie wichtig Impfungen sind. In einem gemeinsamen Video haben bekannte ONE-Unterstützer*innen wie Carolin Kebekus, Jan Josef Liefers, Anna Loos oder Michael Mittermeier von ihren Kinderträumen erzählt. Dabei haben sie die Bundesregierung aufgefordert, mehr zu tun für Impfungen weltweit, damit auch andere Kinder von einer gesunden Zukunft träumen können. Unsere langjährige Jugendbotschafterin Amina Hikari Fall hat sich zusammen mit Gavi auf die Reise nach Mosambik gemacht, um sich vor Ort selbst ein Bild von Gavis Arbeit zu machen. Das war spannend für sie und die Medien, die munter darüber berichtet haben, zum Beispiel hier oder hier.

Prominente ONE-Unterstützer*innen für die Impfallianz Gavi

Um unserem Anliegen noch mehr Gehör zu verschaffen, haben wir uns Verstärkung geholt: In einem gemeinsamen Aufruf riefen über 270 Kinderärzt*innen Entwicklungsminister Gerd Müller im April auf, mehr in Gavi zu investieren. Zeitgleich zum Aufruf haben wir ein Pressegespräch mit Seth Berkley, dem Direktor von Gavi organisiert. Viele der anwesenden Journalist*innen fanden das sehr interessant und haben direkt im Anschluss Artikel zum Treffen veröffentlicht – viele Artikel, nachzulesen u.a. hier, hier, hier, hier, oder auch hier. Achja, und wir haben zum ersten Mal ein Online-Spiel veröffentlicht – den Vaccinator Quest. Das Ergebnis unserer Arbeit kann sich sehen lassen: Statt der anvisierten 7,4  Milliarden US-Dollar konnte Gavi satte 8,8 Milliarden US-Dollar bei ihrer Finanzkonferenz im Juni einwerben, um damit Kinder weltweit zu impfen. Ein Riesenerfolg!

2. Liebesbriefe an Europa – unser Einsatz, für ein Europa, das global denkt & handelt

Lisa ist Campaigns Managerin und koordiniert die Kampagnenarbeit von ONE in Deutschland. Egal ob eine spontane Twitter-Offensive oder von langer Hand geplante Aktionen: Bei Lisa laufen jede Menge Fäden zusammen und sie behält stets den Überblick. Ihr persönliches Schmankerl für den Jahresrückblick 2020: Liebesbriefe an Europa.

In der Europäischen Union wurden dieses Jahr die Weichen für das nächste 7 – Jahresbudget gestellt. Ein wichtiger Grund für uns, ein Europa zu fordern, das sich für globale Gerechtigkeit einsetzt. Mit eurer Hilfe haben wir eine Vielzahl an Aktionen gestartet, da fällt die Auswahl eines Highlights für diesen Jahresrückblick alles andere als leicht.

Lisa auf einer Demo am Kanzleramt im Februar – damals noch ohne Maske möglich.

Trotz eisiger Temperaturen hat beispielsweise zu Beginn des Jahres eine Demonstration am Kanzleramt mit vielen starken Partnerorganisationen riesigen Spaß gemacht. Sehr beeindruckt hat uns der offene Brief der Jugendbotschafter*innen an die deutsche EU-Ratspräsidentschaft, das Video an Frau Merkel von Aktivist*innen weltweit, ebenso wie die Liebesbriefe an ein gerechtes Europa, die wir von ONE-Unterstützer*innen zum Valentinstag erhielten:  

Europa, du Kontinent mit vielen Gesichtern, die Herzen deiner Menschen strahlen in Millionen Lichtern, du sprichst viele Sprachen, oft mit unterschiedlichem Dialekt,  ich wünsche mir, eines Tages ist deine Einheit perfekt.  Und so wie du mir und vielen anderen ein Zuhause gibst,  hoffe ich, dass du auch die Ärmsten dieser Welt liebst.  Baue ihnen Schulen mit vielen Büchern,  und eine erfolgreiche Zukunft ist in trockenen Tüchern.” ONE – Unterstützer Tobias L.

3. Unsere Lobby-Tage: erstmals digital und trotzdem erfolgreich

Sandra ist Campaigns Officer bei ONE Deutschland und koordiniert unser Jugendbotschafter*innen-Programm. Gleichzeitig ist sie für ONE auf unseren sozialen Kanälen unterwegs und sorgt dafür, dass ihr immer auf dem aktuellen Stand über unsere Arbeit seid. Ihr Highlight für den Jahresrückblick 2020: Die digitalen Lobby-Tage.

Unsere Jugendbotschafter*innen im Einsatz bei den ersten digitalen Lobby-Tagen.

Die allerersten digitalen Lobby-Tage: Ein Sinnbild dafür, was alles möglich ist, wenn man mit jungen, vor Tatendrang strotzenden, Aktivist*innen zusammenarbeitet. Denn unsere Jugendbotschafter*innen haben sich von der Pandemie nicht unterkriegen lassen und sich im September an nur einem Tag digital mit 28 Politiker*innen getroffen, um mit ihnen über die Bekämpfung extremer Armut zu sprechen. Auch dazugeschaltet: vier ONE-Aktivist*innen aus Nigeria, Äthiopien und Kenia. Das Fazit? Eine spannende neue Erfahrung, für alle Seiten und zufriedene Gesichter in allen Bildschirmen. Was das zeigt? Es lohnt sich immer den eigenen Horizont zu erweitern und neue Dinge auszuprobieren. Und auch, wenn wir uns jetzt schon wieder auf persönliche Treffen in Post-Corona-Zeiten freuen, gibt es vielleicht das ein oder andere, was wir aus dieser Erfahrung auch in den nächsten Jahren übernehmen können.

4. Wir machen uns stark für einen Schuldenstopp –  auch im nächsten Jahr

Lisa-Marie unterstützt als Praktikantin die Kampagnen- und Policy & Advocacy-Arbeit. Dabei kümmert sie sich um die sozialen Kanäle und recherchiert alle wichtigen Hintergrundfakten für unsere Arbeit. 2020 hat sie unser Kampf für einen Schuldenstopp für die von Armut am stärksten betroffenen Länder begeistert.

Unsere Projektion leuchtet vor dem Bundeskanzleramt.

Wenn ich gefragt werde, was mein bisheriges Highlight während meines Praktikums bei ONE war, ist es ganz klar unser Kampf für den Schuldenstopp für die von Armut am stärksten betroffenen Ländern. Noch keinen Monat dabei, konnte ich bereits miterleben, was people power bewirken kann. Erst konnten wir im Oktober unsere Petition gemeinsam mit erlassjaar und Oxfam an Staatssekretär des Finanzministerium Wolfgang Schmidt mit über 820 000 Stimmen übergeben. Dann folgten zum G20-Gipfel im November gemeinsam mit unseren ONE Activists jede Menge Online- und Offline-Aktionen – inklusive der Projektion unserer Forderungen im Herzen Berlins. Am Ende konnten wir einen Schuldenstopp der G20 bis Juni 2021 erreichen. Doch das wird nicht ausreichen, um die Folgen von Covid-19 auf allen Ebenen, wirtschaftlich, sozial und gesundheitlich, abzufedern. Daher wird unser Kampf für ein nachhaltiges Schuldenmanagement auch im nächsten Jahr weiter gehen. Umso besser, dass mein Praktikum noch einige Monate andauert.

5. Auf einen fairen Kaffee mit ONE und nuruCoffee

Hannah ist Teil unseres Policy & Advocacy Teams und unser Multi-Tasking-Talent. Egal ob die Abschaffung der Kaffeesteuer oder unser Impfffairness-Test: Hannah trägt zu vielen unserer Projekte bei und treibt sie maßgeblich voran. Ihr Highlight 2020: Der Launch unserer Kaffeekampagne.

Unser virtuelles Kaffeeevent mit Kaffee-Influencerin Alexandra Rothe, ONE Deutschland Direktor Stephan Exo-Kreischer, Kaffee-Aktivistin und Unternehmerin Sara Nuru und Moderatorin Toni Scheurlen (v.l.n.r.).

Kaffee – ein Thema, dass viele aus unserem Team schon lange begeistert. Im September, nach monatelanger Vorbereitung, konnten wir diese Begeisterung gemeinsam mit Sara Nuru und nuruCoffee endlich in echte Tatkraft umwandeln. Die deutsche Kaffeesteuer – ein unbekanntes Relikt von vor über 200 Jahren? Das mischen wir nun auf. Unsere Kampagne macht darauf aufmerksam, dass Fairness das neue Normal im deutschen Kaffeemarkt werden muss. Damit heben wir ein Alltagsprodukt für Millionen in Deutschland auf das neue Level eines Katalysators für nachhaltige Entwicklung – ein echter Meilenstein. Besonders viel Spaß macht die Zusammenarbeit mit nuruCoffee, tollen Akteur*innen im Kaffeesektor und anderen Organisationen, die bereits seit Jahren zum Thema fairer Lieferketten arbeiten.

6. Afrikanische Stimmen in den Deutschen Medien

Nadja ist seit August Praktikantin bei ONE Deutschland und unterstützt unser Medien-Team. Eine ihrer Aufgaben: Unsere ONE Activists in der Presse sichtbar zu machen. Daneben ist sie die Frau hinter unseren täglichen Top Themen. Ihr besonderes Highlight im Jahresrückblick 2020 war ein Gastbeitrag zweier afrikanischer Aktivistinnen in den deutschen Medien.

“Black lives matter”, postkoloniale Kritik und jenes Jahr, in dem die Afrika-EU-Partnerschaft priorisiert werden sollte: 2020 war nicht nur aufgrund von Covid-19 eine aufreibende Zeit. Daher ist es gerade jetzt eine besondere aktivistische Herzensangelegenheit, mehr afrikanische Stimmen in den europäischen Diskurs zu bringen. Einen minimalen Versuch, dies zu erreichen, haben wir damit gestartet, einen Gastbeitrag bezüglich einer Afrika-EU-Partnerschaft von einer nigerianischen und einer kenianischen Aktivistin an die deutschen Medien heranzutragen. Zudem wollen wir auch Frauen – und insbesondere Frauen, die intersektional von Diskriminierung betroffen sein könnten – eine Stimme geben. Dieser Beitrag tut beides und lässt Afrikanerinnen selbst zu Wort kommen, anstatt über sie zu schreiben. Zu lesen bei Africa Live auf Deutsch und bei The African Courier und Concorde Europe auf Englisch. 

Vielen Dank für Eure Unterstützung!

Wir sind begeistert, was wir trotz dieser erschwerten Bedingungen 2020 alles auf die Beine stellen konnten. Dabei ist eines sicher: Ohne Euch wäre das nicht möglich gewesen! Dafür wollen wir ganz herzlich Danke sagen! Euer Einsatz für globale Gerechtigkeit in einer Zeit, die für uns alle schwierig ist, zeigt: Globale Solidarität ist möglich!

Auch 2021 wird uns Covid-19 weiter begleiten. Doch mit der Entwicklung der ersten Impfstoffe gegen den Virus rückt ein Ende der Pandemie näher. Aber erst wenn alle Menschen Zugang zu Impfstoffen haben, werden wir dieses Virus besiegen. Fordere mit uns die Pharmaindustrie auf, sich dem WHO-Solidaritätsappell anzuschließen und so eine umfassende Impfstoffproduktion zu ermöglichen.

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8. Dezember 2020

8. Dezember 2020 - 12:24

1. Entwicklungsminister Müller fordert gerechten Covid-19-Impfstoffzugang
In einem Interview mit Tim Szent-Ivanyi vom Redaktionsnetzwerk Deutschland plädiert Entwicklungsminister Gerd Müller abermals für die faire globale Verteilung der Corona-Impfstoffe. Risikogruppen und medizinische Fachkräfte sollen weltweit den Vortritt bei der Impfung bekommen. Müller fordere zudem, dass der Westen mehr Verantwortung für Länder des Globalen Südens übernehmen soll. Die internationale Covax-Initiative solle dabei besser finanziell ausgestattet werden, so Müller weiter. Dabei sehe er nicht nur die Nationalstaaten, sondern auch Unternehmen, die von der Pandemie ökonomisch profitiert haben, in der Pflicht. Beispiele seien Amazon, Facebook, Apple und Google. Das Handelsblatt meldet indes, dass es der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für ihren sogenannten ACT-Accelerator an 28 Milliarden Dollar fehle. Der ACT-Accelator der WHO soll für eine gerechte Verteilung der Corona-Impfstoffe weltweit sorgen. Im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sprach sich Entwicklungsminister Müller außerdem für ein Umdenken in der europäischen Agrarpolitik und für das Lieferkettengesetz aus.

2. Sudan steht vor multiplen Herausforderungen
Wie Johannes Dieterich in der Frankfurter Rundschau meldet, steht der Sudan in diesem Jahr nach dem Ende der jahrzentenlangen Diktatur vor mehreren Herausforderungen. Zusätzlich zur COVID-19-Pandemie kommen Überschwemmungen, ein Bürgerkrieg im Nachbarland in Äthiopien sowie eine akute Wirtschaftskrise hinzu. Zudem hatte US-Präsident Donald Trump beschlossen, den Sudan nur von der Liste terroristischer Staaten zu nehmen, wenn dieser Frieden mit Israel schließe und Reparationszahlungen in Millionenhöhe an die USA leiste. Premierminister Abdalla Hamdok habe dem Druck aus Washington nachgeben müssen. Das sudanesische Militär profitiere von der schwierigen Lage. Ein erneuter Militärputsch – insbesondere durch die Miliz „Rapid Support Forces“ unter der Führung von Mohamed Hamdan Dagalo – werde befürchtet. Die Miliz kämpfe in Jemen und Libyen und soll von der EU bezahlt werden, um die Migration vom Horn von Afrika an das Mittelmeer zu kontrollieren.

3. Demokratische Republik Kongo: Koalition beendet
Wie Dominic Johnson in der Tageszeitung (TAZ) schreibt, hat der kongolesische Präsident Felix Tshisekedi die Regierungskoalition mit seinem Vorgänger Joseph Kabila aufgelöst. Kabila habe Tshisekedi das Präsidentenamt im Gegenzug für Immunität und weitere Privilegien geschenkt. Damit habe Kabila nach wie vor ein de facto Vetorecht in wichtigen Entscheidungsfragen gehabt. Kabilas Unterstützer*innen stellen den Premierminister und haben eine Zweidrittelmehrheit im Parlament. Zudem könne der ehemalige Präsident auf die Unterstützung der wichtigsten Teile des Sicherheitsapparats sowie pensionierter Generäle mit erheblichen informellen Gewaltmitteln zählen. Tshisekedi werde nun nach neuen Mehrheiten im Parlament suchen. Solle dies nicht gelingen, werde er das Parlament auflösen und Neuwahlen ansetzen. Im Osten des Landes steige derweil die Anzahl bewaffneter Überfälle und Massaker an Zivilist*innen. Darin sehen manche Beobachter*innen bereits eine bewusste Destabilisierung.

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EU-Afrika-Partnerschaft auf Augenhöhe?

8. Dezember 2020 - 12:19

Dies ist ein Gastbeitrag von Nadja Grossenbacher und repräsentiert nicht zwingend die Ansichten von ONE. Die Autorin absolviert ein Praktikum im Medien-Team und hat zwei Jahre auf dem afrikanischen Kontinent gelebt.

„Die EU hat beschlossen, dass heute von hier aus keine Busse fahren“ wurde mir mitgeteilt, als ich gerade in den lokalen Bus einsteigen wollte, der mich die wenigen restlichen Kilometer zum Anja Nationalpark in Madagaskar bringen sollte. „Was hat die EU bitteschön in Bezug auf den lokalen Busfahrplan Madagaskars zu melden?“ fragte sich mein naives Ich. Tatsächlich hat die EU nicht nur diesbezüglich ganz schön viel zu melden – und das nicht nur auf Madagaskar, sondern auf dem gesamten afrikanischen Kontinent.

                               Bildquelle: © Nadja Grossenbacher


Gerechte Handelspartnerschaften?

Der Erhalt dieser schon fast allumfassend scheinenden Macht, die die ehemaligen Kolonialstaaten nach wie vor auf dem Papier in anderer Form ausüben, soll wohl sichergestellt werden. Nicht, dass China es wagt, sich zwischen diese Beziehungen zu drängen und die Rohstoffe des afrikanischen Kontinents gar noch für sich zu beanspruchen. Da muss Europa nochmal schnell reingrätschen, um die Machtverhältnisse klarzustellen. 2020 fanden weltweit “black lives matter”-Proteste statt und postkoloniale Kritik gelangt mehr und mehr in die gesamtgesellschaftliche Debatte. Und dennoch scheint der Gedanke, dass jene Länder, die hohe Rohstoffvorkommen haben, auch über diese entscheiden und sie zu fairen Preisen verkaufen können sollten, wohl noch immer geradezu absurd. Für Europa scheint ein fairer Handel zu bedeuten, Afrikas Rohstoffe nach wie vor für sich zu beanspruchen, jedoch gleichzeitig Industrieprodukte zu exportieren.

                             Bildquelle: Unsplash // Aaron Blanco Tejedor

Europas Hegemonie

Der Afrika-EU-Gipfel, der auf 2021 verschoben wurde, könnte Möglichkeiten bieten, um die Dinge zum Besseren zu wenden. Bis dahin hätte Europa auch noch genügend Zeit, ihre Migrationspolitik zu überdenken und beispielsweise Menschen aus afrikanischen Ländern eine sichere Migration nach Europa zu ermöglichen. Derzeit wird diese Option größtenteils lediglich Fachkräften in einem halbwegs machbaren Rahmen geboten – dabei wird gerade diese Gruppe oft vor Ort mindestens ebenso dringend gebraucht. Deutschland könnte die derzeitige Position als Vorsitz der EU-Ratspräsidentschaft sowie als nicht-ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrat nutzen, um auf die bisherige und derzeitige soziale und politische Ungleichheit zwischen Europa und Afrika aufmerksam zu machen. Erst, wenn sich diese Schere der Ungleichheit leicht angeglichen hat oder zumindest der Wille Europas da ist, einen tatsächlichen Schritt auf den afrikanischen Kontinent zuzugehen, kann die Basis für Verhandlungen auf Augenhöhe geschaffen werden. Und genau dieses Outcome fordert auch ONE: eine Afrika-EU-Partnerschaft auf Augenhöhe.

                              Bildquelle: Unsplash // Maria Oswalt

Was kann ich im Alltag tun?

Ein Anfang, um eine Partnerschaft auf Augenhöhe auch auf eine politische Ebene zu übertragen, könnte es sein, dass jede*r von uns versucht, ein anderes Bild des afrikanischen Kontinents zu etablieren und vor allem die Bewohner*innen des Kontinents auf Augenhöhe mit jenen Europas zu betrachten. Was so einfach und selbstverständlich klingen mag, scheint gesamtgesellschaftlich leider noch immer realitätsfern. Sei der Anfang, setze ein Zeichen, zeige Respekt und lebe Egalität. Wenn wir dies als Gesellschaft schaffen, steigen die Chancen, dass sich diese Werte auch auf die weltpolitische Ebene übertragen.

                             Bildquelle: Unsplash // Logan Weaver

Wie genau der Einfluss der EU auf Madagaskars Busfahrpläne aussieht, ist mir leider bis heute ein Rätsel. Dass ich dies bis heute weder auflösen noch verstehen konnte, mag aufzeigen, wie intransparent der europäische Einfluss auf dem afrikanischen Kontinent in vielerlei Hinsicht oft noch immer zu sein scheint. Diesbezüglich für mehr Transparenz zu sorgen, könnte ein erster Schritt sein, um die kleinen und großen Rätsel um das Mysterium der Wirtschaftsbeziehungen und der tatsächlichen Machtverhältnisse zwischen Europa und Afrika zu lösen.

Du willst dich für eine Afrika-Europa-Partnerschaft auf Augenhöhe einsetzen? Dann bewirb dich als ONE-Jugendbotschafter*in und nutze deine Stimme, um eine neue und gerechtere Partnerschaft der beiden Kontinente mitzugestalten.

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10 Gründe 2021 ONE-Jugendbotschafter*in zu werden

8. Dezember 2020 - 10:04

Es gibt keine bessere Zeit damit anzufangen die Welt zu verändern als jetzt.

Und du hast Glück, denn wir sind gerade wieder auf der Suche nach neuen Jugendbotschafter*innen. Warum du dich für dieses Ehrenamt bewerben solltest? Dafür gibt es wirklich gute Gründe:

  1. Du beeinflusst die Politik von morgen

Nächstes Jahr wählt ganz Deutschland ein neues Parlament. Als ONE-Aktivist*in triffst du die Kandidatinnen und Kandidaten schon vor der Wahl. Warum? Um sicherzustellen, dass die Mehrheit der neugewählten Parlamentarier*innen sich nach der Wahl für das Ende extremer Armut einsetzt.

  1. Du wirst viele tolle Aktivist*innen treffen – aus Deutschland und der ganzen Welt

ONE-Jugendbotschafter*innen sind in ganz Deutschland verteilt. So wirst du mit Gleichgesinnten aus verschiedenen Städten und mit unterschiedlichen Hintergründen gemeinsam an Aktionen arbeiten. Und das ist noch nicht alles. Als Jugendbotschafter*in bist du Teil eines globalen Netzwerks von über 1.000 Aktivist*innen aus der ganzen Welt. Vielleicht vernetzt du dich so ja schon bald mit engagierten jungen Menschen aus Italien, Nigeria oder Kanada.

  1. Du trittst für ein schnelles Ende der Pandemie ein

Wegen eines erneuten Lockdowns gelangweilt zuhause sitzen? Nicht bei unseren Jugendbotschafter*innen! Der Pandemie zum Trotz stellst du sicher, dass die Stimmen junger Menschen weiterhin Gehör finden. Denn du setzt dich dafür ein, dass die Pandemie schnell beendet wird. Mit einem Impfstoff, der global gerecht verteilt wird. Denn erst wenn alle Menschen sicher sind, sind wir wirklich alle in Sicherheit.

  1. Du sammelst Erfahrung im digitalen Aktivismus

Du nutzt deine Kreativität, um gemeinsam mit anderen Jugendbotschafter*innen neue innovative Wege zu finden, um dich zu engagieren. Dafür tauchst du in die sozialen Medien ein und probierst dich aus in neuen Aktionsformen. Dabei profitierst du von der Erfahrung, die unsere Jugendbotschafter*innen bereits dieses Jahr sammeln konnten. Und das Beste daran: Du kannst alles ganz gemütlich von zuhause aus machen.

  1. Deine Stimme wird gehört

Bei ONE lernst du, was du tun kannst, damit deine Botschaft auch Gehör findet. So kannst du noch mehr Menschen mit deinen Themen erreichen. Sei es über klassische oder soziale Medien oder im direkten Gespräch mit Entscheidungsträger*innen.

  1. Du wirst auf exklusive Events eingeladen

Ob persönlich oder virtuell – unsere Jugendbotschafter*innen sind immer genau dort, wo die Musik spielt. Ob globale virtuelle Konferenz, internationales Jugendforum oder vielleicht ein Treffen mit unseren prominenten Unterstützer*innen – für dich ist sicher etwas spannendes dabei.

  1. Dein Engagement wird in den Medien aufgegriffen

Als Jugendbotschafter*in wirst du von uns darin unterstützt deinen Einsatz in die Medien zu bringen. Ob überregionale Zeitungen, digitale Jugendmedien oder auch mal im Radio oder TV – unsere Jugendbotschafter*innen schaffen es immer in der deutschen Medienlandschaft vertreten zu sein und ihre Themen zu platzieren.

  1. Du bekommst Insider-Trainings und kompetente Unterstützung

Dank unserer Trainings und Briefings bist du nach einem Jahr im Programm Expert*in im Bereich Entwicklungszusammenarbeit. Und nicht nur das: Du lernst auch, wie eine Kampagne funktioniert und, wie du Lobby-, Kampagnen- und Medienarbeit nutzen kannst, um dich für eine gerechtere Welt einzusetzen. Und du stehst nie allein da! Unser erfahrenes Kampagnen-Team steht dir jederzeit zur Seite.

  1. Deine Freunde müssen kein Geld sparen, um dich zu unterstützen

Denn: ONE möchte nicht dein Geld, sondern deine Stimme! Das bedeutet, du wirst bei diesem Ehrenamt niemals Spenden sammeln. Vielmehr, wirst du deine Stimme nutzen, um über globale Zusammenhänge zu informieren und Gerechtigkeit einzufordern.

  1. Du wirst jede Menge Spaß mit deinem Ehrenamt haben

Du machst Lobby- und Kampagnenarbeit für wichtige Themen und nimmst diese auch ernst. Aber das heißt keinesfalls, dass du dabei nicht auch viel lachst. Denn, wenn 50 junge Menschen mit den gleichen Idealen zusammentreffen, ist Spaß bereits vorprogrammiert.

Na, überzeugt? Worauf wartest du dann noch? Bewirb dich jetzt direkt als ONE-Jugendbotschafter*in 2021!

 

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Couch-Aktivismus zu Weihnachten: Engagier Dich trotz Corona!

7. Dezember 2020 - 17:17

Egal, ob Weihnachtsgrinch oder Last Christmas Ultra: Die Vorweihnachtszeit ist in diesem Jahr für uns alle sehr ungewöhnlich. Anstelle stressiger Weihnachtsbummel und langatmiger Weihnachtsfeiern heißt es aktuell: Zuhause bleiben und Kontakte beschränken. Doch auf eine Sache müsst Ihr auch in diesem Jahr nicht verzichten: Eine gute Tat zu Weihnachten. Wir zeigen Dir verschiedene Formen des Couch-Aktivismus, sodass Du Dich trotz Lockdown Light zum Ende des Jahres noch engagieren kannst.

1. Weihnachtsfreude im Schuhkarton: Dieses Jahr online & Corona-konform

Wer kennt die Aktion nicht? In der Vorweihnachtszeit werden fleißig Schuhkartons gepackt, die anschließend von Ehrenamtlichen zu bedürftigen Kindern in verschiedenen Teilen der Welt gebracht werden. Wer Fan von dieser Form des Aktivismus ist, kann auch in diesem Jahr wieder einen Karton zur Weihnachtszeit verschenken. Mit wenigen Klicks kannst Du ein Päckchen online packen. Dabei wird jedes Päckchen mit einer Grundausstattung für die Kinder befüllt: Schulmaterialien, Hygieneartikel, Spielzeuge und T-Shirts sind stets dabei. Darüber hinaus kann jeder Karton um ein individuelles „Wow-Geschenk“ ergänzt werden. Gepackt von Ehrenamtlichen, werden die Kartons im Anschluss auf ihre weite Reise geschickt. Pünktlich zu Weihnachten sind dann die ersten Berichte über die Verteilung der Geschenke online zu finden.

2. Stricken für den guten Zweck

Du möchtest lieber selbst handwerklich aktiv werden und etwas Gutes tun? Dann könnte die Aktion „Ein Schal fürs Leben“ für Dich die richtige Möglichkeit sein, Deinen Aktivismus in der Vorweihnachtszeit auszuleben. Wie das funktioniert? Mit dem Kauf eines Wollsets bei einem der teilnehmenden Anbietern gehen automatisch 10€ an Save the Children zur Unterstützung von Projekten in Syrien. Dazu gehören beispielsweise Computerkurse und ein mobiles Klassenzimmer. Wer den Schal im Anschluss als Geschenk unter den Weihnachtsbaum legt, hat gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Und für alle, die noch nicht stricken können: Eine Anleitung liegt der Wolle bei.

3. Dein Brief zu Weihnachten: Für Freiheit und Menschenrechte

Wer freut sich nicht über eine analoge Karte mit Weihnachtswünschen im eigenen Briefkasten? Also warum nicht auch selbst Briefe schreiben – und zwar für Freiheit und Menschenrechte. Bis zum 23.12 kannst Du gemeinsam mit tausend anderen Menschen am Briefmarathon von Amnesty International teilnehmen. Mit wenigen Klicks kannst Du Dich dort für Menschen einsetzen, die aufgrund ihres Aktivismus oder der Einforderung ihrer Bürger- und Menschenrechte verfolgt werden. Dabei sind echte Erfolgsgeschichten möglich: So setzte sich der Briefmarathon im letzten Jahr für den 18-jährigen Magai Matiop Ngong im Südsudan, der zum Tode verurteilt war. Mittlerweile hat ein Gericht das Urteil aufgehoben und Magai wurde aus dem Todestrakt verlegt.

4. 16 Tage Aktivismus gegen Gewalt an Frauen

Im Rahmen des internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25. November wurde die Initiative #16DaysofActivism gestartet. Ziel der Kampagne: Aufmerksamkeit für Gewalt an Frauen und Mädchen zu schaffen. Bereits vor der Covid-19-Pandemie waren weltweit 243 Millionen Frauen und Mädchen von Partnerschaftsgewalt betroffen. Die Pandemie hat die Situation weiter verschärft, da unter anderem der Zugang zu Hilfe schwieriger wurde. Was Du nun konkret dagegen tun kannst? Beispielsweise kannst Du Betroffenen zuhören und ihnen das Gefühl geben, verstanden zu werden. Ebenso kannst Du andere für die Problematik sensibilisieren, indem Du über traditionelle Geschlechterrollen sprichst und sie hinterfragst. Das alles funktioniert auch am Telefon und somit komplett Corona-konform. Bei UN Women findest Du weitere Möglichkeiten, wie Du auf das Thema aufmerksam machen kannst – auch über die 16 Tage und Weihnachten hinaus.

5. Von Brandenburg bis Nigeria: Werde ONE Activist

Du findest: Die Welt zu verbessern, im Kleinen wie im Großen, hilft vielen Menschen. Dann teilst Du die Meinung unserer ONE Acivists. Dabei ist es egal, wo Du Dich befindest: Ob in Deutschland oder Nigeria, es gibt viele verschiedene Programme, die unsere Aktivist*innen auf der ganzen Welt in ihrem Kampf gegen extreme Armut unterstützen. Mit uns und den anderen ONE Activists im Rücken fällt es Dir plötzlich ganz leicht, Aktionen zu starten und ehrenamtlich aktiv zu werden. Das Beste: Wir planen unsere Aktionsformen stets neu und passen sie an die gegebenen Umstände an. So auch dieses Jahr: Erstmals haben die Lobbytage unserer Jugendbotschafter*innen online stattgefunden. Du hast jetzt Lust bekommen, Dich mit uns für eine bessere Welt einzusetzen? Dann nimm Weihnachten als Anlass und bewirb Dich als ONE-Jugendbotschafterin 2021. Du bist über 30 Jahre alt? Dann schau doch mal bei unseren ONE Regios vorbei.

Neugierig geworden?

Du bist jetzt neugierig geworden und möchtest Du mehr erfahren, wie Couch-Aktivismus funktioniert? Dann schau doch mal bei unserem Blogbeitrag zu Aktivismus in den eigenen vier Wänden vorbei. Dort stellen wir Euch fünf weitere Ideen vor, um auch nach Weihnachten von zuhause aktiv zu bleiben. Du bist schon erfahrene*r Couch-Aktivist*in? Dann teile Deine Erfahrungen mit uns in den Kommentaren.

Du bist zwischen 18 und 30 Jahren und möchtest Dich für eine gerechtere Welt einsetzen, in der alle Menschen gerne leben wollen. Dann bewirb dich jetzt als ONE Jugendbotschafter*in und werde Teil einer globalen Bewegung. Das Ziel: Extreme Armut bis 2030 beenden.

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7. Dezember 2020

7. Dezember 2020 - 12:00

1. Neues Abkommen zwischen EU und Ländern auf dem afrikanischen Kontinent, der Karibik und des Pazifik beschlossen
Wie mehrere Medien, darunter das Handelsblatt, der Standard und der ORF, melden, haben sich die Länder der Organisation afrikanischer, karibischer und pazifischer Staaten (OAKPS) mit der EU auf ein neues Abkommen geeinigt. Es umfasst 79 Länder und 1,5 Milliarden Menschen auf vier Kontinenten. Ab 1. Dezember 2021 soll es in Kraft treten und für die nächsten 20 Jahre gelten. Das Nord-Süd-Abkommen halte vor allem Grundsätze und strategische Schwerpunkte in den Bereichen Menschenrechte, Demokratie, Frieden, Sicherheit, ökologische Nachhaltigkeit, Klimawandel, Migration und Mobilität fest. Zudem hätten sich die EU und afrikanische Staaten in dem Abkommen dazu verpflichtet, bei der Afrikanischen Freihandelszone, die ab 1. Januar 2021 starte, zusammenzuarbeiten. Das Abkommen soll das bisherige Contonou-Abkommen zwischen der EU und der OAKPS ersetzen.

2. In Ghana wird heute gewählt
Wie Anna Reuss in der Süddeutschen Zeitung und Katharina Gänsler in der Tageszeitung (TAZ) berichten, stehen in Ghana für heute Wahlen an. Von etwas ein Dutzend Kandidat*innen werde die Wahl höchstwahrscheinlich zwischen zwei regierungserfahrenen Kandidaten entschieden: John Dramani Mahama vom National Democratic Congress (NDC) und seinem Nachfolger und derzeitigem Amtsinhaber Nana Addo Dankwa Akufo-Addo von der New Patriotic Party (NPP). Beide hätten bereits ein Abkommen unterzeichnet, dass sie die Wahl akzeptieren werden. Mahama werde bei einem Sieg vermehrt in den Ausbau der Infrastruktur investieren und sich dafür einsetzen, dass die Hälfte der Kakaoproduktion Ghanas auch im Land verarbeitet werde. Akufo-Addo strebe an, sein Projekt von der Einrichtung von W-Lan-Zugängen in Schulen im ganzen Land voranzutreiben. Derzeit seien nach Angaben der Regierung vier von fünf Schulen in Ghana mit kostenlosem W-Lan-Zugang ausgestattet. Wenn Mahama die Wahl gewinnen sollte, könne zudem erstmals in der Geschichte des Landes das Amt der Vizepräsidentin von einer Frau besetzt werden. Obwohl in dem westafrikansichen Land im internationalen Vergleich besonders viele Frauen Unternehmen besitzen, beträgt die Frauenquote im Parlament lediglich 13 Prozent.

3. Die Situation in Äthiopien nach dem Tigray-Konflikt bleibt weiterhin angespannt
In der heutigen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung beschreibt Bernd Dörries die Lage in Äthiopien nach dem Konflikt zwischen der Zentralregierung und der Tigray-Befreiungsfront in den vergangenen Wochen. Obwohl Ministerpräsident Ahmed Abiy durch die Einnahme der Regionalhauptstadt Mek’ele in Tigray den Sieg verkündet hatte, sei Vieles wohl noch nicht geklärt. Fraglich sei insbesondere, wie mit den in der Hauptstadt Addis Abeba lebenden Tigray umgegangen werde. Beispielsweise seien die Namenslisten von Unternehmen nach Namen von Tigrayer*innen durchsucht werden. Wenige Tigray würden sich kaum trauen, in der Öffentlichkeit in ihrer Sprache zu kommunizieren. Abiy äußerte zu dem Konflikt, dass dies „nur eine sehr begrenzte Militäraktion gegen eine kleine Clique der Führer der Tigray [ist]”. Daher habe seine Regierung wieder Recht und Ordnung herstellen müssen. Doch auch viele Omoro, zu denen sich auch Ahmed Abiy zählt, scheinen nicht mehr hinter dem Ministerpräsidenten zu stehen. „Wir Äthiopier*innen verstehen uns, es sind unsere Politiker, die uns gegeneinander ausspielen“ sagt Tolosa Balcha, ein junger Oromo.

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4. Dezember 2020

4. Dezember 2020 - 13:57

1. UN-Corona-Gipfel: António Guterres warnt vor langfristigen Auswirkungen der Pandemie
Mehrere Medien, darunter Arte, ZDF und Stern.de, berichten über die Rede des Generalsekretärs der Vereinten Nationen (UN) António Guterres anlässlich eines Sondergipfels der UN-Generalversammlung zur Coronakrise. Die Pandemie habe weltweit fast 1,5 Millionen Menschen das Leben gekostet und die soziale Ungleichheit sowie den Klimawandel verschärft, so der UN-Generalsekretär. Er warnt, dass ein Impfstoff die langfristigen Schäden der Coronakrise nicht beheben könne. Denn es drohe eine Hungersnot, die extreme Armut nehme zu und die Welt stünde vor einer der größten globalen Rezessionen seit acht Jahrzehnten. Er habe daher an die Staatengemeinschaft appelliert, einen fairen Zugang für alle zu einem Impfstoff zu ermöglichen. Dieser solle als „globales öffentliches Gut“ betrachtet werden. Mehrere deutsche Organisationen fordern eine entschlossene internationale Zusammenarbeit in der Pandemie-Bekämpfung. ONE warnt vor „Impf-Nationalismus“ und bittet die Staaten, die Covax-Initiative zu unterstützen.

2. Mutmaßlicher Kriegsverbrecher aus Liberia steht vor Bundesstrafgericht in der Schweiz
Wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) und das Langenthaler Tagblatt schreiben, wird in der Schweiz derzeit erstmals ein Prozess gegen einen mutmaßlichen Kriegsverbrecher aus Liberia geführt. Der Angeklagte Alieu Kosiah habe vor seiner Verhaftung jahrelang in der Schweiz gelebt und sei jetzt seit über sechs Jahren in Untersuchungs- und Sicherheitshaft. Die Vorwürfe gegen Kosiah sind schwerwiegend: er habe eine Frau mehrfach vergewaltigt, einen Kindersoldaten rekrutiert sowie Ermordungen und Misshandlungen von Zivilist*innen angeordnet und durchgeführt. Zudem habe seine Gruppierung männliche Jugendliche und Männer zu Gewaltmärschen gezwungen. Wer erschöpft war, sei geschlagen oder direkt exekutiert worden. Außerdem werde Kosiah vorgeworfen, das Herz eines ermordeten Mannes verspeist zu haben. Der Fall ist historisch, da er der erste Fall vor einem Bundesstrafgericht in der Schweiz sei und sich erstmals ein liberianischer Warlord vor einem Gericht für Kriegsverbrechen in Liberia verantworten müsse.

3. Opposition kritisiert Bundesregierung für Entwicklungszusammenarbeit als Migrationspolitik
Sofian Philip Naceur meldet in der Tageszeitung (TAZ), dass die Bundesregierung Algerien nun als bilateralen Partner der deutschen Entwicklungszusammenarbeit betrachten wird. Allerdings hat sich die Menschrechtslage in Algerien in den letzten Jahren verschlechtert. Der Grünen-Bundestagsabgeordneten und Fraktionssprecher für Entwicklungspolitik Uwe Kekeritz verurteilt daher die Zusammenarbeit mit Algerien. Es gehe bei der Kooperation mit Algerien um Deutschlands geopolitische Interessen. Kekeritz zeigte sich insbesondere darüber besorgt, dass Deutschland nun vermehrt mit Transitstaaten des afrikanischen Kontinents zusammenarbeite. Algerien führe fast wöchentlich völkerrechtswidrige Massenabschiebungen nach Niger durch. Für Deutschland und weitere EU-Staaten sei Entwicklungspolitik zu einem elementaren Bestandteil der Grenzkontrollpolitik auf dem afrikanischen Kontinent geworden. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung entgegnete dem, dass es sich bei der Zusammenarbeit mit Algerien nicht um migrationspolitische Aspekte gehe. Vielmehr lege das BMZ den Fokus auf die Förderung von Umweltprojekten. Allerdings fördere Algerien selbst die Gewinnung fossiler Energie insbesondere mit Fracking. Dagegen protestierten Teile der Zivilbevölkerung, worauf die Behörden mit Gewalt reagiert hätten.

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3. Dezember 2020

3. Dezember 2020 - 12:49

1. Äthiopien gestattet humanitäre Hilfe für Tigray
Wie unter anderem Zeit Online, die Deutsche Welle und Stern.de berichten, erlaubt die äthiopische Zentralregierung nach mehrfacher Aufforderung humanitäre Hilfe in der Tigray-Region. Laut dem Nothilfebüro der Vereinten Natione (OCHA) habe die Regierung in Addis Abebe ein entsprechendes Abkommen mit den Vereinten Nationen (UN) unterzeichnet. Laut dem Sprecher des UN-Geflüchtetenhilfswerks Babar Baloch seien die Lebensmittel in den Lagern von Geflüchteten knapp. Zudem werden Geflüchtete angriffen, entführt oder zwangsrekrutiert, so Baloch weiter. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) mache zudem auf die gravierenden Mängel bei der medizinischen Grundversorgung aufmerksam. Fast 46.000 Personen flüchten innerhalb Äthiopiens oder in den Sudan vor den Kämpfen. Laut Ministerpräsident Ahmed Abiy kontrolliere die Zentralregierung die gesamte Region und habe die Angriffe beendet. Da Telefon- und Internetverbindungen gekappt sowie Straßen blockiert seien, können diese Informationen nicht überprüft werden.

2. UN: Corona gefährdet Wirtschaft der am wenigsten entwickelten Länder
Wie das Handelsblatt und die Deutsche Welle schreiben, sind laut einem UN-Bericht die am wenigsten entwickelten Länder der Welt vor allem wirtschaftlich von der Pandemie betroffen. Zwar konnten die negativen Gesundheitsaspekte in diesen Ländern weitgehend eingedämmt werden. Nach einem stetigen Wirtschaftswachstum von jährlich etwa 5% in den letzten Jahren werde aber die Wirtschaft dieses Jahr um mindestens 0,4% zurückgehen. Dies sei unter anderem auf die sinkende Nachfrage nach Gütern und Rohstoffen aus dem Ausland zurückzuführen. Dies werde einen Anstieg von extremer Armut in den am wenigsten entwickelten Ländern zur Folge haben. Die Entwicklung dieser Länder sei entscheidend für das Erreichen der nachhaltigen Entwicklungsziele der UN. Die Pandemie habe erneut die Ungerechtigkeiten und Fehler im globalen Handels- und Finanzsystem gezeigt, so der UN-Bericht weiter. Deshalb dränge die UN auf Handelserleichterungen für den Export, strukturelle Reformen in den betroffenen Ländern und allem voran einen Schuldenschnitt.

3. Regierung Mosambiks ist im Kampf gegen eine islamistische Miliz überfordert
Anna Reuss berichtet in der Süddeutschen Zeitung, dass sich die islamistische Terrorgruppe „al-Shabaab“ im Norden von Mosambik ausbreitet. Die Gruppe stehe nicht in Verbindung mit der somalischen Miliz mit demselben Namen. Seit Beginn des Konflikts im Oktober 2017 tötete die Terrorgruppe insgesamt 2000 Menschen in Mosambik. Die Regierung sei überfordert und habe russische und südafrikanische private Söldner angeheuert. Sowohl in Mosambik als auch in der Sahelzone würden staatliche Sicherheitskräfte brutal gegen Teile der Zivilbevölkerung vorgehen, so Reuss. Sie würden die Zivilbevölkerung beschuldigen, mit der Terrorgruppe zu sympathisieren. Nach Einschätzungen von Menschenrechtsgruppen trage dies jedoch zur Rekrutierung der Terrororganisation bei.

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