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The French response to the Corona Crisis: semi-presidentialism par excellence

DIE - January 19, 2038 - 4:14am

This blog post analyses the response of the French government to the Coronavirus pandemic. The piece highlights how the semi-presidential system in France facilitates centralized decisions to manage the crisis. From a political-institutional perspective, it is considered that there were no major challenges to the use of unilateral powers by the Executive to address the health crisis, although the de-confinement phase and socio-economic consequences opens the possibility for more conflictual and opposing reactions. At first, approvals of the president and prime minister raised, but the strict confinement and the reopening measures can be challenging in one of the European countries with the highest number of deaths, where massive street protests, incarnated by the Yellow vests movement, have recently shaken the political scene.

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Nichtregierungsorganisationen fordern geschlechtergerechtes Lieferkettengesetz

#2030Agenda.de - July 14, 2020 - 8:04pm

Berlin/Bonn/Köln 14. Juli 2020

 

Das heute von den Bundesministern Gerd Müller und Hubertus Heil vorgestellte Ergebnis der Umfrage der Bundesregierung bescheinigt, dass ein Großteil der deutschen Unternehmen Menschenrechte missachtet. Ein Lieferkettengesetz wird damit unumgänglich. In einem aktuellen Positionspapier beschreibt ein Bündnis von 12 Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisationen wie dieses ausgestaltet werden muss, um geschlechtsspezifische Diskriminierung entlang von Lieferketten zu verhindern. In globalen Wertschöpfungsketten sind Frauen vielfach benachteiligt und größeren Risiken ausgesetzt als Männer. Die Bandbreite reicht von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz über Arbeitsbedingungen, die keine Rücksicht auf die Sorgearbeit von Frauen nehmen bis hin zu ungleicher Bezahlung.  Ein Lieferkettengesetz, das menschenrechtliche Sorgfaltspflichten einfordert, muss auch geschlechtergerecht sein.

 

Frauen und Mädchen sind in besonderem Maße von den negativen Auswirkungen globalen Wirtschaftens betroffen. Sie erfahren Menschenrechtsverletzungen entlang von Lieferketten in anderer Weise als Männer. So sind sie in weit höherem Maße geschlechtsspezifischer und sexualisierter Gewalt am Arbeitsplatz ausgesetzt.  Und immer noch verdienen Arbeitnehmerinnen weltweit deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Hinzu kommt eine große Ungleichheit bei der Aufteilung der Haus- und Sorgearbeit, die Frauen und Mädchen kostenlos für Familie und Gesellschaft leisten, was für sie zu einer erheblichen Doppelbelastung führt.

„Die globale Corona-Krise und ihre Auswirkungen, beispielsweise der massive Arbeitsplatzverlust in

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Literarischer Zugang zu Flucht und Migration

Engagement Global - July 14, 2020 - 5:33pm
Ziel der Vernstaötungsreihe war es, sich dem Thema Flucht und MIgration durch verschiedene Perspektiven zu nähern. Foto: Eldar Bock

Die Ringvorlesung „Flucht + Migration“ bot Studierenden der Universität Stuttgart die Möglichkeit, gemeinsam mit internationalen Referentinnen und Referenten über Flucht und Migration zu sprechen sowie über mögliche Formen des globalen Miteinanders nachzudenken.

Literatur, Theater und Film standen im Mittelpunkt der zehnteiligen Veranstaltungsreihe, die von April bis Juli 2020 online stattfand. Autorinnen und Autoren, Regisseurinnen und Regisseure, Dozentinnen und Dozenten, die selbst geflüchtet sind oder sich mit Flucht, Migration und Exil befassen, kamen dabei zu Wort und wurden unter anderem aus Ouagadougou, Burkina Faso, oder Toronto, Kanada, zugeschaltet. Zugehört und mitdiskutiert haben rund 500 Menschen.

Der eritreische Autor Sulaiman Addonia etwa sprach mit den Teilnehmenden über sein Buch „Silence is My Mother Tongue“, das in einem Geflüchtetenlager im Sudan spielt. Der Roman handelt von der Hauptfigur Saba, die an ihrem Wunsch nach Freiheit, Bildung und selbstbestimmten, nicht-normativen Geschlechterrollen festhält.

Die Regisseurin Lourdes Picareta wiederum zeigte ihren Dokumentarfilm „Vor uns die Sintflut“, der vom Klimawandel betroffene Menschen aus Bangladesch zu Wort kommen lässt und diskutierte mit den Studentinnen und Studenten über das Thema Umweltmigration.

Die Theatermacherin Uta Plate stellte ihr Projekt „Servus Salam“ mit jugendlichen Geflüchteten und Münchner Seniorinnen und Senioren vor. Sie machte deutlich, dass Verständigung einen Prozess darstellt, der nicht selbstverständlich, sondern das Resultat der Arbeit aller Beteiligten ist.

Der literarische Zugang zu den globalen Phänomenen Flucht und Migration wurde gewählt, weil Filme und Bücher Geschichten erzählen können, die der Vielschichtigkeit von Migration und Flucht angemessen sind und die Menschen hinter den Zahlen und Statistiken sichtbar machen. Nur mit Geschichten können Menschen für ein Thema gewonnen werden, so die Regisseurin Lourdes Picareta. Geschichten können auch dazu beitragen, Klischees entgegenzuwirken und Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen eine Stimme zu geben.

Veranstaltet wurde die Ringvorlesung von der Außenstelle Stuttgart von Engagement Global im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) in einer Kooperation mit dem Institut für Literaturwissenschaft der Universität Stuttgart.

Neben Studierenden richtete sich die Veranstaltungsreihe an die interessierte Öffentlichkeit sowie an Lehrende und Bildungsschaffende in der Erwachsenenbildung und im Bereich des Globalen Lernens.

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14.07.2020 Bundesminister Heil und Müller: "Jetzt greift der Koalitionsvertrag für ein Lieferketten-Gesetz. Ziel ist ein Abschluss noch in dieser Legislaturperiode"

BMZ - July 14, 2020 - 3:45pm
Heute wurden dem Interministeriellen Ausschuss der Bundesregierung die Ergebnisse zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Wirtschaft und Menschenrechte vorgestellt. 7.300 größere deutsche Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitenden müssen zeigen, wie sie Menschenrechte und soziale Mindeststandards in ihren Wertschöpfungsketten sicherstellen....
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Fernweh zu Pandemiezeiten: Eine Chance das eigene Reiseverhalten zu reflektieren

EINEWELTblabla - July 14, 2020 - 2:55pm

Einige Menschen auf der Welt waren noch nie so lange am Stück am selben Ort wie seit Beginn der Corona-Pandemie. Nicht nur Dienstreisen fallen aus, sondern für viele der langersehnte Urlaub und eine damit verbundene Reise. Oft heißt Urlaub, dass eine Reise ins Ausland ansteht. Es ist eine schöne Möglichkeit nahe und ferne Länder zu bereisen und andere Lebenswelten zu erkunden. Auch wenn das spannend ist und das eigene Weltbild erweitert, bedeutet es leider auch: Mein ökologischer Fußabdruck wird größer und größer. Daher kann man die Absage der Reise vielleicht einfach nutzen, um über das eigene Reiseverhalten und nicht nur deren ökologische, sondern auch soziale Auswirkungen nachzudenken.

Wo liegt mein Urlaubsziel?

Zunächst stellt sich die Frage, an welchem Ort man seinen Urlaub verbringen möchte. Je weiter weg, desto unbekannter, neuer und spannender – scheint es zunächst. Aber lerne ich dann nicht womöglich ein fernes Land von mehr Seiten kennen als meine nähere Umgebung? Gezwungenermaßen mussten aktuell viele Leute ihr Urlaubsziel auf das Land, in dem sie leben, verlegen. Zum einen aus Sorge vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus im Ausland, zum anderen schlicht, weil der Reiseverkehr eingeschränkt wurde oder nicht klar ist, ob er erlaubt sein wird. Damit kann zum Beispiel die Nord- und Ostsee, die Mecklenburgische Seenplatte, der Taunus oder das Allgäu plötzlich nicht mehr langweilig erscheinen, sondern den Zugang zu schöner Natur und Entspannung bieten.

Mit welchem Verkehrsmittel verreise ich?

Je weiter weg ein Urlaubsziel liegt, desto wahrscheinlicher ist die Reise per Flugzeug. Dass das hohe CO2-Emissionen bedeutet, ist spätestens seit der Fridays For Future-Bewegung keine Überraschung mehr. Es kann helfen, sich für die Reise eine angemessene Zeit zu nehmen und zu prüfen, ob es eine Verbindung mit der Bahn gibt. Ist eine Stunde Flug, um eine Strecke von hunderten Kilometern zurückzulegen, nicht eh merkwürdig?

Auch die Fortbewegung im Urlaub kann ich versuchen mit Nahverkehr statt einem Mietauto zu organisieren.

Wo werde ich schlafen?

Einfach hin, in irgendein Hotel einchecken, dann die Top Tipps des Reiseführers abklappern und am nächsten Tag schnell weiter in den nächsten Ort und das Spiel von vorne. Kann man machen, gibt einem aber auch keinen wirklichen Einblick in den Ort oder das Land.

Als erstes stellt sich die Frage welche Unterkunft sich anbietet. Utopia hat dafür Öko-Reiseportale zusammengestellt, die nachhaltige Unterkünfte aufführen. Gleichzeitig lohnt es sich, nach Unterkünften von kleineren, unbekannteren Anbietern zu suchen. Auf der Buchungsplattform Vaolo gibt es zum Beispiel Angebote von abgelegeneren Gemeinschaften, die Vaolo miteinander vernetzt.

Wie bereite ich mich auf die Reise vor und wie verhalte ich mich dort?

Der Urlaub beginnt vom Gefühl her meist mit dem Rucksack- oder Kofferpacken. Davor kann die Vorfreude noch mehr gesteigert werden und dabei gleichzeitig das Reisen fair und verantwortungsvoll geplant werden. Informationen zum Reiseziel sind interessant, erleichtern das Eingewöhnen und können ein Grundverständnis für eine noch fremde Region aufbauen.

Viele nützliche Tipps stellen fair unterwegs und tourism watch für alle Bereiche der Reiseplanung zur Verfügung. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk darauf, den Menschen auf Augenhöhe zu begegnen und sich fair und sozial verantwortlich zu verhalten.

Die Reiseentscheidung liegt letztlich bei jedem selbst, eine gut geplante Reise kann den Urlaub zu einem intensiveren Erlebnis machen – und dabei alle Beteiligten einbeziehen.

Das Beitragsfoto ist von Clay Banks auf Unsplash.

Der Beitrag Fernweh zu Pandemiezeiten: Eine Chance das eigene Reiseverhalten zu reflektieren erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

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Disaster response: why democracy matters

EADI Debating Development Research - July 14, 2020 - 12:24pm
By Isabelle Desportes It is inherent to times of crises, and we can witness it in the way the COVID-19 pandemic is being handled too: strong leadership emerges, many decisions and emergency legislative mechanisms are enforced, and some key issues move to the background. While such centralistic measures are often necessary, they also bear the …
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14.07.2020 UN-Nachhaltigkeitsforum: Deutschland fordert nachhaltigen Weg aus der Corona-Krise

BMZ - July 14, 2020 - 12:00pm
Beim UN-Nachhaltigkeitsforum 2020 setzt sich Deutschland für einen weltweiten grünen und nachhaltigen Wiederaufbau (green and better recovery) nach der Corona-Krise ein. Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und das Pariser Klimaabkommen bilden dafür den Kompass. Das Hochrangige Politische Forum für nachhaltige Entwicklung (HLPF) überprüft jedes Jahr die Fortschritte bei der Umsetzung der Agenda 2030 und ihrer 17 globalen Nachhaltigkeitsziele....
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Innovation aus Lego in Jordanien: Wasser marsch!

Unicef - July 14, 2020 - 9:00am
Ahmads Heimat ist das Flüchtlingscamp Zaatari im Norden Jordaniens. Sein halbes Leben hat der zwölfjährige Junge aus Syrien hier verbracht. Wer ihn sucht, findet ihn meist in der Nähe der Wasserleitungen des Camps. Er kennt die Anlage so gut, dass er sie sogar aus Lego nachgebaut hat.
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PRESSEMITTEILUNG - Nichtregierungsorganisationen fordern geschlechtergerechtes Lieferkettengesetz

Global Policy Forum - July 14, 2020 - 8:47am

Berlin/Bonn/Köln 14. July 2020

Heute werden die Bundesminister Gerd Müller und Hubertus Heil die Ergebnisse der Umfrage der Bundesregierung zur Einhaltung der Menschenrechte entlang globaler Lieferketten vorstellen. Es ist zu befürchten, dass diese nicht gut ausfallen und ein Großteil der deutschen Unternehmen Menschenrechte missachtet. Ein Lieferkettengesetz wird damit unumgänglich. Es muss auch geschlechtergerecht sein. Das fordert ein Bündnis von 12 Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisationen in seinem aktuellen Positionspapier. In globalen Wertschöpfungsketten sind Frauen vielfach benachteiligt und größeren Risiken ausgesetzt als Männer. Die Bandbreite reicht von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz über Arbeitsbedingungen, die keine Rücksicht auf die Sorgearbeit von Frauen nehmen bis hin zu ungleicher Bezahlung.

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"Über den Klimawandel zu informieren ist der erste Schritt, ihn zu bekämpfen.“ Interview mit dem Aktivisten Iqbal Badruddin

reset - July 14, 2020 - 5:56am
Wenn es um den Klimawandel geht, kommen die Stimmen derer, die davon am stärksten betroffen sind, oft viel zu kurz. In dieser Interview-Reihe sprechen wir mit Aktivist*innen aus dem globalen Süden über ihren Kampf für mehr Klimagerechtigkeit und ihre Visionen für eine nachhaltige Zukunft.
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Lieferkettengesetz: Meilenstein gegen Ausbeutung in Entwicklungsländern

SPD - July 14, 2020 - 12:00am
Die Initiative für ein Lieferkettengesetz ist ein Meilenstein gegen Ausbeutung und Kinderarbeit in Entwicklungsländern. Kinder sollen zur Schule gehen und nicht auf Plantagen und in Bergwerken schuften müssen. Mit dem Lieferkettengesetz setzt sich SPD-Fraktion im Bundestag für fairen Wettbewerb und ein Ende von Kinderarbeit ein, erklärt Sascha Raabe.
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Der Kaukasus im Schatten der Pandemie

SWP - July 14, 2020 - 12:00am

Die Corona-Krise überschattet politische und sozialökonomische Entwicklungen im Kaukasus. Im Südkaukasus, der zum Raum der Östlichen Partnerschaft der Euro­päischen Union (EU) gehört, verläuft die Infektionsdynamik höchst unterschiedlich. Während Armenien zu einem Epizentrum der Pandemie im Kaukasus geworden ist, zählt Georgien weltweit zu den Ländern mit den geringsten Covid‑19-Infektions- und ‑Todes­raten. Selbst wenn es für frühzeitige und konsequente Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionsausbreitung gelobt wird, sind die wirtschaftlichen Folgen auch für Georgien erheblich. Die Pandemie trifft im Südkaukasus auf Länder mit schwachen Sozial- und Wirtschaftssystemen, hoher Armut und Arbeits­losigkeit sowie einer großen »informellen Wirtschaft«. Sie zwingt die Regierungen zu anspruchs­vollen Anti-Krisen-Plänen. In der Nachbarschaft des Süd­kaukasus liegt ein weiteres Epi­zentrum der Infektion: Russland. Dessen kaukasische Peripherie, der Nord­kaukasus, stellt dabei eine besondere Problemregion dar.

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Modernisation of the EU–Turkey Customs Union

SWP - July 14, 2020 - 12:00am
The German Debate on Modernisation of the Customs Union ConsideringEconomic Interests, Prospects of Cooperation and Political Obstacles
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IASS Fellow Programme: Call for Applications for 2021

#HOCHN - July 14, 2020 - 12:00am

The Institute for Advanced Sustainability Studies e. V. (IASS) is an international, inter- and transdisciplinary research institute located in Potsdam. It is financed by the Federal Ministry of Education and Research and the Federal State of Brandenburg. Each year, up to 30 individuals from around the world participate in the institute’s Fellow Programme. The call for applications for Fellowships starting in 2021 has now been published!

Applications should be related to one of the current research areas of the IASS:

Perception, values, orientation Democratic transformations Governance for the environment and society Systemic interdependencies: technology, nature, society Energy systems and societal change Forums: science, policy and society

Fellowships are open to individuals at all career stages and may be combined with sabbaticals. The IASS strongly encourages experts with a strong interest in sustainability and societal transformation to apply for this programme. Applicants can come from a wide range of sectors such as science, public administration, the private sector, civil society, media or the arts.

The minimum duration of fellowships is three months, and the maximum duration is twelve months. The intended starting period for fellowships is Spring/Summer 2021.

The deadline for applications is August 23.

Further informatoin about the Fellow Programme and the application process can be found on this website or on this PDF file.

Foto: Pixabay/Gerd Altmann

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13. Juli 2020

ONE - July 13, 2020 - 8:59pm

1. Bevölkerungsboom vor allem für die ärmsten Staaten eine Herausforderung
Anlässlich des Weltbevölkerungstags  hat Bundeskanzlerin Angela Merkel auf die Herausforderungen durch das Bevölkerungswachstum aufmerksam gemacht, wie unter anderem der SWR, BR24 und Yahoo Nachrichten berichten. In ihrem Video-Podcast habe Merkel erklärt, dass das rasante Bevölkerungswachstum unter anderen zu Konflikten um Land, Wasser und Rohstoffen führen könne. Betroffen seien insbesondere Länder, die ohnehin mit Armut, Hunger, Arbeitslosigkeit und schwachen Bildungs- und Gesundheitssystemen zu kämpfen hätten. Unter anderem in der Tagesschau, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und im Deutschlandfunk werden die Auswirkungen des Bevölkerungswachstums thematisiert. Weltweit leben derzeit 7,8 Milliarden Menschen auf der Erde. In jeder Sekunde werden vier Menschen geboren, während zwei sterben. Pro Jahr wächst die weltweite Bevölkerung um 60 Millionen. Während der Geburtentrend in Europa zurückgehe, könne sich die Bevölkerung auf dem afrikanischen Kontinent bis 2050 verdoppeln. Die Auswirkungen des Bevölkerungswachstums bekommen vor allem Mädchen und Frauen zu spüren. Wegen mangelnder Aufklärungsarbeit bekomme jedes fünfte Mädchen in Kenia vor dem 19. Geburtstag ein Kind. Durch die Schulschließungen wegen Covid-19 werden Teenagerinnen zunehmend Opfer von Übergriffen. Die Zahl der Schwangerschaften junger Mädchen steige wieder. Die wenigsten kehren nach einer Schwangerschaft in die Schule zurück, da sie Geld für sich und ihre Familie brauchen. Durch Corona könnten Millionen Kinder nie mehr zur Schule gehen, warnt die Entwicklungsorganisation Save the Children.

2. Proteste in Mali
Wie unter anderem die Frankfurter Rundschau, die Tageszeitung (taz) und die Deutsche Welle berichten, sind bei Protesten in Mali übers Wochenende mindestens sieben Menschen getötet und siebzig weitere verletzt worden. Seit fünf Wochen gebe es regelmäßig Freitagsdemonstrationen. Die Teilnehmenden fordern den Rücktritt des Präsidenten Ibrahim Boubacar Keita. Diesmal haben die Proteste mehrere Tage angehalten. Die Polizei sei mit Tränengas und Schüssen gegen die Menge vorgegangen. Der Staat sei jedoch immer weniger in der Lage die Situation zu kontrollieren. Parlamentsgebäude und der öffentliche Fernsehsender ORTM seien zwischenzeitlich besetzt gewesen, es seien Feuer gelegt und die zwei Brücken über den Niger-Fluss seien blockiert worden. Die Protestbewegung M5 bestehe aus der Zivilbevölkerung sowie der politischen Opposition und deren Anhänger*innen unter Imam Mahmoud Dicko, dem einflussreichsten islamischen Führer Malis. Die Regierung stehe vor allem unter Druck wegen der vergangenen Parlamentswahlen im März/April. Diese hätten eigentlich 2018 stattfinden sollen. Zudem werden die Wahlergebnisse angezweifelt. Darüber hinaus sei die Unsicherheit in Mali allseits präsent: Terroranschläge, lokale Ausschreitungen und Massaker der Armee haben in den vergangenen 12 Monaten mehr als 2.500 Menschen das Leben gekostet. Wie evangelisch.de  weiter meldet, droht die US-Regierung mit dem Rückzug aus dem Anti-Terror-Kampf in der Sahelzone. Ein Sprecher des US-Außenministeriums habe dies mit den zunehmenden Menschenrechtsverstößen lokaler Sicherheitskräfte begründet.

3. Corona verschärft Lage für HIV-Infizierte
Unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung, NDR und BR24 berichten über die Weltaidskonferenz, die vergangene Woche virtuell stattfand. Angesichts der aktuellen Lage sei ein Hauptthema der Konferenz die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Behandlung von HIV/Aids. Durch die Einschränkungen zur Eindämmung von Covid-19 können Tausende HIV-Infizierte nicht mit lebenserhaltenden Medikamenten versorgt werden. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) könnten durch eine sechsmonatige Unterbrechung der Therapie allein in diesem und nächsten Jahr in Subsahara-Afrika bis zu 500.000 Menschen zusätzlich durch Aids sterben. Damit würden die Fortschritte im Kampf gegen das HI-Virus auf das Jahr 2008 zurückgeworfen werden. Besonders wirke sich der Versorgungsmangel auf die Infektionszahlen von Kindern aus. Durch entsprechende Therapie können HIV-infizierte Frauen gesunde Kinder zur Welt bringen. Die Hauptforderung der Konferenz sei deswegen, dass es durch die Corona-Pandemie nicht zu Umverteilung von Mitteln zulasten des Kampfs gegen Aids kommen dürfe.

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Massive Einflussnahme von Wirtschaftslobby auf Menschenrechts-Test der Bundesregierung

#2030Agenda.de - July 13, 2020 - 8:01pm

Berlin, 13. Juli 2020

 

Wirtschaftsverbände haben eine Befragung zu menschenrechtlicher Verantwortung bei ihren Auslandsgeschäften mit Unterstützung des Bundeswirtschaftsministeriums und des Kanzleramts im Vorfeld stark verwässert. Das belegt eine heute veröffentlichte Studie der Initiative Lieferkettengesetz. Sie zeigt beispielsweise, dass auf Druck von Bundesminister Altmaier unvollständig ausgefüllte Fragebögen aus der Bewertung herausgenommen wurden, obwohl diese Unternehmen die Anforderungen nicht erfüllen. Mit der Befragung wollte die Bundesregierung untersuchen, ob sich deutsche Unternehmen freiwillig an menschenrechtliche Standards halten. Trotz der abgeschwächten Methodik ergibt die Befragung laut Medienberichten, dass offenbar weniger als 50 Prozent der großen deutschen Unternehmen ihrer menschenrechtlichen Verantwortung ausreichend gerecht werden.

„Dieses Ergebnis macht doppelt fassungslos: Erst tut die Wirtschaftslobby alles dafür, dass die Anforderungen für die Befragung möglichst niedrig sind – und dann scheitern die Unternehmen offenbar selbst daran. So kommen wir beim Schutz von Menschenrechten und Umwelt nicht weiter. Die Bundesregierung muss jetzt ihrem Versprechen aus dem Koalitionsvertrag nachkommen und ohne weitere Verzögerung ein Lieferkettengesetz auf den Weg bringen!“ kommentiert Johannes Heeg, Sprecher der Initiative Lieferkettengesetz.

Im Koalitionsvertrag hatte die Bundesregierung zugesagt, gesetzlich tätig zu werden, falls die Unternehmen die Menschenrechtsstandards nicht freiwillig umsetzen. Die Befragung der Unternehmen („NAP-Monitoring“) umfasste zwei Runden. Bereits ein erster Zwischenbericht vom Februar 2020

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Die afrikanische Diaspora – eine ungenutzte Ressource der Entwicklungspolitik

VENRO - July 13, 2020 - 6:16pm

In der vergangenen Dekade hat sich das Verhältnis zwischen Afrika und Europa deutlich verändert. Dabei spielt die afrikanische Diaspora in Europa eine zunehmend wichtige Rolle. Wie können Afrikaner_innen in Europa ein neues Kapitel der afrikanisch-europäischen Beziehungen mitgestalten?

Die afrikanische Diaspora in Europa ist keine einheitliche Gruppe. Die kulturellen Prägungen und Bezüge zum Herkunftsland sind sehr unterschiedlich. Weder für die gesamte EU noch für Deutschland gibt es eine genaue Zahl der Menschen mit afrikanischem Migrationshintergrund. Laut Schätzungen sind es jedoch allein in Deutschland etwa eine Million.

Doch die Diversität und die Leistungen der afrikanischen Diaspora werden kaum anerkannt. Stattdessen werden Afrikaner_innen in Europa oft in Verbindung gebracht mit dem Bild Afrikas als politisch instabilem und wirtschaftlich rückständigem “Krisenkontinent“.

Diese weithin verbreitete Sicht beeinflusst unser Zusammenleben. Viele Menschen mit afrikanischen Wurzeln erleben verschiedentlich Rassismus, Diskriminierung und Gewalt. Die Aufmerksamkeit dafür war in Deutschland und Europa bislang gering, doch die aktuellen Proteste gegen Polizeigewalt gegenüber Schwarzen in den USA haben auch bei uns öffentliche Debatten über strukturellen Rassismus und das Erbe des europäischen Kolonialismus verstärkt.

Kompetenzen und Leistungen der afrikanischen Diaspora sichtbar machen

Viele Akteure aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft müssen mehr Verantwortung übernehmen und ein differenziertes Afrikabild fördern. Es gilt, intensivere Partnerschaften zwischen Afrika und Europa zu formen, etwa zwischen Städten, Kommunen, Universitäten oder Unternehmen. Dazu gehört, schwarze Menschen im positiven Sinne “sichtbar“ zu machen.

Sichtbarkeit bedeutet zum Beispiel für Unternehmen, Menschen afrikanischer Abstammung und ihre Kompetenzen als wichtigen Teil der Belegschaft wertzuschätzen und dies auch nach außen zu kommunizieren. Es bedeutet, dass sie sich für innovatives und nachhaltiges Unternehmertum in Afrika einsetzen und zeigen, dass es erfolgreich sein kann. Ein Beispiel ist das Engagement des Volkswagen-Konzerns in Ruanda, der dort seit 2018 mit lokaler Fertigung und vernetzten Mobilitätsangeboten präsent ist.

Neben traditionellen Unternehmen spielen auch Startups eine wichtige Rolle. Ihre Erfolgsgeschichten auf dem afrikanischen Kontinent finden bei europäischen Investoren bislang zu wenig Beachtung. Staatlich bereitgestellte Sicherungsinstrumente wie Risikopuffer für Investitionen können ein wichtiger Beitrag sein, das wahrgenommene Risiko (welches selten dem tatsächlichen entspricht) zu reduzieren.

Diese und andere Maßnahmen können viel dazu beitragen, ein differenzierteres Bild Afrikas zu zeichnen. Die in Europa lebenden Menschen mit afrikanischen Wurzeln würden davon erheblich profitieren. Aber nicht nur die Wahrnehmung sollte sich ändern. Die afrikanische Diaspora muss ein Partner bei der Gestaltung und Umsetzung solcher Initiativen sein.

Dies gilt zuallererst für entwicklungspolitische Maßnahmen. Etliche Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland und Europa tun sich immer noch schwer, die afrikanische Diaspora in ihre Arbeit einzubeziehen. Ihre Belegschaft ist oftmals wenig divers.

Nachhaltige Beteiligung der Diaspora an der Entwicklungszusammenarbeit

Ein positives Beispiel für gelungene Kooperation ist ein Projekt der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) zur Förderung von Kleinstunternehmen im informellen Sektor. Menschen aus der afrikanischen Community in Deutschland können hierüber direkt in Strukturen in ihren Herkunftsländern investieren. Die Investitionen werden durch Mittel der Bundesregierung gedoppelt. Diaspora-Netzwerke werden dabei beratend miteinbezogen und können sich aktiv in die Zusammenarbeit einbringen.

Auch die Kleinprojekteförderung, die das Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM) anbietet, ermöglicht Diaspora-Organisationen eine selbstbestimmte Projektplanung und -umsetzung. Unserem Verein Afro Deutsches Akademiker Netzwerk (ADAN) wurde es dadurch ermöglicht, das “aXd Fellows Program“ durchzuführen: Fünf junge Menschen aus der afrikanischen Diaspora arbeiteten vier Wochen lang gemeinsam mit fünf Startups aus Ghana an ihrer Geschäftsidee und tauschten auf vielen Ebenen ihr Wissen aus.

Wichtig ist zudem, neben der finanziellen Förderung das hohe Bildungsniveau von Akademiker_innen mit afrikanischen Wurzeln besser zu nutzen. Im Zeitalter der Digitalisierung ist ein Transfer von Know-how leichter geworden. Die Studie “The Diaspora and Economic Development in Africa“ (Gnimassoun/Anyanwu, 2019) hebt den positiven Einfluss höherer Bildung auf das Engagement von Migrant_innen in ihren Herkunftsländern hervor, etwa durch eine intensivere Einbindung in wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Netzwerke (sogenannter Ex-Post-Effekt).

Die EU-Ratspräsidentschaft bietet Deutschland eine gute Möglichkeit, Strategien für einen strukturierten Dialog zu entwickeln, um die vielen Ressourcen der afrikanischen Diaspora für nachhaltige Entwicklung einzusetzen. Diaspora-Netzwerke erschließen nicht nur potenzielle Handels- und Kapitalströme und ermöglichen den Transfer von Know-how und Technologie. Sie können auch dazu beitragen, entwicklungsfördernde soziale und institutionelle Normen zu etablieren.

Nicht zuletzt verfügt die afrikanische Diaspora über die nötige kulturelle Sensibilität und kann somit als wichtige Schnittstelle zwischen Afrika und Europa agieren. Bei der Umsetzung von Projekten und der Etablierung von Strukturen sind solche Faktoren von großer Bedeutung.

Bei den Verhandlungen zwischen der Afrikanischen Union und der EU sollten daher Wege und Möglichkeiten geschaffen werden, um diese Kapazitäten einzubeziehen. Die Diaspora kann aufgrund der besonderen Erfahrungen in beiden „Welten“ neue Perspektiven in den Diskurs über Afrika einbringen und somit Brücken bauen für ein besseres Verständnis und eine größere politische Kohärenz zwischen Afrika, Deutschland und Europa.

Alhaji Allie Bangura ist Gründer und Vorstandsmitglied des Vereins ADAN e.V., einem Netzwerk für die afrikanische Diaspora und an Afrika interessierten Student_innen und jungen Berufstätigen mit über 190 Mitgliedern in sieben deutschen Städten. Ziel von ADAN e.V. ist es, durch verschiedene Formate und Projekte eine Plattform für Austausch zu schaffen, Vielfalt sichtbar zu machen und Afrika als Chancenkontinent zu präsentieren. In Sierra Leone geboren und in Deutschland aufgewachsen, beschäftigt er sich seit langem mit den Erfahrungen und Perspektiven der afrikanischen Diaspora, um die Darstellung von und die Narrative über Afrika in Europa positiv zu verändern.

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