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Doppelstandards und Ackergifte von Bayer und BASF

INKOTA - April 14, 2021 - 3:53pm
Die Agrarchemiekonzerne Bayer und BASF vermarkten Pestizidprodukte und Wirkstoffe im globalen Süden, die in der EU nicht genehmigt oder verboten sind, weil sie zu umwelt- und gesundheitsschädlich sind. Derartige Geschäftspraktiken sind zwar legal, stehen jedoch als Doppelstandards zunehmend in der Kritik. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung, das INKOTA-netzwerk und PAN Germany haben einen Blick hinter die Kulissen des internationalen Handels mit Pestizidwirkstoffen geworfen. Im Fokus stehen die beiden deutschen Agrarchemiegiganten Bayer und BASF. In einer neuen Studie beleuchten wir, wie giftig diese Pestizide sind - und dennoch von Bayer- und BASF in Brasilien, Mexiko und Südafrika vertrieben werden. Die Liste der hochgefährlichen Wirkstoffe, die durch Bayer und BASF in der Welt vertrieben werden, ist lang. Hinter abstrakten Bezeichnungen wie Glufo­sinat, Spirodiclofen und (Beta-)Cyfluthrin verbergen sich konkrete Gefahren: sie sind hochgiftig, wahrscheinlich krebserregend oder erbgutschädigend. Die Studie deckt auf, welche hochgefährlichen Wirkstoffe die Agrarchemiekonzerne Bayer und BASF entwickelt und/oder vermarktet haben – und dies zum Teil heute noch (über Umwege) tun. Durch die eingehende Analyse des Pestizid- und Wirkstoffmarktes in Südafrika, Brasilien und Mexiko werden das Ausmaß und die Intransparenz des lukrativen Geschäfts mit den Ackergiften deutlich. Im Gegensatz dazu stehen die verheerenden Auswirkungen des Pestizideinsatzes auf die Gesundheit von Indigenen und Landarbeiter*innen in den drei Ländern. Die Autor*innen und Aktivist*innen stellen die Ergebnisse der Studie vor und diskutieren in einem offenen Format über weitere Fragen. Vorstellung der Studie und Diskussion mit:
  • Peter Clausing, PAN Germany
  • Wiebke Beushausen, INKOTA-netzwerk
  • Colette Solomon, Women on Farms, Südafrika
  • Irma Gómez, Alianza Maya por las Abejas, Mexiko
  • Moderation: Jan Urhahn, Rosa-Luxemburg-Stiftung
Das Online-Event findet auf Deutsch und Englisch mit Simultanübersetzung statt. Melden Sie sich jetzt an Zur Facebook-Veranstaltung

Jetzt Petition "Giftexporte stoppen" unterzeichnen Erfahren Sie mehr zum Thema Pestizide Eine gemeinsame Veranstaltung der Rosa-LuxemburgStiftung, INKOTA-netzwerk und PAN Germany

Erstellt mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie gefördert durch Brot für die Welt aus Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes, durch MISEREOR und die Landesstelle
für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin.

 

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UNFPA-Weltbevölkerungsbericht 2021: Körperliche Selbstbestimmung gilt nur für knapp die Hälfte der Frauen in Entwicklungsländern

DSW - April 14, 2021 - 2:30pm
DSW: „In Krisen werden noch mehr Frauen und Mädchen Opfer von Zwangsverheiratung und Genitalverstümmelung!“

Hannover, 14. April 2021. Der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) veröffentlicht am 14. April den diesjährigen Weltbevölkerungsbericht mit dem Titel Mein Körper gehört mir: Das Recht auf Autonomie und Selbstbestimmung einfordern. Herausgeberin der deutschen Kurzfassung ist die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW). Im Zentrum des UNFPA-Weltbevölkerungsberichts 2021 steht das Recht auf körperliche Selbstbestimmung und Unversehrtheit von Mädchen und Frauen. Nur 55 Prozent der Frauen in Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen können selbst entscheiden, ob sie Sex haben, verhüten oder Gesundheitsversorgung in Anspruch nehmen möchten.

Zitat Dr. Natalia Kanem, Exekutivdirektorin von UNFPA: „Die Tatsache, dass fast die Hälfte der Frauen immer noch nicht selbst entscheiden kann, ob sie Sex haben, verhüten oder medizinische Versorgung in Anspruch nehmen wollen oder nicht, muss uns alle empören. Hunderte Millionen Frauen und Mädchen besitzen ihre eigenen Körper nicht. Ihr Leben wird von anderen bestimmt.“

Sexualisierte und geschlechtsbasierte Gewalt nimmt durch Coronakrise zu

Der Weltbevölkerungsbericht 2021 wertet aus, inwieweit Frauen und Mädchen die Macht haben, Entscheidungen über ihren Körper zu treffen. Er untersucht auch, inwieweit Regierungen die körperliche Selbstbestimmung und Unversehrtheit fördern oder behindern. Die Daten zeigen einen starken Zusammenhang zwischen der Entscheidungsmacht und dem Bildungsniveau einer Frau. Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) macht darauf aufmerksam, dass mit geschlossenen Schulen zur Eindämmung der Corona-Pandemie das Risiko für Mädchen steigt, sexualisierter und geschlechtsbasierter Gewalt ausgesetzt zu sein. Auch fallen aufgrund von Lockdown-Bestimmungen viele Dienste der sexuellen und reproduktiven Gesundheit weg, die sonst dafür Sorge tragen, dass junge Menschen und vor allem Mädchen und Frauen über ihr körperliches Selbstbestimmungsrecht aufgeklärt werden. Nur 56 Prozent der Länder weltweit haben überdies eine umfassende Sexualaufklärung gesetzlich verankert.

Zitat Jan Kreutzberg, Geschäftsführer der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW): „In Krisen werden noch mehr Frauen und Mädchen Opfer von Zwangsverheiratung und Genitalverstümmelung! Sexualisierte und geschlechtsbasierte Gewalt sind an der Tagesordnung. Regierungen dürfen davor nicht die Augen verschließen. Es muss mehr getan werden, um sexuelle und reproduktive Gesundheitsdienste in Krisen aufrecht zu erhalten und junge Menschen über ihre sexuellen und reproduktiven Rechte aufzuklären.“

Pressematerial Über die DSW

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ihr Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Daher unterstützt sie junge Menschen dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringt sie sich auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein.

Über UNFPA

Der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) fördert eine Welt, in der jede Schwangerschaft gewollt, jede Geburt sicher und das Potenzial jedes jungen Menschen verwirklicht wird.

Pressekontakte

Anke Witte
Pressesprecherin | Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0511 94373-32 | Fax: 0511 94373-73
E-Mail: anke.witte@dsw.org

Monika Schröder
Referentin Presse- & Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0511 94373-38 | Fax: 0511 94373-73
E-Mail: monika.schroeder@dsw.org

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Ein Land im Ausnahmezustand

INKOTA - April 14, 2021 - 12:24pm
Nicaragua vor den Wahlen im kommenden November: Die Opposition ist geschwächt und die Regierung schränkt den Handlungsspielraum der Zivilgesellschaft immer weiter ein. Von Luis Kliche Während der massiven Proteste gegen die autoritäre Regierung vor drei Jahren schienen die Tage von Nicaraguas Präsident Daniel Ortega gezählt. Doch nun sieht es danach aus, dass er das Land auch nach den Wahlen im November 2021 regieren wird. Schuld daran ist eine beispiellose Welle der Repression, aber auch eine zerstrittene parteipolitische Opposition, die für die Mehrheit der Bevölkerung keine echte Alternative zur regierenden FSLN darstellt. Seit dem gewaltsamen Ende der Proteste von April bis Juli 2018 gegen das Regime von Daniel Ortega schien die politische, soziale und wirtschaftliche Situation in Nicaragua zu stagnieren. Doch im Wahljahr 2021 drückt die parteipolitische Opposition offenbar auf das Gaspedal. Die Parteien nehmen für sich in Anspruch, den Geist der Proteste von 2018 zu repräsentieren. Mehr als ein halbes Dutzend Präsidentschaftskandidat*innen sind aufgetaucht, darunter der evangelikale Journalist Miguel Mora, der Ende 2018 für sechs Monate in Haft war, weil er mit seinem Fernsehsender die Protestbewegung unterstützte, die Tochter der Ex-Präsidentin Violeta Barrios de Chamorro, Cristiana Chamorro, ihr Cousin und Wirtschaftswissenschaftler Juan S. Chamorro sowie Félix Maradiaga, Politikwissenschaftler und ehemaliger Funktionär der Regierung von Arnoldo Alemán (1997-2002). Auf der anderen Seite steht eine autoritäre Regierung, die Polizei und Überwachungsapparat dazu einsetzt, um die bürgerlichen Freiheiten noch weiter einzuschränken und erneute Massenproteste zu verhindern. Die parteipolitische Opposition ist der permanenten Verfolgung durch die Regierung von Daniel Ortega und seiner Ehefrau und Vizepräsidentin Rosario Murillo ausgesetzt. In dieser komplizierten Situation hat sie es nicht geschafft, die Unterstützung jener Menschen zu gewinnen, die vor drei Jahren zu Hunderttausenden auf die Straßen gegangen waren und angesichts der massiven Menschenrechtsverletzungen Gerechtigkeit sowie eine Demokratisierung des Landes gefordert hatten. Jetzt Südlink 195 "Kritischer Konsum: Was kann er erreichen - und was nicht?" bestellen In den Oppositionsparteien finden sich vor allem Karrierepolitiker*innen, viele von ihnen aus der traditionellen Rechten, aber auch sandinistische Dissident*innen, Unternehmer*innen sowie ein paar Vertreter*innen der Zivilgesellschaft und der Studierenden- und Bauernbewegung. Ihre Verbindungen zum Großkapital, zu Ortega oder zur alten konservativen Elite, die zwischen 1990 und 2007 neoliberale Regierungen anführte, bieten der ärmeren Bevölkerungsmehrheit jedoch keine glaubhafte Alternative zur Regierung. Über den Ruf nach Demokratie hinaus sind bei den verschiedenen „blau-weißen“ Anti-Ortega-Zusammenschlüssen kaum Forderungen nach einem Wandel der politischen Kultur hin zu einer gerechteren und transparenteren Gesellschaft zu finden. Dass die Parteien und die Wirtschaftselite den Kampf gegen Ortega vereinnahmt und sich von der Bevölkerungsmehrheit entfernt haben, bleibt nicht ohne Folgen: Nach jüngsten Umfragen sympathisiert ein großer Teil der Bevölkerung – trotz der Ablehnung von Ortegas autoritärem und repressivem Modell – weder mit den 2018 entstandenen oppositionellen Alternativen (Unidad Nacional Azul y Blanco und Alianza Cívica) noch mit den traditionellen Parteien des konservativen Lagers (Partido Liberal Constitucionalista/Ciudadanos por la Libertad). Auch konnten sich die Oppositionsparteien bisher nicht auf ein gemeinsames Alternativprojekt zur Regierung verständigen. Die Institutionalisierung des Autoritarismus Trotz dieser Schwäche der Opposition mauert sich der Machtzirkel um Ortega weiter ein. Das von der Sandinistischen Front zur Nationalen Befreiung (FSLN) dominierte Parlament hat im Schnelldurchlauf mehrere umstrittene Gesetze verabschiedet, mit dem Ziel, die willkürliche Verfolgung und Kriminalisierung von Protest zu legitimieren. Die Gesetze beinhalten eine stärkere Kontrolle zivilgesellschaftlicher Organisationen und deren Zusammenarbeit mit ausländischen Organisationen und Finanziers sowie von Einzelpersonen, die sich offen gegen die Regierung stellen. „Putschisten“, so die offizielle Bezeichnung all jener, die seit 2018 gegen die Regierung auf die Straße gegangen sind, sollen angeklagt und von einem Justizsystem verfolgt werden können, das schon lange vor 2018 von der FSLN unter Kontrolle gebracht worden war. Hinzu kommt das willkürliche Vorgehen gegen Menschenrechtsorganisationen und oppositionelle Medienhäuser.
Die Regierung will so die absolute Kontrolle über die Zivilgesellschaft, Nichtregierungsorganisationen sowie Initiativen der Basis und des Privatsektors sicherstellen. Das „Gesetz über ausländische Agenten“ zwingt erste Organisationen bereits dazu, die Arbeit einzustellen. So zum Beispiel die Schriftstellervereinigung PEN Nicaragua. Deren Vorsitzende, die bekannte Schriftstellerin und ehemalige Anhängerin der FSLN, Gioconda Belli, erklärte: „Niemand von uns ist ein ausländischer Agent. Wir sind Nicaraguaner*innen und haben uns lediglich für die kulturelle Entwicklung des Landes eingesetzt.“ Aber auch die bis 2018 mit der Regierung verbündeten Finanzeliten sehen sich durch die neuen Gesetze einem bisher unbekannten Zwang ausgesetzt. So sind die Finanzinstitute jetzt dazu verpflichtet, Konten für Regierungsvertreter*innen zu eröffnen, die mit Sanktionen belegt sind. Dies könnte den Banken nach eigener Einschätzung im internationalen Finanzsystem schaden und die wirtschaftliche Krise des Landes verschärfen. Diese ist bereits durch die Auswirkungen der Proteste des Jahres 2018, die Folgen von zwei starken Hurrikanen im November 2020 und die Covid-19-Pandemie erschüttert worden. Die Auswirkungen der Pandemie Die Reaktion der Regierung auf die Coronapandemie widersprach von Beginn an dem regionalen Trend. Viel näher an Brasiliens Jair Bolsonaro als an Venezuelas besonnener Reaktion, ergriffen Ortega und Murillo zunächst keine Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, die das öffentliche Leben einschränken und der Wirtschaft schaden könnten. Die Bevölkerung sollte sich lediglich regelmäßig die Hände waschen und – als die Pandemie längst in vollem Gange war – Masken tragen. Das Vorgehen der Regierung sahen viele als verantwortungslos an. Corona-Hilfe: Stärken Sie die Schwächsten! Zum INKOTA Corona News-Ticker Auch wenn die Zahlen des Gesundheitsministeriums aufgrund der direkten politischen Kontrolle durch die Vizepräsidentin Rosario Murillo unzuverlässig sind, sind die Auswirkungen der Pandemie offensichtlich nicht so verheerend wie in vielen anderen Ländern Lateinamerikas. Viele Familien trauern um Angehörige, die – so der Euphemismus der Regierung – durch eine „atypische Lungenentzündung“ gestorben sind. Auch ist eine beachtliche Anzahl historischer FSLN-Kämpfer*innen, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und alte Kameraden von Ortega selbst unter unklaren Umständen verstorben, vermutlich in nicht wenigen Fällen an Covid-19. Allerdings kam es nicht zu der von einigen Regierungskritiker*innen prognostizierten Überlastung der öffentlichen und privaten Krankenhäuser. Dafür gibt es eine Reihe von Erklärungen, wie die geringe Bevölkerungsdichte des Landes, vorsichtiges Verhalten der Bürger*innen, die Tatsache, dass Nicaragua nur einen internationalen Flughafen hat, oder die Schließung der Landesgrenzen durch Honduras und Costa Rica. Auch die umstrittenen Hausbesuche, bei denen Gesundheitspersonal und FSLN-Aktivist*innen landesweit über Präventionsmaßnahmen informierten, dürften eine positive Wirkung entfaltet haben. Diese Kampagne war nur möglich, weil die Regierung in vielen Vierteln und Gemeinden auch weiterhin über funktionierende Netzwerke verfügt. Auch genießt sie in bestimmten Sektoren trotz Korruption, Autoritarismus und der seit 2018 verschärften Repression noch immer einen beträchtlichen Rückhalt. Laut der letzten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts CID Gallup liegt dieser bei etwa 25 Prozent der Bevölkerung. Die oppositionelle Nationale Blau-Weiße Einheit (UNAB) kommt im Gegensatz dazu nur auf vier Prozent Zustimmung, während 62 Prozent für keine politische Gruppierung Sympathie zeigen. Die FSLN profitiert nicht nur von der Isolierung und Illegalisierung zivilgesellschaftlicher Organisationen, sondern bis heute von den alten sozialen Bindungen aus der Zeit der Revolution (1979-1990). Zugleich punktet die Regierung mit der Verteilung von Lebensmitteln und der Verbesserung der Infrastruktur sowie der Organisierung von sportlichen, kulturellen und ökologischen Aktivitäten. So ist es ihr gelungen, die Idee zu festigen, dass Ortega der einzige sei, der relativen sozialen Wohlstand garantieren kann.  Der lange Weg zu einem demokratischen Nicaragua Es ist bezeichnend, dass sogar einige der ehemaligen politischen Gefangenen des Regimes, die monatelang unter harten Bedingungen eingesperrt waren und Misshandlungen erlitten haben, sich von der parteipolitischen Opposition distanzieren. Ebenso wie viele junge Menschen, die nach den Protesten das Land verlassen mussten und oft unter schwierigen Bedingungen im Ausland leben. Jetzt den Südlink abonnieren Die Wahlen im November dieses Jahres finden nicht nur ohne Mindestgarantien statt, mit einem von Ortega und Murillo kontrollierten Wahlsystem und einer Nationalpolizei, die keine Opposition zum Regime duldet. Sie bieten auch wenig Hoffnung auf eine langfristige soziale Transformation jenseits des hypothetischen Regierungswechsels und des notwendigen Endes der Polizeirepression. So ähnelt die Situation jener vor 2018, mit einer politischen Klasse, die von der Lebenswirklichkeit der meisten Menschen weit entfernt ist. Trotz dieser düsteren Aussichten zeigte der Ausbruch im April 2018 jedoch, dass Massenaktionen dazu geeignet sind, sowohl die politische Macht als auch die traditionellen wirtschaftlichen Eliten in Schach zu halten. Der Kampf für ein Nicaragua, das wirklich allen gehört, wird nicht 2021 enden. Der seit drei Jahren bestehende Ausnahmezustand ist selbst für die Eliten zu instabil. Sie wissen, dass sie ihn eher früher als später zurückfahren müssen. Unabhängig von den Wahlen muss sich jegliche Opposition gegen das Regime an den Interessen der Mehrheit der Nicaraguaner*innen orientieren. Sie darf nicht einem „Orteguismus ohne Ortega“ des neoliberalen Extraktivismus verfallen, sondern muss damit beginnen, den Weg zu einem gerechteren, demokratischeren und wirklich freieren Nicaragua zu ebnen. Aus dem Spanischen von Tobias Lambert. Dieser Artikel erscheint in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung. Luis Kliche ist Politikwissenschaftler aus Nicaragua und promoviert derzeit an der FU Berlin über die Entwicklung des Staat-Gesellschaft-Verhältnisses in Mittelamerika.  Jetzt weitere Artikel aus dem Südlink lesen Jetzt Südlink 195 "Kritischer Konsum: Was kann er erreichen - und was nicht?" bestellen Jetzt den Südlink abonnieren Corona-Hilfe: Stärken Sie die Schwächsten! 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The COVID-19 pandemic and related crises call for higher levels of ODA

CSO Partnership - April 14, 2021 - 7:45am

Today, the Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD) announced that over the course of 2020 DAC donors allocated 161.2 billion USD of official development assistance (ODA), more commonly known as ‘development aid’. Despite the long-standing commitment to contribute 0.7% of gross national income (GNI) towards ODA, the 2020 figures show that only 32 cents for every $100 in national income was allocated to addressing global development and humanitarian challenges. Such low ODA levels are both economically unwise and morally flawed, given the current pandemic and interconnected crises, including climate change, conflict, fragility, and rising poverty and inequalities.

COVID-19 is not a fleeting crisis – it has already left a lasting impact on all aspects of our societies, disrupting 25 years of global progress against poverty and inequalities in a matter of months. The world’s most marginalised are disproportionately affected. COVID-19 is pushing an estimated 150 million people into extreme poverty, and 137 million to the brink of starvation, representing an increase of over 80% in acute hunger since before the pandemic began.

Before the pandemic, donors were already off-track to achieve their international aid commitments. The consequences of COVID-19 requires the DAC community to considerably increase its ODA levels. ODA is a vital resource for supporting those most in need to help counter the negative trends coming from the pandemic, compounded by the climate emergency and persisting conflicts and fragility. In 2020, DAC donors prioritised their national responses towards COVID at the expense of international aid. This 2021, a substantial and immediate increase in ODA levels must be the top priority to ensure the achievement of the 2030 Agenda on time. Now is the time to move beyond mainly protecting existing aid budgets as the released figures show.

76 civil society organisations across the world are calling on DAC members to fulfill and exceed the 0.7% target for ODA and the 0.15% to 0.2% target for Least Developed Countries (LDCs), prioritising unconditional grants and technical support. We urge the DAC to work with the experience of partner countries, DAC members and other stakeholders to ramp up the role of aid in support of health, education, social protection, peacebuilding, and conflict prevention in the midst of this unfinished crisis. Furthermore, we call on donors to uphold the integrity of ODA, building on decades of lessons for effective development cooperation, and to uphold human rights and development effectiveness principles.

 

Media contact :
Matthew Simonds, Global Coordinator DAC-CSO Reference Group: msimonds@csopartnership.org
Mark Pascual, Media Coordinator DAC-CSO Reference Group: mpascual@realityofaid.org

 

Signed by:

  1. ACEP – Associação para a Cooperação Entre os Povos, Portugal
  2. Act Church of Sweden, Sweden
  3. Act Alliance, Global
  4. ActionAid International, Global
  5. Action Santé Mondiale, France
  6. Aid Watch Canada, Canada
  7. AKÜ – Estonian Roundtable for Development Cooperation, Estonia
  8. Alliance Sud, Switzerland
  9. Ambrela, Slovakia
  10. AQOCI – Association québécoise des organismes de coopération internationale, Canada
  11. Bond – the International Development Network, United Kingdom
  12. Canadian Foodgrains Bank, Canada
  13. Canadian Lutheran World Relief, Canada
  14. Care International, Global
  15. Caritas Europa, Regional
  16. CBM – Global Disability Inclusion, Global
  17. CCEDNet – Canadian Community Economic Development Network, Canada
  18. Centre for Research and Advocacy Manipur, India
  19. CNCD-11.11.11 – Centre National de Coopération au Développement, Belgium
  20. Commonwealth Medical Trust, United Kingdom
  21. CONCORD – European NGO confederation for Relief and Development, Regional
  22. CONCORD Sweden, Sweden
  23. Cooperation Canada, Canada
  24. Co-operative Development Foundation of Canada, Canada
  25. Coordinadora de ONGDs – Spain
  26. Coordination Sud, France
  27. Council for People’s Development and Governance, Philippines
  28. Cordaid, the Netherlands
  29. CPDE – CSO Partnership for Development Effectiveness, Global
  30. Crosol, Croatia
  31. CSPPS – Civil Society Platform for Peacebuilding and Statebuilding, Global
  32. DemNet, Hungary
  33. Development and Peace — Caritas Canada, Canada
  34. Diakonia, Sweden
  35. EILER – The Ecumenical Institute for Labor Education and Research, Philippines
  36. Eurodad – the European Network on Debt and Development, Regional
  37. Global Citizen, Global
  38. Global Policy Forum, Global
  39. Global Responsibility, Austria
  40. Grandmothers Advocacy Network, Canada
  41. Fingo – Finnish Development NGOs, Finland
  42. ForumCiv, Sweden
  43. FORS – Czech Forum for Development Cooperation, Czech Republic
  44. Ibon Foundation, Philippines
  45. Ibon International, Global
  46. Inter Pares, Canada
  47. Islamic Relief Canada, Canada
  48. JANIC – Japan NGO Center for International Cooperation, Japan
  49. KAIROS – Canadian Ecumenical Justice Initiatives, Canada
  50. KOO – Co-ordination Office of the Austrian Bishops’ Conference for International Development and Mission, Austria
  51. McLeod Group, Canada
  52. Nash Vek Public Foundation, Kyrgyzstan
  53. NEADS – North-East Affected Area Development Society, India
  54. ONE, Global
  55. Oxfam International, Global
  56. PIANGO, Pacific Islands Association of Non-Governmental Organisations, Regional
  57. Plataforma ONGD Portuguesa, Portugal
  58. Reality of Aid, Global
  59. Reality of Aid – Africa, Regional
  60. Reality of Aid – Asia and the Pacific, Regional
  61. Rihrdo – Rural Infrastructure and Human Resources Development organisation, Pakistan
  62. RIPESS – Intercontinental Network for the Promotion of Social Solidarity Economy, Global
  63. SOCODEVI, Canada
  64. Swedish Development Partner, Sweden
  65. Taiwan Aid, Taiwan
  66. Tanzania Coalition on Debt and Development, Tanzania
  67. Tearfund, Canada
  68. United Church of Canada, Canada
  69. UPADI – UPA Développement International, Canada
  70. Veterinarians without Borders, Canada
  71. Wemos, the Netherlands
  72. WILPF – Women’s International League for Peace and Freedom – Sweden, Sweden
  73. Women for Water Partnership, the Netherlands
  74. World Accord, Canada
  75. World Vision – EU Representation
  76. 11.11.11, Belgium

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Grönland: Bremst der Umweltschutz die Unabhängigkeit aus?

SWP - April 14, 2021 - 12:10am

Es waren drei Themen, die im grönländischen Parlamentswahlkampf im Mittelpunkt gestanden hatten: Die Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Lage der Insel, die Unabhängigkeit von Dänemark und der Umweltschutz. Letzterer gab schließlich den Ausschlag: Die bis dahin oppositionelle, linke Umweltpartei Inuit Ataqatigiit (Gemeinschaft der Inuit) landete bei den Neuwahlen am 6. April mit 37,4 Prozent der Stimmen auf Platz eins, während die sozialdemokratisch orientierte Regierungspartei Siumut (Vorwärts) mit 30 Prozent nur den zweiten Platz belegte.

Umstrittenes Minenprojekt Kanefjeld

Erbittert gestritten wurde über das Kvanefjeld-Minenprojekt, das die Oppositionspartei seit Jahren ablehnt. Denn der Abbau von Bodenschätzen im offenen Tagebau wäre mit einer erheblichen Umweltbelastung in einem landwirtschaftlich und touristisch genutzten Gebiet verbunden; nicht zuletzt deshalb war eine Genehmigung an drei aufeinanderfolgenden Umweltschutz­prüfungen gescheitert. Auch die Bevölkerung war mehrheitlich gegen das Projekt: Einer Umfrage der grönländischen Zeitung Sermitsiaq zufolge lehnten 63 Prozent der Befragten das Minen­­projekt ab; 29 Prozent sprachen sich generell gegen Bergbau­projekte aus.

Am Kvanefjeld, im Süden Grönlands, befindet sich eine der weltweit größten unerschlossenen Lagerstätten von Seltenen Erden (SE) außerhalb von China und eines der größten Uranvorkommen. Die Lizenzen für deren Abbau liegen bei dem australischen Unternehmen Greenland Minerals and Energy (GME), zu dessen Anteilseignern der chinesische »SE-Gigant« Shenghe Resources Holding Co. zählt. Eine Kooperations­vereinbarung, die Shenghe im Jahr 2019 mit der China National Nuclear Corporation (CNNC) traf, weckte das Misstrauen von Grönlands Oppositionspartei Inuit Ataqatigiit. Sie hinterfragte fortan sehr kritisch den Inhalt der Übereinkunft, deren Umweltauswirkungen und die chinesischen Interessen. Damit wurde die nukleare Komponente zum Anfang vom Ende des Minenprojektes. Siumut konnte sich schließlich nicht mit ihrem Wahlargument durchsetzen, dass das Projekt die wirtschaftliche und soziale Lage verbessern und das Land schneller zur Unabhängigkeit von Dänemark führen könnte.

Der Vorsitzende der neuen Regierungspartei Múte Bourup Egede bleibt bei seinem Wahlversprechen, dass die wirtschaftliche und soziale Erholung nicht auf Kosten der Umwelt gehen soll. Damit endet voraussichtlich »eine fantastische Geschichte«, wie der GME-Geschäftsführer Jørn Skov es einst nannte: Auf dem Kuannersuit-Plateau von Kvanefjeld hätten sich danach gleich drei Ziele realisieren lassen: 15-20 Prozent der weltweiten Nachfrage nach Seltenen Erden decken, damit weltweit den Übergang zu umweltfreundlichen Technologien fördern sowie Grönlands wirtschaftliche Probleme lösen. Tatsächlich aber war das Projekt weder klima- noch umwelt­verträglich, weshalb Grönland bislang nicht das Pariser Klima­schutz­abkommen unter­zeichnet hat. Auch hätten die geschätzten jährlichen Steuereinnahmen in Höhe von 200 Millionen US-Dollar kaum alle wirtschaftlichen Probleme gelöst, sondern allenfalls mittelfristig reduziert. Was Grönland aber braucht, sind Wirtschaftszweige, die im Falle einer Unabhängigkeit die Zahlungen Dänemarks kompensieren können.

Finanzierung der Unabhängigkeit vs. Schutz der Umwelt

Gemäß Autonomie­vertrag hat Grönland zwar das Recht auf Unabhängigkeit, doch kann es sich diese noch nicht leisten. Das Königreich Dänemark trägt mit der sogenannten Blocksubvention von jähr­lich umgerechnet fast 500 Millionen Euro etwa die Hälfte der öffentlichen Aus­gaben; diese Gelder entfallen bei einem Gang in die Unabhängigkeit. Die Einnahmen aus dem Fischfang, der rund 95 Pro­zent der grönländischen Exporte ausmacht, die Jagd und der Tourismus können dies nicht ausgleichen. Fischerei und Fischverarbeitung sind der zweit­wichtigste Arbeitsmarkt hinter dem extensiven öffentlichen Sektor, der rund 40 Prozent aller Arbeitsplätze bereitstellt. Doch die Fischerei ist kein Wachstumssektor: Die Fischbestände sind gefährdet, und der Sektor ist hochreguliert. Die Förderung von Roh­stoffvorkommen hingegen könnte den Aus­fall der dänischen Zahlungen ausgleichen.

Prinzipiell eröffnen Bergbauprojekte Grönland bessere Aussichten auf wirtschaftliche Diversifizierung als die Förderung von Öl und Gas, mit der anfangs große Erwartungen verbunden waren. Grönland setzte daher bislang auf den Abbau von Bodenschätzen. Derzeit sind über 70 Projekte zu Exploration und Abbau genehmigt, meist im Tagebau zur oberflächennahen Gewinnung von Ressourcen. Sie liegen größtenteils im Süden der Insel, wo sich auch die reichste Biodiversität und ein Großteil der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche befinden. Angesichts dessen nehmen die Umweltbedenken zu, und international gibt es große Unterstützung für den Erhalt der empfindlichen Inselwelt; zuletzt richteten 141 Nicht­regierungs­organisationen einen Appell an die Regierungen von Grönland und Dänemark sowie die EU, ein arktisches Schutzgebiet einzurichten und durch Ausgleichs­zahlungen ein Moratorium für Minenprojekte sowie Öl- und Gasförderung zu unterstützen. In den anstehenden Koalitionsverhandlungen wird zu klären sein, ob die neue Regierung ein Referendum zu Minenprojekten abhalten oder ein anderes, abgelegeneres Gelände zum SE-Abbau genehmigen wird. Denn gänzlich ohne Bergbau ist die Diversifizierung der grönländischen Wirtschaft kaum zu realisieren.

Im grönländischen Parlament mit seinen 31 Sitzen sind 16 Mandate für eine Mehrheit nötig. Die Inuit Ataqatigiit verfügt über 12 Mandate, so dass eine Koalitionsregierung mit der Naleraq naheliegt. Diese Abspaltung von Siumut, die im Gegensatz zur Siumut eine Gegnerin des Uranbergbaus ist, wurde mit vier Mandaten drittstärkste Partei. Die populistische Naleraq ist zugleich aber eine entschiedene Befürworterin der Unabhängigkeit. Vor diesem Hintergrund wird spannend sein, wie die mutmaßlichen Koalitionspartner die Ziele Umweltschutz und Unabhängigkeit ausbalancieren. In jedem Fall wird Grönland auf eine umweltverträglichere und damit zwangsläufig langsamere Entwicklung setzen und so auch mehr Zeit für die Unabhängigkeit benötigen.

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The Russian Military Escalation around Ukraine’s Donbas

SWP - April 14, 2021 - 12:00am

The ongoing military and political escalations in and around Donbas – including the increase in Russian military deployments near Ukraine’s borders – represent one of the most severe security crises in Europe since Russia’s aggression against Ukraine in 2014. The patterns of Russian military deployments, the structure of forces, and the types of observed military hardware strongly suggest the risk of an offensive operation rather than an exercise. Given the existing political costs, that operation is likely to take indirect forms by using the cover of Russian military proxies in Donbas. This crisis represents both a major challenge and an opportunity for the European Union (EU) to conduct practical work on developing its strategic autonomy and offer leader­ship in strengthening the security in its immediate neighbourhood. What should the EU do in practical terms to discourage further military escalation around Donbas, or at least increase the costs for such a development?

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Autonome Waffensysteme und menschliche Kontrolle

SWP - April 14, 2021 - 12:00am

Menschliche Kontrolle ist das zentrale Element, das ferngesteuerte, unbemannte Waffensysteme von sogenannten letalen autonomen Waffensystemen (LAWS) unter­scheidet. Während ein recht breiter Konsens besteht, dass der Mensch auch weiterhin eine maßgebliche Rolle bei der Entscheidung über eine Tötung mit militärischen Mitteln haben muss, gibt es nach wie vor Unklarheit darüber, wie dieses Prinzip der menschlichen Kontrolle konkret ausgestaltet, sprich operationalisiert werden kann. Dies ist ein Grund, warum die internationalen Verhandlungen über LAWS stocken. Die ausbleibende Verständigung über ein Regelwerk hat Folgen für internationale Rüstungsprojekte wie das Future Combat Air System (FCAS), für die Vergabe von Gel­dern aus dem Europäischen Verteidigungsfonds (EDF) und für die Zusammenarbeit in der Nato. Deutschland kann die Operationalisierung des Grundsatzes der mensch­lichen Kontrolle sowohl national als auch international stärker vorantreiben.

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Deutschland darf die 0,7-Marke auch nach der Pandemie nicht reißen

SID Blog - April 13, 2021 - 8:56pm
Oxfam zu den OECD-Zahlen zur Entwicklungszusammenarbeit

Berlin, 13.04.2021. Laut den heute von der OECD veröffentlichten Zahlen zur weltweiten Entwicklungszusammenarbeit 2020 hat die Bundesregierung zum zweiten Mal in 50 Jahren das Ziel erreicht, 0,7 Prozent des deutschen Bruttonationaleinkommens für Entwicklung auszugeben (2019: 0,61 Prozent, 2020: 0,73 Prozent). Dies erklärt sich aus einem Anstieg der Entwicklungsgelder von 24,2 Milliarden US-Dollar (2019) auf 27,5 Milliarden US-Dollar (2020) - allerdings auch aus dem Rückgang des Bruttonationaleinkommens im Zuge der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr. Oxfam fürchtet eine Kürzung des Entwicklungsetats bereits ab dem nächsten Jahr und warnt davor, die Länder des globalen Südens mit den Auswirkungen der Pandemie alleinzulassen.

Tobias Hauschild, Oxfams Experte für Entwicklungsfinanzierung, kommentiert:

„Die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Corona-Pandemie in den Ländern des Globalen Südens drohen die Erfolge in der Armutsbekämpfung zunichte zu machen. Das verlangt ein entschiedenes Handeln seitens der Industrieländer. Die Bundesregierung hat im vergangenen Jahr richtig reagiert und zusätzliche Gelder für Entwicklung bereitgestellt.

Das Erreichen der 0,7-Prozent-Marke darf keine historisch bedingte Ausnahme bleiben. Vielmehr muss es selbstverständlich sein, dass Deutschland seinem internationalen Versprechen auch nach der Pandemie nachkommt. Es ist angesichts der Corona-Herausforderungen für wirtschaftlich benachteiligte Länder daher ein fatales Signal, dass der Entwicklungsetat laut dem jüngsten Eckwertbeschluss des Kabinetts schon ab dem kommenden Jahr sinken und bis 2024 um rund ein Viertel gekürzt werden soll. Statt bei den Ärmsten zu sparen, muss die Bundesregierung die Gelder für Entwicklungszusammenarbeit in den kommenden Jahren konsequent aufstocken, um auch zukünftig ihren internationalen Verpflichtungen nachzukommen und den weltweiten Auswirkungen der Corona-Pandemie zu begegnen."

Oxfam fordert die 0,7-Prozent-Marke durch die Erhöhung der Investitionen in Gesundheits-, Bildungs- und soziale Sicherungssysteme im Globalen Süden langfristig zu halten und dafür unter anderem die Mittel aus der lange geplanten Finanztransaktionssteuer zu nutzen. 


Mehr unter www.oxfam.de

BMZ: Deutschland erfüllt internationales 0,7-Prozent-Ziel, aber drastischer Einbruch in nächsten Jahren muss verhindert werden

SID Blog - April 13, 2021 - 8:55pm
Minister Müller zu neuen OECD-Zahlen: „Deutschland erfüllt internationales 0,7-Prozent-Ziel, aber drastischer Einbruch in nächsten Jahren muss verhindert werden"

 

Paris/Berlin, 13. April 2021 – Voraussichtlich bei 0,73 Prozent liegt Deutschlands Anteil der öffentlichen Entwicklungsleistungen (ODA) am Bruttonationaleinkommen im Jahr 2020. Ohne Berücksichtigung der Inlandsflüchtlingskosten beträgt der Anteil 0,66 Prozent. Damit bleibt Deutschland hinter den USA der zweitgrößte Geber weltweit. Das geht aus den heute veröffentlichten Zahlen der OECD hervor.

 

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller: „Deutschland kommt seinen internationalen Verpflichtungen nach und hat 2020 das 0,7-Prozent-Ziel für Entwicklung zum zweiten Mal erreicht. Damit unterstützen wir weltweit die Eindämmung der Pandemie, die Versorgung von Flüchtlingen, insbesondere im Krisenbogen um Syrien und den Kampf gegen den Klimawandel. Jeder Euro kommt direkt den Menschen zu Gute, erzielt ein Vielfaches an Wirkung und schafft Perspektiven, gerade für die jungen Menschen vor Ort.

Allerdings droht in den nächsten Jahren ein dramatischer Einbruch: Die vom Finanzministerium vorgelegte Finanzplanung sieht für die kommende Jahre einen Rückgang der Entwicklungsmittel um rund ein Viertel vor. Die weltweiten Folgen der Pandemie können wir so nicht bewältigen. Denn Corona wird im nächsten Jahr nicht vorbei sein. Wir müssen konsequent eine weltweite Impfkampagne umsetzen. Nach Angaben der WHO wurden bislang fast 90 Prozent der weltweiten Impfungen in reichen Ländern verabreicht. Um mindestens 20 Prozent der Bevölkerung in ärmeren Ländern zu impfen und mit Therapeutika zu versorgen, fehlen noch immer über 22 Mrd. Dollar. Eine weltweite Impfkampagne darf nicht am Geld scheitern – aus humanitären Gründen, aber auch aus unserem eigenen Interesse. Sonst kommt das Virus im nächsten Flieger zurück, vielleicht noch gefährlicher."

„Zudem hat der Virus eine dramatische Wirtschafts- und Hungerkrise ausgelöst", so Müller weiter. „130 Millionen Menschen sind zusätzlich in Hunger und Armut zurückgefallen. 300 Millionen Menschen haben ihren Arbeitsplatz verloren. Und weil Medikamente nicht mehr ankommen, etwa für Aids, Tuberkulose oder Malaria, werden in Afrika voraussichtlich mehr Menschen an den Folgen des Lockdowns sterben, als am Virus selbst. Es ist zu befürchten, dass viele Länder um Jahre in ihrer Entwicklung zurückgeworfen werden."

 

Mit den heute von der OECD vorgelegten Zahlen erreicht Deutschland zum zweiten Mal nach 2016 das von den Vereinten Nationen vereinbarte Ziel, 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für Leistungen zur Förderung der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung von Entwicklungsländern einzusetzen. Insgesamt haben Bund, Länder und Kommunen 2020 rund 25 Milliarden Euro für diese sogenannten ODA-Leistungen aufgebracht.




Covid-19 Crisis: G20 and debt sustainability in Sub-Saharan Africa

DIE - April 13, 2021 - 4:02pm

COVID-19 has further exacerbated the debt situation in sub-Saharan Africa (SSA). Prior to the pandemic about half of low-income countries (LICs) were at high risk of debt distress or in debt distress, including a large number of LICs in SSA.
To cope with the severe economic consequences of COVID-19, the international community, particularly the G20 countries have a key role to play in providing short-term liquidity and debt relief to SSA. The International Financial Institutions (IFIs) have already provided financial assistance to SSA by extending and reforming existing facilities. Further scaling up of funding by the IFIs is needed by eligible SSA borrowers with demonstrated capacity to use funds transparently, well, and on account of debt sustainability considerations. For these reasons, the G20 has a key role to play.
Already there is a chorus for a global Special Drawing Rights (SDR) reallocation initiative led by the G20. This will require strong political ownership and commitment by G20 countries who collectively own the largest share of SDRs. By donating or agreeing to lend part of their shares, the G20 could considerably support LICs in SSA and elsewhere to meet their infrastructure and human capital needs.
The G20, the Paris Club, and the IFIs have established two processes for providing timely liquidity to developing countries: the “Debt Service Suspension Initiative” (DSSI) and the “Common Framework for Debt Treatments beyond the DSSI”. G20 countries assume a crucial role in providing bilateral grants and loans to LICs because at the end of 2019 they held 91 percent of the bilateral debt of countries that are eligible for the DSSI.
In addition to this liquidity provision, the G20 should support countries in SSA through non-financial measures, including capacity building and responsible lending. The international community and the G20 have a shared responsibility to contribute to debt sustainability in LICs, including in SSA.

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Bildung: Schlüsselfaktor für nachhaltiges Leben

Engagement Global - April 13, 2021 - 3:22pm
Beim „BNE-Festival Nordrhein-Westfalen“ dreht sich alles um Nachhaltigkeit und Bildung. Foto: Kolja Matzke

Wer nach Ideen sucht, wie sich Nachhaltigkeitsthemen vermitteln lassen, ist beim „BNE-Festival Nordrhein-Westfalen“ genau richtig. BNE steht für Bildung für nachhaltige Entwicklung. Die virtuelle Veranstaltung findet am Freitag, 16., und Samstag, 17. April 2021, statt. Rund 40 Akteure bieten Workshops, Vorträge und Aktionen rund um Nachhaltigkeit und Bildung an. Die Themen reichen von Klimaschutz über Ernährung bis zu Digitalisierung.

Engagement Global bietet im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) Workshops zu Themen wie nachhaltiges Wirtschaften und fairer Handel oder BNE und Digitalisierung an. Zudem wird die Ausstellung „Ein Ort. Irgendwo“ digital gezeigt. Sie greift das Thema Flucht auf.

Das Programm Bildung trifft Entwicklung (BtE) von Engagement Global bietet weitere Workshops an, beispielsweise zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung. Im Projektmarkt präsentieren sich außerdem der Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik „Alle für Eine Welt - Eine Welt für Alle“ mit dem Song Contest „Dein Song für EIN WELT“ sowie ENSA, das Entwicklungspolitische Schulaustauschprogramm.

Durchgeführt wird das BNE-Festival vom Umweltministerium Nordrhein-Westfalen, der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen und der Außenstelle Düsseldorf von Engagement Global.

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Fashion Revolution Week 2021

EINEWELTblabla - April 13, 2021 - 3:21pm

Vom 19. bis 25. April 2021 findet die Fashion Revolution Week statt. Diese spielt sich seit 2014 jährlich in der Woche um den 24. April ab, dem Tag, an dem die Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch einstürzte. Dabei steht vor allem der Fashion Revolution Day am 24. April im Vordergrund, aber auch an den anderen Tagen gibt es einige spannende Angebote und Aktionen in Deutschland. Das große Ziel: eine Fashion Revolution!

Der Hintergrund

Der Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch jährt sich nun bereits zum achten Mal. Damals verloren 1.136 Menschen ihr Leben, über 2.000 Menschen wurden verletzt. Besonders tragisch an dieser Katastrophe: Das Gebäude war bereits stark einsturzgefährdet und die Textilarbeiter*innen hatten ihre Angst vor einem Kollaps des Gebäudes bei ihren Vorgesetzten geäußert. Dennoch wurden sie zur Arbeit gezwungen – eine Tragödie, die hätte verhindert werden können. Seit dem Einsturz versuchen verschiedene Initiativen für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen vor Ort zu sorgen. Außerdem löste das Unglück eine weltweile Debatte über die Missstände in der globalen Textilproduktion aus. Immer mehr Verbraucher*innen hinterfragen, woher die eigene Kleidung kommt und unter welchen Bedingungen diese hergestellt wurde. Auch wenn sich durch verschiedene Abkommen die Sicherheitsstandards für Fabriken und Arbeitsbedingungen in Bangladesch teilweise verbessert haben, führte die Katastrophe leider nicht zu einer globalen Veränderung in der Textilproduktion. Vor allem Gewinnmaximierung und Wettbewerb verhindern ein Umdenken seitens der Unternehmen.

Die Fashion Revolution Week

Die Fashion Revolution Week wurde ins Leben gerufen, um den Opfern des Unglücks von Rana Plaza zu gedenken und zu fordern, dass niemand für die Modebranche sterben sollte. Als Ziele hat sich die globale Bewegung beispielsweise faire Löhne und würdige Arbeitsbedingungen sowie ein Ende der menschlichen und ökologischen Ausbeutung in der Textilindustrie gesetzt. Die Vision: Eine globale Modebranche, die die Umwelt erhält und Menschen über Profit und Wachstum stellt. Dies möchte die Bewegung vor allem durch Aufklärung schaffen. So ruft sie Menschen auf Social Media dazu auf, Unternehmen zur Verantwortung zu ziehen und Antworten auf die Frage #WhoMadeMyClothes (Wer hat meine Klamotten gemacht?) zu bekommen.

So könnt ihr Teil der Fashion Revolution Week 2021 werden

Auf der Website der Fashion Revolution Week findet ihr einen globalen Veranstaltungskalender mit vielen spannenden Vorträgen und Aktionen aus der ganzen Welt. So gibt es beispielsweise eine Kleidertauschaktion in China oder Großbritannien sowie einen Secondhand-Markt in Puerto Rico.

Fairtrade Deutschland hat auf seiner Website verschiedene Materialien zusammengestellt, um als Fairtrade School oder Fairtrade Town kreative Schaufenster zur Fashion Revolution zu gestalten. Für Fairtrade Universities gibt es viele digitale Vorträge über Zoom und Instragram.

Das Entwicklungspolitische Netzwerk Hessen e.V. bietet verschiedene Online-Filmabende und Online-Lesungen rund um die Fashion Revolution Week an. Besonders spannend ist hier auch der konsumkritische Stadtrundgang in Darmstadt.

Über Social Media könnt ihr unter den Hashtags #WhoMadeMyClothes und #WhatsInMyClothes Posts verfassen, um auch in eurem Freundeskreis auf die Missstände in der Modebranche aufmerksam zu machen. Dafür stellt die Fashion Revolution Week Bilder zum kostenlosen Download, die ihr für eure Posts verwenden könnt.

Wie ihr euch informieren könnt

Auf der Website der Fashion Revolution Week gibt es einen interessanten Blog zu allen Themen rund um die Fashion Revolution in der Modebranche. Dort findet ihr Beitrage aus verschiedensten Ländern und in verschiedenen Sprachen. Vielleicht habt ihr ja selbst eine Idee für einen Beitrag? Die Fashion Revolution nimmt auch Gastbeiträge an!

Beim YouTube-Kanal von Fairtrade Deutschland könnt ihr euch einen tollen und spannenden Film unter dem Titel „Von der Baumwolle bis zum Kleidungsstück“ ansehen. Dort erfahrt ihr nicht nur mehr über die Herstellung von Kleidung, sondern auch mit welchen Problemen Arbeiter*innen innerhalb der Lieferkette konfrontiert sind und wie der Fairtrade Textilstandard Missstände verbessern kann.

In Deutschland hat sich die Initiative Lieferkettengesetz als Zusammenschluss zahlreicher Organisationen als Ziel gesetzt, ein Lieferkettengesetz durchzusetzen, um Mensch und Umwelt besser zu schützen. Im vorläufigen Gesetzentwurf fehlen jedoch wichtige Elemente. Deswegen ruft die Initiative auf, einen Lieferkettenbrief an die eigenen Abgeordneten im Bundestag zu schicken. Wenn du dich dafür einsetzen möchtest, kannst du auf der Website deinen Abgeordneten finden und eine Mail schreiben.

Am Ende bleibt wohl nur noch eins zu sagen: Es ist Zeit für eine Fashion Revolution!

-Leah-

Das Beitragsbild ist aufgenommen von Becca McHaffie auf Unsplash.com.

Der Beitrag Fashion Revolution Week 2021 erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

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We need to upgrade the United Nations: towards a more effective sustainable development governance

DIE - April 13, 2021 - 2:10pm

The authors call for the forthcoming report of the UN Secretary-General, 'Our Common Agenda,' to specify the necessary steps toward establishing more effective, agile and accountable sustainable development governance by the UN. In addition to welcoming moderate reforms, the analysts argue that "riding things out" is not an option when the need for action is so pressing. A UN Sustainable Development Council – created by upgrading and transforming ECOSOC – could become the centerpiece of more ambitious reforms.

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Nachhaltiges Fastenbrechen

Engagement Global - April 13, 2021 - 11:10am
Der Film „#einBall“ soll junge Menschen an das Thema fairer Handel im Sport heranführen. Foto: Engagement Global / Rock’n’Roll Pictures

Auch für den Sport war 2020 ein schwieriges Jahr. Aufgrund der Corona-Pandemie konnte vor allem Mannschaftsport nur sehr eingeschränkt ausgeübt werden. Turniere und Wettkämpfe fanden kaum statt. Abseits der Plätze, im Bereich der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit im Sport, hat sich dennoch einiges getan.

Das Programm Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) von Engagement Global hat seine Kooperationen im Sportbereich weitergeführt und ausgebaut.

Vortragsreihe „Sport. Global. Nachhaltig.“

So hat die Außenstelle Düsseldorf von Engagement Global zusammen mit der Deutschen Sporthochschule Köln im Wintersemester 2020/2021 eine digitale Vortragsreihe unter dem Motto „Sport. Global. Nachhaltig.“ zur globalen Verantwortung des Sports organisiert. Dabei drehte sich alles um die Bedeutung des Sports für die Erreichung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung und die Möglichkeiten, einen Beitrag zu einer fairen Welt zu leisten.

Im Workshop „Sport handelt Fair – Nachhaltigkeit und Menschenrechte“ setzten sich die Studierenden und externen Interessierten mit der Frage auseinander, welches Potenzial in einer fairen und nachhaltigen Sportartikelindustrie steckt.

Die Ergebnisse des Workshops bereiteten die Teilnehmenden in Form eines öffentlich zugänglichen Scrollytellings auf. Ein Scrollytelling ist ein Online-Format, bei dem die Nutzerinnen und Nutzer mittels Scrollen durch Text-, Bild- und Videobeiträge geleitet werden und sich so informieren können.

Film „#einBall“

Neue Materialien für die entwicklungspolitische Bildungsarbeit im Sport sind in den vergangenen Monaten auch in einer Kooperation mit dem Bündnis #sporthandeltfair entstanden. Mit dem Film „#einBall“, für den nun auch umfassendes Begleitmaterial zur Verfügung steht, wurde ein Paket für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in Sportvereinen sowie in Freizeit- und Bildungseinrichtungen geschnürt. Es soll junge Menschen an das Thema fairer Handel im Sport heranführen. Die einzelnen Module stehen auch in Versionen für die Bearbeitung des Themas an Hochschulen zur Verfügung.

Präsentiert wird der Film samt Begleitmaterial und einem Workshop am Freitag, 16. April 2021, von 14.30 bis 16 Uhr beim BNE-Festival NRW. Die Veranstaltung rund um Bildung und die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung findet von Freitag, 16., bis Samstag, 17. April 2021, online statt und wird von der Außenstelle Düsseldorf gemeinsam mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) sowie der Stiftung Umwelt und Entwicklung veranstaltet. Das vollständige Programm sowie Informationen zur Anmeldung sind auf der Seite des Festivals zu finden.

Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD)

Ziel des EBD-Programms ist es, Menschen durch Informations- und Bildungsmaßnahmen zu einer kritischen Auseinandersetzung mit globalen Entwicklungen zu motivieren und zu eigenem entwicklungspolitischem Engagement zu ermutigen. Die Außenstellen von Engagement Global führen das Programm dezentral durch, um entwicklungspolitisches Engagement auch regional und lokal dauerhaft zu verorten.

Weitere Informationen
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13. April 2021

ONE - April 13, 2021 - 10:44am
1. Nigeria & Kongo: Angriff und Proteste gegen UN

Medienberichten von Deutschlandfunk und Spiegel zufolge haben Bewaffnete in der Stadt Damasak im Nordosten Nigerias die Büros mehrerer internationaler Hilfsorganisationen angegriffen. Sie setzten unter anderem das UNO-Zentrum und eine Polizeiwache in Brand. Vier Menschen seien getötet worden. Nach UNO-Angaben muss die Hilfe für zehntausende Menschen nun eingeschränkt werden. Der westafrikanische Ableger der Dschihadisten-Miliz Islamischer Staat (Iswap) reklamiere den Angriff für sich. Es war bereits der zweite Angriff auf UNO-Hilfszentren in Nigeria binnen weniger Wochen. Die Tageszeitung (taz), die Neue Züricher Zeitung und Watson melden außerdem, dass im Osten des zentralafrikanischen Staates Kongo während gewaltsamer Proteste gegen die dortige UNO-Friedensmission mindestens zehn Menschen getötet worden sind. Die zunächst hauptsächlich friedlichen Demonstrationen schlugen am Sonntag und am Montag in Gewalt um. Die Jugendlichen protestieren gegen die ständig zunehmende Gewalt und die “Tatenlosigkeit” der UNO-Blauhelme und internationaler Hilfsorganisationen.

2. UNO-Generalsekretär: Sondersteuer für Profiteure der Corona-Krise

Wie Tagesschau.de, Deutschlandfunk, und die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichten, plädiert UN-Generalsekretär Guterres für eine Sondersteuer für Reiche, die während der Corona-Krise Profite erzielt haben. Untersuchungen zeigen, dass das Vermögen der Reichsten der Welt im vergangenen Jahr um fünf Billionen Dollar gestiegen sei, sagte Guterres bei einem Treffen zur Entwicklungshilfe. Er fordere daher die Staaten auf, eine Solidaritäts- oder Vermögenssteuer für diejenigen in Betracht zu ziehen, die während der Pandemie Gewinne gemacht haben. Die Einnahmen aus der Steuer können genutzt werden, um extreme Ungleichheiten zu reduzieren.

3. Uganda und Tansania: Umstrittenes Öl-Projekt von Total

Die ostafrikanischen Länder Uganda und Tansania haben mit dem französischen Energiekonzern Total ein 3,5 Milliarden Dollar schweres Projekt zur Erdölförderung genehmigt. Das thematisieren das Handelsblatt und Tagesspiegel Background. Total halte dabei einen Anteil von rund 57 Prozent. Außerdem beteiligen sich die China National Offshore Oil Corporation (CNOOC) mit einem Anteil von rund 28 Prozent, und die Uganda National Oil Company (UNOC). Seitens Umweltschützer*innen rege sich heftiger Widerstand gegen das Projekt. Sie warnen vor einer Verschmutzung der Seen in Uganda, vor allem des Viktoriasees, und vor der möglichen Zerstörung von Lebensräumen seltener Tierarten. Im März hatten 263 Nichtregierungsorganisationen in einem gemeinsamen Brief dazu aufgerufen, die Finanzierung des Projektes zu stoppen.

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Einladung zur Pressekonferenz: UNICEF-Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland 2021

Unicef - April 13, 2021 - 10:00am
In einer neuen Analyse für das Deutsche Komitee für UNICEF zeichnet der Familiensoziologe Prof. Dr. Hans Bertram ein detailliertes Bild der Lage von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Zur Vorstellung der Studie lädt UNICEF Deutschland zu einer digitalen Pressekonferenz am 20.04. ein.
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Area Studies Must Be Decolonised

EADI Debating Development Research - April 13, 2021 - 9:23am
The discipline’s existence reflects an enduring Western belief in the inferiority of knowledge production specific to different cultures By David Simon If you thought that area studies sounded like an odd name for an odd discipline, you’d be right. Its genesis reflects an enduring tension within academia between supposedly systematic (“disciplinary”) and geographically specific knowledge production – deriving from …
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Post Carbon Lab: Algen-beschichtetes Gewebe saugt CO2 aus der Luft

reset - April 13, 2021 - 6:43am
Ein Labor in London hat eine einfache Möglichkeit entwickelt, wie Verbraucher*innen ihre Umweltbelastungen im Alltag reduzieren können - durch ein spezielles Gewebe, das aktiv Kohlenstoff aus der Atmosphäre entfernen kann.
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CALL FOR APPLICATIONS: Black Sea Region Development Effectiveness Principles Workshop

CSO Partnership - April 13, 2021 - 4:51am

FOND Romania officially announces its Call for Applications for the Regional Workshop on Developing the Capacity of the CSOs from the Black Sea Region in Implementing the Development Effectiveness Principles.

The Regional Workshop on Developing the Capacity of the CSOs from the Black Sea Region in Implementing the Development Effectiveness Principles/ODA Transparency and Accountability will mainly target CSO representatives from the Black Sea NGO Forum (in particular the CSO Sustainability and Resilience Working Group), from the EU member states and non-EU, engaged in International Development Cooperation activities.

The main topics to be addressed during the programme will be CSO Development Effectiveness Principles, with an emphasis on transparency and accountability of the ODA financing.

The workshop will be delivered between May-June 2021 and comprises five modules of learning (online training and coaching/mentoring) with a focus on innovative approaches in: impact assessment, digital transformation and human rights, digital storytelling techniques, building equitable and sustainable partnerships, impact and accountability automation.

The general communication during the Training Programme will be held in English.

The training will be delivered by Mr. Gabriel Brezoiu, Ms. Alexandra Peca and Ms. Diana Ionita.

Timeline:
May 13th, 16:00 GMT+3 (Bucharest time)
May 20th, 16:00 GMT+3 (Bucharest time)
May 27th, 16:00 GMT+3 (Bucharest time)
June 3rd, 16:00 GMT+3 (Bucharest time)
June 10th, 16:00 GMT+3 (Bucharest time)

In order to apply for our Program, please take a few minutes to fill in this online form.

The deadline for submitting applications is the 26th of April 2021.

Please note that the application must be filled in English only. Multiple or 2 to 3 applications from the same organization are encouraged. The form is available here: https://bit.ly/3mIcfRF. #

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