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Gemeinsam mit Anderen extreme Armut besiegen
Aktualisiert: vor 10 Stunden 48 Minuten

Coffee Talk mit Solino Coffee: Die Bedeutung einer Weiterverarbeitung im Ursprung

2. Dezember 2020 - 12:51

Dennis Roß ist Vertriebsleiter bei Solino Coffee und hat Äthiopien sowohl beruflich als auch privat schon oft besucht. Hier erläutert er, wie Solino Coffee die nachhaltige Verbesserung von Lebensgrundlagen für im Kaffeeprozess tätige Menschen in Äthiopien bewirkt. Der Artikel gibt die Meinung von Dennis Roß wieder und nicht zwangsweise die von ONE.

Der Hintergrund

Deutschland ist einer der größten Importeure von Rohkaffee weltweit. Noch viel interessanter ist aber die Tatsache, dass Deutschland auch größter Exporteur von verarbeitetem Kaffee der Welt ist. Woran liegt das?
Der Kaffeemarkt funktioniert üblicherweise so, dass Rohkaffee aus Ländern des Globalen Südens in Industrieländer exportiert wird, wo er dann geröstet, vermarktet und damit der Großteil der Wertschöpfung erzielt wird. Auf der einen Seite entstehen so systematisch „Verlierer-Nationen“ wie beispielsweise Äthiopien, wo mehr als 85 Prozent der Menschen von der Landwirtschaft abhängig sind. Demgegenüber stehen „Gewinner-Nationen“ wie Deutschland, in denen sich in den letzten Jahren eine milliardenschwere Kaffeeindustrie entwickeln konnte.

Äthiopische Fotografin: Netsanet Fekadu (@netsawit)

Das ‚Solino-Prinzip‘

Ohne Weiterverarbeitung in den Anbauländern können dort keine qualifizierten Arbeits- und Ausbildungsplätze entstehen. Dies zu ändern ist das zentrale Anliegen von Solino Coffee. Wir verlagern einen Großteil der Wertschöpfungskette nach Äthiopien, dem Ursprungsland des Kaffees. Dieser wird vor Ort eben nicht nur angebaut, sondern auch geröstet und verpackt. Auf diese Weise sind bei unserem Partner-Röster und unserer Partner-Druckerei in Addis Abeba – der Hauptstadt Äthiopiens – insgesamt über 120 qualifizierte Jobs entstanden. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Rösterei- und Druckereiangestellte, aber beispielsweise auch um Techniker*innen und Berater*innen. Die Bereiche Hygiene und Sanitär sowie Qualitätsmanagement und -sicherung können hier beispielhaft genannt werden. Dort bedarf es besonders vieler gut ausgebildeter Menschen. Durch die Weiterverarbeitung vor Ort partizipiert das Land deutlich stärker am Kaffee, seinem Hauptexportgut. Im Vergleich zum Export von Rohkaffee steigt die Wertschöpfung Äthiopiens so um über 60 Prozent. Damit einhergehend soll eine Steigerung des allgemeinen Lohnniveaus erzielt werden. Bei Solino Coffee bzw. unserem Partner-Röster in Äthiopien erhalten die Mitarbeiter*innen zwischen drei- bis zehnmal mehr als der äthiopische Durchschnittslohn. Zudem wird die Grundlage für qualifizierte Ausbildungsstellen geschaffen.

Unsere Partner sollen dabei Eigentümer ihrer Unternehmen bleiben. Wir arbeiten seit über 10 Jahren mit ihnen zusammen, weshalb sie sich mit den Jahren organisch entwickeln konnten. Wir bilden also mit Solino Coffee die logistische und organisatorische Brücke, um den äthiopischen Firmen den Zugang zum deutschen bzw. europäischen Handel zu ermöglichen, der ihnen in der Vergangenheit häufig verwehrt blieb. Jobs bei unseren Partnern sind dadurch auch für Hochschulabsolvent*innen interessant, die es in den kommenden Jahren immer zahlreicher in Äthiopien geben wird.

Äthiopische Fotografin: Netsanet Fekadu (@netsawit)

Das Thema Transparenz

Der fertig produzierte Kaffee – ein handgerösteter Hochland-Arabica – gelangt nach Produktion innerhalb von 20 Tagen nach Deutschland. Für das gesamte Projekt spielt Transparenz dabei eine entscheidende Rolle. Solino Coffee setzt hierbei nicht auf Siegel, sondern auf Blockchain-Technologie. Auf jedem Kilobeutel befindet sich ein QR-Code, der von den Kund*innen gescannt werden kann. Dort hinterlegt sind wichtige Informationen zu jedem einzelnen Produktionsschritt. Wann wurde der Kaffee angebaut, von wem wurde er geröstet, und so weiter. Im kommenden Jahr sollen zudem Informationen zu Durchschnittsgehältern in der Produktion im Vergleich zum äthiopischen Durchschnittslohn sowie zur höheren Wertschöpfung für das Land einfließen. Ziel ist es, neben der Schaffung von Transparenz im Allgemeinen, eine Brücke zwischen Endkund*innen, weiterverarbeitenden Betrieben und Kaffeebäuerinnen und Kaffeebauern in Äthiopien zu schaffen.

Äthiopische Fotografin: Netsanet Fekadu (@netsawit)

Fazit

Fairness ist aus unserer Sicht eine Begegnung auf Augenhöhe. Solino Coffee ist dabei ganz bewusst kein klassisches Projekt der ‚Entwicklungshilfe‘. Unsere Partner sollen durch gute Arbeit und unter fairen Bedingungen mehr am so wichtigen Exportgut partizipieren. Eine gute Bezahlung und eine qualifizierte Ausbildung sind Grundbedingung für eine erfolgreiche Fluchtursachenbekämpfung. Die Weiterverarbeitung vor Ort und Transparenz sind dafür entscheidend.

Du möchtest mehr über die spannende Arbeit von Solino Coffee erfahren, während du deinen Morgenkaffee trinkst? Dann wird dir dieser Beitrag vom ARD Morgenmagazin gefallen:

 

 

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2. Dezember 2020

2. Dezember 2020 - 12:21
1. UN: Extreme Armut nimmt zu 

Wie unter anderem die Zeit OnlineFranfurter Allgemeine Zeitung und die Deutsche Welle melden, warnen die Vereinten Nationen, dass extreme Armut einen neuen Höchststand erreicht hat. Insbesondere die zunehmende Zahl an Konflikten und die Klimakrise sowie die Corona-Pandemie verschärfen die Situation. Nach UN-Schätzungen seien insgesamt 235 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. In einem SPIEGEL-Gastbeitrag fordert der UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock die Weltgemeinschaft daher zum Handeln auf. Er warnt, dass die Kosten der humanitären Hilfe bis 2030 auf 20 Milliarden US-Dollar pro Jahr steigen könnten. Vorausschauende humanitäre Hilfe und mehr finanzielle Zusagen für humanitäre Hilfe sowie Investitionen in Klimaschutz seien notwendig, um der aktuellen Entwicklung entgegenzusteuern, so Lowcock. 

 

 2. Äthiopien: UNHCR fordert Zugang zu Geflüchteten  

Laut der Zeit Online und der Süddeutschen Zeitung fordert das UN-Geflüchtetenhilfswerk (UNHCR) Zugang zu zehntausenden Geflüchteten aus Eritrea in der umkämpften Region Tigray in Nordäthiopien. UNHCR-Sprecher Babar Baloch warnt vor Hunger und Mangelernährung, da in den Geflüchtetenlagern in Tigray die Lebensmittelvorräte ausgehen. Insgesamt seien davon 96.000 Geflüchtete aus Eritrea betroffen, so Baloch. Fernerberichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland, dass sich die Lage in Tigray nach den Angriffen der Zentralregierung auf die Tigray-Befreiungsfront (TPLF) in der Regionalhaupstadt Mek’ele zu stabilisieren scheint. Während die TPLF mehr als 4.000 Soldat*innen aus der Kriegsgefangenschaft entlassen habe, erklärte Äthiopiens Ministerpräsident Abiy Ahmed, dass die Ziele in Tigray nahezu erreicht seien. Da aber Internet- und Telefonverbindungen in der Region gekappt und Straßen blockiert sind, seien unabhängige Berichte aus Tigray nicht möglich. 

 

3. Lieferkettengesetz: Heil erhöht Druck auf die Union 

Wie unter anderem der Stern.de, die Zeit Online und die Main Post berichten, zeigt sich Heil mit den anhaltenden Diskussionen um das Lieferkettengesetz unzufrieden. Insbesondere Wirtschaftsminister Peter Altmeier blockiert das Gesetzesvorhaben aktuell. Altmeier fürchtet, dass die Unternehmen durch das Gesetz zu sehr belastet werden. Um Kinder- und Sklavenarbeit in Lieferketten auszuschließen, solle notfalls der Koalitionsausschuss zwischen den Parteien vermitteln, so Heil. Der Deutschlandfunk meldet weiter, dass mehrere entwicklungspolitische Organisationen die Ausbeutung von Kindern in der Kakaobranche anprangern. Sie forderten Regierungen auf, die Entwaldung sowie Menschenrechtsverletzungen beim Kakaoanbau zu stoppen. 

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1. Dezember 2020

1. Dezember 2020 - 11:31

1. Welt-Aids-Tag: Corona-Pandemie erschwert Kampf gegen HIV/Aids
Der heutige Weltaidstag bietet vielen Medien den Anlass, über den aktuellen Stand im Kampf gegen HIV/ Aids zu berichten. In der Frankfurter Rundschau berichtet Johannes Dieterich, dass die Corona-Pandemie die Erfolge der letzten Jahre bei der HIV/ Aids-Bekämpfung um Jahre zurückwerfe. In diesem Jahr sei auf Grund der Covid-19-Pandemie mit fast 150 000 zusätzlichen Aids-Toten zu rechnen, so UNAIDS-Direktorin Winnie Byanyima. Durch Lockdowns, Unterbrechungen der Lieferketten und die Verlagerung finanzieller Mittel auf die Covid-19-Bekämpfung sei der Zugang zu lebenswichtigen Gesundheitsdiensten für HIV-positive Menschen stark eingeschränkt, meldet die Lobby- und Kampagnenorganisation ONE. In einem Gastbeitrag im Tagesspiegel schreibt Bundesentwicklungsminister Gerd Müller, dass Ausgangssperren während des Lockdowns laut den Vereinten Nationen zu einem Anstieg von häuslicher und sexueller Gewalt geführt hätten. Die habe wiederum eine erhöhte HIV-Infektionsratezufolge. Dennoch könne im Falle der HIV/ Aids-Pandemie die Zahl der Todesfälle um 50 Prozent eingedämmt werden, indem Länder wie Deutschland und Frankreich mehr in globale Gesundheit und internationale Organisationen investierten, so Müller. Diese Organisationen entwickeln lebenswichtige Medikamente und schaffen Zugang zu diesen für Menschen weltweit, so Müller weiter. Er betont, dass Krankheiten wie Corona oder Aids weltweit nur gemeinsam besiegt werden können.

2. Neuer WHO-Bericht warnt vor steigender Zahl von Malaria-Toten
Der Spiegel, die Tagesschau und das Ärzteblatt melden, dass es laut einem neuen Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu zehntausenden zusätzlichen Malaria-Toten auf Grund der Corona-Pandemie kommen könnte. Die meisten dieser Opfer werden Kinder sein, so der Leiter des Malaria-Programms bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Pedro Alonso. Durch Grenzschließungen als Corona-Maßnahmen seien Lieferungen von Moskito-Netzen und Medikamenten unterbrochen worden. Zudem seien Ressourcen von Regierungen für den Kampf gegen die Corona-Pandemie priorisiert. Die WHO-Leiterin für Afrika Matshidiso Moeti fordert mehr Einsatz im Kampf gegen Malaria. Malaria sei sowohl behandel- als auch vermeidbar. Dennoch führe Malaria zu 400 000 Todesopfern jährlich. Laut WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus hätten im Jahr 2019 betroffene Länder rund 5,6 Milliarden Dollar zur Malaria-Bekämpfung gebraucht, aber nur drei Milliarden zur Verfügung gehabt. „Die drei Milliarden Dollar seien für eine Krankheit, die mehr als 400 000 Menschen tötet, eigentlich eine schockierend niedrige Summe“, so Peter Sands, Chef des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria.

3. Angriffe auf Militärstützpunkte in Mali
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Deutsche Welle und das Hamburger Abendblatt melden, dass es gestern in Mali zu koordinierten, gleichzeitigen Angriffen auf mehrere Militärstützpunkte innerhalb des Landes kam. Obwohl malische sowie ausländische Soldat*innen angegriffen wurden, werde davon ausgegangen, dass sich die Angriffe vor allem gegen die ausländischen Kräfte gerichtet haben. Ziel der Angriffe seien die Militärstützpunkte in Menaka, Gao und Kidal gewesen. In Gao sind auch deutsche Soldat*innen stationiert. Deutsche Streitkräfte seien jedoch nicht betroffen.

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Geschlossene Schulen in Afrika: Was macht die Corona-Pandemie mit Mädchen & jungen Frauen?

30. November 2020 - 16:09

Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag des Globalen Fonds. Er wurde von Yebe Diallo basierend auf den Berichten von Grace Ngulube verfasst.

Die 24-jährige Grace Ngulube ist durch Malawi gereist und hat mit jungen Frauen und Mädchen darüber gesprochen, wie sich COVID-19 auf ihr Leben auswirkt. Ihr Bericht gibt uns einen sehr persönlichen Einblick in das Leben und die Träume junger Mädchen und Frauen in ihrem Heimatland. Grace wurde mit HIV geboren und ihre eigenen Erfahrungen prägen ihr leidenschaftliches Engagement gegen HIV und Aids. Sie ist Mitglied des Vorstands des Nationalen Verbandes junger Menschen mit HIV (National Association of young people living with HIV) in Malawi und gehört dem Jugendbeirat des Globalen Fonds an.

Alles begann als rätselhafte Krankheit, als Mythos, eine nicht zu beherrschende Plage, die die Welt in die Häuser zurückgedrängt hat und sie dort gefangen hält. Eingeschränkte Bewegungsfreiheit und geschlossene Schulen konnten zwar COVID-19 in Malawi erfolgreich eindämmen. Die Maßnahmen befeuerten jedoch eine Pandemie der Gewalt gegen Mädchen und junge Frauen hinter verschlossenen Türen. Jahrzehntelange Fortschritte gegen HIV und für Geschlechtergleichstellung sind bedroht.

Bildung rückt in weite Ferne

Als die Schulen geschlossen waren, hörte mein Telefon gar nicht mehr auf zu vibrieren. Ständig kamen neue Nachrichten von jungen Frauen und Mädchen. Für viele war das eigene Zuhause zu einem Ort der Einsamkeit, der Angst und des Missbrauchs geworden.  Sie fühlten sich isoliert, brauchten Geld und wussten nicht, woher sie ihre HIV-Medikamente oder Verhütungsmittel bekommen sollten. Sie schrieben, dass sie die Schule vermissten, ihre Freundinnen und die Freiheit, sich frei bewegen zu können. Da Jugendclubs geschlossen waren, gab es keinen sicheren Ort mehr für sie. Da beschloss ich, durchs Land zu reisen und einige dieser Mädchen und Frauen kennenzulernen, deren Leben sich so schlagartig verändert hatte.

Illustration von Machira Mwangi

„Wegen COVID-19 kann ich nicht mehr lernen. Ich habe das Gefühl, keine Zukunft zu haben. Wir haben so viel Zeit verloren und können unser wahres Potenzial gar nicht entwickeln.“ Josephine, 18, Thyolo, Malawi.

 Für viele Mädchen war Bildung noch nie selbstverständlich. Die geschlossenen Schulen rückten Bildung nun in noch weitere Ferne. Überall in Malawi haben Teenager-Schwangerschaften zugenommen. Durch den Wegfall des Familieneinkommens sahen sich viele gezwungen, sich auf so genannten Transaktionssex einzulassen: das heißt Sex für Nahrungsmittel, Seife, Kleidung usw. Verzweifelte Eltern haben ihre minderjährigen Töchter verheiratet. Viele Mädchen werden wohl leider nie wieder in die Schule zurückkehren.

Covid-19 erschwert den Zugang zu Gesundheitsdiensten

 Auch in Gesundheitseinrichtungen wurden COVID-19-Maßnahmen ergriffen. Dies hat den Zugang zu ohnehin schon eingeschränkten Gesundheitsdiensten für Mädchen und junge Frauen weiter erschwert. Mit zunehmender Armut können sich viele nicht einmal eine Maske leisten.

„Gesundheitsdienste werde nicht mehr wie früher angeboten. Für junge Mädchen wie mich, die mit  HIV leben, heißt das, dass wir unsere Medikamente nicht bekommen. Angesichts der Armut in meinem Dorf, könnten kostenlose Masken Leben retten.“ Beatrice, 16, Phalombe, Malawi.

 Um größere Menschenansammlungen in Gesundheitseinrichtungen zu vermeiden, bekommen Menschen mit HIV ihre Medikamente zur Zeit für mehrere Monate im Voraus.

Es gibt viele Menschen, die glauben, dass junge Leute mit HIV auch automatisch COVID-19 haben. Das erinnert an dunkle Zeiten und bringt alte Traumata der Verfolgung zurück – in einer Zeit, in der wir uns mehr denn je brauchen. Es ist daher unverzichtbar, sichere Zufluchtsorte für Mädchen und junge Frauen zu schaffen.

Illustration von Machira Mwangi

Online-Plattformen zur Selbsthilfe

Meine Organisation, Youth Health Connect360, hat sich mit anderen Jugendorganisationen in Malawi zusammengetan, um jungen Menschen über Messenger-Dienste und soziale Medien zu unterstützen und ihnen verlässliche Informationen zu HIV und COVID-19 anzubieten. Diese Online-Plattformen unterstützen Peer Educators und informieren Mädchen und junge Frauen, wo es sicheren Zugang zu HIV- sowie zu sexueller und reproduktiver Gesundheitsversorgung gibt. Inzwischen sind die Plattformen zu einem vertrauenswürdigen Kanal geworden, um Gewaltvorfälle, ungewollte Schwangerschaften und Engpässe bei HIV-Medikamenten zu melden. Über 200 junge Menschen sind schon Teil unserer Chat-Gruppen.

Illustration von Machira Mwangi

Die Folgen von Covid-19 auf den Kampf gegen HIV

Die „neue Normalität“ ist ein Weckruf. COVID-19 infiziert das Leben einer ganzen Generation und zerschlägt die Träume Millionen heranwachsender Mädchen. Denn die Pandemie könnte dazu führen, dass HIV sich weiter ausbreitet, Fortschritte in der Geschlechtergleichstellung zum Stillstand kommen und Armut sich verstetigt. Darum fordere ich Regierungen und Gemeinden dringend auf, junge Frauen und Mädchen in den Mittelpunkt aller Maßnahmen zur Vorbereitung, Bekämpfung und Bewältigung der Krise zu stellen. Jetzt ist genau der richtige Moment, um zusammen mit heranwachsenden Mädchen und jungen Frauen eine mutige Bewegung zu starten, um ihre Rechte auf Gesundheit und Bildung wieder mit Leben zu erfüllen. Das ist das Fundament, um tief verwurzelte Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern abzubauen, HIV zu besiegen und die häufig verborgenen, aber verheerenden Auswirkungen anzugehen, die COVID-19 auf  Mädchen und junge Frauen hat.

 Grace Ngulube Über den Global Fonds

In Malawi hat der Globale Fonds 31,4 Millionen US-Dollar bereitgestellt, um COVID-19 einzudämmen, Gesundheitssysteme zu stärken, Gesundheitspersonal zu schützen und lebensrettende HIV-, Tuberkulose- und Malariaprogramme an die neue Lage anzupassen. Mit den Mitteln wurden HIV-Programme so umgestaltet, dass der Zugang zu lebensrettenden Angeboten für heranwachsende Mädchen und junge Frauen trotz COVID-19 ohne Unterbrechungen gewährleistet ist. Für so genannte Peer Educators, die Gleichaltrige in schwer zugänglichen Gemeinden betreuen, wurde persönliche Schutzausrüstung beschafft. Weiterhin werden u.a. Radiosendungen finanziert, die über geschlechtsspezifische Gewalt aufklären und zu Verhütung ungeplanter Schwangerschaftschaften informieren. Um Mädchen in Malawi und anderen Entwicklungsländern vor HIV zu schützen, sind angesichts der COVID-19-Pandemie dringend zusätzliche Mittel nötig.

 

Covid-19 hat schwerwiegende Auswirkungen für alle Menschen – überall. Deswegen müssen wir die Pandemie schnellst möglich besiegen. Fordere mit uns die Pharmaindustrie auf, ihren Beitrag zu leisten und ihr Wissen zu teilen. So wird die flächendeckende Produktion eines Impfstoffs für alle Menschen weltweit möglich.

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30. November 2020

30. November 2020 - 15:57

1. Äthiopien: Zentralregierung verkündet Erfolg in Regionalhauptstadt Mek’ele
Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Süddeutsche Zeitung, die Tageszeitung (TAZ), die Deutsche Welle und die Stuttgarter Nachrichten melden, hat Äthiopiens Zentralregierung Tigrays Provinzhauptstadt Mek’ele nach einem militärischen Angriff gegen Tigrays-Befreiungsfront (TLPF) gewaltsam eingenommen. Die TLPF warf den äthiopischen Streitkräften vor, auch Zivilist*innen angegriffen zu haben. Die Zentralregierung sei laut eigenen Angaben in Mek’ele vorgerückt, ohne unschuldige Zivilist*innen zu verletzen. Da Telefon- und Internetverbindung in Tigray gekappt seien und auch der Zugang zur Region stark überwacht werde, könne dies jedoch nicht überprüft werden. TPLF-Anführer Debretsion Gebremichael kündigt weiteren Widerstand an. Das staatliche äthiopische Militär werde nun die TPLF-Kämpfer*innen verfolgen, so Äthiopiens Armeechef Berhanu. Viele Zivilist*innen versuchen, in den Sudan zu fliehen, werden aber nun von der äthiopischen Armee zurückgehalten.

2. Nigeria: Erneuter Anschlag mutmaßlich von islamistischer Terrorgruppe
Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Süddeutsche Zeitung (SZ), die Deutsche Welle und die Stuttgarter Nachrichten schreiben, haben mutmaßlich Boko Haram und ISWAP („Islamischer Staat Westafrika“) in dem Dorf Koschobe im Nordosten Nigerias mindestens 110 Menschen getötet und weitere verletzt. Der Angriff ereignete sich am Tag der ersten Regionalwahl seit 2009. Zuvor musste die Wahl wegen der Kontrolle der Provinz Borno durch terroristische Gruppierungen stets verschoben werden. Die Todesopfer in dem Dorf nahe der Provinzhauptstadt Maiduguri seien gerade bei der Ernte gewesen, als Angreifer*innen auf Motorrädern sie überfallen hätten. Laut Angaben der UN sei dieser Angriff der brutalste in diesem Jahr gewesen. Es bestehe kein Zweifel daran, dass der Angriff von der Boko Haram Miliz verübt worden war, so Babakura Kolo. Kolo ist Anführer einer Miliz, die gegen Boko Haram kämpfe. Seit 2009 wurden nach terroristischen Attacken Boko Harams sowie der Splittergruppe ISWAP mehr als 30.000 Menschen getötet und mehrere Millionen haben die Flucht ergriffen.

3. Simbabwe: Erschwerte Aufarbeitung der politischen Massenmorde der 1980er
Martina Schwikowski berichtet in der Deutschen Welle, dass die Wunden der massenhaften Tötungen in Simbabwe vor 40 Jahren noch nicht verheilt sind. Nach wie vor werden zunehmend Massengräber entdeckt, die aus den 1980er Jahren stammen. Damals wurde brutal und systematisch gegen die Ndebele vorgegangen. Robert Mugabe – damals noch Premier des Landes – habe zu dieser Zeit die „Fünfte Brigade“ nach Matabeleland entsandt. Dies hätte den Tod von mindestens 20.000 Menschen zur Folge gehabt. Auch der derzeitige Präsident Simbabwes, Emmerson Mnangagwa, war als damaliger Sicherheitsminister in die so genannte Gukarahundi-Operation involviert. Keith Silika, Simbabwer und forensischer Archäologe an der Staffordshire Universität in Großbritannien, befasst sich in seiner Dissertation mit dem Thema. Er empfehle dem Präsidenten, eine Entschuldigung für die Taten zu liefern. Die immer wieder auftauchenden Massengräber sorgen oftmals kaum mehr für einen großen Aufschrei in der Bevölkerung, so Silika. Ermüdung und Angst spielten dabei eine große Rolle und lähmten den Willen, die Regierung damit zu konfrontieren.

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Wir müssen Bildung global denken

30. November 2020 - 14:52

Hier bloggt unser Jugendbotschafter Patrick über globale Bildungspolitik. Gerade Covid-19 stellt uns vor neue Herausforderungen, sodass wir auch Bildung neu denken müssen.

Du bist imstande, diesen Artikel zu lesen. Das heißt sehr wahrscheinlich, dass du das Glück hattest, zu lernen und eine Schule zu besuchen. Digitalisierung, Partizipation und die Ausstattung des Internats sind alles Themen, zu denen man trefflich streiten kann. Bildung hat jedoch eine globale Dimension und lässt sich nicht nur begrenzt auf die eigene Schule im Kiez oder im Dorf denken. Die UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs – Sustainable Development Goals) – oder Agenda 2030 – verpflichten uns, das Schulsystem global zu denken und dementsprechend auch politisch zu handeln.

FAWE’s Nsaba Diaspora Community Senior High School (NDCSHS) / (C) 2010 ONE, Fotografin: Morgana Wingard

Die SDGS

Mit den SDGs hat sich Deutschland dazu verpflichtet, eine inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung für alle Menschen sicherzustellen, sowie Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen zu fördern. Dies bedeutet nicht nur die Schaffung eines neuen Schulsystems innerhalb Deutschlands bis 2030, sondern auch, dass dieser Maßstab ebenso bei der Unterstützung von Bildungsprojekten in der Entwicklungszusammenarbeit gelten muss. Unabhängig von dem Wohnort der Schüler*innen sollten alle die gleichen Möglichkeiten haben, ihre Ziele zu erreichen.

Inklusion

Bis 2030 haben wir noch zehn Jahre Zeit. Alle, die heutzutage zur Schule gehen, kennen die Probleme, vor denen Schulen momentan stehen. An vielen Stellen hat die Corona-Pandemie diese sogar noch verschärft. Wenn wir zum Beispiel Inklusion leben und das Ziel politisch ernsthaft verfolgen wollen, bedeutet das, beim Lernen inklusiv zu denken. Die gängigen Probleme wie zum Beispiel die Internetverbindung oder das Lüften von Zimmern sind in aller Munde, aber andere – vielleicht sogar noch drängendere – Themen werden vernachlässigt. Was ist mit den Schüler*innen, die unter psychischen Erkrankungen leiden? Wer denkt die Schülerin mit einer Depression und selbstverletzendem Verhalten, die die Routine und Kontakte als Stütze benötigt, mit, wenn der Unterricht online stattfindet? Was ist mit dem Schüler, der unter akutem ADHS leidet und die viele Bewegung braucht?

Die Herausforderung

Wie sollen Länder die von Armut betroffen sind es schaffen, die UN-Nachhaltigkeitsziele in den kommenden zehn Jahren zu erreichen, wenn wir hier in Deutschland schon vor solchen Herausforderungen stehen? Neue Lehrpläne, Schulbücher und Fortbildungen müssen konzipiert und finanziert werden. Wenn aber laut der Unesco bereits 2017 264 Millionen Kinder keinen Zugang zu Bildung hatten, müssen wir diese in unserer Politik mitdenken und bei der Finanzierung unterstützen.

Leerer Klassenraum in der Demokratischen Republik Kongo. Auch hier bleiben die Schulen wegen des Ausbruchs des Coronavirus derzeit geschlossen. Credit: GPE/Guy Nzazi

Wieso wir?

Wenn die Förderung der Bildung innerhalb der Entwicklungszusammenarbeit gezielt unterstützt wird, können wir es schaffen, die extreme Armut bis 2050 um weitere 20 Prozent zu senken sowie die durchschnittliche Lebenserwartung in der Welt um über ein Jahr zu erhöhen. Dies allein dürfte Ansporn genug sein, um aktiv zu werden. Bildung ist der Schlüssel zur Krankheits-, Hunger- und Armutsbekämpfung sowie ein Weg zur Mädchenförderung. Bildung hilft auch beim Abbau von Vorurteilen. Somit trägt sie indirekt zum Entschärfen von Konflikten bei oder lässt diese gar nicht erst entstehen.

 

Du hast Lust, dich wie Patrick für globale Bildungsgerechtigkeit einzusetzen? Dann ist jetzt deine Chance: Bewirb dich als ONE-Jugendbotschafter*in und mach dich gemeinsam mit uns für eine bessere Welt stark.

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Steckbrief-Portraits: Triff unsere ONE-REGIOS!

27. November 2020 - 12:44

Der Wille, die Welt zum Positiven zu verändern.” – das ist Kristinas Antwort auf die Frage, welchen Bezug sie zu ONE hat. “Nur auf dem Sofa zu meckern, wie schlecht die Welt ist, hilft niemanden, nicht mal einem selbst. Die Welt zu verbessern, im Kleinen wie im Großen, hilft vielen Menschen.” fügt Mareike hinzu.

Dürfen wir vorstellen: Kristina und Mareike von ONE REGIONAL

Kristina und Mareike engagieren sich als Aktivistinnen bei ONE REGIONAL. Du willst dir ein etwas genaueres Bild von ihnen machen? Ihre ganzen Steckbriefe kannst du HIER(Kristina) du hier(Mareike) nachlesen. Wirf gerne mal einen Blick darauf und lass dich von ihren Ideen und Geschichten inspirieren!

ONE REGIONAL: Mitstreiter*innen gesucht

Wir suchen immer nach weiteren Interessierten, die sich im Kampf für Gerechtigkeit und Gleichheit einsetzen wollen – und dies ganz ortsunabhängig. Egal, wo du wohnst, du kannst uns durch deine Stimme unterstützen. Denn wir sind überzeugt: Im Kampf gegen extreme Armut auf der Welt muss man nicht in den Flieger steigen. Überall ist der richtige Ort für Engagement.

Ganz egal, welcher (oder keiner) Partei du angehörst, wie alt du bist oder sonstiges – für uns zählt nur, dass du mit uns an einem Strang ziehst und an unserer Seite für eine bessere und gerechtere Welt kämpfen möchtest.

Du kannst auch gleich vor deiner eigenen Haustür loslegen! Wir sind hier, um dich dabei zu unterstützen und liefern Ideen – unter anderem beim monatlichen Online-Kaffeeklatsch. Wenn du Interesse bekommen hast und mehr erfahren möchtest, kannst du dich hier für das ONE-Regional-Programm eintragen. Wir freuen uns, von dir zu hören und werden dann per E-Mail mit dir in Kontakt treten.

 

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27. November 2020

27. November 2020 - 11:46

1. Äthiopien: Zentralregierung ordnet militärischen Angriff auf Mek’ele an
Wie zahlreiche Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung, die Tageszeitung(TAZ), die Frankfurter Rundschau und die Deutsche Welle, melden, hat Äthiopiens Ministerpräsident Ahmed Abiy offiziell den militärischen Angriff auf Tigrays Provinzhauptstadt Mek‘ele angeordnet, um die Stadt einzunehmen. Abiy, der sich nach wie vor gegen Gespräche mit Tigrays Patriotischer Befreiungsbewegung (TPLF) weigere, habe letzterer ein Ultimatum zur Kapitulation gestellt, das nun abgelaufen sei. Deshalb werde er nun die „finale Phase“ des Kriegs antreten, so Abiy. Er beteuere, dass es sich um inneräthiopische Angelegenheiten handele. UN-Generalsekretär António Guterres sowie UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet riefen die äthiopische Regierung zum Stopp des Vormarschs auf Mek’ele und zur Aufnahme von Gesprächen mit der TPLF auf. Die AU habe unterdessen Unterhändler nach Äthiopien entsandt, um Gespräche mit Abiy und TPLF-Chef Debretsion Gebremichael aufzunehmen. In Tigray seien mindestens 1,5 Millionen Menschen „unmittelbar durch Kampfhandlungen bedroht und von der Lebensmittel- und Wasserversorgung abgeschnitten“, so die Caritas in Tigray.

2. Pandemie verschärft Hunger und Armut
Wie Hans-Christian Rößler in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung berichtet, steigt die Zahl der von extremer Armut betroffenen und an Hunger leidenden Menschen enorm. Dies läge nicht zuletzt an der Corona-Pandemie, die in Kombination mit der Klimakrise und Konflikten weltweit Millionen Menschen zusätzlich in extreme Armut gestürzt habe. Nach Schätzungen der Weltbank werde Armut weltweit das erste Mal seit den 1990er-Jahren in größerem Umfang steigen. Gerade in vielen afrikanischen Ländern lebe ein Großteil der Bevölkerung von der täglichen „Hand in den Mund“. Durch die Covid-19-Maßnahmen bleibe ihnen jedoch die Arbeit aus. Die daraus resultierende Hungersnot motiviere viele Betroffene dazu, sich mit einem Boot auf die Kanaren aufzumachen. In Nigeria und Südsudan beispielsweise seien die Lebensmittelpreise seit Beginn der Covid-19-Pandemie um 27% gestiegen. Laut der internationalen Nichtregierungsorganisation Care könne die Zahl der Menschen, die von ernsthafter Ernährungsunsicherheit betroffen sind, bis Ende 2020 von 149 Millionen (vor der Pandemie) auf mehr als 270 Millionen ansteigen.

3. CDU blockiert Lieferkettengesetz weiterhin
Die Tageszeitung(TAZ), Deutschlandfunk und Reuters schreiben, dass es bei den Verhandlungen bezüglich des Lieferkettengesetzes nach wie vor keine Einigung gibt. Deshalb werde jetzt in Betracht gezogen, die Debatte in den Koalitionsausschuss zu bringen, so SPD-Sprecher für Menschenrechte Frank Schwabe. Laut Entwicklungsminister Gerd Müller gebe es seitens des Wirtschaftsministers Peter Altmaier keine Kompromissbereitschaft. Nun habe sich zudem auch die Kanzlerin höchstpersönlich geäußert, die betone, dass „weitere Gespräche geführt werden müssen, um Lösungen zu finden, die der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft nicht schaden“. Das Wirtschaftsministerium versuche, die Haftung der Unternehmen aus dem Lieferkettengesetz zu streichen. Solle dies eintreten, werde das Gesetz allerdings keine Wirkung entfalten, so Grünen-Politiker Uwe Kekeritz. Nach einer Meldung der Süddeutschen Zeitung (SZ) kommt es in der Schweiz diesen Sonntag zu einer Volksabstimmung bezüglich eines Lieferkettengesetzes. Trete dies in Kraft, bekäme das Land eines der schärfsten Lieferkettengesetze der Welt, so Isabell Pfaff in der SZ.

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5 Dinge, die Pharmaunternehmen für das Ende von Covid-19 tun müssen

27. November 2020 - 9:41

Die jüngsten Meldungen über die hohe Wirksamkeit der Covid-19-Impfstoffe von Pfizer/BioNTech, Moderna und AstraZeneca, sind entscheidende Erfolge, um die Corona-Pandemie zu beenden. Die Pandemie endet jedoch nicht mit einem Impfstoff, sondern erst, wenn alle Menschen weltweit Zugang dazu haben und dafür können und müssen wir alle unseren Beitrag leisten – auch Konzerne.

Die Welt ist dringend auf die Führung, Innovation, das Wissen und die finanziellen Mittel von Unternehmen angewiesen. Denn Unternehmen können entscheidend dazu beitragen, dass künftige Impfstoffe und Medikamente gegen Covid-19 weltweit zu den Menschen gelangen, die sie am dringendsten brauchen. Ob durch finanzielle Unterstützung des ACT-Accelerators, den Austausch von Technologien und Know-how oder die Förderung multilateraler Zusammenarbeit – die weltweit führenden Konzerne und Pharmaunternehmen können dazu beitragen, dass die Corona-Pandemie beendet wird und die Weltwirtschaft sich wieder erholt.

Einfach so weiterzumachen wie bisher, ist angesichts der aktuellen Pandemie keine Option: Wir müssen die Spielregeln komplett ändern. Für Pharmaunternehmen bedeutet das, ganz neue Maßstäbe in puncto Wissens – und Patenttransfer, Transparenz und Rechenschaftspflicht zu erfüllen. Die ganze Welt zählt darauf.

Mit den folgenden fünf Maßnahmen können Pharmaunternehmen dazu beitragen.

 1. Unterstützung des „Access to Covid-19 Tools Accelerator“ (ACT-A)

Der „Access to Covid-19 Tools Accelerator“ (ACT-A) ist eine internationale Initiative, die als einziger Mechanismus darauf abzielt, Mittel gegen Covid-19 schneller zu entwickeln und weltweit gerecht zu verteilen. Die Privatwirtschaft muss den ACT-A finanziell und praktisch unterstützen, dieses Ziel zu erreichen. Dazu gehört die Lieferung von Impfstoffdosen in Länder mit niedrigem Einkommen und die Beteiligung am COVAX Advance Market Commitment.

2. Austausch von Wissen, Patenten und Daten in Bezug auf Mittel gegen Covid-19

Ein erweiterter Zugang zu Patenten und schnellere Technologietransfers sind entscheidend, um die Produktionskapazität zu maximieren und sicherzustellen, dass Impfstoffe und Medikamente möglichst weitläufig hergestellt werden können. Patentrechte können einerseits Innovation befördern, andererseits aber auch den Zugang zu lebensrettenden Arzneimitteln behindern. Das hat sich während der AIDS-Pandemie gezeigt: Hätte man damals früher Generika von HIV-Medikamenten hergestellt, hätten vielleicht mehr als 7 Millionen Todesfälle in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara verhindert werden können.

Deshalb sollten Pharmaunternehmen sich den Ländern, NGOs und zwischenstaatlichen Organisationen anschließen, die den Solidaritätsappell der WHO bereits unterzeichnet haben. Dieser ruft die Unterzeichnenden zum Austausch von Wissen, Patenten und Daten in Bezug auf Covid-19-Mittel auf.

3. Zusage zu vergünstigten Preisen oder Selbstkostenpreisen für gemeinnützige Organisationen

Pharmaunternehmen müssen ihre Marktzugangsregeln offenlegen und Preisnachlässe für gemeinnützige Organisationen auf alle künftigen Covid-19-Impfstoffe gewähren, damit auch die Menschen in Ländern mit niedrigem Einkommen geimpft werden können. Die Bereitstellung von Impfstoffen und Medikamenten zu Selbstkostenpreisen würde den Zugang für die ärmsten Länder und Menschen der Welt erleichtern. Dadurch würde auch die Chance steigen, dass die Impfung für die Menschen selbst kostenlos ist.

4. Transparente bilaterale Abnahmeverträge auf Grundlage der WHO-Verteilungsempfehlungen

Um Wucherpreise zu verhindern, müssen Pharmaunternehmen, die für die Entwicklung ihrer Impfstoffe staatliche Förderung erhalten haben, ihre Kostenmodelle offenlegen – einschließlich der Produktionskosten und der Zusammensetzung der Impfstoffpreise. Die Veröffentlichung dieser Informationen sorgt dafür, dass Bürger*innen und Länder dieselben Produkte zu denselben Preisen bekommen, und beugt vor, dass sich einige Staaten aufgrund besserer Verhandlungsmöglichkeiten günstigere Konditionen sichern.

Pharmaunternehmen sollten sich bei den Abnahmemengen ihrer Impfstoffe außerdem an die globalen Verteilungsempfehlungen der WHO halten, um zu verhindern, dass sich nur einzelne reiche Länder die ersten verfügbaren Impfstoffdosen sichern. Stattdessen muss dafür gesorgt werden, dass weltweit alle Menschen als erstes geimpft werden, die am dringendsten darauf angewiesen sind.

5. Multilaterale Zusammenarbeit und Brancheneinfluss zugunsten eines gerechten Impfstoffzugangs

Pharmaunternehmen sollten sich dafür einsetzen, dass ihre Branche insgesamt auf eine gleichberechtigte Verteilung künftiger Impfstoffe hinwirkt. Denn jedes einzelne Unternehmen kann entweder zu einem gleichberechtigten Zugang beitragen oder einen solchen behindern. Deshalb müssen sich alle Pharmaunternehmen an diese Regeln halten, damit in allen Ländern zunächst die Menschen Zugang zu künftigen Impfstoffen oder Medikamenten bekommen, die am dringendsten darauf angewiesen sind.

Rufe Pharmaunternehmen auf, jetzt zu handeln

Jede*r von uns muss sich für das Ende der Corona-Pandemie einsetzen– sei es das medizinische Personal, das an vorderster Front gegen die Krankheit kämpft; Forscher*innen, die an der Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen arbeiten; die Politik, die Maßnahmen ergreift, um die Bevölkerung zu schützen, oder wir Bürger*innen, indem wir uns an die geltenden Corona-Regeln halten.

Nun ist die Pharmaindustrie gefragt. Unterzeichne unsere Petition und fordere Pharmaunternehmen weltweit dazu auf, lebensrettendes Wissen weiterzugeben und sich dem Solidaritätsappell der WHO anzuschließen

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Nachhaltige Adventskalender – Unsere Top 5

26. November 2020 - 17:44

Pünktlich zum ersten Advent haben wir für Dich ein paar Last Minute-Adventskalender-Ideen. Egal, ob Du Deinen Liebsten oder Dir selbst eine Freude machen möchtest. Während Covid-19 brauchen wir alle ab und an eine kleine Aufmerksamkeit. Und das Beste daran: Neben der weihnachtlichen Vorfreude steht bei unseren Top 5 Adventskalender auch der Nachhaltigkeitsgedanke im Fokus. 

 

1. Der Zero Waste Kalender für Kreative

Sind wir mal ehrlich: Wer an Adventskalender denkt, hat nicht als ersten Gedanken Nachhaltigkeit im Kopf. Vielmehr bestehen die meisten Schokoladen-Adventskalender aus viel Plastik, etwas Pappe und ein wenig Schokolade. Doch bei der Recherche nach nachhaltigen Adventskalender, sind wir auf diese coole Idee gestoßen: Ein Adventskalender aus Schraub- oder Einweggläsern. Der Trick daran: Durch das Glas kann der*die Beschenkte bereits erahnen, was ihn*sie in der Adventszeit erwartet und die Vorfreude es endlich öffnen zu dürfen, steigt. Die Gläser können im Anschluss beim nächsten Einkauf im Unverpackt-Laden oder für eingekochte Marmelade weiter genutzt werden. Um die Gläser weihnachtlich zu verzieren, kannst Du z.B. bei einem Spaziergang Tannenzweige sammeln. Diese lassen sich mit einer Kordel und einem Anhänger um die Gläser binden. Auf den Anhänger kannst Du neben dem Datum, wann das Glas geöffnet werden darf, auch eine weihnachtliche Botschaft oder eine Erklärung zu deinem Geschenk hinterlassen.  

Falls Du Dich nun fragst, mit was Du die Gläser befüllen kannst, sind Deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt. Wenn Du etwas Nützliches verschenken möchtest, wie wäre es damit die Gläser mit selbstgemachten Spüli oder Bio-Shampoo zu befüllen. Oder bist Du eher der kulinarische Typ? Auch mit selbstgebackenen Plätzchen oder fairem Kaffee können die Gläser gefüllt werden. Noch mehr Ideen findest Du hier

2. 24 Gute Taten Kalender für kleine & große Weltverbesserer*innen

Beim 24 gute Taten Adventskalender versteckt sich hinter jedem Türchen ein konkretes Hilfsprojekt, an das bei Erwerb des Kalenders gespendet wird. Dabei wurden die Projekte zuvor anhand verschiedener Qualitätsstandards geprüft. Das stellt sicher, dass die Spenden sinnvoll eingesetzt werden und ankommen. Mithilfe der vergangenen 24 gute Taten Kalender wurden z.B. Zahnbürsten für Kinder in Myanmar oder Bewerbungstraining für geflüchtete Menschen in Deutschland gefördert. Mit diesem Kalender machst Du daher nicht nur dem*r Beschenkten eine Freude, sondern unterstützt jeden Tag eine gute Tat.   

 

3. Ohne Schokolade geht es nicht?

Wer in der Vorweihnachtszeit nicht auf die Schokolade im Adventskalender verzichten mag, können wir folgende Varianten ans Herz legen: Adventskalender mit veganer und/oder fairer Schokolade, denn bei beiden steht der Nachhaltigkeitsaspekt neben dem Genuss mit im Vordergrund. Der Vorteil von Schokolade ohne Kuhmilchanteil ist eine etwas bessere CO2-Bilanz. Konkret gehören Milchprodukte mit zu den größten Klimakillern: Die Produktion eines Liter Kuhmilch hat im globalen Durchschnitt einen Einfluss auf das Klima wie 2,4 kg Kohlendioxid. Das entspricht der Masse an Treibhausgasen, die bei der Verbrennung von einem Liter Benzin entstehen. Wer zudem auf fair gehandelte Schokolade achtet, unterstützt nachhaltige Lieferketten und faire Löhne in der Schokoladenproduktion. So können die Schokoladenbauern und –bäuerinnen ihren Kindern den Schulbesuch ermöglichen und die Gesundheitsversorgung ihrer Familien sicherstellen. Du fragst Dich, wo Du Adventskalender mit fair gehandelter oder veganer Schokolade kaufen kannst? Dann schau doch mal hier vorbei. 

 

 4. Entdecke Deinen grünen Daumen in der Winterzeit

Ob Küchenkräuter oder Blumenwiese – die Vielfalt an Saatgut-Adventskalendern ist in den letzten Jahren beachtlich gewachsen. Dabei versteckt sich hier in jedem der 24. Tütchen verschiedenes Saatgut, das anschließend im eigenen Garten, im nächstgelegenen Park oder auf dem Balkon ausgesät werden kann. Das Besondere an dem Saatgut-Adventskalender ist die langanhaltende Freude an den Pflanzen über die kalten Wintermonate hinaus. Und wer sich für einen Kalender mit Wildblumensaat entscheidet, trägt zudem etwas zum Erhalt der Bienen bei. 

 

5. Der digitale Adventskalender: Covid-konform und ressourcensparend

Zugebenermaßen: Ganz ohne die Nutzung von Ressourcen kommt auch ein digitaler Adventskalender nicht aus, da jeder Klick Ressourcen verbraucht. Trotzdem bietet Dir der digitale Adventskalender die Möglichkeit, mit jedem Türchen dem*der Beschenkten eine Freude zu machen. Kinderleicht kannst Du dort vom 1. bis 24. Dezember täglich eine weihnachtliche Nachricht, ein witziges Youtube-Video, ein GIF oder viele weitere Online-Überraschungen für Deine Liebsten vorbereiten – mit genügend Abstand und ganz plastik- und papierfrei. 

 

Hast Du nun jede Menge Ideen für Deinen nachhaltigen Adventskalender sammeln können? Auch wir wollen Dir in der Vorweihnachtszeit jeden Tag eine kleine Freude machen. Deshalb öffnet sich ab dem 1. Dezember täglich ein Türchen unseres Twitter-Adventskalenders. Wieder mit dabei: Viele nützliche Tipps rund um das Thema Nachhaltigkeit.  

Wenn Dir das Thema Nachhaltigkeit über die Weihnachtszeit hinaus wichtig ist, dann schau doch mal bei unserer Petition für die Befreiung von fairen Kaffee von der Kaffeesteuer vorbei. Mach dich mit uns gemeinsam für ein Steuersystem stark, das nachhaltige Entwicklung fördert. 

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26. November 2020

26. November 2020 - 11:58

1. COVID-19 gefährdet Erfolge in der Aids-Bekämpfung
Wie die Zeit Online, der Tagesspiegel, das Redaktionsnetzwerk Deutschland und evangelisch.de melden, haben sich im letzten Jahr 1,7 Millionen Menschen weltweit mit HIV infiziert. Bei einer Pressekonferenz der Organisation ONE berichteten Winnie Byanyima, Exekutivdirektorin von UNAIDS, und Peter Sands, Leiter des Globalen Fonds gegen Aids, Tuberkulose und Malaria, über den derzeitigen Stand im Kampf gegen HIV/ Aids. Die Corona-Pandemie habe die Erfolge in der Bekämpfung von HIV/ Aids stark zurückgeworfen. Zudem habe der Lockdown vielerorts zu einem Anstieg von Vergewaltigungen und sexueller Gewalt und somit in Folge zu einer Erhöhung der HIV-Infektionsrate geführt. Außerdem seien die Gesundheitssysteme vieler Länder durch die Corona-Pandemie belastet. Obwohl viele Länder, gerade in Subsahara-Afrika, wüssten, wie man gegen eine Pandemie kämpft, werfe die derzeitige Knappheit finanzieller Mittel diese Länder zurück, so Winnie Byanyima. Im Kampf gegen Aids habe man gelernt, dass eine Pandemie nicht vom Radar fallen dürfe, wenn sich die Anzahl der Todesfälle in den ökonomisch reicheren Ländern verringere, so Peter Sands. Dies müsse auch bei COVID-19 gelten, so Sands weiter.

2. Warteschleife nach Wahlen in Burkina Faso
Katrin Gänsler schreibt in der Tageszeitung (TAZ), dass das finale Wahlergebnis in Burkina Faso noch immer nicht feststeht. Derzeit liege Amtsinhaber Kaboré mit 58% ganz klar vor den Oppositionellen Zéphirin Diabré mit etwas unter 15% und Eddie Komboïgo mit knapp 14% in Führung. Allerdings zeichne sich bereits jetzt ab, dass die Opposition die Wahl in Frage stellen werde. Zudem konnten laut dem Präsidenten der Wahlkommission Newton Ahmed Barry rund 300.000 der 6,5 Millionen Wähler*innen auf Grund der mangelhaften Sicherheitslage gar nicht erst wählen. Zudem sei den rund eine Million Binnengeflüchteten in Burkina Faso die Stimmabgabe ebenfalls verwehrt worden, schreibt Gänsler weiter. Die Bekanntgabe der Wahlergebnisse sei nun nicht zuletzt wegen der Kritik seitens der Opposition zwischenzeitlich ausgesetzt.

3. Großbritannien kürzt Entwicklungsetat auf 0,5% der Wirtschaftsleistung
Wie der Spiegel, Euractiv und die Salzburger Nachrichten berichten, hat Großbritanniens Finanzminister Rishi Sunak angekündigt, das Budget für den Entwicklungsetat für das kommende Jahr von den gesetzlichen 0,7% auf lediglich 0,5% des britischen Nationaleinkommens zu kürzen. Auf Grund der Corona-Pandemie und des Wirtschaftseinbruch sei dies ein notwendiger Schritt, so Sunak. Jedoch würden die Investitionen aufgestockt werden, sobald es die finanzielle Lage des Vereinten Königreichs wieder erlaube. Die Schritt werde von mehreren Organisationen kritisiert. David Cameron, ehemaliger Premierminister Großbritanniens, halte die Entscheidung zur Kürzung des Entwicklungsetat für einen „moralischen, strategischen und politischen Fehler”. Gleichzeitig wolle Premierminister Boris Johnson die Investitionen in militärische Aufrüstung erhöhen. Etwa 18,5 Milliarden Euro sollen über die nächsten vier Jahre zusätzlich in die britische Landesverteidigung investiert werden.

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Unsere Tipps für Deinen nachhaltigen Kaffeekonsum

25. November 2020 - 12:00

Viele Mythen ranken sich um unseren Kaffeekonsum: zu viel, zu ungesund, zu umweltschädlich. Aber muss das pauschal so sein? Nein, denn wie Du Deinen Kaffee trinkst, macht einen großen Unterschied. Wir geben Dir sieben einfache Tipps und Tricks an die Hand, wie Du Deinen Kaffeekonsum ganz einfach umstellen kannst und so die Umwelt weniger belastest.  

1. Beginn‘ Deinen Tag doch mal ein bisschen bunter

Mehr als 2,8 Milliarden Einwegbecher landen in Deutschland pro Jahr im Müll. Dabei bestehen die praktischen Becher meist aus Pappe mit einer Kunststoffbeschichtung – häufig mit fatalen Folgen bei der Entsorgung. Die Becher werden als „wilder Müll“ weggeworfen und wie auch bei Plastiktüten wird der Kunststoff am Becher durch Abrieb zu Mikroplastik. Anschließend kann das Mikroplastik in den Boden und das Wasser gelangen. Welche Auswirkungen das für Mensch und Umwelt hat, ist nicht absehbar. 

Wer also am Morgen häufig spät dran ist und sich am liebsten einen Coffee to go bei seiner*ihrer Bäckerei um die Ecke schnappt, für den*die lohnt sich die Investition in den eigenen Mehrwegbecher. Dabei gibt es eine große Auswahl an verschiedenen Formen und Farben. Also warum nicht in Zukunft etwas bunter in den Tag starten?  

 

2. Schon mal was von Recup gehört? 

Du bist unterwegs und brauchst dringend einen Koffeinboost, aber hast Deinen Thermobecher vergessen? Dann musst Du nicht auf Deinen Kaffee verzichten. Die Initiative Recup hat sich ein cleveres Becherpfandsysteme überlegt, das die Umwelt und Ressourcen schont.  Die Idee dahinter: In teilnehmenden Bäckereien und Cafés können Kund*innen ihren Kaffee anstelle eines Pappbechers auch in einem wiederverwendbaren Recup bestellen. Dabei ist der Kaffee sogar günstiger als im gewöhnlichen ToGo-Becher. Wird der Recup im Anschluss zurückgebracht, erhält der*die Kund*in den gezahlten Euro-Pfand auch zurück – ganz einfach.  

 

3. Den eigenen Kaffee mitbringen

Während der Corona-Kontaktbeschränkungen ist das Treffen im Freien zu einer beliebten Freizeitalternative geworden. Wenn für Dich dabei ein Kaffee nicht fehlen darf, gibt es viele Gründe, auch mal den eigenen Kaffee mitzubringen. Denn: Du sparst nicht nur Geld, sondern kannst selbst entscheiden, woher die Sorte in deinem Becher stammt.  

Wer allerdings nicht auf den leckeren Kaffee seines*ihres Stammbäckers*in verzichten will, kann auch vor Ort nachfragen, ob es sich bei den verwendeten Bohnen um fairen Kaffee handelt. 

4. Fair kaufen – Umwelt schonen

Aber auch wenn Du Deinen Kaffee zuhause zubereitest, ist Kaffee nicht gleich Kaffee: Bis eine Tasse Kaffee auf dem Küchentisch steht, wurden beim Anbau, der Ernte und allen weiteren Produktionsschritten bereits im Schnitt 140 Liter Wasser insgesamt verbraucht.  

Wer sich hingegen für fair gehandelten Kaffee entscheidet, unterstützt nicht nur faire Lieferketten, sondern leistet auch einen Beitrag zur umweltschonenden Kaffeeproduktion. Denn so wird bei der fairen Kaffeeproduktion darauf geachtet, dass speziell bei der Ernte und der Weiterverarbeitung der Bohne auf umweltschonende Methoden zurückgegriffen werden. Ebenso sind verschiedene Pestizide im Anbau untersagt. Stammt Dein Kaffee aus Bohnen, die auch Bio-zertifiziert sind, kannst Du zudem sicher ein, dass beim Anbau keine Gentechnik verwendet wurde.  

Wenn Dir umweltschonende Methoden bereits bei der Kaffeeherstellung wichtig ist, dann schau doch mal bei unserer Petition an Olaf Scholz vorbei. Wir fordern den Finanzminister auf, fairen Kaffee von der Kaffeesteuer zu befreien und so die nachhaltigere Kaffeeproduktion mithilfe des Fiskus zu unterstützen. 

 

5. Nimm Dir Zeit

Ja, wir müssen zugeben: Manchmal muss es schnell gehen und der Kaffee am besten sofort auf dem Schreibtisch stehen. Doch hast Du die Zeit, Dir einen guten Kaffee zu zubereiten, dann nimm Sie Dir auch! Denn die Zubereitung eines sogenannten Slow Coffees schont nicht nur die Umwelt, sondern ist auch geschmacklich ein wahres Erlebnis. Ob Espressokocher oder French Press: Im Gegensatz zu einem Kaffeevollautomaten, der bei der Herstellung und Verwendung äußerst viel Energie verbraucht, sind dies die umweltfreundlicheren Alternativen. Gleichzeitig vermeidest du mit diesen langsamen Varianten der Kaffeezubereitung unnötigen Kapselmüll. Du brauchst noch Inspiration für Deinen Slow Coffee? Dann schau‘ mal auf dem Blog von Utopia nach. Hier werden verschiedene Variationen vorgestellt. 

 

6. Kaffeesatz kann mehr als nur die Zukunft vorhersagen

Doch nicht nur unnötiger Plastik- und Aluminiummüll lässt sich mit unseren einfachen Tricks vermeiden, auch der Kaffeesatz muss nicht in die Biotonne wandern. Mit einer Hand voll Kaffeesatz und zwei Esslöffel Olivenöl lässt sich ein wunderbares Duschpeeling herstellen, das garantiert frei von Mikroplastik ist. Dabei verbessert das enthaltene Koffein sogar die Blutzirkulation und strafft das Bindegewebe. 

Aber auch als Pflanzendünger lässt sich der übrige Kaffeesatz einsetzen. Am besten mischst Du den getrockneten Kaffeesatz hierzu mit in die Erde, sodass die Pflanze den Dünger gut aufnehmen kann.  

 

7. Weniger ist mehr

Zugegebenermaßen: Unser letzter Tipp ist nicht wirklich neu. Wer weniger Kaffee trinkt, schont die Umwelt. Positiver Nebeneffekt: Wer seinen*ihren Kaffeekonsum also auf eine gelegentliche Tasse Kaffee verringert, spürt auch die revitalisierende Wirkung des Getränks wieder intensiver.  

Und auch beim Kaffeegenuss mit Milch lautet die Devise: Ein reduzierter Milchkonsum schützt das Klima. Bei der Herstellung eines Liter Kuhmilch wird im globalen Durchschnitt so viel Treibhausgase ausgestoßen, wie bei der Verbrennung von einem Liter Benzin entstehen. Wer trotzdem nicht auf einen leckeren Latte Macciato verzichten möchte, kann auch zu Alternativen wie Soja-, Hafermilch und Co. greifen ohne auf den perfekten Milchschaum verzichten zu müssen. 

 

Nachhaltigkeit geht über ökologische Aspekte hinaus

Hast Du jetzt Lust bekommen, noch mehr über Nachhaltigkeit und Kaffee zu erfahren? Dann schau‘ doch mal auf diesem Blogbeitrag von Utopia vorbei. Dort kannst Du nachlesen, dass Nachhaltigkeit auch soziale und gesundheitliche Aspekte miteinbezieht und Vorurteile gegenüber fair gehandeltem Kaffee unbegründet sind. Auf unserem Blog findest Du zudem einen interessanten Beitrag, wie fairer Kaffee zur Gleichstellung der Geschlechter beiträgt.  

Wenn Du selbst noch weitere Tipps und Tricks für einen umweltfreundlicheren Kaffeekonsum kennst, dann teile Sie gerne mit uns auf Twitter oder Facebook

 

Du findest, dass sich jede*r einen nachhaltigen Kaffeekonsum leisten können soll? Dann unterstütze unsere Petition an Finanzminister Olaf Scholz und fordere mit uns die Abschaffung der Kaffeesteuer auf fair gehandelten Kaffee. Denn wir finden: Fairness darf kein Luxus sein. 

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25. November 2020

25. November 2020 - 11:39
1. Impfallianz Gavi schließt Deal mit AstraZeneca

Wie die Presseagentur Reuters meldet, sicherte sich die Impfallianz Gavi mehrere hundert Millionen Impfdosen des neuen Corona-Vakzins des Pharmaunternehmens AstraZeneca. Gavi beschaffe den Impfstoff für ärmere Länder im Rahmen der Covax-Initiative. Covax stelle sicher, dass auch ärmere Länder Zugang zu einem Corona-Impfstoff erhalten. Hilfreich sei, dass für deren AstraZeneca-Impfstoff keine umfangreichen Kühl- und Lagermethoden notwendig seien, so Gavi-Chef Seth Berkley. Zudem sei lobenswert, dass sich das Unternehmen für die Dauer der Pandemie bei der Entwicklung des Impfstoffs nicht an Gewinn orientiere. Indes fordert Entwicklungsminister Gerd Müller nach Angaben von Reuters, dass internationale Konzerne sich an der Entwicklung der Corona-Impfstoffe finanziell beteiligen sollen. Er habe auf die Finanzierungslücke bei der Impfstoff-Versorgung von ärmeren Ländern hingewiesen. Insbesondere Unternehmen, die von der Pandemie profitiert haben, sowie die Pharmakonzerne selbst, stehen in der Pflicht. Müller begrüße Gavis Vereinbarung mit AstraZeneca. Er forderte jedoch, dass Unternehmen die Entwicklung weiterer leicht zugänglicher Impfstoffe unterstützen.

2. Corona: „Die Welt hätte von Afrika lernen können“

In einem Interview mit dem SPIEGEL betont Aminata Touré, ehemalige Premierministerin Senegals, dass Europa sein Bild vom Kontinent Afrika ändern muss. Die Regierungen vieler afrikanischer Länder haben aufgrund ihrer Erfahrungen mit anderen Epidemien mehrere vorrausschauende Entscheidungen bezüglich der COVID-19-Pandemie getroffen, so Touré. So habe der Senegal früher als europäische Staaten Grenzen zugemacht, Versammlungen untersagt, den öffentlichen Nahverkehr heruntergefahren und Moscheen geschlossen. Zwar habe die Pandemie auch negative Auswirkungen auf Gesundheitssystem und Wirtschaften afrikanischer Länder, dennoch sei in den Regierungen das Selbstbewusstsein gewachsen, Probleme selbst meistern zu können. Die gegenseitige Unterstützung und der Aufbau eigener Expertise solle deshalb das Ziel zukünftiger internationaler Zusammenarbeit sein, sagt Touré. Das Bild vieler europäischer Staaten von afrikanischen Ländern sei immer noch stark vom Kolonialismus geprägt. Jedoch sei der Abstand zwischen den Kontinenten geschrumpft, da der innerafrikanische Handel und die Mittelsicht wachsen. Dies müsse Europa anerkennen, so Touré.

3. UN-Sicherheitsrat befasst sich mit Tigray-Konflikt in Äthiopien

Laut der Rheinischen Post und den Presseagenturen dpa und AFP hat sich der UN-Sicherheitsrat gestern zum ersten Mal mit dem Konflikt zwischen der äthiopischen Zentralregierung und der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) im Norden des Landes beschäftigt. Die geschlossene Sitzung sei von den afrikanischen Ländern Südafrika, Niger und Tunesien im Sicherheitsrat beantragt worden, jedoch werde kein Beschluss erwartet. Die Deutsche Welle berichtet zudem, dass die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte Michelle Bachelet die Konfliktparteien in Äthiopien vor Verstößen gegen das Völkerrecht warnte. Die Zentralregierung sowie die TPLF müssten den Schutz der Zivilbevölkerung priorisieren, so Bachelet.

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ONE beantwortet die wichtigsten Fragen zu Impfungen – Ein Google Best-Of

24. November 2020 - 14:29

Impfstoffe gehören zweifelsohne zu den wichtigsten Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, um unsere und die Gesundheit anderer zu schützen. Jedoch gibt es immer noch viele offene Fragen, die wir euch heute beantworten werden.

Gerade die COVID-19 Pandemie zeigt: Es ist wichtig, die Wirkungsweise und das Forschungsverfahren von Impfstoffen zu verstehen, um ausreichend informiert zu sein, sobald ein Impfstoff gegen COVID-19 zugelassen und verfügbar ist.

Deshalb möchten wir sicherstellen, dass jede*r alle notwendigen Fakten zu dieser kleinen, aber wirkungsvollen Vorsorgemaßnahme kennt.

Warum sind Impfstoffe wichtig?

Kurze Antwort: Impfstoffe retten Leben.

Lange Antwort: Die Immunisierung gilt als einer der wundersamsten Fortschritte der modernen Medizin. Impfstoffe retten bis zu 3 Millionen Menschenleben pro Jahr. Zudem haben sie seit 1990 zu einem Rückgang der Kindersterblichkeit von 60 % beigetragen.

Impfungen retten nicht nur Leben sondern tragen auch zur Armutsbekämpfung bei und sorgen dafür, dass mehr Menschen eine medizinische Grundversorgung erhalten.

Was verhindern Impfstoffe?

Impfstoffe verhindern einige der tödlichsten und ansteckendsten Krankheiten der Welt – wie Masern, Lungenentzündung, Keuchhusten, Grippe, HPV und Cholera. Im vergangenen Jahr trug die Impfallianz Gavi dazu bei, dass der neue Ebola-Impfstoff die betroffenen Menschen erreichte. Eine Reihe weiterer Impfstoffe befindet sich in der Entwicklung, darunter auch eine universelle Grippeimpfung und ein Impfstoff gegen COVID-19.

Lange waren die Pocken die einzige Krankheit, die durch Impfstoffe vollständig besiegt werden konnte. Doch seit Oktober 2020 ist auch der Wildtyp des Poliovirus mit der Hilfe von Immunisierung vernichtet worden.

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen haben Impfstoffe?

Durch Impfstoffe kommt es zu wirtschaftlichen Vorteilen für Familien und Gesellschaft.

Denn Krankheiten können für Menschen und ihre Familien eine große finanzielle Belastung darstellen. Ein Beispiel hierfür: Wenn ein Kind krank ist, kann es nicht zur Schule gehen und oft können die Eltern daraufhin nicht ihrer Arbeit nachgehen. Dies kann dazu führen, dass sich kurzfristige Ausgaben anhäufen – beispielsweise für den Transport zu medizinischen Einrichtungen, Arztrechnungen oder durch Einkommensverluste bei einer Freistellung von der Arbeit. In manchen Fällen droht ein langfristiger Produktivitätsverlust ausgelöst durch schwerwiegende und gar tödliche Krankheiten, die durch Impfstoffe verhindbar wären.

Impfungen tragen somit dazu bei, diese Kosten und Risiken zu vermeiden, indem die Menschen gesund bleiben – und das, was man dadurch einspart, summiert sich am Ende. Für jeden US-Dollar, der in den von der Impfallianz Gavi unterstützten Ländern für Impfstoffe ausgegeben wird, kommt der Weltwirtschaft ein Ertrag von 54 US-Dollar zugute. So hat der Einsatz von Gavi in den Jahren 2000 bis 2017 zu einem wirtschaftlichen Nutzen von über 150 Milliarden US-Dollar geführt.

Was wäre, wenn es auf der Welt keine Impfstoffe geben würde?

Ohne Impfstoffe wären Millionen von Menschen nicht mehr am Leben. Die Pocken, eine der verheerendsten Krankheiten der Welt, wären wahrscheinlich immer noch im Umlauf zusammen mit anderen Infektionskrankheiten. Auch der Weltwirtschaft wäre es in den letzten Jahrzehnten deutlich schlechter gegangen. Eine Behauptung, die im Hinblick auf die schweren wirtschaftlichen Folgen von COVID-19 während der Suche nach einem Impfstoff deutlich werden. Schwer vorzustellen, wenn es überhaupt keine Impfstoffe geben würde.

Es ist schwer zu sagen, welche Folgen diese Verluste für die Welt haben würden. Was jedoch sicher ist: unserer Welt geht es dank Impfstoffen deutlich besser. Unabhängig von der Vergangenheit ist dies richtungsweisend für die Gegenwart. Angesichts dessen, was wir über den Nutzen von Impfstoffen wissen, haben wir einen Einfluss darauf, was passieren wird, je nachdem, wie wir Impfstoffe jetzt einsetzen.

Was genau sind Impfstoffe?

Eine Schutzimpfung verfolgt das Ziel, bei Patient*innen eine Immunität gegen eine bestimmte Infektionskrankheit aufbauen, indem diese gezielt mit dem Krankheitserreger über Impfstoffe in Kontakt kommen. Impfstoffe wirken, weil sie Erreger enthalten, die dieselbe Krankheit verursachen, vor der sie letztlich schützen. Diese Erreger werden vor dem Eindringen in den Körper geschwächt oder abgetötet, sodass sie nicht zu einer Infektion führen.

Woher kommen Impfstoffe?

Die Geschichte der Impfung beginnt lange vor dem ersten bekannten Impfstoff. Es gibt Hinweise darauf, dass bereits im Jahr 1000 gegen Pocken geimpft wurde.

Doch erst 1796 stellte Edward Jenner den ersten bekannten Impfstoff her. Er verwendete Kuhpocken-Pusteln zur Immunisierung gegen Pocken. Auf seine Erfindung folgten mehr als 200 Jahre Forschung und Innovation, um die Impfstoffe zu entwickeln, die wir heute kennen – und dieser Forschungsprozess setzt sich bis heute fort.

Im Jahr 2000 weitete die Impfallianz Gavi die Reichweite von Impfstoffen weltweit stark aus und spielt seit jeher eine Schlüsselrolle in der modernen Geschichte der Impfstoffe. In weniger als zwei Jahrzehnten hat Gavi dazu beigetragen, 760 Millionen Kinder zu immunisieren und über 13 Millionen Menschenleben zu retten.

Wie funktionieren Impfstoffe?

Die Erreger in den Impfstoffen ahmen eine echte Infektion nach. Das bringt das Immunsystem dazu, Antikörper gegen diese Krankheit zu bilden. Infolgedessen baut der Körper eine Immunität gegen die Krankheit auf, ohne dass diese tatsächlich ausbricht.

Wie tragen Impfungen zur Verbesserung der Gesundheit weltweit bei?

Wenn jemand geimpft wird, reichen die Auswirkungen weit über diese eine Person hinaus. Sobald mehr Menschen innerhalb einer Gemeinschaft gegen eine Krankheit immun sind, erschwert das die Übertragung der Krankheit von Mensch zu Mensch. Das wird Herdenimmunität genannt– sie verringert die Wahrscheinlichkeit, dass diese Krankheit großflächig auftritt. Die Herdenimmunität ist von besonderer Bedeutung für Menschen, die aufgrund von Vorerkrankungen oder ihres Alters nicht geimpft werden können.

Zusätzlich zu den Vorteilen der Immunität können Impfstoffe die generelle medizinische Grundversorgung aller Menschen verberssern. Es zeigt sich, dass wenn ein Kind geimpft wird, die Familien regelmäßigen Kontakt zu medizinischem Fachpersonal haben – dort könnten auch andere Themen als nur die Impfung zur Sprache kommen. Wenn ein Kind geimpft werden soll, ist es nicht nur vor einer bestimmten Krankheit geschützt – Familien bekommen dadurch die Möglichkeit, ihren allgemeinen Gesundheitszustand zu verbessern.

Sind Impfstoffe sicher?

Ja, Impfstoffe sind sicher. Da weltweit so viele Menschen auf Impfungen angewiesen sind, um gesund zu bleiben, stellt die Gewährleistung der Sicherheit von Impfstoffen für Forscher*innen und Wissenschaftler*innen die oberste Priorität dar.

Wenn sich ein Impfstoff in der Entwicklung befindet, durchläuft er in der Regel jahrelange Tests, damit seine Sicherheit und Wirksamkeit sichergestellt ist. Nach der Zulassung wird jede Impfdose vor dem Versand ebenfalls getestet und überwacht. Wenn Du Dich für die einzelnen Phasen der Impfstofftests interessierst, von der Entwicklung bis zur Arztpraxis, kannst Du hier mehr dazu lesen.

Können Impfstoffe krank machen?

Obwohl Impfstoffe Krankheitskeime enthalten, verursachen sie keine schweren Krankheiten. Die Erreger in Impfstoffen sind entweder schwach oder abgetötet, und tote Viren können keine Krankheiten verursachen. Bei Lebendimpfstoffen könnte es einen scheinbar „milden Verlauf der Krankheit“ geben, aber das ist nicht gravierend – „ein Impfstoff, der einen Krankheitsausbruch verursacht, ist äußerst unwahrscheinlich“.

Es ist möglich, dass Impfstoffe einige Nebenwirkungen haben, wie zum Beispiel eine wunde Stelle am Ort der Injektion oder leichtes Fieber. Die Nebenwirkungen hängen vom Impfstoff ab. Doch keine von ihnen kann zu einer Krankheit führen.

Was kann ich tun, um Impfungen und generell den Zugang zu Impfstoffen zu unterstützen?

Jetzt, da Du alles über Impfstoffe weißt, kannst Du Deinen Teil dazu beitragen, dass alle Menschen auf der Welt den gleichen Zugang zum zukünftigen Impfstoff gegen COVID-19 haben.

Und während der Wettlauf um einen wirksamen und sicheren Impfstoff gegen COVID-19 andauert, möchte ONE die führenden Politiker*innen und Pharmaunternehmen der Welt wissen lassen: Wir beobachten die Situation und stellen sicher, dass es gerechte Voraussetzungen beim Zugang zu dem Impfstoff geben wird. Deshalb haben wir unseren Impffairness-Test eingeführt. Der Test prüft, ob Regierungen und Impfstoffhersteller die notwendigen Abmachungen treffen, um eine gerechte Impfstoffverteilung für alle Menschen überall zu gewährleisten. Denn: Das ist der Schlüssel im Kampf gegen COVID-19 und anderer Gesundheitskrisen. Jetzt brauchen Deine Hilfe, um sicherzustellen, dass die Verantwortlichen dies auch umsetzen.

Gegenwärtig zeigen sich AstraZeneca, die Europäische Kommission und das Vereinigte Königreich äußerst bemüht, wenn es um die gerechte Verteilung eines Impfstoffs geht.  Doch das reicht bei Weitem nicht aus! Länder und Unternehmen auf der ganzen Welt müssen zusammenarbeiten, um einen sicheren Impfstoff zu entwickeln, der für alle verfügbar ist – angefangen bei denjenigen, die ihn am dringendsten benötigen.

Pandemien kennen keine Grenzen und erfordern kollektives globales Handeln. Unterstütze unsere Petition und fordere die Pharmaindustrie dazu auf, ihren Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie zu leisten. Nur wenn Sie ihr Wissen teilen, wird die Produktion eines Impfstoffs für alle Menschen möglich.

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24. November 2020

24. November 2020 - 11:00

1. Schuldenerleichterungen für besonders herausgeforderte Länder
Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung, das Handelsblatt und die Hannoversche Allgemeine melden, stellt die EU angesichts der Covid-19 Pandemie 183 Millionen Euro für besonders herausgeforderte Länder bereit. Über einen Treuhandfonds des Internationalen Währungsfonds (IWF) würden mit den finanziellen Mitteln der EU Schuldenzahlungen dieser Länder an den IWF abgewickelt. Insgesamt 29 Staaten mit niedrigem Einkommen, die zusätzlich zum Coronavirus auch noch von Naturkatastrophen betroffen sind, könnten freigewordene Ressourcen nutzen, um die Krisen zu bewältigen, anstatt Schulden gegenüber dem IWF zu begleichen. Zu den finanziell unterstützen Staaten zählen Afghanistan, Haiti, Malawi, Niger, Nepal und Tadschikistan.

2. Unruhen in Uganda: Angriffe auf Opposition
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Tageszeitung (TAZ) berichten, dass es vor den für Januar 2021 angesetzten Wahlen in Uganda bereits jetzt zu Ausschreitungen zwischen der Opposition und der Regierung kommt. Derzeit gebe es 58 Todesopfer und hunderte Verletzte. Nach Angaben des Hoffnungsträgers Bobi Wine (Robert Kyaluganyi) würden seine Unterstützer*innen von Lastwagen mit Tränengas, Polizeiautos mit Soldat*innen und Minibussen der Regierung verfolgt. Die ständige Verhaftung Wines habe zu landesweiten Protesten geführt, gegen die staatliche Uniformierte mit Schusswaffen und Tränengas vorgehen – laut einigen Videos auch gegen Unbeteiligte. Präsident Museveni, der mithilfe des Parlaments bereits die Altersbegrenzung für das Präsidentschaftsamt nach oben gesetzt habe und eine dritte Amtszeit anstrebe, habe die Opposition vorgewarnt. Wine sei bereits wegen Verstößen gegen den Seuchenschutz angeklagt worden. Verschiedene Oppositionelle hatten angekündigt, gegen Museveni zusammenstehen zu wollen.

3. Lebenslange Haftstrafe für Ex-Milizenchef in DRC
Wie der Standard und die Neue Züricher Zeitung schreiben, wurde Ntabo Ntaberi, ehemaliger Milizenchef der „Nduma Verteidigung von Kongo“ (NDC) in der Demokratischen Republik Kongo, zu lebenslanger Haft verurteilt. Laut einer Untersuchung der UN habe er 287 Menschen getötet und 380 Frauen, Männer und Kinder vergewaltigt. Zudem habe er mindestens 154 Kindersoldat*innen rekrutiert. Er habe in Nord-Kivu im Osten des Landes gegen ruandische Hutu-Rebellen der Demokratischen Kräfte zur Befreiung Ruandas (FDLR) gekämpft, so Ntaberi selbst. Den ersten Haftbefehl gegen Ntaberi, der auch „Sheka“ genannt werde, habe es bereits 2011 gegeben. Sechs Jahre später habe er sich selbst der UN-Friedensmission in der demokratischen Republik Kongo gestellt.

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23. November 2020

23. November 2020 - 12:02

Die G20 und der Kampf gegen Corona
Wie die Süddeutsche Zeitung, das Handelsblatt, Spiegel Online und PNP schreiben, haben sich die G20-Staaten auf ihrem Online-Gipfel dazu bereiterklärt, den Zugang zu einem Covid-19-Impfstoff für alle Menschen auf der Welt möglich zu machen. „Wir werden keine Mühe scheuen, um einen bezahlbaren und gerechten Zugang für alle Menschen sicherzustellen” hieße es in der Abschlusserklärung. Jetzt müssen Worte in Taten umgesetzt werden, so ONE Deutschland-Direktor Stephan Exo-Kreischer im Handelsblatt. Die G20, die sich offiziell zur Unterstützung der Impfstoff-Initiative Covax bekannt hätten, müssten der Initiative nun elf Milliarden US-Dollar zur Verfügung stellen. Zudem hätten die G20 ihr Schuldenmoratorium für von Armut betroffenen Staaten bis Juni 2021 erneut bekräftigt. Dies reiche jedoch nicht aus, so Exo-Kreischer. Er kritisierte unter anderem, dass private Gläubiger und die Weltbank diesbezüglich auch in das Schuldenmoratorium einbezogen werden müssten.

Wahlen in Burkina Faso zu herausfordernden Zeiten
Wie die Frankfurter Rundschau und die Tagesschau berichten, stehen die gestrigen Präsidents- und Parlamentswahlen in Burkina Faso noch nicht im Zeichen der Gewalt. Das westafrikanische Land habe jedoch mit diversen Herausforderungen wie den Tätigkeiten des sogenannten „Islamischen Staats“ und des Terrornetzwerks Al-Kaida zu kämpfen. Hinzu komme eine schwere Dürre, die den Staat an den Rand der Hungerkrise getrieben habe. Durch terroristische Aktivitäten seien bisher hunderte Zivilist*innen getötet und mehr als eine Million Menschen vertrieben worden. Aufgrund der schlechten Sicherheitslage sei mehr als ein Sechstel der Bevölkerung von den Wahlen ausgeschlossen und mehrere Wahllokale geschlossen worden. Somit stünde die Legitimität der neu gewählten Regierung bereits jetzt in Frage. Die derzeitige Opposition plädiere für Gespräche mit den terroristischen Gruppen, während sich der bisherige Amtsinhaber Roch Marc Kaboré für eine militärische Lösung ausspreche.

Viele afrikanische Sezessionskriege gehen auf Kolonialismus zurück
In einem Artikel in der Deutschen Welle beschreibt Uta Steinwehr, wie die derzeitigen Sezessionsbestrebungen auf dem afrikanischen Kontinent auf den Kolonialismus zurückzuführen sind. Die Kolonialmächte hätten auf der Berliner Kongokonferenz 1884/85 den afrikanischen Kontinent ungeachtet der lokalen Gegebenheiten mit dem Lineal in Staaten eingeteilt. Hunderte verschiedene Sprachgruppen und Kulturen seien im Zuge der Kolonialherrschaft zu lediglich 50 Staaten zusammengefasst worden. Viele ethnische Gruppen fühlten sich daher bis heute von ihren jeweiligen Staaten unterrepräsentiert oder marginalisiert. Die Marginalisierung von Bevölkerungsgruppen – allem voran innerhalb des eigenen Staats – biete die Grundlage für innenpolitische Konflikte. Zu den Beispielen zähle Ambazonien, das von der englischsprachigen Minderheit in Kamerun ausgerufen worden sei und bereits mehr als 3000 Menschen das Leben gekostet habe. Auch in Ost-Ghana – beziehungsweise dem ehemaligen West-Togo – fühlten sich in der Region lebende Bewohner*innen nicht ausreichend vom Staat repräsentiert. Zudem trügen auch Rohstoffe sowie deren Verwaltung stets zu Konflikten bei. Dieser Aspekt sei beispielsweise auch beim Biafra-Genozid in Nigeria wichtig gewesen. Ein weiteres Beispiel für wirtschaftliche Interessen als Konfliktauslöser sei das blutig umkämpfte Cabinda in Angola, das für 60 Prozent der angolanischen Ölproduktion verantwortlich sei. Auf Sansibar sei der Abspaltungsgedanke allen voran politisch geprägt: die teilautonome Inselgruppe sei auf der Suche nach einem besseren Regierungssystem, da das Föderalsystem sein Versprechen nicht gehalten habe.

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20. November 2020

20. November 2020 - 11:12

1. Weltkindertag: Bedrückendes Fazit
Der Weltkindertag bietet unter anderem in einem Gastbeitrag von Entwicklungsminister Gerd Müller in der WELT sowie Beiträgen im Tagesspiegel und bei der Deutschen Welle Anlass zur Reflektion. Die Realität sei bedrückend, so Müller. 400 Millionen Kinder wüchsen in extremer Armut auf, 150 Millionen seien zu harter Kinderarbeit gezwungen, 250 000 würden als Kindersoldat*innen missbraucht und täglich würden 25 Kinder getötet oder verstümmelt. Zudem wachse jedes fünfte Kind in Regionen auf, die stark von bewaffneten Konflikten betroffen seien, wie eine kürzlich erschienene Studie der Nichtregierungsorganisation „Save the Children“ zeigt. Die Corona-Pandemie habe zudem den Bildungszugang für jedes dritte Schulkind weltweit, insgesamt also 572 Millionen Kinder, verwehrt. Entwicklungsminister Müller plädiert deshalb dafür, Kinderrechte langfristig zu stärken. Er sehe dabei die Einführung des Lieferkettengesetzes in Deutschland sowie eine verstärkte internationale Zusammenarbeit zwischen Russland, China und den USA als Lösungsansätze.

2. Burkina Faso als nächster politischer Krisenherd?
Wie die Süddeutsche Zeitung und die Tageszeitung (TAZ) melden, werden diesen Sonntag Präsidents- und Parlamentswahlen im westafrikanischen Burkina Faso stattfinden. In dem von Terrorismus geprägten Land sei die Sicherheitslage ein wichtiges Thema. Laut dem UN-Geflüchtetenhilfswerk seien über eine Million der in Burkina Faso lebenden Menschen auf der Flucht. Die Nichtregierungsorganisation ACLED habe in den vergangenen zwölf Monaten 2730 zivile Todesopfer gemeldet. Der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch zu Folge sei es in Djibo in den letzten Jahren zu mehreren Massakern gekommen, die von Selbstverteidigungsmilizen ausgingen und sich an Angehörige anderer ethnischer Gruppen richteten. Vor allem die Peul, auch als Fulani bezeichnet, seien davon betroffen und hätten große Angst, was vermutlich zu einer starken Wahlbeteiligung dieser Sprachgruppe führen werde. Zudem sei aufgrund von Schulschließungen fast 200 000 Kindern der Bildungszugang verwehrt worden. Eddie Komboïgo, ein Herausforderer des derzeitigen Amtsinhabers Marc Christian Kaboré, spreche sich für Verhandlungen mit den terroristischen Gruppierungen aus. Letztere seien im Falle Burkina Fasos mehrheitlich Bewohner*innen einer Region, die stark vom Klimawandel, verschlechternden Lebensbedingungen sowie Perspektivenlosigkeit betroffen sei. Noch-Präsident Kaboré weigere sich gegen Gespräche mit den terroristischen Gruppierungen.

3. G20 Gipfel: Forderung nach gemeinsamer Impfstrategie
Vor dem am Wochenende stattfindenden G20-Gipfel fordert die Organisation ONE eine gemeinsame Impfstrategie, wie unter anderem das Handelsblatt und Baden Online berichten. Die wirtschaftlich stärksten Nationen sollen einen fairen und bezahlbaren Impfstoffzugang für alle Länder der Welt sicherstellen. Die Lösung dafür sei die Ausfinanzierung der so genannten Covax-Initiative (Covid-19 Vaccines Global Access), an der bereits über 150 Länder beteiligt seien. Laut ONE benötige die Covax-Initiaitve bis Ende 2021 noch 11 Milliarden US-Dollar.

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19. November 2020

19. November 2020 - 12:32

1. Afrika-EU Partnerschaft: Bilanz für 2020
Daniel Pelz zieht in der Deutschen Welle eine Bilanz zur Partnerschaft zwischen der EU und dem afrikanischen Kontinent. Für 2020 habe die EU ihre Ziele bezüglich einer Zusammenarbeit mit dem afrikanischen Kontinent nicht erreicht. Es sollte eine neue Partnerschaft ausgehandelt werden, ein neues Contonou-Abkommen in Kraft treten sowie ein EU-Afrika-Gipfel stattfinden. Mit der Corona-Pandemie habe Europa den Fokus wieder mehr auf sich selbst gerückt. Zudem herrsche nach wie vor eine große soziale und politische Ungleichheit zwischen den Kontinenten, was eine etwaige Zusammenarbeit negativ beeinflusse. Europa nehme nach wie vor die Rolle des Mentors und Afrika die des Schülers ein, so die nigerianische Forscherin Lynda Iroulo vom GIGA-Institut für Afrika-Studien. Außerdem sei das europäische Migrationssystem von seiner Struktur und seiner Ausführung darauf ausgelegt, Afrikaner*innen auszuschließen, so Iroulo weiter. Für viele Afrikaner*innen sei es unmöglich, auf legalem Wege nach Europa zu kommen – es sei denn, es handele sich um Fachkräfte. Auch in den wirtschaftlichen Beziehungen der beiden Kontinente äußere sich eine extreme Ungleichheit: Die EU importiere Rohstoffe aus Afrika und exportieren gleichzeitig Industrieprodukte, was zur Folge habe, dass Afrikas Wirtschaft nie aus einer Abhängigkeitsspirale herauskommen könne. “Die Beziehungen zwischen Europa und Afrika brauchen kein ‘Weiter-so’, sondern einen völligen Neustart”, so der deutsche Afrikawissenschaftler Robert Kappel, Autor einer aktuellen Studie zu den EU-Afrika-Beziehungen.

2. Kamerun: Kämpfe gegen Spaltung des Landes dauern an
Henri Fotso und Uta Steinwehr schreiben in der Deutschen Welle, dass in Kamerun ein innenpolitischer Konflikt zwischen der mehrheitlich frankophonen Bevölkerung und der anglophonen Minderheit schon seit Langem anhält. Der englischsprachige Teil des Landes fühle sich marginalisiert und habe vor drei Jahren symbolisch seine Unabhängigkeit ausgerufen. Der Präsident Kameruns, Paul Biya, habe dies – ebenso wie jegliche größere Autonomie der betroffenen Regionen – jedoch abgelehnt. 2016 habe die Zentralregierung geplant, das kamerunische Schul- und Justizsystem ganz zu frankophonisieren, was Proteste der vorwiegend englischsprachigen Bevölkerung ausgelöst habe, auf welche mit Gewalt reagiert wurde. 3000 Menschen habe dies bereits das Leben gekostet und laut dem UN-Geflüchtetenhilfswerk seien über 700 000 Menschen innerhalb Kameruns auf der Flucht. Der Konflikt in den Jahren 2019 und 2020 in Kamerun sei die am meisten vernachlässigte Krise weltweit, so der norwegische Flüchtlingsrat (NRC).

3. ONE fordert Schuldenstopp für ökonomisch unterprivilegierte Länder
Wie unter anderem das Handelsblatt und die Rheinische Post melden, fordert die Organisation ONE einen Schuldenstopp für ökonomisch unterprivilegierte Länder des Globalen Südens. Die vergangene Woche beschlossenen Rahmenbedingungen der G20 für Schuldenerleichterungen seien nicht ausreichend. Aufgrund der Coronakrise seien viele Länder des Globalen Südens gezwungen, sich zwischen Schuldenrückzahlungen und dem Retten von Menschenleben entscheiden zu müssen. Vor diese Wahl sollte kein Land gestellt werden, so ONE Deutschland-Direktor Stephan Exo-Kreischer. Deshalb fordere ONE, dass die Weltbank und private Gläubiger dazu verpflichtet werden, an sämtlichen schuldenlindernden Maßnahmen teilzunehmen. Von den G20, dessen Finanzminister*innen sich am Wochenende zu einem virtuellen Gipfel treffen, fordere ONE, dass sie auf Rückzahlungen von allen Ländern, die von Schuldennotstand bedroht seien, verzichten.

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18. November 2020

18. November 2020 - 13:28

1. Steinmeier fordert gerechte Verteilung des Corona-Impfstoffs
In einem Gastbeitrag im Tagesspiegel fordert Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Bundesregierung und die Europäische Union auf, Corona-Impfdosen mit ärmeren Ländern zu teilen. Viele Länder seien nicht in der finanziellen Lage, sich einen schnellen Zugriff auf die neuentwickelten Corona-Impfstoffe zu sichern. Dies führe, so Steinmeier, zu einer Ungleichheit in der Verteilung des Impfstoffs zwischen armen und reichen Ländern. Nur eine gerechte Verteilung des Impfstoffs könne zur Überwindung der Pandemie beitragen. Steinmeier lobte das Engagement Deutschlands und der Europäischen Union für die Covax-Initiative, die sich für einen fairen Zugang zu Impfstoffen für benachteiligte Länder einsetzt. Deshalb müsse Deutschland sowie Europa nun in der internationalen Zusammenarbeit bei der Verteilung des Impfstoffs ein politisches Signal setzen. Anna Sauerbrey vom Tagesspiegel hat den Beitrag zusammengefasst.

2. Äthiopien: Menschen fliehen vor Militärkonflikt
Wie unter anderem der Tagesspiegel, das Redaktionsnetzwerk Deutschland sowie Reuters und AFP melden, flüchten immer mehr Menschen vor den bewaffneten Konflikten im Norden Äthiopiens. Während der äthiopische Regierungschef Abiy Ahmed eine letzte Militäroffensive gegen die Führung in der nördlichen Region Tigray ankündige, drohe die humanitäre Situation in Ostafrika zu eskalieren. Das UN-Geflüchtetenhilfswerk (UNHCR) melde täglich 4.000 Menschen, die aus Tigray in den benachbarten Sudan fliehen. Insgesamt seien seit Beginn des Konflikts in Tigray mehr als 27.000 Menschen in den Sudan geflohen. Dies führe zu Überforderungen der Behörden im Sudan. Die Flucht erhöhe dringend den Bedarf für Lieferungen von Trinkwasser, Seife sowie weiterer humanitärer Hilfsgüter, so ein Sprecher des UNHCR.

3. Killt die Klimakrise den Kaffee?
Silja Fröhlich beschreibt in der Deutschen Welle, wie sich der Klimawandel auf die Kaffeeernte in Ostafrika auswirkt und die Existenzen von Kleinbäuerinnen und -bauern dort bedroht. Die Folgen des Klimawandels, insbesondere Dürre, Überflutungen und Schädlinge, führen bei Vielen zu Rückgängen der Kaffeeernte in Ostafrika. Viele Länder Ostafrikas seien jedoch abhängig vom Anbau und Export von Kaffee. Bis 2050 könnten laut einer Studie des World Resources Institute (WRI) allerdings die Anbauflächen für Kaffeebohnen ohne Anpassungsmaßnahmen um 50 Prozent reduziert werden. Ein Lösungsansatz könne nachhaltigere Nutzung der Anbauflächen sein, die auf eine Diversifikation der Anbaupflanzen setze, so Friedel Hütz-Adams vom Südwind-Institut in Bonn. In einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland fordert die Kaffeeunternehmerin Sara Nuru den Wegfall der Steuer auf fair gehandelten Kaffee in Deutschland. Dies komme nicht nur den Kleinbäuerinnen und -bauern sowie den Konsumenten zugute, sondern trage auch dazu bei, die Klimaziele der Vereinten Nationen zu erreichen, so Nuru.

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17. November 2020

17. November 2020 - 12:11

1. Corona-Pandemie in Afrika verläuft milder als erwartet
In der Welt stellt der Afrika-Korrespondent Christian Putsch einige Thesen zum milden Verlauf der Corona-Pandemie auf dem afrikanischen Kontinent auf, um die verhältnismäßig geringen Fallzahlen des Kontinents zu erklären. So sei die Dunkelziffer weit höher als vermutet, da beispielsweise bei Bluttests rund 40% der Schwangeren und HIV-positiven Menschen in Johannesburg und Kapstadt bereits Antikörper hätten, was im Vergleich in England nur bei 4,4 % der Proben der Fall sei. Dies könne daher für eine gewisse Herdenimmunität sprechen. Zudem weise der afrikanische Kontinent eine vergleichsweise junge Altersstruktur auf. Die meisten Betroffenen von Covid-19 seien unter 60 und verzeichneten geringe Verläufe. Außerdem werde vermutet, dass bereits zirkulierte Coronaviren zu einer frühen Herdenimmunität in vielen afrikanischen Ländern beigetragen habe sowie der hohe Vitamin-D-Haushalt einen Einfluss auf mildere Krankheitsverläufe von Covid-19 habe. Allerdings treibe die Corona-Pandemie viele afrikanische Länder in das wirtschaftliche Aus – wie kürzlich Sambia – und dränge zudem Millionen Menschen in die extreme Armut.

2. Westsahara: Waffenruhe mit Marokko aufgehoben
Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Tageszeitung (TAZ) und Telepolis melden, hat die Westsahara den seit 29 Jahren andauernden Waffenstillstand mit Marokko für beendet erklärt. Nachdem die westsaharanische Befreiungsfront Polisario eine Transitstraße zwischen Marokko und Mauretanien blockiert hätte, habe Marokko die Straße unter Schusswechsel wieder eingenommen. Die Blockade der Straße unweit Guerguerats sei ein Protest gegen das jahrzehntelange Stillschweigen der internationalen Gemeinschaft gewesen, die bereits zu Beginn der 90er-Jahre eine Wahl bezüglich des Status der Westsahara hätte vorantreiben sollen. Die ehemalige spanische Kolonie sei nach Spaniens Rückzug 1975 und einem Friedensschluss mit Mauretanien von Marokko annektiert worden und bis heute von Marokko besetzt. Völkerrechtlich gelte Westsahara noch immer nicht als entkolonialisiert. Polisario, die von Algerien unterstützt werden, werde nun „den bewaffneten Kampf zur Verteidigung der legitimen Rechte unseres Volkes“ aufnehmen, so Brahim Ghali, Vorsitzender der Polisario. UN-Generalsekretär Antonio Guterres sei „zutiefst besorgt angesichts der möglichen Konsequenzen“. Aus Sicht des Vertreters der Polisario in Madrid, Abdulah Arbi, sei die UN hinsichtlich Westsahara gescheitert: die Minurso-Mission habe lediglich den Status quo erhalten und dafür gesorgt, dass die Westsahara weiterhin von Marokko ausgebeutet werden konnte. Der erneute Ausbruch bewaffneter Kämpfe in und um die Westsahara könne nun die gesamte Region destabilisieren.

3. Kanarische Inseln neuer EU-Migrations-Hotspot
Tim Röhn und Matthis Kattnig berichten in der Welt am Sonntag, dass sich die kanarischen Inseln mittlerweile als neue Fluchtroute für Migrant*innen etabliert habe. Laut ihrem Bericht seien am vergangenen Wochenende 2.000 Migrant*innen aus diversen afrikanischen Ländern in Holzbooten auf den kanarischen Inseln angekommen. Die Deutsche Presseagentur (dpa) meldete dagegen die Ankunft von 1275 Migrant*innen am Wochenende. Insgesamt hätten alleine dieses Jahr mehr als 14.000 Menschen auf der Flucht die Inseln erreicht. Unklarheit bestehe über die Zahl der Toten. Obwohl die Route eine der gefährlichsten aller Routen zu sein scheine, sähen sich tausende Menschen dazu gezwungen, diese auf sich zu nehmen. Alle anderen Schlupflöcher in die EU werden mit zunehmender Aggression gestopft. Große Teile der Bevölkerung der Kanaren sei den ankommenden Menschen mit Fluchterfahrung gegenüber immer negativer gestimmt.

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