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Sammlung von Newsfeeds

Europa-Union fordert Wiederaufbauprogramm für Europa

Europa-Union Hamburg - 27. April 2020 - 12:06
Rainer Wieland, Präsident der überparteilichen Europa-Union Deutschland, spricht sich angesichts der Corona-Pandemie für zweckgebundene Wiederaufbauanleihen aus. Die Staats- und Regierungschefs haben die Kommission beauftragt, zeitnah einen über den EU-Haushalt garantierten Erholungsfonds zu entwickeln. „Wir europäische Föderalisten unterstützen dies, hätten allerdings erwartet, dass der Rat der Kommission zumindest Eckdaten für den Fonds vorgibt. Eine zügige Einigung ist notwendig, die auch den neuen Mehrjährigen Finanzrahmen und neue EU-Eigenmittel umfassen muss.“
Kategorien: Hamburg

Corona im Bürgerkriegsland Somalia: Angst vor der Katastrophe

welt-sichten - 27. April 2020 - 11:52
In Somalia ist seit rund 30 Jahren Krieg, die Shabaab-Miliz kontrolliert viele Regionen. Mehr als zweieinhalb Millionen Menschen sind auf der Flucht, viele leiden Hunger. Mit Corona droht unsägliches Leid - und ein Erstarken der Shabaab.

Pandemiebekämpfung mit demokratischem Weitblick

GDI Briefing - 27. April 2020 - 11:44

In Deutschland diskutieren wir momentan, wie viele Einschränkungen zum Schutz der Unversehrtheit des Einzelnen vor der Pandemie notwendig und für eine offene Gesellschaft verträglich sind.

Das Bundesverfassungsgericht hat sich eindeutig auf die Seite der Demokratie gestellt, indem es ein Protestverbot aufgehoben hat. Doch was passiert in Staaten, deren Exekutive ungehemmt ihre Macht ausdehnt und demokratische Freiheiten einschränkt? Außen- und Entwicklungspolitik müssen diese Gefahr – besonders in der Krise – genau beobachten. Denn die Covid-19 Pandemie ist ein Brandbeschleuniger für Autokratisierungstrends. Weltweit haben Regierungen im Zuge ihrer Covid-19-Politik demokratische Grundrechte wie die Versammlungsfreiheit eingeschränkt, die staatliche Überwachung von Bürger*innen verstärkt und ihre eigene Macht ausgeweitet. Jörg Lau bezeichnet die Pandemie in der ZEIT als eine Gelegenheit für „Tyrannen und solche, die es werden wollen“.

Schon 2019 erlebte die Menschheit erstmals seit 2001 mehr Autokratisierungs- als Demokratisierungsprozesse. In Ungarn, Indien, Brasilien oder der Türkei nutzen nun Autokraten die Pandemie, um die parlamentarische Kontrolle zu schwächen und die Freiheit von Bürger*innen massiv zu beschneiden; in Ruanda, den Philippinen, oder Uganda steigt die Repression gegen Oppositionelle. Demgegenüber sollten Demokratien per Definition die Langzeiteffekte pandemiebedingter Freiheitseinschränkungen besser begrenzen können. Doch ist nicht garantiert, dass sie vor Autokraten verschont bleiben. Schon die wirtschaftliche Talfahrt während der Finanzkrise 2008 hatte weitreichende politische Konsequenzen. Etliche populistische und nationalistische Regierungen gingen aus ihr hervor.

Demokratien haben bessere Ressourcen für die Krisenbekämpfung

Damit Gesellschaften die Pandemie friedlich überstehen können, sind jetzt kollektiver Sachverstand, Vertrauen und Solidarität gefragt. Das gilt sowohl innenpolitisch als auch für die Kooperation zwischen Ländern. Eine Kombination aus Sachverstand, Vertrauen und Solidarität ist in Demokratien leichter zu erreichen als in Autokratien.

Kollektive Entscheidungen im Lichte großer Unsicherheit treffen zu müssen, ist ein wesentliches Merkmal gesellschaftlicher Krisen. Dafür ist Vertrauen in politische Institutionen und Politiker*innen zentral. Sachargumente öffentlich zu diskutieren, einer staatlichen Einrichtung Deutungshoheit zu übertragen, ist Teil demokratischer Güterabwägungen und Entscheidungsfindung.
In Autokratien hat nur eine zentrale Instanz die Deutungshoheit über öffentliche Belange. Umso mehr sind Autokraten auf das Vertrauen der Bevölkerung angewiesen. Droht dieses zu schwinden, verstärkt der Staat repressive Maßnahmen. Auch dort, wo populistische Regierungen auf einen „starken Mann“ oder eine „starke Frau“ setzen, kann öffentliches Vertrauen schnell schwinden, wenn diese*r die Krise nicht glaubwürdig managt oder sich nicht auf fachlich kompetente Institutionen verlässt. Das zeigt sich momentan nicht nur in den USA, sondern gerade auch in Entwicklungsländern mit schwachen Institutionen und autokratischer Führung. Vertrauensverlust in Regierungen kann sowohl Forderungen nach mehr Demokratie hervorrufen als auch politische Instabilität befeuern.

Was aber, wenn weder Institutionen, noch politische Eliten gemeinwohlorientiert agieren und nicht durch die Bevölkerung korrigiert werden können? Was, wenn die Meinungsfreiheit eingeschränkt ist und keine breite Verständigung über Maßnahmen zur Eindämmung der Gesundheitskrise möglich ist? Hinzu kommt: Autokratien höhlen durch das Prinzip gegenseitiger sozialer Kontrolle gesamtgesellschaftlich solidarisches Verhalten aus. Soziale Kontrolle soll Solidarität zwischen systemkritischen Gruppen unterbinden. Gewinnt staatliche und soziale Kontrolle an Überhand, beginnt Misstrauen zu herrschen. Wessen Leben unversehrt bleiben soll, entscheidet dann der Staat nach eigens aufgestellten Kriterien. Kurzfristig ist soziale Kontrolle also probat gegen eine Pandemie, langfristig kostet sie in autoritären Kontexten Menschenleben.

Internationaler Demokratieschutz – längst überfällig, jetzt dringlich

Die Pandemie hat Autokratisierungstrends sichtbarer gemacht. Für internationale Kooperation ist Demokratieschutz und -förderung daher das Gebot der Stunde. Funktional betrachtet ist eine globale Pandemie nicht ohne transparente und vertrauensvolle internationale Kooperation zu bekämpfen. Wissenschaftskooperation treibt medizinische Forschung an. Dafür ist ein transnationaler Austausch vertrauenswürdiger empirischer Daten unerlässlich. Offener Datenzugang ist in Autokratien jedoch selten verlässlich. Zudem muss ein effektiver Einsatz deutscher und europäischer Entwicklungsgelder darauf vertrauen können, dass politische Eliten in Entwicklungsländern sachgerechte Informationen über ihre Bevölkerung bereitstellen.

In der internationalen Entwicklungspolitik den Aufbau von Gesundheitssystemen zu fördern, reicht nicht aus. Ob sie für alle funktionieren, hängt davon ab, ob die politische Ordnung gleichen Zugang für alle gewährleistet. Geostrategisch können Autokratien wie China oder Singapur mit Erfolgen bei der Covid-19- Bekämpfung den Anschein erwecken, dass sie leistungsfähiger sind und damit für ihr Ordnungsmodell in Entwicklungsländern werben. Die Covid-19-Krise zeigt, dass der Schutz der Unversehrtheit und der Würde des Einzelnen ein Primat deutscher und europäischer Politik ist. Dies ist historisch betrachtet nur in Demokratien gelungen. Sich für diesen Wert auch in der globalen Pandemiebekämpfung einzusetzen, ist nicht nur ein Zeichen der Solidarität, sondern auch im Eigeninteresse auswärtiger Politik.

Dieser Text ist Teil einer Sonderreihe unseres Formats Die aktuelle Kolumne, die die Folgen der Corona-Krise entwicklungspolitisch und sozioökonomisch einordnet. Sie finden die weiteren Texte hier auf unserer Überblicksseite.

Kategorien: english

Pandemiebekämpfung mit demokratischem Weitblick

DIE - 27. April 2020 - 11:44

In Deutschland diskutieren wir momentan, wie viele Einschränkungen zum Schutz der Unversehrtheit des Einzelnen vor der Pandemie notwendig und für eine offene Gesellschaft verträglich sind.

Das Bundesverfassungsgericht hat sich eindeutig auf die Seite der Demokratie gestellt, indem es ein Protestverbot aufgehoben hat. Doch was passiert in Staaten, deren Exekutive ungehemmt ihre Macht ausdehnt und demokratische Freiheiten einschränkt? Außen- und Entwicklungspolitik müssen diese Gefahr – besonders in der Krise – genau beobachten. Denn die Covid-19 Pandemie ist ein Brandbeschleuniger für Autokratisierungstrends. Weltweit haben Regierungen im Zuge ihrer Covid-19-Politik demokratische Grundrechte wie die Versammlungsfreiheit eingeschränkt, die staatliche Überwachung von Bürger*innen verstärkt und ihre eigene Macht ausgeweitet. Jörg Lau bezeichnet die Pandemie in der ZEIT als eine Gelegenheit für „Tyrannen und solche, die es werden wollen“.

Schon 2019 erlebte die Menschheit erstmals seit 2001 mehr Autokratisierungs- als Demokratisierungsprozesse. In Ungarn, Indien, Brasilien oder der Türkei nutzen nun Autokraten die Pandemie, um die parlamentarische Kontrolle zu schwächen und die Freiheit von Bürger*innen massiv zu beschneiden; in Ruanda, den Philippinen, oder Uganda steigt die Repression gegen Oppositionelle. Demgegenüber sollten Demokratien per Definition die Langzeiteffekte pandemiebedingter Freiheitseinschränkungen besser begrenzen können. Doch ist nicht garantiert, dass sie vor Autokraten verschont bleiben. Schon die wirtschaftliche Talfahrt während der Finanzkrise 2008 hatte weitreichende politische Konsequenzen. Etliche populistische und nationalistische Regierungen gingen aus ihr hervor.

Demokratien haben bessere Ressourcen für die Krisenbekämpfung

Damit Gesellschaften die Pandemie friedlich überstehen können, sind jetzt kollektiver Sachverstand, Vertrauen und Solidarität gefragt. Das gilt sowohl innenpolitisch als auch für die Kooperation zwischen Ländern. Eine Kombination aus Sachverstand, Vertrauen und Solidarität ist in Demokratien leichter zu erreichen als in Autokratien.

Kollektive Entscheidungen im Lichte großer Unsicherheit treffen zu müssen, ist ein wesentliches Merkmal gesellschaftlicher Krisen. Dafür ist Vertrauen in politische Institutionen und Politiker*innen zentral. Sachargumente öffentlich zu diskutieren, einer staatlichen Einrichtung Deutungshoheit zu übertragen, ist Teil demokratischer Güterabwägungen und Entscheidungsfindung.
In Autokratien hat nur eine zentrale Instanz die Deutungshoheit über öffentliche Belange. Umso mehr sind Autokraten auf das Vertrauen der Bevölkerung angewiesen. Droht dieses zu schwinden, verstärkt der Staat repressive Maßnahmen. Auch dort, wo populistische Regierungen auf einen „starken Mann“ oder eine „starke Frau“ setzen, kann öffentliches Vertrauen schnell schwinden, wenn diese*r die Krise nicht glaubwürdig managt oder sich nicht auf fachlich kompetente Institutionen verlässt. Das zeigt sich momentan nicht nur in den USA, sondern gerade auch in Entwicklungsländern mit schwachen Institutionen und autokratischer Führung. Vertrauensverlust in Regierungen kann sowohl Forderungen nach mehr Demokratie hervorrufen als auch politische Instabilität befeuern.

Was aber, wenn weder Institutionen, noch politische Eliten gemeinwohlorientiert agieren und nicht durch die Bevölkerung korrigiert werden können? Was, wenn die Meinungsfreiheit eingeschränkt ist und keine breite Verständigung über Maßnahmen zur Eindämmung der Gesundheitskrise möglich ist? Hinzu kommt: Autokratien höhlen durch das Prinzip gegenseitiger sozialer Kontrolle gesamtgesellschaftlich solidarisches Verhalten aus. Soziale Kontrolle soll Solidarität zwischen systemkritischen Gruppen unterbinden. Gewinnt staatliche und soziale Kontrolle an Überhand, beginnt Misstrauen zu herrschen. Wessen Leben unversehrt bleiben soll, entscheidet dann der Staat nach eigens aufgestellten Kriterien. Kurzfristig ist soziale Kontrolle also probat gegen eine Pandemie, langfristig kostet sie in autoritären Kontexten Menschenleben.

Internationaler Demokratieschutz – längst überfällig, jetzt dringlich

Die Pandemie hat Autokratisierungstrends sichtbarer gemacht. Für internationale Kooperation ist Demokratieschutz und -förderung daher das Gebot der Stunde. Funktional betrachtet ist eine globale Pandemie nicht ohne transparente und vertrauensvolle internationale Kooperation zu bekämpfen. Wissenschaftskooperation treibt medizinische Forschung an. Dafür ist ein transnationaler Austausch vertrauenswürdiger empirischer Daten unerlässlich. Offener Datenzugang ist in Autokratien jedoch selten verlässlich. Zudem muss ein effektiver Einsatz deutscher und europäischer Entwicklungsgelder darauf vertrauen können, dass politische Eliten in Entwicklungsländern sachgerechte Informationen über ihre Bevölkerung bereitstellen.

In der internationalen Entwicklungspolitik den Aufbau von Gesundheitssystemen zu fördern, reicht nicht aus. Ob sie für alle funktionieren, hängt davon ab, ob die politische Ordnung gleichen Zugang für alle gewährleistet. Geostrategisch können Autokratien wie China oder Singapur mit Erfolgen bei der Covid-19- Bekämpfung den Anschein erwecken, dass sie leistungsfähiger sind und damit für ihr Ordnungsmodell in Entwicklungsländern werben. Die Covid-19-Krise zeigt, dass der Schutz der Unversehrtheit und der Würde des Einzelnen ein Primat deutscher und europäischer Politik ist. Dies ist historisch betrachtet nur in Demokratien gelungen. Sich für diesen Wert auch in der globalen Pandemiebekämpfung einzusetzen, ist nicht nur ein Zeichen der Solidarität, sondern auch im Eigeninteresse auswärtiger Politik.

Dieser Text ist Teil einer Sonderreihe unseres Formats Die aktuelle Kolumne, die die Folgen der Corona-Krise entwicklungspolitisch und sozioökonomisch einordnet. Sie finden die weiteren Texte hier auf unserer Überblicksseite.

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Pandemiebekämpfung mit demokratischem Weitblick

GDI Briefing - 27. April 2020 - 11:44

In Deutschland diskutieren wir momentan, wie viele Einschränkungen zum Schutz der Unversehrtheit des Einzelnen vor der Pandemie notwendig und für eine offene Gesellschaft verträglich sind.

Das Bundesverfassungsgericht hat sich eindeutig auf die Seite der Demokratie gestellt, indem es ein Protestverbot aufgehoben hat. Doch was passiert in Staaten, deren Exekutive ungehemmt ihre Macht ausdehnt und demokratische Freiheiten einschränkt? Außen- und Entwicklungspolitik müssen diese Gefahr – besonders in der Krise – genau beobachten. Denn die Covid-19 Pandemie ist ein Brandbeschleuniger für Autokratisierungstrends. Weltweit haben Regierungen im Zuge ihrer Covid-19-Politik demokratische Grundrechte wie die Versammlungsfreiheit eingeschränkt, die staatliche Überwachung von Bürger*innen verstärkt und ihre eigene Macht ausgeweitet. Jörg Lau bezeichnet die Pandemie in der ZEIT als eine Gelegenheit für „Tyrannen und solche, die es werden wollen“.

Schon 2019 erlebte die Menschheit erstmals seit 2001 mehr Autokratisierungs- als Demokratisierungsprozesse. In Ungarn, Indien, Brasilien oder der Türkei nutzen nun Autokraten die Pandemie, um die parlamentarische Kontrolle zu schwächen und die Freiheit von Bürger*innen massiv zu beschneiden; in Ruanda, den Philippinen, oder Uganda steigt die Repression gegen Oppositionelle. Demgegenüber sollten Demokratien per Definition die Langzeiteffekte pandemiebedingter Freiheitseinschränkungen besser begrenzen können. Doch ist nicht garantiert, dass sie vor Autokraten verschont bleiben. Schon die wirtschaftliche Talfahrt während der Finanzkrise 2008 hatte weitreichende politische Konsequenzen. Etliche populistische und nationalistische Regierungen gingen aus ihr hervor.

Demokratien haben bessere Ressourcen für die Krisenbekämpfung

Damit Gesellschaften die Pandemie friedlich überstehen können, sind jetzt kollektiver Sachverstand, Vertrauen und Solidarität gefragt. Das gilt sowohl innenpolitisch als auch für die Kooperation zwischen Ländern. Eine Kombination aus Sachverstand, Vertrauen und Solidarität ist in Demokratien leichter zu erreichen als in Autokratien.

Kollektive Entscheidungen im Lichte großer Unsicherheit treffen zu müssen, ist ein wesentliches Merkmal gesellschaftlicher Krisen. Dafür ist Vertrauen in politische Institutionen und Politiker*innen zentral. Sachargumente öffentlich zu diskutieren, einer staatlichen Einrichtung Deutungshoheit zu übertragen, ist Teil demokratischer Güterabwägungen und Entscheidungsfindung.
In Autokratien hat nur eine zentrale Instanz die Deutungshoheit über öffentliche Belange. Umso mehr sind Autokraten auf das Vertrauen der Bevölkerung angewiesen. Droht dieses zu schwinden, verstärkt der Staat repressive Maßnahmen. Auch dort, wo populistische Regierungen auf einen „starken Mann“ oder eine „starke Frau“ setzen, kann öffentliches Vertrauen schnell schwinden, wenn diese*r die Krise nicht glaubwürdig managt oder sich nicht auf fachlich kompetente Institutionen verlässt. Das zeigt sich momentan nicht nur in den USA, sondern gerade auch in Entwicklungsländern mit schwachen Institutionen und autokratischer Führung. Vertrauensverlust in Regierungen kann sowohl Forderungen nach mehr Demokratie hervorrufen als auch politische Instabilität befeuern.

Was aber, wenn weder Institutionen, noch politische Eliten gemeinwohlorientiert agieren und nicht durch die Bevölkerung korrigiert werden können? Was, wenn die Meinungsfreiheit eingeschränkt ist und keine breite Verständigung über Maßnahmen zur Eindämmung der Gesundheitskrise möglich ist? Hinzu kommt: Autokratien höhlen durch das Prinzip gegenseitiger sozialer Kontrolle gesamtgesellschaftlich solidarisches Verhalten aus. Soziale Kontrolle soll Solidarität zwischen systemkritischen Gruppen unterbinden. Gewinnt staatliche und soziale Kontrolle an Überhand, beginnt Misstrauen zu herrschen. Wessen Leben unversehrt bleiben soll, entscheidet dann der Staat nach eigens aufgestellten Kriterien. Kurzfristig ist soziale Kontrolle also probat gegen eine Pandemie, langfristig kostet sie in autoritären Kontexten Menschenleben.

Internationaler Demokratieschutz – längst überfällig, jetzt dringlich

Die Pandemie hat Autokratisierungstrends sichtbarer gemacht. Für internationale Kooperation ist Demokratieschutz und -förderung daher das Gebot der Stunde. Funktional betrachtet ist eine globale Pandemie nicht ohne transparente und vertrauensvolle internationale Kooperation zu bekämpfen. Wissenschaftskooperation treibt medizinische Forschung an. Dafür ist ein transnationaler Austausch vertrauenswürdiger empirischer Daten unerlässlich. Offener Datenzugang ist in Autokratien jedoch selten verlässlich. Zudem muss ein effektiver Einsatz deutscher und europäischer Entwicklungsgelder darauf vertrauen können, dass politische Eliten in Entwicklungsländern sachgerechte Informationen über ihre Bevölkerung bereitstellen.

In der internationalen Entwicklungspolitik den Aufbau von Gesundheitssystemen zu fördern, reicht nicht aus. Ob sie für alle funktionieren, hängt davon ab, ob die politische Ordnung gleichen Zugang für alle gewährleistet. Geostrategisch können Autokratien wie China oder Singapur mit Erfolgen bei der Covid-19- Bekämpfung den Anschein erwecken, dass sie leistungsfähiger sind und damit für ihr Ordnungsmodell in Entwicklungsländern werben. Die Covid-19-Krise zeigt, dass der Schutz der Unversehrtheit und der Würde des Einzelnen ein Primat deutscher und europäischer Politik ist. Dies ist historisch betrachtet nur in Demokratien gelungen. Sich für diesen Wert auch in der globalen Pandemiebekämpfung einzusetzen, ist nicht nur ein Zeichen der Solidarität, sondern auch im Eigeninteresse auswärtiger Politik.

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Pandemiebekämpfung mit demokratischem Weitblick

DIE - 27. April 2020 - 11:44

In Deutschland diskutieren wir momentan, wie viele Einschränkungen zum Schutz der Unversehrtheit des Einzelnen vor der Pandemie notwendig und für eine offene Gesellschaft verträglich sind. Das Bundesverfassungsgericht hat sich eindeutig auf die Seite der Demokratie gestellt, indem es ein Protestverbot aufgehoben hat. Doch was passiert in Staaten, deren Exekutive ungehemmt ihre Macht ausdehnt und demokratische Freiheiten einschränkt? Außen- und Entwicklungspolitik müssen diese Gefahr – besonders in der Krise – genau beobachten. Denn die Covid-19 Pandemie ist ein Brandbeschleuniger für Autokratisierungstrends. Weltweit haben Regierungen im Zuge ihrer Covid-19-Politik demokratische Grundrechte wie die Versammlungsfreiheit eingeschränkt, die staatliche Überwachung von Bürger*innen verstärkt und ihre eigene Macht ausgeweitet. Jörg Lau bezeichnet die Pandemie in der ZEIT als eine Gelegenheit für „Tyrannen und solche, die es werden wollen“.

Schon 2019 erlebte die Menschheit erstmals seit 2001 mehr Autokratisierungs- als Demokratisierungsprozesse. In Ungarn, Indien, Brasilien oder der Türkei nutzen nun Autokraten die Pandemie, um die parlamentarische Kontrolle zu schwächen und die Freiheit von Bürger*innen massiv zu beschneiden; in Ruanda, den Philippinen, oder Uganda steigt die Repression gegen Oppositionelle. Demgegenüber sollten Demokratien per Definition die Langzeiteffekte pandemiebedingter Freiheitseinschränkungen besser begrenzen können. Doch ist nicht garantiert, dass sie vor Autokraten verschont bleiben. Schon die wirtschaftliche Talfahrt während der Finanzkrise 2008 hatte weitreichende politische Konsequenzen. Etliche populistische und nationalistische Regierungen gingen aus ihr hervor.

Demokratien haben bessere Ressourcen für die Krisenbekämpfung

Damit Gesellschaften die Pandemie friedlich überstehen können, sind jetzt kollektiver Sachverstand, Vertrauen und Solidarität gefragt. Das gilt sowohl innenpolitisch als auch für die Kooperation zwischen Ländern. Eine Kombination aus Sachverstand, Vertrauen und Solidarität ist in Demokratien leichter zu erreichen als in Autokratien.

Kollektive Entscheidungen im Lichte großer Unsicherheit treffen zu müssen, ist ein wesentliches Merkmal gesellschaftlicher Krisen. Dafür ist Vertrauen in politische Institutionen und Politiker*innen zentral. Sachargumente öffentlich zu diskutieren, einer staatlichen Einrichtung Deutungshoheit zu übertragen, ist Teil demokratischer Güterabwägungen und Entscheidungsfindung.
In Autokratien hat nur eine zentrale Instanz die Deutungshoheit über öffentliche Belange. Umso mehr sind Autokraten auf das Vertrauen der Bevölkerung angewiesen. Droht dieses zu schwinden, verstärkt der Staat repressive Maßnahmen. Auch dort, wo populistische Regierungen auf einen „starken Mann“ oder eine „starke Frau“ setzen, kann öffentliches Vertrauen schnell schwinden, wenn dieser die Krise nicht glaubwürdig managt oder sich nicht auf fachlich kompetente Institutionen verlässt. Das zeigt sich momentan nicht nur in den USA, sondern gerade auch in Entwicklungsländern mit schwachen Institutionen und autokratischer Führung. Vertrauensverlust in Regierungen kann sowohl Forderungen nach mehr Demokratie hervorrufen als auch politische Instabilität befeuern.

Was aber, wenn weder Institutionen, noch politische Eliten gemeinwohlorientiert agieren und nicht durch die Bevölkerung korrigiert werden können? Was, wenn die Meinungsfreiheit eingeschränkt ist und keine breite Verständigung über Maßnahmen zur Eindämmung der Gesundheitskrise möglich ist? Hinzu kommt: Autokratien höhlen durch das Prinzip gegenseitiger sozialer Kontrolle gesamtgesellschaftlich solidarisches Verhalten aus. Soziale Kontrolle soll Solidarität zwischen systemkritischen Gruppen unterbinden. Gewinnt staatliche und soziale Kontrolle an Überhand, beginnt Misstrauen zu herrschen. Wessen Leben unversehrt bleiben soll, entscheidet dann der Staat nach eigens aufgestellten Kriterien. Kurzfristig ist soziale Kontrolle also probat gegen eine Pandemie, langfristig kostet sie in autoritären Kontexten Menschenleben.

Internationaler Demokratieschutz – längst überfällig, jetzt dringlich

Die Pandemie hat Autokratisierungstrends sichtbarer gemacht. Für internationale Kooperation ist Demokratieschutz und -förderung daher das Gebot der Stunde. Funktional betrachtet ist eine globale Pandemie nicht ohne transparente und vertrauensvolle internationale Kooperation zu bekämpfen. Wissenschaftskooperation treibt medizinische Forschung an. Dafür ist ein transnationaler Austausch vertrauenswürdiger empirischer Daten unerlässlich. Offener Datenzugang ist in Autokratien jedoch selten verlässlich. Zudem muss ein effektiver Einsatz deutscher und europäischer Entwicklungsgelder darauf vertrauen können, dass politische Eliten in Entwicklungsländern sachgerechte Informationen über ihre Bevölkerung bereitstellen.

In der internationalen Entwicklungspolitik den Aufbau von Gesundheitssystemen zu fördern, reicht nicht aus. Ob sie für alle funktionieren, hängt davon ab, ob die politische Ordnung gleichen Zugang für alle gewährleistet. Geostrategisch können Autokratien wie China oder Singapur mit Erfolgen bei der Covid-19- Bekämpfung den Anschein erwecken, dass sie leistungsfähiger sind und damit für ihr Ordnungsmodell in Entwicklungsländern werben. Die Covid-19-Krise zeigt, dass der Schutz der Unversehrtheit und der Würde des Einzelnen ein Primat deutscher und europäischer Politik ist. Dies ist historisch betrachtet nur in Demokratien gelungen. Sich für diesen Wert auch in der globalen Pandemiebekämpfung einzusetzen, ist nicht nur ein Zeichen der Solidarität, sondern auch im Eigeninteresse auswärtiger Politik.

Dieser Text ist Teil einer Sonderreihe unseres Formats Die aktuelle Kolumne, die die Folgen der Corona-Krise entwicklungspolitisch und sozioökonomisch einordnet. Sie finden die weiteren Texte hier auf unserer Überblicksseite.

Kategorien: Ticker

Corona-Krise## Keine Abstriche bei den Menschenrechten

epo.de - 27. April 2020 - 11:29

Aachen. - Immer wieder nutzen Staaten weltweit Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus, um weitgehende Beschränkungen bei den Grundfreiheiten vorzunehmen, die Opposition zu unterdrücken und Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger zu verfolgen. MISEREOR und seine Partner erfüllt das mit Sorge, sie stehen an der Seite der Betroffenen: "Der Ernst der Lage in der Corona-Pandemie rechtfertigt es nicht, Abstriche bei den Menschenrechten in Kauf zu nehmen. Nun gilt es umso mehr, dass sich Staaten an ihre Verpflichtungen zu Respekt, Schutz und Gewährleistung aller Menschenrechte halten", erklärte MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel.

Responding to COVID-19 in emerging economies: lessons from the financial sector

OECD - 27. April 2020 - 11:28
By Mauricio Rosillo, Corporate Vice president, Grupo Bancolombia This blog is part of a series on tackling COVID-19 in developing countries. Visit the OECD dedicated page to access the OECD’s data, analysis and recommendations on the health, economic, financial and societal impacts of COVID-19 worldwide. This blog is also a part of a thread looking more … Continue reading Responding to COVID-19 in emerging economies: lessons from the financial sector
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Mach‘ mit bei der GBK-Jugend-Task-Force!

EINEWELTblabla - 27. April 2020 - 11:09

Heute veröffentlichen wir einen Aufruf der GBK, der Globalen Bildungskampagne:

Du bist zwischen 18 und 26 Jahre alt und hast Lust, dich gemeinsam mit anderen Jugendlichen für das Recht auf Bildung von Menschen im Globalen Süden einzusetzen? Dann werde Teil unserer Jugend-Task Force!

Neben spannenden Einblicken in die Arbeit einer der größten Netzwerkkampagnen der Welt erhältst du die Möglichkeit, an Kampagnenworkshops in Berlin teilzunehmen. Die Reise- und Übernachtungskosten sowie die Verpflegung während des Workshops werden von uns übernommen.

Du bist interessiert? Dann sende uns bis zum 20. Mai 2020 einen kurzen Text (max. eine Din A4 Seite) oder ein Link zu deinem Video (max. 2 Minuten) an info@bildungskampagne.org und erzähl uns wer du bist, ob du schon Erfahrung in der entwicklungspolitischen Kampagnenarbeit gesammelt hast und was dich an der Globalen Bildungskampagne interessiert!

Die Globale Bildungskampagne ist eine weltumspannende Bewegung von Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften. Wir setzen uns dafür ein, dass alle Menschen ihr Recht auf eine gute, inklusive und gebührenfreie Bildung verwirklichen können.

Weitere Informationen zu unserer Arbeit findest du hier oder auf der Website der Global Campaign for Education (GCE).

Klicke hier und lade den vollständigen Aufruf als PDF herunter.

Beitragsbild: © Globale Bildungskampagne/Mike Auerbach

Der Beitrag Mach‘ mit bei der GBK-Jugend-Task-Force! erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

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Wie die Ausgangssperren Afrika unter Druck setzen

ONE - 27. April 2020 - 10:57

Kürzlich verbreitete sich ein Video von Menschen in überfüllten Slums in Lagos, Nigeria, die sich der Ausgangssperre widersetzten. In dem Video äußerten die Menschen ihre Unzufriedenheit über die Ausgangssperre und ihre Bedenken, ihre Nahrungsmittel- und Energieversorgung nicht sichern zu können.

In Kenia wurden Pendler*innen auf einer Fähre mit Tränengas angegriffen als die Polizei versuchte eine Gruppe in Mombasa zu zerstreuen, die vor dem bevorstehenden Ausgangsverbot am nächsten Tag fliehen wollte. Wir müssen damit rechnen, in den kommenden Wochen immer mehr solcher Vorfälle zu sehen, denn die Ausgangssperren durchzusetzen stellt eine große Herausforderung dar. Und die Gründe sind nicht weit hergeholt.

An jedem beliebigen heißen Nachmittag ist in den Straßen Nairobis, Johannesburgs oder Lagos richtig viel los. Du kannst dort beobachten, wie Händler*innen mit Passant*innen um ihre Waren feilschen, um ihr tägliches Brot zu verdienen. Viele Menschen in Afrika arbeiten als Tagelöhner – auf Farmen im ländlichen Afrika, im informellen Sektor, als Mechaniker*in oder Straßenhändler*in. 

Diesen widerstandsfähigen Familien mit ihren fast endlosen Überlebenskämpfen und Versuchen, aus der Armut herauszukommen, wurde gerade etwas vollkommen Absurdes verkündet: Bleiben Sie zu Hause, um die Ausbreitung von COVID-19 einzudämmen.

 

Was Ausgangssperren für Millionen Menschen in Afrika bedeuten

In Afrika leben derzeit fast 440 Millionen Menschen in extremer Armut. Damit ist Afrika im internationalen Vergleich der Kontinent mit der größten Armutsgruppe. Jede Stunde rutschen dort im Durchschnitt 12 Menschen in Armut. 

Mehr als 85 Prozent der afrikanischen Arbeitnehmer*innen sind im informellen Sektor beschäftigt, verglichen mit 18 Prozent in Industrieländern. Der Großteil der Arbeiter*innen verdienen täglich geringe Löhne – sie sind kaum in der Lage Vorräte anzulegen. Sie können es sich einfach nicht leisten Zuhause zu bleiben. Sie müssen aus dem Haus, um ihre täglichen Grundbedürfnisse zu decken.

Hinzu kommt die Sorge um den eingeschränkten Zugang zu öffentlichen Gütern wie Elektrizität und Wasser. Mehr als ein Viertel der Bevölkerung muss täglich Strecken von über einer halben Stunde auf sich nehmen, um Wasser zu holen. Über 660 Millionen Menschen, oder umgerechnet zwei Drittel der Bevölkerung in Subsahara-Afrika, haben keinen Zugang zu Elektrizität. Haushalte, die nicht ans Stromnetz angeschlossen sind, sind auf Erdölprodukte oder andere Quellen angewiesen. Das bedeutet, diese Menschen befinden sich täglich auf der Suche nach Essen, Wasser und Energieressourcen. Das erhöht ihr Risiko, sich mit dem Virus zu infizieren und es zu übertragen.  

Noch schwieriger sieht die Situation der Slumbewohner*innen an den Stadträndern aus. Social Distancing ist ein Luxus, den sie sich nicht leisten können. Da in den meisten Häusern keine Badezimmer oder Toiletten vorhanden sind, sind die  Menschen häufig auf öffentliche Toiletten und kommunale Wasserhähne als einzige Wasserquelle angewiesen. 

Es wird immer schwieriger für diese Menschen, sich an die Ausgangssperre zu halten. Dies ist besonders besorgniserregend, da untersucht wurde, dass sich Covid-19 auch durch Fäkalien verbreitet. Das Risiko einer Ansteckung in öffentlichen Toiletten oder an Orten ohne jeglichen Zugang zu sanitären Anlagen ist besonders hoch.

 

Wozu könnte das führen?

Angesichts dieser gefährlichen Umstände, müssen wir mit weiterem Widerstand und stärkeren soziale Spannungen in vielen afrikanischen Staaten rechnen – es sei denn, Regierungen und internationale Partner*innen aus Wirtschaft und Politik stellen die benötigte Versorgung während des Lockdowns sicher, wie etwa Nahrungsmittel für die besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen.

Angesichts der kursierenden Fake News und der weit verbreiteten Überzeugung, dass COVID-19 durch die Eliten, die ins Ausland gereist sind, importiert wurde, könnte ein Klassenkonflikt entstehen. Das Misstrauen gegenüber der Regierung und den Eliten, die als diejenigen, die die Ausgangssperren verhängen, wahrgenommen werden, wächst. Die Vorteile des Lockdowns als effektivste Methode, um die Infektion einzudämmen, findet bei der hungernden Bevölkerung wenig Anklang.

Angesichts der Konsequenz, mit der viele afrikanische Länder Ausgangssperren durchsetzen, halten sich die Menschen zunächst an die Regeln. Doch das hat – aufgrund der beschriebenen Schwierigkeiten – seine Grenzen. Menschenrechtsverletzungen sind immer inakzeptabel und können keinesfalls eine Antwort auf diese Krise sein.

 

Deshalb ist jetzt die Zeit für eine globale Partnerschaft. Eine Partnerschaft, um afrozentrische Lösungen zu unterstützen, die für die Bedürftigsten funktionieren. 

 

Was wir jetzt tun müssen

Dies muss Massentests auf Corona innerhalb kurzer Zeit, die Sicherstellung von medizinischer Versorgung für die schutzbedürftigen Gruppen und die Unterstützung des Lebensunterhalts umfassen, wenn die Bevölkerung ihren Lebensunterhalt nicht verdienen kann. All diese Maßnahmen erfordern enorme Ressourcen, die die Weltgemeinschaft gemeinsam tragen muss. Nur so können wir soziale Unruhen vermeiden, die sich aus Sperren ergeben. Und nur so können wir die Pandemie weltweit in den Griff bekommen. Denn solange nicht alle Menschen in Sicherheit sind, ist niemand von uns sicher.

 

Wir von ONE Deutschland fordern daher in unserer Petition an die Bundeskanzlerin, eine global ausgerichtete Reaktion auf das Virus. Das Coronavirus trifft die Menschen und Länder am härtesten, die sich am wenigsten schützen können. Wo du lebst, darf nicht darüber entscheiden, ob du lebst, Schließe Dich unseren Forderungen an die Politik an und unterzeichne unsere Petition.

 

Die ist eine Übersetzung. Das Original wurde von Africa Director Edwin Ikhuoria verfasst und am 6. April 2020 veröffentlicht.

The post Wie die Ausgangssperren Afrika unter Druck setzen appeared first on ONE.

Kategorien: Ticker

Development Associate

AWID - 27. April 2020 - 10:46
The Development Associate plays a key role in a busy seven-person Development team responsible for raising funds and strengthening a community of donors in support of sexual and reproductive health and rights.

Research Interns/Volunteers

AWID - 27. April 2020 - 10:42
MEWC is looking for interns/volunteers to assist with the research, data collection, track and report on progress African countries are making in the area of women’s rights and gender equality over the 10 years of the African Women's Decade.

COVID-19 Social Media Response Consultant

AWID - 27. April 2020 - 10:38
HIAS is seeking a consultant to work with HIAS country programs in Latin America, the Caribbean and Eurasia using social media and messaging apps to disseminate critical information and continue to provide remote services to displaced populations.

Strained relations

D+C - 27. April 2020 - 10:36
Petrol smuggling has had a negative impact on Benin’s relations with its giant neighbour Nigeria

In August 2019, Nigeria closed the land border. Nigeria’s federal government stated it had to respond to the smuggling of petrol, small arms and imported food items (rice from Asia). It accused authorities in Benin of collusion with the criminals. Nigerian business leaders including Aliko Dangote, the prominent billionaire, have endorsed the stance of their government. Nigerian security forces even staged several incursions into Benin’s territory.

Petrol smuggling has a long history, and it is continuing at a significantly reduced scale. To make the 700 kilometer border less porous, Nigeria has deployed additional patrol troops. Moreover, gas stations close to the border have been closed. Security has been tightened, moreover, to reduce the amount of petrol stolen from the storage facilities of the NNPC (Nigerian National Petroleum Corporation).

Vodounou is an energetic 30-years old young man whose family’s livelihood depends on petrol smuggling. He seldom spends an entire night at home with his wife and kids. He sneaks through the bush on his moped and illegally crosses over into Nigeria, where he fills jerry cans with fuel. He then returns home the same night. In the daytime, his wife Sé sells the fuel to moped riders and car drivers on the roadside of the Cotonou-Porot-Novo expressway.

Vodounou says that his illegal business has become more difficult. Petrol is no longer easily available on the other side of the border. He used to be able to smuggle 400 litres in a single shuttle. Now he feels lucky if he gets 100 litres.

People say that smuggling is controlled by powerful Mafia organisations with links to influential politicians and bureaucrats. In the past, officialdom tended to simply look away, and in Benin, that is mostly still the case.

The background is that Nigeria is an oil-producing country, and the federal government subsidises fuel. This is the most important social benefit it provides to its people. At official gas stations in Nigeria, petrol thus only costs about half of what customers pay in other West African countries. The price difference means people in Benin prefer smuggled fuel even though it is often of lower quality due to adulteration.

According to the NNPC, smuggling cost the government about a daily 2 billion Naira (about $ 5 million) before the border closure. As smuggling has since become harder, the price of contraband fuel has spiked in Benin. A litre now costs only one percent less than petrol sold by officially registered filling stations.

The relations between the two countries have deteriorated significantly. Though Aurélien Agbénonci, Benin’s minister of foreign affairs, insists that communication is good, influential persons in Nigeria are expressing harsh criticism of Benin’s President Patrice Talon. It is no secret that Nigeria’s government similarly thinks that Benin has willingly watched its own people benefiting from the neighbouring country’s subsidies, well aware of those subsidies being meant to ensure social peace and political stability in Nigeria.

The closed border, moreover, does not only hurt the smuggling networks. Legitimate trade is suffering too. People who commute between the two countries are affected badly.

This scenario cannot go on forever. Both countries belong to the Economic Community of West African States (ECOWAS). To show solidarity, a crisis committee has been set up. Several meetings have been held, but so far, they have not managed to broker a better understanding between Benin and Nigeria. ECOWAS is supposed to promote exchanges between member countries to mutual benefit. Inner-African trade, moreover, should be a driver of development. On the other hand, many African businesses remain informal so far, and that means that laws are hard to enforce. That is true on both sides of the border.

When these lines were written in April, Covid-19 was the overarching issue that occupied policymakers’ minds. Other issues were less pressing. Nonetheless, people in Benin as well as Nigeria wonder when the border will be opened again and what rules will then be enforced.

Karim Okanla is a media scholar and a freelance author.
karimokanla@yahoo.com

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Angespanntes Verhältnis

E+Z - 27. April 2020 - 10:36
Benzinschmuggel belastet die Beziehungen zwischen Benin und seinem großen Nachbarn Nigeria

Im August 2019 hat Nigerias Bundesregierung die Grenzübergänge nach Benin gesperrt. Sie wollte so den Schmuggel von Benzin, kleinkalibrigen Waffen und Nahrungsmitteln – insbesondere Reis aus Asien – unterbinden. Benins Behörden warf sie vor, gemeinsame Sache mit Kriminellen zu machen. Führende nigerianische Unternehmer wie der Milliardär Aliko Dangote befürworteten das Vorgehen ihrer Regierung. Gelegentlich drangen nigerianische Sicherheitskräfte sogar auf das Territorium Benins vor.

Der Benzinschmuggel hat eine lange Geschichte, und er geht – wenn auch in geringerem Umfang – weiter. Um die 700 Kilometer lange Grenze weniger durchlässig zu machen, setzt Nigeria zusätzliche Patrouillen ein. Tankstellen nahe der Grenze wurden geschlossen. Um den Diebstahl aus Lagern des staatseigenen Mineralölunternehmens NNPC (Nigerian National Petroleum Corporation) zu reduzieren, wurden Sicherheitskontrollen erhöht.

Vodounou ist ein energiegeladener 30-Jähriger, dessen Familie vom Schmuggel lebt. Selten verbringt er eine ganze Nacht zu Hause bei Frau und Kindern. Mit dem Moped überquert er im Buschland illegal die Grenze zu Nigeria und füllt dort seine Kanister mit Benzin auf. Seine Frau Sé verkauft den Treibstoff dann tagsüber entlang der Schnellstraße von Cotonou nach Porto Novo. Vodounou berichtet, Benzin sei im Nachbarland nicht mehr leicht zu bekommen, was sein Geschäft erschwere. Früher holte er pro Tour 400 Liter Kraftstoff, aber jetzt ist er froh, wenn er auf 100 Liter kommt.

Gerüchten zufolge wird der Schmuggel von einflussreichen Mafiabanden kontrolliert, die mit Politikern und Beamten vernetzt sind. Früher schauten Amtsträger meist einfach weg, und in Benin tun sie das immer noch.

Nigeria ist ein ölproduzierendes Land, das Treibstoff subventioniert. Das ist die Sozialleistung, von der die Nigerianer am meisten profitieren. An regulären Tankstellen kostet Benzin in Nigeria nur etwa halb so viel wie in anderen westafrikanischen Staaten. Die Schmuggelware findet deshalb in Benin reißenden Absatz, obwohl die Qualität wegen Panscherei oft schlecht ist.

NNPC zufolge kostete der illegale Benzinhandel Nigeria vor der Grenzschließung etwa zwei Milliarden Naira (rund 5 Millionen Dollar) täglich. Seit der Schwarzhandel erschwert wurde, ist der Preis für geschmuggeltes Benzin in Benin deutlich gestiegen. Ein Liter kostet nur noch ein Prozent weniger als an regulären Tankstellen.

Doch die Beziehungen zwischen den beiden Ländern haben sich erheblich verschlechtert. Benins Außenminister Aurélien Agbénonci behauptet zwar, die Kommunikation sei gut. Aber einflussreiche Nigerianer halten sich kaum mit scharfer Kritik an Benins Präsident Patrice Talon zurück. Es ist ein offenes Geheimnis, dass auch die nigerianische Regierung davon ausgeht, dass der Staatsapparat in Benin wissentlich und tatenlos die Beniner von den Subventionen des Nachbarlands profitieren ließ, die eigentlich dazu da sind, den sozialen Frieden und die politische Stabilität in Nigeria sicherzustellen.

Die Grenzschließung trifft allerdings nicht nur die Schmugglerringe, sondern behindert auch den offiziellen Handel. Das belastet Berufspendler und Firmen mit Geschäftsbeziehungen ins Nachbarland und kann keine Dauerlösung sein.

Beide Ländern gehören der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS (Economic Community of West African States) an. Die ECOWAS hat ein Krisenkomitee gebildet, dessen Vermittlungsversuche aber auch nach mehreren Sitzungen zu keiner Annäherung geführt haben. Ein Ziel der ECOWAS ist, den Handel zwischen den Mitgliedsstaaten zu fördern und Entwicklung voranzutreiben. Allerdings sind Wirtschaftsbeziehungen in Afrika oft informell, was die Durchsetzung staatlicher Politik erschwert. Das gilt auch für Benin und Nigeria.

Als dieser Artikel im April entstand, war Covid-19 das alles beherrschende Thema, das politische Entscheidungsträger in Anspruch nahm und alle anderen Probleme weniger wichtig erscheinen ließ. Dennoch fragen sich die Menschen auf beiden Seiten der Grenze, wann sie wieder geöffnet wird, und welche Regeln dann gelten werden.

Karim Okanla ist Mediendozent und freier Autor.
karimokanla@yahoo.com

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EU humanitarian aid: caught between nexus and independence

GDI Briefing - 27. April 2020 - 10:25

The European Union is facing increasingly complex and protracted crises and massive humanitarian consequences of the Syrian and Yemen conflicts and long-standing political, economic and social crises in Africa. Shifting geopolitics and global failures in the diplomatic sphere to prevent and resolve violent conflict, which the EU has also contributed to, or more recently failures in global health governance, have created and exacerbated humanitarian need. The COVID-19 pandemic, which has exacerbated existing humanitarian crises and is likely to cause additional humanitarian emergencies in other countries, has added to an already full agenda of challenges for the new leadership of the European Commission.

The new European Commission has set out to address global challenges as a “Geopolitical Commission” , linking internal and external policy and enhancing European leadership across a number of policy areas, including humanitarian aid. The envisaged role for humanitarian aid consists of working together with development and security actors to better respond to protracted crises. Yet, although the EU has been advocating and implementing the integrated approach for the past 20 years, many of its core challenges remain unresolved. Given the EU’s current strong focus on its internal interests (e.g., migration management, security, and recently crisis management in response to COVID-19 within the EU’s borders), tensions could arise between humanitarian needs and principles and other EU priorities.

This brief analyses current issues in the EU’s humanitarian aid and makes recommendations for responding to the challenges ahead. Specifically, it addresses the tensions between the Commission’s ambition to be a geopolitical actor and to better respond to multidimensional crises through a ‘nexus approach’ and the strong needs-based humanitarian assistance the EU provides. The analysis is based on a structured review of academic and policy sources, complemented by interviews with Brussels-based humanitarian aid policymakers.

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EU humanitarian aid: caught between nexus and independence

DIE - 27. April 2020 - 10:25

The European Union is facing increasingly complex and protracted crises and massive humanitarian consequences of the Syrian and Yemen conflicts and long-standing political, economic and social crises in Africa. Shifting geopolitics and global failures in the diplomatic sphere to prevent and resolve violent conflict, which the EU has also contributed to, or more recently failures in global health governance, have created and exacerbated humanitarian need. The COVID-19 pandemic, which has exacerbated existing humanitarian crises and is likely to cause additional humanitarian emergencies in other countries, has added to an already full agenda of challenges for the new leadership of the European Commission.

The new European Commission has set out to address global challenges as a “Geopolitical Commission” , linking internal and external policy and enhancing European leadership across a number of policy areas, including humanitarian aid. The envisaged role for humanitarian aid consists of working together with development and security actors to better respond to protracted crises. Yet, although the EU has been advocating and implementing the integrated approach for the past 20 years, many of its core challenges remain unresolved. Given the EU’s current strong focus on its internal interests (e.g., migration management, security, and recently crisis management in response to COVID-19 within the EU’s borders), tensions could arise between humanitarian needs and principles and other EU priorities.

This brief analyses current issues in the EU’s humanitarian aid and makes recommendations for responding to the challenges ahead. Specifically, it addresses the tensions between the Commission’s ambition to be a geopolitical actor and to better respond to multidimensional crises through a ‘nexus approach’ and the strong needs-based humanitarian assistance the EU provides. The analysis is based on a structured review of academic and policy sources, complemented by interviews with Brussels-based humanitarian aid policymakers.

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Technical Advisor, Gender and GBV, Africa and Eurasia

AWID - 27. April 2020 - 10:22
HIAS seeks a GBV Regional Technical Advisor to provide technical support and coordination for its’ Gender Based Violence programming in Africa and Eurasia. Responding to ever-growing complexity of the migratory and humanitarian context in Africa and Eurasia requires robust partnerships, quality interventions, and coordination to meet the needs of diverse migrant populations.

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