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Autor: Karsten

Hamburger Woche der Pressefreiheit | 13.-18.10.2024

Breites Bündnis von 30 Partnern aus Medien und Zivilgesellschaft unterstützt Aktionswoche

Vom 13. bis 18. Oktober bietet die Woche der Pressefreiheit ein vielfältiges Programm mit internationalen Gästen und kostenlosen Angeboten für Schüler:innen, Studierende, Lehrkräfte und Bürger:innen

Die Pressefreiheit ist bedroht – weltweit, aber auch in Deutschland. Nicht nur im Superwahljahr 2024 sind freie Berichterstattung und unabhängige Meinungsbildung essenziell für unsere Demokratie. Desinformation und gezielte Einflussnahme erschweren die Arbeit vieler Medienschaffenden. Zudem erleben Journalistinnen und Journalisten vermehrt Angriffe und Einschüchterungen, gerade auch im Umfeld von Wahlberichterstattung weltweit.

Die Hamburger Woche der Pressefreiheit hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, mehr Sichtbarkeit für die Bedrohung von unabhängiger Presse und Informationsfreiheit zu schaffen und die Themen – insbesondere im für alle zugänglichen Stadtraum – in Bewegung zu bringen. Das kündigten die Initiatoren der Aktionswoche anlässlich des internationalen Tags der Pressefreiheit am 3. Mai an. Die Aktionswoche auf Initiative der Körber-Stiftung und der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS findet 2024 bereits zum zweiten Mal statt und wird von einer breiten Allianz von rund 30 Partnern aus Medien, NGOs, Stiftungen, Vereinen und Politik wie dem Norddeutschen Rundfunk, Ströer Media oder der Behörde für Kultur und Medien unterstützt.

Programm mit internationalen Gästen

Geplant ist ein Programm mit internationalen und nationalen Größen aus Politik, Medien und Gesellschaft, unter anderem eine prominent besetzte Live-Sendung zum Auftakt beim NDR sowie ein Senatsempfang im Hamburger Rathaus, das „Exile Media Forum“ der Körber-Stiftung als internationale Konferenz für Exil-Journalismus sowie die „Free Media Lecture“ der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS. Darüber hinaus wird die Woche der Pressefreiheit vielfältige Angebote für Schulklassen, Studierende und die Hamburger Öffentlichkeit wie Workshops oder Online-Games, hochkarätige Panel-Talks, Live-Podcasts, Bühnenprogramm und Foto-Ausstellungen bieten. Ströer wird die gemeinsame Kampagne ins gesamte Hamburger Stadtgebiet bringen.

Programmdetails werden zu einem späteren Zeitpunkt auf www.pressefreiheit.hamburg bekanntgegeben.

Manuel J. Hartung, Vorsitzender des Vorstands der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS: „Demokratie braucht Pressefreiheit. Denn nur auf der Grundlage unabhängiger Berichterstattung gibt es pluralistische Meinungsbildung – die Basis für öffentlichen Diskurs. Für unabhängige Berichterstattung und freie Medien müssen wir alle einstehen. Gerade in diesen herausfordernden Zeiten geht es darum, mutig und gemeinschaftlich die Selbstbestimmung und unabhängige Berichterstattung von allen Seiten zu stärken und ein gesellschaftliches Bewusstsein für Falschinformationen zu schaffen. Umso mehr freue ich mich über das breite Bündnis von 30 starken Partnern, die gemeinsam mit der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS und der Körber-Stiftung auch 2024 für Medienfreiheit kämpfen. Die Hamburger Woche der Pressefreiheit setzt ein starkes Zeichen. Für Werte. Für die Wahrheit. Für unsere Demokratie.“

Lothar Dittmer, Vorsitzender des Vorstands der Körber-Stiftung: „Pressefreiheit ist essenziell für die Demokratie. Sie schützt das Recht auf Information und Kritik, trennt Fakten von Falschinformationen und ist unverzichtbar, um politische Entscheidungen transparent zu machen. In Zeiten, in denen Angriffe auf die Medien zunehmen, steht mehr als nur die journalistische Freiheit auf dem Spiel – die Grundfesten demokratischer Gesellschaften selbst sind bedroht. Aus unserer Arbeit zur Stärkung des Exiljournalismus wissen wir: Ohne freie Medien bleibt die Wahrheit im Dunkeln, die Demokratie verliert an Kraft und Glaubwürdigkeit.“

Starke Partner der Aktionswoche

Mehr als 30 Partner unterstützen die Aktionswoche und tragen dazu bei, in der Hamburger Stadtgesellschaft – und darüber hinaus – das Bewusstsein für die Bedeutung von freier Berichterstattung und Meinungsfreiheit für unsere Demokratie sowie für unsere freie liberale Gesellschaft zu stärken.
Dazu gehören neben den beiden Initiatoren Körber-Stiftung und ZEIT STIFTUNG BUCERIUS: Altonaer Museum, Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg, Bücherhallen Hamburg, DER SPIEGEL, Deutscher Journalistenverband (DJV), Deutsche Presse-Agentur (dpa), Die Rederei / spreuXweizen, DIE ZEIT, Hamburger Abendblatt, Headliner, Interlink Academy for International Dialog and Journalism, Journalismus macht Schule (JmS), JX Fund, Laif Agentur für Photos und Reportagen, Netzwerk Recherche, Neue deutsche Medienmacher:innen, Norddeutscher Rundfunk (NDR Info), Report:innen Forum, Reporter ohne Grenzen, RTL Nord, Rudolf Augstein Stiftung, Salon 5, Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, Ströer, Tide TV / FAMM, #UsetheNews und das VOCER Institut für Digitale Resilienz.

Unterstützung erhält die Aktionswoche in besonderem Maße durch seine zentralen Partner NDR Info und Ströer. NDR Info, das Informationsprogramm des Norddeutschen Rundfunks, stärkt mit seinen Veranstaltungen und begleitenden Programmangeboten im Hörfunk, Fernsehen und Online die Bedeutung der Pressefreiheit für Demokratie und gesellschaftlichen Diskurs. Ströer wird die Kampagne und Themen auf bis zu 7.500 digitalen Flächen im gesamten Hamburger Stadtgebiet begleitend sichtbar machen.

Weitere Informationen finden Sie auf der zentralen Webseite unter www.pressefreiheit.hamburg.

Aktionswoche KOSMOS Jupiter. Solidarisch Wirtschaften. Gerecht Handeln.

Liebe Freund:innen des Fairen Handels,

unser KOSMOS Jupiter ist seit 2. Mai in vollem Gange und es geht weiter! Wir haben noch ein tolles Programm für euch die nächsten Tage.
Gleich morgen geht es um die Frage: „Den Hafen dekolonisieren?“
Guckt gerne vorbei. Alles kostenlos, alles an einem Ort und ohne Anmeldung.Es lohnt sich.

Faire Grüße vom Team der Fair Trade Stadt Hamburg,
Christine und Lukas

07. Mai: Den Hafen dekolonialisieren?
Als Dreh- und Angelpunkt des Welthandels symbolisiert der Hafen, wie Hamburg von der Globalisierung profitiert hat – und somit auch vom Kolonialismus. Doch noch immer sind globale Handelsbeziehungen von neo-kolonialen Machtasymmetrien geprägt, die sich hinter den Dimensionen der globalisierten Frachtschifffahrt verbergen. Wo werden koloniale Spuren sichtbar? Wie wirken sie bis heute und prägen unseren Blick auf den Hafen? Aus welchen unterschiedlichen Perspektiven kann Hafengeschichte geschrieben, gedeutet und angeeignet werden? Ursula Richenberger, Tania Mancheno und Martina Zimpel im Gespräch über den Umgang mit dem kolonialen Erbe des Hamburger Hafens.
https://www.fairtradestadt-hamburg.de/kosmos_jupiter/koloniale-kontinuitaeten-im-hamburger-hafen/

8. Mai: Faire Verse: Poetry for Change
Der Zustand dieser Welt mit seinen gegenwärtigen Krisen macht es bisweilen schwer, in die Zukunft zu blicken. Manchmal scheint es einfacher, gar nicht zu sprechen. Und doch wollen wir es tun – egal ob traurig, melancholisch, hoffnungsvoll, gewitzt, frech oder zynisch – Lost Haven bringt euch den Poetry Slam zu den KOSMOS Themen wie Globale Gerechtigkeit, Fairer Handel, Dekolonialisierung und Konzepten des solidarischen Wirtschaftens. Politische, aber auch persönliche Themen sind herzlich willkommen.
https://www.fairtradestadt-hamburg.de/kosmos_jupiter/faire-verse-poesie-fuer-wandel/

10. Mai: Decolonize Fair Trade!
Der Faire Handel setzt sich für menschenwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen für Produzent:innen in Ländern des Globalen Südens ein und möchte so eine Alternative zum konventionellen Handel schaffen. So auch das Unternehmen Lemonaid, das über den Verkauf von Limonade lokale Projekte in Ländern des Globalen Südens fördert. Doch auch der Faire Handel ist von kolonialen Machtstrukturen geprägt. Wie werde diese fortgeschrieben? Wie kann der Faire Handel machtkritischer und zugänglicher werden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich auch der Verein ASID Europe e.V. in seinem Projekt „Decolonize Fair Trade!“ und schenkt Stimmen von Produzent:innen aus verschiedenen Teilen des Globalen Südens Gehör.
https://www.fairtradestadt-hamburg.de/kosmos_jupiter/decolonize-fair-trade/

11. Mai: Finissage – Fairer Handel WELTWEIT

Zum Abschluss von KOSMOS Jupiter laden wir euch zur Finnisage der Ausstellung Fairer Handel WELTWEIT ein. Zu fair gehandelten und prickelden Getränken geben Jutta und Michael uns einen Einblick in ihre Arbeit hinter der Kamera, führen durch die Ausstellung und zeigen zusätzliche Aufnahmen. Im Anschluss lassen wir den Abend gemeinsam ausklingen. Die Ausstellung ist während der gesamten Aktionswoche im Jupiter zu sehen.

Von und mit: Dr. Jutta Ulmer und Dr. Michael Wolfsteiner

https://www.fairtradestadt-hamburg.de/kosmos_jupiter/fairer-handel-weltweit-finnisage/

Projektkoordination
Christine Prießner
Stresemannstraße 374
22761 Hamburg
040-881 566 89
0174-8586173
info@fairtradestadt-hamburg.de

Kampagne
Lukas Tödte
Stresemannstraße 374
22761 Hamburg
0151-55270036
kampagne@fairtradestadt-hamburg.de

Die Projektstelle „Fair Trade Stadt Hamburg“ wird gefördert durch das Eine-Welt-Promotor:innen-programm der Arbeitsgemeinschaft der Eine-Welt-Landesnetzwerke mit Mitteln von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und durch die Senatskanzlei Hamburg.

Was bringt der Zukunftsentscheid für Hamburgs Klimapolitik?

Durch den Hamburger Zukunftsentscheid werden die Klimaziele der Stadt neu gesetzt. Das Reduktionsziel von 70% bis 2030 bleibt unverändert. Das Ziel der Klimaneutralität wird hingegen auf 2040 vorgezogen. Aber nicht nur das: Um die Erreichung zuverlässiger und planbarer zu machen, werden jährliche Emissionsziele für die Jahre 2026 bis 2040 festgelegt.

Wie unterscheiden sich die Ziele des Hamburger Zukunftsentscheids von der aktuellen Politik?

Die Klimaschutzziele der Stadt sind seit 2020 im Hamburgischen Klimaschutzgesetz (HmbKliSchG) geregelt. Mit dem am 06.12.2023 von der Hamburger Bürgerschaft beschlossenen Klimaschutzstärkungsgesetz hat die Stadt selbst ihre Klimaschutzziele angezogen: Sollten zuvor Emissionen um 55% bis 2030 und um 95% bis 2050 reduziert werden, sind es nun 70% bis 2030 und 98% bis 2045.

Ein Reduktionsziel von mehr als 70% bis 2030 wird wissenschaftlich derzeit als nicht realistisch eingeschätzt. Die Klimaneutralität bis 2040 hingegegen haben sich bereits Bundesländer wie Baden-Württemberg, Niedersachsen und Bayern gesetzlich zum Ziel gesetzt. Auch in Schleswig-Holstein ist sie Teil des Koalitionsvertrags zwischen CDU und Bündnis 90/Die Grünen. Daher zieht auch der Hamburger Zukunftsentscheid das Erreichen der Klimaneutralität auf 2040 vor.

Veraenderung der Reduktionsziele2

Die Reduktionsziele für 2030 und 2040 dienen aber nur dazu, einen groben Rahmen vorzugeben. Damit die Transformation tatsächlich planbar und zuverlässig gelingen kann, werden durch den Hamburger Zukunftsentscheid zusätzlich sogenannte Jahresemissionsgesamtmengen, also jährliche CO2-Budgets, festgelegt.

Wieso legt der Hamburger Zukunftsentscheid jährliche CO2-Budgets fest?

Je mehr CO2 in die Atmosphäre gelangt, desto wärmer wird es auf der Erde. Da CO2 nur sehr langsam abgebaut wird, erhöhen die heute ausgestoßenen Treibhausgase die globale Durchschnittstemperatur auf Jahrhunderte. Dieser Temperaturanstieg ist es, der uns die schon jetzt zunehmenden Dürren, Überflutungen und Hitzewellen bringt.

Verpflichtende Reduktionsziele hat die Stadt derzeit nur für einzelne Jahre in der Zukunft. Wie viel CO2 insgesamt bis dahin ausgestoßen werden darf, ist nicht begrenzt. So lässt die Stadt vollkommen offen, welchen Beitrag sie zur Verhinderung katastrophaler Klimawandelfolgen zu leisten bereit ist.

Damit verfehlt das geltende Klimaschutzgesetz seine eigentliche Kernaufgabe: “Das Klima zu schützen […] und einen Beitrag zur Sicherung der Erreichung der Ziele des Übereinkommens von Paris vom 12. Dezember 2015 zu leisten” (HmbKliSchG §2 Ziele des Gesetzes).

Derzeitige Emissionsbudgets1

Durch das Festlegen jährlicher CO2-Budgets – also Mengen an CO2, die die Stadt jeweils in den Jahren 2026 bis 2040 emittieren darf – begrenzen wir Hamburgs Beitrag zur globalen Erwärmung. Darüber hinaus machen wir die Transformation planbarer für Stadt, Wirtschaft und Bürgerinnen und Bürger und schaffen Ziele, deren Erreichung regelmäßig überprüft werden kann.

Emissionsbudgets des Hamburger Zukunftsentscheids1

SID bei der Aktionswoche KOSMOS Jupiter. Solidarisch Wirtschaften. Gerecht Handeln.


Dies ist eine herzliche Einladung zum nächsten SID Stammtisch Entwicklungspolitik. Wir treffen uns am

am Donnerstag, 2. Mai 2024, ab ca. 20:30 Uhr
Jupiter (3. OG), Mönckebergstraße 2–4, 20095 Hamburg (neben Hauptbahnhof)

und besuchen zum Thema Faire Lieferketten vorher die Veranstaltung

Faire Lieferketten für den Rohstoffhandel!

am 02. Mai., 18:30 — 20:30 Uhr im Jupiter (3. OG), Mönckebergstraße 2–4. im Rahmen der Aktionswoche KOSMOS Jupiter. Solidarisch Wirtschaften. Gerecht Handeln. vom 02. bis 11.5.

Im Zentrum der Veranstaltung stehen globale Lieferketten und deren Transformationspotenzial. Mit der knappen Zustimmung zum EU-weiten Lieferkettengesetz gegen die Enthaltung Deutschlands konnte ein wichtiger Meilenstein erreicht werden, für den sich eine breite Allianz aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik stark gemacht hat. Der Erfolg konnte allerdings nur gegen massiven Widerstand und nach Zugeständnissen an einschlägige Lobbys erreicht werden. Wo also stehen wir? Insbesondere die Extraktion von Rohstoffen aus Ländern des Globalen Südens ist nach wie vor in kolonialer Kontinuität mit erheblichen Schäden für Mensch und Natur verbunden. Dabei gibt es zahlreiche Ansätze, wie Lieferketten transparenter und Handelsbeziehungen solidarischer gestaltet werden können. Wie können diese Ansätze zu einer Transformation globaler Lieferketten beitragen? Diese und weitere Fragen wollen wir gemeinsam diskutieren mit

Prof. Dr. Peter Eigen ist Mitgründer, Gesellschafter und Leiter der Berlin Governance Platform gGmbH. 1993 gründete er Transparency International. 2005 war Eigen Vorsitzender des Gründungskomitees der Extractive Industries Transparency Initiative (EITI). Als Jurist und Programm-Verantwortlicher war Peter Eigen für die Weltbank in Afrika und Lateinamerika zuständig.

Matthias Fiedler ist seit 2020 Geschäftsführer des Forum Fairer Handel. Davor war er acht Jahre geschäftsführender Vorstand der Bewegungsstiftung. Matthias Fiedler ist seit über 20 Jahren im Bereich globale Gerechtigkeit tätig.

Helena Peltonen-Gassmann ist ehemalige stellvertretende Bundesvorsitzende bei Transparency International Deutschland, Mitglied des Landesvorstandes von Mehr Demokratie e.V. und Sprecherin vom Zukunftsrat Hamburg.

Die Veranstaltung eröffnet die Aktionswoche KOSMOS Jupiter. Solidarisch Wirtschaften. Gerecht Handeln. vom 02. — 11. Mai. KOSMOS bringt Perspektiven des Fairen Handels in Dialog mit dekolonialen und transformativen Ansätzen für ein zukunftsfähiges Wirtschaftssystem. Im Jupiter. Für die Erde. Sei dabei! Hier isrt das volle Programm!

Hamburg Sustainability Conference findet 7.-8. Oktober 2024 statt

Update: Die erste Hamburg Sustainability Conference findet am 7. und 8. Oktober 2024 statt. Auf diesen Termin haben sich die Initiatoren der Konferenz, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die Freie und Hansestadt Hamburg und die Michael Otto Stiftung verständigt. Ursprünglich war ein Termin im Juni geplant. Dieser hat sich allerdings mit Blick auf die Personalsituation bei Landes- und Bundespolizei während der Fußball-Europameisterschaft als nicht umsetzbar erwiesen. Zum neuen Termin im Oktober steht die Handelskammer Hamburg als Austragungsort zur Verfügung. Nach dem für September geplanten Zukunftsgipfel der Vereinten Nationen in New York ist der Konferenztermin im Oktober nun geeignet, eine Brücke zu schlagen von den politischen Nachhaltigkeitszielen auf UN-Ebene hin zur praktischen Umsetzung.

Neue Konferenz soll globalen Norden und globalen Süden für gemeinsame Lösungen näher zusammenbringen

Auf Initiative des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und in enger Kooperation mit dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP), der Michael Otto Stiftung und der Freien und Hansestadt Hamburg findet am 20. und 21. Juni 2024 die Hamburg Sustainability Conference (HSC) statt. Die Konferenz soll Regierungsvertreterinnen und -vertreter aus dem globalen Norden und dem globalen Süden, aber auch führende Köpfe aus Privatwirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und internationalen Organisationen an einen Tisch bringen, um gemeinsam Lösungen für die notwendige sozial-ökologische Transformation zu entwickeln. Die Bundesregierung will den kommende Woche anstehenden UN-Gipfel zur Halbzeitbilanz auf dem Weg zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals/SDGs) nutzen, um Partner zur HSC einzuladen und mögliche Inhalte auszuloten. Der Halbzeitgipfel soll neuen Schwung in die UN-Nachhaltigkeitsagenda bringen, auf dem die HSC aufbauen kann.

 Entwicklungsministerin Svenja Schulze: „Die Welt braucht neuen Schwung auf dem Weg zu den Nachhaltigkeitszielen. Und dafür brauchen wir auch neue Räume, in denen wir gemeinsam konkrete Lösungen für die sozial-ökologische Transformation entwickeln können. Wir wollen vertrauensvoll, partnerschaftlich und kreativ miteinander reden – und dem Reden dann auch das notwendige Handeln folgen lassen. In der neuen multipolaren Weltordnung sind wir gut beraten, in diesen respektvollen Austausch zwischen globalem Norden und Süden zu investieren. Und wir sollten das Potenzial der Wirtschaft mit guten Rahmenbedingungen und Leitplanken stärker für nachhaltige Entwicklung weltweit nutzen.“

Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher: „Mit der internationalen Sustainability Conference leistet Hamburg einen wichtigen Beitrag zu einer global nachhaltigeren Entwicklung. Als Stadt mit einer ambitionierten SDG-Strategie, dem größten Seehafen Deutschlands und rund 100 Konsulaten haben wir beste Verbindungen zu allen Kontinenten. Wir freuen uns auf die Gäste, einen interessanten Austausch über erfolgreiche Konzepte und neue Ideen zur Umsetzung der SDGs der Vereinten Nationen.“

Achim Steiner, Leiter des UN-Entwicklungsprogramms UNDP: „Wenn die Staats- und Regierungschefs der Welt nächste Woche in New York zur 78. Generalversammlung der Vereinten Nationen zusammenkommen, steht die Welt vor vielen Herausforderungen. Aber sie steht auch vor Möglichkeiten und Entscheidungen. Der Halbzeitgipfel zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung wird eine der Chancen sein, wieder auf den richtigen Weg zu kommen. Der Gipfel birgt das Potenzial, ein historisches, neues Kapitel globaler Zusammenarbeit und beschleunigten Handelns aufzuschlagen. Dialog, Zusammenarbeit und Kompromisse sind wesentliche Elemente, ebenso wie ein starkes Engagement aller Mitgliedstaaten. Die Führungsrolle Deutschlands bei den SDGs und den Investitionen in unsere gemeinsame Zukunft spiegelt sich in Deutschlands neuer Strategie für eine multilaterale Entwicklungspolitik wider. Sie ist auch eine Bestätigung der engen dynamischen Partnerschaft zwischen UNDP und Deutschland.“

Wie lässt sich Wertschöpfung global gerechter verteilen? Wie kann man das enorme Potenzial der Privatwirtschaft und zivilgesellschaftlicher Akteure besser nutzen, um die Ziele für nachhaltige Entwicklung doch noch zu erreichen? Welche Leitplanken kann die Politik setzen, damit die Nachhaltigkeitspioniere von heute die Standards von morgen setzen? Die Hamburg Sustainability Conference wird diesen Fragen nachgehen und stellt damit ein Bindeglied zwischen politischen Gipfeltreffen, der Privatwirtschaft und der Zivilgesellschaft her.

Stifter und Unternehmer Michael Otto: „In der globalen Gesellschaft steckt viel mehr Lösungskompetenz, als für das Erreichen der SDGs bis jetzt aktiviert werden konnte. Kooperatives, partnerschaftliches Handeln ist unter den komplexen internationalen Bedingungen eine hohe Kunst, aber auch eine Notwendigkeit. Für die anspruchsvolle Umsetzung wollen wir mit der HSC gute Voraussetzungen erarbeiten.“

Die Konferenz soll Räume bieten sowohl für politische Fragen etwa zur Governance internationaler Organisationen als auch für unternehmerische Ansätze für nachhaltige Entwicklung. Die kontinuierliche Zusammenarbeit mit dem UN-System sowie Organisationen der internationalen Finanzarchitektur stellen die Entwicklung, Verbreitung und Platzierung nachhaltiger Lösungsansätze sicher. Ziel ist es, gemeinsame Fahrpläne zu entwickeln, wie die Themen der Konferenz im gemeinsamen Schulterschluss konkret vorangebracht werden. So sollen gemeinsame Lösungsansätze der HSC auch in den Zukunftsgipfel der Vereinten Nationen im September 2024 einfließen.

Die genauen Inhalte der Konferenz sollen gemeinsam mit Partnern aus dem globalen Süden festgelegt werden. Das spiegelt den Anspruch der Konferenz wider, einen partnerschaftlichen Austausch zwischen globalem Norden und globalem Süden zu den strukturellen Fragen unserer Zeit zu organisieren. Ein international besetztes Beratungsgremium unterstützt die Programmplanung und stößt ebenfalls Themen an.

Durch Veranstaltungen im Stadtzentrum wird die Hamburg Sustainability Conference zudem die Hamburger Stadtgesellschaft in die Diskussionen der Konferenz einbinden.

Weitere Informationen: www.sustainability-conference.org

Quelle: Pressemitteilung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und der Freien und Hansestadt Hamburg

UNESCO-Lehrstuhl für Gesellschaftliche Klimaforschung und Resilienz

Neuer UNESCO-Lehrstuhl in Hamburg

Die UNESCO hat gemeinsam mit der Universität Hamburg den UNESCO-Lehrstuhl für Gesellschaftliche Klimaforschung und Resilienz unter Leitung von Prof. Dr. Beate Ratter eingerichtet. Damit tragen in Deutschland nun 17 UNESCO-Lehrstühle zur Umsetzung der Globalen Nachhaltigkeitsagenda bei. Sie stärken durch ihre Arbeit die Kooperation von Hochschulen, Forschungseinrichtungen und gesellschaftlichen Akteuren in Ländern des Globalen Südens, in Deutschland und in Europa.

„Der Klimawandel bedroht das Zusammenleben auf unserem Planeten“, betont die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission Prof. Dr. Maria Böhmer. „Wir können ihm nicht allein mit technischen Mitteln begegnen, sondern müssen verstehen, dass Klimaschutz eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. Ich freue mich, dass sich in Hamburg künftig exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im internationalen Verbund der UNESCO-Lehrstühle diesem Thema widmen. Sie bringen uns den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen einen weiteren Schritt näher.“

Aktiver Klimaschutz baut darauf auf, Nachhaltigkeitsfragen, Anpassungsstrategien und Katastrophenvorsorge miteinander zu verbinden. Wie Menschen und Gemeinschaften den Herausforderungen des Klimawandels begegnen, unterscheidet sich von Region zu Region und ist auch kulturell bedingt. Der neue Lehrstuhl will die unterschiedlichen Wurzeln menschlicher Resilienz besser erforschen und für den Klimaschutz nutzen. Im Fokus der Forschenden stehen vor allem kleine Inseln in der Karibik, dem Indischen Ozean, im Pazifik, in Nordamerika und Europa, die von den Folgen des Klimawandels besonders betroffen sind.

„Wir müssen vom Wissen ins Handeln kommen. Dieses Handeln möchte ich ganz konkret anstoßen“, sagt Prof. Dr. Beate Ratter, Geografin und Inhaberin des neuen Hamburger UNESCO-Lehrstuhls für Gesellschaftliche Klimaforschung und Resilienz. „Mein Fokus liegt dabei auf kleinen Inseln. Ausgehend von den Bedürfnissen und Problemen der lokalen Bevölkerung werde ich das Erleben der eigenen Handlungsfähigkeit fördern. Dadurch können sich langfristige Strukturen entwickeln, um selbstbestimmt und nachhaltig auf die Herausforderungen durch den Klimawandel zu reagieren“, so Ratter weiter. „Die UNESCO ist eine faszinierende Friedensorganisation, die Wissen, Gerechtigkeit, Erziehung, Kultur, Empowerment und Gleichheit fördert. Entsprechend kommen über die UNESCO-Lehrstühle unterschiedlichste Expertisen zusammen, die ich zum Thema Klimaanpassung vernetzen möchte. Der Klimawandel ist kein isoliertes Phänomen, er betrifft heute und in Zukunft alle Bereiche unseres Lebens.“

Beate Ratter ist seit 2017 Professorin für Integrative Geographie und Küstenforschung am Institut für Geographie und Forscherin im Exzellenzcluster für Klimaforschung Climate, Climatic Change, and Society (CLICCS) der Universität Hamburg. Zudem leitet sie die Abteilung Sozioökonomie des Küstenraumes am Institut für Küstensysteme des Helmholtz-Zentrums Hereon in Geesthacht.

„Ich gratuliere Prof. Beate Ratter im Namen der gesamten Universität zu dieser Würdigung“, erklärt Prof. Dr. Hauke Heekeren, Präsident der Universität Hamburg. „Wir freuen uns, dass der Lehrstuhl für Gesellschaftliche Klimaforschung und Resilienz künftig an der Universität Hamburg angesiedelt sein wird. Die Erforschung von Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt wie auch der sozialen Voraussetzungen für eine dauerhafte Dekarbonisierung stehen auch im Fokus unseres Exzellenzclusters CLICCS, das sich mit Fragen wie diesen beschäftigt.“

Weitere Informationen zum Lehrstuhlprogramm sind auf der Seite der UNESCO zu finden. Ein Interview mit Prof. Dr. Beate Ratter gibt es auf den Seiten von CLICCS.

Einer von 900 UNESCO Chairs

Im weltumspannenden Netzwerk der UNESCO Chairs kooperieren über 900 UNESCO-Lehrstühle in mehr als 110 Ländern, um die Ziele der UNESCO in Wissenschaft und Bildung zu verankern. In Deutschland gibt es 17 UNESCO-Lehrstühle. Sie zeichnen sich durch herausragende Forschung und Lehre in den Arbeitsgebieten der UNESCO aus. Zu den Prinzipien ihrer Arbeit gehören die internationale Vernetzung, insbesondere im Nord-Süd- und Nord-Süd-Süd-Bereich, sowie die Förderung des interkulturellen Dialogs. UNESCO-Lehrstühle tragen weltweit dazu bei, Wissen zu schaffen, zu verbreiten und zur Anwendung zu bringen, um nachhaltige Entwicklung zu fördern.

Quelle: Universität Hamburg, 6. März 2024, Pressemitteilung: https://www.uni-hamburg.de/newsroom/presse/2024/pm15.html

Hamburger Zukunftsentscheid für ein besseres Klimaschutzgesetz

Unsere Stadt Hamburg verdient eine ehrliche Klimapolitik. Der Hamburger Zukunftsentscheid will das Klimaschutzgesetz unserer Stadt verbessern. Wir wollen den Senat auf einen sozial gerechten, wissenschaftsbasierten und wirtschaftlich ausgewogenen Klimaschutz verpflichten und der Hamburger Klimapolitik einen verlässlichen Rahmen geben. Zum Abstimmungstext

Forderungen im Überblick

Sozialverträglich

  • Jede Klimaschutzmaßnahme muss sozialverträglich sein.

Planbar und Verbindlich

  • Die Hamburger Regierung muss jährliche CO2-Reduktionsziele erreichen – anstatt die Transformation mit Zielen für 2030 und 2045 zu vertagen.

Verantwortungsbewusst

Nachhaltigkeit bei der Handelskammer Hamburg

Was können Unternehmen in Sachen Nachhaltigkeit tun? Wie sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen und Anreize für nachhaltiges Handeln? Das erfahren Sie auf der neuen Themenseite der Handelskammer Hamburg.

Für Unternehmen sind die UN-Nachhaltigkeitsziele im Rahmen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung eine wichtige Orientierungsgröße. Zudem gibt es gesetzliche Regelungen, die auf die Umsetzung einzelner SDGs abzielen. Diese Nachhaltigkeitsziele bieten Orientierung für Politik, Gesellschaft und Unternehmen, um das eigene Handeln nachhaltig auszurichten. Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz #LkSG verfolgt das Ziel, die internationale Menschenrechtslage durch Gestaltung von Lieferketten bestimmter inländischer Unternehmen zu verbessern. Dieses Ziel soll erreicht werden, indem den betroffenen Unternehmen menschenrechts- und umweltbezogene Handlungspflichten auferlegt werden. Mit den Regelungen zu den konkreten Sorgfaltspflichten sollen sowohl menschenrechtliche als auch umweltbezogene Risiken verhindert werden. Seit 2017 sind bestimmte Unternehmen bereits nach der NFRD und deren nationalen Verankerung in dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz zur jährlichen Nachhaltigkeitsberichterstattung verpflichtet. Die EU Taxonomie Verordnung legt fest, anhand welcher Kriterien bestimmte Wirtschaftstätigkeiten als „grün“ oder ökologisch „nachhaltig“ angesehen werden können.

Die Handelskammer Hamburg stellt sich klimaneutral auf. Dafür wirken verschiedenen Maßnahmen zusammen (SDGs 12, 13). Die Handelskammer Hamburg engagiert sich für die Umsetzung der SDGs auch mit eigenen Netzwerken.  Sie verfolgt nachhaltige Praktiken in Bezug zu den SDGs (Umweltschutz, Ressourcen sparen, nachhaltiges Catering, Fachkräfte, Diversität und Gleichbehandlung, gute Arbeit und fairer Lohn, Ausbildung).

Quelle: Newsletter HK24

Zivilgesellschaft fordert Gerechtigkeit jenseits von Rhetorik

Vorstellung des  Berichtes Spotlight on Sustainable Development 2021

Globaler Bericht der Zivilgesellschaft fordert Gerechtigkeit jenseits von Rhetorik

New York, 17. September 2021 (GPF) Die politischen Reaktionen auf die COVID-19-Pandemie und die daraus resultierende Wirtschaftskrise haben die nationalen und globalen Ungleichheiten stark verschärft. Eklatante Beispiele sind die ungerechte Verteilung der Pflegearbeit, die hauptsächlich auf Frauen angewiesen ist und, wenn überhaupt, schlecht bezahlt wird, und die weltweite Ungleichheit bei der Verteilung von Impfstoffen. Bisher haben mehr als 60 Prozent der Menschen in Ländern mit hohem Einkommen mindestens eine Dosis des COVID-19-Impfstoffs erhalten, aber weniger als 2 Prozent in Ländern mit niedrigem Einkommen. Angesichts dieser dramatischen Diskrepanz bleibt das „Leave no one behind“-Engagement der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung hohl.

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Die vorherrschenden Interessen der reichen Länder und der Unternehmensmächte dominieren weiterhin die politische Entscheidungsfindung. Angesichts der Dringlichkeit der COVID-19-Krise und der anderen ungelösten globalen Probleme, insbesondere des Klimanotstands, ist es höchste Zeit für eine transformative Politik auf allen Ebenen. Dies ist die Kernbotschaft des Spotlight on Sustainable Development Report 2021. Der Bericht wird am ersten Tag der Globalen Woche zu #ACT4SDGS von einer globalen Koalition zivilgesellschaftlicher Organisationen und Gewerkschaften veröffentlicht.

 

Dem Bericht zufolge lässt sich eine auf Menschenrechten basierende wirtschaftliche Gerechtigkeit erreichen, der Trend zur Privatisierung, Auslagerung und zum systematischen Abbau öffentlicher Dienstleistungen muss jedoch umgekehrt werden. Um die wachsende Ungleichheit zu bekämpfen und eine sozial gerechte, inklusive Post-COVID-Welt aufzubauen, muss jeder gleichberechtigten Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen haben, in erster Linie zu Gesundheitsversorgung und Bildung.

 

Um zu verhindern, dass auf die COVID-19-Pandemie eine globale Schulden- und Sparpandemie folgt, müssen die Regierungen in die Lage versetzt werden, ihren finanzpolitischen Spielraum zu erweitern und multinationale Konzerne und wohlhabende Einzelpersonen, von denen viele praktisch keine Einkommensteuer zahlen, angemessen zu besteuern. Grundlegende Reformen der globalen Finanzarchitektur, darunter ein Mechanismus zur Schuldenabwicklung, der über stückweise Entlastungsmaßnahmen für den Schuldendienst hinausgeht, sind längst überfällig.

 

Zitate aus dem Spotlight Report 2021:

„Die COVID-19-Pandemie und die Klimakrise haben die Weltgemeinschaft daran erinnert, wie wichtig es ist, internationale Regeln zu überprüfen und in vielen Fällen neu zu schreiben, und die Dringlichkeit von Strategien für einen gerechten Übergang, um in diese Richtung zu gehen. Die Geißel von COVID-19 traf eine bereits krasse Realität multipler Ungleichheiten – in Haushalten, zwischen Gemeinschaften, im nationalen Kontext und zwischen Ländern. Seine Verwüstungswellen haben bereits bestehende Zustände und Disparitäten verschärft und neue geschaffen.“

Barbara Adams, Global Policy Forum
„Von den meisten Regierungen der Welt wird erwartet, dass sie Sparmaßnahmen mit negativen sozialen Auswirkungen einleiten, wie etwa Reformen der sozialen Sicherheit/Sozialversicherung und Lohnanpassungen. Es gibt Alternativen, selbst in den ärmsten Ländern. Anstatt die öffentlichen Ausgaben und die dringend benötigte öffentliche Hand zu kürzen.“ Dienstleistungen müssen die Regierungen nach neuen fiskalischen Spielräumen und Finanzierungsquellen suchen.“

Isabel Ortiz, Global Social Justice Program
„Es bedurfte einer globalen Pandemie, um der Welt die Augen für die absolut lebenswichtige Rolle der Bildung zu öffnen. Kostenlose, hochwertige, inklusive öffentliche Bildung für alle ist für alle Bemühungen zur Wiederherstellung unerlässlich. Um dies zu erreichen, müssen Regierungen mit Lehrern, Bildungspersonal und ihren Vertretern zusammenarbeiten Sie müssen unterstützt und befähigt werden, den Aufschwung im Bildungswesen anzuführen.“

David Edwards, Education International
„Der Wiederaufbau der Bevölkerung sollte Priorität haben. Wir haben festgestellt, dass 63 % aller Wiederaufbaugelder in den von uns untersuchten Ländern des Südens an große Unternehmen gingen und nur 22 % für den Sozialschutz ausgegeben wurden. Jetzt setzen sich Menschen auf der ganzen Welt für eine Verlängerung ein und machen die Zuschüsse, die während Covid-19 erhöht wurden, dauerhaft, aber stattdessen werden Sparmaßnahmen vorgeschlagen.“

Matti Kohonen, Financial Transparency Coalition
„Dieser [UN-Gipfel für Nahrungsmittelsysteme] schafft einen gefährlichen Präzedenzfall in den Vereinten Nationen, indem er Unternehmen einen besonderen Zugangspunkt für eine globale Ernährungspolitik ohne klare Regeln bietet und bestehende demokratische multilaterale und auf Menschenrechten basierende Gremien wie den Ausschuss für Welternährungssicherheit an den Rand drängt (CFS).“

Magdalena Ackermann, Society for International Development & Charlotte Dreger, FIAN International

 

Spotlight on Sustainable Development 2021

 

Demanding justice beyond rhetoric – Time to overcome contradictions and hypocrisy in the COVID-19 crisis

Global Civil Society Report on the 2030 Agenda and the SDGs

Beirut/Bonn/Ferney-Voltaire/Montevideo/New York/Penang/Rome/Suva, September 2021

www.2030spotlight.org

 

#SpotlightSDGs

 

 

Die nächste Grenze: die menschliche Entwicklung und das Anthropozän | #HDR2020

Ein experimenteller globaler Index bietet eine neue Messung des menschlichen Fortschritts, die die Herausforderung der Bekämpfung von Armut und Ungleichheit bei gleichzeitiger Verringerung des planetarischen Drucks veranschaulicht.

Vor 30 Jahren hat UNDP eine neue Methode entwickelt, um Fortschritte zu erfassen und zu messen. Anstatt das BIP-Wachstum als einziges Maß für die Entwicklung zu verwenden, hat UNDP alle Länder der Welt nach ihrer menschlichen Entwicklung eingestuft: danach, ob die Menschen in jedem Land die Freiheit und die Möglichkeit haben, das Leben zu führen, das sie schätzen.

Der Bericht über die menschliche Entwicklung 2020 (HDR) verstärkt die Überzeugung, dass die Entscheidungsfreiheit und die Befähigung der Menschen die Maßnahmen bewirken können, die wir benötigen, um in einer gerechteren Welt im Gleichgewicht mit dem Planeten zu leben. Es zeigt, dass wir uns in einem beispiellosen Moment in der Geschichte befinden, in dem die menschliche Aktivität zu einer dominierenden Kraft geworden ist, die den Planeten prägt. Diese Auswirkungen wirken sich auf bestehende Ungleichheiten aus und bedrohen erhebliche Entwicklungsumkehrungen. Um den Weg, auf dem wir uns befinden, zu ändern, ist nichts weniger als eine große Veränderung erforderlich – wie wir leben, arbeiten und zusammenarbeiten. In dem Bericht wird erläutert, wie Sie diese Transformation beschleunigen können.

Die Klimakrise. Zusammenbruch der biologischen Vielfalt. Ozeanversauerung. Die Liste ist lang und wird länger. So sehr, dass viele Wissenschaftler glauben, dass Menschen zum ersten Mal wissentlich den Planeten formen, anstatt dass der Planet den Menschen formt. Dies ist das Anthropozän – das Zeitalter der Menschen – eine neue geologische Epoche.

Obwohl die Menschheit unglaubliche Fortschritte erzielt hat, haben wir die Erde als selbstverständlich angesehen und genau die Systeme destabilisiert, auf die wir uns verlassen, um zu überleben. Covid-19, das mit ziemlicher Sicherheit von Tieren auf Menschen entsprungen ist, bietet einen Einblick in unsere Zukunft, in der die Belastung unseres Planeten die Belastung widerspiegelt, mit der Gesellschaften konfrontiert sind. Covid-19 brauchte nur sehr wenig Zeit, um überlappende Ungleichheiten sowie Schwächen in sozialen, wirtschaftlichen und politischen Systemen aufzudecken und auszunutzen und Umkehrungen in der menschlichen Entwicklung zu drohen.

Während die verheerenden Auswirkungen von Covid-19 die Aufmerksamkeit der Welt auf sich gezogen haben, fordern andere vielschichtige Krisen, vom Klimawandel bis zu zunehmenden Ungleichheiten, weiterhin ihren Tribut. Die Herausforderungen des planetarischen und gesellschaftlichen Ungleichgewichts sind miteinander verflochten: Sie interagieren in einem Teufelskreis, der sich gegenseitig verschlimmert.

Wie sollen wir auf dieses neue Zeitalter reagieren? Entscheiden wir uns für mutige neue Wege, um die menschliche Entwicklung fortzusetzen und gleichzeitig den planetarischen Druck zu verringern? Oder versuchen wir – und scheitern letztendlich -, wieder wie gewohnt zu arbeiten und in ein gefährliches Unbekanntes hineingezogen zu werden?

Dieser Bericht über die menschliche Entwicklung steht fest hinter der ersten Wahl, und seine Argumente gehen über die Zusammenfassung bekannter Listen hinaus, was getan werden kann, um dies zu erreichen.

Online unter http://hdr. undp.org/en/2020-report