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How can the G20 support innovative: mechanisms to mobilise financial resources for LDCs in a post-pandemic world?

DIE - December 26, 2022 - 2:05pm

Innovative financing for development can contribute to closing the financial gap by mobilising new funds for sustainable development and leveraging existing scarce public concessional resources (ODA). In addition to domestic resources and traditional external financial resources, innovative financing mechanisms can mobilise further financial resources for LDCs. In view of the LDCs’ enormous sustainable investment needs, mobilising private financial resources is both crucial and inescapable. Blended finance represents an important instrument to combine ODA with private finance, thereby leveraging scarce concessional public financial resources. The G20 should consider promoting the adoption and implementation of the OECD Blended Finance Principles in LICs to enhance blended finance in these countries. As many LDCs do not have sufficient institutional capacity. To adopt blended finance instruments the G20 should support LDC in developing institutional capacity to effectively implement blended finance tools and to lower risks associated with blended finance. An additional instrument to enhance external financial resources to LDCs is to allocate the recently approved new SDR allocation to LDCs exceeding LDCs quota. The G20 should take on a leading by example/frontrunner role and donate as well as lend a percentage of their allocations, discuss establishing a special purpose fund (i.e. a green or health fund), support allocating a large amount of SDRs to LDCs exceeding their quota and discuss proposals how to allocate them among LICs and discuss how these financial instruments can be used to ensure a sustainable and inclusive recovery from the covid-19 crisis. As the fragmented architecture of sustainable bond standards represent one main challenge in mobilising financial resources for attaining the SDGs by issuing sustainable bonds the G20 should discuss and promote harmonisation of sustainable bond standards. Moreover, the G20 countries should provide capacity building for LDCs for developing the sustainable bond market in these countries.

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Landtagsabgeordneter besucht Außenstelle Stuttgart

Engagement Global - August 15, 2022 - 4:29pm

Sebastian Cuny, Mitglied des Landtages Baden-Württemberg, besuchte während seiner Sommertour am 11. August die Außenstelle Stuttgart. Im Gespräch mit Gabriele Winkler, die die Außenstelle leitet, informierte er sich über die Angebote und Programme von Engagement Global. Cuny kam 2021 neu ins Landesparlament und wurde gleich entwicklungspolitischer Sprecher seiner Fraktion, der SPD. Als Abgeordneter vertritt Cuny die Wahlkreise Neckar und Bergstraße. Dort ist aktuell auch die Außenstelle Stuttgart mit Aktionen der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit aktiv.

Sebastian Cuny zeigte sich im Gespräch begeistert davon, wie die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung in der Erwachsenenbildung thematisiert werden. In seinem Wahlkreis will er schauen, in welchen Bildungseinrichtungen Bildung für nachhaltige Entwicklung verankert ist. Persönlich ist er der Meinung, dass man konkret und vor Ort ansetzen muss – und gar nicht früh genug beginnen kann. Denn bei seinem siebenjährigen Sohn erlebe er es täglich: Kinder tragen Themen in die Familien. Deshalb sei er überzeugt, dass Globales Lernen schon bei den Kleinen beginnen muss.

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Gewalt und Elend in Afghanistan: Friedensbewegung mahnt Hilfen für die Bevölkerung an

SID Blog - August 15, 2022 - 3:09pm
Nutzt gesperrtes afghanisches Staatsvermögen zur Linderung der katastrophalen Lage

Ein Jahr nachdem mit der Evakuierungsoperation des Auswärtigen Amtes vom 16.-26. August 2021 für Deutschland der Krieg am Hindukusch endete, ist die Situation in Afghanistan katastrophal. Der hungernden Bevölkerung muss dringend geholfen werden. Das eingefrorene afghanische Staatsvermögen (sieben Milliarden US-Dollar in den USA und drei Milliarden in Europa) muss für humanitäre Zwecke freigegeben werden. Außerdem fordern wir die Aufarbeitung der Rolle Deutschlands im Krieg gegen Afghanistan durch die vom Bundestag am 8. Juli 2022 eingesetzte Enquete-Kommission.

Die Bilanz des Nato-Krieges, an dem Deutschland 20 Jahre lang beteiligt war, ist für die Menschen und für Werte wie Demokratie und Freiheit verheerend. Neben Hunderttausenden von Toten und Kriegsversehrten sind die Folgen der Militärintervention mehr Armut und mehr Flüchtlinge sowie eine Hungersnot. 95 Prozent der schätzungsweise 39 Millionen Einwohner:innen Afghanistans haben laut UNO nicht genug zu essen. Mit einem Bruttosozialprodukt von 469 US-Dollar pro Kopf im Jahr 2021 gehört das Land nach wie vor zu den ärmsten Ländern der Erde. Die Flüchtlingszahlen haben sich zwischen 2015 und 2021 auf 2,8 Millionen verdoppelt. Die Sicherheitslage bleibt besorgniserregend.

Schon vor der Machtübernahme durch die Taliban waren Frauen und Mädchen in Afghanistan geschlechtsspezifischer Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt, berichtet Amnesty International. Zwischen Januar und Juni 2021 registrierte das afghanische Ministerium für Frauenangelegenheiten 1.518 Fälle von Gewalt gegen Frauen, darunter 33 Morde. Außerdem: Schläge, Belästigung, Zwangsprostitution, Verweigerung von Unterhaltszahlungen sowie Zwangs- und Frühverheiratungen.

Die vom Bundestag am 8. Juli 2022 eingesetzte Enquete-Kommission „Lehren aus Afghanistan für das künftige vernetzte Engagement Deutschlands" muss folgende Themen abarbeiten:
• die völkerrechtlichen Verstöße der militärischen Interventionen in Afghanistan und in benachbarten Staaten aufklären,
• die von deutscher Seite verfolgten Ziele, deren Begründungen und die verfolgten Interessen klären,
• die humanitären Folgen des NATO-Einsatzes, die Zahl der direkt durch Kriegshandlungen getöteten oder verwundeten Menschen, ggf. auch Hinweise auf die Täter erfassen,
• die von Deutschland aufgebrachten finanziellen und materiellen Mittel für den Afghanistaneinsatz und damit zusammenhängende weitere Einsätze dokumentieren.

Sie muss die Frage beantworten, ob die Aussage des Bundesverteidigungsministeriums „es ging um Freiheit, Demokratie und Menschenrechte… Zwei Jahrzehnte kämpfte die NATO für die Zukunft des Landes" tatsächlich haltbar ist.
Was im Einzelnen untersucht werden soll, finden Sie im Anhang aufgelistet.

Schon jetzt müssen wir feststellen: Militärinterventionen dürfen kein Mittel deutscher Außenpolitik sein. Sie werden uns als vermeintlich schnelle Lösung präsentiert, um Ruhe und Sicherheit in einem fremden Land herzustellen – bringen aber wie im Fall Afghanistans vor allem Gewalt und Elend über die dortige Zivilbevölkerung.

Kooperation für den Frieden; Bundesausschuss Friedensratschlag; Attac-Arbeitsgruppe Globalisierung und Krieg; pax christi Diözesanverband Rottenburg-Stuttgart

Angaben zu Quellen:
https://unric.org/de/afghanistan21072022/
UndataApp zu Afghanistan
https://unama.unmissions.org/sites/default/files/sg_report_on_afghanistan_june_2021.pdf
https://www.amnesty.de/informieren/amnesty-report/afghanistan-2021#section-23289082
https://www.bundeswehr.de/de/aktuelles/schwerpunkte/abzug-afghanistan

Anlage

Forderungen zur Einrichtung einer Enquete Kommission
zum Afghanistan-Krieg (2001 bis 2021)


Der zwanzigjährige „Krieg gegen den Terror" wütete schlimmer als der Terror von 9/11 selbst, forderte hohe Opferzahlen und stärkte nicht nur in Afghanistan dschihadistische Gruppen. Die aus Friedensforschung und -bewegung vorgetragenen Vorschläge, auf die mörderischen Ereignisse des September 2001 mit internationalen juristischen, zivilen und polizeilichen Maßnahmen zu reagieren, wurden ignoriert. Eine gerichtliche Aufarbeitung des Anschlags fand nie statt, sowenig wie eine offizielle völker- und menschenrechtliche Untersuchung des Krieges.
Die schrecklichen Leiden der afghanischen Bevölkerung in den letzten 40 Jahren mahnen die deutsche und die internationale Öffentlichkeit, kein zweites Afghanistan mehr zuzulassen! Wir begrüßen deshalb die Einrichtung einer Enquete-Kommission „Bilanz 20 Jahre zivil-militärische Intervention in Afghanistan" und haben für sie folgende Forderungen und Vorschläge.

Die Kommission untersucht und bilanziert mit unabhängiger wissenschaftlicher Unterstützung und unter Beteiligung zivilgesellschaftlicher Vertreter*innen (u.a.)
1. die völkerrechtlichen Aspekte der militärischen Interventionen in Afghanistan und benachbarten Staaten.
2. die Interessen und Ziele der jeweiligen US-Regierungen und die der anderen, am NATO-Einsatz beteiligten, Staaten.
3. die von deutscher Seite verfolgten Ziele, deren Begründungen und die dahinter liegenden Interessen.
4. die humanitären Kosten des NATO-Einsatzes, die Zahl der direkt durch Kriegshandlungen getöteten oder verwundeten Menschen, etwa mittels repräsentativer Umfragen in Afghanistan und unter Flüchtlingen außerhalb, die ggf. auch Hinweise auf die Täter erfassen.
5. Vorwürfe der Einflussnahme auf die UN-Mission durch beteiligte Regierungen und Streitkräfte, Angaben über zivile Opfer niedrig zu halten und potentielle Menschenrechtsverletzungen zu verharmlosen.
6. die Konsequenzen für eine demokratische Mitbestimmung aus der Diskrepanz zwischen politisch-parlamentarischen Entscheidungen für den fortgesetzten militärischen Auslandseinsatz und einer wachsenden Mehrheit der Bevölkerung, die ihn ablehnte.
7. die von Deutschland aufgebrachten finanziellen und materiellen Mittel für den Afghanistaneinsatz und damit zusammenhängende weitere Einsätze.
8. den Umfang, die Bedingungen und Kosten des Gesundheitssystems für verletzte oder traumatisierte Soldat*innen nach ihren Einsätzen in Afghanistan.
9. Möglichkeiten und Grenzen zivil-militärischer Zusammenarbeit am Beispiel des Afghanistan-Einsatzes.
10. die durch die zivil-militärischen Interventionen gewollt oder ungewollt erreichten sozialen, politischen und materiellen Veränderungen in Afghanistan und deren Nachhaltigkeit.
11. Verstöße deutscher Soldat*innen gegen Menschenrechte im Rahmen der Einsätze, inklusive des KSK.
12. den Zusammenhang zwischen der Entwicklung der Zahl von Opfern und Einsatzregeln der NATO-Streitkräfte. Aufzuklären ist inwieweit deutsche Stellen ggf. Kenntnis über Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht durch Verbündete hatten und die Bundesregierung durch Bereitstellung nachrichtendienstlicher Informationen an Verbündete, Beihilfe dabei [bei möglichen Kriegsverbrechen] leistete.
13. die Rolle von US-amerikanischen Militäreinrichtungen und Kommandozentralen, insbesondere in Ramstein, bei den Drohnenkriegen und deren Opfern.
14. die Mitverantwortung der Bundesregierung für die Behandlung/Folter von Häftlingen in Guantanamo.

Die Enquete Kommission entwickelt
1. Vorschläge zur politischen Aufarbeitung der vorgefallenen Verletzungen von Völker- und Menschenrechten und für deren zukünftiger Vermeidung und Wiedergutmachung.
2. ein Konzept der Reparationsleistungen für das Land zur Vorlage für den Bundestag.
3. im Laufe des Enquete-Prozesses gewonnene Kenntnisse über Zeitpunkte und Möglichkeiten für diplomatische und zivile Alternativen der Konfliktlösung zu den militärischen Einsätzen.

Global Governance

DIE - August 15, 2022 - 2:36pm

This chapter assesses the political impact of the Sustainable Development Goals on global governance. We start by discussing the range of expectations for global governance arrangements, considering the stated objectives of the goals. We then assess the early performance of governance arrangements in terms of shifts in policy and practice against these expectations. Our research shows the impact of the Sustainable Development Goals is largely discursive, with limited transformative outcomes on governance practices. The High-level Political Forum, created to assess global progress towards the implementation of the goals, has failed to provide political leadership and promote coherence across the United Nations system. Our research also shows that the Sustainable Development Goals initiated peer-learning among governments and other actors, yet with limited evidence that this has led to structural transformation towards sustainability. As certain ambitions of the Global Goals have been part of ongoing debates in global governance, our review finally highlights that observable changes often reflect long-term reform trajectories that are not causally linked to the launch of the goals.

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USA an der Spitze des aktuellen Financial Secrecy Index

E+Z - August 15, 2022 - 2:15pm
Laut Tax Justice Network bremsen G7-Mitglieder Fortschritt in Richtung Finanztransparenz

Das in Britannien ansässige Tax Justice Network (TJN) urteilt, G7-Nationen trügen dazu bei, dass russische Oligarchen ihren Reichtum verbergen könnten. In einer Zeit, in der sie Russlands Angriff auf die Ukraine mit wirksamen Sanktionen ahnen wollten, sollten sie einen strengen Blick auf sich selbst werfen, urteilt TJN-Geschäftsführer Alex Cobham. Intransparente Finanzverhältnisse ermöglichen grundsätzlich Steuerhinterziehung, Korruption, Geldwäsche und fragwürdige Transaktionen. Sie machen auch wirksame Sanktionen schwieriger.

Anhand von 20 Indikatoren bewertet das TJN, inwiefern ein Land Intransparenz ermöglicht. Zu den Kriterien gehören Gesetze über Bankgeheimnisse, die Qualität von Firmenregistern und die Bereitschaft zur internationalen Kooperation bei steuerrelevanten Informationen. Je mehr Lücken ein nationales Finanzsystem hat, desto mehr bietet dieses Land im FSI-Sprachgebrauch „Geheimnisdienstleistungen“ an.

Dank Reformen in verschiedenen Ländern und verstärkter grenzüberschreitender Zusammenarbeit wächst die Transparenz laut TJN insgesamt. Fünf G7-Mitglieder bremsten die Entwicklung aber. Wegen der USA, Britannien, Deutschland, Italien und Japan sei der internationale Fortschritt nur halb so schnell, wie er sonst wäre, urteilte Cobham im Mai. Dem aktuellen FSI zufolge sind die zwölf wichtigsten Sünder:

  • USA
  • Schweiz
  • Singapur
  • Hongkong
  • Luxemburg
  • Japan
  • Deutschland
  • Vereinigte Arabische Emirate
  • Britische Jungferninseln
  • Guernsey
  • China
  • Niederlande

Britannien folgt auf Rang 13 hinter zwei abhängigen Territorien (Jungferninseln und Guernsey). Die jeweiligen Staaten ermöglichen Intransparenz auf verschiedene Weisen, das TJN erkennt aber Muster. Wenn Firmen Transaktionen vornehmen können, ohne ihre Eigentümer zu nennen, hilft das Mafiaorganisation oder korrupten Politikern, Schwarzgeld zu waschen. Immobilienanlagen dienen oft dazu, Vermögen zu verbergen, besonders wenn anonyme Firmen involviert sind. Wo Whistleblower in Finanzinstitutionen bestraft werden, werden Finanzgeheimnisse seltener gelüftet. Lasche Strafverfolgung ist ein weiteres Problem. Deutschland wirft das TJN ausdrücklich vor, neue Transparenzregeln ohne Nachdruck umzusetzen.

Das FSI wird alle zwei Jahre erstellt. Diesmal wurden 141 Territorien untersucht. Der Index bewertet auch, wie wichtig sie jeweils für die Weltwirtschaft sind. Spitzenreiter agieren also nicht unbedingt am intransparentesten, aber ihre internationale Bedeutung wird für besonders groß gehalten.

Methodisches Problem

Die Methode, nach der der FSI ermittelt wird, ist kompliziert. Das gilt selbstverständlich für alle Indizes, die mehrere Aspekte eines Phänomens erfassen sollen. Es lässt sich immer darüber streiten, was wie stark gewertet werden soll, sodass Indizes grundsätzlich nie so objektiv sind, wie ihre klaren Zahlen erscheinen. Intransparenz ist allerdings besonders schwer zu messen, da Geheimnisse per Definition unbekannt sind. Folglich gibt es kaum unmittelbare Daten. Auch raffinierte mathematische Modelle geben nur Hinweise auf die Realität, offenbaren sie aber nicht.

Intransparenz hat jedoch große internationale Relevanz, weil sie Superreichen ermöglicht, staatlichen Regeln zu entkommen (siehe Hans Dembowski auf www.dandc.eu). Das TJN spricht sich für die Einrichtung eines internationalen Anlageregisters aus, das alle Menschen mit einem Privatvermögen von mehr als 10 Millionen Dollar erfassen sollte. Als vermutlich profiliertesten Politiker, der dies unterstützt, nennt das TJN Mario Draghi, den italienischen Premierminister und früheren Präsidenten der europäischen Zentralbank. Prominente Ökonomen wie Joseph Stiglitz, Thomas Piketty und Gabriel Zucman seien ebenfalls mit an Bord.

Link
Tax Justice Network, 2022, Pressemitteilung
https://taxjustice.net/press/us-tops-financial-secrecy-ranking-as-g7-countries-upend-global-progress-on-transparency/

Chimezie Anajama hat diesen Beitrag als Praktikantin bei E+Z/D+C geschrieben.
vivienchime@gmail.com
Twitter: @mschimezie

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Mädchen in Afghanistan: „Es ist unser Recht, in die Schule zu gehen!“

Unicef - August 15, 2022 - 2:00pm
Ein Jahr nach dem Machtwechsel in Afghanistan hat sich die zuvor schon dramatische Situation der Kinder in Afghanistan weiter verschlechtert, insbesondere für Mädchen. Vielen von ihnen bleibt der Zugang zu Bildung verwehrt. Was das für sie bedeutet, erzählen drei Mädchen in unserem Blog.
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Zeit für Nachhaltigkeit

Engagement Global Presse - August 15, 2022 - 11:48am

Am Samstag, 3. September 2022, lädt Engagement Global zum 7. NachhaltigkeitsCamp Bonn ein. Im BaseCamp in Bonn tauschen sich an diesem Tag Nachhaltigkeitsinteressierte und alle, die neugierig sind, über Themen wie nachhaltigen Konsum, Urban Gardening oder Minimalismus aus.

Der Austausch findet in Sessions statt, die am Veranstaltungstag von den Teilnehmenden selbst angeboten und über einen gemeinsam erstellten Zeitplan organisiert werden. Wissenstransfer und Vernetzung stehen dabei im Vordergrund. Aber auch außerhalb der Sessions gibt es Raum, sich kennenzulernen und über nachhaltige Ideen zu sprechen. Zum Beispiel beim veganen Mittagsbuffet oder bei regionalen und saisonalen Snacks am Nachmittag. Wer mehr über den Caterer und seine Liebe zu fairem Essen erfahren möchte, findet auf dem Blog ein Interview mit Henrik Röminger von Hofliebe Organic Food.

Kinderbetreuung

Erstmals bietet das NachhaltigkeitsCamp Bonn in diesem Jahr eine professionelle Kinderbetreuung an. Sie richtet sich mit einem Mix aus Spiel und Kreativprojekten an Kinder zwischen 3 und 13 Jahren und wird an das Alter der angemeldeten Kinder angepasst. Auch hier hat alles einen Bezug zum Thema Nachhaltigkeit. Das Kinderprogramm ist mit keinen zusätzlichen Kosten verbunden. Um den Kindern einen Platz zu sichern, sollte die Anmeldung beim Ticketkauf bis zum 22. August 2022 erfolgen.

Informationen zur Teilnahme

Das NachhaltigkeitsCamp Bonn findet am Samstag, 3. September 2022, im BaseCamp in Bonn statt. Veranstaltungsbeginn ist um 10 Uhr, Einlass ab 9:30 Uhr. Die Veranstaltung endet gegen 17:30 Uhr.

Der Ticketverkauf erfolgt ausschließlich online. Der Eintritt kostet 20 Euro, beinhaltet veganes Mittagessen und Snacks sowie warme Getränke.

Das Hygienekonzept wird sich nach der zu dem Zeitpunkt der Veranstaltung geltenden Verordnung richten. Auf der Website des NachhaltigkeitsCamps Bonn wird rechtzeitig über die geltenden Regeln informiert.

Weitere Informationen

Zum Ticketverkauf

Zum Interview mit Henrik Röminger

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How to Build a Geodesic Dome in Your Community? – Join our Gläserne Werkstatt Workshop on 23-25 September 2022!

SCP-Centre - August 15, 2022 - 10:50am

A geodesic dome is not simply an amazing geometric structure made of triangles that together form a dome. In fact, the support-free space that the dome provides can be used in countless creative ways. This is why in urban areas geodesic domes are being used more and more as greenhouses, mediation spaces, or meeting rooms for community gatherings. As part of our Gläserne Werkstatt project and together with different local actors, we will host a how-to-build-a-geodesic-dome workshop on 23-25 September 2022 in Solingen, Germany. The goal is not only to create a geodesic dome as a space that citizens of Solingen can use in the future but also to teach and empower the workshop participants to recreate geodesic dome in other places.

As a place for quality and sustainability in the Bergische Städtedreieck, the “Gläserne Werkstatt” also stands for innovative thinking, new products, and networking.

The workshop is particularly aimed at people who would like to recreate a geodesic dome, for example in schools, in an urban gardening project or in community gardens. Most of the steps do not require any previous craft knowledge, so the participants can easily learn how to use a handsaw and a screwdriver during the construction. Individual construction stages are somewhat more complex, therefore basic technical knowledge and experience in woodworking are required for independent reconstruction.

Are you interested in getting to know and help to build a structure that can be used in many interesting ways? Register now! Participation is free of charge, but there is a limited number of available spots.

Event: Let’s Build a Geodesic Dome Workshop
Date: 23 – 25 September 2022
Place: Gläserne Werkstatt, Hauptstr. 61-63 (pedestrian zone), 42651 Solingen
Language: German
Cost: Free of charge

For additional information and to register, please go here.

The Gläserne Werkstatt is a joint initiative of the city of Solingen, the Wirtschaftsförderung (Economic Development Agency), the Handelsverband Nordrhein-Westfalen e.V. (Trade Association NRW), the Forum für Soziale Innovationen (Forum for Social Innovation) and the CSCP.

The project „Urbane Produktion im Bergischen Städtedreieck – Wettbewerbsfähigkeit, Innovation, Quartiersentwicklung /Die Gläserne Werkstatt in Solingen – Produzieren, Partizipieren und Profitieren im Bergischen Städtedreieck” (“Urban Production in the Bergisches Städtedreieck – Competitiveness, Innovation and City Quarter Development”/Gläserne Werkstatt in Solingen – Producing, Participating, Profiting”) is funded by the European Regional Development Fund (ERDF) and the State of North Rhine-Westphalia (NRW).

For further questions, please contact Jennifer Wiegard.

 

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Druck von Rechts – Wie begegnen wir Rechtspopulismus und autoritären Einstellungen im Globalen Lernen?

VENRO - August 15, 2022 - 10:43am

Globales Lernen setzt sich dafür ein, globale Verantwortung und Gerechtigkeit, Toleranz und internationale Zusammenarbeit zu vermitteln. Diese Werte werden von rechts immer wieder in Frage gestellt. In einem Fachaustausch haben wir über Lösungsansätze diskutiert.

Rechtspopulistische bis -extreme, autoritäre und rassistische Einstellungen sind in unserer Gesellschaft konstant verhaftet. Rechtspopulist_innen versuchen, rassistische und nationalistische Denkweisen zu normalisieren. Sie greifen die Grundsätze einer offenen und inklusiven Gesellschaft an und machen sich für eine Politik der Abschottung stark. Wo sie an der Macht sind, zeichnet sich ihre Politik durch den Rückzug aus internationalen Abkommen, durch die Leugnung des Klimawandels, durch aggressives Vorgehen gegen Migration und Minderheiten aus. Rechte von LSBTIQ* (lesbisch, schwul, bisexuell, trans*, inter* und queer) werden eingeschränkt und Frauenrechte zurückgenommen. Prinzipien einer partnerschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit zwischen Globalem Norden und Süden werden in Frage gestellt.

Rechtspopulistische Tendenzen in unserer Gesellschaft machen auch vor der Realität entwicklungspolitischer Bildungsakteur_innen keinen Halt. Globales Lernen setzt sich dafür ein, Werte wie globale Verantwortung und Gerechtigkeit, Toleranz und internationale Zusammenarbeit zu vermitteln. Rechtspopulistische, autoritäre und rassistische Einstellungen widersprechen diesen Werten eindeutig. Globale Gerechtigkeit und Verantwortung sind Themen des Globalen Lernens, die von rechts immer wieder in Frage gestellt werden. Sei es durch verbale oder physische Angriffe, politische Infragestellung der Bildungsarbeit oder Ablehnung von Bildungsangeboten durch Lehrkräfte und/oder Schüler_innen – das politische Klima im Land hat Auswirkungen auf die Arbeitsrealität von Bildungsakteur_innen. Welche Bedeutung rechtspopulistische, autoritäre und rassistische Einstellungen für die entwicklungspolitische Bildungslandschaft spielen, ist allerdings bisher nur durch einzelne Erfahrungsberichte erfasst.

VENRO veranstaltete am 23. Juni 2022 den Fachaustausch „Druck von Rechts – Wie begegnen wir Rechtspopulismus und autoritären Einstellungen im Globalen Lernen?“. Im Berlin Global Village diskutierten Bildungspraktiker_innen und Multiplikator_innen, welche Herausforderungen ihnen in ihrer Arbeit konkret begegnen und welche Erwartungen es an Politik, Förderprogramme und Dachverbände gibt, sie im Umgang mit diesen Herausforderungen zu unterstützen.

Drei exemplarische Herausforderungen aus der Praxis

Impulsgebend für den Austausch waren die Referent_innen Matthias Laurisch (NABU), Lisa Bendiek (Kulturbüro Sachsen e.V.) und Shavu Nsenga (Migrafrica). Matthias Laurisch stellte in seinem Input die Einflussnahme und Aktivitäten durch rechtspopulistische, rechtsextreme und autoritäre Personen im Naturschutz auf Grundlage der vom NABU in Auftrag gegebenen Studie „Rechte Aktivitäten im Naturschutz“ vor. Hintergrund der Studie ist, dass sich Rechte gezielt Argumentationsmuster aus dem Naturschutz aneignen, um diese ideologisch zu unterwandern. So werden z.B. Debatten um Neophyten (verdrängende Arten) oder Windkrafträder (Artenschutz gegen Klimaschutz) zu Einfallstoren rechter Ideologien. Der NABU beschäftigt sich in seiner Arbeit als Dachverband aktuell mit möglichen Gegenstrategien.

Lisa Bendiek stellte die Erkenntnisse der Studie „Junge Menschen mit Migrationsvordergrund und diskriminierungskritische Perspektiven auf Jugendliche in Sachsen“ vor. Ein Schluss aus der Studie ist, dass die Fokussierung auf die Täter_innen rechter Gewalt in der pädagogischen und förderrechtlichen Praxis zu einer Missachtung der Bedürfnisse marginalisierter Gruppen geführt habe. Diese Versäumnisse gilt es heute aufzuholen. Rassismuskritik müsse Praxis jeder Art von Bildungsarbeit werden, konstatierte die Referentin. Ein Vorschlag für die Umsetzung ist die Einführung von Schutz- und Fürsorge Konzepten für BIPOC (Black, Indigenous, People of Color) und FLINTA* (steht für Frauen, Lesben, intersexuelle, nicht-binäre, trans und agender) Personen. Lisa Bendiek verwies dabei auf die institutionelle Integration von rassismuskritischer Fürsorge von Katja Kinder und Peggy Piesche. Konkrete Handlungsempfehlungen für die Einrichtung sicherer Räume für Pädagog_innen of Color sind z.B die Gewährleistung sicherer Arbeitswege, Bereitstellung von Reflexionsräumen und rassismuskritische Weiterbildungen für weiße Kolleg_innen.

Shavu Nsenga berichtete in ihrem Vortrag „Rechtpopulismus und antirassistische Bildungspraxis – ein Erfahrungsbericht“ von den Widerständen, die in der antirassistischen Bildungsarbeit oft bei den Teilnehmenden auftreten, weil sie nicht mit Rechten in Verbindung gebracht werden möchten. Sie bekräftigte, dass Rassismus kein alleiniges Problem von rechts sei, sondern als Machtsystem in unserer Gesellschaft verankert ist und alle betreffe. Um dem zu begegnen, forderte sie machtkritische Veränderungen in der praktischen Bildungsarbeit und in den Förderstrukturen.

Macht- und Rassimuskritik müssen Bestandteil der Bildungsarbeit im Globalen Lernen werden

Die Impulse der Referent_innen wurden anschließend in Diskussionsrunden von den Teilnehmenden aufgegriffen und auf das Globale Lernen übertragen. Dabei wurden sowohl Herausforderungen in der Bildungspraxis als auch auf Ebene der Fördermöglichkeiten thematisiert. Als großes Problem wurde das fehlende Bewusstsein für die Relevanz der Thematiken beschrieben. Macht- und Rassimuskritik müssten als grundlegende Qualitätsmerkmale des Globalen Lernens anerkannt werden. Dafür müssen Bildungsträger_innen zur Unterstützung ihrer Bildner_innen Fortbildungen und Qualifizierungsmaßnahmen anbieten. Gleichzeitig muss aber auch eine Fördergrundlage für die zivilgesellschaftlichen Träger_innen gewährleistet sein und zum Beispiel in die Ausgestaltung des Förderprogramms entwicklungspolitische Bildungsarbeit des BMZ aufgenommen werden.

VENRO wird die im Austausch gesammelten Herausforderungen und Handlungsansätze auch in Zukunft weiter begleiten und sich dafür einsetzen, dass macht- und rassismuskritische Praktiken themenübergreifend Bestandteil der Bildungsarbeit im Globalen Lernen und der Bildung für nachhaltige Entwicklung werden.

Meinung: Eine Kindheit für die Kinder in Afghanistan!

Unicef - August 15, 2022 - 10:00am
365 Tage nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan muss der Jahrestag den Blick auf die große Not der Afghaninnen und Afghanen lenken. Die Kinder zahlen den höchsten Preis. Sie dürfen nicht im Stich gelassen werden. Ein Kommentar von Christian Schneider, Geschäftsführer bei UNICEF Deutschland.
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EIBA – Eine KI unterstützt bei der Kreislaufwirtschaft

reset - August 15, 2022 - 8:41am

Geschlossene Produktkreisläufe, das Ideal einer kompletten Kreislaufwirtschaft, können nur erreicht werden, wenn in der Produktion schon an das Danach gedacht wird. Das heißt vor allem, Produkte von Anfang an so zu gestalten, dass sich ihre Komponenten wiederverwerten lassen bzw. Ausgangspunkt für neue Produkte werden.

Bis auf wenige Ausnahmen sind wir davon allerdings noch meilenweit entfernt. Unsere alles andere als kreislaufförmige Industrie ist für rund ein Viertel aller CO2-Emissionen in Deutschland verantwortlich. Durch höhere Wiederverwendungsquoten ließe sich diese Bilanz allerdings erheblich verbessern. Die Idee dahinter ist, das Recycling von Produkten so lange wie möglich hinauszuzögern. Das stoffliche Recycling von Ausgedientem ist heute zwar der Standard, aber in vielen Fällen nicht die beste Art der Wiederverwendung, da hier erst beim Abfall angesetzt wird und die aufwändig hergestellten Produkte komplett zerstört werden. Den Produkten ein längeres Leben zu geben erhält dagegen deutlich länger ihren Wert als das direkte Recycling.

Ob ein Produkt recycelt oder wiederaufbereitet werden kann oder entsorgt werden muss, darüber entscheidet die Art und der konkrete Zustand. Dazu gilt es zu klären, woraus ein Produkt besteht und was davon noch brauchbar ist. Unterstützung bei der Identifizierung von Produkten kommt nun von einer künstlichen Intelligenz (KI), die im Projekt „EIBA“ entwickelt wird. Die KI-unterstütze Sammlung und Identifizierung von Altprodukten soll dabei den Übergang in eine Kreislaufwirtschaft erleichtern.

Altteil-Identifizierung per App

Im Projekt EIBA, das Circular Economy Solutions (C-Eco) zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik, der Technische Universität Berlin (Institute IWF und SE) und acatech (Deutsche Akademie der Technikwissenschaften) entwickelt, wird auf ein Vier-Augen-Prinzip von Mensch und Maschine gesetzt. Sensorisch erfasste Daten und weitere Informationen werden mithilfe künstlicher Intelligenz ausgewertet und zu einer Entscheidungsempfehlung formuliert. Damit soll die Fehlerquote bei der Identifikation reduziert und der Prozess beschleunigt werden. Eine kontinuierliche Erweiterung der Daten soll zudem eine Anpassung an neue Produkte und Anforderungen ermöglichen.

Damit geht das Projekt EIBA neue Wege. „Es gibt verschiedene Ansätze in Forschung und Industrie, um ähnliche Systeme zu entwickeln, im produktiven Einsatz ist mir keins bekannt. Oft wird dabei versucht, bestehende Algorithmen und Lösungen wie zum Beispiel OCR-Systeme zum Ablesen von schriftlichen Kennzeichnungen, Gesichtserkennungssysteme oder 3D-Scans für den speziellen Anwendungsfall „Altteil“ zu nutzen. Dabei wird aber oft nicht berücksichtigt, dass bei Altteilen nach einer Nutzungsphase nicht mehr alle Eigenschaften eines Objekts vergleichbar mit denen des Neuteils sind. Oberflächen sind verschmutzt, verrostet oder anders lackiert. Kennzeichnungen fehlen oder sind nicht mehr lesbar. Auch die Geometrie kann sich verändern, wenn beispielsweise Komponenten fehlen oder mechanische Beschädigungen vorliegen“, berichtet Markus Wagner, Projektleiter bei Circular Economy Solutions GmbH (C-ECO). Daher wird im Projekt EIBA bewusst auf mehrere unterschiedliche Datenquellen gesetzt, unter anderem die Objekterkennung über Bilder und technische Eigenschaften der Teile und Geschäftsprozessdaten wie historisches Rücklieferverhalten. Doch ganz allein soll die KI im Projekt EIBA nicht agieren. Vielmehr sollen Mensch und Maschine eng zusammenarbeiten.

EIBA

Das Projekt „EIBA“ wird im Rahmen der Fördermaßnahme „Ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft – Innovative Produktkreisläufe (ReziProK)“ vom BMBF gefördert. Aktuell richtet sich die KI vor allem an produzierende Unternehmen und Händler aus dem Automotive Aftermarket und das System wird auf gebrauchte Fahrzeugaltteile trainiert.

Gleichzeitig wurden im Rahmen des Projekts auch Herausforderungen in anderen Branchen wie der elektrotechnischen Industrie, Maschinenbau und Textilindustrie berücksichtigt. „Über den Projektrahmen hinaus möchten wir die EIBA-Technologie, die heute im industriellen Kontext mit speziellen Arbeitsplätzen und Sensorik-Hardware eingesetzt wird, in einem nächsten Schritt auf Mobilgeräte bringen, so dass die Anwendung auch für kleine Unternehmen und Werkstätten oder Privatpersonen ohne spezielle Hardware ermöglicht wird“, berichtet Wagner.

Remanufacturing anstatt Neuproduktion bringt ökologische Vorteile

Doch wer sich schon einmal mit KI beschäftigt hat, weiß um deren hohen Energiebedarf, speziell im Anlernprozess, aber auch in der Nutzungphase. Im Projekt EIBA ist man sich dessen bewusst und bezieht daher unter anderem auch die zusätzlichen Umweltlasten, die durch den Einsatz von Maschinen entstehen, mit ein. Dazu untersuchte das Projekt-Team, wieviel Energie die eingesetzte KI für eine verbesserte Altteil-Erkennungsleistung im Verhältnis zu den eingesparten Emissionen für mehr „Remanufacturing anstatt Neuproduktion“ verbraucht. „Die Ergebnisse werden demnächst als wissenschaftliche Publikation veröffentlicht. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass in Bezug auf diese Gegenüberstellung der KI-Einsatz höchst vorteilhaft wäre. Gelingt es beispielsweise nur in meinem Unternehmen für die Produktgruppe „Fahrzeug-Anlasser“ 0,02 Prozent mehr Altteile für das Remanufacturing verfügbar zu machen, so hat sich damit sich der KI-Einsatz schon gelohnt – und wir haben ca. 30 verschiedene Produktgruppen und sind nicht das einzige Unternehmen am Markt, welches Fahrzeugaltteile zurückführt“, berichtet Wagner. „Natürlich gibt es noch weitere Einflüsse auf die Umweltwirkung, positive wie negative, deren Einfluss jedoch noch weiter untersucht werden muss“.

Das 1,5-Grad-Ziel ist ohne eine echte Transformation unseres Energiesystems unerreichbar. Aber wie kann sie gelingen? Was sind die Energiequellen der Zukunft? Welche digitalen Lösungen stehen bereit und wo sind Innovationen gefragt? Und wie kann die Transformation vorangetrieben werden?

Das RESET-Greenbook „Energiewende- Die Zukunft ist vernetzt“ stellt digitale, innovative Lösungen vor und beleuchtet die Hintergründe.

Aber wie groß sind die durch eine Effizienzsteigerung gewonnenen Umweltentlastungen tatsächlich? „Die Einsparungen beim Remanufacturing von Fahrzeugteilen gegenüber Neuproduktion bezogen auf Material, Energie und CO2-Emmissionen sind produktspezifisch sehr unterschiedlich, aber Untersuchungen aus Forschung und Industrie zeigen, dass Werte im Bereich von 50 bis 80 Prozent Verbesserung durchaus realistisch sind. Das ist schon erheblich“, sagt Wagner.

Mit diesen Einsparungen ließen sich die CO2-Emissionen in der Industrie 4.0 auf jeden Fall deutlich reduzieren. Und die Altteil-Identifikation mittels KI lässt sich durchaus auch auf viele andere Branchen ausweiten. Das zeigt auch das Startup Recycleye, das eine Mülltrennungstechnologie mithilfe von Robotern und Bilderkennung entwickelt hat. Allerdings gilt es noch einige Hürden zu überwinden. So sind für die Entwicklung und Anwendung von KI-Systemen große Datenbestände nötig. Diese zu gewinnen kann sehr aufwendig und teuer sein. „Bei EIBA haben wir deshalb den Weg gewählt, diese Daten bei C-ECO im laufenden Prozess zu erheben. Durch die mit der COVID-Pandemie verbundenen Reise- und Kontaktbeschränkungen hatten wir jedoch Schwierigkeiten, die Nutzer vor Ort im Umgang mit der Sensorik und dem angepassten Arbeitsprozess zu schulen und zu betreuen. Die Datenaufnahme wurde gegenüber dem bekannten Arbeitsprozess teilweise als behindernd wahrgenommen und entsprechend wenig enthusiastisch verfolgt. Dadurch hatten wir zwar kein Problem mit der Datenmenge, jedoch mit der Datenqualität. Vereinfacht gesagt, waren auf zu vielen Bildern, leere Arbeitstische, Hallendecken oder Hände in Handschuhen, aber nicht das Altteil, welches es zu erfassen galt. Mit schlechten Daten ist jedoch auch die mögliche Leistungsfähigkeit der KI limitiert und damit auch die durch den Mitarbeiter wahrgenommene digitale Unterstützung“, berichtet Wagner. Doch die Situation hat sich mit der Erleichterung bei Reisen und Kontakten deutlich verbessert und ab Herbst 2022 soll zusammen mit den Werkenden vor Ort die Erkennungsunterstützung im Live-Betrieb validiert weden. Zentral wird dabei auch sein zu zeigen, dass die verbesserte Altteilerkennung über die gesammelten Daten den Werkenden auch im täglichen Arbeitsprozess zugutekommt. Denn, so Wagner: „Auch wenn es banal klingt: Es reicht nicht nur ein paar Sensoren anzuschrauben und mit den Daten Machine-Learning-Modelle zu trainieren. Letztlich spielt die Akzeptanz bei den Menschen, die tagtäglich damit umgehen, die entscheidende Rolle.“

Dieser Artikel gehört zum Dossier „Energiewende – Die Zukunft ist vernetzt“. Das Dossier ist Teil der Projekt-Förderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), in deren Rahmen wir vier Dossiers zum Thema „Mission Klimaneutralität – Mit digitalen Lösungen die Transformation vorantreiben“ erstellen.

Mehr Informationen hier.

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Handlungsunfähiges Frankreich

SWP - August 15, 2022 - 2:00am

Das Wahljahr 2022 hat Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron geschwächt. Obgleich wiedergewählt, ist sein politischer Handlungsspielraum jetzt stark einge­schränkt. Mehrheiten für seine wirtschafts- und sozialpolitischen Reformen müssen teuer erkauft werden, lassen sich vielleicht gar nicht finden. Die Auflösung der Nationalversammlung könnte ein Ausweg sein. Dass die politischen Extreme weiter gestärkt werden, kann Macron nur vermeiden, wenn er zu seinem Versprechen einer progressiven Politik zurückkehrt und die Kluft zwischen Arm und Reich verringert. Seine politische Agenda birgt Konflikte für die deutsch-französische Europapolitik. Will Berlin jedoch verhindern, dass Macrons Nachfolgerin 2027 tatsächlich Marine Le Pen heißt, sollte es die Reformagenda des französischen Präsidenten unterstützen.

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Afghanistan: Folgen fehlender Bildung für Mädchen

SID Blog - August 14, 2022 - 9:40pm
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Afghanistan: Verheerende Folgen, weil Mädchen weiterführende Bildung verwehrt wird

© UNICEF/UN0683670/Hubbard

Kabul/Köln, den 14/.15. August 2022// Laut einer neuen Analyse von UNICEF kostet es Afghanistan 2,5 Prozent seines jährlichen Bruttoinlandsprodukts, wenn Mädchen keine weiterführende Schule besuchen. In den vergangenen zwölf Monaten verlor die afghanische Wirtschaft hierdurch mindestens 500 Millionen US-Dollar.

Wenn die derzeit drei Millionen Mädchen im entsprechenden Alter ihre Sekundarschulbildung abschließen und am Arbeitsmarkt teilnehmen könnten, würden Mädchen und Frauen mindestens 5,4 Milliarden US-Dollar zur afghanischen Wirtschaft beitragen.

Diese Schätzung von UNICEF berücksichtigt nicht die nicht-finanziellen Folgen, wenn den Mädchen der Zugang zu Bildung verwehrt wird. Dazu gehören unter anderem der Mangel an Lehrerinnen, Ärztinnen und Krankenschwestern, die sinkende Teilnahme von Mädchen am Grundschulunterricht sowie steigende Gesundheitskosten – zum Beispiel durch Schwangerschaften bei Jugendlichen. Die Schätzungen berücksichtigen auch nicht den allgemeinen Beitrag von Schulunterricht etwa für das Bildungsniveau insgesamt, eine geringere Zahl von Kinderehen und eine niedrigere Kindersterblichkeit.

"Die Entscheidung vom 23. März, Mädchen nicht mehr zur Sekundarschule zuzulassen, war schockierend und zutiefst enttäuschend. Sie verletzt nicht nur das Grundrecht der Mädchen auf Bildung, sondern setzt sie auch erhöhter Angst und einem größeren Risiko von Ausbeutung und Missbrauch aus, einschließlich Kinderhandel sowie Früh- und Zwangsverheiratung", sagte der UNICEF-Repräsentant für Afghanistan, Dr. Mohamed Ayoya. "Unsere neue Analyse zeigt jetzt zudem deutlich die verheerenden Auswirkungen dieser Entscheidung auf die Wirtschaftskraft des Landes."

„365 Tage nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan muss der Jahrestag den Blick auf die große Not der Afghaninnen und Afghanen lenken. Die internationale Gemeinschaft darf die 20 Millionen afghanischen Kinder nicht im Stich lassen. Der Preis für Nichtstun wäre unermesslich," erklärte Christian Schneider, Geschäftsführer UNICEF Deutschland. „Die internationale Gemeinschaft hat die Verantwortung, jede Möglichkeit zu nutzen, um die jungen Afghaninnen und Afghanen in diesem so kritischen Moment zu unterstützen." 

Entscheidender Moment für eine ganze Generation von Kindern in Afghanistan

Schon vor der Machtübernahme der Taliban am 15. August letzten Jahres gingen in Afghanistan über 4,2 Millionen Kinder nicht zur Schule, 60 Prozent davon waren Mädchen. Die potenziellen Einkommensverluste durch fehlende Schulbildung sind sowohl für Jungen als auch für Mädchen gravierend. Für Mädchen sind sie jedoch besonders hoch. Denn es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen dem Bildungsniveau und der Tatsache, dass Mädchen ihre Heirat und die Geburt der Kinder hinauszögern, sich am Erwerbsleben beteiligen, Entscheidungen über ihre eigene Zukunft treffen und später selbst mehr in die Gesundheit und Bildung ihrer eigenen Kinder investieren.

Die Analyse zeigt, dass Afghanistan nicht in der Lage sein wird, das während des Übergangs verlorene Bruttoinlandsprodukt (BIP) wiederzugewinnen und seine Potenziale auszuschöpfen, wenn das Recht der Mädchen auf Zugang zu einer Sekundarschulbildung und deren Abschluss nicht erfüllt wird.

"UNICEF möchte, dass jedes Mädchen und jeder Junge in Afghanistan zur Schule geht und lernt", sagte Dr. Ayoya. "Wir werden nicht aufhören, uns dafür einzusetzen, bis dieses Ziel erreicht ist. Bildung ist nicht nur ein Recht für jedes Kind, sondern auch die Grundlage für zukünftiges Wachstum in Afghanistan."  

Durch den fehlenden Zugang von Mädchen zu weiterführenden Schulen hat UNICEF auch Schwierigkeiten, heranwachsende Mädchen mit lebenswichtigen Diensten zu erreichen. Dazu zählen zum Beispiel die Vorbeugung von Anämie sowie die Unterstützung bei der Menstruationshygiene, die UNICEF früher in den Schulen angeboten hat.

Auch die Mangelernährung von Kindern nimmt zu. Im Juni 2021 wurden in Afghanistan 30.000 Kinder wegen schwerer akuter Mangelernährung behandelt; im Juni 2022 waren es 57.000 Kinder - ein Anstieg von 90 Prozent. Viele Kinder sind gezwungen, zu arbeiten, um ihre Familien zu unterstützen, anstatt zur Schule zu gehen, wo sie am sichersten wären.

In den letzten 12 Monaten haben mit Unterstützung von UNICEF die Gesundheits- und Ernährungsdienste in Schulen über 270.000 heranwachsende Mädchen mit Eisen- und Folsäurepräparaten erreicht. Wenn heranwachsende Mädchen also ihre Ausbildung nicht fortsetzen können, gefährdet dies auch ihre Gesundheit.

"Afghanistan ist eine der komplexesten, multidimensionalen Krisen für Kinder weltweit", so UNICEF-Leiter Mohammad Ayoya in Kabul. "Dies ist ein entscheidender Moment für eine ganze Generation von Kindern in Afghanistan. Die Rechte von Mädchen werden angegriffen, ihre Kindheit ist von Entbehrungen gezeichnet. Aus diesem Grund verstärkt UNICEF trotz der schwierigen Rahmenbedingungen den Einsatz und erreicht mehr Kinder als je zuvor. Wir möchten den Menschen in Afghanistan sagen: Ohne ihr Vertrauen und ihre Unterstützung könnten wir nicht tun, was wir tun. Wir danken auch unseren Spender*innen und Partner*innen für ihre Großzügigkeit und bitten sie dringend, ihre lebensrettende Unterstützung für Kinder fortzusetzen - vor allem, wenn der Winter vor der Tür steht."

Service für die Redaktionen 

 » Aktuelle Bild-und Videomaterialien stehen hier zur Verfügung.

»  Ein Faktenblatt zur Lage der Kinder finden Sie auf dieser Seite.

Hinweis zur Methodik: Der Grundgedanke hinter der Berechnung besteht darin, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen eines Bildungsniveaus anhand der Auswirkungen der Schulbildung auf die Arbeitsproduktivität und die Löhne gemessen werden können. Um die finanziellen Erträge der Bildung zu erfassen, können beobachtbare Lohnunterschiede zwischen Arbeitnehmer*innen mit unterschiedlichen Bildungsniveaus auf dem Arbeitsmarkt herangezogen werden. Für die aktuelle Analyse hat UNICEF die Schätzungen in der Weltbank-Studie "Managed labour migration in Afghanistan" von 2018 verwendet.


Afghanistan: Verheerende Folgen, weil Mädchen weiterführende Bildung verwehrt wird

Unicef - August 14, 2022 - 9:30pm
Laut einer neuen Analyse von UNICEF kostet es Afghanistan 2,5 Prozent seines jährlichen Bruttoinlandsprodukts, wenn Mädchen keine weiterführende Schule besuchen. In den vergangenen zwölf Monaten verlor die afghanische Wirtschaft hierdurch mindestens 500 Millionen US-Dollar.
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Deutschland unterstützt neuen politischen Kurs von Tansania

SID Blog - August 14, 2022 - 1:22am
Neuen politischen Kurs unterstützen: Die Parlamentarische Staatssekretärin Kofler besucht Tansania

Berlin - Im Zeichen der feministischen Entwicklungspolitik und der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen steht eine heute startende Reise nach Tansania von Bärbel Kofler, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Der Besuch erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die tansanische Regierung unter Präsidentin Samia Suluhu Hassan verstärkt auf politischen Dialog und internationale Zusammenarbeit setzt.

Kofler: „Tansania befindet sich im Aufbruch. Mit unseren Partnern vor Ort wollen wir Möglichkeiten diskutieren, wie wir die Entwicklung des Landes unterstützen können. Die Potenziale von Mädchen und jungen Frauen und die Stärkung ihrer Rechte spielen dabei eine zentrale Rolle. Es geht vor allem darum, die strukturellen Benachteiligungen und Diskriminierungen anzugehen. Denn die Stärkung von Frauen führt zu einer besseren Entwicklung für alle. Sie sorgt für weniger Hunger, bekämpft Armut und verbessert das gesellschaftliche Miteinander."

Besonders wichtig in Tansania ist die Unterstützung von Frauen und Mädchen, die im häuslichen und schulischen Umfeld von Gewalt betroffen sind. Das Land gehört zu den Staaten mit den weltweit höchsten Geburtenraten unter den 15 bis 19jährigen Frauen. Die sehr frühen Schwangerschaften nehmen vielen Mädchen nicht nur die Chance auf eine Schul- und Berufsausbildung und ein selbstbestimmtes Leben, sondern stellen oft auch ein großes gesundheitliches Risiko dar.

Kofler: „Ich bin froh, dass wir beim Schutz von Frauen und Mädchen vor Gewalt mit Tansania zusammenarbeiten werden. Wir können dabei an erfolgreiche Kooperationen anknüpfen, etwa bei der Mutter-Kind-Gesundheit, der Familienplanung und der Krankenversicherung für schwangere Frauen und ihre Neugeborenen."

Deutschland ist seit mehr als 60 Jahren Partner Tansanias in der Entwicklungszusammenarbeit, insbesondere bei der klimaangepassten Wasserversorgung, beim Schutz der Biodiversität und im Bereich gute Regierungsführung.

Kofler: „Ich begrüße sehr, dass Tansania unter Präsidentin Samia Suluhu Hassan wieder verstärkt auf Kooperation mit der internationalen Gemeinschaft setzt. Uns ist wichtig, dass der Schutz der Biodiversität allen Menschen zu Gute kommt und wirtschaftliche Perspektiven schafft. Diese Herausforderungen will ich in Gesprächen mit der Regierung und der Zivilgesellschaft diskutieren. Zudem werde ich die Regierung bitten, die internationale Mission der UNESCO in das Weltnaturerbegebiet Selous einzuladen."

Hintergrund

Trotz eines beachtlichen Wirtschaftswachstums von 6% in den vergangenen Jahren gehört Tansania zu den ärmsten Ländern der Welt. Im Index der menschlichen Entwicklung der Vereinten Nationen (Human Development Index, HDI) lag es 2020 auf Platz 163 von 189. Bis zur Corona-Krise zählte das Land jedoch zu den leistungsstärksten Volkswirtschaften Subsahara-Afrikas. Die Krise hat enorme Einnahmeverluste zur Folge, vor allem im Naturtourismus. Zugleich wächst die Bevölkerung sehr schnell (Bevölkerungswachstum von 3,1%), was die Entwicklungserfolge relativiert. Zwei Drittel der Bevölkerung sind jünger als 24 Jahre. Aufgrund seiner herausragenden Biodiversität kommt Tansania eine globale Bedeutung beim Erhalt der Artenvielfalt zu.

Das tansanische Selous-Wildschutzgebiet ist seit 1982 UNESCO Weltnaturerbe. Seit 2018 wird dort ein Mega-Staudamm mit angeschlossenem Wasserkraftwerk gebaut. Tansania hat seitdem im Rahmen der Welterbekonvention die internationale Verpflichtung, die so genannte „Reactive Monitoring Mission" durch IUCN (International Union for Conservation of Nature) einzuladen, die sich ein Bild von dem Zustand des Gebiets machen soll. Diese Einladung steht bisher noch aus.

 


Portal Globales Lernen der Eine Welt Internetkonferenz (EWIK)

SID Blog - August 12, 2022 - 10:50pm

Das Portal Globales Lernen der Eine Welt Internetkonferenz (EWIK) ist das zentrale deutschsprachige Internetangebot zum Globalen Lernen und zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Das Portal Globales Lernen ist mit neuem Design und neuen Funktionalitäten online! Ziel ist es, den Nutzerinnen und Nutzern eine attraktive und übersichtliche Website zu bieten, die das umfassende Informations- und Bildungsangebot im Bereich Globales Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung optimal zugänglich macht.

Das Portal verfügt über eine neue komplexe Suche, die alle Angebote des Portals erfasst. Zahlreiche Filtermöglichkeiten sind verfügbar, so auch die Suche nach Bundesländern oder Anbietern. Über ein neues Uploadformular können Sie ihr Bildungsangebot an das Portal übermitteln. Bilder und Dateien können ebenfalls dazu hochgeladen werden. Dies vereinfacht es Organisationen und Institutionen, ihre Bildungsangebote auf dem Portal zu präsentieren, und ermöglicht ein schnelles Prüfen und Onlinestellen durch die Redaktion.

Quelle: Newsletter der Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd, Ausgabe August 2022

Mehrheit der Medienschaffenden in Afghanistan musste aufhören

SID Blog - August 12, 2022 - 10:49pm


Mehrheit der Medienschaffenden in Afghanistan musste aufhören

Diese Meldung auf der Website: www.reporter-ohne-grenzen.de/pressemitteilungen/meldung/jeder-zweite-journalist-hat-arbeit-verloren 

Seit der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan am 15. August 2021 ist die Medienlandschaft um mehr als ein Drittel geschrumpft. 39,6 Prozent aller Medien wurden eingestellt. 59,7 Prozent der Medienschaffenden arbeiten nicht länger in ihrem Beruf. Das geht aus einer Erhebung von Reporter ohne Grenzen (RSF) hervor. Besonders betroffen sind Journalistinnen: Drei Viertel von ihnen wurden arbeitslos; in elf Provinzen arbeiten gar keine weiblichen Medienschaffenden mehr.

„Der Journalismus in Afghanistan blutet aus", sagte RSF-Geschäftsführer Christian Mihr. „Die Taliban haben zahlreiche Gesetze erlassen, die die Pressefreiheit einschränken und die Verfolgung und Einschüchterung von Medien sowie Journalistinnen und Journalisten begünstigen. Medienschaffende können nur ihre Arbeit machen, wenn die Taliban endlich ihre Repressionen einstellen."

Vor der Machtübernahme der Taliban gab es 547 Medien in Afghanistan. Ein Jahr später haben 219 ihre Arbeit eingestellt. Von den 11.857 Journalistinnen und Journalisten, die bis zum 15. August 2021 in den Medien arbeiteten, sind jetzt nur noch 4.759 übrig – weniger als die Hälfte. Journalistinnen sind von Arbeitslosigkeit besonders stark betroffen: 76,2 Prozent haben ihren Job verloren oder gaben ihn aus Angst vor den Taliban auf.

Journalistinnen am stärksten betroffen

In elf von 34 afghanischen Provinzen arbeiten nun gar keine Frauen mehr: Badghis, Helmand, Daikundi, Ghazni, Wardak, Nimroz, Nuristan, Paktika, Paktia, Samangan und Zabol. Von den 2.756 Journalistinnen und Medienmitarbeiterinnen, die es vor der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan gab, sind nunmehr 656 übrig. 84,6 Prozent arbeiten in der Region der Hauptstadt Kabul.

Häufig werfen die Taliban Frauen im Journalismus „unmoralisches Verhalten" vor oder ein Verhalten, „das den Werten der Gesellschaft widerspricht". Dieser Vorwand dient dazu, Journalistinnen kleinzumachen und sie unter Druck zu setzen, bis sie ihren Beruf aufgeben. Die islamistische Weltsicht hat inzwischen dazu geführt, dass Frauen im Fernsehen ihr Gesicht bedecken müssen.

„Ich habe sieben Jahre lang für Radio Hamseda in der Provinz Takhar gearbeitet. Schon vor der Rückkehr der Taliban bin ich eingeschüchtert und bedroht worden, so wie die meisten Frauen im Journalismus. Aber mit dem Einmarsch der Taliban in unsere Stadt am 8. August hat sich die Lage verschärft", begründet die Journalistin Bibi Khatera Nejat ihre Flucht ins Exil nach Pakistan. „Als Erstes haben die Taliban unsere gesamte Ausstattung zerstört und den Sender geschlossen. Also bin ich mit meiner Familie nach Kabul geflohen. Als auch dort die Taliban einfielen, haben wir das Land verlassen. Wir sitzen jetzt seit einem Jahr in Pakistan fest – in einer aussichtslosen wirtschaftlichen Situation. Botschaften antworten nicht, wenn wir versuchen Visa zu beantragen, um in ein anderes Land zu kommen. Die internationale Gemeinschaft hat uns vergessen."

Andere Journalistinnen wollen nicht aufgeben. So wie Meena Habib, die Direktorin von RouidadNews, einer in Kabul ansässigen Nachrichtenagentur, die sie selbst nach dem 15. August 2021 gegründet hat. „Ich wollte mein Land nicht verlassen, ich wollte weiter informieren und das nicht aufgeben, was wir in den vergangenen 20 Jahren geschaffen haben", sagte sie RSF. „Die Lebens- und Arbeitsbedingungen waren für Frauen immer schon hart, aber jetzt blicken wir in eine ungewisse Zukunft. Diejenigen Journalistinnen, die überhaupt noch arbeiten können, tun das für niedrigste Gehälter. Wir arbeiten mit leerem Magen in einem sehr feindlichen Umfeld – ohne Schutz. Organisationen, die sich in Afghanistan für den Schutz von Medienschaffenden einsetzen, werden von Männern geführt und setzen sich folglich auch nur für Männer ein."

Tausende Medienschaffende sind arbeitslos

Die Repressionen des Regimes haben beide Geschlechter im Journalismus schwer getroffen. 7.098 Medienschaffende haben ihren Job verloren. Mehr als die Hälfte davon (54,5 Prozent) sind Männer. Von den 9.101 Journalisten, die vor der Rückkehr der Taliban in den Medien arbeiteten, sind 4.962 nicht mehr journalistisch tätig. Dies korreliert mit dem deutlichen Rückgang an Medien als Folge der Unterdrückung, aber auch der tiefen wirtschaftlichen Krise in dem Land.

Die afghanische Medienlandschaft wurde massiv ausgedünnt. Zwar haben sich seit der Rückkehr der Taliban an die Macht vier neue Medien gegründet; dem steht aber die große Zahl an Medien gegenüber, die innerhalb eines Jahres geschlossen wurden: Von den vormals 547 Medien existieren 219 nicht mehr. Am stärksten betroffen sind die Provinzen Balkh, Bamyan, Panshir, Parwan, Takhar, Herat and Faryab (mit einem Rückgang von mehr als 50 Prozent). Die meisten Medien gibt es noch in der Provinz rund um die Hauptstadt Kabul. Mit 133 Medien hatte Kabul vor dem Regimewechsel die vielfältigste Medienlandschaft. Heute gibt es in Kabul noch 69 Medien.

In einigen Provinzen haben Medien ihre Arbeit eingestellt, nachdem sie gezwungen wurden, Musik oder Nachrichten durch religiöse Inhalte zu ersetzen. Hinzu kommt das schwierige wirtschaftliche Umfeld: Internationale oder nationale Geber zogen sich zurück, Anzeigenerlöse fielen weg. Nach Angaben des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen gingen in Afghanistan innerhalb eines Jahres rund 700.000 Jobs verloren. 97 Prozent der Bevölkerung werden bis Ende des Jahres unterhalb der Armutsgrenze leben. Diese Faktoren verstärken die Auswirkungen der neuen drakonischen Vorschriften für Medienschaffende und der Nichteinhaltung des Pressefreiheitsgesetzes.

Pressefreiheit unter der Herrschaft der Taliban

Taliban-Chef Haibatullah Akhundzada erließ am 22. Juli ein neues Dekret, demzufolge es im Islam verboten ist, „Regierungsvertreter ohne Belege zu diffamieren und zu kritisieren" und „Falschnachrichten und Gerüchte zu verbreiten". Wer Regierungsmitarbeiter „verleumdet", arbeite unbeabsichtigt mit dem Feind zusammen und werde „bestraft", so das Dekret weiter. Diese Ankündigung von Akhundzada, dem Staatsoberhaupt des Islamischen Emirats Afghanistan, zeigt anschaulich, wie weit die Taliban zu gehen bereit sind, um die Pressefreiheit im Land zu unterdrücken.

Schon zuvor hatten Vorschriften, die von verschiedenen Behörden der Taliban erlassen worden waren, journalistische Arbeit erheblich eingeschränkt. Die „Elf Regeln für den Journalismus", die die Medienbehörde der Taliban-Regierung (Government Media and Information Centre, GMIC) am 19. September 2021 verkündet hatten, hatten für Zensur und die Verfolgung von Medienschaffenden den Weg bereitet. Diesen vage formulierten „Regeln" besagen etwa, „Angelegenheiten, die einen negativen Einfluss auf die Haltung der Öffentlichkeit haben oder die Moral beeinflussen", sollten „mit Vorsicht ausgestrahlt oder veröffentlicht werden". Medien müssten „koordiniert mit dem GMIC detaillierte Berichte anfertigen". Näher definiert wurden diese „Berichte" nicht.

Eine weitere Anordnung wurde am 22. November 2021 vom sogenannten Ministerium für Tugend und Unterdrückung des Lasters, das für die Einhaltung der Scharia in der Öffentlichkeit zuständig ist, herausgegeben. Sie besagt, dass Kritikerinnen und Kritiker der Regierung nicht von Medienschaffenden interviewt oder in ihre Fernsehsendungen eingeladen werden dürfen. Am 28. März schließlich verbot das Informations- und Kulturministerium privaten Fernsehsendern, Nachrichtensendungen von BBCVoice of America und Deutsche Welle in den lokalen Sprachen auszustrahlen.

Während der Taliban-Sprecher und stellvertretende Informations- und Kulturminister Zabihulla Mujahid gegenüber RSF im Februar behauptete, dass das Mediengesetz vom März 2015 immer noch in Kraft sei, verstoßen all diese Verfügungen gegen ebendieses Gesetz.

Gewalt und willkürliche Festnahmen

All diese Vorschriften haben zu einer zunehmenden Zensur und Selbstzensur sowie einer Welle von willkürlichen Festnahmen von Medienschaffenden geführt. Seit dem 15. August 2021 wurden mindestens 80 Journalisten für unterschiedlich lange Zeiträume und teils auf sehr brutale Weise festgenommen, vor allem seit Anfang 2022 zumeist vom Geheimdienst Istikhbarat.

Aktuell sind drei Journalisten in Afghanistan inhaftiert. Die Taliban werfen ihnen vor, die Sicherheit des Landes gefährdet zu haben. Nur einem von ihnen wurde der Prozess gemacht: Der Dichter und Journalist Khalid Qaderi, der für Radio Norroz in Herat arbeitete, wurde am 7. Mai von einem Militärgericht zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Mirza Hassani, der Eigentümer von Radio Aftab in der Provinz Daikundi, wurde am 22. Mai festgenommen, der Reporter Abdul Hanan Mohammadi von der Nachrichtenagentur Pajhwok aus der Provinz Kapisa am 12. Juni. Beide warten in Gefangenschaft auf ihren Prozess.

Seit dem 15. August 2021 hat RSF zudem mindestens 30 Fälle dokumentiert, in denen Medienschaffende während ihrer Arbeit gezielte Gewalt durch die Sicherheitskräfte erfahren haben. Taliban-Sprecher Mujahid beantwortete die diesbezüglichen Fragen von RSF nicht.

Die Vorsitzenden der neuen Journalistenorganisationen, die unter der Herrschaft der Taliban gegründet wurden und Teil der neuen Vereinigung von Journalisten und Medien in Afghanistan sind, betonten derweil, dass sie in ihren Verhandlungen mit der Regierung Fortschritte gemacht hätten. Hafizullah Barakzai, der Vorsitzende des Journalistenrats von Afghanistan, hat die Wirtschaft als das dringendste Problem ausgemacht und sagt: „Insgesamt ist die Zahl der Gewalttaten gegen Medienschaffende zurückgegangen, auch wenn sich die Fälle in den ersten Monaten nach dem 15. August gehäuft haben."

Der Vorsitzende der Organisation Afghanischer MedienAbouzar Sarem Sarepole, betonte, dass die Zahlen willkürlich festgenommener Medienschaffender in den Statistiken der Organisationen schwankten, da manche nicht den Grund der Festnahme angäben und sie annehmen, dass einige Journalisten nicht wegen ihrer Arbeit festgenommen worden seien.

Sowohl Barakzai als auch Sarepole gehen nach eigenen Angaben davon aus, dass die Kommission zur Überprüfung von Medienvergehen bald wieder eingesetzt wird und künftig willkürliche Festnahmen und eine Einmischungen der Regierung in die journalistische Arbeit verhindern kann. Die Kommission wurde auf Grundlage des Pressegesetzes von 2015 eingeführt und beschäftigt sich mit Vorwürfen gegenüber Journalistinnen, Journalisten und Medien. Laut dem Gesetz dürfen solche Vorwürfe nur vor ein Gericht gelangen, wenn die Kommission dem zustimmt.

Zia Bumia teilt diesen Optimismus nicht. Er war vor der Machtübernahme der Taliban Mitglied des Afghanischen Journalisten- und Medienverbands. Laut ihm wird die Kommission nicht in der Lage sein, ihrer Aufgabe adäquat nachzukommen. Vor allem werden ihr keine Vertreter und Vertreterinnen der unabhängigen Menschenrechtskommission angehören, die von den Taliban aufgelöst wurde.

Ein Journalist aus Kabul, der für ein nationales Medium arbeitete, berichtete gegenüber RSF unter Zusicherung von Anonymität, dass „die Anerkennung des Pressegesetzes von 2015 ein wichtiger Fortschritt für Medienschaffende in Afghanistan ist", dies aber nicht reiche, weil sich die Situation derartig verschlechtert habe. Er schilderte weiter: „Die Hälfte aller Medienschaffenden hat das Land verlassen. Die meisten Medien arbeiten unter katastrophalen wirtschaftlichen Bedingungen und werden wohl bald den Betrieb einstellen. Der Druck auf die Medien und die offizielle Zensur sind überwältigend, und in den Provinzen ist die Situation noch schlimmer als in Kabul. Anstatt eines Gesetzes brauchen wir den Willen, Medien zu unterstützen und die Pressefreiheit zu achten – und zwar auf höchster Regierungsebene, vor allem im Informations- und Kulturministerium."

Größte Evakuierungsaktion in der Geschichte von RSF

Seit der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan ist es RSF zusammen mit anderen Akteuren der Zivilgesellschaft gelungen, fast 200 Medienschaffende in Sicherheit zu bringen. Die größte Gruppe erreichte Deutschland: 159 Medienschaffende plus deren Familien. Damit ist die Rettung fast aller Personen abgeschlossen, die im vergangenen Jahr Aufnahmezusagen der deutschen Bundesregierung erhalten hatten. Von 80 besonders gefährdeten Medienschaffenden, die auf einer vom Internationalen RSF-Sekretariat in Paris an die französischen Behörden übermittelten Liste standen, erreichten bislang 25 Frankreich. Die spanische Sektion konnte 12 Medienschaffende aus Afghanistan herausholen. (Alle Zahlen basieren auf dem Stichtag 1. August 2022.)

Zudem leistete Reporter ohne Grenzen finanzielle Unterstützung und half bei Behördengängen, beispielsweise bei Visa-Ersuchen und dem Beantragen von Aufenthaltstiteln. Seit dem 15. August 2021 unterstützte das Internationale Sekretariat in Paris 152 Mal. Darauf entfielen:

  • 71 Fälle von finanzieller Unterstützung, beispielsweise in Form von Reise- und Lebenshaltungskosten. Durchschnittlich belief sich die Summe pro Kopf auf rund 1.500 Euro pro Medienschaffendem bei einer Gesamtsumme von 99.916 Euro.
  • 81 Fälle von Hilfe im Umgang mit Behörden von Aufnahmeländern

Reporter ohne Grenzen verweist jedoch darauf, dass sich immer noch sehr viele stark gefährdete Journalistinnen und Journalisten in Afghanistan aufhalten. Täglich melden sich neue Medienschaffende mit der Bitte um Unterstützung, um das Land verlassen zu können. Die Bundesregierung muss daher dringend erklären, wie das von ihr angekündigte neue Bundesaufnahmeprogramm ausgestaltet werden soll. 

2012 stand Afghanistan auf der Rangliste der Pressefreiheit auf Platz 150 von damals 179 Staaten. 2021 war das Land dank einer dynamischen Medienlandschaft und der Einführung von Gesetzen zum Schutz von Medienschaffenden auf Platz 122 von 180 Staaten gestiegen. Dieses Jahr ist Afghanistan auf Platz 156 abgerutscht – nachdem fast 40 Prozent aller Medien den Betrieb eingestellt haben und die Hälfte der Journalistinnen und Journalisten das Land verlassen hat.

Diese Veröffentlichung basiert auf Daten, die RSF gemeinsam mit der Vereinigung unabhängiger afghanischer Journalisten (AIJA) zwischen dem 5. und 28. Juli 2022 erhoben hat. Die beiden Organisationen führten schon vor dem 15. August 2021 Umfragen unter Medien in allen afghanischen Provinzen durch. Die Provinz-Büros von nationalen oder internationalen Medien wurden als eigenständige Medien gezählt. Die vier seit der Machtübernahme der Taliban neu gegründeten Medien wurden nicht mit einbezogen. In jedem Medium wurde die Zahl der journalistischen und anderen Mitarbeitenden sowie deren Geschlecht (männlich oder weiblich) erhoben.

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