Sie sind hier

AgrarKoordination

Newsfeed AgrarKoordination abonnieren AgrarKoordination
Aktuelles von der Agrarkoordination
Aktualisiert: vor 12 Stunden 42 Minuten

Online-Dialog: Bio-Städte – Pioniere für eine nachhaltige Kita- und Schulverpflegung

28. September 2021 - 18:30
Dienstag, 28. September 2021 Unser Ernährungssystem ist eng verknüpft mit immensen gesellschaftlichen Problemen und Herausforderungen – dazu gehören zum Beispiel die Schädigung von Böden, Gewässern und Artenvielfalt, eine schlechte Klimabilanz der vorherrschenden Nahrungsproduktion und Ernährungsgewohnheiten, ernährungsbedingte Erkrankungen und gesundheitsschädliche Bedingungen in der Nutztierhaltung. Ein grundlegender Wandel unseres Ernährungssystems ist notwendig, um unsere natürlichen Lebens- und Produktionsgrundlagen zu schützen. Eine nachhaltigere Gestaltung der Kita- und Schulverpflegung kann dafür einen wichtigen Beitrag leisten. Der Anbau von Bio-Lebensmitteln bietet vielfältige Vorteile – Böden, Gewässer und Artenvielfalt werden geschützt – und damit auch unsere natürlichen Lebensgrundlagen. Mit dem Verzicht auf chemische Pestizide, mineralische Düngemittel und die regelmäßige Verabreichung von Antibiotika in der Tierhaltung leistet die biologische Landwirtschaft zudem einen wichtigen Beitrag für die Gesundheitsprävention. Viele Bio-Städte in Deutschland setzen sich daher für den Bio-Anbau in ihrer Region und für den verstärkten Einsatz von Bio-Lebensmitteln in öffentlichen Einrichtungen ein. Insbesondere für Kitas und Schulen verfolgen sie das Ziel, den Bio-Anteil schrittweise – teilweise auf bis zu 100% – zu erhöhen. Die Erfahrungen von Bio-Pionieren im Bereich des Schul- und Kitacaterings zeigen: Ein Bio- Mittagessen muss nicht teuer sein. Wie können sich verschiedene Akteure dafür einsetzen, dass auch Städte in Schleswig-Holstein Bio-Städte werden und die Verwendung von Bio-Lebensmitteln in Kitas und Schulen voranbringen? Wie kann ein kostengünstiger Einsatz von Bio-Lebensmitteln gelingen und lokale Betriebe unterstützt werden? Diese und weitere Fragen werden wir mit verschiedenen Akteur*innen und Politiker*innen diskutieren. Eine Veranstaltung der Agrar Koordination im Rahmen des Projektes Gutes Essen macht Schule in Kooperation mit dem UmweltHaus am Schüberg Kontakt
Julia Sievers julia.sievers@agrarkoordination.de Anmeldung bitte per E-Mail
gutes-essen-macht-schule@agrarkoordination.de Die Veranstaltung ist kostenlos und findet über Zoom statt. Die Zugangsdaten werden nach der Anmeldung zugesendet. Infos zum Projekt
Gutes Essen macht Schule Programm Moderation Dr. Tanja Busse 18.30 Begrüßung und Einführung 18.40 Welchen Beitrag leisten Bio-Lebensmittel zum Schutz der Gesundheit und unserer natürlichen Lebensgrundlagen? Julia Sievers, Projekt Gutes Essen macht Schule 19.10 Bio muss nicht teuer sein – Interview mit Kai Vormstein von der Piratenkombüse (Bio-Caterer aus Lübeck) und Klaus-Meyer Janssen von Vollmund (Caterer aus Hamburg, angefragt) 19.25 Wie Bio-Städte Bio-Anbau und Bio-Verpflegung zum Schutz von Umwelt und Gesundheit fördern – Interview mit Werner Ebert, Stadt Nürnberg, Referat für Umwelt und Gesundheit 19.55 Diskussion mit Politiker*innen aus Schleswig-Holstein, u.a.: Katja Claussen, Vorsitzende der Grünen Ratsfraktion, Flensburg (angefragt), Gabriele Stappert, Bildungspolitische Sprecherin der CDU Ratsfraktion, Flensburg (angefragt), Cynthia Kienaß, Stellvertretende Vorsitzende der SPD Ratsfraktion, Flensburg  20:55 Résumé 21:00 Ende
Kategorien: Hamburg

Workshop "Was hat meine Ernährung mit dem Klimawandel zu tun?"

25. September 2021 - 15:00
Samstag, 25. September 2021 Vor allem Fleisch und tierische Produkte belasten das Klima. Eine Möglichkeit den klimabelastenden CO₂ Ausstoß zu reduzieren ist es, beim Lebensmitteleinkauf auf die Auswahl der Produkte und den Einkaufsort zu achten. In diesem Workshop erhalten Sie Fakten und Hintergrundinfos zum Klimaschutz und Tipps für die Umsetzung bei der eigenen Ernährung. Referentin: Sarah Zarin, Agrarwissenschaftlerin
15:00 bis max. 16:15 Uhr
Alter Recyclinghof/Alster-Bille-Elbe 
PARKS: Bullerdeich 6, Hammerbrook Das ganze Programm des Aktionstatges: https://tagderstadtnaturhamburg.de/eat-this  Der Eintritt ist frei, eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Kommt vorbei!   
Kategorien: Hamburg

„Wir sind die Flut“ – Autorinnenlesung und interaktives Expertengespräch

vor 1 Stunde 27 Minuten
Dienstag, 21. September 2021 Lesung aus dem aktuellen Jugendbuch zum Klimaaktivismus von Annette Mierswa, mit interaktivem Beitrag durch eine Expertin der "Agrarkoordination" zu den Themen nachhaltige Ernährung und Landwirtschaft. Als Ava erfährt, dass halb Hamburg bei ansteigendem Meeresspiegel unter Wasser stehen wird, zieht sie, allen Widerständen zum Trotz, in ein Protestcamp auf dem Hof ihres Klassenkameraden Kruso, um gegen die drohende Katastrophe anzukämpfen und zudem den maroden Bauernhof vor dem Ruin zu bewahren. Annette Mierswa öffnet ihren Lesern die Augen für eine Bedrohung, die schon bald Realität sein kann. Gleichzeitig zeigt sie auf, wie viel persönlicher Einsatz bewirken kann. Ein topaktueller Jugendroman über Klimawandel, Aktivismus und Landwirtschaft, der zum Nachdenken und Handeln anregt. Eine Referentin von uns wird im Anschluss an die Lesung ein interaktives Gespräch anbieten. Annette Mierswa ist eine vielfach ausgezeichnete Hamburger Kinder- und Jugendbuchautorin, die sich schon seit frühester Jugend im Umwelt- und Tierschutz engagiert. Sie gehört zum Netzwerk der Elbautoren und führt Lesungen sowie Schreibworkshops durch. Die Veranstaltung ist bereits ausgebucht, bei Interesse an einer Bildungsveranstaltung meldet euch gerne unter info@agrarkoordination.de www.annettemierswa.de  https://www.facebook.com/annette.mierswa/ www.agrarkoordination.de
Kategorien: Hamburg

Eat this! – Veränderung geht durch den Magen

13. September 2021 - 12:05
Auf dem Gelände des ehemaligen Recyclinghofs in Hammerbrook entsteht seit 2019 ein neuer öffentlicher Park. Die Fläche ist permanent im Wandel und wird am 25. September, von 14 Uhr bis Sonnenuntergang, zu einem Erkundungsfeld und experimentellem Jahrmarkt für Interessierte an nachhaltiger Ernährung, jungem Engagement und Naturschutz. Auf den 5.200 Quadratmetern könnt ihr euch mit den vielen Initiativen, Stiftungen, Projekten und Vereinen austauschen, an Workshops teilnehmen und das "PARKS"-Gelände erkunden. Den Abschluss macht die Premiere von zwei Kurzfilmen des StadtNatur JugendFilmCamps. Livemusik und veganes Essen der Caval Cantine gibt es oben drauf. Unser Workshop "Was hat meine Ernährung mit dem Klimawandel zu tun?" mit Sarah Zarin findet um 15:00 Uhr statt. Das ganze Programm und weitere Infos gibt es auf: https://tagderstadtnaturhamburg.de/eat-this Der Eintritt ist frei, eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Kommt vorbei!
Kategorien: Hamburg

Bauernhof vor Immobilienmakler: Der Milchhof der Familie Jaacks in Hamburg muss bleiben!

3. September 2021 - 12:00
Auftakt-Veranstaltung auf dem Futtertisch im Kuhstall im Rahmen der bundesweiten AbL-Aktionswoche „Jeder Hof zählt!“ Ein Immobilienmaklerpaar will den jahrzehntelang wirtschaftenden Milchviehbetrieb der Familie Jaacks in Hamburg Rissen verdrängen und hat deren Hofstelle mit Flächen gekauft. Die Hamburger Behörde hat die Genehmigung erteilt, ohne den ortsansässigen Landwirt vorab zu fragen, ob er die Flächen kaufen möchte. Dagegen hat Familie Jaacks Klage eingereicht. Die Hamburger Politik, und allen voran die Grünen, die sich zwar eine nachhaltige Landwirtschaft auf die Fahnen schreibt, aber im Konkreten nicht danach handelt, hat es bisher versäumt zu handeln und alles daran zu setzen, dass einer der letzten Milchhöfe Hamburgs erhalten bleibt. Unterstützt wird Familie Jaacks von einem breiten gesellschaftlichen Bündnis. Auch bundesweit hat der Hamburger Bodenfall Aufmerksamkeit erregt, da es um die grundsätzliche Frage geht, ob außerlandwirtschaftliche Investor*innen praktizierenden Landwirt*innen bei der Landvergabe bevorzugt werden dürfen. Bei der Auftakt-Veranstaltung zur bundesweiten Aktionswoche „Jeder Hof zählt“ stellen wir uns daher den Fragen:
Wie muss das Bodenmarktgesetz verändert werden?
Wie kann die Hamburger Politik konkret handeln?
Warum stehen die Verbraucher*innen hinter Familie Jaacks?
Und warum ist es wichtig, dass Bauernhöfe erhalten bleiben? Freitag, 03. September 2021, 12-13 Uhr
auf dem Milchhof der Familie Jaacks, Babenwischenweg 40, 22559 Hamburg
Referent*innen
  • Hauke Jaacks, betroffener Milchbauer
  • Yvonne Aßmann, Leiterin von Slow Food Hamburg
  • Claudia Schievelbein, AbL-Bundesvorstand und Bodenexpertin
  • Berit Thomsen, AbL-Geschäftsführerin Hamburg/Schleswig-Holstein
Die AbL e.V. veranstaltet vom 3. bis 10. September zur Bundestagswahl die Aktionswoche "Jeder Hof zählt - Perspektiven schaffen für Mensch, Tier, Klima und Umwelt". Bundesweit setzen Landwirt*innen und Verbraucher*innen mit politischen und kulturellen Veranstaltungen ein Zeichen gegen das Höfesterben und für den Erhalt vielfältiger Bauernhöfe sowie die Förderung neuer bäuerlicher Betriebe Vorab laden wir um 11:30 Uhr zu einer Pressekonferenz mit allen Referent*innen ein. Anmeldung: thomsen@abl-ev.de, 040-397858
Wegen Corona ist die Anzahlt der Teilnehmer*innen begrenzt Corona-Regeln: Die Veranstaltung findet draußen statt. Es werden die aktuellen Corona-Regeln eingehalten. Bitte tragen Sie eine Maske, bis Sie auf ihren Plätzen sitzen.
Kategorien: Hamburg

Wir suchen Unterstützung in der Buchhaltung & Büroorganisation für unsere Geschäftsstelle

20. August 2021 - 8:00
Die Agrar Koordination engagiert sich als gemeinnütziger Verein seit 40 Jahren für eine zukunftsfähige Landwirtschaft und klimafreundliche Ernährungsweise. Mit entwicklungspolitischer Bildungs-, Kampagnen- und Öffentlichkeitsarbeit setzen wir uns für die Förderung nachhaltiger Landwirtschafts- und Ernährungssysteme ein – von der Produktion, über den Handel bis zum Konsum. Zusammen mit anderen Organisationen wirken wir auf eine faire Agrarpolitik hin, um Hunger und Armut zu beenden. Das Team der Agrar Koordination verzichtet auf formale Hierarchien und arbeitet konsensorientiert. Für unsere Geschäftsstelle in Hamburg Ottensen (fußläufig vom Bahnhof Altona) suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Mitarbeiterin Buchhaltung & Büroorganisation (m/w/d) für 5 Std./Woche  Deine Aufgaben und Verantwortlichkeiten
  • Rechnungsstellung, Rechnungsprüfung, Mahnwesen
  • Abwicklung des ZahlungsverkehrsBuchungen mit Hilfe von Tabellenkalkulation
  • Vorbereitung von Jahresabschlüssen und Betriebsprüfungen
  • Vorbereitung von Lohnbuchhaltung und Gehaltsabrechnungen
  • Meldungen an Sozialversicherungsträger und Berufsgenossenschaft
  • Vergabe von Aufträgen an Dienstleister*innen
  • Versand von Materialien des Vereins
  • Mitglieder- und Abonnentenverwaltung 
Das bringst Du mit
  • Berufserfahrung im Bereich Finanzen oder Buchhaltung
  • Sehr gute Kenntnisse der Tabellenkalkulation
    (LibreOffice-Calc/Microsoft-Excel)
  • Umfassende Erfahrungen im digitalen Arbeiten
  • Eigenverantwortliche und strukturierte Arbeitsweise
  • Hands-on-Mentalität und Spaß an der Arbeit in einem engagierten Team 
Wir bieten
  • Eine abwechslungsreiche Tätigkeit mit viel Gestaltungsspielraum
  • Flexible Arbeitszeiten mit Möglichkeit zum mobilen Arbeiten
  • Eine vertrauensvolle Arbeits- und Teamatmosphäre mit flachen Hierarchien
  • Vergütung in Anlehnung an TvöD-Bund 9a, Stufe 2
    (derzeit 444 €/Monat Arbeitnehmer-Brutto bei 5 Std./Woche)
Haben wir Dein Interesse geweckt? Dann sende uns bitte Deine Bewerbungsunterlagen bis zum 19. September 2021 per E-Mail an Jana Zotschew, jana.zotschew@agrarkoordination.de. Für Rückfragen steht Hannes Heise (Finanzreferent) zur Verfügung. Schreibe an hannes.heise@agrarkoordination.de und gib an, ob du eine Mail erhalten oder angerufen werden möchtest.   Wir freuen uns auf Deine Bewerbung!
Kategorien: Hamburg

Globales Open-Air Kino im Lernort KulturKapelle

15. August 2021 - 21:29

Auch diesen Sommer laden wir zu fünf Filmabenden rund um das Thema „Taking care!? – Mitgefühl und globale Solidarität“ ein, draußen auf der Wiese neben der KulturKapelle. In Kurzvorträgen vor den Filmen und anschließendem Publikumsgespräch sind alle Interessierten eingeladen, sich zu informieren und Projekte kennenzulernen. Bei Regen werden die Filme in der KulturKapelle gezeigt.

Zeit: 11. bis 15. August 2021, jeweils 20 Uhr Kurzvortrag und 21 Uhr Filmvorführung
Ort: Lernort KulturKapelle, Georg-Wilhelm-Straße 162, 21107 Hamburg 
Eintritt: 3€ ermäßigt | 5€ regulär | 7€ Soli-Preis 
Anmeldung: buchen(at)lernort-kulturkapelle.de
Kino im Inselpark: Weitere Termine im BUND Naturerlebnisgarten unter: www.bund-hamburg.de

Programm

11.08. Mittwoch
20 Uhr Kurzvortrag: Mobilizing Vulnerability
21 Uhr Film: Woman (2020) 12.08. Donnerstag 
20 Uhr Kurzvortrag: Kinderrechte in Lateinamerika in Zeiten der Corona-Pandemie
21 Uhr Film: 7 oder Warum ich auf der Welt bin (2010) 13.08. Freitag
20 Uhr Kurzvortrag: Welternährung und Klimawandel
21 Uhr Dokumentation: One Word (2020) in Kooperation mit der Agrar Koordination e.V. 14.08. Samstag
20 Uhr Kurzvortrag: Glück ein globales Entwicklungsziel
21 Uhr Dokumentation: What Happiness is (2012) 15.08. Sonntag
20 Uhr Kurzvortrag: Mitgefühl & Globale Solidarität 
21 Uhr Dokumentation: Youth Unstoppable (2020) Wir freuen uns auf Ihr Kommen und teilen Sie gerne die Veranstaltungsankündigung auf Facebook!
Kategorien: Hamburg

Schnackschmiede 2021

14. August 2021 - 9:04
Wir öffnen den Raum für gemeinsamen Austausch, Begegnung und Vernetzung, und wollen Euch und Eure Initiativen kennenlernen! Samstag, 14.08.2021, ab 10 Uhr Lernort KulturKapelle, Inselpark Wilhelmsburg Anmeldungen sind bis zum 05.08 über diesen Link möglich. Veranstaltungsflyer mit allen Infos
Kategorien: Hamburg

Wetter.Wasser.Waterkant.2021

10. August 2021 - 14:05
Über 100 Partnerorganisationen ermöglichen über 100 verschiedene Bildungsangebote aus den Themenbereichen „Klima, Umwelt, Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Wandel“. Entdecken Sie bewährte und neue Angebote für alle Altersstufen. Kostenfrei für alle Hamburger Schulklassen und für Schulen aus dem Hamburger Umland vom 17. September bis 1. Oktober 2021. Auch unser Jugendbildungsprojekt Biopoli ist mit dabei:
Montag 20. September bis Donnerstag 23. September
in der KulturKapelle im Wilhelmsburger Inselpark
Georg-Wilhelm-Straße 162, 21107 Hamburg  und Freitag 24.September bis Freitag 1. Oktober
im Dialog im Dunkeln, Alter Wandrahm 4, 20457 Hamburg Anmeldungen sind ab sofort möglich:
https://www2021.de/anmeldung/ Das komplette Programm: https://www2021.de/programm/ Weitere Informationen: www2021.de
Kategorien: Hamburg

Viel zu lange nichts passiert - Wir brauchen mehr Verbindlichkeit bei der Umsetzung von Nachhaltigkeit

2. August 2021 - 12:03

Man hat es ja schon beinahe vergessen, nach den Krisen der internationalen Zusammenarbeit und des Multilateralismus der letzten Jahre. Aber vor wenigen Jahren ist der internationalen Staatengemeinschaft mit der Verabschiedung der Agenda 2030 und ihren Sustainable Development Goals (Ziele für Nachhaltige Entwicklung, SDGs) etwas Bemerkenswertes gelungen. Ein globaler Plan, der weitfassende und umfangreiche Politikempfehlungen gibt, um Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Frieden zu schaffen. Umso dringender stellt sich nun die Frage: Wie weit sind wir eigentlich mit deren Umsetzung gekommen?

 

Agrar Info Artikel zum Download oder als Print

Kategorien: Hamburg

Der Podcast zu "Land und Wirtschaft - wer erntet?

5. Juli 2021 - 11:35
Mit der Fotoausstellung "Land und Wirtschaft – wer erntet? hat die Agrar Koordination und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) Bauern und Bäuerinnen aus Tansania und Deutschland portraitiert. Auch in diesem Podcast berichten wir über die Situation der Kleinbäuer*innen in beiden Ländern. Hier geht es zum Podcast!
Kategorien: Hamburg

Neues Erklärvideo zur Nachhaltigen Ernährung!

1. Juli 2021 - 10:01

Im Video gehen Jonas und Julia der Frage nach, wie sie ihre eigene Ernährung umstellen können. Sie wollen sich selbst gesund ernähren und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Gehen Sie gern mit den beiden zum Einkauf und lassen Sie sich inspirieren! 

Kategorien: Hamburg

Gutes Essen macht Schule

21. Juni 2021 - 14:15
Ist eine nachhaltige Kita- und Schulverpflegung auch eine politische Aufgabe? Sind politische Vorgaben für die Kita- und Schulverpflegung legitim und notwendig? Diese Fragen diskutierten wir in einem Online-Dialog am 2. Juni 2021 mit einem großen Spektrum unterschiedlicher Akteure, u.a. aus Wissenschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Verwaltung. Etwa 50 Teilnehmer*innen folgten den Einführungsinputs von Julia Sievers (Leiterin des Projektes Gutes Essen macht Schule) und von Jura-Professor José Martinez von der Uni Göttingen. Julia Sievers wies zu Beginn auf die großen Herausforderungen hin, vor die uns die Klimakrise, die planetaren Grenzen und die gesundheitlichen Folgekosten einer nicht nachhaltigen Ernährung stellen und dass ein Ernährungssystemwandel dringend notwendig sei. Sie zeigte auf, wie die Kita- und Schulverpflegung einen wichtigen Beitrag für die Ernährungswende leisten kann und plädierte dafür, dass Politiker*innen durch entsprechende Vorgaben mit gutem Beispiel vorangehen. Professor Martinez erläuterte die Empfehlungen des Gutachtens „Politik für eine nachhaltigere Ernährung“, das er als Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz mitverfasst hat. Das Gutachten beinhaltet unter anderem die Empfehlung, den DGE-Qualitätsstandard verbindlich für die Kita- und Schulverpflegung vorzugeben – auf Bundes-, Landes- oder kommunaler Ebene – und die Kita- und Schulverpflegung kostenlos zur Verfügung zu stellen. Professor Martinez erläuterte, wie aus dem Grundgesetz ableitbar sei, dass eine nachhaltige Kita- und Schulverpflegung eine staatliche Erziehungsaufgabe sei. „Der Staat ist in seinem Verantwortungsbereich Schule und Kita berechtigt und aktuell sogar aufgrund der erheblichen Defizite verpflichtet, seiner Erziehungsaufgabe aktiv durch die Errichtung und Pflege einer nachhaltigen Schul- und Kitaversorgung nachzukommen“, so Martinez. Das moderne Vergaberecht ermögliche zudem ausdrücklich die Verankerung von Nachhaltigkeitsstandards in Ausschreibungen und Verträgen für die Kita- und Schulverpflegung. In einem Interview mit der Moderatorin Dr. Tanja Busse erzählte Christoph Bier, Leiter des Referates Ernährung im saarländischen Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, von den Erfahrungen in Saarland, wo der DGE-Qualitätsstandards 2013 verpflichtend für Kitas und Schulen eingeführt wurde. „Wenn wir genussfähige Erwachsene wollen, die mit Lust und Freude ihr Essen genießen, müssen wir schon früh mit dem Training beginnen. Da gewinnen sie alle. Und darum geht's ja auch.“ Die Vorgabe, dass der DGE-Qualitätsstandard umgesetzt werden muss, wurde im Saarland in einem Förderprogramm, dass die Finanzierung der Nachmittagsbetreuung sicherstellt, verankert. Vorausgegangen war ein 4-jähriger Prozess, um verschiedene Akteure zu überzeugen. „Der Schlüssel zum Erfolg ist die wertschätzende Kommunikation mit all denen, die von dem Vorhaben betroffen sind“, so Bier. Man müsse die eigenen Motive offenlegen, Fakten nennen, auf die man sich bezieht und alle Akteure ernst nehmen. Herr Bier erläuterte, dass durch die verpflichtende Einführung des DGE-Qualitätsstandards keine zusätzlichen Kosten entstanden sind. Denn durch die im DGE-Qualitätsstandard vorgesehene Begrenzung des Fleischeinsatzes auf einmal pro Woche lassen sich sogar Kosten reduzieren.  In der folgenden Diskussion mit Politiker*innen aus Schleswig-Holstein wurde breite Unterstützung für verbindliche Nachhaltigkeitsvorgaben für die Kita- und Schulverpflegung deutlich. „Ich würde mir Mehrheiten dafür wünschen, das im Kitagesetz zu implementieren. Das wäre der einfachste und klarste Weg“, sagte Eka von Kalben, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Schleswig-Holsteinischen Landtag. Bisher sei die Sorge vor steigenden Kosten als Hindernis wahrgenommen worden. Daher sei es sehr spannend, von Herrn Bier zu hören, dass das Essen durch die Einführung des DGE-Qualitätsstandards nicht teurer geworden ist. „Das gibt uns die Gelegenheit, nochmal einen Vorstoß zu machen, um die DGE-Kriterien in das Kitagesetz aufzunehmen“, so Eka von Kalben. Sie betonte, dass der DGE ein Mindeststandard sei und durch Vorgaben für mehr bio und regional ergänzt werden sollte, da in den DGE Qualitätsstandards hierzu keine Mindestforderung oder konkrete Ziele benannt werden. Auch Kirsten Eickhoff-Weber, agrarpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag betonte die Dringlichkeit für Nachhaltigkeitsvorgaben und plädierte dafür, klarer und offener darüber zu reden. Die Aufgaben seien groß und vielfältig, da die Strukturen in den Einrichtungen auch sehr unterschiedlich seien. „Mir ist wichtig, dass wir in aller Entschiedenheit überall da wo es möglich ist, vorangehen“, betonte Kirsten Eickhoff-Weber. Frau Hildebrand, stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion in der Bürgerschaft der Hansestadt Lübeck, bewertete Vorgaben für die Kita- und Schulverpflegung kritischer – das Thema Nachhaltigkeit beim Essen sei komplex und schwierig. „Wenn man mit der Keule draufhaut, kommt man nicht weiter“, so Hildebrand. Gleichzeitig stimmte sie zu, dass ein „Rahmenkatalog“ für die Schulverpflegung sinnvoll sei. Sophie Bachmann von der Fraktion Die Linke in der Bürgerschaft der Hansestadt Lübeck sprach sich sehr deutlich für verbindliche Nachhaltigkeitsstandards in der Kita- und Schulverpflegung aus. „Ich denke, dass das nicht den einzelnen überlassen werden kann“ kommentierte Sophie Bachmann. Ihre Fraktion habe bereits einen Antrag gestellt, dass der DGE-Qualitätsstandard in die Qualitätskriterien der städtischen Kitas aufgenommen wird – sie hoffe nun auf Zustimmung durch die anderen Fraktionen.  „Wir sind auf jeden Fall auch für verpflichtende Standards und würden es begrüßen, wenn wir das auf Landesebene bekommen“, bestärkte Katja Menz von der GAL Wähler*innengemeinschaft in Lübeck. Menz wies darauf hin, dass für die städtischen Kitas bereits beschlossen wurde, dass 50% des Essens aus biologischem Anbau stammen müssen. Es sei interessant zu hören, dass andere Städte sich das Ziel gesetzt haben, langfristig 100% Bio-Lebensmittel einzusetzen. Katja Menz berichtete, dass die Preise in Lübeck von Einrichtung zu Einrichtung sehr unterschiedlich seien. „Ich bin dafür, dass Essen überall gleich viel kostet bzw. am besten kostenlos wäre. Damit alle Kinder ein gesundes Essen bekommen, auch die Kinder von Eltern, die wenig verdienen.“ Die Frage, ob das Essen an Kitas und Schulen kostenlos sein sollte, wurde kontrovers diskutiert, letztlich gab es aber breite Zustimmung dafür. „Wenn wir Schulverpflegung als Element von Ernährungs- und Verbraucherbildung sehen, gestalten und pädagogisch begleiten, dann muss das Mittagessen beitragsfrei sein, weil Bildung in Deutschland beitragsfrei ist“ – so fasste Christoph Bier das Argument für kostenlose Schulverpflegung zusammen. Bei der Diskussion zur Frage, was in einem Jahr bzw. in 5 Jahren erreicht werden kann, wurde ein Spannungsfeld zwischen großem Tatendrang und der Notwendigkeit, die Ernährungswende schnell voranzubringen einerseits und der Erkenntnis, dass Veränderungen Zeit brauchen andererseits, deutlich.  Julia Sievers plädierte in ihrem abschließenden Statement dafür, die Einführung des DGE-Qualitätsstandards dafür zu nutzen, parallel auch konkrete Ziele für Bio-Lebensmittel einzuführen. Denn die Kostensenkung durch die Reduzierung des Fleischeinsatzes biete ein großes Potenzial, die Erhöhung des Anteils an Bio-Lebensmitteln kostenneutral umzusetzen. „Diese Chance verstreicht, wenn man zunächst nur den DGE-Qualitätsstandard einführt und dann ein paar Jahre abwartet, bevor man verpflichtende Bio-Anteile einführt“, erläuterte Julia Sievers.  Am Ende der Veranstaltung zeigte, sich, dass die Argumente für verbindliche Nachhaltigkeitsvorgaben für die Kita- und Schulverpflegung auch eine große Mehrheit der Teilnehmer*innen – darunter auch Caterer und Kitaleitungen sowie weitere politische Akteure – überzeugt haben. Während zu Beginn der Dialogveranstaltung laut Umfrage 84% der Teilnehmer*innen für verbindliche Vorgaben waren, befürworteten am Ende der Veranstaltung 97% der Teilnehmer*innen solche Vorgaben. Am höchsten war die Zustimmung für die verbindliche Umsetzung des DGE-Qualitätsstandards gefolgt von der Zustimmung für einen Mindestanteil an Bio-Lebensmitteln. Nach dem Auftakt-Dialog mit dem Schwerpunkt DGE-Qualitätsstandard widmen sich die folgenden Dialogveranstaltungen des Projektes Gutes Essen macht Schule weiteren Schwerpunktaspekten zum Thema nachhaltige Kita- und Schulverpflegung. Die nächste Dialogveranstaltung ist für Ende September geplant zum Thema „Bio-Städte – Pioniere für eine nachhaltige Kita- und Schulverpflegung“. Aktuelle Terminhinweise Julia Sievers 
julia.sievers@agrarkoordination.de
040/39 25 26
Kategorien: Hamburg

Online-Dialogreihe "Ernährung & Demokratie"

18. Juni 2021 - 11:07
Städtische Ernährungssysteme demokratisch gestalten – Ein Austausch zwischen Lokalpolitik, Wissenschaft und Bürger*innen. Mit Vorträgen und anschließenden Austausch. Am 18. Juni geht es weiter mit unserem Dialog zur Transformation des Ernährungssystems. Wir diskutieren, wie der Aufbau regionaler Versorgungsstrukturen gelingen und was die öffentliche Beschaffung dazu beitragen kann, um nachhaltige Ernährungssysteme zu gestalten. Inputs am Vormittag und Workshops ab 13:30 bis 16:00. Hier geht es zum vollständigen Programm. Anmeldung bitte über diesen Link: https://pretix.eu/fhswf/wissenschaftsdialog/
Kategorien: Hamburg

Irrweg Pestizide

16. Juni 2021 - 11:06
Eintritt frei Der intensive Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Insektiziden stellt eine große Gefahr für die Artenvielfalt dar. Und letztlich auch für uns. Mireille Remesch von der Agrar Koordination wird über den weltweiten Einsatz von Pestiziden und Gefahren für Gesundheit und Umwelt kurz berichten. Der Schwerpunkt ihres Vortrags wird über Brasilien sein:➔ Pestizideinsatz und Auswirkungen dort;➔ Exporte aus der EU von hier verbotenen Wirkstoffen. ➔ am Beispiel der agrarökologischen Bewegung inSüdbrasilien wird beschrieben, wie Menschen in diesen schwierigen Zeiten für ein Leben ohne Agrar-Gifte und fürAgrarökologie kämpfen. Weitere Informationen zum Thema: Reportage und Filme  WICHTIGER HINWEIS Aufgrund der Pandemie-Einschränkungen sind die zur Verfügung stehenden Plätze begrenzt. Das Betreten der Räume ist nur mit Mund - und Nasenschutz erlaubt. Alle Besucher*innen müssen einen aktuellen negativen Test vorlegen(12 Stunden beim Schnelltest und 48 Stunden beim PCR-Test, oder einen Impfnachweis oder eine Bescheinigung über eine Genesung)
Kategorien: Hamburg

Neue Publikation: Gesundheit von Mensch und Planet

16. Juni 2021 - 9:30
Eine unausgewogene Ernährung ist weltweit eine der
Hauptursachen für Krankheiten und Todesfälle. Um eine
gesundheitsfördernde und zugleich umweltgerechte Ernährung
für eine wachsende Weltbevölkerung zu sichern,
ist eine grundlegende Veränderung unserer Ernährungsweise
und der globalen Lebensmittelerzeugung nötig.
Denn über unseren Nahrungskonsum haben wir nicht
nur großen Einfluss auf unsere eigene Gesundheit, sondern
auch auf den Schutz der Umwelt und des Klimas. Diese Broschüre zeigt, wie eine klimafreundliche und
gesunde Ernährung aussehen kann, und gibt Anregungen,
wie unsere Ernährungssysteme nachhaltiger gestaltet
werden können. Bestellung der Printausgabe PDF Download
Kategorien: Hamburg

Meldung zum UN FSS und dem nationalen Dialog

15. Juni 2021 - 11:47
Die multiplen Krisen unserer globalen Ernährungssysteme zeigen, dass eine globale  Agrar- und Ernährungswende längst überfällig ist. Wir brauchen eine grundlegende Transformation hin zu nachhaltigen, demokratischen, gerechten und gesunden Ernährungssystemen. Der bevorstehende Welternährungsgipfel der Vereinten Nationen (UN Food Systems Summit, UN FSS) und der vorausgehende nationale Dialog der Bundesregierung könnten wesentliche Lösungsansätze liefern und umsetzen, was der Weltagrarbericht bereits vor mehr als zehn Jahren gefordert hat: „Business as usual“ ist keine Option. Doch statt diese Chance zu ergreifen, bewegt sich der Gipfel im „Weiter so“ und setzt stark auf Produktionssteigerungen und technologische Innovationen. Wir – die Arbeitsgruppe Landwirtschaft und Ernährung (AGLE) des Forums Umwelt und Entwicklung (FUE) - kritisieren, dass der Gestaltungsprozess des Gipfels sowie des nationalen Dialogs der Bundesregierung, welcher vom 8. bis 10. Juni 2021 stattgefunden hat, angesichts der vielen weiterbestehenden Kritikpunkte wenig Grundlage für eine Teilnahme geboten haben. Hier geht es zur Meldung mit unseren zentralen Kritikpunkten.
Kategorien: Hamburg

Landgrabbing-Workshop für junge Menschen

15. Juni 2021 - 10:10
Der Boden unter unseren Füßen. Was Bodenspekulation mit der Welternährung zu tun hat. Am Samstag, den 3. Juli 2021 von 10.30 bis 14.00 Uhr laden wir zu einem Workshop in Bremen/Delmenhorst und online ein. Die Teilnahme ist kostenlos.  Landgrabbing passiert an vielen Orten der Welt. Neben Ländern wie Äthiopien und Mosambik wird die Aneignung von Ackerboden durch internationale Investoren und die Verdrängung lokaler Bäuerinnen und Bauern auch in Deutschland immer mehr zum Problem. Doch warum verschärfen der Fleischkonsum und der Klimawandel Hungersnöte und was bedeutet „Landgrabbing“ überhaupt? Welche Auswirkungen hat unser Konsum auf Menschen in Ländern des globalen Südens? Zusammen mit der Referentin Irina Cachay Ayala wollen wir uns in einem Workshop diesen Fragen stellen. Wir wollen verstehen, warum diese Entwicklung ein so großes Problem ist und wie wir dagegen aktiv werden können. Da es sich um einen hybriden Workshop handelt, können die Teilnehmenden selbst entscheiden, ob sie online oder in Bremen/Delmenhorst teilnehmen wollen.  Nach dem Workshop laden wir euch in gemütlicher Atmosphäre zu einem gemeinsamen selbstgekochten Mittagessen ein.  Fragen und Anmeldungen bis zum 24.06.2021 an bildung@norddeutschemission.de
Kategorien: Hamburg

Hamburger Menschenrechts- und Umweltbündnis begrüßt Lieferkettengesetz

14. Juni 2021 - 20:00
Die Hamburger Initiative Lieferkettengesetz (HILG) begrüßt die Abstimmung eines Lieferkettengesetzes im Bundestag. Der Kompromiss zwischen SPD und Union ist ein guter Start auch für Hamburger Unternehmen – das Ziel der Entschädigung von Opfern von Menschenrechtsverletzungen ist noch nicht erreicht. Der Bundestag hat in seiner Sitzung das Lieferkettengesetz verabschiedet. Zahlreiche Hamburger Bundestagsabgeordnete haben immer wieder öffentlich für ein weitreichendes Lieferkettengesetz stark gemacht. Der Großteil der CDU-Abgeordneten lehnte selbst Gespräche mit der Zivilgesellschaft ab. Im Gegensatz zu Unternehmensverbänden wie BDI oder BDA haben zahlreiche Hamburger Unternehmen wie Tchibo, Hapag-Lloyd, Brands Fashion oder Charitea in Unternehmensaufrufen ein starkes Lieferkettengesetz von der Politik gefordert. Dr. Thomas Dürmeier, von der Nichtregierungsorganisation Goliathwatch und Pressesprecher des Hamburger Regionalbündnisses kommentiert: „Es kann nicht sein, dass CDU Abgeordnete wie Christoph Ploß kurzfristige Gewinne ohne Gewissen höher bewertet als einen zukunftsfähigen Rechtsrahmen. Warum müssen Unternehmen wie Amazon oder Neumann das sozial-ökologische Engagement von Tchibo oder Budni zum Wettbewerbsnachteil machen. SPD Bundestagsabgeordnete wie Aydan Özuguz oder Matthias Bartke gingen mit viel Einsatz voran, wie auch Linke und Grüne für Menschenrechte und Wirtschaft.“ Julia Sievers von der Agrar Koordination, fügt hinzu: „Unternehmen tragen nun zwar offiziell Verantwortung für die Einhaltung von Menschenrechten bei ihren direkten Zulieferern, aber viele Opfer von Menschenrechtsverletzungen am Anfang der Lieferkette werden durch das Lieferkettengesetz keine Verbesserung spüren. Wir hoffen auf eine baldige Novelle und setzen unsere Hoffnung auf ein stärkeres europäisches Lieferkettengesetz mit Schadenersatzpflichten. Und der Hamburger Senat kann nun immerhin Unternehmen mit Verstößen gegen das Lieferkettengesetz von der öffentlichen Beschaffung ausschließen.“ Johanna Kusch, Koordinatorin des zivilgesellschaftlichen Bündnisses „Initiative Lieferkettengesetz“, kommentiert: „Im Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung in den Lieferketten sind wir noch lange nicht am Ziel, aber seit heute endlich am Start: Erstmalig verpflichtet hierzulande ein Gesetz Unternehmen, Verantwortung für die Menschen in ihren Lieferketten zu übernehmen. Das ist ein Erfolg der Zivilgesellschaft und eine gute Nachricht für alle, die unter ausbeuterischen Bedingungen in den Lieferketten deutscher Unternehmen arbeiten.“  Hintergrundinformationen
Das „Gesetz über die unternehmerischen Sorgfaltspflichten in Lieferketten“, das der Bundestag heute verabschiedet hat, tritt 2023 in Kraft und erfasst zunächst Unternehmen ab 3.000, von 2024 an dann Unternehmen ab 1.000 Mitarbeiter*innen. Diese Unternehmen müssen fortan bei direkten Zulieferern sowie anlassbezogen auch bei indirekten Zulieferern Risiken für Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung ermitteln, Gegenmaßnahmen ergreifen und diese gegenüber dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) dokumentieren. Insbesondere auf Druck der CDU und des CDU-geführten Bundeswirtschaftsministeriums ist der ursprüngliche Gesetzentwurf an zahlreichen Stellen abgeschwächt worden. Anders als zunächst von Bundesarbeitsminister Heil (SPD) und Bundesentwicklungsminister Müller (CSU) vorgesehen, gilt das Gesetz für weniger Unternehmen, schränkt die Sorgfaltspflichten von Unternehmen stark ein und begründet keinen zivilrechtlichen Haftungstatbestand mehr. Das bedeutet, dass Betroffene von Menschenrechtsverletzungen auf Basis dieses Gesetzes keinen Schadensersatz von Unternehmen einklagen können. Die Initiative Lieferkettengesetz hat sich seit September 2019 für ein starkes Lieferkettengesetz in Deutschland eingesetzt. Gestartet als Bündnis aus 64 zivilgesellschaftlichen Organisationen vereint die Initiative mittlerweile 128 Menschenrechts-, Entwicklungs- und Umweltorganisationen sowie Gewerkschaften und kirchliche Akteure. Die EU Plant für September 2021 einen Gesetzentwurf für ein europaweites Lieferkettengesetz. Der Hamburger Senat berät über die Novelle der Öffentlichen Vergaberichtlinien und der stärkeren Integration von Menschenrechten und Umweltstandards bei der Auftragsvergabe. www.lieferkettengesetz.de
Kategorien: Hamburg

Fotoausstellung Land und Wirtschaft – wer erntet? im Museum Brot und Kunst in Ulm zu sehen

8. Juni 2021 - 12:00

Bäuerinnen und Bauern aus Deutschland und Tansania berichten in der Fotoausstellung über ihre Arbeitsbedingungen. 20 Tafeln zeigen sehr persönliche Bilder und Eindrücke aus ihrem jeweiligen Arbeitsalltag. Die Situation und der Alltag in den beiden Ländern sind verschieden, doch in den Interviews mit den Befragten wird deutlich, wie stark ihr Leben und ihre Arbeit durch Agrarpolitik und Förderstrategien beeinflusst wird. Während die EU-Agrarpolitik bei den deutschen Bäuerinnen und Bauern die Erzeugerpreise drückt, kämpfen die Kolleg*innen in Tansania um ihr Land: Agrar-Investoren verdrängen mit landwirtschaftlichen Großprojekten die Kleinbauern und-bäuerinnen von ihrem fruchtbaren Boden, den sie bisher für ihren Nahrungsmittelanbau nutzen konnten.

 

Museum Brot und Kunst

15. Juni 2021 – 20. August 2021, 10 bis 17 Uhr (Mo. bis 15 Uhr)

Salzstadelgasse 10

89073 Ulm

museumbrotundkunst.de

Kategorien: Hamburg