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Gemeinsam mit Anderen extreme Armut besiegen
Aktualisiert: vor 11 Stunden 9 Minuten

16. November 2020

16. November 2020 - 15:53

1. Äthiopien-Konflikt weitet sich aus
Wie zahlreiche Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung, der Spiegel, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Tageszeitung (TAZ), berichten, weitet sich der Konflikt in der nördlichen Tigray-Provinz Äthiopiens weiter aus. Die Tigray-Region, die mehr Autonomie von der äthiopischen Zentralregierung anstrebe, werde seit etwa einer Woche vom äthiopischen Staat bombardiert. Auch amharische Mitstreiter*innen kämpfen an der Seite der Militärs aus Addis Abeba. Nicht zuletzt deshalb habe die Tigray-Region nun mit schweren Geschützen zurückgeschossen und die amharischen Städte Bahir Dar und Gondar sowie sogar den Flughafen der eritreischen Hauptstadt Asmara mit Raketen befeuert. Da die jeweiligen Flughäfen von der zentraläthiopischen Regierung als Stützpunkte für ihre Angriffe auf Tigray verwendet wurden, mache diese Tatsache sie zu einem legitimen Ziel, so Debretsion Gebremichael, Vorsitzender der TPLF (Volksbefreiungsfront von Tigray). Abiy Ahmed habe in einer Pressemitteilung am Sonntag erklärt, dass Eritrea nicht an der innenpolitischen Auseinandersetzung Äthiopiens beteiligt sei. Von Seiten Eritreas selbst gäbe es noch keine offizielle Stellungnahme zum Geschehen. Die TPLF habe die Zusammenarbeit der äthiopischen Zentralregierung mit Eritrea als Verrat bezeichnet. Zudem habe die TLPF letzte Woche in Mai-Kadra nach Angaben von Amnesty International ein Massaker verübt, bei dem laut Augenzeugenberichten hunderte Menschen getötet worden seien. Laut der sudanesischen Nachrichtenagentur Suna seien bereits 25.000 Menschen aus Tigray in den Sudan geflüchtet. Der bewaffnete Konflikt zwischen Äthiopiens Zentralregierung und der Tigray-Region könnte national wie international schwerwiegende Folgen mit sich bringen. Innerhalb des Landes herrschten schon seit Langem Spannungen zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen und gemäß der Verfassung seien die Regionen Äthiopiens weitgehend autonom, was auch das Recht auf eine Abspaltung beinhalte. Gelänge Tigray dies, könnten auch andere Regionen des Landes diesem Versuch nachkommen würden. Dies würde die von Ahmed Abiy angestrebte Einheit Äthiopiens gefährden. Zudem könnte eine potenzielle Beteiligung Eritreas an dem Konflikt auch zu einer Destabilisierung Somalias, wo äthiopische Friedenstruppen stationiert sind, sowie der gesamten Region führen.

2. Müller: neuer Leiter der UNIDO?
Berichten des Redaktionsnetzwerks Deutschland und des Handelsblatts zufolge wurde der scheidende deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller von der Bundesregierung offiziell für das Amt des Generaldirektors der UN-Organisation für industrielle Entwicklung (UNIDO) nominiert. Die UNIDO diene als industriepolitisches Forum für Entwicklungs- und Industriestaaten und befasse sich unter anderem mit der Schaffung neuer Arbeitsplätze in den Ländern des globalen Südens. Die Wahl des neuen UNIDO-Leiters werde im November 2021 stattfinden. Unklar ist noch, ob Müller den Posten erhalten werde. Der deutsche Entwicklungsminister stehe zudem derzeit unter Kritik: die Bild am Sonntag wirft ihm vor, die Begleitung seiner Ehefrau auf Dienstreisen jener von Oppositionspolitiker*innen vorgezogen und letztere somit benachteiligt zu haben sowie die Reisekosten seiner Frau durch deutsche Steuergelder finanzieren zu lassen. Zudem habe er sich Schwarzbrot in afrikanische Länder liefern lassen und übernachte vor Ort in Luxushotels. Wie unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung und das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichten, weise der Minister diese Kritik zurück. Die Reisekosten von Müllers Ehefrau seien zu 100 Prozent von ihr selbst übernommen worden und ihre Begleitung habe keinen Einfluss auf die Mitreise von Fachpolitiker*innen gehabt, so der Sprecher des Entwicklungshilfeministeriums.

3. Sambia teilweise zahlungsunfähig
Wie unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung meldet, haben die privaten Gläubiger Sambias eine Verlängerung der Frist für die Schuldenzahlung verweigert. Das Land im Süden des afrikanischen Kontinents habe aufgrund der Corona-Pandemie erhöhte Ausgaben zur Bekämpfung des Virus gehabt. Zudem sei die Nachfrage für Rohstoffe gesunken, was für Sambia als weltgrößten Kupferproduzenten schwere wirtschaftliche Folgen gehabt habe. Angesichts der angespannten finanziellen Lage gäbe es keine andere Möglichkeit, als Zahlungen für den Schuldendienst auszusetzen, so der sambische Finanzminister Bwalya Ngandu. Sambia sei nun als erstes afrikanisches Land zum Teil zahlungsunfähig – ein Problem, vor dem NGOs wie beispielsweise Erlassjahr.de bereits gewarnt hätten. Sie hätten gefordert, private Gläubiger verbindlich in das Schuldenmoratorium der G20-Staaten einzubeziehen.

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13. November 2020

13. November 2020 - 12:18

1. Der afrikanische Kontinent erstickt im Schuldenberg
Daniel Pelz berichtet in der Deutschen Welle, dass sich die Schuldenkrise in vielen afrikanischen Ländern weiter verschärft. In der Vergangenheit hätten sich diese Länder große Geldsummen geliehen, um Infrastrukturprojekte voranzutreiben. Die Absicht sei es gewesen, die Kredite dann durch Rohstoffverkäufe zurückzuzahlen. Allerdings seien die Rohstoffpreise nun fatal gesunken. Die finanzielle Notlage, zu der allen voran die Corona-Krise maßgebend beigetragen habe, sei besonders für die Ärmsten in den jeweiligen Ländern fatal. Sollten sich die Schuldenkrisen weiter verschärfen, könnten Staaten keine wichtigen Investitionen mehr in Sicherheit, Bildung und Gesundheitsversorgung tätigen. Ein Schuldenmoratorium bis Juni 2021 helfe den Staaten bereits, allerdings seien substanzielle Schuldenerlasse für einige Länder notwendig, so Weltbank-Chef David Malpass im Oktober. Mehrere NGOs sowie Teile der Zivilgesellschaft fordern, private Gläubiger in das Schuldenmoratorium miteinzubeziehen, da viele afrikanische Länder sich Kredite von privaten Gebern leihen. Ob es zu einer Einigung kommt, wird sich im Rahmen der Treffen der G20-Finanzminister*innen innerhalb der nächsten Woche entscheiden. Das Land Sambia im Süden Afrikas benötige nach einer Meldung des evangelischen Pressediensts, der sich auf das NGO Bündnis erlassjahr.de beruft, umgehend einen Zahlungsaufschub. Werde der Bitte um Zahlungsaufschub bis April 2021 nicht nachgekommen, könne Sambia zahlungsunfähig werden. Der Fall Sambia stünde für das monatelange Versäumnis der G20, den Privatsektor verbindlich in ihr Schuldenmoratorium miteinzubeziehen, so Kristina Rehbein, Politik-Referentin bei Erlassjahr.

2. Südafrika: ANC-Politiker wegen Korruption vor Gericht
Wie die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Tageszeitung (TAZ) schreiben, wird sich der hochrangige ANC-Politiker Ace Magashule vor Gericht Korruptionsvorwürfe betreffend verantworten müssen. Der als stärkster Gegenspieler Ramaphosas geltende Politiker habe während eines Wohnprojekts 255 Millionen Rand (ca. 14 Millionen Euro) veruntreut sowie einen millionenschweren Auftrag zur Schaffung von Corona-Schutzkleidung an seine Söhne gegeben. Zudem gebe es ein ganzes Netzwerk innerhalb der ANC, gegen das Korruptionsvorwürfe bestehen. Cyril Ramaphosa hatte bereits bei seinem Amtsantritt 2018 den Kampf gegen die Korruption angesagt, aber dies sei das erste Mal, dass ein ranghoher ANC-Politiker in dieser Hinsicht tatsächlich zur Verantwortung gezogen werde. Gegen Ex-Präsidenten Jacob Zuma lägen bereits 18 Anklagen wegen schwerer Korruption sowie 700 Fälle von „Betrug und Geldwäsche“ vor – und doch habe er es bisher stets geschafft, sich juristisch aus der Affäre zu ziehen. Ob Magashule, gegen den ein offizieller Haftbefehl der „Hawks“ (Eliteeinheit der südafrikanischen Polizei) besteht, seine Amtsgeschäfte wird ruhen lassen müssen, werde der ANC-Vorstand noch diese Woche entscheiden.

3. Côte d’Ivoire: Bahnt sich eine politische Lösung für die Krise an?
Philipp Sandner, Julien Adayé, Reliou Koubakin und Georges Ibrahim Tounkara melden in der Deutschen Welle, dass sich Amtsinhaber Ouattara und Ex-Präsident Bédié im Golfhotel von Abidjan getroffen haben. Die beiden Konkurrenten um die Macht in Côte d’Ivoire, welche im Zuge der Wahl im Land bereits 85 Tote bei Straßenkämpfen zu beklagen habe, wollten nun in Dialog treten. Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft habe dabei eine wichtige Rolle gespielt. Die Parlamentswahlen in Côte d’Ivoire sollen verschoben werden. Bédié wolle das umstrittene Wahlergebnis nicht anerkennen und stehe einem Übergangsrat vor. Der Forderung der Opposition, politische Häftlinge freizulassen, sei Ouattara noch nicht nachgekommen. Es sei wichtig, Brücken für Gespräche zu bauen, so der politische Analyst und Soziologe Fahiraman Rodrigue Koné. Vorerst haben sich die Kämpfe gelegt und es bestehe eine Chance, dass sich für die innenpolitische Krise Côte d’Ivoires doch noch eine politische Lösung finden ließe.

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12. November 2020

12. November 2020 - 12:16

1. Debatte um globale Impfgerechtigkeit geht weiter
Anna Mayr berichtet in der Zeit Online, dass die Frage nach einer weltweit gerechten Verteilung eines zukünftigen Corona-Impfstoffs nach wie vor unbeantwortet sei. Während Europa sich durch Verträge bereits Impfdosen gesichert habe, verweise die EU bei der Frage nach dem Impfstoffzugang für ärmere Länder auf die finanzielle Beteiligung am so genannten Access to COVID-19 Tools (ACT) Accelerator, kurz ACT-A, der ärmeren Ländern Impfstoffe vertraglich zusichern soll. Darüber hinaus schlugen Südafrika und Indien vor, die Patentrechte für einen gefundenen Impfstoff außer Kraft zu setzen, was zur Folge hätte, dass ökonomisch benachteiligtere Staaten den Impfstoff selbst produzieren könnten und nicht auf Import angewiesen wären. Die Weltgesundheitsorganisation befürworte dieses Vorhaben. Das Bundesgesundheitsministerium habe das allerdings ausgeschlossen. Während die WELT auf die logistischen Herausforderungen bei einer weltweiten Impfstoffverteilung eingeht, weist Lea Deuber von der Süddeutschen Zeitung in einem Kommentar darauf hin, dass China die Situation für sich ausnutze, um eine neue politische Ordnung durchzusetzen. Im Gegensatz zu Europa und den USA wolle China seine Impfstoffe insbesondere Ländern in Afrika, Asien und dem Nahen Osten kostengünstig zur Verfügung stellen. Dies sei dementsprechend an politische und ökonomische Interessen geknüpft.

2. Tigray im Norden Äthiopiens: Hunderte Tote, Tausende auf der Flucht
Nach Meldungen von Reuters, der deutschen Presseagentur und des evangelischen Pressediensts eskaliert der Konflikt in der Tigray-Region Äthiopiens weiter. Laut der UNHCR seien bereits 500 Menschen getötet worden. Innerhalb von 24 Stunden seien zudem tausende Menschen in den benachbarten Sudan geflüchtet, der daraufhin die Grenzen zu Äthiopien geschlossen habe. Laut dem äthiopischen roten Kreuz habe es Angriffe auf drei Krankenwagen gegeben, woraufhin die Organisation die Einhaltung humanitären Völkerrechts einforderte. Von wem die Angriffe stammen, habe das Rote Kreuz nicht geäußert. Nach Berichten des UNHCR sei die Tigray-Region derzeit von der Außenwelt abgeschnitten: Straßen seien blockiert, Telekommunikation und das Internet gekappt sowie der Strom ausgeschalten. Die Bevölkerung Tigrays habe die Afrikanische Union um Hilfe gebeten. Der äthiopische Ministerpräsident lehne jedoch Friedensgespräche jeglicher Form ab. Zudem gehe die äthiopische Zentralregierung scharf gegen kritische Medienberichterstattung vor und habe in den vergangenen Tagen zahlreiche Journalist*innen festgenommen.

3. Kamerun-Konflikt: Deutschland als Vermittler?
Johannes Senk schreibt in der Deutschen Welle, dass mehrere Organisationen Deutschland dazu auffordern, im Konflikt im Nordwesten Kameruns zu vermitteln. Bereits seit 2017 sei der anglophone Teil Kameruns umkämpft: Regierungstruppen und Separatist*innen liefern sich blutige Auseinandersetzungen, im Zuge derer bereits 3000 Menschen getötet wurden. Zudem seien über 700.000 Menschen auf der Flucht. Deutschland, das Kamerun bis vor wenigen Jahren mit militärischer Ausrüstung beliefert habe, gehöre zu Kameruns wichtigsten Geldgebern. Nicht zuletzt auf Grund der Kolonialgeschichte Deutschlands solle die Bundesrepublik nun den derzeitigen Vorsitz der EU-Ratspräsidentschaft sowie ihre Mitgliedschaft im UN-Sicherheitsrat nutzen, um sich für eine politische Lösung für Kamerun einzusetzen. Dass die Lösung für den Konflikt eine politische und keine militärische sein soll, betone Ulrich Delius, Leiter der Menschenrechtsorganisation Gesellschaft für bedrohte Völker. Ottmar von Holtz, Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen, erklärte, dass er es für notwendig halte, sich zuerst mit Frankreich zu einigen und in Zusammenarbeit bezüglich Kamerun an einem Strang zu ziehen.

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Global & gerecht zum Impfstoff – Wir appellieren an Merkel & Spahn

12. November 2020 - 11:15

Als der internationale Spendenmarathon “Global Goal: Unite for Our Future” im Juni 2020 stattfand, erschien für einen kurzen Moment alles möglich: Internationale Popstars wie Coldplay, Shakira und Justin Bieber gaben sich die Klinke in die Hand, um Einsatz für eine globale Antwort auf die Covid-19–Pandemie zu zeigen. Und auch die international führenden Politiker*innen machten große Zusagen. Am Ende konnten über sechs Milliarden Euro für Impfstoffe und Behandlungen gegen Covid-19 gesammelt werden und Bundeskanzlerin Angela Merkel versprach:   

Mittlerweile rücken die ersten Impfstoffe in greifbare Nähe und es zeichnet sich ein anderes Bild der Realität ab. Der globale Wettstreit um die schützende Medizin ist trotz großer Versprechen nicht zum Stillstand gekommen – mit schwerwiegenden Folgen. 

Wir haben für Euch zusammengefasst, warum nationale Alleingänge die Pandemie nicht beenden werden und sogar gefährlich sind. Wir müssen Bundeskanzlerin Merkel und Bundesgesundheitsminister Spahn jetzt an ihre Worte erinnern: Eine globale Pandemie kann nur gemeinsam besiegt werden! 

Warum Impfstoffnationalismus die Pandemie nicht besiegen wird

Eine globale Gesundheitskrise in dieser Größenordnung hat die Welt zuvor noch nicht erlebt: Die Bereitstellung eines Impfstoffs in so großen Mengen und kürzester Zeit ist eine noch nie dagewesene Herausforderung.  

Doch anstatt auf internationale Zusammenarbeit zu setzen, neigen aktuell viele Staaten zu Impfstoffnationalismus. Das heißt: Sie stellen die eigenen Interessen vor eine globale und gerechte Verteilung eines zukünftigen Impfstoffs – mit schwerwiegenden Folgen. Ist der Zugang zu einem möglichen Impfstoff nur für Länder mit hohem Einkommen gegeben, werden sich die weltweiten Todesfälle in Folge einer Covid-19-Erkrankung um lediglich 33% verringern. 

Ein anderes Bild ergibt sich jedoch, wenn der Impfstoff in Abhängigkeit zur Bevölkerungsgröße der einzelnen Länder verteilt wird: Weltweit ließe sich so die Mortalitätsrate in Zusammenhang mit Covid-19 um 61% verringern. Bereits über 1,2 Millionen Menschen sind an Covid-19 gestorben. Wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, um den weiteren Anstieg dieser Zahl einzudämmen. 

Wie Covid-19 bestehende Krisen zusätzlich verschärft 

Afrika verzeichnet mittlerweile nicht nur über eine Millionen Covid-19-Fälle, sondern die Pandemie hat auch bereits bestehende Krisen weiter verschärft.  Erreichte Fortschritte in der Ernährungssicherheit, Bildung, Gesundheit und Gleichstellung der Geschlechter sind in Folge von Covid-19 nun plötzlich in Gefahr: 

Lediglich die Sicherstellung eines global gerechten Zugangs zu einem Covid-19-Impfstoff birgt die Hoffnung, dass hier wieder eine Trendwende eintritt. 

Was Deutschland jetzt tun muss: Erinnern wir Merkel und Spahn an ihre Verantwortung

Deutschland hat sich bereits der COVAX-Initiative der multilateralen Impfallianz GAVI angeschlossen. Die Initiative ist gleichzeitig eine Säule des ACT (Access to Covid-19 Tools) -Accelerator – ein globaler Mechanismus mehrerer Organisationen und der WHO, der die Entwicklung, Produktion und den Zugang zu Covid-19-Medikamenten beschleunigen soll. Ebenso hat Deutschland sich zu einer gleichberechtigten Verteilung bekannt. 

Zwar erscheinen diese Zusagen vielversprechend, doch muss die Bundesregierung ihren Worten nun Taten folgen lassen 

Die Bundeskanzlerin muss jetzt ihren internationalen Einfluss nutzen, um andere Staaten als tatkräftige Unterstützer eines globalen und gerechten Zugangs zu einem künftigen Covid-19-Impfstoff zu gewinnen. Und auch der Bundesgesundheitsminister muss seine Worte in die Tat umsetzen. Bei einer Pressekonferenz am 15.09.2020 hat Jens Spahn zugesichert: 

Aber nur wenn Deutschland und deutsche Pharmaunternehmen sich dem Solidaritätsappel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) anschließen, tragen sie glaubwürdig zu einem globalen Covid-19-Impfstoff bei. Damit muss einhergehen, dass Wissen, Daten und Patentrechte freiwillig allen Expert*innen weltweit zur Verfügung gestellt werden. Das macht eine globale Impfstoffproduktion für alle Menschen möglich. 

Hilf uns, den Gesundheitsminister und deutsche Pharmaunternehmen an ihre globale Verantwortung in dieser Pandemie zu erinnern! Erinnere Jens Spahn auf Twitter an seine Worte und fordere mit uns deutsche Pharmaunternehmen auf, sich dem Solidaritätsappel der WHO anzuschließenDenn: Nur, wenn alle auf der Welt geschützt sind, sind wir alle sicher vor dem Virus. 

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11. November 2020

11. November 2020 - 11:26

1. Ungeklärte Fragen bei der Verteilung von Impfstoffen
Wie Ingo Arzt in der Tageszeitung schreibt, hat sich die EU bereits 200 Millionen Impfstoffdosen der Firmen BionTech und Pfizer gesichert. Derzeitige Auswertungen der Daten des Impfstoffs sähen vielversprechend aus. Beide Firmen gemeinsam würden 2020 erst 50 Millionen Impfstoffe herstellen, die dann an jene Länder, mit welchen vorab Verträge geschlossen wurden, proportional verteilt werden sollen. Es sei noch nicht sicher, ob die EU ebenfalls schon dieses Jahr Impfstoffdosen erhalten werde. Wäre dies der Fall, würden die Dosen jedenfalls innerhalb der Mitgliedsstaaten proportional zur Anzahl der Einwohner*innen aufgeteilt werden. Jedoch bleibt die Frage: werden auch ökonomisch benachteiligtere Länder einen Zugang zum Impfstoff haben, der in Industriestaaten für 16,50€ pro Dosis verkauft wird? Während Pfizer angebe, mit UNICEF und der Gates-Stiftung im Gespräch zu sein, um der Covax-Initiative Impfstoffdosen zur Verfügung zu stellen, kritisiere ONE Deutschland, dass es bisher noch keine Verpflichtung für Pharmakonzerne gebe, Impfstoffe an UNICEF zu liefern. Darüber erwähnt Arzt ONE Deutschlands Kritik, dass es noch keine Preisnachlässe für gemeinnützige Organisationen gebe und der Vorstand es versäumt habe, sich für eine weltweit faire Verteilung des Impfstoffs einzusetzen.

2. Äthiopien: AU fordert Waffenruhe
Berichten der Süddeutschen Zeitung und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) zufolge fordert die Afrikanische Union (AU) eine Waffenruhe im Norden Äthiopiens. Christian Meier merkt in der FAZ an, dass die äthiopische Regierung die AU als Vermittlungsorgan abgelehnt habe. Möglicherweise könne sich der Konflikt ausweiten und sogar Nachbarländer miteinbeziehen. Die Vereinten Nationen warnten, dass der Konflikt zur Vertreibung von bis zu neun Millionen Menschen führen könne. Staatsoberhaupt Abiy Ahmed versichere jedoch, dass Äthiopien nicht im Chaos versinken werde. Viel mehr weise er darauf hin, dass mit einem baldigen Ende des bewaffneten Konflikts zu rechnen sei. Die staatlichen Truppen hätten zudem den strategisch wichtigen Flughafen Humera im Norden des Landes eingenommen. Laut Militärs und ausländischen Diplomat*innen habe der Konflikt bereits mehreren hundert Menschen auf beiden Seiten das Leben gekostet. Zudem gebe es immer wieder Luftangriffe auf die Tigray-Region.

3. Malis Ex-Präsident Amadou Touré gestorben
Laut einer Meldung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) ist Malis ehemaliger Präsident Amadou Touré am Dienstag verstorben. Er habe Mali von 2002-2012 regiert und sei am Ende seiner zweiten Amtszeit auf Grund eines Militärputschs nach Senegal geflüchtet. 1991 habe er selbst in Mali geputscht, jedoch das Präsidentenamt wie versprochen nach 14 Monaten abgegeben. Zudem habe er sich zwischenzeitlich bei mehreren bewaffneten Konflikten auf dem afrikanischen Kontinent als Vermittler engagiert. Mali galt lange Zeit als Vorzeigeland, was laut der FAZ nicht zuletzt Touré zu verdanken sei.

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10. November 2020

10. November 2020 - 11:51

1. Libyen-Gespräche in Tunis
Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung(FAZ), Focus Online, Deutsche Welle und die junge Welt berichten, finden derzeit in Tunis Friedensgespräche bezüglich Libyen statt. Das Ziel der Gespräche unter Leitung der Vereinten Nationen sei die Beilegung des Konflikts, der Abzug ausländischer Akteure sowie anschließende Wahlen. Die Kernprobleme des Libyen-Konflikts seien Machtverteilung, Ressourcenzugriff und mächtige Milizen, so Christoph Ehrhardt in der FAZ. Ebenso hatten die Konfliktparteien vorab einen Waffenstillstand vereinbart, der jedoch an einigen Stellen Raum für Interpretationen lasse. Nach Einschätzungen des Think Tanks International Crisis Group in der Deutschen Welle böten uneindeutige Formulierungen den Konfliktparteien die Möglichkeit, den Text nach ihren eigenen Interessen zu interpretieren.

2. Mosambik: Norden unter Beschuss, Bevölkerung flüchtet
Nach einer Meldung der Tageszeitung (TAZ) treibt der im Norden Mosambiks tobende Bürgerkrieg die Bevölkerung zur Flucht. Die Fluchtroute führt über das Meer in die Küstenstadt Pemba und endete für bereits 38 Geflüchtete tödlich. Nach Angaben der International Organization for Migration (IOM) seien seit Mitte Oktober 274 Boote mit über 13.000 Menschen in Pemba gelandet. Im Norden Mosambiks bekämpfen sich islamistische Rebellen mit Truppen der mosambikanischen Regierung. Letzterer werden auch Menschenrechtsverletzungen gegen die eigene Bevölkerung vorgeworfen. Zudem rufen die Rebellen im Süden des benachbarten Tansanias dazu auf, den tansanischen Präsidenten John Magufuli, dem wie kürzlich in den Top-Themen berichtet Wahlmanipulation, Einschränkung der Presse- und Meinungsfreiheit sowie die Unterdrückung der Opposition vorgeworfen wurde, zu stürzen. Dies führe unter anderem auch zu dem Beschuss von Dörfern im Norden Mosambiks durch die tansanische Armee.

3. Diskussion um Umgang mit Kolonialgütern
In einem Artikel in der Frankfurter Rundschau diskutiert Johannes Dieterich den Umgang mit Kolonialgütern im Zuge der bevorstehenden Eröffnung des Humboldt Forums in Berlin. Obwohl Staaten, wie beispielsweise Nigeria, die Rückgabe der zu Kolonialzeiten gestohlenen Kulturgüter forderten, sei diesem Antrag von diversen europäischen Museen nicht stattgegeben worden. Die Vertreter*innen der Museen argumentierten damit, dass die Schätze in den europäischen Museen besser aufgehoben seien. Frankreichs Präsident Macron habe dem gegenüber bereits versprochen, eine weitreichende Rückgabe afrikanischer Kulturgüter an afrikanische Länder in die Wege zu leiten. Allerdings seien erst kürzlich zwei Statuen der Igbo in einem Pariser Auktionshaus für mehr als 200 000 Euro versteigert worden, obwohl Nigeria darum gebeten habe, solche Auktionen zu stoppen. Der Profit, der durch den Verkauf, der im Zuge des Biafra-Krieges aus Nigeria gestohlenen Statuen erzielt wurde, sei an das französische Auktionshaus gegangen.

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Sieben kluge Köpfe & Erfindungen im Kampf gegen Covid-19

9. November 2020 - 14:47

Mit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie stehen wir plötzlich vor noch nie da gewesenen Herausforderungen. Kein Wunder also, dass das weltweit kluge Köpfe auf den Plan ruft: Mit ihren kreativen Ideen sagen  Erfinder*innen dem Virus den Kampf an. Egal ob der Mangel an medizinischer Ausrüstung, das Einhalten von Hygiene- und Abstandsregeln oder der Austausch von Informationen: Wir stellen euch sieben Geschichten von Erfinder*innen vor, die für all das eine Lösung gefunden haben. 

 

1. Der freundliche Pflegeroboter aus dem Senegal

„Docteur Car“ heißt der Pflegeroboter, den vier junge Gründer aus Dakar im April 2020 entwickelt haben. Die Ingenieur-Studenten um Lamine Mouhamed Kébé und Mohamed Gueye arbeiteten gerade an Schließfächern mit WLAN, als Covid-19 auch Afrika erreichte. Kurzerhand hatten sie das Bedürfnis etwas tun zu müssen und ihnen kam die Idee zu dem innovativen Pflegeroboter. So kann Docteur Car Essen und Medikamente verteilen, wie auch den Blutdruck und die Temperatur der Patient*innen messen. Ausgestattet mit einer Kamera, kann der Pflegeroboter durch Ärzt*innen gesteuert werden. Das macht es möglich, dass der Roboter nicht nur im Krankenhaus zum Einsatz kommt, sondern auch Patient*innen in entlegenen Orten behandeln kann. Dabei spricht Docteur Car vier Sprachen: Englisch, Französisch, Wolof und Pulaar. Wenn sich der freundliche Helfer von einem*r Patient*in  mit einem „gute Besserung“ verabschiedet, hat er gleichzeitig medizinisches Personal vor dem Ansteckungsrisiko mit Covid-19 geschützt. 

 

2. Italien: Wenn die Tauchausrüstung Teil der Beatmungsgeräte wird

Als die Masken für bestimmte Beatmungsgeräte knapp wurden, griff das Unternehmen Isinnova aus Brescia, dem Norden von Italien, die Idee eines früheren Chefarztes auf: Kurzerhand wandelte es die Schnorchelmasken des Sporthersteller Decathlon in die dringend benötigten Masken um. Dazu nutzte das Unternehmen einerseits die Easybreath-Modelle, da sie das Gesicht komplett umschließen. Andererseits entwickelte es die passenden Ventile zur Umrüstung, die mithilfe eines 3D-Druckers hergestellt werden können. Die Anleitung dazu stellt das Unternehmen aus Brescia auch online zur Verfügung

Nach den Berichten italienischer Medien kamen die modifizierten Masken in mehreren Krankenhäusern zum Einsatz: Dort wurden sie zur Beatmung, aber auch zum Schutz des Personals eingesetzt. 

 

3. Vietnam: Neuntklässler baut Desinfektionsgerät für die gesamte Gemeinde 

Schon bevor der erste Covid-19-Fall Vietnam erreicht hatte, war der 14-jährige Chung in seinem Dorf für seinen Erfindergeist bekannt: So repariert er leidenschaftlich gerne kaputte Radios oder Handys. Kein Wunder also, dass Chung seine Fähigkeiten nutzen wollte, um zur Bekämpfung der Pandemie einen Beitrag zu leisten. Nachdem auch die Schulen in Vietnam geschlossen hatten, fing Chung an, einen automatischen Hand-Desinfektionsapparat zu entwickeln. Dafür entwarf er zunächst einen Prototyp, bevor er die Bauteile online von seinem eigenen Ersparten kaufte. Das fertige Gerät ist ausgestattet mit einem Infrarotsensor: Sobald eine Person die Hand unter den Spender hält, reagiert der Sensor und gibt eine bestimmte Menge an Desinfektionsmittel aus.  So kann unnötiger Hautkontakt mit dem Spender vermieden werden und zur Eindämmung des Virus beitragen. 

Mittlerweile steht das fertige Modell im Büro des Gemeinderates und Chung ist für eine weitere clevere Idee in seiner Gemeinde bekannt geworden. 

 

4. Junger Tüftler aus Marokko erfindet klugen Mund-Nasen-Schutz

Auch in Marokko kam der junge Tüftler Muhammad mit einer ausgefuchsten Idee um die Ecke: eine Maske, die sich von alleine auf Mund und Nase setzt. Dafür hat der Schüler ein Gestell mit einem Sensor entwickelt, in das eine Gesichtsmaske eingespannt ist. Sollte sich dem*r Träger*in jemand weniger als 1,5 Meter nähern, setzt das Gerät dem*r Träger*in automatisch die Maske auf Mund und Nase. Mit dieser Erfindung möchte der Junge vor allem Menschen helfen, die unter freiem Himmel in heißen Umgebungen arbeiten. 

Doch Muhammad hatte noch mehr Ideen, um während des Lockdowns keine Langeweile aufkommen zu lassen. So entstand eine intelligente Brille mit eigenem Sensor. Sie schlägt Alarm , sobald sich jemand dem*r Trägerin auf weniger als 1,5 Meter nähert. Auch hiermit hofft der Elfjährige, zur Eindämmung des Virus beitragen zu können. 

 

5. Deutsche Wissenschaftler*innen helfen bei Beatmungshilfen aus

Auch hierzulande wurden einige kluge Köpfe aktiv, als medizinische Ausrüstung knapp wurde. Wissenschaftler*innen der Universität Marburg fanden einen Weg, Beatmungshilfen schnell und günstig herzustellen. Dafür nutzen sie sogenannte Ambu-Bags – Beatmungsballons, die von Notärzt*innen manuell gedrückt werden. Angeschlossen an der einer neu entwickelten Konstruktion mit Motor, werden die Ballons regelmäßig mechanisch zusammengedrückt. Für das Gestell nutzen die Wissenschaftler*innen bewusst einfache Materialien wie Holz. Damit ist die Lösung auch in entlegeneren Teil der Welt einsetzbar. Mit einigen Youtube-Videos als Inspiration erhoffen sich die Tüftler*innen, dass die Konstruktion vielerorts Anwendung findet. 

 

6. Äthiopien: Wenn die Armbanduhr vor Covid-19 warnt

In vielen Ländern gibt es mittlerweile eine App, die vor einer möglichen Ansteckungsgefahr mit Covid-19 warnt. In Äthiopien hat ein kluger Tüftler noch einen Schritt weitergedacht: Ezedine Kamil hat ein Gerät entwickelt, dass den*die Träger*in daran erinnert, sich nicht ins Gesicht zu fassen. Das Gerät ist mit einem Sensor ausgestattet und kann einfach am Arm getragen werden – ähnlich zu einer Armbanduhr. Ezedine beschreibt seine Erfindung als multifunktional: Wird das Gerät am Gürtel getragen, gibt es Alarm, sobald der Mindestabstand von 1,5 Meter nicht eingehalten wird.  

Mit einem automatischen Seifenspender, der auch manuell funktioniert, hat Ezedine einen weiteren praktischen Helfer entwickelt. Sollte es zu einem Stromausfall kommen, kann der Spender mit einem mechanischen Pedal bedient werden – und Stromausfälle kommen häufiger in Äthiopien vor. Mittlerweile stehen 15 Modelle in Banken und Krankenhäusern in Ezedines Gemeinde Welkite. 

Trotzdem erreichen Ezedines Erfindungen nur langsam die lokale Bevölkerung, da ihm aktuell noch die notwendige finanzielle Unterstützung fehlt.  

 

7. Kenia: Wenn das Sammeln von Informationen Leben retten kann

Zugegebenermaßen: Unsere letzte Erfindung, die dem Virus den Kampf ansagt, ist nicht komplett neu. Bereits 2019 wurde Juliana Rotich mit dem Deutschen Afrikapreis für ihre Open-Source-Plattform Ushahadi ausgezeichnet. Ushahidi ermöglicht seinen Nutzer*innen Ereignisse hochzuladen und zeitlich sowie geografisch zu verorten. So fand die Plattform bspw. Anwendung in Julianas Heimat, als in Folge der umstrittenen Präsidentschaftswahlen Ende 2007 blutige Unruhen in Kenia ausbrachen. 

Während der Covid-19-Pandemie entfallen die Nutzungsgebühren für Ushahidi. Nun wird die Plattform von zahlreichen Menschen genutzt, um einander zu helfen und zu informieren. So fand die Plattform auch Anwendung in Spanien und Italien als die Epizentren zu Beginn der Pandemie in Europa: Menschen sammelten mit Ushahidi Informationen, welche Regionen am stärksten betroffen waren und wo Hilfe dringend benötigt wurde. Bereits im März waren so mindestens 160 Karten weltweit entstanden, die die aktuellen Entwicklungen zu Covid-19 in verschiedenen Teilen der Welt zusammenführen. 

Bild: Weltwirtschaftsforum 2012 (CC-BY-SA)

 

Hättet Ihr gedacht, dass Covid-19 so viele kreative Kräfte freisetzt? – Wir auch nicht! Aber diese inspirierenden Geschichten von unseren großen und kleinen Erfinder*innen zeigen: Jede*r kann etwas im Kampf gegen das Virus tun – im Großen und im Kleinen. 

Ihr fragt Euch jetzt, was Ihr dazu beitragen könnt, um die globale Pandemie zu besiegen? – Unterzeichnet unsere Petition „Alle Menschen vor Corona schützen“ und macht den führenden Entscheidungsträger*innen klar: Niemand ist vor Covid-19 sicher, bis wir nicht alle vor dem Virus geschützt sind.  

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9. November 2020

9. November 2020 - 11:25

1. Äthiopien kurz vor einem Bürgerkrieg
Wie die Tageszeitung, die Tagesschau und die Deutsche Welle berichten, steuert Äthiopien auf einen Bürgerkrieg zu. In dem nördlichen Bundesstaat Tigray sei es zu Kämpfen zwischen den lokalen Einheiten und den Bundestruppen gekommen. Laut Ärzte ohne Grenzen habe es alleine in einem einzigen Dorf entlang der tigrischen Grenze sechs Todesopfer und mindestens 60 Verletzte gegeben. Die Spannungen zwischen der Tigray-Region und der Zentralregierung bestehen schon seit Jahren. Regierungsoberhaupt und Friedensnobelpreisträger Abiy Ahmed habe bereits Militärinterventionen für die Region, in der 600.000 Menschen von Lebensmittellieferungen abhängig seien, angeordnet. Doch auch die lokalen Truppen in Tigray verfügen seit dem Grenzkrieg gegen Eritrea (1998-2000) über viele Waffen. UN-Chef Guterres und deutscher Außenminister Heiko Maas plädieren für Deeskalation und Dialog.

2. Lieferketten für Corona-Impfstoff: Eine Herausforderung
Wie Felix Wadewitz im Tagesspiegel schreibt, stehe nach der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs eine weitere große Hürde bevor: die globale Verteilung des Impfstoffs. Fluggesellschaften seien bereits dabei, Pläne für die Verteilung auszuklügeln. Diesbezügliche Herausforderungen seien nicht nur die Unmengen an benötigten Frachtflugzeugen sondern allem voran auch die Sicherstellung der notwendigen Kühlung der Impfstoffe. Letzteres sei vor allem in vielen Ländern in Afrika, Asien und Südamerika ein Problem. Die Versorgung jener zwei Drittel der Weltbevölkerung stelle somit eine logistische Herausforderung dar.

3. Derzeitige Krisen erfordern internationale Kooperation
In einem Gastbeitrag im Redaktionsnetzwerk Deutschland plädiert Prof. Imme Scholz, stellvertretende Direktorin des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik, für internationale Kooperation im Zuge der globalen sozialen Ungleichheiten, der Klimakrise sowie der Corona-Pandemie. Es sei ein gutes Zeichen, dass die EU den Wert der Zusammenarbeit erkannt sowie eine internationale Initiative in Gang gesetzt habe, die allen Ländern Zugang zu Impfstoffen, Medikamenten und Testmaterial ermöglichen soll. Durch die Pandemie seien die Möglichkeiten, in internationale Kooperationen zu investieren, jedoch eingeschränkt. Die zunehmend von Krisen betroffene Welt – sei es nun die Klimakrise, die Pandemie oder die zahlreichen Konflikte – mache ein Geflecht starker multilateraler Organisationen notwendig, so die Professorin. Diese sollen sicherstellen, dass Menschenrechte und politische Teilhabe gewahrt werden.

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6. November 2020

6. November 2020 - 9:26

1. Tansania: Magufuli tritt Amt an
Wie unter anderem der Spiegel und die Süddeutsche Zeitung schreiben, hat Tansanias Präsident John Magufuli nun offiziell eine weitere Amtszeit angetreten. Einerseits werde er für Korruptionsbekämpfung und Infrastrukturprojekte geschätzt. Andererseits werfen ihm die Opposition und Menschenrechtsaktivist*innen Verletzungen von Presse- und Meinungsfreiheit, Wahlmanipulation sowie einen fragwürdigen Umgang mit der Corona-Pandemie vor. Der nach den Wahlen verhaftete Oppositionspolitiker Tindu Lissu, der zu friedlichen Protesten aufgerufen habe, versuche derzeit, das Land zu verlassen.

2. Hydrokultur als Lösung für den Welthunger?
Dialika Neufeld thematisiert im Spiegel eine Innovation im Kampf gegen den Hunger: H2Grow, eine Hydrokultur, die es möglich macht, auch in unfruchtbaren Gegenden Blattgemüse anzubauen. Zudem wird über eine neue Gruppe von humanitären Arbeiter*innen geschrieben: Jene, die an der Schnittstelle zwischen Start-Ups und humanitären Einsätzen stehen. Dem Hunger werde nun mit Hilfe von Technik der Kampf angesagt.

3. Neue Erkenntnisse über Ebola
Ein US-amerikanisches Forschungsteam hat herausgefunden, dass es viele unentdeckte Ebola-Fälle gibt und mehr Menschen als bisher angenommen den Kontakt mit dem Virus überleben, wie Deutschlandfunk Nova meldet. Von den 279 Proband*innen aus Kivu – einer Stadt in der Demokratischen Republik Kongo – seien 30 Personen bereits vor dem lokalen Ebola-Ausbruch mit dem Erreger in Kontakt gewesen. Es sei anzunehmen, dass es auch bei Ebola Fälle mit milden Verläufen und wenigen Symptomen gebe. Das Ebola-Virus müsse noch besser untersucht werden.

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5. November 2020

5. November 2020 - 9:22

1. Pariser Klimaabkommen: USA treten offiziell aus
Wie der Spiegel und die Frankfurter Rundschau berichten, hat die USA am Wahltag das Pariser Klimaabkommen verlassen. Trump habe den Austritt bereits vor einem Jahr sichergestellt. Falls Biden die US-Wahlen gewinne, könne er diesen Schritt jedoch rückgängig machen.  

 

2. Lieferkettengesetz: Streit geht weiter
Wie Caspar Dohmen in der Süddeutschen Zeitung schreibt, wird nach wie vor über die Details des Lieferkettengesetzes verhandelt. Während Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) die zivilrechtliche Haftung für Menschenrechtsverstöße in den Lieferketten vorantreiben wollen, gebe es seitens jener Unternehmen, die sich grundsätzlich für den Gesetzesentwurf aussprechen, Zweifel an dessen Sinnhaftigkeit. Laut Tchibo-Managerin Nanda Bergstein drohe die Gefahr, dass Unternehmen dann versuchen, die tatsächlichen Zustände zu verschleiern, um sich so gegen Klagen abzusichern.  

 

3. Uganda: Bobi Wine festgenommen 
Wie der Spiegel und die Süddeutsche Zeitung melden, wurde Ugandas Oppositionspolitiker Bobi Wine verhaftet, nachdem er sich für die Wahl im Februar 2021 registrieren ließ. Auch bis zu 50 des als aussichtsreichsten Oppositionspolitikers geltende Anhänger*innen seien festgenommen oder sogar verletzt worden. Mittlerweile sei Wine wieder auf freiem Fuß. 

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