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The French response to the Corona Crisis: semi-presidentialism par excellence

DIE - January 19, 2038 - 4:14am

This blog post analyses the response of the French government to the Coronavirus pandemic. The piece highlights how the semi-presidential system in France facilitates centralized decisions to manage the crisis. From a political-institutional perspective, it is considered that there were no major challenges to the use of unilateral powers by the Executive to address the health crisis, although the de-confinement phase and socio-economic consequences opens the possibility for more conflictual and opposing reactions. At first, approvals of the president and prime minister raised, but the strict confinement and the reopening measures can be challenging in one of the European countries with the highest number of deaths, where massive street protests, incarnated by the Yellow vests movement, have recently shaken the political scene.

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Präsentation des UNESCO-Weltbildungsberichts 2020 „Inklusion und Bildung“ in Deutschland

SID Blog - September 22, 2020 - 8:19pm
Gemeinsame Pressemitteilung des Auswärtigen Amts, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und der Deutschen UNESCO-Kommission

Chancengerechte Bildung: Pandemie droht Ungleichheiten zu verstärken

Präsentation des UNESCO-Weltbildungsberichts 2020 „Inklusion und Bildung" in Deutschland



Berlin - Am 22. September stellten das Auswärtige Amt, das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und die Deutsche UNESCO-Kommission den UNESCO-Weltbildungsbericht 2020 zum Thema „Inklusion und Bildung: Für alle heißt für alle" vor. In einer virtuellen Veranstaltung diskutierten hochrangige politische Vertreterinnen und Vertreter gemeinsam mit internationalen Expertinnen und Experten die Auswirkungen auf die Bildung in Deutschland und die deutsche Entwicklungszusammenarbeit.

Obwohl sich die Weltgemeinschaft zum Ziel gesetzt hat, mit der Globalen Agenda Bildung 2030 inklusive und chancengerechte Bildung für alle bis 2030 sicherzustellen, haben mehr als eine Viertel Milliarde Kinder und Jugendliche keinen Zugang zu Bildung. Millionen andere werden aufgrund ihrer Herkunft, Identität oder einer Behinderung innerhalb des Bildungssystems ausgegrenzt. Die Covid-19-Pandemie droht diese Ungleichheiten noch zu verschärfen. So haben beispielsweise etwa 40 % der Länder mit niedrigem und niedrig-mittlerem Einkommen während der Covid-19-Krise keine Maßnahmen zur Unterstützung der von Exklusion bedrohten Lernenden ergriffen. Zu dem Schluss kommt der UNESCO-Weltbildungsbericht „Inklusion und Bildung: Für alle heißt für alle", der heute in Deutschland vorgestellt wurde. Die UNESCO warnt, dass durch Covid-19 die jährliche Finanzierungslücke für Bildung in den Ländern mit niedrigem und niedrig-mittlerem Einkommen von 148 Milliarden US-Dollar um bis zu ein Drittel auf fast 200 Milliarden US-Dollar ansteigen wird.

Armut ist entscheidende Hürde für den Bildungserfolg

Michelle Müntefering, Staatsministerin für Internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt: „Bildung ist der Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe. Jeder sollte bestmöglich gefördert werden, um sein eigenes Potenzial voll entfalten zu können. Das ist eine Frage der Gerechtigkeit. Es ist aber auch eine Verpflichtung, zu der wir uns als globale Gemeinschaft in internationalen Abkommen bekannt haben. In unserer Internationalen Kultur- und Bildungspolitik setzen wir uns dafür ein, dass wir gemeinsam dieser Verantwortung gerecht werden."

Globale Bildungspartnerschaften

Maria Flachsbarth, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: „Im Krisenkontext, wie der aktuellen Covid-19-Pandemie, verschärfen sich bestehende Ungleichheiten weltweit. Über eine Milliarde Kinder konnten wegen der Epidemie dieses Jahr nicht zur Schule gehen. Alle Menschen brauchen einen gleichberechtigten Zugang zu hochwertiger Bildung. Globale Bildungspartnerschaften müssen jetzt gestärkt werden. Wir brauchen globale Solidarität, um den verheerenden Folgen, die diese Pandemie auf die Bildung hat, entgegenzuwirken."

In einem Viertel aller Länder weltweit ist die getrennte Bildung von Kindern mit und ohne Behinderung gesetzlich vorgeschrieben. In Asien, Lateinamerika und der Karibik existieren in über 40 Prozent der Staaten entsprechende Regelungen. Aber auch Minderheiten und Geflüchteten wird der Zugang zu hochwertiger Bildung in vielen Ländern der Welt noch immer nicht hinreichend gewährt. In mehreren mittel- und osteuropäischen Ländern lernen Kinder der Roma-Minderheit getrennt von der Mehrheitsgesellschaft. In den OECD-Staaten besuchen mehr als zwei Drittel aller Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund Schulen, an denen mindesten die Hälfte der Schülerinnen und Schüler ebenfalls eine Zuwanderungsgeschichte hat.

Weltweite Schritte Richtung Inklusion

Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung: „Unser Anspruch ist es, Bildung auf allen Ebenen inklusiv zu gestalten. Wir müssen uns in Deutschland und der Welt noch mehr anstrengen, damit wir diesem Ziel Schritt für Schritt näherkommen. Jeder und jede hat ein Recht auf gute Bildung, unabhängig von Geschlecht, Herkunft, sozialem Status, religiöser und sexueller Orientierung oder einer Beeinträchtigung. Mit diesem Ziel vor Augen arbeiten wir im Bundesministerium für Bildung und Forschung für eine starke inklusive Bildung in Deutschland."

Die heutige Veranstaltung stellte die internationale Perspektive und die Entwicklung weltweit dar, fokussierte aber auf die Bedeutung des Weltbildungsberichts für das deutsche Bildungswesen. Nicht zuletzt der Bericht der Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Ministerin Dr. Stefanie Hubig, zeigte Stand und Perspektiven chancengerechter Bildung in Deutschland.

Auch wenn die Weltgemeinschaft noch einen weiten Weg vor sich hat, gibt es viele Beispiele, die zeigen, wie Inklusion gelingen kann. Vor Veröffentlichung des Weltberichts stellte die UNESCO in diesem Jahr exzellente Beispiele inklusiver Bildung vor, darunter die Marie-Kahle-Gesamtschule Bonn, die von Sabine Kreutzer geleitet wird. An der 2009 gegründeten Schule wird nach der Dalton-Methode unterrichtet, die den Schülerinnen und Schülern ein selbstbestimmtes Lernen in ihrem eigenen Tempo ermöglicht. Die Bonner Bildungseinrichtung wurde dafür erst 2019 mit dem Jakob Muth-Preis für inklusive Schule ausgezeichnet.

Auch in vielen anderen Ländern hat die UNESCO innovative Ansätze für mehr Bildungsteilhabe gefunden. So existieren auf Kuba, in Malawi und der Ukraine Kompetenzzentren, die allgemeine Schulen dabei unterstützen, Kinder mit besonderen Bedarfen zu unterrichten. In Gambia, Neuseeland und auf Samoa werden mobile Lehrkräfte eingesetzt, um benachteiligte Gruppen zu erreichen. Der indische Bundesstaat Odisha verwendet 21 Stammessprachen in seinen Klassenzimmern und Kenia passt seinen Lehrplan an den Kalender der im Land lebenden Nomaden an.

Inklusion braucht gut geschulte Lehrkräfte

Walter Hirche, Minister a. D., Vorstandsmitglied und Präsident a. D. der Deutschen UNESCO-Kommission: „Vielen Bildungssystemen liegt die Annahme zugrunde, dass alle Menschen dieselben Lernbedürfnisse haben. Doch so unterschiedlich Menschen sind, so unterschiedlich sind auch ihre Arten sich zu bilden. Nicht die Lernenden müssen sich in ein bestehendes System integrieren, sondern das Bildungssystem muss sich an sie anpassen. In Deutschland haben wir in den vergangenen Jahren bereits viel erreicht. Aber die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf lernt noch immer separiert, statt den Unterricht an allgemeinen Schulen zu besuchen. Wir müssen Lehrerinnen und Lehrer in der Ausbildung und mit passgenauen Fortbildungen dabei unterstützen, alle Schülerinnen und Schüler gleichermaßen mitzunehmen."

Bei der Umsetzung von Teilhabe im Bildungsbereich kommt insbesondere den Lehrkräften eine entscheidende Rolle zu. Sie sind der Schlüssel zu mehr Inklusion im Schulalltag, brauchen dafür aber das nötige Handwerkszeug. So gab ein Viertel aller Lehrkräfte in 48 untersuchten Ländern an, sich mehr Weiterbildungen zum Unterrichten von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Bedarfen zu wünschen.
 

Hintergrund

Mit der Verabschiedung der Globalen Nachhaltigkeitsagenda hat sich die Weltgemeinschaft verpflichtet, bis 2030 für alle Menschen inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung sicherzustellen. Die UNESCO koordiniert die Umsetzung dieses Ziels, evaluiert die Fortschritte und veröffentlicht jährlich den Weltbildungsbericht.
 

Weitere Informationen

Programm der Veranstaltung

Deutschsprachige Kurzfassung des UNESCO-Weltbildungsberichts 2020

Englischsprachige Langfassung des UNESCO-Weltbildungsberichts 2020

Informationen zum UNESCO-Weltbildungsbericht

Porträt von Sabine Kreutzer, Leiterin der Marie-Kahle-Gesamtschule Bonn

Porträt der Marie-Kahle-Gesamtschule Bonn
 


WDR-Kinderrechtepreis 2020

Unicef - September 22, 2020 - 5:00pm
Wie können Kinder ihr Umfeld aktiv mitgestalten? Zum Beispiel beim Projekt „Spielplätze statt Schrottplätze“ in Köln! Es hat beim diesjährigen WDR-Kinderrechtepreis den dritten Platz gemacht. UNICEF-Mitarbeiterin und Jury-Mitglied Kerstin Bücker war vor Ort.
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22.09.2020 Chancengerechte Bildung: Pandemie droht Ungleichheiten zu verstärken

BMZ - September 22, 2020 - 5:00pm
Am 22. September stellten das Auswärtige Amt, das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das BMZ und die Deutsche UNESCO-Kommission den UNESCO-Weltbildungsbericht 2020 zum Thema "Inklusion und Bildung: Für alle heißt für alle" vor. In einer virtuellen Veranstaltung diskutierten hochrangige politische Vertreterinnen und Vertreter gemeinsam mit internationalen Expertinnen und Experten die Auswirkungen auf die Bildung in Deutschland und die deutsche ...
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The UN Joint SDG Fund: turning transformational potential into reality

DIE - September 22, 2020 - 1:22pm

John Hendra and Silke Weinlich assess the recently established UN Joint SDG Fund and explain that it's significance lies in the fact that it provides a unique financial instrument to the newly empowered resident coordinators, in turn one of the outstanding features of the Secretary-General’s reforms in the UN development system.

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22. September 2020

ONE - September 22, 2020 - 1:15pm

1.75 Jahre UNO

Mit Beginn der diesjährigen UN-Generalversammlung feiern die Vereinten Nationen ihr 75-jähriges Bestehen, wie unter anderem das Redaktionsnetzwerk Deutschland, die Tageszeitung (Taz), Merkur, N-TV und die Deutsche Welle berichten . Die Taz und die Deutsche Welle nehmen in erster Linie Probleme der UNO in den Blick. Eine Reform des mächtigen UN-Sicherheitsrats sei längst überfällig. Diese grundlegende Reform der UN-Institution unterstützen unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie UN-Generalsekretär Antonio Guterres, so N-TV. Zudem sei das Ansehen der UN durch die Missachtung des Völkerrechts im Irak, auf der Krim und im Asiatischen Meer sowie dem Versagen bezüglich des Syrienkiegs sehr geschwächt worden. Dennoch dürfe man die Leistungen und Erfolge der UN nicht vergessen. Wie das Ärzteblatt weiter berichtet, forderte die Entwicklungsorganisation World Vision die Weltgemeinschaft auf, stärkere Maßnahmen zu unternehmen, um Hunger, Armut und Ungleichheit weltweit zu bekämpfen.

 

2.WHO genehmigt Studien für pflanzliches Anti-Corona-Medikament

Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland, der Deutschlandfunk und das Ärzteblatt berichten, gibt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) grünes Licht für die Forschung an pflanzlichen Arzneimitteln in Afrika gegen das Corona-Virus. In Kooperation mit dem Afrikanischen Zentrum für Seuchenkontrolle und -prävention sowie der Kommission für soziale Angelegenheiten der Afrikanischen Union habe die WHO die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen. Sofern sich ein traditionelles Medizinprodukt als wirkungsvoll und qualitätssicher herausstelle, werde die WHO eine schnelle und groß angelegte lokale Herstellung empfehlen. Die Regierung Madagaskars habe bereits im April ein Kräutergetränk freigegeben, das gegen Covid-19 helfen soll. Wissenschaftliche Beweise für dessen Wirksamkeit – ebenso wie für ähnliche Mittel anderer Länder – seien bisher ausgeblieben.

 

3.Afrika: Entsteht ein neuer Ozean?

Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet, wird der afrikanische Kontinent von einer immer größer werdenden Erdspalte durchzogen. Die Plattentektonik führe dazu, dass sich Ostafrika in einigen Millionen Jahren vom Rest des Kontinents ablösen werde, so die Geolog*innen. Der sogenannte ostafrikanische Grabenbruch, der sich von Mosambik bis zum roten Meer zieht, sei sogar vom Weltall aus sichtbar. So werde eine neuer Kontinent entstehen. Die Menschheit könne derzeit die anfängliche Entstehung eines neuen Ozeans beobachten. Einige Stellen des Grabenbruchs in Äthiopien liegen sogar jetzt schon unter dem Meeresspiegel. Derzeit schiebe sich der afrikanische Kontinent in Richtung Europa, so Geowissenschaftler Sascha Staubach von der Goethe-Universität Frankfurt.

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Hitzige Zeiten in den USA: Was ist los am Supreme Court?

EINEWELTblabla - September 22, 2020 - 12:15pm

Der Supreme Court ist das oberste rechtsprechende Staatsorgan in den Vereinigten Staaten von Amerika und begründet durch den dritten Artikel der US-amerikanischen Verfassung. Er ist neben dem Präsidenten (Exekutive) und dem Kongress (Legislative) die dritte Gewalt im Staat (Judikative). Zu den zentralen Aufgaben des Supreme Courts zählen unter anderem die Verfassungsauslegung und die Prüfung der Verfassungsmäßigkeit von Gesetzen und Amtshandlungen des Präsidenten. Am Supreme Court sitzen neben dem Vorsitzenden Richter (Chief Justice of the United States) acht weitere Richter*innen (Associate Justice). Sie werden auf Lebenszeit vom Präsidenten mit der Zustimmung des Senats ernannt. Bis vor wenigen Tagen waren das drei Frauen und sechs Männer, die über die Verfassung wachen und eine unabhängige Justiz gewährleisten sollen. Seit dem Tod der ehemaligen Richterin Ruth Bader Ginsburg am vergangen Freitag ist eine hitzige Debatte in den USA über die Neubesetzung des Amtes entstanden. Warum das so ist, erkläre ich euch kurz.

Der Supreme Court als Politikum

Da der Supreme Court nicht, wie zum Beispiel in Deutschland, zwischen sachlich verschiedenen Gerichtszweigen unterscheidet sondern sich mit allen Rechtsfragen befasst, hat er als oberste juristische Kontrollinstanz auch eine starke politische Bedeutung. Viele Urteile des Gerichts stellen gesellschaftspolitische Weichen. Ein klassisches Beispiel dafür war das Verfahren Roe vs. Wade 1973, als die Richter*innen Abtreibung als eine zutiefst persönliche Entscheidung bezeichneten und dadurch weitgehend legalisierten. Umso wichtiger ist es, könnte man denken, dass die Richter*innenposten am Supreme Court ein möglichst breites Spektrum der Bürger*innen in den USA abdecken, damit solche bedeutenden Entscheidungen auch der gesamten Gesellschaft entsprechen.

Die Wahl der Richter*innen

Wenn ein*e Richter*in am Supreme Court verstirbt oder aus Alters- bzw. Krankheitsgründen zurücktritt, ist es die Aufgabe des amtierenden Präsidenten, den Posten neu zu besetzen. Zwar muss diese*r dann noch durch eine einfache Mehrheit im Senat bestätigt werden, doch ist das in der Regel kein Hindernis, da die Partei des amtierenden Präsidenten meist auch die Mehrheit im Senat hat. Auch die Partei der Republikaner von Präsident Donald Trump stellt mit 53 von 100 Stimmen gerade die Mehrheit im Senat.

Warum ist die Debatte um die Neubesetzung des Postens so hitzig?

Durch den Tod der Richterin Ruth Bader Ginsburg steht das politische Machtverhältnis im Supreme Court auf der Kippe. Vor ihrem Tod gab es fünf eher konservative und vier eher liberale Richter*innen. Wenn jetzt durch Präsident Trump eine weitere konservative Richterin an den Supreme Court berufen wird, könnte sich das Machtverhältnis auf lange Zeit deutlich nach rechts verschieben. Dies könnte jahrzehntelange Folgen haben, die weit über die Amtszeit Trumps hinwegreichen. Richtungsweisende Entscheidungen z. B. in den Bereichen Klimaschutz, Waffenbesitz oder dem Recht auf Abtreibung könnten durch die deutliche konservative Mehrheit einseitig beeinflusst werden.

Kurz vor dem Ende seiner Amtszeit 2016 durfte Präsident Obama keine*n neue*n Richter*in am Supreme Court ernennen. Die Begründung des republikanischen Mehrheitsführers damals im Senat war, dass die Wähler*innen bei der Neuernennung mitreden sollten. Der aktuelle Präsidentschaftskandidat der Demokraten Joe Biden sieht das in diesem Fall, wenige Wochen vor der nächsten Präsidentschaftswahl, ebenso wie auch viele weitere Stimmen in den USA. Auch Ruth Bader Ginsburg, die von ihrer Fangemeinschaft einfach nur RBG genannt wird, hatte als einen ihrer letzten Wünsche geäußert, die Benennung ihrer Nachfolgerin nach der Präsidentschaftswahl durchzuführen. Doch Präsident Trump möchte so schnell wie möglich noch seine potenziellen Kandidatinnen für den Posten nominieren, um damit den dritten Posten am Supreme Court in seiner bisherigen Amtszeit zu besetzen.

Wie würdet ihr in dieser Debatte entscheiden? Darf Präsident Trump noch vor den Wahlen das Amt besetzen oder sollte das erst nach der Wahl geschehen?

-Selma-

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Das Beitragsbild ist von Bill Mason auf Unsplash.

Der Beitrag Hitzige Zeiten in den USA: Was ist los am Supreme Court? erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

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Warum Covid-19 die Schulbildung von Mädchen bedroht (Teil 2)

ONE - September 22, 2020 - 11:56am

Im März 2020 berichtet die UNESCO, dass der schulische Bildungsweg von knapp 3 Millionen Schülerinnen und Schülern aufgrund der Covid-19-Pandemie unterbrochen war, nachdem in 13 Länder die Schulen geschlossen wurden. Im April 2020 hatten weltweit 194 Länder Schulschließungen angeordnet. Davon waren 91 Prozent aller Schülerinnen und Schüler betroffen – insgesamt 1,6 Milliarden Kinder weltweit.

Eine Unterbrechung des laufenden Schuljahrs kann schwerwiegende Folgen haben. Schon ein dreimonatiger Unterrichtsausfall kann Jahre später eineinhalb Jahren verpasstem Unterricht entsprechen. Von diesen Folgen der Corona-Pandemie sind Jungen und Mädchen im Schulalter rund um den Globus betroffen.

Leider wirkt sich dieser Bildungsverlust auf Mädchen deutlich stärker aus. Nicht nur während der coronabedingten Schulschließungen, sondern auch danach. Denn tatsächlich geht eine Studie des Malala Fund davon aus, dass infolge der Pandemie 20 Millionen Mädchen in Entwicklungsländern nie wieder ins Klassenzimmer zurückkehren werden.

Weltweite Schulschließungen

 Als Reaktion auf die COVID-19-Pandemie wurden in fast 90 Prozent aller Länder weltweit die Schulen geschlossen. In schätzungsweise 92 Ländern werden die Schulen auch im Oktober 2020 aufgrund von Corona noch geschlossen bleiben. Ein eingeschränkter Regelbetrieb wird in 51 Ländern vorhergesehen.

In den USA werden Schüler*innen voraussichtlich im Herbst 2020 wieder den Unterricht besuchen – mit einem Kompetenzstand von 63 bis 68 Prozent im Lesen und einem Kompetenzstand von 37 bis 50 Prozent in Mathematik im Vergleich zu einem gewöhnlichen Schuljahr. Im Rest der Welt ist die Situation womöglich noch schlimmer.

Schon vor Beginn der Corona-Pandemie befanden wir uns in einer weltweiten Bildungskrise: 53 Prozent der Kinder aus Ländern mit vergleichsweies niedrigem und mittlerem Einkommensniveau waren „im Alter von zehn Jahren nicht in der Lage, einfache Texte zu lesen und zu verstehen“. Dieses Phänomen ist als Bildungsarmut bekannt.

Ungleicher Zugang zu Fernunterricht

Auch die digitale Bildungskluft könnte sich durch Corona noch vergrößern. Die steigende Armutsquote hat den Zugang zu Medien und dem Internet in zahlreichen Ländern erschwert. Internetzugang ist dort häufig nur noch in städtischen Gebieten möglich. Das bedeutet auch, dass Schüler*innen in Regionen, in denen der Internetzugang beschränkt ist, häufig nicht am Fernunterricht teilnehmen können. In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara etwa haben fast 90 Prozent der Schülerinnen und Schüler zu Hause keinen Zugang zu einem Computer; davon können 82 Prozent können nicht einmal das Internet nutzen.

Weltweit sind Mädchen aus marginalisierten Bevölkerungsgruppen von diesen Folgen am stärksten betroffen, da sie keinen Zugang zu hochwertiger Bildung und Fernunterricht haben. Dementsprechend könnten sie jetzt und in der Zukunft überproportional stark von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen sein.

Ein altbekanntes Problem

 Vor dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie war die Zahl der Mädchen, die keine Schule besuchten, innerhalb der letzten 20 Jahren weltweit um 79 Millionen gesunken. Dies war das Ergebnis jahrzehntelanger Bemühungen, mehr Mädchen den Schulbesuch zu ermöglichen und Bildungsungleichheiten zwischen den Geschlechtern abzubauen. Durch die aktuelle Corona-Pandemie sind all diese Fortschritte jedoch in Gefahr.

Schon in früheren Gesundheitskrisen haben wir gesehen, welche Auswirkungen Schulschließungen auf die Bildung von Mädchen haben kann. Während der Ebolafieber-Epidemie 2014 bis 2015 wurden über 10.000 Schulen in Guinea, Sierra Leone und Liberia geschlossen – fast 5 Millionen Schulkinder waren davon betroffen. Als die Schulen schließlich wiedereröffnet wurden, hatten die Schülerinnen und Schüler insgesamt etwa 1.848 Unterrichtsstunden verpasst.

Die Folgen waren für Mädchen besonders gravierend. Schon vor Ausbruch der Ebola-Epidemie hatten Mädchen im Schulalter in Guinea durchschnittlich nur 9 Monate lang eine Schule besucht – bei den Jungen waren es im Durchschnitt 2,7 Jahre. In Sierra Leone erhielten Mädchen eine Schulbildung von durchschnittlich 1,8 Jahren, während Jungen im Durchschnitt vier Jahre zur Schule gingen.

Was sind die Auswirkungen?

Im Zuge der Covid-19-Pandemie werden die Auswirkungen auf die Bildung von Mädchen und Jungen voraussichtlich noch ungleicher ausfallen. Ein sechsmonatiger Schulausfall hat vor allem für Mädchen in Ländern mit vergleichsweise niedrigem und mittlerem Einkommensniveau erhebliche Folgen. Denn tatsächlich könnte sich dadurch ihre Schulzeit halbieren. Diese Mädchen würden also nur die Hälfte der Schulbildung bekommen wie unter normalen Bedingungen.

Im Zuge der langfristigen Folgen von Corona kann die geschlechtsspezifische Bildungsungleichheit zunehmen. Dies geschieht aufgrund der in Pandemiezeiten untergeordneten Stellung von Bildung. Während der Ebolafieber-Epidemie wurden viele Mädchen in Liberia zu den Alleinverdienenden ihrer Familien. Selbst nach der Krise hatte dies für diejenigen, die zuvor auf eine Schule gegangen waren, Folgen für den Schulbesuch – die Versorgung der Familie war wichtiger geworden als die Teilnahme am Unterricht.

Die Corona-Krise könnte sich noch drastischer auf die Bildung von Mädchen auswirken: Selbst nach Ende der Pandemie könnten potenziell 20 Millionen Mädchen dem Unterricht dauerhaft oder endgültig fernbleiben.

Wenn die Politik jetzt entschlossen handelt, können diese Folgen jedoch abgemildert werden.

Bildungskluft verhindern

 Durch ein sofortiges und entschlossenes Handeln kann die Politik die Folgen der Corona-Pandemie auf die Bildung von Mädchen abmildern. Regierungen müssen in ihren Plänen zur Wiedereröffnung von Schulen geschlechtsspezifische Faktoren berücksichtigen und sicherstellen, dass Mädchen die notwendigen Mittel zur Verfügung stehen, um auch zu Hause weiter zu lernen.

Die Jungen und Mädchen von heute sind die Zukunft. Die Politik muss jetzt entschieden handeln. Durch Investitionen und gleichberechtigte Förderung der Bildung beider Geschlechter kann ein entschiedener Beitrag dazu geleistet werden, dass wir alle gestärkt aus dieser Pandemie hervorgehen.

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PRESS RELEASE - Pushing the reset button will not change the game

Global Policy Forum - September 22, 2020 - 11:36am

New York, September 2020

The COVID-19 crisis and the worldwide measures to tackle it have deeply affected communities, societies and economies around the globe. The implementation of the United Nations 2030 Agenda and its Sustainable Development Goals (SDGs) has been put at high risk in many countries. COVID-19 is a global wake-up call for enhanced international cooperation and solidarity. But calls for "building back better" by just pushing the reset button will not change the game. We need structural changes in societies and economies that ensure the primacy of human rights, gender justice and sustainability. But calls for "building back better" by just pushing the reset button will not change the game. We need structural changes in societies and economies that ensure the primacy of human rights, gender justice and sustainability.

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No Business as usual – Patents kill: For the suspension of patent protection on all essential medicines!

Global Policy Forum - September 22, 2020 - 11:34am

22 September 2020

For the production of medical knowledge as a public good


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Harnessing the Power of AI to Minimise Food Waste

SCP-Centre - September 22, 2020 - 10:30am

Given their short shelf life, milk and dairy products can be tricky when it comes to food waste management. The REIF (Resource-Efficient, Economic and Intelligent Food Chain) project is exploring Artificial Intelligence (AI) based approaches to turn milk and dairy products from a challenging product group into a key contributor to food waste reduction.

In August 2020, the CSCP and its project partners met at the headquarters of the German retailer Tegut in Fulda to get a first-hand impression on the different store concepts, including detailed tours of the back offices. The visit yielded valuable insights into the daily work routines in the retail sector and the related consequences for the implementation of automated, demand-driven and markdown mechanisms for milk and dairy products.

The learnings and insights were jointly analysed during the second half of the visit. The team discussed how a markdown, which is a price reduction for products with a short expiration date, could be effectively implemented at Tegut. A wide range of aspects, from technical to behavioural ones, were on the agenda:

  • How can the markdown be implemented technically?
  • How to design impactful monetary incentives for the consumers?
  • How can you set a price based on the expiration date while ensuring that the product itself is not devalued?
  • What communication strategies are necessary in order to ensure that consumers understand and endorse the markdown concept?

Using the example of Tegut, these questions were discussed in detail, leading to new ideas which will be further developed and piloted during the upcoming months.

As a project partner, CSCP’s focuses on ensuring an efficient integration of all relevant stakeholders, both during and after the project. The CSCP is also supporting the participating companies to adapt operational processes and organisational learning through trainings and capacity building.

The REIF consortium consists of 18 partners and it will be coordinated by the University of Applied Sciences Augsburg. The project is funded by the Federal Ministry of Economics and Energy (BMWi).

For further information, please contact Rosa Strube.

 

 

Der Beitrag Harnessing the Power of AI to Minimise Food Waste erschien zuerst auf CSCP gGmbH.

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Towards a Non-Extractive and Care-Driven Academia

EADI Debating Development Research - September 22, 2020 - 10:04am
by Vijay Kolinjivadi, Gert Van Hecken, Jennifer Casolo, Shazma Abdulla and Rut Elliot Blomqvist The white gaze permeates many aspects of even the most critical disciplines. In this piece, we offer some thoughts on how we might reclaim what the university could be  – a place that equips people with the knowledge they need to unlearn/unmake/dismantle …
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PRESS RELEASE - Civil Society Call for a Global Fund for Social Protection

Global Policy Forum - September 22, 2020 - 9:11am

21 September 2020

Over 200 civil society organizations and trade unions unite to call for a Global Fund for Social Protection to protect the most vulnerable during COVID-19 and beyond.


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Dürre, Heuschrecken, Corona und jetzt Jahrhundertflut

Welthungerhilfe - September 22, 2020 - 8:06am
Welthungerhilfe stellt nach Überschwemmungen in Ostafrika 250.000 Euro für Nothilfe bereit.
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Studie belegt: CO2-neutrale Elektromobilität bis 2050 möglich

reset - September 22, 2020 - 5:04am
Laut einer Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung (ifeu) könnten Elektroautos bis 2050 CO2-neutral werden. Und das mit Einberechnung des gesamten Lebenswegs eines Elektroautos.
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Moria: "Ich dachte, ich würde verbrennen" – Jugendliche berichten

SID Blog - September 22, 2020 - 1:25am
Wie erleben migrierte und geflüchtete Jugendliche auf Lesbos ihre Lage nach dem Feuer in Moria? Hier erzählen sie. Außerdem: Ein Update zur UNICEF-Hilfe vor Ort. Liebe UNICEF-Freundin, lieber UNICEF-Freund,

"Als das Feuer ausbrach und wir merkten was los war, schrien wir, dass die Tore des Lagers aufgeschlossen werden sollten. Aber erst nach einer Stunde wurden sie geöffnet. Wir hatten furchtbare Angst."

Das erzählt Bahnam (16, Name geändert) über die Nacht, in der das Lager Moria in Flammen aufging. Gleichzeitig sagt er, dass er durch das Feuer wieder Hoffnung geschöpft habe, Moria endlich für immer verlassen zu können.
"Ich muss einfach wissen, wie es weitergehen wird für mich." Bahnam (16) aus Afghanistan Wie erleben andere Jugendliche die Situation? Meine Kollegin Susanne Nandelstädt hat ihre Stimmen gesammelt.
 Jugendliche aus Moria erzählen Wie läuft die Hilfe für die Kinder in Moria? Danke liebe UNICEF-Freundin, lieber UNICEF-Freund, dass Sie sich einen Moment Zeit nehmen, die Geschichten der Jugendlichen zu lesen. Viele UNICEF-Unterstützerinnen und Unterstützer wie Sie haben den Flüchtlingen in Griechenland in den letzten Tagen mit einer großzügigen Spende geholfen. Vielen Dank! So konnte unser Team die Kinder nach dem Feuer mit dem Allernötigsten versorgen. Mittlerweile sind viele Familien in ein provisorisches Camp aus Zelten umgezogen. Einige besonders schutzbedürftige Familien sind in unserem Kinder- und Familienzentrum TAPUAT untergekommen. Die Kinder erhalten auch psychosoziale Betreuung. Der nächste Schritt: Bildungsangebote für alle geflüchteten Mädchen und Jungen wieder aufnehmen. Wie sieht die Hilfe vor Ort konkret aus? Lesen Sie gern auf unserer Projektseite nach, wo Sie immer den aktuellen Stand finden: Die UNICEF-Hilfe im Überblick Viele Grüße, Ihre Laura Sandgathe UNICEF Deutschland Wie steht es um die Kinderrechte in Deutschland? Zum Weltkindertag 2020 haben wir in deutschen Städten und Gemeinden gefragt: Was tun sie für die Umsetzung der Kinderrechte? Wie beteiligen sie Kinder und Jugendliche an Entscheidungen?

Sebastian Sedlmayr, Leiter der Abteilung Kinderrechte und Bildung bei UNICEF Deutschland, hat sich die Ergebnisse der Umfrage angeschaut. Lesen Sie im Interview, was ihn erstaunt hat und was die Politik noch tun muss, damit Deutschland kinderfreundlicher wird. Zum Interview Zum Schluss etwas zum Schmunzeln Da hat jemand gute Laune: Soro (5 Monate) wartet in einem Krankenhaus in der Elfenbeinküste auf eine Impfung. (Ob er während und nach dem Pieks immer noch so gestrahlt hat, wurde leider nicht fotografisch festgehalten.)

Bilder wie dieses erinnern mich daran, warum die UNICEF-Hilfe so wichtig ist: Weil jedes Kind ein Recht auf ein so quietschvergnügtes Lachen hat wie Soro. Mehr Fotos von Kindern aus aller Welt und Infos zur Programmarbeit gibt es auf unserem Instagram-Kanal: Instagram entdecken Über uns |Spenden |UNICEF-Pate werden |Grußkartenshop Deutsches Komitee für UNICEF e.V. | Höninger Weg 104 | 509 69 Köln, Vereinsregisternummer: VR 50 68 | USt-Id-Nr.: DE 123 049 237 Zuständiges Gericht: Amtsgericht Köln | Vorstandsvorsitzender: Georg Graf Waldersee Geschäftsführer: Christian Schneider Spendenkonto: Bank für Sozialwirtschaft Köln
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Bekanntes Brexit-Theater, neue Rahmenbedingungen

SWP - September 22, 2020 - 12:00am

Auf den ersten Blick scheint sich bei den Brexit-Verhandlungen die Geschichte zu wiederholen. Zwar ist das Vereinigte Königreich zum 31. Januar 2020 formell aus der EU ausgetreten. Allerdings befindet es sich bis zum Ende des Jahres noch in einer Übergangsphase. Wird bis dahin keine Einigung über die zukünftigen Beziehungen ausgehandelt, droht der No-Deal-Brexit – ein Ausstieg ohne Handelsabkommen.

Im Herbst 2019 mündeten die Verhandlungen trotz oder gerade wegen des politischen Dramas am Ende doch in einer Einigung. Boris Johnson machte große Zugeständnisse in Bezug auf einen Sonderstatus für Nordirland, um einen möglichst großen Freiraum für den Rest Großbritanniens zu ermöglichen, wozu die frühere Premierministerin Theresa May nicht bereit gewesen war. Er verkaufte diese aber als diplomatischen Erfolg und gewann unter dem Motto »Get Brexit done« die britischen Parlamentswahlen. Nun hat Premierminister Boris Johnson die Grenze Nordirlands parallel zu den erneut stockenden Verhandlungen wieder auf die Tagesordnung gesetzt – mit seiner Gesetzesvorlage zum britischen Binnenmarkt. Diese soll der britischen Regierung ermöglichen, notfalls ihre Verpflichtungen aus dem Austrittsabkommen mit der EU zu brechen, indem der vereinbarte Sonderstatus für Nordirland ausgehebelt wird. In Westminster kündigen Parteigranden der Konservativen an, gegen den Gesetzesvorschlag der Regierung zu stimmen. Derweil droht Boris Johnson der EU, dass auch ein No-Deal-Brexit ein gutes Ergebnis für London sei.

Kein parlamentarisches Gegengewicht

Die politischen Rahmenbedingungen der aktuellen Brexit-Verhandlungen sind jedoch anders als in der ersten Runde. Die rechtliche Flexibilität der Austrittsverhandlungen gemäß Artikel 50 EU-Vertrag ermöglichte Brüssel und London den drohenden No-Deal-Brexit durch insgesamt drei Fristverlängerungen abzuwenden. Die zurzeit laufende Übergangsphase hätte gemäß Austrittsabkommen jedoch nur einmal verlängert werden können, mit einem Beschluss bis zum 1. Juli 2020. Diese Frist hat die britische Regierung bewusst verstreichen lassen, um den Druck auf die aktuellen Verhandlungen zu erhöhen – obwohl ein No-Deal-Brexit nunmehr eine auch durch die Corona-Pandemie massiv geschwächte britische Wirtschaft treffen würde. Ohne Einigung gibt es zum 1. Januar 2020 aber keine Alternative dazu.

Anders als im vergangenen Jahr gibt es kein parlamentarisches Gegengewicht mehr, das die Regierung Johnson einschränkt. Vor den Neuwahlen im Dezember 2019 hatte Johnson keine eigene Mehrheit, und eine fragile Koalition aus Labour, Liberaldemokraten und konservativen Rebellen zwang ihn zu einer Verlängerung, um den No-Deal-Brexit zu verhindern. Nun verfügen die Konservativen über eine deutliche Mehrheit von 364 zu 278 Abgeordneten. Im Zuge der parlamentarischen Machtkämpfe um den Brexit wurden fast alle moderaten Stimmen aus der konservativen Fraktion gedrängt. Während Theresa May noch laufend mit ihrem Kabinett über den richtigen Brexit-Kurs rang, hat Johnson alle seine Minister auf seine harte Linie verpflichtet. Zudem wurden führende britische Beamte von ihren Posten gedrängt; zuletzt trat etwa der Leiter des juristischen Diensts der Regierung aus Protest gegen den bewussten Bruch der Verpflichtungen aus dem Austrittsabkommen zurück. Schlüsselpositionen wurden mit überzeugten Brexit-Befürwortern besetzt. Die neue Generalstaatsanwältin und Brexit-Befürworterin Suella Braverman etwa verteidigte den anvisierten Bruch des Austrittsabkommen mit dem Verweis auf die Parlamentssouveränität, während ihre direkten Amtsvorgänger die Pläne der Regierung scharf kritisierten.

Johnson muss die Verantwortung übernehmen

Trotz Unmuts über den bewussten Bruch völkerrechtlicher Verpflichtungen auch bei einigen Konservativen: Aus dem Unterhaus oder der Regierung wird es keine ausreichend große konservative Rebellion gegen Johnson geben. Das Oberhaus, in dem die Regierung keine Mehrheit hat, könnte die kontroverse Binnenmarktgesetzgebung zwar noch stoppen oder zumindest verzögern, den No-Deal-Brexit aber nicht verhindern. Damit fehlt jegliche innenpolitische Korrektur, die die Regierung von ihrem harten Brexit-Kurs abbringen könnte. Johnson kann daher glaubwürdig mit dem No-Deal-Brexit drohen – oder ihn sogar mutwillig herbeiführen.

Die Kehrseite dieser Machtfülle ist, dass Johnson die alleinige Verantwortung für den Verlauf der Brexit-Verhandlungen übernehmen muss. Angesichts des im europäischen Vergleich bis dato schlechten Corona-Managements steht er innenpolitisch trotz der komfortablen Mehrheit bereits unter Druck. Bei einem No Deal müsste er einen zusätzlichen wirtschaftlichen Einbruch sowie steigenden Druck aus Schottland in Kauf nehmen, das die Unabhängigkeit anstrebt. Für eine Einigung mit der EU müsste er wiederum klare Zugeständnisse machen und diese seinen Hardlinern verkaufen – und das dürfte schwer werden. Denn seine scharfe Rhetorik hat dazu geführt, dass eine Kurskorrektur, wie die Rücknahme der kontroversen Klauseln aus der Binnenmarktgesetzgebung oder Kompromisse mit der EU in den Handelsverhandlungen, nunmehr als Niederlage der Regierung gelten würde.

Die EU muss geduldig sein

Noch ist unklar, ob die jüngsten Drohgebärden aus London primär Verhandlungstaktik oder rhetorische Vorbereitung für das »Blame Game« sind, also das Zuschieben von Verantwortung im Falle eines Scheiterns der Verhandlungen. Der EU fordert diese Verhandlungssituation wieder viel strategische Geduld ab. Trotz allen innenpolitischen Theaters in London liegt es weiterhin im europäischen Interesse, einen Handelsvertrag mit ihrem direkten Nachbarn Großbritannien auszuhandeln. Ein Abbruch der Verhandlungen seitens der EU würde zudem den Hardlinern in London in die Hände spielen, die die Union für einen No-Deal Brexit verantwortlich machen wollen. Gleichzeitig kann die EU nicht akzeptieren, dass ein bereits ausgehandelter und ratifizierter Vertrag gezielt gebrochen wird.

Sie sollte daher weiter gesprächsbereit sein, aber den Abschluss der Verhandlungen daran knüpfen, dass die Klauseln in der Binnenmarktgesetzgebung, die dem Austrittsabkommen zuwiderlaufen, aus der Gesetzesvorlage entfernt werden. In den nächsten Wochen wird es noch viel politisches Drama aus London geben. Die EU sollte sich davon nicht beirren lassen und bei ihrer klar kommunizierten Linie bleiben.

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Wichtiger Schritt für die menschenrechtliche und ökologische Ausrichtung der Weltwirtschaft

#2030Agenda.de - September 21, 2020 - 9:53pm

Im Juni 2014 erteilte der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen (UN) mit der Resolution 26/9 einer zwischenstaatlichen Arbeitsgruppe das Mandat, ein völkerrechtliches Abkommen zur menschenrechtlichen Regulierung von globalen Wirtschaftsaktivitäten zu erarbeiten. Ziel des Prozesses ist es, die im Zuge der Globalisierung entstandenen Rechtslücken beim Schutz von Menschenrechten in der Wirtschaft zu schließen. Bislang fanden in Genf fünf Verhandlungsrunden statt, bei denen Regierungen, Rechtsexpert*innen und Vertreter*innen der Zivilgesellschaft und Wirtschaft über die rechtliche Ausgestaltung des Abkommens debattierten. Auf Grundlage dieser Konsultationen hat die ecuadorianische Verhandlungsleitung im August 2020 einen überarbeiteten Abkommensentwurf veröffentlicht („Second Revised Draft“)1, der gegenüber Vorgängerversionen an Stringenz und Klarheit gewonnen hat. Der Entwurf bildet die Grundlage für substantielle Verhandlungen während der sechsten Sitzung der Arbeitsgruppe vom 26. bis 30. Oktober 2020.

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21. September 2020

ONE - September 21, 2020 - 1:27pm

1.Vor UN-Generalversammlung: ONE fordert Ende von Impf-Nationalismus

Vor der anstehenden UN-Generalversammlung fordert die Entwicklungsorganisation ONE eine gerechte Verteilung eines zukünftigen Corona-Impfstoffs, wie unter anderem das Handelsblatt, die Tagesschau, der Spiegel, die Welt und der Tagesspiegel berichten. Laut ONE dauere es durchschnittlich sieben Jahre, bis ein neues Medikament auch in Entwicklungsländern zur Verfügung stehe. Impf-Nationalismus sei wie ein Gift – und „das letzte, was wir gerade brauchen“, so ONEs Deutschland- Direktor Stephan Exo-Kreischer. Die Nichtregierungsorganisation fordert die Weltgemeinschaft auf, in die Covax-Initiative zu investieren. Zusammen mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) arbeiten die Gesundheitsorganisationen Gavi und Cepi daran, einen Impfstoff zu entwickeln und diesen auch Ländern des globalen Südens zur Verfügung zu stellen. Deutschland solle mit gutem Beispiel vorangehen und die Covax-Intiative finanziell unterstützen. Laut Deutschlandfunk  sollen mithilfe der Covax-Initiative Ende 2021 zwei Millliarden Impfdosen bereitgestellt werden. In einem ersten Schritt sollen weltweit in erster Linie medizinisches Personal und besonders vulnerable Gruppen Zugang zu einem neuen Impfstoff erhalten. Die USA hatten bereits erklärt, sich nicht an der internationalen Impf-Initiative zu beteiligen. Vier US-amerikanische Wissenschaftler*innen hätten zudem eine optimale Impfstoffverteilung modelliert. Im Falle einer geringeren Wirksamkeit solle man zuerst Menschen fortgeschrittenen Alters impfen, um die Sterblichkeitsrate zu minimieren. Sei die Wirksamkeit hingegen hoch, solle die jüngere Altergruppe bei der Impfung priorisiert werden, um die Verbreitung des Virus weitgehend einzudämmen. Deutsche Forscher*innen stehen diesen Empfehlungen kritisch gegenüber, da nicht davon auszugehen sei, dass alle Isolations-Maßnahmen bis dahin gelockert seien und das Modell für die USA nicht auf andere Länder übertragbar sei. Bei einem Impfschutz bei der Hälfte der Geimpften könne man die Überlastung des Gesundheitssystems bereits vermeiden. Betrage die Wirksamkeitsrate 70 Prozent, könne die Pandemie sogar gänzlich eingedämmt werden, so die US-Wissenschaftler*innen.

 

2.Russland entdeckt Afrika wieder

Wie Andrzej Rybak im Focus berichtet, reaktiviert Russland Beziehungen zu afrikanischen Ländern aus der Zeit der Sowjetunion. Zusätzlich zum (Wieder-)Aufbau von Handelsbeziehungen will sich der Kreml auch wirtschaftlich und geopolitisch stärker engagieren. Da die Sowjetunion in der Vergangenheit unter anderem den Unabhängigkeitskampf gegen die Kolonialmächte unterstützt habe, sei Russland in vielen afrikanischen Staaten noch immer ein gern gesehener Gast. Während Russland neben Ölprodukten und Chemikalien allem voran Waffen an afrikanische Staaten liefere, erhoffe sich Moskau mehr Einfluss. Eines der größten Projekte Russlands auf dem afrikanischen Kontinent sei das ägyptische Atomkraftwerk El Dabaa. 19 weitere afrikanische Staaten wollen diesem Beispiel folgen: Der russische Energiekonzern Rosatom habe mit diesen bereits Verträge über die Nutzung von Nuklearenergie unterzeichnet.

 

3.Westafrika: Regiert von alten Männern

Wie Katrin Gänsler in der Tageszeitung (taz) berichtet, halten sich alte Regierungsoberhäupter in Westafrika lange an der Macht. Ähnlich wie bei Alassane Ouattara, dem Präsident der Elfenbeinküste, habe auch in Guinea eine Verfassungsänderung eine dritte Amtszeit für Amtsinhaber Alpha Condé möglich gemacht. In Togo herrsche die Familie Eyadema-Gnassingbé bereits seit 1957. Nigerias ehemaliger Präsident Olusegun Obasanjo (83) schlägt daher eine Jugendquote vor, um jüngeren Menschen mehr Mitsprache in Entscheidungspositionen zu gewähren. Laut der Autorin sei trotz des Drucks der Zivilgesellschaft auf die politische Klasse eine grundlegende Systemänderung nötig.

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Wichtiger Schritt für die menschenrechtliche und ökologische Ausrichtung der Weltwirtschaft

Global Policy Forum - September 21, 2020 - 12:35pm

Stellungnahme der Treaty Alliance Deutschland zum zweiten überarbeiteten Entwurf für ein verbindliches UN-Abkommen zu Wirtschaft und Menschenrechten (»Second Revised Draft«)

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